Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,3k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
1'117 Beiträge · seit 201028. Sept. 2013 · #61
Hall Australienfan,

danke für den interessanten Bericht.
Rotel wäre für mich nur in alleine schwierig zu bereisenden Ländern eine Möglichkeit. Und auch dort nur unter Schmerzen in den engen Särgen... 😐

Verständlich, dass ihr bei eurer Gesamtroute und Gesamtreisedauer nicht Alles ansehen könnt. Und auch wenn man mit dem Rotel-Monster nicht überall hinkommt, finde ich eure "Ausflüge" bisher ziemlich sparsam.
Das wäre mir hier in SA deutlich zu wenig gewesen. Da wäre ich not amused 🙁 Und eure Gruppendynamik war ja wohl auch nicht ohne.

Dennoch - ich lese gerne weiter mit!

LG
Beate
2'497 Beiträge · seit 201128. Sept. 2013 · #62
Danke für die bezaubernden Fotos von den Vögeln und Schmetterlingen im Botanischen Garten. Ich finde, da hat sich Deine Geduld wirklich gelohnt. 😁

Schön finde ich auch, dass Du immer wieder Hintergrundinformationen zu Gebäuden, Gegenden, etc. gibst, das zweigt, dass Du Dich intensiv mit den Dingen beschäftigt hast und es ist toll, das Du uns daran teilhaben lässt.

Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
4'129 Beiträge · seit 200828. Sept. 2013 · #63
Hallo, Australienfan!

Vielen Dank für deinen interessanten Bericht.

Wir haben von Ägypten bis SA Roteltours getroffen.
Ich denke, man sollte schon recht leidensfähig sein, um sowas durchzuhalten.

In SA vom Tierpark zum Botanischem Garten, dafür aber an soo vielem wirklich Schönem vorbei - das wäre nicht mein Ding. Aber so'n Monster Truck mit Hänger fordert halt seine Opfer.
Und jedem das, was ihm Spaß macht: Man würde ja niemals so eine teure Reise mit Roteltours buchen, wenn man es nicht toll finden würde. Aus "Not" macht man sowas nicht und bucht dann gleich die nächste Reise.

Vielleicht wären Drifters eine Alternative, die haben ein ganz anderes Klientel und haben z.T. noch exclusive eigene Plätze (Sossusvlei, Okavango) die sie natürlich als Bonbon mit einflechten können. Mit denen könnte ich mir eine Reise vorstellen, in Zelten oder günstigen Lodges. Auch die haben wir schon oft getroffen und die Kontakte und das Gruppengeschehen waren immer sehr nett.

Gruß lilytrotter

Warum hast du eigentlich abgefragt, ob jemand der hiesigen mit Roteltours reisen würde?
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200828. Sept. 2013 · #64
So, ich muss heute noch bis 21.30 Uhr arbeiten, dann kann ich irgendwann nachts die Bilder von der Kaphalbinsel ergänzen bevor ich morgen um 10.30 Uhr wieder am Messestand stehen muss...

@Karin
Danke für das Kompliment, freut mich, wenn Dir die Bidler gefallen.

@Lilytrotter
Drifters haben wir mehrfach gesehen. Die haben eine ähnliche Route wie wir gehabt, aber während wir morgens den Frühstückstisch gedeckt haben sind die schon aufgebrochen. Die Gruppe war deutlich jünger. Die nächste Afrikatour mache ich auch mit einer ähnlichen Agentur wie Drifters. Für Rotel hatte ich mich aus drei Gründen entschlossen. Einerseits aus Neugier, denn ich kenne diese roten Busse schon seit 30 Jahren und habe mich immer gefragt wie so eine Reise in einem "Sarg" ist. Und jetzt kann ich mir eine eigene Meinung bilden. Darüberhinaus hatten sie eine Route, die mich angesprochen hat und nicht zuletzt zu einem für Einzelreisende recht attraktivem Preis.

Ich habe gesehen, dass viele so einen Reiseticker in der Signatur haben und hab aus Spass für meine nächsten gebuchten Reisen auch mal Ticker erstellt. Angesichts der Anzahl werde ich aber definitiv darauf verzichten diese in der Signatur aufzuführen 😉











Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013
123 Beiträge · seit 201328. Sept. 2013 · #65
Hallo Australienfan,

Deine Frage nach der Vorstellung einer Rotel Reise kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, selbst mit einer Reisegruppe nicht, hatte bisher auch nicht das Bedürfnis und Notwendigkeit. Zähle zwar auch vom Alter her (65 Jahr) zu den "Rentnern" aber habe meine erste Reise zu Zeiten als die Postkarten erst nach Abschluss der Reise bei den Eltern ankamen mit dem Schulfreund u 15 Jahren in die Schweiz, mit 16 in England Schottland getrampt und Jugendherberge, mit 17 bis Marokko; dann nach dem Studium viel weltweit beruflich unterwegs, 6 Jahre in Australien gelebt, und nachdem vor 15 Jahren unsere Kinder das heimische Nest verlassen haben mit meiner Frau in Eigenregie durch Australien, Neuseeland, mehrfach USA und südliche Afrika gereist. Immer allein und alles selbst organisiert.
Die einzige organisierte Reise war vor 2 Jahren 14 Tage mit dem Motorrad durch Marokko. Und das war "anstrengend" genug.

Aber Du hast meine Neugierde u "Neid" geweckt.....wie ist es Dir möglich das ganze Jahr zu Reisen, Deine Planung von einem Jar braucht bei meiner Zeitplanung 6-10.

Nichts desto Weniger, bitte mach weiter, Deine Fotos haben Magazin Quylität und du schreibst sehr interessant.

'Gruß

Peter
Themenstarter265 Beiträge · seit 200829. Sept. 2013 · #66
10. Tag: Kap Halbinsel

Wir fahren morgens wieder Richtung Kapstadt - und stehen 1 Stunde im Berufsverkehr


Unser heutiges Ziel ist allerdings nicht die Stadt sondern die südlich von Kapstadt gelegene Kaphalbinsel


Tausende Kormorane


Erster Fotostopp des Tages nach 2 Stunden Fahrt um 10:00 Uhr morgens


Die Fahrt ging dann einmal um die Kaphalbinsel


Wer in Fahrtrichtung rechts sass hatte die ganze Zeit fantastische Ausblicke auf die Küste. Leider sass ich links und hatte praktisch die ganze Fahrt über nur den Hang auf der linken Seite an meinem Fenster 🙁




Die wohl spektakulärste, neun Kilometer lange Küstenstrasse Südafrikas, ist der Chapman Peak Drive, süd-westlich von Kapstadt. Die Strasse schlängelt sich über insgesamt 114 Kurven direkt oberhalb des Meeres und einiger Steilküsten. Der Chapman´s Peak, Namensgeber der Küstenstraße, ist ein etwa 160 Meter hoher Aussichtspunkt. Leider hatte ich kaum Gelegenheit zu fotografieren, weil ich auf der falschen Busseite sass - das Bild ist während der Fahrt im Sitzen quer über die zwei Köpfe der Damen auf den Nachbarsitzen durch das Fenster auf der anderen Busseite gemacht.




Die letzten Kilometer zum Kap


Das Kap der Guten Hoffnung - der südwestlichste Punkt Afrikas


Vor der Küste liegen die Wracks von mindestens 23 Schiffen - das Kap war jahrhundertelang in der Schiffahrt berühmt-berüchtigt


Im April 1488 wurde das Kap vom portugiesischen Flottenkapitän Bartolomeo Diaz entdeckt, als er bereits (in Küstenferne) die Südspitze Afrikas umrundet hatte und sich auf dem Rückweg nach Norden befand. Diaz nannte die über 20 km ins Meer vorragende Felsenzunge «Kap der Stürme». Den Namen konnte ich gut nachvollziehen - es bliess ein unglaublicher Wind.


Vielleicht ist es wegen den starken Winden und Wellen beliebt bei Surfern


Dieser Herr fotografierte die Surfer und das Objektiv liess sogar meine Ausrüstung armselig wirken. Das dürfte ein knapp 15'000 Euro teures 800mm Canon-Objektiv sein.


Kleiner abgelegener Sandstrand


Klippschliefer sollten normalerweise in vielen felsigen Regionen im südlichen Afrika anzutreffen sein - dieses Exemplar war leider das einzige, was ich während der ganzen Rotel-Tour sah.


Wir fuhren anschliessend zum Cape Point, dort machen wir eine Mittagspause. Während der Pause bestand die Möglichkeit zu einem Leuchtturm auf eine Anhöhe zu klettern.


Der Cape Point bildet den östlichsten Punkt der Kaphalbinsel


Der Leuchtturm wurde auf dem höchsten Punkt des Kliffs in 238 m über dem Meer im Jahre 1859 errichtet. Da der Leuchtturm jedoch zu hoch und zu weit weg von der Küste steht, verlor sich sein Licht oft im Nebel. Das führte 1911 dazu, dass ein Schiff mit 700 Personen an Bord sank. Daraufhin wurde etwas näher am Meer ein neuer Leuchtturm gebaut.


Am Cape Point trotzt ein Wegweiser den stärksten Stürmen. Nach Berlin sind es laut Aufschrift 9575 km


Neben einem Restaurant befindet sich am Cape Point natürlich auch noch ein Souvenirladen


Gegen 15:00 Uhr erreichen wir mein persönliches Highlight des Tages: Den Boulders Beach in Simon's Town


Über einen Steg erreichen wir den Strand von Foxy Beach - hier lebt eine Kolonie von rund 3000 Brillenpinguinen


Einige Pinguinfotos, die ich im Jahr 2012 von diesem Strand sah waren verantwortlich dafür, dass ich diese Reise buchte - ich liebe Pinguine 🙂


1983 fand man unter einem windgeschützten Busch oberhalb des Strandes ein einsames Pinguin-Pärchen. Mittlerweile haben sich diese Beiden vermehrt und andere Pinguin-Familien angezogen, so dass heute knapp 3000 Afrikanische Pinguine an diesen kleinen Strandabschnitt leben.


Leider haben wir nur eine knappe halbe Stunde Zeit


Ursprünglich waren nur 15 Minuten am Strand geplant... nach meinen energischen Protesten, wurde das dann auf 30 Minuten erhöht. Wenn's nach mir gegangen wäre, wären wir hier mindestens eine Stunde geblieben.


Was ich überhaupt nicht verstand: Ein Teil der Reisegruppe zog es vor am Bus zu warten. Warum? Weil für den Strand 4 Euro Eintritt gezahlt werden mussten. Ich werde nie verstehen, wie man so eine Reise machen kann und dann ausgerechnet diese 4 Euro sparen möchte und lieber die Zeit auf einem Parkplatz am Bus verbringt.


Übrigens: Die schnelle Vermehrung der Pinguine an dem Strand findet nicht nur Freunde.


Sobald es dunkel wird beginnt die kleine Invasion auf Simon's Town. Sie graben sich unter den Zäunen durch und sind auf den Strassen, Parkplätzen, Hinterhöfen, Gärten und auch in mancher Wohnung zu sehen. Doch mehr als vertreiben dürfen die Anwohner sie nicht, da die fast vom Ausstreben bedrohten «Afrikanischen Pinguine» mittlerweile unter Artenschutz stehen.


Eine Bürgerinitiative möchte die Pinguine, die Attraktion der Touristen, nun dauerhaft von Ihren Häusern fernhalten und es wurden schon einige erschossene Pinguine gefunden.


Die Vögel werden 60 bis 70 cm gross, knapp 3 kg schwer und erreichen ein Alter von bis zu 20 Jahren.


Brillenpinguine sind die einzigen in freier Wildbahn lebenden Pinguine in Afrika. Ihr Bestand hat im letzten Jahrhundert stark abgenommen und ist vor allem durch die stark befahrene Tankerroute vor der Küste und aufgrund von Ölunfällen bedroht.


Vor 100 Jahren gab es noch mehrere Millionen Million Pinguine in Afrika - der heutige Bestand im gesamten südlichen Afrika liegt laut Widipedia noch bei gerade 72'000 Exemplaren.


Andere Stellen reden übrigens von noch beunruhigenderen Bestandszahlen. In einem Radiointerview in der Schweiz wurde 2011 gesagt: «Seit den 60er-Jahren sind die Bestände eingebrochen. Während wir damals noch drei Millionen Tiere hatten, sind jetzt noch ganze 42.000 ausgewachsene Pinguine übrig.»








Rotel in Simon's Town
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
779 Beiträge · seit 200629. Sept. 2013 · #67
Hallo Australienfan,

mal wieder gaan z tolle Bilder!! Ich mag die von den Pinguinen besonders gern. Uns hat es dort damals auch sehr gut gefallen und ich kann gut verstehen, dass du bei geplanten 15 Minuten Aufenthalt heftig protestiert hast!
Ich freue mich auf die Fortsetzung deines Berichts.
Viele Grüße
Tanja

(die sich solch eine Tour auch niemals vorstellen könnte. Dafür liebe ich die Stille und Einsamkeit zu sehr, außerdem das selbstbestimmte Gestalten des Urlaubs...)
Themenstarter265 Beiträge · seit 200829. Sept. 2013 · #68
In Kapstadt haben einige Reisende gemeint, die erste Woche (Johannesburg bis Kapstadt) hätte man sich schenken können, weil das fast nur Fahrt war. Ich sehe das anders. Es war auch eine Art die Weite des Landes zu erleben. Auf Oudtshoorn hätte ich auch nicht verzichten wollen. Und im grossen und ganzen war ich mit der Routenplanung zufrieden. Vielleicht ein Tag mehr an der Garden Route wäre nett gewesen. Andererseits war ein Freund von mir letztes Jahr in Südafrika und hat die Garden Route mit dem Mietwagen gemacht - sämtliche Fotomotive, die mir von seinem Fotobuch in Erinnerung geblieben sind, habe ich auf unserer Rotel-Tour auch gesehen.

@Tanja
Danke für das Kompliment. Die Pinguine waren eines der Highlights für mich 🙂

@RT-Treiber
Ich mach nicht immer so viele Urlaube, der letzte ist auch schon wieder ein halbes Jahr her. In nächster Zeit häuft es sich etwas. Ich bin selbstständig und daher nicht auf die 25 Tage Urlaub beschränkt, die in der Schweiz üblich sind. Aber dafür kenne ich dann auch, wenn ich zuhause bin keine 38 Std. Woche... heute (Sonntag) bin ich z.B. den 10. Tag am Stück auf einer Messe. Der nächste Tag in meinem Kalender ohne Termine ist am Sonntag, 5. Januar 2014.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
Themenstarter265 Beiträge · seit 200829. Sept. 2013 · #69
11. Tag: Von Kapstadt nach Springbok

Heute war ein reiner Fahrttag. Wir starteten nach dem Frühstück um 8.00 Uhr in Kapstadt und hatten rund 550 km nach Norden vor uns bis Springbok kurz vor der namibianischen Grenze.


Insgesamt waren wir unterwegs von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Die Landschaft war nicht wirklich spannend.


Um 11.00 Uhr machten wir einige Minuten Pause, da unser Guide uns ein Rooisbosfeld zeigen wollte. Roibuschtee ist sowas wie ein Nationalgetränk in Südafrika.


Zur Zeit bauen etwa 300 Farmer in Südafrika Rotbusch an. Der Rotbusch wird weltweit ausschließlich im Gebiet der Zederberge etwa 200 km nördlich von Kapstadt, rund um die Städte Clanwilliam und Citrusdal angebaut.


Beidseitig der kleinen Strasse befinden sich Rooibos-Felder


Rooibosfeld


Wir machen ein knapp einstündige Mittagspause in Vanrhynsdorp nach 280 km


Die Gegend rund um Springbok erreichen wir kurz vor 17.00 Uhr


Was mich ein bisschen an dieser Art zu reisen stört, ist dass wir fast nichts von den Städten sehen. Wir übernachten auf einem Campingplatz ausserhalb des Ortes. Ich weiss nicht mal wie weit es bis Springbok noch ist. Es besteht keine Möglichkeit abends noch irgendwohin zu gehen. Auf dem Campingplatz entdeckten wir diese (laut Guide giftige) Heuschrecke, die sich gerade gehäutet hatte.


Heute ist übrigens Koffertag


Alle 3 Tage darf man auf der Reise an seinen Koffer, für die Zeit dazwischen gibt es eine normale Reisetasche, die tagsüber in der Kabine und nachts im Vorzelt steht. Von mir aus hätte auch nur alle 6 Tage Koffertag sein können...
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2013
1'324 Beiträge · seit 201330. Sept. 2013 · #70
Ich finde Deinen Bericht nach wie vor sehr interessant.
Auch wenn ich vieles eher wie eine Hatz empfinde. "Der Weg ist das Ziel" hat hier wirklich seine extremste Bedeutung erreicht.
Diese Interesselosigkeit vieler Busfahrer ist mir auch schon oft aufgefallen. Im Zweifel ist tratschen und essen wichtiger wie etwas anschauen.

Ich könnte mir nach wie vor nicht nicht vorstellen so etwas zu machen. Dein Bericht hat mich eher noch bestärkt.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'060 Beiträge · seit 201330. Sept. 2013 · #71
Wunderschöne Bilder zeigst du uns - obwohl auf dieser Reise so wenig Fotomöglichkeiten waren!
Besonders die Pinguine habe ich mit Begeisterung angeschaut. Ich habe sie bisher nur vor Lüderitz von einem Segelboot aus gesehen, da war starker Nebel und Eiseskälte - nicht gerade das Richtige, um lange zu verweilen und zu genießen! 😉

Bei unseren beiden Busreisen hatten wir das Glück, dass der Fahrer sehr flexibel war und von sich aus noch lohnende Ziele ansteuerte, die im Reiseplan nicht vorgesehen waren.

Allerdings habe ich - wie du bei den Pinguinen - über einige der Mitreisenden immer wieder den Kopf geschüttelt: Sie schliefen oder lasen im Bus anstatt hinauszuschauen (waren alles "Ersttäter"), in den Lodges stürmten sie sofort an die Bar, statt die Tiere oder den Sternenhimmel zu betrachten, musste an der Bar geratscht werden, in Städten war nur wichtig, wo man Bier kaufen konnte, ... 🤢

Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, dass du die Landschaft teilweise langweilig fandest. Ich finde jede Landschaft interessant, aber die Details sieht man wohl nicht so gut vom Bus aus, das habe ich bei der diesjährigen Autotour gemerkt.

Was mich noch interessieren würde: Bekamt ihr unterwegs Infos vom Fahrer über die Gegend, die ihr durchfahren habt? Wir haben damals von unserem Fahrer sehr viel erfahren über Land, Leute, Tiere, Pflanzen, Geologie, ...
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200830. Sept. 2013 · #72
12. Tag: Von Springbok bis Keetmanshoop

Morgens um 7:00 Uhr gab es in der Regel Frühstück. Wir hatten übrigens den Grossteil des Urlaubs grandioses Wetter. Das hat mich sehr positiv überrascht, ich hatte gefürchtet, es würde die meiste Zeit regnen oder bewölkt sein.

Frühstücksauswahl




Um 8:00 Uhr war in der Regel Abfahrt. Unser erstes Ziel heute war Springbok


Die 10'000-Einwohner-Stadt Springbok ist ein Versorgungszentrum im Namaqualand.


Ihren Namen erhielt die Stadt nach den grossen Springbockherden, die im 19. Jahrhundert diese Gegend durchstreiften, bis diese dann von den Siedlern fast ausgerottet wurden.


Das Einzige, was wir wirklich von Springbok sahen war wieder mal nur der SPAR-Supermarkt. Zeit noch durch den Ort zu schlendern gab es natürlich nicht.


Eine halbe Stunde nachdem wir Springbok verlassen hatten passierten wir den kleinen Ort Steinkopf, der im 18. Jhd. von Missionaren gegründet wurde. Einen Stopp gab es nicht.


Unsere Fahrt auf der N7 führte übrigens quer durch das Namaqualand, welches für die Wüstenblüte bekannt ist. Ende August / Anfang September verwandelt sich diese Wüste in ein Blütenmeer, falls es geregnet hat.


Um so weiter wir nach Norden kommen, desto häufiger sehen wir Köcherbäume.


Von Springbok sind es 120 km auf der N7 bis zur namibianischen Grenze


Kurzer Fotostopp. Also um genau zu sein: Für mich war es ein Fotostopp, für einige andere eine Pinkelpause und für wieder andere ein Zigarettenstopp. Je nach individuellem Bedüfnis halt...


Kurz vor der Grenze nach Namibia


Der Oranje-Fluss ist die Grenze nach Namibia. An den Grenzübergängen darf nicht fotografiert werden.



Die Überquerung der Grenze kostet uns gut eine Stunde. Jeder muss mit seinem Pass am Immigrationschalter anstehen - einmal für die Ausreise aus Südafrika und ein weiteres Mal für die Einreise nach Namibia. Die Behausungen auf der namibianischen Seite direkt hinter der Grenze machen erstmal einen sehr einfachen Eindruck


In Namibia ändert sich sehr bald der Strassenzustand. Wir fahren nun nicht mehr auf Asphalt sondern erstmal auf einer breiten Schotterstrasse.


Ich bin ein bisschen geschockt, dass unser Fahrer gut 100 km/h auf der Schotterpiste fährt. Zumindest bei kleineren Autos wäre das sehr gefährlich, weil dann das Auto die Bodenhaftung verliert. Keine Ahnung, wie das bei einem 40-Tonnen-Bus inkl. Anhäger ist. Ich weiss, dass Schotterstrassen dazu verleiten schnell zu fahren. Wir haben auf unserer Selbstfahrerreise damals eine Strikte Obergrenze von 70-75 km/h eingehalten, auch wenn es bei gutem Strassenzustand sehr verlockend gewesen wäre schneller zu fahren. Ausnahmslos ALLE Reisenden mit denen ich mich damals unterhalten hatte und die ich fragte, wie schnell sie auf den Schotterpisten fahren sagten "ca. 100 km/h". Solange nix Unvorhergesehenes passiert geht das auch gut... aber wenn ein Tier vor's Auto springt oder ein Reifen platzt kann diese Geschwindigkeit sehr gefährlich sein. Auf einer 200 km langen schnurgeraden Strecke durch eine halbwüstenartige Landschaft wurden wir bei unserer Selbstfahrerreise mal von einem ca. 100 km/h fahrenden Auto überholt. Wir haben kurz diskutiert und beschlossen unsere 70-km/h-Policy einzuhalten, auch wenn es manchmal etwas eintönig ist... 2 Stunden später sahen wir wie der Wagen, der uns zuvor mit 100 km/h überholt hatte auf dem Dach neben der Strasse lag nachdem er sich überschlagen hatte. Und das war eine schnurgerade Strecke!


Fotostopp auf dem Weg zum Fish River Canyon


Die Piste zum Fish River Canyon


Gegen 14:00 Uhr erreichen wir den Fish River Canyon. Hier machen wir eine Stunde Mittagspause. In dem schattigen Unterstand besteht die Möglichkeit ein am Morgen in Springbok gekauftes Picknick zu verzehren.


Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon in den USA der zweitgrösste Canyon der Welt. Während sicher 90% der Leute auf der Strasse sagen können wie der grösste Canyon der Welt heisst werden vermutlich keine 5% den zweitgrössten benennen können. Mit anderen Sachen ist's ähnlich... jeder kennt den Namen des ersten Menschen auf dem Mond ... aber nur die wenigsten den des zweiten!


Der Canyon liegt an einer der heissesten Stellen Namibias. Hier wurden schon Temperaturen über 50°C gemessen. Während unserer Besichtigung waren es 42°C.


Vom Fischfluss Canyon bis zum Tagesziel, Keetmanshoop, sind es 300 km. Die letzten 40 km auf der asphaltierten B4.


Wir erreichen den Campingplatz in Keetmanshoop um 17.20 Uhr. Insgesamt sind wir heute 500 km gefahren, unterbrochen von einer Stunde Warterei an der Grenze und einer Stunde Mittagspause am Canyon. Wir übernachten auf einem Campingplatz am Schützenhaus.


Abends erklärte ich einigen aus der Reisegruppe etwas über die Blaue Stunde. Da einige das offenbar nicht kannten machte ich ein paar Bilder, um die Blaue Stunde vorzustellen. In dieser Nacht erreichte die Temperatur in meiner Rotel-Kabine übrigens erstmals die 40°C-Marke.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2013
3'700 Beiträge · seit 200930. Sept. 2013 · #73
Hallo Australienfan,

wirklich grandiose Fotos die Du hier mit uns teilst (Roteltour hin oder her). Chapeau!

Herzliche Grüße und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
2'530 Beiträge · seit 201130. Sept. 2013 · #74
Kann man in den Kabinnen eigentlich ein Fenster öffnen?

100km/h auf Sand ist schon heftig, speziell für entgegenkommende Fahrzeuge!
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2013
2'060 Beiträge · seit 201330. Sept. 2013 · #75
Ich muss es noch einmal betonen, in Anbetracht der wenigen Möglichkeiten, sind deine Fotos super!

Bisher kannte ich die Gegend nicht, durch die du gefahren bist, aber da du nun von etwas berichtest, das ich heuer auch besichtigt habe, nämlich den Fish River Canyon, bekomme ich allmählich den Eindruck, dass so eine Rotel-Reise etwas für Japaner wäre nach dem Motto: "In drei Wochen durch ganz Europa".

Du bist zwar weit herum gekommen, aber wirklich gesehen hast du kaum etwas. Wir haben am Fish River Canyon viele Stunden verbracht, sind vom Hauptaussichtspunkt zum Hiker's View Point gelaufen, haben uns die Gesteinsarten und Pflanzen genau angesehen, und sind anschließend noch mit dem Auto zum südlichsten Aussichtspunkt gefahren - was mit dem Bus gar nicht möglich wäre.

So kann ich hier noch einmal deine früher gestellte Frage ganz klar verneinen: So eine Reise wäre nichts für mich. Ich möchte mir lieber weniger Orte ansehen, aber die gründlich.

Und noch einmal meine schon oben gestellte Frage: Habt ihr unterwegs vom Fahrer Informationen bekommen oder ist all dein Wissen selbst recherchiert?
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Themenstarter265 Beiträge · seit 200830. Sept. 2013 · #76
Den Fish River Canyon habe ich auf meiner vierwöchigen Namibiatour im 4x4 Camper auch besucht. Klingt jetzt grotesk - aber bei der Rotelreise hab ich mehr von Canyon gesehen. Als wir damals da waren hat es geregnet und der Canyon lag unter dichtem Nebel. Mit anderen Worten: Wir haben am Canyonrand gestanden und teilweise nichts ausser einer weissen Nebelwand gesehen.

Grundsätzlich bin ich charakterlich schon eher der "Japaner-Reisetyp". Sonst hätte ich die Reise sicher auch nicht gebucht. Wobei ich mir an manchen Orten schon ein paar Minuten mehr Zeit gewünscht hätte. Aber der Fish River Canyon Stopp war absolut okay für mich.

Der Fahrer bei Rotel gibt keine Infos zur Gegend ab. Der fährt den ganzen Tag, macht Frühstück und Abendessen aber sagt nichts zu Gegend. Dafür hatten wir einen einheimischen Reiseleiter dabei und ich glaube, dass der auch während der Fahrt Sachen erzählt hat. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Ich bin nicht so der auditive Typ. Alles was ich an Kommentaren zu den Bildern geschrieben habe ist im Nachhinein recherchiert.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
1'674 Beiträge · seit 201201. Okt. 2013 · #77
Hallo Australienfan,

Ich verfolge nun deinen Bericht schon von Beginn.
Zugegebenerweise mit sehr viel Skepsis - wäre es für mich doch eine absolut unmögliche Vorstellung so zu reisen. Aber im Leben ist alles Geschmacksache. Und wenn es für dich größtenteils passt, dann ist es ok.

Warum ich mich jetzt kurz zu Wort melde ist deine tollen Auf'nahmen geschuldet.
Wenn ich auch am Anfang von den sehr intensiven Farben etwas irritiert war, werde ich immer mehr zu deinem "Bilder -Fan "

Freue mich auf die, die noch folgen.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
2'060 Beiträge · seit 201301. Okt. 2013 · #78
Australienfan schrieb:Den Fish River Canyon habe ich auf meiner vierwöchigen Namibiatour im 4x4 Camper auch besucht. Klingt jetzt grotesk - aber bei der Rotelreise hab ich mehr von Canyon gesehen. Als wir damals da waren hat es geregnet und der Canyon lag unter dichtem Nebel. Mit anderen Worten: Wir haben am Canyonrand gestanden und teilweise nichts ausser einer weissen Nebelwand gesehen.
Das lag aber wohl eher am Wetter als an der Art zu reisen. 😉 Sowas kann man nur ausschließen, wenn man die Reisezeit entsprechend wählt.

Wie gut, dass es so unterschiedliche Geschmäcker gibt, so können alle Sorten von Reiseveranstaltern auf ihre Kosten kommen! 🙂

Ich freue mich auf weitere schöne Bilder - denn ich schaue zwar vielleicht manches intensiver und länger an als du, aber ich habe keine so gute Fotoausrüstung und kann es den Daheimgebliebenen nicht so toll vermitteln. 😊
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
835 Beiträge · seit 200601. Okt. 2013 · #79
Hallo Australienfan,

zunächst ein großes Kompliment für Deine Bilder. Auch wenn die Farben auf den ersten Blick manchmal ein bisschen ungewöhnlich sind, bin ich inzwischen begeistert.

Dein Reisebericht löst bei mir eine Mischung zwischen Interesse und (leichtem) Entsetzten hervor. Für Strecken, die ihr an einem Tag abgespult habt, haben wir uns teilweise bis zu einer Woche Zeit gelassen. Und es war nie einen Tag langweilig. Deshalb finde ich es auch schade, dass Du schon mehrmals geschrieben hast, die Landschaft, durch die der Bus fährt, sei uninteressant/nichts besonderes. Das trifft meines Erachtens absolut nicht zu. Du siehst nur die fanzinierenden Dinge nicht, wenn Du den ganzen Tag im Bus verbringst. Es tut mir irgendwie ein bisschen weh, wie Du die landschaftliche Schönheit Südafrikas behandelst.

Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, wie Du schreiben kannst, Du hättest bei Deinem wenigen Stunden Aufenthalt an der Gartenroute genausoviel gesehenwie ein Freund von Dir, der dort eine Mietwagentour gemacht hat - zumindest der Bildauswahl nach. Entweder hat Dein Freund auch nicht rechts und links geguckt, oder er hatte keine Lust zum Fotografieren. Glaub mir, die schönsten Stellen an der Gartenroute hast Du nicht gesehen. Komm wieder und schau es Dir in Ruhe an, die Landschaft ist alles andere als langweilig und bietet viel mehr, als Du sehen konntest.
Und das gilt nicht nur für die Gartenroute, sondern quasi für jede Strecke, die ihr im Schnelltempo absolviert habt.

Aber ganz klar, jedem seine Art zu reisen. Für mich wäre eine solche Reise (das Unterbringungsthema mal ganz außen vor gelassen) absolut nichts. Ich möchte ein Land erleben und nicht nur Kilometer dort abspulen um nachher sagen zu können, da in ich auch mal vorbeigefahren.

Gruß,
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
Gast01. Okt. 2013 · #80
Hallo,

ich dachte zunächst auch: "Hui, dass ist ja eine heftige Tour in der Zeit". Bei genauerem Hinsehen war es aber doch gar nicht so extrem. 9000 km in ca. 5 Wochen sind deutlich unter 300 km pro Tag und ich gehe mal davon aus, dass alle Gamedrives/Ausflüge/Abstecher in den 9000 km schon enthalten sind, d.h. die durchschnittliche reine Transferstrecke pro Tag noch mal deutlich kürzer war.

Es gibt hier ja immer wieder mal kleine Auseinandersetzungen, wie das richtige Reisen denn auszusehen hat, wobei die Fraktion der Langsamreisenden gern für sich beansprucht, die einzig richtig Form des Reisens zu praktizieren. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine Reise zu machen, um primär bestimmte Fotomotive einzufangen, ist völlig OK.
Australienfan schrieb:In dieser Nacht erreichte die Temperatur in meiner Rotel-Kabine übrigens erstmals die 40°C-Marke.
Aua, das grenzt ja fast an Körperverletzung. Bei solchen Temperaturen haben ja insbesondere ältere Personen häufig schon ernsthafte gesundheitliche Probleme.

Beste Grüße

Guido