ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #1
Hallo zusammen
Bin gerade an meinem Fotobuch von unserer letzten Reise durch Tansania und Kenia. Nun hab ich Bilder von zwei unterschiedlichen Sorten Kuhantilopen und weiss nicht, wie sie genau heissen. Habe schon gegoogelt, aber ganz schlau bin ich immer noch nicht. Kann mir jemand helfen 😘 ?
La Leona2'779 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #2
hallo Erika, beim 2. Bild das vordere Tier ist in meiner Meinung ein Cokes Hartebeest (alcelaphus buselaphus) und weil sowohl Weibchen wie Männchen Hörner tragen ist es etwas schwierig auszumachen ob es W oder M ist. Ebenso sind sie sich in der Grösse nicht sehr unterschiedlich.
Im ersten Bild ist es ein Topi (Damaliscus lunatus), auch hier sind W und M gehörnt.
liebe Grüsse
Gruss Leona
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200909. Apr. 2014 · #3
Hallo Erika,
die dunklere Antilope oben ist eine Tsessebe und wird auch auch Leierantilope gennant (wegen den Leier- bzw. Lyra-förmigen Hörnern). Verwand ist diese mit dem Hartebeest (bzw. "der "Kuhantilope).
Die Tsessebe ist die schnellst Antilope die es gibt.
LG, Otjikoko
Chrigu7'272 Beiträge · seit 200609. Apr. 2014 · #4
Hallo Erika
ich bin der Meinung dass es oben ein Tsesebe (Leierantilope) und unten eine Kongoni Kuhantilope ist. Ergänzung: Kongoni und Cokes Hartebeest ist übrigens das gleiche.
Herzliche Grüsse Chrigu
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La Leona2'779 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #5
Ergänzung: Topi, Tsessebe und Leirantilope = damaliscus lunatus
liebe Grüsse
Gruss Leona
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200909. Apr. 2014 · #6
Hallo Erika,
die hellen sind Cokes Hartbeest/Kongonis. Das andere sind meiner Meinung nach Topis (Damaliscus korrigum jimela), denn das Verbreitungsgebiet der Tsessebe soll sich lt. Wikipedia auf Angola, Sambia, Namibia, Botswana, Simbabwe, Swaziland und Südafrika beschränken. Keine Ahnung, ob das tatsächlich stimmt. Mein Tierbestimmungsbuch Ostafrika liegt noch bei Lisolus! Ich nehme mal an, dass du die in Tansania oder Kenia gesehen hast.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Nenette1'309 Beiträge · seit 200909. Apr. 2014 · #7
Hallo Erika, ich stimme Marina wegen dem Topi zu. Ich habe auch von unseren Guides gelernt, dass ein Topi und ein Tsessebe nicht die gleiche Leierantilopenart sind. Die einen (Topis) leben im östlichen Afrika, die anderen im südlichen. Viele Grüße, Nenette
La Leona2'779 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #9
Nenette, das ist ja interessant, ich war nämlich grad überrascht als ich Topi und Tsessebe in meinen Büchern nachgeschalgen habe und beide damaliscus lunatos sein sollen.
Quellen: Säugetiere des Südlichen Afrikas v. Robin Frandsen S.151 Leierantilope/tsessebe = damaliscus lunatos Wildlife of East Africa by Martin B. Whiters / David Hosking p. 182 Topi = damaliscus lunatos
Die Klassifizierung der Antilopen macht gerne Kopfzerbrechen, da sie ständig umgruppiert und umbenannt werden. Der Link ist uebrigens super und verdeutlicht mal wieder, wie verwirrend die umgangssprachlichen Namen sind. Der wissenschaftliche Name Damaliscus lunatus topi verweist auf dasjenige an der Küste, während das Damaliscus lunatus jimela, das man auf Safaris in Kenia und Tansania wohl am häufigsten zu Gesicht bekommt, ebenfalls Topi genannt wird.
Die Topis haben die Angewohnheit vor allem über Mittag auf leichten Erhöhungen, wie Termitenhügeln zu stehen. Es wurde mal geglaubt, dass dies der Markierung des Territoriums diente, wurde aber wiederlegt, da sich auch nicht territoriale Bullen da oben hinstellen. Topi und Tsessebee (SA) gelten als die schnellsten Antilopen.
Das Bild ist noch mit der altertümlichen Papierfoto Methode entstanden. Topis ziehen und gelegentlich können in der Masai Mara sehr grosse Herden angetroffen werden. Meist sind sie aber in kleineren Gruppen, wobei während der Paarungszeit der Chefbulle die anderen Männchen heftigst verjagt.
Die Gruppe der Kuhantilopen auch je nach Author verschiedene Unterarten. In Kenia wird hautpsächlich das Coke’s / Kongoni angetroffen. Das Bild ist aus der Masai Mara.
Die langgezogenen Köpfe, mit hoch angesetzten Augen ermöglichen es ihnen, Raubtiere über das hohe Gras beim Fressen, zu entdecken. Sie leben ebenfalls in kleineren Gruppen und meist trifft man ein paar Weibchen mit deren Jungen an.
Die Jungen von beiden Arten sind wie die Rehe Ablieger. Das heisst, die geruchlosen Jungen verbergen sich und kommen nur raus, wenn die Mutter aus einer Entfernung (um keine Geruchsspur zu legen) es zum säugen ruft. Wenn sie sicherer auf den Beinen sind, gesellen sie sich zur Gruppe.
Reist man ins Ol Pejeta Schutzgebiet oder in den Ruma Nationalpark trifft man auf ackson’s Kuhantilope (Alcelaphus buselaphus jacksoni). Das Bild ist aus dem Ruma Nationalpark.
Gefährdet ist in Kenia die ursprünglich nur am Tanafluss vorkommende Hirola Antilope (Beatragus hunteri früher Damaliscus hunteri). Einige Individuen sind zu derem Schutz im Tsavo Ost Nationalpark eingeführt worden. Leider konnte ich noch kein Bild von dieser Art schiessen.
Liebe Grüsse Elvira
Safaris in Ostafrika
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Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #14
Hallo ihr Lieben
Ganz herzlichen Dank euch allen. Ich bin geradezu überwältigt von euren Infos. Tja, so einfach war das offensichtlich gar nicht (hab nämlich schon an mir gezweifelt), zumal es scheinbar sogar je nach Region oder Land unterschiedliche Bezeichnungen gibt, was mich irgendwie irritiert hat.
Nun sind die Würfel gefallen:
Kuhantilope Nr. 1 = Topi, Kuhantilope Nr. 2 = Kongoni
Tönt doch schöner, als “Kuhantilope“, oder?
Liebe Grüsse und nochmals danke für eure Hilfe. Bin echt begeistert von euch 🙂 .
ich kann Dein Leben etwas leichter machen, denn unter die Kuhantilopen fallen nur die Hellbraunen. Die dunkelbraunen mit dem Halbmond am Hintern heissen schoener genannt Leierantilopen = Topis. Zeitweise hoert man auch den Namen Halbmondantilope worauf ja auch der lateinische Name lunatus hinweist.
Liebe Gruesse Elvira
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ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200709. Apr. 2014 · #16
Hilfe Elvira, nein, nicht noch mehr Namen!!!!! 🤩 Das ist ja echt krass, wie soll ich mir das alles merken??????? 😊 Aber unter uns gesagt, schön sind sie ja nicht gerade, oder?
Aufgenommen im Nairobi NP
Fahrradlenkerhornantilope könnte man diese Kongonis auch nennen. Aber sie haben wunderschöne Bewegungen wenn sie so im starken Trab wie ein edles Dressurpferd davonschweben.
sie moegen nicht in unser Schema von Schoenheit passen, aber wie Du richtig bemerkt hast, sie haben sehr schoene Bewegungen.
Namen.... ich weiss, die Listen sind lange und dies noch am wenigsten bei den Saeugetieren. Wir haben ja noch ein paar Voegel (1.100 Arten), Reptilien, Amphibien und das schwierigste von allen - Pflanzen.
Aber na dies na lernt man/Frau.... und es hoert nie auf....
Liebe Gruesse Elvira
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Nenette1'309 Beiträge · seit 200910. Apr. 2014 · #18
Erika schrieb:
Fahrradlenkerhornantilope könnte man diese Kongonis auch nennen. Aber sie haben wunderschöne Bewegungen wenn sie so im starken Trab wie ein edles Dressurpferd davonschweben.
Grüessli Erika
[offtopi(c)] 😄 Liebe Erika, unter dieser Bezeichnung bekommt das folgende Video ein ganz neue Bedeutung: http://www.youtube.com/watch?v=89-yq2jlnnc Liebe Grüsslis, Nenette
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200710. Apr. 2014 · #19
Liebe Nenette
Nun haben wir endlich die Erklärung für diesen rätselhaften Angriff!!!!!!!!!!!!!!!!
Da Tier hat das Fahrrad beim Anblick der Fahrrad-Lenkstange für einen Nebenbuhler gehalten und deshalb und wirklich nur deshalb instinktiv voll zugeschlagen 😄 .
Champagner8'681 Beiträge · seit 201010. Apr. 2014 · #20
Erika schrieb: Aber unter uns gesagt, schön sind sie ja nicht gerade, oder?
Grüessli Erika
Haha - hier musste ich mal wieder herzhaft lachen - aber nur über das Foto und Erikas Bemerkung (die von mir hätte sein können) 😄
Die Diskussion über die Bestimmung verfolge ich natürlich schon die ganze Zeit, so etwas finde ich sehr spannend!! Vorallem die Erklärung, woher dieses höchst sonderbar wirkende lange Gesicht herkommt hat mich überzeugt: gleichzeitig fressen und dabei den potentiellen Feind übers hohe Gras hinweg beobachten können finde ich sehr clever (so sehen sie gar nicht aus ... 😛 ).
Danke für diese unterhaltsame und weiterbildende Lektüre!!