Reisebericht

Kenya: Von Löwen, Lämmern, Savanne & Süßigkeiten

von Mwotaji · begonnen 08. Apr. 2015 · 55 Teile

Teil 108. Apr. 2015
Von Löwen, Lämmern, Savanne & Süßigkeiten - Selfdrive Safari 1.0

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit wir wieder daheim sind und nun endlich finde ich die Zeit mich bei allen fleißigen Forumsmitgliedern mit einem Reisebericht für Rat und Tat zu bedanken, auch bei denen, die einfach irgendwo irgendwann mal was hilfreiches geschrieben hatten 🙂 Ein besonderer Dank gilt dabei Muzungu, der uns tatkräftig bei der Reiseplanung unterstützt hat!

Am 24.09.2014 war es nun endlich so weit: Mein Freund Lars und ich (Nora) machten uns das allererste Mal auf nach Afrika. Schon immer wollte ich diesen mir so unbekannten und mich so faszinierenden Kontinent besuchen. Unzählige Dokus, Reiseberichte, Vorträge und ein Forumstreffen hatten mich dann endgültig mit dem Afrika-Fieber infiziert. Unser Ziel: Kenya.
Gerade am Ende meines Studiums angekommen, sollte es nun 25 Tage lang mit einem gemieteten Defender quer durch den Süden Kenyas gehen. Und ja, spätestens beim Pfingst-Braai 2014 wurde uns klar- völlig Afrika-Unerfahrene fahren normalerweise nicht direkt selbstständig mit eigenem Auto durch Ostafrika... 🤨 Nun war es aber so weit - das Auto angezahlt, die Flüge und die erste Unterkunft waren gebucht, kein Zurück mehr möglich. Unsere Route, naja zumindest die geplante: Von Nairboi nach Naivasha, von dort aus zum Viktoria See um dann zur Massai Mara runterzufahren. Durch den Amboseli zum Tsavo Ost und ab in den indischen Ozean. Mittreißende, nervenaufreibende, wunderschöne und intensive 25 Tage erwarteten uns: Kenya - wir kommen! 🤩
Teil 208. Apr. 2015
Am 24.09214 um 11:30 heben wir also in Düsseldorf am Flughafen ab. Türkish Airlines fliegt uns zunächst nach Istanbul, von wo es weiter nach Nairobi geht. Die Flüge sind angenehm und ganz ruhig, das Essen super. Lars kündigt schon mal an, dass er nun ein Nickerchen macht - und bumm ist er weg. Eingeschlafen. Ich jedoch, finde weder auf dem ersten Flug noch auf dem Nachtflug von Istanbul nach Nairboi kaum Schlaf - ich bin viel zu aufgeregt! 🤪 Auch die Sorgen meiner Familie liegen mir noch im Magen, irgendwie ist Afrika doch was anderes als eine Rundreise in Europa…. Ganz selten kann ich dann von meinem Fensterplatz aus mal eine hell erleuchtete Oasenstadt erkennen, die Sahara allerdings bleibt für mich heute im Dunkeln verborgen. Schließlich finde ich doch etwas Schlaf und unsere Ankunft rückt immer näher.
Teil 308. Apr. 2015
25.09.2014.,00.55 Uhr. Wir landen in Nairobi. Lars hat Rückenschmerzen, ich bin erschöpft und aufgedreht zugleich. Der Flughafen liegt im Dunkeln, ich kann erstmal nicht viel mehr erkennen, als die schmutzigen betonartigen Gebäude des Flughafens. Immerhin gibt es einen Bus, der uns zum Eingang fährt. Wir stellen uns für ein Visum an. Ich habe aber nur noch genug Euro dabei, um meins zu bezahlen. Lars hingegen muss zum ATM im Gebäude rennen und kommt mit unseren ersten Kenia Schilling (KSh) wieder. Der Beamte am Schalter ist schon so von uns genervt, dass er uns erst gar keine Fingerabdrücke abnimmt. Stört uns auch nicht. Je schneller aus dem Flughafen, desto eher im Taxi vom Wildebeest, desto eher sehen wir endlich was. Wie wir an unser Gepäck kommen, weiß ich schon gar nicht mehr. Vor lauter Aufregung hat mein Gedächtnis wohl Einiges gelöscht. Beim Verlassen des Flughafens spricht mich plötzlich ein Sicherheitsbeamter an und will – auf ziemlich unhöfliche Weise – von mir wissen, woher wir kommen. Ich frage gegen, wieso er das wissen will und was das soll. Als Lars dazukommt und sagt wir kämen aus Deutschland, ist der Beamte auf einmal ganz nett. Am ersten Abend machen wir also schon unsere erste Begegnung mit Sicherheitsbeamten und nicht gerade eine angenehme. Ja, ich sage bewusst unsere erste – es wird nicht die letzte sein… 😐
Beim Ausgang wartet eine kleine Menschentraube mit Schildern auf uns Touris – unser Fahrer vom Wildebeest Eco Camp ist auch dabei. Er nimmt uns unsere Rucksäcke und Taschen ab und es kann direkt losgehen. Die unangenehme Begegnung ist schon wieder vergessen als aus dem Radio Dancehall strömt. Sehr gut, den gleichen Musikgeschmack haben wir schon mal! Da es dunkel ist und es auch kaum Straßenbeleuchtung gibt, sehen wir nicht viel. Unser Fahrer ist nett und erzählt uns, dass wir am Nairobi National Park vorbeifahren. Wir sehen unser erstes „Achtung Affen Schild“ 🤩 und erzählen, dass es sowas bei uns nicht gibt. Im Wildebeest angekommen, quartieren wir uns in unserem gemieteten Garden Tent ein und lauschen den neuen Geräuschen. Als ich einschlafe, habe ich noch lange nicht begriffen, dass ich nun in Afrika bin.
Wir stehen relativ früh auf, gibt es doch nur bis 10 Uhr Frühstück. Außerdem sind wir mit Jackson verabredet, der uns unseren Landrover bringen soll. Ich sitze also im paradiesisch grünen Garten des Wildebeest und warte auf Jackson - Lars liegt mit Rückenschmerzen im Zelt und ruht sich aus.

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Teil 408. Apr. 2015
Als Jackson dann mit unserer Old Lady ankommt, höre ich sie schon beim Reinfahren - sie knattert und klappert überall. Jackson selbst begrüßt mich geschäftsmännisch mit einem breiten Grinsen. Lars kommt dazu und wir inspizieren das Auto. Najam Lars inspiziert es. Ich habe davon keine Ahnung und frage einen Mitarbeiter vom Wildebeest, ob er mal mitgucken kann. Als Jackson über die Motorhaube versucht auf die Leiter des Dachzelts zu klettern, stellen wir fest, dass da doch irgendwas nicht stimmt... Das Dachzelt ist falschherum montiert 😄 Weitere Macken zu erkennen ist erstmal schwierig – schließlich ist das Auto mit einer fetten Schicht Schlamm und Staub bedeckt 🤢 Wir haben eh keine Wahl, handeln aus, dass das Dachzelt richtig montiert wird und sind happy.
Jackson fährt mit uns zum Nakumatt und begleitet uns beim Einkaufen. Auch hiervon bekomme ich nicht viel mit außer einigen sehr eindrücklichen Ereignissen, es ist alles viel zu aufregend! Eine Kamera nehmen wir nicht mit, das trauen wir uns noch nicht. Alles ist irgendwie neu und ungewohnt: die rote Erde am Straßenrand, die Holzhütten, völlig unbewachte Schafe und Rinder, die über die „Hauptstraße“ rennen! Das erste Äffchen am Straßenrand gibt mir den Rest, für die nächsten Stunden hört mein Herz nicht mehr auf zu pochen wie bei einem Marathonlauf 😁 . Im Nakumatt kaufen wir alles was wir brauchen, sogar zwei gemütliche Kissen für unsere Dachzeltausstattung. Wir gönnen uns Müsli, auch wenn ein Päckchen 500 KSh kostet. Fertig mit dem Einkauf und glücklich darüber das Kreditkarten ganz normal funktionieren (ja, wenn man noch nie in Afrika war, dann findet man das faszinierend), fahren wir mit Jackson zum ATM. Hier können wir aber nur 50.000 KSh ziehen und danach ist Schluss. Wir wollten aber direkt das Geld fürs Auto bezahlen. Auch der nach einigem Anlauf doch noch engagierte Bankmitarbeiter konnte uns nicht sagen warum. Theoretisch sollten 200.000 KSH drin sein. Es bleibt mir nix übrig als mein Handy zu zücken und bei der Bank anzurufen. Die teilen mir mit, dass ich zwar 200.000 KSH am Tag zur Verfügung habe, aber nicht am ATM abholen kann, da es eine Bargeldgrenze über 500 Euro gibt. Ich sage der guten Frau, dass ich doch extra VOR dem Urlaub mit ihren Kollegen besprochen hatte, dass ein solche Limit herausgenommen werden soll – extra damit ich das Auto bezahlen konnte. Naja von Kenia aus ohne Unterschrift kann ich trotzdem nix machen. Es bleibt bei der Begrenzung. 😠
Jackson, der arme Kerl, der mittlerweile 1.5 Std im Auto gewartet hat, sieht das Ganze locker und sagt uns wir könnten das Geld später bezahlen. Eine Quittung über die erste "Ratenzahlung" bekommen wir aber, also sind wir happy.
Zurück im Wildebeest laden wir ihn noch zu einem Kaffee ein, fragen ihn aus und besprechen mit ihm unsere Route: Als nächstes soll es zum Lake Naivasha gehen, von dort über Nakuru zum Lake Victoria und dann zur Mara runter. Wir bringen Jackson danach zur nächsten Kreuzung von wo er sich auf den Weg zurückmacht. Ab jetzt sitzt Lars rechts von mir am Steuer und fährt das erste Mal im ostafrikanischen Linksverkehr mit unserer Old Lady. Wir essen für 1.000 KSh pP im Wildebeest Abend und gesellen uns zu ein paar anderen Reisenden. Dann ist der Tag auch schon vorbei.
Teil 509. Apr. 2015
Der Tag beginnt wieder mit Frühstück auf der Veranda des Wildebeest mit Toast und gewünschter Beilage – für mich Rührei, für Lars Spiegelei. Leider ist kein Wasser im Teich, dennoch ist das Camp wirklich ein Gartenparadies. Wir beschließen, dass wir weiter wollen – zwar haben wir bis jetzt nicht viel gesehen, aber das was wir gesehen haben, war schon so anders, dass wir unbedingt mehr wollen. Lars packt also unser Equipment ins Auto. Ich putze das ganze Ding erstmal – schließlich ist es ein Wunder, das man durch die Scheiben überhaupt noch irgendwas sehen kann… 🙄 Ein paar Meter neben mir picken zwei Ibisse nach Futter. Unser Plan für heute: Auschecken und zum David Sheldrick Wildlife Trust düsen, um dort von 11 bis 12 Uhr die Elefantenweisen zu besuchen, um dann nach weiter nach Naivasha zu fahren.
Dann lernen wir Robert und Doris kennen, zwei Deutsche, die genau wie wir Kenia als Selbstfahrer bereisen wollen. Sie waren abends mit einem Matatu angekommen und suchten nun erstmal ein Auto. Wir quatschen erst einmal und tauschen Handynummern aus. Wir geben ihnen auch die Nummer von LandroverSafaris - später erfahren wir dann, das sie dort ebenfalls einen Landrover mieten. Erst gegen Mittag machen Lars und ich uns dann auf den Weg. Damit können wir heute nicht mehr zum Trust. Die Elefantenweisen kann man nur von 11 bis 12 Uhr besuchen 🙁
Alleine, ohne Jackson, auf der linken Straßenseite fahren wir los. Zunächst geht es aber ganz gut - den Weg bis zum Nakumatt kennen wir ja schon 😄 Dort wird nochmal eingekauft – man weiß ja nie... 😗 Als die Angestellten unsere Tüten für uns einpacken wollen, finde ich das sehr befremdlich und packe einfach selber weiter mit. Dass die Angestellten daraufhin beleidigt sind, verwundert mich doch sehr. Vielleicht hätten sie gerne ein Trinkgeld gehabt oder vielleicht war es unhöflich von mir?
Nun geht es aber auf den Highway nach Naivasha, wo wir auch tanken. Keine 100 KSh pro Liter, was uns sehr freut. Bei den ersten Verkäuferinnen am Straßenrand halten wir an und kaufen Obst. Die beiden freuen sich tierisch über uns – wahrscheinlich weil wir ihnen einfach den Betrag in die Hand geben, den sie uns nennen... Neulinge eben. 😗 Fotos machen durften wir auch. Die Straße ist voller Schlaglöcher, es gibt keine Spurkennzeichnung, und einfach jeder nimmt am Straßenverkehr teil. Auch Männer, die ihre riesigen Karren schieben (!) müssen und vor allem die verrückten Matatus, die hupen, überholen und drängeln wie bekloppt. 🤢 Komischerweise findet Lars sich da schnell ein.... Ich klammere mich an den Türgriff und versuche relativ gelassen zu wirken 😣

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Am ersten Viewpoint mit den zusammengezimmerten Holzbuden mit Coca-Cola-Beschriftung halten wir an - ich will das Rift Valley sehen! Diesen atemberaubenden Spalt, an dem die Erde auseinanderbricht (vereinfacht gesagt). Unser erster Blick auf die afrikanische Landschaft gleitet erstmal über kleine Acker und wolkenverhangene Gipfel. Wir können leider nicht besonders viel entdecken. All mein Wissen über die geologische Beschaffenheit des Rifts sprudelt aus mir hervor, während Lars erstmal einfach nur dasteht und schaut.

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Ja und tatsächlich holen ich jetzt die Kamera raus und probiere ein paar Fotos zu machen 😄 Leider sind viele Wolken am Himmel...


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Teil 609. Apr. 2015
Schon werden wir von zwei engagierten Verkäufern begrüßt. Wir kaufen u.a. ein leuchtend rot-blaues Stoff-Tuch, und obwohl es mir schwer fällt, handle ich es runter. Schließlich wurde mir im Voraus gesagt, dass man sonst völlig überhöhte Preise bezahlt. Und das will ich als motivierter Afrika-Neuling ja auf keinen Fall mitmachen… Es sind keine anderen Touristen da, wir seien die ersten seit langem. Als wir fahren, hören wir aus dem Fenster noch wie eine junge Verkäuferin zu den beiden Männern sagt „Why haven´t they seen my shop?“. Ich blicke mich noch um und sehe wie die beiden sie abwinken. „Mist“, denke ich. „Wieso hast du nicht auch bei ihr geguckt?“. Als wir weiterfahren und sich Wellblechhütte an Wellblechhütte reiht, wird mir klar, dass dies alles Shops sind und ich nicht bei jedem etwas kaufen kann.... 😐
Die Fahrt wird für mich immer abenteuerlicher. Je höher wir kommen, desto mehr grün, aber auch desto verrückter der Verkehr. Ich würde gerne die Landschaft bewundern, kann aber nicht anders als mich festzukrallen und auf den Verkehr zu starren 😕 Viele hier kennen den (ost-)afrikanischen Verkehr wahrscheinlich schon länger, aber an diesem ersten Tag - ganz ehrlich - mache ich mir ziemlich in die Hose. Gott sei Dank bleibt Lars ruhig und gelassen und bewältigt diese außerordentliche Herausforderung mit respekteinflößendem Können.
Unser Navi bringt uns dann zielgenau zum Lake Naivasha, den ich auf der linken Seite von der Steilkante der Straße bereits bewundern kann. Die Gegend wirkt trocken, es gibt immer mehr Euphorbien und Akazien. Naivasha selbst ist eine verrückte Anordnung von Wellblechhütten mit einem außerordentliche Gewusel und viel Dreck auf den Straßen. Da es schon 16 Uhr ist (wir hatten ja sowohl morgens als auch beim Viewpoint ziemlich getrödelt) fahren wir direkt zum See in Richtung Fisherman´s Camp. Am Straßenrand sind Kinder, ältere und jüngere Menschen zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Autos gibt es kaum. Die Kinder winken uns zu und zeigen mit dem Finger auf uns – wir grüßen fleißig zurück. Auch Erwachsene grüßen uns freundlich. In Deutschland sehe ich nie so viele Leute draußen auf den Straßen unterwegs, dafür viel mehr Autos.
Am See im Fisherma´s Camp angekommen, muss ich erstmal tief durchatmen. Hier gibt es eine riesige Vielfalt an Vögeln und Pflanzen, die meine ungeübten Augen schier überfordern. Wir bewundern Marabus, Pelikane und andere Wasservögel und erfahren dass der kleine Pony-koppel-Elektrozaun doch tatsächlich dafür da ist Hippos fernzuhalten. Wir suchen uns einen Stellplatz ganz fern ab von der Bar und dem Rummel und ganz nah am Zaun aus. Wir haben einen tollen Blick auf den See und freuen uns über jedes Tier, dass wir sehen.

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Als wir dann auch noch den ersten Hippokopf erspähen DIREKT in unserem Sichtbereich sind wir völlig aus dem Häuschen! Allerdings ist das noch nicht alles – als es dämmert gibt es ein Geraschel und Getöse, wir hören ein „chop chop chop“ und erspähen direkt vor unserem Zaun ein Hippo! Es grast friedlich. Wir versuchen es zu fotografieren, aber es ist schon zu dunkel für unsere Kamera (. Foto). Mit Blitz zu fotografieren kommt für mich nicht in Frage, da ich das Tier nicht erschrecken will. Als Lars es dennoch probieren will, springe ich mit einem Satz in den Kofferraum – es könnte ja sein, dass das Hippo Lars seinen Ärger durch Voll-Speed-Attacke ausdrückt. Meine Reaktion hat ihm dann wohl klar gemacht, dass er es besser sein lassen sollte. Deshalb gibt es leider kein Foto von unserer ersten Begegnung mit einem wilden Flußpferd.

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Unsere erste Nacht im Dachzelt beginnt also, nachdem das Hippo an uns vorbeigegrast ist. Unsere Schuhe binden wir am Dachzelt fest, man kann ja nie wissen, vielleicht interessieren sich ja Äffchen dafür … (später lassen wir das sein, kein Äffchen interessiert sich für unsere Schuhe – die kann man ja auch nicht essen…). Was für Glück wir hatten, direkt ein Hippo zu sehen 🙂
Teil 709. Apr. 2015
4. Tag, 27.09.2014: Beim Müslifrühstück genießen wir einen herrlichen Blick auf den See, Vögel und Äffchen.

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Wir machen uns auf den Weg zum nächsten Dorf. Wir brauchen eine Safaricom-Simkarte. In der nächsten Ansammlung von Hütten halten wir also. Wir werden misstrauisch beäugt und es dauert ein wenig bis das erste kleine Mädchen uns mit einem schüchternen „How are you“ begrüßt. Ich lerne schnell, dass dies keine Frage ist, sondern eine Art „Hallo“ zu sagen. Tatsächlich gibt es einen Shop für Safaricom-Karten 🙂 . Auf der anderen Straßenseite leihen wir uns dann in einem anderen Shop die nötigen Gerätschaften um die Simkarte so zu kürzen, dass sie auch ins I-Phone passt. Guthaben haben wir auch - wunderbar. 😄 Wir kaufen im Dorf noch Eier und eine Petroleumlampe und sind happy. Wir entdecken eine kleine Bar (Acacia Café), wo wir eine Sprite und ein Tusker trinken und auf das Dorf schauen können.

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Wir fragen uns durch ob es irgendwo einen freien Zugang (ohne Zaun) zum See gibt und fahren dann begleitet von einer Schar Kinder einen Schotterweg runter zum See. Dort gibt es eine Art Picknick-Campingplatz, der von Einheimischen geführt wird. Wir lernen Joseph kennen, der mit uns zum See geht und das Glück hat von uns ausgequetscht zu werden. Wir schlendern mit ihm zusammen am See entlang und treffen Äffchen und Pelikane. Ich bewundere die Papyruspflanzen – ich muss unwillkürlich ans alte Ägypten denken...

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Auf dem Weg zurück halten wir an und kaufen an einem kleinen Stand Bananen. Wir werden umringt von Kindern, die sich nur langsam trauen näher zu kommen und verarmt aussehen. Am liebsten würde ich jedem den Rotz unter der Nase wegputzen und ihnen was Gutes tun. Auf dem Weg zum Fisherman´s Camp schauen wir uns an und beschließen irgendwoher einen Fußball oder etwas Ähnliches für die Kinder zu organisieren.
Nach einem leckeren Mittagessen in der Fisherman´s Bar fahren wir nach Naivasha zum ATM. Es ist grau und regnet, wir werden komisch beäugt und ich fühle mich nicht besonders wohl. Der ATM ist aber bewacht, da fühle ich mich etwas besser. Es klart dann tatsächlich wieder auf und als wir zurück zum See fahren, erspähen wir etwas im Buschland. Wir fahren an die Seite und steigen aus –Tatsächlich! Vor uns zeigt sich eine Giraffe! Unsere erste wilde Giraffe! Einfach so am Straßenrand… Als wir näher rangehen, sehen wir, dass es mehrere Tiere sind. Sie sind scheu und beobachten uns. Ich sehe auch einen Wasserbock, weiß aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es ein Wasserbock ist. Nun sind wir endgültig verzaubert.

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Wir verabreden uns per SMS mit Joseph, um am nächsten Morgen eine Bootstour zu machen. Morgens um 6 bei Sonnenaufgang. Leider ist inzwischen halb Nairobi im Fisherman´s angekommen und feiert eine Party (es ist Samstagabend). Es ist schwer ein Auge zuzukriegen, denn die Gesänge halten bis in den Morgengrauen an. Aber auch das ist irgendwie faszinierend.

Fortsetzung folgt...
Teil 810. Apr. 2015
5. Tag, 28.092014 :
Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr. 😵 Die Leute um uns herum sind gerade erst schlafen gegangen. Nun soll es im Morgengrauen mit einem kleinen Motorboot, Joseph und einem weiteren Begleiter auf den Lake Naivasha hinasgehen. Ich bin aufgeregt. Wir treffen uns am Camp der Locals, wo wir Joseph kennen gelernt hatten. Im Lonely Planet-Reiseführer steht das Camp nicht drin, deshalb kann ich dazu keinen Namen nennen. Da Joseph wohl ein bisschen unorganisiert ist und noch kein Boot da ist, trinken wir in der einfach Bar einen Kaffee. Es gibt einen Fernseher, wo ein Sender Musik lokaler Künstler rauf und runter spielt. Mich wundert, dass keine US-amerikanische Musik läuft. Die gibt’s doch überall…
Das Boot ist da, wie steigen ein. Ich bekomme sogar eine Rettungsweste.
Alles, was dann kommt, ist schwer zu beschreiben. Die Sonne geht gerade erst über dem See auf, die Luft ist noch kühl und es bildet sich Nebel. Das Licht ist einzigartig, sanft aber dennoch klar. Das Wasser wirkt dadurch mehr silbern als blau. Im Gegensatz zu mir, sind die Vögel schon putzmunter, dennoch ist die Atmosphäre sehr ruhig...

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Direkt vor den Gewächshäusern für Blumen, die u. a. hier zu uns nach Deutschland geliefert werden, sehen wir die ersten Büffel im morgendlichen Nebel. Die Vielfalt der Vogelwelt beeindruckt mich sehr. Unsere beiden Reiseführer geben sich große Mühe, mir zu erklären, um welche Arten es sich handelt. Die beiden sind echt nett und Joseph grinst die ganze Zeit in seinem gelben Ölzeug vor sich hin.

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Schließlich treffen wir zwischen den Akazien auf Wasserböcke (nun weiß ich endlich, welches Tier ich gestern von Weitem gesehen hatte) und auf ein beeindruckend großes Flusspferd. Da Joseph so nah ranfährt, wird mir schon etwas mulmig. Erstens schaut es mich so argwöhnisch an und zweitens fühle ich mich schlecht dabei die Ruhe dieses beeindruckenden Tieres zu stören. Schließlich fand meine vorletzte Begegnung mit einem Nilpferd in einem deutschen Zoo statt, wo es traurig seine immer gleich Runden schwamm. Hier will nun wirklich nicht ich diejenige sein, die dieses Tier stört. Besonders da es sich hier in seinem Territorium befindet, wo doch eigentlich ICH nichts zu suchen habe.

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1.5 Stunden fahren wir über den See und werden so manches Mal überrascht, wenn plötzlich ein Hippo dort auftaucht, wo man vorher nur einen kleinen schwimmenden Ast vermutetet hatte. Ich stelle unter anderem fest, dass Nilpferde – zumindest in den Morgenstunden – viel aktiver sind, als man meinen würde, wenn man sie im Zoo sieht. Wir kommen an überschwemmten Bäumen und Häusern vorbei. Warum der See über die Ufer getreten ist, kann mir niemand sagen – nur, dass dies schon einmal passiert ist.
Teil 911. Apr. 2015
Wieder auf festem Boden holen wir unsere Stühle und den Gaskocher raus, um erstmal zu Frühstücken. Joseph und sein Begleiter bekommen natürlich den vereinbarten Betrag für die Bootstour und ein kleines Trinkgeld. Um uns rum sammeln sich immer mehr Locals. Kaum einer spricht uns tatsächlich an, die meisten schauen nur. Einer hat allerdings nicht so viel Scheu (eigentlich gar keine), er trägt einen kurzen Stab und scheint der Leiter oder Besitzer dieses Camps zu sein. Er fragt, wohin wir als nächstes wollen – er kenne sich gut aus und könne uns vielleicht helfen. Also wird die Landkarte auf der Motorhaube ausgebreitet. Es stellt sich allerdings schnell heraus, dass der Herr nicht sonderich daran interessiert ist, wo Lars und ich hinfahren wollen 🙄 – er beschließt einfach, dass wir doch eine andere Route nehmen, streicht den Viktoria See und plant dafür mehr National Parks ein 😄 . Gut, das ist vielleicht noch witzig. Aber als er dann verkündet, er werde nun unser Guide sein und mit uns fahren, platzt mir dann doch der Kragen 😣 . Joseph hingegen hat in der Zeit – auf meinen Wunsch - einen zugelassenen Guide organisiert, der uns in den Hell´s Gate National Park (NP) begleitet. Außerdem schafft einer von den Locals es tatsächlich Fußbälle für die Kids zu organisieren 🙂 . Daraufhin wird schon heiß diskutiert, wie man mit den Kids zwei Teams bilden könne und wie nun Training und Turniere aussehen könnten… Scheinbare haben nicht nur die Kinder Freude an den Bällen - diese laufen übrigens kreischend hinter den Bällen her 🙂. So verbringen wir unseren Morgen in einem Gewusel Einheimischer, während wir versuchen dem übereifrigen, aufdringlichen Mann zu erklären, dass wir keinen Guide wollen.

Irgendwann verabschieden wir uns einfach und fahren zum Hell´s Gate. Willy, unser Guide für den Park, sitzt auf der vollgepackten Rückbank. Die Landschaft hier ist sehr trocken, mir fallen die Felswände direkt ins Auge. Als ich dann die ersten Zebras und Gazellen sehe, bin ich ganz aus dem Häuschen. Leider kommen wir nicht näher an die Tiere heran, da sie sich relativ weit entfernt von der Straße aufhaletn. Witziger Weise wird uns später ein Freund von Lars sagen, der Hell´s Gate erinnere ihn an die Filme "Jurassic Park". Ich finde die Beschreibung sehr treffend, denn der Park hat etwas sehr Urtümliches. Wir fahren am Fischer´s Tower entlang, einer Vulkansäule, die aus der Landschaft heraussticht.

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Unser erste Begegnung mit Zebras 🙂

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Der Fischer´s Tower, eine Vulkansäule, fast 25 Meter hoch

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Unsere erste Gazelle! Zwar von hinten, aber immerhin eine Gazelle! Später werde ich mein Buch rausholen müssen, um zu identifizieren, ob es eine Thomson oder eine Grant-Gazelle ist

Die Tiere hier kommen mir sehr scheu vor. An die ersten Warzenschweine, die wir erblicken, kommen wir kaum ran – sie nehmen sofort Reißaus. Ein Bild, das uns später in der Massai Mara noch oft zum Lachen bringen wird 😄

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Die ersten Warzenschweine - oder Pumbas, wie Williy sie nennt.

Völlig begeistert von unserer ersten Pirschfahrt fahren wir die Strecken ganz langsam an jedem Busch vorbei – es könnte sich schließlich etwas Interessantes finden lassen… Also Aufmerksamkeit bitte! Und da tatsächlich! Auf einmal beobachtet uns eine Giraffe! Ein tolles Tier und sehr interessiert an uns. Ich steige ganz langsam und leise aus, versuche zu ignorieren, dass unser Motor viel zu viel Krach macht und beginne mich in die Nähe der Giraffe zu schleichen. Noch ein bisschen weiter... Jetzt! Foto gemacht! 😄 Faszinierend dieses schöne Geschöpf so aus der Nähe betrachten zu können. Dann läuft sie weg und verschwindet im Buschwerk.

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Das Anpirschen hat sich gelohnt - eine Giraffe in voller Pracht!

Wir fahren zur Hell´s Gate Gorge. Es geht nun in die kleine Schlucht hinunter, die nicht sehr tief aber sehr schön ruhig ist. In der Mitte plätschert ein Bach, der bei Regen wohl auch größere Ausmaße annehmen kann. Die Schlucht wurde von eben diesem ausgewaschen und geformt. Leider stelle ich relativ schnell fest, dass ich Willy solche Informationen aus der Nase ziehen muss und er von selbst kaum was erzählt 🙁 Sehr doof, gerade für mich, die doch begierig nach jeder Information in Größe eines Strohhalms ist... Schwierig ist der Weg allerdings nicht. Mich begeistert besonders der Blick am Sandstein entlang zum blauen Himmel hoch. Genauso wie die waagerecht verlaufenden Auswaschungen an den Schluchtwänden. Es wird allerdings auch immer wärmer. Ab und zu gibt Willy uns (naja eher mir 😗 ) mal einen Tipp, wo wir am besten langlaufen und dirigiert den Weg. An einer Stelle muss ich mich zusätzlich an einem Seil hochziehen, um auf den nächsten Vorsprung zu kommen. Aber auch das bewältige ich mit links 😏 . Wir kommen ans Ende der Schlucht in eine runde Aushöhlung. Hier erzählt Willy, die Einhemischen würden sagen "Shitani", der Teufel habe hier geschlafen. Daher dann auch der Name des Parks? Ich finde es sehr passend - Gesteine vulkanischen Ursprungs, trockene Gegend, der Teufel der in einer Höhle schläft - klingt doch sehr nach einem Tor zur Hölle. Uns ist im Übrigen mittlerweile auch höllisch heiß...


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Sandstein, kleiner Fluss und eine grüne Vegetation - ein lohnender Abstieg!

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Die höhlenartige Auswaschung in der Schlucht - der Teufel lässt sich allerdings nicht dazu herab sich uns zu zeigen - hoffentlich ein gutes Zeichen

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Witzigerweise ritzen die Menschen genau dort ihre Namen hin, wo sie es nicht wollen. Eine seichte Form der Reaktanz?

Auf dem Rückweg kommen uns tatsächlich andere Besucher entgegen und warnen uns aufgeregt vor einer Babykobra, die sich in der Schlucht aufhält. Naja, das Foto ist etwas unscharf, ich hab mich nicht getraut nahe ranzugehen, geschweige denn lange stehenzubleiben.... 🤪

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Kleine Kobra in der Schlucht - ich hätte sie nie ohne Warnung entdeckt

Leider müssen wir Eigeninitiative zeigen, um von Willy zu erfahren, was die Kobra so gefährlich macht bzw. wie sie ihr Gift einsetzt (sie spuckt das Gift und zielt dabei genau auf ein sehr empfindliches Organ – die Augen). Als Lars ihn dann fragt, wie nah er denn ran darf und Willy sagt "Du bist schon zu nahe". Denke ich mir - "Okay, ER ist der Guide, WIR die Touris - KANN ER NICHT BESCHEID GEBEN, SOBALD LARS SICH DEM TIER ZU SEHR NÄHERT?" . Ist ja gut, dass wir eigenverantwortlich sind, aber wenn ein Touri etwas offensichtlich Gefährliches macht, dann sollte unser Guide doch mal Bescheid sagen 😠 Als wir es dann auch noch selbst in die Hand nehmen müssen, die nächsten Besucher, die wir treffen, vor dem Tier zu warnen, schauen Lars und ich uns an und fragen uns wozu wir einen Guide engagiert haben...Schade, denn wir hätten gern mehr über Willy, den Hell´s Gate, die Schlucht und die Tiere erfahren, aber das war wohl nicht drin. Da wir auch alleine in der Lage gewesen wären, die Schlucht zu bewältigen, ärgern wir uns ein wenig.
Wir fahren Willy zum Tor, da wir den Rest des Parks alleine erkunden wollen. Willy bedankt sich noch einmal bei uns dafür, den Kids die Bälle geschenkt zu haben. Ich weiß nicht wirklich, ob es sinnvoll war, aber irgendwas wollte ich einfach tun.
Wir bleiben selbst noch eine Weile im Park. Einen kleinen Hügel hoch stellen wir unsere Old Lady ab und setzen uns aufs Dach – und genießen die Eindrücke. Ich entdecke sogar einen Sekretär - leider ist er aber zu weit weg für ein schönes Foto... Im Tal unter uns grasen Impalas 🤩

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Die ersten scheuen Impalas

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Ein Zebra treffen wir auch - ein sehr fotogenes 🙂

Später auf dem Buffalo Circuit sehen wir eine große Herde Büffel mit bestimmt 40 Tieren (ja für uns ist das eine große Herde). Leider machen die kein besonders freundliches Gesicht in die Kamera... Im Nachhinein wäre ich gern noch ein bisschen hier geblieben, um noch etwas zu Fuß weiterzulaufen...

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Ob´s daran liegt, dass Büffel so kurzsichtig sind oder sie einfach keinen Bock auf uns haben... Man weiß es nicht.

Unser Weg führt uns nun zum Ol Karia Gate, von wo wir uns nach Nakuru aufmachen wollen. Wir fahren einen Hügel rauf und den nächsten runter, einen Hügel raus und den nächsten runter - das Problem: Damit wir nicht zu schnell werden, gehts den Weg runter nur mit Fuß auf der Bremse. Nächstes Problem - die Bremse quietscht. Und sie quietscht nicht nur ein bisschen. Nein, sie quietscht ganz gewaltig. Irgendwann wird es schwer zu ertragen - noch ein Grund warum der Hell´s Gate seinen Namen verdient, schließlich quietschen unsere Bremsen hier wie die Hölle....
Teil 1011. Apr. 2015
In Nakuru wollen wir zum Kembu Camp etwas außerhalb. Der Plan ist uns in Nakuru mit Landrover-Safaris zu treffen, um noch ein paar klitzekleine Änderungen am Auto vornehmen lassen (Lars Anschnallgurt FUNKTIONIERT NICHT!!!!!!!) und die Bezahlung abzugeben. Der Highway ist horrormäßig 🤢 . Das Schlimmste sind gar nicht die schlechten Straßen, fehlende bis gar nicht vorhandene Markierungen, Schafe und Kühe am Rand, oder die verrückten Matatus – sondern der Gegenverkehr 🤨 .Der rast uns nämlich auf unserer Spur in einem Höllentempo entgegen und schert gefühlte 20 Meter vor unserem Auto wieder ein.

Wenn wir durch einen Ort fahren, warten schon jede Menge Verkäufer am Straßenrand und versuchen einfach alles zu verkaufen. Meistens sind es LKW-Fahrer, die einfach eine Flasche Wasser kaufen. Wir müssen anhalten, um den Weg zu finden, so ganz genau wissen wir nämlich doch nicht, ob wir es bis Nakuru schaffen. Am Straßenrand versuchen zwei Männer uns zu helfen und fragen, ob wir ihnen genug vertrauen, um sie mitzunehmen. In dem Fall würden sie uns den Weg zeigen. Die heraneilenden Frauen werden weggedrängt und jeder drängelt, um mal einen Blick auf unsere Karte zu werfen. Blöde Situation, aber wir danken ab. Kurz bevor wir – genauso unschlau wie vorher – weiterfahren, kommt dann doch noch eine der Frauen zum Zug und wirft an meinem Fenster einen Blick auf die Karte. Ich glaube nicht, dass sie überhaupt Englisch sprach. Wahrscheinlich ging es einfach nur darum, auch mal geguckt zu haben.

Nach einer holprigen Fahrt über eine kleine Straße kurz nach Nakuru, fahren wir nach Njoro und werden vom Guard am Tor auf die Kembu Ranch gelassen. Nach einem zweiten Tor landen wir schließlich in einem sattgrünen Garten, wo wir unser Dachzelt aufschlagen 😁 Ich schreibe noch Tagebuch und wir besorgen uns an der Bar was zu trinken. Unser zusammenfassender Rückblick der Begegnung mit Einheimischen: Männer, die gern helfen; Frauen, die gern helfen würden; startet bei hilfsbereit, geht bis übermotiviert und manchmal hat man das Gefühl das leitende Prinzip ist „Der weiße Mann hat Geld“ 🙁 . Dann ist der Tag vorbei – heute haben wir eine Menge gesehen und eine Menge gefühlt.
Gute Nacht!
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6. Tag, 29.09.2015:
Am nächsten Tag wachen wir im grünen Garten des Kembu Camps auf und ich schieße ein paar Fotos von den hübschen Vögelchen:

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Ja auf diesem Foto ist tatsächlich ein kleiner Piepmatz zu sehen - findet ihn einer?

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Ein Ibis stolziert gelassen durchs Camp...

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... in unserer Nähe will er aber doch lieber auf den Baum

Dann fahren wir zurück nach Nakuru zum Nakumatt. Wir wollen Boxen haben, um sie ans Smartphone anzuschließen – ein guter Urlaub braucht Musik 🙂 . In Nakuru bemerke ich auch das erste Mal, dass es wohl besser wäre mir knielange Hosen anzuziehen – jedenfalls würde mir das die total verwunderten Blicke ersparen. Darüber hatte ich nicht nachgedacht 🙁 . Anpassungspanne meinerseits...
Als wir zurückkommen, zieht Regen auf. Und es ist bereits dunkel. Ziemlich blöd, dass dann erst auffällt, dass ein Frontlicht nicht funktioniert – und zwar ausgerechnet an einer „Verkehrskontrolle“. Wir unterhalten uns mit dem Herrn in Tarnfarben und versprechen es zu reparieren. Der möchte allerdings gerne einen Kaffee von uns. Total verdutzt, denke ich „Woher sollen wir denn jetzt Kaffee bekommen?“ Lars manövriert uns geschickt aus der Situation, in dem er sagt, wir hätten nun keinen Kaffee dabei, aber der Polizist könnte doch zu uns auf die Campsite kommen und dort einen Kaffee bekommen. Schließlich können wir weiterfahren. Was sollte denn das?! 😮 Bestechung mit Kaffee? 🤨 Unglaublich…*Kopfschüttel*

Am Camp, das vorher alleine uns gehörte, ist eine große Gruppe Menschen eingetroffen. Es sind Engländer. Mit diesen verrückten Menschen verbringen wir den Abend und erzählen Geschichten. Sie haben doch tatsächlich Autos in Südafrika gemietet und fahren in 12 wöchiger Tour (!) bis Addis Abeba hoch. Von dort bringt eine zweite Gruppe die Autos wieder hinunter… Jetzt kommen sie gerade aus der Serengeti und beeindrucken mich mit einem Fernglas, das Videos abspielen kann – WAS?! Wirklich? WAU! 🤩 Diese Bilder – ich halte das Fernglas vor die Augen und sehe Löwen vor mir als wären sie echt und nicht digital – unglaublich… Wir sind begeistert von dieser Gruppe, essen gemeinsam und trinken ein, zwei Bier. Die netten Leutchen haben sogar Rotwein dabei und geben mir ein Schlückchen ab. Ich war nämlich zu geizig mir welchen zu kaufen und irgendwie liebe ich diesen Savannah Dry Cider – den irgendwer fatalerweise zum Pfingst-Braai mitgebracht hatte 🤪 , woraufhin ich eindeutig süchtig danach wurde… 😗
Da die Engländer unseren Platz geklaut haben, stellen wir uns etwas weiter oben hin. Heute war ein ruhiger Tag – Bis auf den Kaffee-Polizisten. 🤨
Gute Nacht!
Teil 1216. Apr. 2015
7. Tag, 30.092014:
Guten Morgen, wir sind immer noch im satgrünen Garten des Kembu Camps. Bei klarem Wetter kann ich sogar übers Rift schauen – herrlich 🙂 Heute passiert nicht viel. Wir wollen uns mit Landrover Safaris treffen, bzw. in einer E-Mail heißt es wir treffen Dennis. Dieser soll für uns alles in Ordnung bringen. In MEINER Vorstellung ist es natürlich so, dass wir zu denen in eine Werkstatt fahren. Ich betone MEINE und ich betone VORSTELLUNG. Denn so ist es nicht. Nachdem Dennis herausgefunden hat, dass wir nochmal zum Nakumatt müssen (eine unserer Musik-Boxen funktioniert nicht 😠 grrrrrrr), macht Lars mit ihm aus, dass wir uns dort auf dem PARKPLATZ treffen 🙄 . Dort soll dann das Auto repariert werden…. Aha.
Wir nutzen die Zeit bis zum Mittag um unsere Wäsche zum Waschen abzugeben und uns mit dem Besitzer der Kembu Ranch zu unterhalten. Der hat viele hilfreiche Tipps auf Lager. Wir erzählen ihm, dass wir zum Viktoriasee wollen. Da rät er uns kurzerhand ab und rät uns zu den Seen im Rift zu fahren – Bogoria oder Baringo. Er zeichnet uns eine Strecke ein, die wir danach weiterfahren können, die uns erstmal freilässt zum Viktoriasee zu fahren oder direkt in die Mara. Auch zum Amboseli und die Gegend um den Tsavo hat er einige Tipps parat.
Gegen frühen Mittag laufen wir so auf dem Camp rum (langsam wird mir langweilig, ich bin schließlich nicht nach Afrika geflogen, um mir das Kembu Camp aus nem 360 Grad Blickwinkel anzugucken 🤨 ) und treffen eine Horde einheimischer Kinder. Den Uniformen nach zu urteilen eine Schulklasse. Sie hören gar nicht auf freundlich zu winken und mit dem Finger auf uns zu zeigen. Gut, gehen wir doch mal rüber und sagen Hallo, irgendwie scheinen die ja nur darauf zu warten, dass wir rüberkommen. Kurzerhand wird also der Zaun bewältigt, der die Campsite von den Ländereien der Ranch abgrenzt und schwups, stehen wir mitten in der Horde Kinder. Ich bei den Mädels, Lars bei den Jungs. Verlegen bin ich dann doch etwas, was soll ich denn nu sagen 😊 ? Kein Problem, das nehmen mir die Mädels schon ab – unter großem Gekicher werde ich gefragt, wie ich heiße und woher ich komme. Meine Haare werden inspiziert, genauso wie meiner Haut und ganz besonders meine quietsch-bunter Brille. Schnell sind alle Berührungsängste vergessen und ich höre mich selber giggeln, als ginge ich wieder in die sechste Klasse 😗 . Die Mädels haben ganz viele Fragen, über mich, über Deutschland, wie ich Kenia sehe, ob es mir gefällt, über Lars natürlich auch. Also lasse ich es mir nicht nehmen – ich muss ihn wenigstens einmal rufen –nur damit er sich umdreht und das Gekichere sofort von Neuem beginnt…. Ein wenig unangenehm ist es mir schon so mitten in der Menge zu stehen. Ich scheine für die Mädchen etwas ganz Besonderes zu sein, doch eigentlich wäre es mir viel lieber, wenn sie aufhören würden mich so auf „einen Thron zu setzen“ und meine helle Haut und meine blonden Haare zu bewundern. Dafür kann ich doch nix 🤨 und ich will doch auch alle meine Fragen stellen.... Als die Lehrerin kommt und sagt, die Mädchen müssen mit dem Schulbus weiterfahren, nutze ich nochmal die Gelegenheit, um den Mädchen zu sagen, was ich am wichtigsten finde: So viel wie möglich im Leben zu lernen und mitzunehmen, in der Schule, im Leben, in Freundschaften. Lernen und Erfahrung sind alles – sie prägen unser Denken und unser Denken setzt unserem Leben seine Grenzen.
Gut, die Armen, müssen sich auch noch eine Standpauke von mir anhören und in dem Alter hat man doch gar nix dafür übrig. Zumindest bei uns in Deutschland ist das so. Vielleicht ist es hier anders? Egal, mir war es wichtig das zu sagen - vielleicht denkt ja eine von den Mädchen mal an unsere Begegnung zurück. Danach unterhalte ich mich noch mit dem Lehrer der Jungs über Gott und die Welt, er scheint vor allem an Politik interessiert – naja, nicht gerade mein Fachgebiet. Als auch die Jungs in den Bus müssen, verabschieden wir uns. Das war eine schöne Erfahrung. Die Kinder lachen und Lars und ich kriegen das Grinsen auch nicht mehr aus dem Gesicht.
Dann fahren wir nach Nakuru zum Nakumatt, um dort unser Auto reparieren zu lassen… Jetzt, hier in Deutschland, erscheint mir das ziemlich abwegig. Aber als wir noch in Kenia waren, passte es doch irgendwie ins Bild. Auf dem Supermarktparkplatz schließlich treffen wir Dennis. Schließlich stehen er, zwei kenianische Handwerker, eine kenianische Handwerkerin, Lars und obedn drein noch ich ums Auto herum und versuchen, alles in Schuss zu bringen. Faszinierender Weise ist es immer nur einer, der arbeitet und alle anderen gucken zu. Eine Tatsache, die wir noch öfter beobachten werden. Schade, dass ich davon kein Foto hab. Aber irgendwie wäre es doch unhöflich gewesen von dem ganzen Chaos auch noch fröhlich von allen Seiten Fotos zu machen….So wird also der Gurt vom Rücksitz kurzerhand abgeschraubt und nach vorne gebaut 🙁 ( das ist bestimmt nicht normgerecht 😄 )Der Seitenspiegel kann allerdings nicht repariert werden. Es fehlen die nötigen Schraubenschlüssel in der Handwerker-Tasche 😣 Leider fehlt auch der versprochene Kühlschrank 😣 😣 .
Dennis beteuert am nächsten Tag zu uns ins Camp zu kommen und ihn zu bringen. Dann wird auch der Seitenspiegel und das Licht repariert.Jaja, kennen wir schon. Also noch einen Tag Kembu Camp. Immerhin hat Lars nun einen Sicherheitsgurt, der es sogar tut. Licht, Seitenspiegel und Kühlscrank Fehlanzeige. Eine von Vier Reparaturen ereldigt innerhalb von zwei Tagen - besser als gar nix.... Langsam frage ich mich, ob ich mich darüber jetzt wirklich ärgern oder wundern soll, daran wie es ist und wie es morgen auch wieder laufen wird, wird es auch nix ändern. Slow Down in Afrika pur.... 😄 😠 🤢
Abends gibt’s dafür Gril-Süßkartoffeln – in Alufolie eingewickelt ans Feuer gelehnt und gegart schmecken die herrlich. Auch die gesalzene Butter dazu ist sehr lecker – in die hatten wir uns an der Bar des Camps verliebt und haben sie prompt nachgekauft =). Wir machen mit Dennis für den nächsten Tag aus, dass das Auto am Abend repariert werden soll, denn Morgen haben wir was vor…. 🙂
Fortsetzung folgt....
Teil 1316. Apr. 2015
8. Tag, 01.10.2014:
Heute stehen wir um 7 Uhr auf, frühstücken Müsli, Haferflocken und Kaffee, entdecken einen Papagei und entscheiden uns für eine neue Route. Ab zum Lake Baringo, dann nach Kakamega Forest, und über Kisumu in die Mara. Es ist ein herrlicher Morgen, wegen des Gegenlichts kann man aber leider die Berge des Rifts nicht sehen….

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Das Kembu Camp ganz für uns allein..

Heute allerdings führt uns unser Weg erstmal in den Lake Nakuru-National Park 🙂 . Der war zwar nicht eingeplant, aber wenn wir hier schon festsitzen, dann wollen wir doch auch was sehen. Endlich wieder Safari-Feeling 🤩 ! Das Main Gate finden wir von Nakuru aus ganz gut, dabei hilft uns u.a. der Reiseführer, weil das Navi ein wenig überfordert ist. Schon bevor wir das Tor passieren kurz nachdem wir aus Nakuru rausgefahren sind, finden wir die Tiere, von denen wir im Voraus die meisten Horrorstories gehört hatten: Paviane. Paviane am Straßenrand, Paviane auf Bäumen, Paviane, die direkt neben den Einheimischen sitzen. WIR finden das ganz toll, schließlich haben wir schon so viel von diesen Tieren gehört und bis jetzt nur ihre Silhouetten von gaaaaanz weit entfernt entdeckt. Außerdem liebt Lars Affen. Wir machen also schon bevor wir in den Park fahren unsere ersten Fotos 🙂 und stellen schnell fest – die Tiere sind überhaupt nicht scheu, ganz im Gegenteil: Schwups, da haben wir schon den ersten auf der Motorhaube sitzen 😄 . Das Innere des Autos wird sorgsam von dem kleinen Äffchen begutachtet – vielleicht lässt sich ja was finden, was man a) essen kann oder b) klauen kann, um damit Blödsinn anzustellen? 🤪

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Paviane überall....

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Ein Pavian auf unserer Motorhaube....

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...ein ziemlich niedlicher, kleiner sogar 🙂 ...

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.... der alles sorgsam unter die Luke nimmt. 😄

Als wir aussteigen werden wir neugierig beäugt. Gut, dass nur die kleinen Paviane rüberkommen, vor den großen hab ich nämlich echt Respekt, das sind ganz schöne Brocken…

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Kleiner Pavian gar nicht scheu... Im Hintergrund Lars' noch weiß gebliebene Statur 😄

Diese Affen hier scheinen aber nicht zu der besonders frechen Sorte zu gehören, vor der wir im Voraus gewarnt wurden – jedenfalls versuchen sie nicht unser Auto zu kapern…. Naja, für eine freche Affenattacke haben wir ja noch genug Zeit...
Wir fahren weiter zum Main Gate und bezahlen in den kleinen Häusschen davor den Eintritt - 80$ pro Kopf kostet uns ein Tag, plus 350KSh fürs Auto. Puh. 😐 Bezahlen können wir mit Kreditkarte, sodass das Geld auf die Safarikarte gebucht wird und wir am Tor durchfahren können.
Das Safarifeeling steigt, das Fernglas wird ausgepackt und diemal ist auch das Artenlexikon mit von der Partie - auf gehts! 😎
Teil 1416. Apr. 2015
Für mich ist es zunächst ein wenig schwierig mir hier Wildtiere vorzustellen – kommen wir doch gerade aus einer verrückten, lauten Stadt und sind umzäunt. Dem Reiseführer kann ich entnehmen, dass wir hier Chancen haben Flamingos anzutreffen, sowie Rohtschildgiraffen, verschiedene Antilopenarten und Büffel. Ein absolutes Highlight sind die Nashörner: Spitz- und Breitmaul. Hier steht auch, dass es Leoparden gibt und … Löwen. Das wäre natürlich ein Traum einen Löwen zu sehen…. UND ein Nashorn! Das wäre ein absoluter Glücksfall! So machen wir uns also auf die Pirsch.
Ich entdecke tatsächlich ein paar Flamingos, aber diese tummeln sich nicht im Lake Nakuru, sondern einem kleinen Tümpel nebenan…. Der liegt leider hinter einem kleinen Zaun und Büsche versperren die Sicht, sodass ich kein Foto kriege … Mein Versuche werden aber aufmerksam von einer Gruppe Wasserböcke beobachtet. Ich komme mir angestarrt vor… Eiegtnlich bin ICH doch zum Gucken hier… 😄

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Aufmerksame Wasserböcke...

Wir fahren in ein kleines Waldstück in Richtung Flusspferd Sammelstelle und begegnen wieder einer tobenden Meute Paviane – den kleinen beim Spielen zuzugucken macht ziemlich viel Spaß. Ich gehe voll und ganz im Fotografieren auf und kriege nicht mehr viel vom Drumherum mit. Dann kommt ein großes Männchen auf uns zu – wahrscheinlich der Big Boss der Gruppe. Er setzt sich erstmal hin und präsentiert sich in all seiner Pracht. So wie er da thront – mit seinen verschränkten Armen und der mächtigen Statur - muss ich an das alte Ägypten und den Gott Anubis denken. Auch wenn der Gott eigentlich mit einem Hunde- oder Schakalkopf dargestellt wird, erscheint es mir doch logisch, dass diese Paviane Anubispaviane heißen…

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Der Gott höchstpersönlich gewährt uns seine Gunst….


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Äffchen ring um uns herum

Und dann geschieht etwas, womit ich nun überhaupt nicht rechne. Der Pavian stellt sich auf, schaut einmal nach links...

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...schaut einmal nach rechts...

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– und schwups habe ich das riesen Vieh direkt vor meiner Frontscheibe sitzen! Man hat der Zähne! Der ist riesig! Aber tolles Fell hat er ja….

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Ganz schön groß und nahe der Affe....

Ich mache noch ein paar Fotos von den Äffchen, denn ich finde sie ultra niedlich. Besonders weil sie so aktiv sind, da macht´s richtig Spaß zuzusehen.

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Die Weiterfahrt ist eine einzige Entdeckungstour – von überall werden wir von mindestens einem Tier beobachtet –sei es ein Gazellenbock, ein Zebrahengst oder eine Giraffe. Wir treffen auf eine kleine Versammlung von Huftieren und werden schon von weitem beäugt.

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Ein aufmerksamer Beobachter....

Eine kleine Herde Impalas grast gemütlich im Grünen, aber auch hier werden wir von mindestens einem Tier beäugt.

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Eine Impala-Herde ganz nah 🙂

Die Zebrafolen tun es mir besonders an, ihr Fell sieht noch ganz flauschig aus und ihre Streifen sind noch gar nicht schwarz sondern braun! 🤩

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Gleich zwei Zebrafolen!
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Wir haben sehr viel Glück, den zwei Kleinen zu begegnen....
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... und das sie scheinbar gar nicht ängstlich sind!
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🤩 So flauschig und niedlich!
Teil 1516. Apr. 2015
Von unserer Begegnung mit den Zebras machen wir uns auf in Richtung Osten, wir wollen zum Lion Hill Aussichtspunkt ( in meiner Naivität bin ich der Überzeugung, wenn es "Lion Hill" heißt, wird es dort wohl auch Löwen geben 😊 ). Da wir keinerlei Erfahrung damit haben, wo sich welche Tiere gerne aufhalten suchen wir überall. Und damit meine ich ÜBERALL. Jede Strecke wird im Schneckentempo gefahren und unter jedem Busch geschaut, ob wir vielleicht einen Löwen finden. Jede Antilope sieht von weitem für uns aus wie ein Löwe und jeden zweiten Büffel halten wir für ein Rhino 🤨 .Gut, wenn wir nahe genug rankommen, sehen wir unsere Fehler dann doch ein. Leider muss ich dabei feststellen, dass unser Fernglas nicht gerade das Beste ist, wirklich helfen Tiere zu identifizieren tut es nämlich nicht. Am Lion Hill View Point ist es nicht sonderlich aufregend. Wir haben eine schöne Aussicht, können uns ein wenig die Beine vertreten, aber Löwen? Fehlanzeige.

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Lion Hill View Point. Nur weil´s so heißt, gibts hier noch lange keine Löwen 🙁

Nun wenden wir uns nach Süden und fahren durch eine von Savanne geprägte Landschaft. Wir kommen an einer Büffel-Herde vorbei, die in einem Wasserloch Siesta hält und entdecken genau Null Rhinos.

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Büffel Siesta im Wassermatsch

Dann entdecke ich einen Vogelstrauß und freue mich riesig! Was für einen langen Hals er hat! Das sind ja mächtig große Vögel. Dann entdeckt Lars sogar, dass neben ihm etwas liegt, was nach einem Ei aussieht! Wow, wahrscheinlich brütet der Vogel! Toll 🙂 wir haben unseren ersten wilden Vogelstrauß gesehen!

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Vogelstrauß im hohen Gras

Wir treffen erneut eine Herde Impalas und entdecken, wie erstaunlich gut Giraffen an das Leben hier in der Savanne angepasst sind und wieso sie immer die saftigsten Blätter abkriegen:

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Leider ein bisschen unscharf…. Die perfekten Einstellungen habe ich noch nicht raus...

Dann wagen wir uns in den Acacia Forest südlich des Sees und finden uns auf einmal in einem grünen Meer aus Büschen und Bäumen wieder. Im Gegensatz zu der trockenen, ockerfarbenen Savanne ist es hier saftig grün und erstaunlich kräftig in allen Farben. Ein erstaunlicher Landschaftswechsel 🙂. An der ersten überschwemmten Stelle zwinge ich Lars auszusteigen bevor wir durchfahren – dabei schafft unser Defender das locker 😎 . Wir sind also weiter auf der Suche nach Großkatzen, so richtig wird es aber nichts. Irgendwie finde ich mich auch trotz Karte des Parks nicht so richtig zurecht, fahren wir gerade in den Süden oder in den Norden und welcher Weg ist das nun – der näher am See oder weiter weg? 😣 Irgendwie klappt das nicht so gut. Schließlich haben wir fein säuberlich unter jedem Busch nachgeguckt: Kein Löwe da. Noch weniger ein Rhino. Wir haben eine erstaunliche Ausbeute an Tiersichtungen gemacht, nämlich gar keine…. Puh. 😐 Nun nehmen wir doch lieber den Lake Cicuit, der um den See herumführt.
Wir fahren weiter und spähen durch die Bäume in Richtung Tiersammelplatz bei den kleinen Wasserstellen und Moment – könnten das Rhinos sein? Könnten das wirklich Rhinos sein? Große graue Wesen, die das weit in der Ferne zu identifizieren sind? Diesmal hilft das Fernglas ein wenig und sagt: Ja wir haben Rhinos gefunden! 😄 Stolz sind wir ja jetzt schon ein bisschen, aber ein Problem bleibt: Wie kommen wir in Fotonähe? 🙄

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Unsere ersten Nashörner! Die großen grauen da ganz hinten…. Jaaa sie sind ein bisschen weit weg, aber was macht das schon? Es sind Nashörner!

Wir beschließen am nächstmöglichen Punkt links abzubiegen, um näher an die Nashörner ranzukommen. Die Landschaft hier ist einmalig schön, völlig abwechslungsreich. Wasser, Sand, Steppengras und Akazienwälder wechseln sich ab.

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Auch die Landschaft ist ein Foto wert...

Wir fahren auf einem Straßenabschnitt bei dem auf der Karte steht, es müsse gleich eine Brücke kommen. Es kommt aber keine. Wir sind noch verwirrter als vorher. (Im Nachhinein glaube ich, da auf beiden Seiten der Straße irgendwie Wasser war, war es eine Art Brücke. Nur irgendwie sah sie nicht aus wie eine…) Dafür kommen wir sehr nah an die Tiere heran, die sich hier versammelt haben und die herrliche Motive vor der wunderschönen Landschaft bieten.

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Eine Herde Impalas steht stramm. Ich kann nicht erkennen wieso. Es sind erstaunlich viele Böcke vorhanden.

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Wir werden mal wieder beäugt….

Und ich entdecke sogar zwei Königskraniche, leider etwas weit weg...
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Wir sind nun genau auf der gegenüberliegenden Stelle angekommen, von der wir hofften einen prima Blick auf die Rhinos zu haben. Leider wird der uns verwehrt, die Tiere sind immer noch zu weit entfernt. Aber wenigstens kriege ich noch einen Büffel mit Gesellschaft aufs Bild.

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Im Vordergrund: Büffel mit Begleitung. Im Hintergrund: Die zwei Nashörner, an die wir einfach nicht rankommen 🙁

Wir geben´s auf. Unser Zoom schafft die Entfernung einfach nicht. Es bleibt uns ja immer noch die Löwenjagd 🙂
Teil 1616. Apr. 2015
Nun fahren wir wieder durch die lichten Wälder am See entlang. Wir begegnen einer Rothschildgiraffe. Sie starrt uns an. Wir gucken zurück. Mit der festen Überzeugung dieses Duell gewinnen zu können, schauen wir sie die gesamte Zeit an. Schließlich geben wir auf. Glotzduelle gewinnen Giraffen einfach. 😄

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Wer guckt länger? Giraffe gewinnt.

Als wir dann auch noch an eine Stelle kommen, an der der Schotterweg neu aufgeschüttet wird, verlieren wir endgültig die Hoffnung. „Hier gibt’s keine Löwen, Nora. Die buddeln doch hier,“ sagt Lars zu mir. So richtig wachsam sieht der beistehende Ranger mit seinem Gewehr auch nicht aus. Scheinbar kein gefährliches Terrain, in dem wir uns befinden. Wir quälen unsere Old Lady also über den frisch aufgeschütteten Schotter. Doch kaum verlassen wir das grüne Blätterdach entdecke ich eine Bewegung vor uns auf dem Weg. Ich zeige aufgeregt drauf und fange an zu gestikulieren, denn Lars sieht vor uns auf dem Weg überhaupt nichts. „Aber guck doch mal genau hin, dort siehst du sie denn nicht? Da vor uns auf dem Weg! Löwin, Lars. Eine Löwin!“ Sie trottet so den Weg entlang und bewegt sich dann langsam ins hohe Gras. Ich bin völlig aus dem Häusschen – ein Wunder, dass ich die Kamera noch gehalten kriege und weiterhin weiß, wie atmen funktioniert!

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Löwin voraus! 🤪

Nun bleiben wir vorsichtig stehen, um sie zu bewundern. Ich weiß überhaupt nicht wie ich mich verhalten soll. Eine Löwin. Das ich sowas sehen darf. Als Neulinge haben wir keine Erfahrung und bleiben erst einmal ganz ruhig. Für mich ist es ein großartiger Moment. Ich beobachte einen Löwen in freier Wildbahn zum allerersten Mal in meinem Leben.
Die Löwin schaut uns einmal an und nimmt dann nicht weiter Notiz von uns.

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Dann setzt sie sich kurz und schaut auf den See. Als sie wieder aufsteht, fällt mir langsam auf, dass das Tier Ansätze einer Mähne zeigt. Es hat auch ziemlich dunkles Fell hat und sieht recht dürr aus. Vielleicht ist es doch ein männliches Jungtier. Das erscheint mir wahrscheinlicher.

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Den Ansätzen der Mähne nach zu urteilen wahrscheinlich doch eher ein männlicher Löwe...

Dann legt er sich im hohen Gras hin und entzieht sich so unseren Blicken. So wie er da liegt, sieht er aus wie ein kleines Häufchen Elend. Mich macht das traurig. Schließlich sieht er nicht wirklich gut genährt aus.

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Im hohen Gras kaum zu erahnen...

So bleibt er nun auch liegen und wir fahren weiter. Da kommt mir der Gedanke - von wegen „hier gibt’s keine Löwen“... Erste Lektion gelernt: Nur weil du ihn nicht siehst, ist er noch lange nicht weg. Als wir wieder zum Lake Circuit um den See herum kommen, sind wir umso wachsamer und wollen unbedingt mehr Tiere sehen, z.B. ein großes Löwenmännchen mit richtig viel Mähne. Soviel Glück werden wir nicht mehr haben.
Schließlich treffen wir wieder etwas aktivere Gesellen: Meerkatzen! Sie laufen gerade die Straße entlang. Wir bleiben stehen, warten ab und werden neugierig beäugt.

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Gibt’s bei euch was für mich?

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Mist, das Ding klemmt, wieso funktioniert denn diese verdammte Schaukel heute nicht?

Dann kommen die größeren Gesellen (Paviane) dazu und verscheuchen die kleinen. Die Paviane scheinen allerdings gemeinsam mit Impalas unterwegs zu sein. Vielleicht nur ein Zufall? Oder profitieren sie gegenseitig von ihrer Wachsamkeit?

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Paviane mit Impalas im Schlepptau. Sie machen ziemlich den Anschein zusammen auf Durchreise zu sein...

Wir kommen am alten Main Gate vorbei, das nun unter Wasser steht. Auch der Wasserpegel des Lake Nakuru ist offensichtlich um einige Meter angestiegen.

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Unter Wasser stehende, abgestorbene Bäume.

Hier in der Region gibt es jede Menge Impalas. Und wir begegnen einem seltsam neugierigen Zebra, das direkt neben unserem Auto stehen bleibt und uns anguckt….

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Neugieriges Zebra, das sich aber noch zurückhält. So wie es mich anguckt erübrigt sich für mich allerdings die Diskussion, ob Tiere ein Bewusstsein haben können.

„Wo so viele Huftiere sind, muss es doch auch Löwen geben“ denken wir. Auch Kadaver finden wir und einen hübschen Felsen, den man als Löwe gut als Aussichtspunkt nehmen könnte. Aber Löwen selbst sehen wir nicht. Dafür entdecken wir zwei spielende Schakale, die aber einfach nicht in Fotoposition bleiben wollen. Sie spielen halt.
Dann entdecke ich Perlhühner mit ihrem schönen blauen Gefieder. Ich will ein Foto machen, doch Lars will einfach weiterfahren. Wieso denn bloß? „Nora, das sin nur Hühner….“. „Ja und? Auch ein Huhn hat das Recht fotografiert zu werden!“ antworte ich ihm und mache ein Foto. Besonders gut wird es nicht, Lars möchte gern eine Pause machen uns was Essen. Gut, er fährt ja auch schon den ganzen Tag…
Teil 1716. Apr. 2015
Am Baboon-Cliff finden wir den Pciknick-Platz. Wir packen unseren Gaskocher und zwei Stühle raus und essen Yumyum-Suppe 🙂 . Vorsichtshalber nehme ich die Steinschleuder mit. Es kommen zwei Asiatinnen mit einem Driverguide vorbei, der – kaum ist er aus dem Auto gestiegen – die Paviane verjagt. Die ältere der beiden Asiatinnen fragt uns, was wir hier machen. Wir erklären ihr, dass wir gerade essen. Sie fragt uns, wie das geht. „Naja, wir stellen einen Topf mit Wasser auf den Gaskocher und tun Tütensuppe rein…“ Die Frau fängt dann auch noch an uns zu fotografieren und ist dabei völlig aus dem Häusschen. Ich frage mich, wieso bloß? 🤨 Im Speziellen mich fotografiert sie gern. Ein wenig doof komme ich mir ja jetzt schon vor, besonders da wir mit immer mehr Frage gelöchert werden und offensichtlich wird, das wir für diese Touristin eine absolute, exotische Attraktion darstellen. Ob manche Einheimische sich auch so fühlen wie ich mich gerade, wenn Touristen sie belagern? 😣
Die Paviane hingegen verhalten sich ruhig. Ein Großer, der uns schon seit längerem beäugt, wartet brav bis wir unsere Sachen weggeräumt haben. Kaum gehen wir weg, schnappt er sich alles was unabsichtlich liegen geblieben ist. So schlimm sind die Affen doch gar nicht! Unser Zelt ist noch ganz, unsere Haare noch dran und keiner hat's geschafft ins Auto zu klettern. Wir genießen noch die wunderschöne Aussicht vom Cliff und lassen uns von den Affen nicht ärgern.

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Eine wunderschöne Aussicht zum Genießen...

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... das denken sich die Paviane auch 🙂

Der Guide der asiatischen Frau hatte uns netterweise noch einen Tipp gegeben, wo wir noch ein Nashorn sehen könnten. Wir müssen eigentlich nur wieder vom Cliff runter und ans Wasser. Wir wollen es noch versuchen, bevor der Park schließt. Wir haben zwar schon späten Nachmittag, aber noch lange nicht 18 Uhr. Am Wasser schließlich ist der Weg ziemlich überflutet und die Büffel sind übellaunig. Einer schnaubt mich herausfordernd an. Lars ist Gott sei Dank in dem Moment schon weg, in dem der Büffel aufgestanden ist.
Dann ist die Straße vollkommen überflutet und wir können nicht weiterfahren. Außerdem wird es schon recht dunkel und der Himmel zieht sich immer weiter zu. Also beschießen wir heimwärts zu fahren.

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Alles unter Wasser...

Auf dem Weg zum Gate treffen wir dann eine große Herde Büffel mit Jungtieren. Einer liegt in einer Pfütze am Wegrand. Irgendwie sieht es nicht nach einem Schlammbad aus und mir kommt der grobe Gedanke, dass der junge Löwe heute Nacht vielleicht doch noch eine ordentliche Mahlzeit bekommt. Ein Foto machen mag ich nicht.
Wieder zurück im Kembu Camp planen wir unsere nächste Strecke – der Tag hat uns so viel Spaß gemacht – wir wollen unbedingt mehr! Wir sind uns einig, dass wir viele tolle Tiere gesehen haben und uns die Pirschfahrten viel Spaß machen. Müde und erschöpft sind wir auch, wir haben unser Eintrittsticket in den Lake Nakuru National Park gut ausgeschöpft…. Morgen verlassen wir dann das Kembu Camp 🙂. Gute Nacht.
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02.10.2014 – Auf zum Lake Baringo:

Wir stehen um 7 Uhr auf und siehe da, heute klappt es tatsächlich: Licht, Seitenspiegel werden repariert und sogar unser Kühlschrank ist vorhanden. 🙂 Wir fahren relativ früh los – unser nächstes Ziel ist das Robert's Camp am Lake Baringo. Die Landschaft ist schön, das fahren dank relativ gut geteerter Straßen (nicht wegen der Teerung sondern eher wegen des Mangels an Schlaglöchern) angenehm.
Am Straßenrand winkt uns ein Polizeibeamter. Ob wieder etwas mit unserem Wagen nicht stimmt? Wir halten an. Nein alles okay mit unserem Wagen. Er will nur quatschen, und nun da wir Freunde sind – so stellt er fest – können wir ihm doch von Zuhause einen Laptop schicken. Ähm ja. Wir versuchen uns in Ausreden, dass wir ja nicht jedem etwas aus Deutschland schicken können. Am Ende hilft nur Beharrlichkeit. Er kriegt keinen Laptop von uns (d.h. auch kein Geld) und wir bleiben einfach so lange nett und freundlich, bis wir eine Gelegenheit zum Weiterfahren wittern. Langsam nerven die Polizisten.
Nun wird die Gegend trockener und am Straßenrand sind riesige Felder von Aloe-Artigen Pflanzen zu sehen. Wir halten an und fragen nach, aber leider kann uns niemand den geläufigen Namen der Pflanzen sagen.

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Riesige geheimnisvolle aloeartige Pflanzen (Später erfahre ich irgendwie, dass es sich um Sisal-Agaven handelt, aus denen Sisal-Fasern für Taue, Garn usw hergestellt werden).

Als wir ein Äquatorschild entdecken, wollen wir unbedingt stehen bleiben. Eine nette Afrikanerin macht ein Foto von uns.

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Was wir nicht bemerken: Rund um die Schilder steht ein U-förmiger Häuserblock und in der Mitte vom Platz ein Haufen afrikanischer Verkäufer. Kaum sind wir fertig mit dem fotografieren, kommt der ganze Pulk auf uns zu geschossen – eine Hälfte auf mich, die andere auf Lars 😵 . Direkt vor meiner Nase werden mir Ketten, Ohrringe, Aschenbecher, Tücher und Holzfiguren dargeboten, vor lauter Händen sehe ich gar nix mehr. Der einzige Ausweg: Versprechen, dass wir in jedem Shop einmal gucken kommen. 😮 Das tun wir. Wir suchen uns auch ein paar Sachen aus und handeln einen Preis aus, den wir gerne bezahlen und als fair erachten. Leider ist die wunderschöne Holzantilope, die ich gern haben würde, doch zu teuer, denn viel Bares haben wir nicht dabei. Wir fahren völlig pleite weiter. Je weiter wir nach Norden kommen, desto trockener wird es. Die Landschaft erinnert mich eher an die Bilder, die ich von Australien kenne. Ziegen lösen Schafe ab, es ist kaum jemand mehr am Straßenrand unterwegs. Kleine Häuschen mit trockenem Land reihen sich aneinander.


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Straße ins Nirgendwo...

Aber auch der Umstand, dass die Straße gut ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser Diesel zur Neige geht. Wir kommen an eingetrockneten Flüssen und Termitenhügeln vorbei.

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Wir fahren über Flussbetten hinweg....

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... und über ausgetrocknete Flussbetten...

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Und sehen die ersten Termitenhügel 🙂

Hier langzufahren ist wirklich toll. Bis auf den zu Neige gehenden Sprit. So langsam ertappe ich mich dabei immer wieder einen Blick auf die Tanknadel zu werfen. Die Gegend hier macht ganz und gar nicht den Eindruck als gäbe es hier überhaupt irgendeine Tankstelle. Wir treffen ein wenig später eine Frau, die uns erklärt in Marigat gäbe es eine Tankstelle. Bei einer winkende Schar Kinder halten wir nochmal an und grüßen. Wir fahren also bis Marigat und siehe da – eine Tankstelle! Nur hat die leider keinen Sprit mehr. 😣 Aber Marigat hat tatsächlich noch eine Tankstelle. Nur nimmt die keine Kreditkarte. 😕 Und wo war nochmal unser Bares? Genau – bei den Verkäuferinnen am Äquator.... 😣 Aber tatsächlich hat Marigat sogar einen ATM. Puh... Glück gehabt.... So bekommen wir Sprit und Geld und alles ist gut. 🙂 Am Parkplatz vor dem ATM lernen wir Edward kennen, der uns mit tausend Fragen zu Deutschland bestürmt. Wir unterhalten uns über längere Zeit. Lars gibt ihm unsere Handynummer, vielleicht kann er uns das eine oder andere zeigen.
Heute ist auch Markt. Allerdings schauen uns die traditionell gekleideten Einheimischen eher feindselig an. 😐 Mit ihrer roten Kleidung und dem Federschmuck wirken sie beeindruckend. Ich denke, es handelt sich um Samburu. Insgesamt macht die ganze Gegend den Eindruck als wären hier kaum Touristen oder überhaupt Weiße zu sehen. Wir fahren weiter, leider auf einer immer schlechteren „Straße“, die eigentlich nur noch aus Schlaglöchern und nicht mehr aus Teer besteht. 🤢
Am Straßenrand begegnet wir Kindern, die mit schriller Stimme etwas rufen, wenn wir vorbeifahren. Zuerst verstehen wir es nicht recht und grüßen. Die Erwachsenen freuen sich über jeden Gruß, aber dass die Kinder so schrill schreien ist komisch. Irgendwann fahren wir langsamer an einer Kindergruppe vorbei, um zu hören, was sie rufen – „Sweeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeets!“ Lars und ich gucken uns an – und verstehen die Welt nicht mehr. Süßigkeiten? Noch dazu kommt, dass das Gekreische immer schlimmer wird, desto weiter wir fahren. 🙁 Lars nimmt das ganz schön mit und er ist enttäuscht, dass die Kinder uns so anbrüllen, um etwas von uns zu bekommen. Wir wurden vorher doch auch immer freundlich empfangen… 😕 Wir reden ein wenig darüber, woher das kommen könnte, dass die Kinder so darauf gepolt sind von Weißen etwas zu bekommen. Seien das Süßigkeiten oder Geld. Ob Besucher so oft etwas mitbringen, dass die Einheimischen davon ausgehen, dass das normal ist? Oder ob wir in ihren Augen einfach sehr, sehr reich sind? Vielleicht versucht auch einfach jeder etwas vom Kuchen abzubekommen... Was uns schockiert: Selbst die Allerkleinsten brüllen mit, vielleicht gerade mal 4 oder 5 Jahre alt. Ob die sich das von den älteren abgucken? Traurig macht uns das Ganze schon. Nicht wegen uns, ich kann das aushalten, aber wegen der Kinder tut es mir Leid. Jedenfalls werden wir hier nicht mehr mit „How are you“, sondern überall mit „Sweeeets“ begrüßt 🙁 Uns geht das Ganz ziemlich nahe und wir grübeln ziemlich lange darüber.

Schließlich müssen wir an der Zufahrt zum Lake Baringo einen kleinen Betrag von 200 Ksh pP plus 100 Ksh fürs Auto bezahlen, um weiterfahren zu dürfen. Die Beträge sind einmlig und nicht pro Tag. Einer der Guards heißt Sam und bietet Bootstouren an - schnell die Handynummer mitgenommen (Handys haben die ja alle) und weitergefahren.
Teil 1916. Apr. 2015
Robert´s Camp - Lake Baringo

Nach einer sehr einsamen, holprigen Piste kommen wir im Robert's Camp an – als einzige Gäste. 🙂 Wir dürfen uns einen Platz aussuchen. Wir nehmen die Wiese neben der Bar nur ein paar Meter vom Ufer entfernt. Es ist traumhaft. Eine Wüstenrose blüht, die Bar ist schön, wir werden freundlich empfangen von den Verwaltern, die kaum älter sind als wir.

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Wüstenrose
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Wüstenrose in Blühte

Wir entschließen uns hier zu essen. Als wir einchecken, werden wir aufgeklärt, dass im See Krokodile und Nilpferde leben und letztere auch auf das Grundstück kommen. Wir müssen eine Erklärung unterschreiben, dass wir das verstanden haben und das Camp nicht für etwaige Unfälle und Verletzungen verantwortlich machen können. Denn im Gegensatz zum Lake Naivasha gibt es hier keinen Zaun. Wir fragen, wie wir uns den Flusspferden gegenüber verhalten sollen 1. Komme nicht zwischen es uns das Wasser, denn das Wasser ist sein Schutzbereich. 2. Es flieht vor Licht (meist ins Wasser).
Auch das Robert´s Camp ist von der Überflutung des Lake Baringo betroffen, viele ihrer Gebäude und der Häuser ringsum sind überschwemmt.

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Überschwemmte Gebäude im Lake Baringo

Die Atmosphäre ist sehr familiär. Das Essen wird für alle zur gleichen Zeit serviert. Die Köchin ist für mich eine typische „African Mama“ – groß, füllig, laut und sie lacht herzlich – einfach toll! 🙂 Wir sitzen in der offenen Bar, keine zwei Meter vom Ufer entfernt und hören die Hippos lachen – wahnsinnig schön. Nach dem Essen, sobald es dunkel wird, machen wir uns bewaffnet mit einer Taschenlampe auf die Suche nach den Tieren. Wir entdecken kleine glühende Augen im Wasser – Krokodile. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, so das Ufer entlangzugehen und zu wissen, dass Krokodile und Flusspferde im Wasser leben.

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Long-tailed Cormorant

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Das Ufer des Lake Baringo mit seiner ganz besonderen Atmosphäre

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Die Nester der Webervögel


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Das ganz besondere Gefühl am Wasser voller Krokodile entlang zu gehen.

Ich schaue sehr genau, wo ich hingehe und was um mich herum ist. Wir sehen etwas weiter weg eine Hippofamilie beim Grasen. Zwei große Tiere und mindestens ein kleines. Nah ran traue ich mich nicht. Ich will sie auch nicht stören, sie scheinen mir so friedlich. Fotografieren tue ich nicht, dazu bräuchte ich Blitz und ich will die Tiere nicht erschrecken...
Als wir uns auf den Rückweg machen kommt plötzlich ein tropischer Regenguss herunter. Auf dem kurzen Weg zwischen Bar und Auto werden wir plitschnass. 😄 Ein verrückter Tag war das mit den eifrigen Business-Verkäuferinnen am Äquator und den Kindern, die uns um "Süßigkeiten" anbetteln...
Im Laufe der Nacht werde ich immer wieder wach – vom Regen, der aufs Dachzelt prasselt und den Hippos, die die Wiese unter uns abgrasen und laut auf ihre eigentümliche Art und Weise lachen.

Vor unserem Zeltplatz sitzt derweil ein einsamer Hornvogel und schaut auf den See...
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Teil 2016. Apr. 2015
03.10.2014 - Lake Baringo

Wir stehen um 6 Uhr auf und kommen so in den Genuss des afrikanischen Sonnenaufgangs über dem See.
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Das Klima ist hier ganz anders als in Nakuru. Wir sind nur noch auf 900 Metern über dem Meeresspiegel, in Nakuru waren es 1700 Meter. Dementsprechend ist es hier heißer und auch schwüler. Wir bekommen Besuch von dem afrikanischen Hornschnabel, der sich schon gestern Abend im Geäst gezeigt hatte.

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Ein neugieriger Geselle: Von Der Decken's Hornbill

Wir fahren mit Sam (oder auch Captain Sam wie er sich nennt) raus auf den See. Er und sein Begleiter erklären uns, dass der See (genau wie die anderen Seen im Rift) über die Ufer getreten ist. Wir fahren an den überschwemmten Gebäuden vorbei und entdecken unsere direkten Nachbarn: Die Flusspferdfamilie! Wie schon am Lake Naivasha ist es beeindruckend die Tiere zu sehen. Im Zoo wirken sie so gelangweilt, plump und eher faul. Hier bewegen sie sich mit außergewöhnlicher Eleganz. Sie schwimmen direkt an den Gebäuden des Camps – im Hintergrund sieht man eins der Bungalows, die auch momentan in Betrieb sind. Es macht ein wenig den Eindruck, als erobere die Natur diese Gegend wieder zurück…

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Unsere Nachbarn 🙂
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Flusspferd Sammelstelle direkt vor den ehemaligen Gebäuden des Camps.

Unsere beiden Captains erweisen sich als Vogelkenner und zeigen mir jedes Exemplar, das sie finden können.

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Great White Egret – Ganz ehrlich, den Namen finde ich enttäuschend „Großer weißer Reiher“… Tse...

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Seelandschaft

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Zwei einsame Palmen mitten im See

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Wildnis Baringo

Wir entdecken die ersten Krokodile – gut getarnt liegen sie mit geöffnetem Maul am Ufer und sind etwa so groß wie ich (also 1,50 Meter). Allerdings liegen sie direkt neben den Gebäuden!

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Die ersten Krokodile, von denen wir mehr sehen als nur Augen...

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... zum Glück sind die recht klein. 😊
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Der See ist unbeschreiblich schön, eine riesige Wildnis. Drumherum erkenne ich kein einziges Dorf bis auf das, aus dem wir gerade kommen. Das ist noch einmal was ganz anderes als der Lake Naivasha. Wir gehen auf Bird Watching Tour. Ich glaube, Lars begeistert das nicht so sehr, aber ich bin hin und weg und versuche jeden Vogel mit meiner Kamera einzufangen 🙂
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