leider befürchte ich, dass Biologe mit seiner Einschätzung nicht ganz richtig liegt. Wie der Name "Weissbrauenkuckuck" schon sagt, hat diese Art weisse Brauen über den Augen. Auch erscheint mir der Schnabel bei Eulenmuckel's Exemplar länger als der des Burchells. Gerade beim Coppery- Tailed coucal ist der Schwanzansatz gesprenkelt.
Liebe Eulenmuckels, Das ist bei Euch ja spannender als jeder Krimi 🤩 🤩 !! Mir wäre allerdings auch etwas mulmig geworden bei Anblick von Wagenburgen und im Klo verschanzten Touris... Cool, wie die Südafrikaner reagiert haben... 😎 Und die Löwen sind wirklich sehr gestylt 😄 😁 ... Bin gespannt wie es weitergeht !!! Und bei der Kuckucksfrage halte ich mich völlig raus ...keinen Schimmer 😗 😵 Ich finde den kleinen Bunten sowieso viel niedlicher... 😉 LG, Nane 🙂
im Prinzip hast Du Recht, aber gerade bei der Unterart burchelli (Burchell'c Coucal) fehlt dieser weiße Lidstrich. Ob der Schwanzansatz bei Coppery auch auf kleiner Fläche gesprenkelt ist entzieht sich meiner Kenntnis (zumindest scheint das bei normaler Haltung nicht sichtbar). Bei dem Burchell's Coucal ist dagegen eine rel. große Fläche gesprenkelt und wird auch in Normalhaltung nicht von den Flügelspitzen verdeckt. Beide Fotos zeigen sehr deutlich eine recht große gesprenkelte Fläche an der Schwanzwurzel. Ich schreibe ja bewusst auch immer nur "Einschätzung" solange nicht alle Zweifel ausgeräumt sind. Wie ist das mit der Beinfarbe?
Beste Grüße B.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
die Bilder von den Löwen, die frisch vom Frisör kamen, sind so was von genial. 🙂 Meine Söhne hatten mal einen Plüschlöwen dem sie die Mähne stutzten, der sah danach genau so aus. 😄
Bei dem Zwischenfall mit den Elefanten hätte ich mindestens 2 Jägermeister getrunken. 🤩 Der Bericht ist jetzt gerade im Krimi-Modus und ich möchte wissen wie es weitergeht.---- immer diese Unterbrechungen wenn es am Spannendsten ist.
da habt ihr ja wieder tolle Dinge im Moremi gesehen. Die Löwen sehen ja wirklich wie frisch gestylt aus. So habe ich die noch nirgends gesehen. Sieht irgendwie unecht aus 🙂.
Bezüglich des Coucals kann ich die Einschätzung von Biologe überhaupt nicht nachvollziehen. Der White Browed Coucal passt in meinen Augen von allen genannten am schlechtesten. Eurer hat weder den weißen Strich über den Augen, noch hat er einen schwarz weiß gestrichelten Hals und Brust, siehe Link: http://www.biodiversityexplorer.org/birds/centropodidae/centropus_superciliosus.htm Meiner Einschätzung nach tippe ich auch auf den Coppery Tailed Coucal. Er hat den etwas längeren, spitzeren Schnabel und v.a. ist die schwarze Kopfhaube viel weiter zum Rücken heruntergezogen. Die anderen Coucals haben eine kleinere Kopfhaube!
je mehr Meinungen man hört umso besser. Aber, dann sollte man auch die vorher schon ausgetauschten Argumente etwas genauer studieren. Der Link verweist zwar auf den Weißbrauenkuckuck, zeigt aber nicht die Unterart burchelli, um die sich die Frage dreht.
Beste Grüße B.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Dez. 2013 ·
@Thomas und Biologe:
Also, wann fahren wir?
Wer übernimmt die Leitung der Exkursion? Flug und Auto haben wir schon, aber leider war die Campsite in Xakanaxa schon ausgebucht. Hier müsste sich noch jemand finden. Wir bestehen aber darauf, dass die neue Art nach uns benannt wird! 😗
@Nane: Die Reaktion der beiden Südafrikaner hat unsere Madames auch ein wenig von ihrer Panikwelle heruntergeholt.
@Dagmar: Waren deine Söhne zufällig im Juli mit Schere bewaffnet in Botswana? Dir zuliebe gibt es nun noch einen weiteren Tag im Reisebericht (und auch für diejenigen, die nicht so sehr auf Federvieh stehen: Wir müssen mal langsam vom Kuckuck weg 🙂 )
@Claudia: Wenn wir den Biologen richtig verstanden haben, ist der favorisierte Burchell's Coucal eine Unterart des White-Browed. Weiß der Kuckuck!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Dez. 2013 ·
Montag, 29. Juli 2013 – Khwai oder Löwenjagd III
Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi
In der Nacht war es ziemlich windig. Ständig rappelte es an den Zeltplanen, so dass wir immer wieder aufwachten. Tiere ließen sich keine blicken, insbesondere kein aggressiver Elefant. Wir haben doch tatsächlich überlebt! Also standen wir gegen halb sieben auf, und während die anderen in Ruhe ihre Sachen zusammenpackten, fuhren wir eine letzte Runde durch die Paradise Pools. Aber außer ein paar Impalas und einer Handvoll Elefanten sahen wir keine Tiere.
Um acht Uhr trafen wir uns am Xakanaxa Gate, und Ruth schmierte schnell ein paar Nutella-Brötchen für alle. Nadi und Felix kamen dann zum Drive-In-Schalter an unser Autofenster gefahren und nahmen ihre Brötchen in Empfang. Hinter den beiden fuhren wir Richtung Khwai. Eine lange Zeit folgten wir großen Löwenspuren auf dem Weg, bis wir leider umdrehen mussten, ohne den dazugehörigen Verursacher entdeckt zu haben. Aber wir sahen einen Honigdachs, fünf Hornraben und mehrmals ein paar Büffel. Die Wasserdurchfahrt auf dem Weg zum North Gate umfuhren wir, ohne es zu wissen. Die ganze Zeit hatten wir uns auf diese Herausforderung eingestellt, um schließlich festzustellen, dass wir auf dem trockenen Parallelweg unterwegs waren. Das letzte Stück Strecke zum Khwai Camp war wieder mit besonders vielen und tiefen Schlaglöchern versehen, so dass wir kurz vor Mittag froh waren anzukommen. Unser Stellplatz Nummer 10 liegt am Ende des Camps mit Aussicht über die Pfanne. Nadi fand Lage und Blick über die staubige Ebene so trostlos, dass sie dem Platz spontan den Namen „Friedhof“ gab. Sie legte sich sofort wieder ins Zelt um auszuruhen. Wir anderen frühstückten und spülten Geschirr. Nach einer weiteren Pause gingen wir duschen. So läuft jeder Safari-Tag ähnlich ab, und wir gewöhnen uns wieder an das Leben im und um das Auto. Für uns ist es bis jetzt der absolute Traumurlaub, und wir freuen uns auf alles, was wir in den kommenden Wochen noch entdecken dürfen. Ruth hat von Uwes Mutter per SMS die erfreuliche Nachricht erhalten, dass der BVB am vergangenen Wochenende 4:2 gegen Bayern gewonnen hat. Also: alles bestens! (Man muss sich freuen, so lange es noch geht!) Am Nachmittag machten wir uns wieder auf, um zum ersten Mal das Gebiet östlich von North Gate zu erkunden. Zuvor schauten wir beim Gate auf die Sichtungstafel. Dort stand, dass ein Löwenrudel gegenüber der Khwai River Lodge bei einem Büffelriss gesehen worden war. Unser GPS zeigte uns die Lodge gut fünf Kilometer östlich. Wir fuhren viele kleine Wege möglichst nahe am Fluss entlang und sahen Letschwes, Zebras, Wasserböcke, Elefanten und einige Reiher.
An einer Stelle standen wir vor einer Wasserdurchfahrt, und Ruth lief zur Sicherheit hindurch. Das Wasser war nicht tief und der Untergrund fest, so dass wir weiterfahren konnten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Dez. 2013 ·
Als wir auf Höhe der Khwai River Lodge waren, entfernte sich der Weg vom Fluss, und wir konnten erst einige hundert Meter östlich wieder durch eng stehende Büsche zum Wasser hinunter fahren. Von den Löwen keine Spur. So kehrten wir um, fuhren einen anderen Weg weiter weg vom Fluss und bogen ein paar Kilometer vor dem Camp wieder zum Wasser ab. Dort nahmen wir eine neue Schleife und entdeckten ein Dutzend Hippos, die im Fluss lagen. Sie tauchten auf und ab, schnauften und prusteten, und manche rissen sogar ihr Maul weit auf.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Dez. 2013 ·
Wir blieben lange dort und freuten uns an der beruhigenden Kulisse. Als es Zeit für den Rückweg wurde, fuhren wir weiter und begegneten kurz darauf Nadia und Felix, die uns entgegen kamen. Sie hatten auch von dem Löwenrudel und dem toten Büffel gehört und folgten einem Safariwagen.
Obwohl die Sonne schon tief stand, schlossen wir uns an, und nach ein paar hundert Metern kamen wir zu einer Stelle, an der mehrere Autos standen. Das Rudel lag verteilt im Gras. Eine einzelne Löwin fraß im Gebüsch am Büffel. Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Im Baum über dem Kadaver warteten schon die Geier.
Hätten wir gewusst, dass sich das Rudel gegenüber des Sango Safari Camps befand, hätten wir uns zwar den Umweg bis zur Khwai River Lodge sparen können, aber vermutlich auch die Hippos verpasst. Insofern waren wir über die falsche Angabe auf der Sichtungstafel gar nicht unglücklich. Wir blieben bis nach Sonnenuntergang, und als das Licht schwand, machten wir uns auf den Rückweg. Es ist wirklich unglaublich. So viele und intensive Löwenbegegnungen hatten wir noch in keinem Urlaub. Zum Abendessen grillten wir Rindersteaks, legten Gemsquashes in die Glut und aßen Salat. Nadia geht es besser, und so wurde es ein ausgelassener, netter Abend. Zu Besuch kamen: ein Elefant, der aber kurz vor dem Camp abdrehte und eine einzelne Tüpfelhyäne, die Ruth schnell verscheuchte. Morgen verlassen wir den Moremi und fahren wieder nach Maun.
Vielen Dank für die Fortsetzung und die weiteren Wahnsinnsbilder. 😄
Jetzt, da ich ja weiß, dass ihr die Nacht überlebt habt, 🤪 kann ich den Abend bei einem (oder auch 2) Gläschen Rotwein ganz entspannt genießen und von Afrika träumen.
Champagner8'724 Beiträge · seit 201027. Dez. 2013 ·
Eulenmuckel schrieb: Das hier sah schon ein wenig ramponiert aus:
Meine Rede: die sehen ALLE so aus, und warum? Weil sie ständig Zoff haben.....schlafen, fressen, streiten.... kennen wir das nicht irgendwoher???
Dieses Löwenrudel ist vielleicht jenes, das immer wieder zwischen Moremi und Khwai Concession wechselt - so hab ichs zumindest "gelernt" und wird "The Sango Pride" genannt (vermutlich aber auch nur von den Sango-Guides 😄 - an anderer Stelle heißt es dann vielleicht Machaba-Pride usw...).
Bei der Wasserquerung werden die Kleinen ab und zu Opfer von Krokodilen. Ich hoffe sehr, dass Ruth da nur durch eine kleine völlig überschaubare Pfütze watet - bei ihrem Anblick fiel mir nämlich zuerst die Erzählung unseres Guides über das Löwenrudel und dann gleich danach die Erzählung über Kinder aus Khwai Village, die auch schon Croc-Opfer wurden, ein 🤩 Aber Ruth hat's auf jeden Fall überlebt - ufff!!
Und egal welches Rudel es war: NEID!! Wir hatten dieses Jahr einen leichten Löwen-Abmangel ....
Ihr habt mich mitgenommen bei Eurer Reise, damals mit folgender Vorgabe:
Wir nehmen dich nur mit, wenn sämtliche rot-weiße Schals, Socken und Unterhosen unserem Auto fern bleiben. Ich kann da sehr schwarz-gelb sein!
Und - bis jetzt war ich auch immer sehr brav, da könnt Ihr Euch nicht beklagen.
Jetzt aber lese ich:
Ruth hat von Uwes Mutter per SMS die erfreuliche Nachricht erhalten, dass der BVB am vergangenen Wochenende 4:2 gegen Bayern gewonnen hat. Also: alles bestens! (Man muss sich freuen, so lange es noch geht!)
Nun, da kann der bayern schorsch nicht ruhig bleiben, denn das war wohl das letzte mal, dass die "schwarz-gelben" gegen die "rot-weißen" erfolgreich waren. Oder wie war das ??? 😉
So, jetzt aber gleich wieder zu Eurem RB. Ich kann mich nur wiederholen, einfach geniale Bilder, wirklich besonders schön. Vielen Dank!
P.S. Ihr könntet mal einen yellow weaver ablichten, der sieht doch eigentlich aus wie die Borussia in Person. 🙂
Liebe Ruth, lieber Uwe, da habe ich ja mächtig viel verpasst in den letzten Wochen, obwohl ich schon die ganze Zeit auf euren Bericht gewartet habe. Aber manchmal nimmt einen die Arbeit einfach zu sehr in Anspruch. Ich sitze hier mit Gänsehaut und Herzklopfen - bin völlig eingenommen von den tollen Bildern und eurem Bericht. Es gibt so viele Schnittpunkte, denn wir waren nur einen Tag nach euch in Xakanaxa, erlebten die Südafrikaner, wie sie uns mit ihrem Werkzeug aushalfen, erlebten den aggressiven Elefanten wie er bei unseren Nachbarn den Wagen plünderte und sahen zwei Tage vor euch die Löwen am Wasserbüffel in der Nähe des Khwai Camps. Auch hatten wir Hippobesuch in Third Bridge und die Tüpfelhyäne des nachts neben unserem Auto. Wenn ich eure Zeilen lesen, ist es, als erlebe ich diese Tage noch einmal.
Nun trennen sich aber unsere Wege und ich bin gespannt, was ihr noch so erlebt habt. Kaum zu glauben, aber...
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200629. Dez. 2013 ·
@Bele: Ja, die Pfütze war total überschaubar. Nur die genaue Tiefe und die Beschaffenheit des Untergrunds waren nicht so offensichtlich. Daher musste ich meine Frau mal kurz vor die Tür setzen. 😉
@bayern schorsch: Ja, du warst wirklich brav. Deshalb darfst du ja auch noch im Auto sitzen (und musst nicht hinterher laufen). Das von dir genannte Federvieh heißt bei uns tatsächlich "BVB-Vogel". Das ist natürlich der Schönste!
@Biggi: Wir haben dich schon vermisst. Irgendwo zwischen Xakanaxa und North Gate müssen wir wohl aneinander vorbeigefahren sein. Ich hoffe, unsere Wege trennen sich nur routen-technisch, und du begleitest uns weiterhin.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200629. Dez. 2013 ·
Dienstag, 30. Juli 2013 – Maun
North Gate, Moremi – Maun Rest Camp, Maun
Um halb vier morgens lief ein Löwe brüllend vorbei. Man konnte gut hören, wie er das Brüllen von links nach rechts um unsere Autos herum mitnahm. Alle waren wach. Später hörten wir weiteres Löwengebrüll in unterschiedlicher Lautstärke von verschiedenen Seiten. Da gab es wohl einiges zu diskutieren bei Löwens. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen und fuhren noch einmal zum Büffelriss. Auf dem Weg dorthin sahen wir bereits vier der Löwen vom Vorabend. Sie kamen über die Ebene, kreuzten unseren Weg und verschwanden schnell im Gebüsch.
Entsprechend fanden wir am Kadaver keine Raubkatzen mehr vor. Dafür waren einige Dutzend Geier anwesend und stritten sich um die Reste. Es war ein riesiges Gewusel und Gefauche. Sie rissen mit ihren Schnäbeln letzte Fleischreste und Hautstücke von den Rippen und schlangen sie hinunter.
Wir blieben so lange, wie wir den Aasgestank aushalten konnten. Keine Geier, sondern zwei Meyer’s Parrots (Goldbug-Papageien):
Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Süden. Die Strecke zum South Gate zog sich kerzengerade (mit einigen Dellen) und wenig spektakulär dahin.
Am Gate registrierten wir uns und trafen wieder ein Pärchen aus Holland, das ebenfalls in Xakanaxa übernachtet hatte. Sie erzählten uns, dass in der letzten Nacht der Elefant wieder gekommen und unmittelbar an ihrem Auto vorbeigegangen sei. Ihre hintere Seitenscheibe war kaputt, weshalb sie die Öffnung mit einer Plastiktüte zugeklebt hatten. Der Elefant habe die Plastiktüte abgerissen, gefressen und wieder herausgewürgt. Mit seinem Rüssel habe er das Innere des Wagens untersucht, während die beiden in ihrem Dachzelt saßen. Wir sind gespannt, wie es mit diesem Elefanten in Xakanaxa weitergeht. Wir fuhren auf der Schotterpiste Richtung Maun. Die Vegetation ist wenig abwechslungsreich. Dornige Sträucher und einzelne Bäume wachsen im Staub zwischen Steinen. Gelegentlich laufen klapperdürre Hunde und schwarz-weiße Ziegen und Zicklein mit schlenkernden Ohren am Straßenrand. Halb im Sand vergrabene Autoreifen oder alte, im Baum hängende Plastikstühle mit drei Beinen markieren die Zufahrten zu einzelnen Grundstücken. Verrostete, nicht mehr zu entziffernde Schilder hängen in den Bäumen. An einer Leine baumeln Fische im Wind, während ihr Besitzer im Schatten sitzend auf Kundschaft wartet. Esel, Rinder mit und ohne Hörner kreuzen immer wieder die Straße. Ein kleiner Junge drischt mit einem Ast auf seinen Esel ein, den er ohne Sattel in einem Affenzahn reitet. Eine Oma rappelt sich mühsam auf und winkt, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Eine Familie transportiert auf einem Karren, vor den vier Esel gespannt sind, ein altes Fass.
Kurz vor Shorobe kauften wir am Straßenrand ein paar Päckchen Holz. In Maun trennten wir uns. Während Felix und Nadia unmittelbar zu Hillary‘s fuhren, hielten wir an einem ATM, um Geld abzuheben. Dann besuchten wir den Souvenirshop an der Straße zum Flughafen, um die seit Monaten bestellten Teller von Okavango Ceramics abzuholen. Sie waren wunderschön geworden. Wir freuten uns über den riesigen Karton fürs Handgepäck 🤩 ! Gut gelaunt ging es nun auch für uns zum Mittagessen zu Hillary‘s. Nadi und Felix hatten bereits die halbe Speisekarte probiert und hier ihr Lieblingscafé in Botswana gefunden. Bei leckeren Suppen, selbstgemachten Sandwiches und Kaffee ruhten wir uns aus. Anschließend ging es zum Tanken und in den Supermarkt. Am frühen Nachmittag trafen wir dann im Maun Rest Camp ein. Als erste Gäste suchten wir uns einen schönen Stellplatz am Fluss aus. Uwe sicherte Fotos, Ruth schaffte im Auto Ordnung und Sauberkeit und wusch Wäsche.
Nadi und Felix räumten auch und fanden glücklicherweise den schon verloren geglaubten Objektivdeckel für ihre Kamera wieder. Nach dem Duschen machten wir Feuer und kochten Nudeln mit Soße im Potije. Nadi ging es leider schon wieder deutlich schlechter. Im Gespräch über ihren seit über einer Woche katastrophalen Gesundheitszustand sagte sie ganz verzweifelt: „Das ist doch einfach nicht normal!“. Bei diesem Wort machte es bei Ruth „klick“. Sie schnappte sich den Beipackzettel der Malarone-Tabletten und studierte die möglichen Nebenwirkungen. Mit jeder gelesenen Zeile stieg die Gewissheit, dass Nadias Zustand mit den Tabletten zu tun hatte. Sehr viele der genannten, teilweise heftigen Nebenwirkungen trafen zu. Einerseits waren wir erleichtert, nun eine Erklärung gefunden zu haben, andererseits zögerte Nadi, ohne weiteres die Tabletten abzusetzen. Da traf auf dem Nachbarstellplatz eine deutsche Familie ein. Der Vater war zufälligerweise Arzt und konnte sie bezüglich Malaria und Medikamenten vorsichtig beraten. Sie entschied daraufhin, keine Tabletten mehr zu nehmen. Wir wollen hoffen. Ruth stöberte in den Bäumen über uns einen Flughund auf, der ihr durch sein regelmäßiges Fiepen aufgefallen war. Am Thamalakane quakten tausende Frösche, als wir ins Bett gingen.
Fleur de Cap1'409 Beiträge · seit 201029. Dez. 2013 ·
Hallo Ihr Lieben,
nach einigen Tagen Abstinenz bin ich wieder mit dabei und geniesse Euren Bericht. Wenn ich eine Sichtungstafel sehe, muss ich jedes Mal lachen. Im South Gate hatte vor Jahren ein lustiger Vogel geschrieben:
Sightings: Impalas Quanitiy: hundreds of thousands..... 🤩
Löwen waren uns leider nicht vergönnt, nur von sehr weit......ich freue mich auf die Fortsetzung!
Ihr Lieben, nur zu gerne begleite ich euch auf eurer Reise. 😄 🙂 Verratet ihr noch einmal mit welcher Kamera und welchem Objektiv ihr die tollen, super scharfen Vogelaufnahmen hin bekommt?
Es bleibt für mich weiterhin spannend, wie es Nadia ohne die Malariatabletten erging. Wahrscheinlich hat sie die nur für den Caprivibereich eingenommen. Im nächsten Jahr planen wir Sambia und für einige Gebiete ist die Prophylaxe empfohlen. Bisher haben wir die Medikamente nicht benötigt, denn auch Freunde berichteten von ähnlichen Nebenwirkungen. Sie mussten das Medikament in Tanzania und Kenia schlucken. Wenn man so etwas hört, wird es schwierig abzuwägen, wie hoch das Risiko von einer Mücke gestochen zu werden, gegenüber den Nebenwirkungen ist.
In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute, viel Gesundheit und weiterhin tolle Reisen im nächsten Jahr. Biggi
Oje, die arme Nadi! Dieses Malarone kann einem den ganzen Urlaub versauen! Hoffentlich ging es ihr nach Absetzen schnell wieder besser! Und zum Glück seid Ihr noch während der Reise und nicht erst danach darauf gekommen, dass sie das Medikament nicht verträgt. Mit den Neben wirkungen ist echt nicht zu spaßen.
Eure Reise gefällt mir trotzdem immer noch super gut, schreibt also schnell weiter 😉