Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,4k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
Themenstarter265 Beiträge · seit 200825. Sept. 2013 ·
(Nachmittag vom 7. Tag in Oudtshoorn)

Als nächstes stehen die Cango Caves auf dem Programm. Diese liegen in den Svartbergen (in der Kleinen Karroo) rund 30 km nördlich von Oudtshoorn.


Einige im Eingangsbereich der Höhle gemachten Funde belegen eine lange menschliche Nutzung der Höhle seit etwa 10.000 Jahren.


Die grösste Kammer ist etwa 90 Meter lang, 50 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch.


Das Höhlensystem der Cango Caves besteht aus drei Abschnitten mit einer Gesamtlänge von über vier Kilometern.






Alle Höhlen enthalten umfangreiche Tropfstein-Formationen von beeindruckender Grösse. Zugänglich ist allerdings nur der erste Teil der Höhle.


Die normale Besichtigung umfasst 600 Meter. Es gibt noch eine erweiterte Besichtigung (aber da muss man sehr, sehr schlank und ziemlich sportlich sein), die geht etwa 1200 m tief in die Höhle.


1780 erfolgte die (Wieder-)Entdeckung der Höhle durch einen Hirten. Im selben Jahr erkundete der Farmer van Zyl den Beginn der ersten Kammer des Höhlensystem direkt hinter dem Eingang.








Die Landschaft sieht mittlerweile (auch durch die Berge) recht abwechslungsreich aus




Am Spätnachmittag besichtigen wir noch eine Straussenfarm. Wie bereits erwähnt ist Oudtshoorn sowas wie die Welthauptstadt der Straussenzucht.


Für gewöhnlich werden die Eier bei Tage von der Henne und bei Nacht vom Hahn bebrütet. Zahlreiche Raubtiere, vor allem Schakale, Hyänen und Geier, versuchen immer wieder, die brütenden Vögel vom Nest fortzulocken, um an die Eier zu gelangen. Nur zehn Prozent aller Gelege werden in der Natur erfolgreich ausgebrütet.


Frisch geschlüpftes Straussenküken. Die Brutzeit beträgt 6 Wochen. Im Alter von 3 Tagen verlassen die Küken das erste Mal das Nest und folgen den Eltern überallhin.




Der Strauss hat sehr lange Beine mit einer kräftigen Laufmuskulatur. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 70 km/h; eine Geschwindigkeit von 50 km/h kann der Strauß etwa eine halbe Stunde halten. Als Anpassung an die hohe Laufgeschwindigkeit besitzt der Fuss, einzigartig bei Vögeln, nur zwei Zehen.


Männliche Strausse können bis zu 2,50 m gross werden und ein Gewicht von 135 kg erreichen. Weibchen sind etwas kleiner. Die Flügel sind für Laufvögel recht groß, aber wie bei allen Laufvögeln nicht zum Fliegen geeignet. Das Eigengewicht eines Straußes liegt weit über dem Gewicht, das es einem Vogel noch ermöglichen würde, sich in die Luft zu erheben. Die Flügel dienen stattdessen zur Balz, zum Schattenspenden und zum Halten des Gleichgewichts beim schnellen Laufen.


Während unseres Besuchs wurde mehrfach erwähnt, dass Strausse keine Intelligenzbestien sind. Ihr Auge ist grösser als ihr Gehirn.


Ich dachte immer, dass Strausse und Emus (Bild) praktisch identisch sind - nur dass Strausse eben in Afrika und Emus in Australien vorkommen. Doch nun wurde ich eines besseren belehrt: Der Emu ist doch deutlich kleiner als ein Strauss, er hat drei Zehen (der Strauss nur zwei) und er kann weniger schnell rennen (max. 50 km/h statt wie der Strauss max 70 km/h).


Strausseneier sind übrigens recht stabil - man kann sogar darauf stehen ohne dass sie zerbrechen. Ein Straussenei wiegt durchschnittlich 1,5 kg und entspricht so ca. 25 Hühnereiern.




Gegen 18.30 Uhr essen wir auf der Straussenfarm zu Abend. Es gibt natürlich Straussensteak - die Köchin sang dazu traditionelle Lieder und die südafrikanische Nationalhymne.




Zurück auf dem Campingplatz. In diesem Vorzelt lagert über Nacht alles was nicht in die Kabine passt (vor allem Kleidung, Schuhe...). Rechts sieht man die drei Kabinen übereinander. Für Privatsphäre ist auch gesorgt: Jede Kabine hat ihren eigenen Vorhang 😉
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
123 Beiträge · seit 201325. Sept. 2013 ·
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und die weiteren grandiosen Fotos

Gruß

Peter
Themenstarter265 Beiträge · seit 200825. Sept. 2013 ·
@RT-Treiber
Danke für's Kompliment. Ich hatte nach den letzten Beiträgen schon ernsthaft gefürchtet, dass die Bilder vielen nicht gefallen. Klar, primär müssen sie mir gefallen - aber ist auch schön, wenn andere sie auch gut finden 🙂
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
1'362 Beiträge · seit 201125. Sept. 2013 ·
Also , ich find`sie klasse 😁 und bin schon gespannt, wie`s weitergeht ... 😉
LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
Themenstarter265 Beiträge · seit 200827. Sept. 2013 ·
8. Tag von Oudtshoorn nach Kapstadt

Gestern war bislang der schönste Tag der Reise. Für heute schraubte der Fahrer die Erwartungen bereits niedrig. Wir hatten 450 km Fahrt vor uns. Es gab (ausser der Landschaft aus dem Busfenster heraus) nichts zu besichtigen. Nach dem Frühstück verliessen wir um 8.00 Uhr Oudtshoorn.


15 Minuten Pause an einem Supermarkt in Ladismith




In der Gegend von Oudtshoorn ist die Landschaft noch sehr abwechslungsreich


Wir fahren über so eine Art Pass




Die Strasse führt durch das Greylands Private Nature Reserve




Pause am "Country Pumpkin Restaurant" in Barrydale. Hier gab es leckere Trockenfrüchte zu kaufen.




Nun folgen grosse Gebiete, in denen Wein angebaut wird. Der Grossraum Kapstadt ist bekannt für seine Weinindustrie.


Allerspätestens alle 2 Stunden wird irgendwo angehalten. Noch nie war mir so bewusst, dass 120 Minuten ohne Pinkelpause für viele ältere Herren offenbar problematisch ist.


Weinbaugut


Auch in den Orten befinden sich überlall "Wine Shops"


Mir fällt die starke Amerikanisierung auf: Der Ort könnte genausogut im Süden der USA sein.


Ein paar Mal machen wir einen kurzen Fotostopp




Die ganze Gegend hier im Nordosten von Kapstadt ist landwirtschaftlich genutzt


Was mich echt verwundert: Selbst wenn wir weitab von Orten sind - ich habe überall einwandfreien Internetempfang. Ich kann während der Fahrt surfen, meinem Mann Live-Bilder von der Landschaft schicken, Facebookeinträge aktualisieren, Mails checken und Chatten. (Meistens habe ich aber rausgeschaut). Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass der mobile Internetempfang auf dieser Strecke (auch wenn weit und breit kein Haus zu sehen war) massiv besser ist als im dicht besiedelten Gebiet der Schweiz, wenn man mit dem Zug von Basel nach Zürich fährt... Und jetzt kommt noch etwas, was mich total überrascht hat: Die komplette Strecke, die wir heute gefahren sindm ist vollständig in Google Streetview drin! Sogar die Seitenstrassen in den Dörfern, durch die wir fuhren, waren erfasst. Ein paar Mal hat mein Mann zuhause in der Schweiz reingeschaut und mir gesagt, an welchem Laden unser Rotel in den nächsten 3 Minuten vorbei fahren wird!


Worcester - auch dieser Ort macht auf mich einen sehr amerikanischen Eindruck




Wir nähern uns Kapstadt...


Unser Campingplatz liegt allerdings nicht direkt in Kapstadt sondern am Melkbosstrand 30 km nördlich der Stadt


Auch das gehört zu südafrikanischen Städten: Slums (werden hier Townships genannt)


Wir erreichen gegen 16:00 Uhr unseren Campingplatz. Dass wir 8 Stunden praktisch nur unterwegs waren sehe ich ja ein - das gehört bei so einer Reise dazu. Eigentlich wäre jetzt noch genug Zeit den Abend in Kapstadt zu verbringen - aber das Reisekonzept sieht das nicht vor und der Grossteil der Gruppe scheint an solcherlei Aktivitäten auch nicht interessiert zu sein. Stattdessen sind wir quasi auf dem völlig abgelegenen Campingplatz "gefangen". Es beginnt die abendliche Routine: Aufstellen der Tische und Bänke und Vorbereiten des Abendessens. Dieses "wir verbringen alle den Abend auf dem Campingplatz" hat mich zunehmend gestört, denn ich hätte viel lieber noch etwas unternommen, nachdem wir den ganzen Tag im Bus gesessen haben.

Wir übernachten übrigens in unmittelbarer Nähe der Sanitäranlagen. Wieso hier die Sanitäranlagen für Frauen allerdings mit Oliphant (Elefant) angeschrieben sind erschliesst sich mir nicht ganz.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200827. Sept. 2013 ·
So, ich hab jetzt die erste Woche geschildert (das war meiner Ansicht nach zugegebenermassen die schwächste Woche der gesamten Reise, einziges Highlight für mich war Oudtshoorn). Die anderen Wochen hatten mehr Highlights. Wahrscheinlich führe ich den Bericht noch weiter. Nur aus Neugier: Gibt es irgendwen in diesem Forum, der sich vorstellen kann so eine Reise ebenfalls zu machen?
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2013
1'794 Beiträge · seit 201327. Sept. 2013 ·
Hi, ich bin zwar nicht das Forum, aber für mich ein klares NEIN 😈 !

Deine Schilderungen sind aber echt interessant, weiter so!

LG NOGRILA
2'060 Beiträge · seit 201327. Sept. 2013 ·
Ich könnte es mir auch nicht vorstellen, habe zwei Bus-Gruppenreisen in Namibia gemacht. Die erste war toll, die zweite litt unter hummeldummen Mitreisenden.

Die dritte Reise haben dann mein Mann und ich allein gemacht.

Die vielen Pinkelpausen haben mich auch immer gestört. Allein kann man dort halten, wo es was Schönes zu sehen gibt. Außerdem ist man mit dem großen Bus - und erst recht mit dem Rotel - auf gute Straßen angewiesen, allein sind wir auch enge Sand- und Schotterpads gefahren und haben so viel mehr zu sehen bekommen abseits der üblichen Wege.

Wie du hatte ich das Glück, auf beiden Busreise vorne zu sitzen, da sieht man wenigstens noch etwas von der Landschaft. Wenn man mittendrin sitzt, sieht man sie nur seitlich vorüber huschen und kann kaum fotografieren.

Auch stört mich das vorgefertigte Programm bei Gruppenreisen, allein kann man mal spontan etwas weglassen oder dazunehmen.

Trotzdem finde ich deinen Bericht sehr interessant und würde gern Weiteres lesen und weitere tolle Fotos schauen!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
2'497 Beiträge · seit 201127. Sept. 2013 ·
Hallo Australienfan,

ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, eine solche Reise zu machen, habe allerdings auch das Glück, mit meinem ebenfalls Afrikabegeisterten Mann gemeinsam fahren zu können, eine Selbstfahrerreise ganz allein wäre für mich nichts, dann schon eher in der Gruppe.

Deinen Bericht finde ich super interessant, weil er sich vollkommen von alllem anderen hier im Forum abhebt, sogar die Bilder sind von den Farben her irgendwie anders, wie schon einige bemerkt haben. Aber anders heißt ja nicht gleich weniger schön, mir gefallen die kräftigen Farben und wahrscheinlich ist im wasserreicheren Süden Südafrikas alles etwas bunter als in Namibia.

Ich freue mich, dass Du weiterschreibst und bleibe gerne an Bord. Dank für Deinen tollen Bericht.

Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
2'530 Beiträge · seit 201127. Sept. 2013 ·
Es ist mal ganz interessant von jemandem zu hören der diese Reise mitgemacht hat und wie schon vorher erwähnt treffen wir das Rotel immer zur Weihnachtszeit in Namibia, meistens beim Roadhouse!

Haben uns immer gefragt wie es eigentlich ist wenn man da mitfährt, würden es aber nie selber machen, egal wo auf der Welt!
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Gast27. Sept. 2013 ·
Hallo,
Australienfan schrieb:Nur aus Neugier: Gibt es irgendwen in diesem Forum, der sich vorstellen kann so eine Reise ebenfalls zu machen?
Vielleicht eher ganz am Ende des Berichts noch mal fragen, als jetzt nach der ersten Woche, die Du selbst nicht so positiv beschrieben hast?

Ich selbst kann mir so eine Reise im südlichen Afrika nicht vorstellen, dafür ist allein reisen dort zu einfach, zu angenehm und auch nicht so teuer. Spätestens wenn man zu zweit oder zu dritt individuell reist, ist Rotel gar nicht mehr so billig. In der Ecke suche ich auch Ruhe, Weite, Leere. Das wird sich mit 32 Leuten im Schlepptau wahrscheinlich nicht so ganz finden lassen.

Grundsätzlich ausschließen würde ich diese Reiseform aber nicht. Es gibt so einige interessante Länder, in denen man nicht so einfach individuell mit dem Mietwagen umher kurven kann. Da könnte sowas durchaus eine Option ein.

Beste Grüße

Guido
6'379 Beiträge · seit 201127. Sept. 2013 ·
Hoi Australienfan

Ich hab mir das schon mal überlegt, hab dann aber zum Glück doch noch Reisepartner(innen) gefunden, aber im Frühling 2011 wars nur knapp davor so was für Ostafrika zu buchen...
Ist jetzt nicht mein Traumurlaub, aber besser so Afrika als nicht Afrika! 🤩 😈 😗
Würd mich freuen wenn Du weiterschreibst!!!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
211 Beiträge · seit 201127. Sept. 2013 ·
Australienfan schrieb:So, ich hab jetzt die erste Woche geschildert (das war meiner Ansicht nach zugegebenermassen die schwächste Woche der gesamten Reise, einziges Highlight für mich war Oudtshoorn). Die anderen Wochen hatten mehr Highlights. Wahrscheinlich führe ich den Ybericht noch weiter. Nur aus Neugier: Gibt es irgendwen in diesem Forum, der sich vorstellen kann so eine Reise ebenfalls zu machen?
Auch ich würde so eine Reise nie mit Rotel machen, alleine schon weil ich tierisch schnarche und eine Zumutung für andere bin, ausserdem Platzangst habe, ausserdem ist alleine Reisen in SA einfach, aber bitte mach weiter 🙂

Was mich doch wundert sind zwei Sachen. Beim Planen der Reise hast du dich da nicht über fakultative Ausflüge informiert? Und warum fährt man z.B. an solche Parks wie dem Zebra Mountain einfach vorbei? Das hätt ich von Rotel jetzt ned erwartet.

LG
1'287 Beiträge · seit 200827. Sept. 2013 ·
Hallo Australienfan,
Australienfan schrieb:Gibt es irgendwen in diesem Forum, der sich vorstellen kann so eine Reise ebenfalls zu machen?
Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich sofort ausgerufen: "Ich Rotel? Niemals!". Das gleiche habe ich aber auch immer über "Kreuzfahrten" gerufen. Dennoch habe ich in diesem Jahr eine gemacht.

Also im Moment schliesse ich das noch aus, aber wer weiss schon, was die Zukunft bringt. Da ich seit meinem ersten Lebensjahr reise, stehe ich auf dem Standpunkt, lieber irgendwie reisen als gar nicht. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass ich irgendwann in der Zukunft auch eine Rotel Reise mache. Wer weiss was noch so passiert.
Vielleicht werden die Reisen ja auch noch auf Basis der Kritik von Dir und anderer angepasst. Wäre ja z.B. eigentlich gar nicht so schwer für Interessierte zusätzliche Transporte vom Campingplatz in die jeweiligen Städte zu organisieren.

Was mich noch interessieren würde ist, wie heiss es in den Schlafkabinen so wird? Ich schätze das wird in den nun folgenden Ländern sicher interessant.

Danke für den sehr schön geschriebenen und reich bebilderten Reisebericht in eine mir (noch) eher unbekannte Art des Reisens.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
326 Beiträge · seit 201127. Sept. 2013 ·
Diana in Cape Town schrieb:
Australienfan schrieb:Und warum fährt man z.B. an solche Parks wie dem Zebra Mountain einfach vorbei? Das hätt ich von Rotel jetzt ned erwartet.
Hallo Diana,
also ich würde mit solch einem Gefährt (feuerrotes Spielmobil in XXL) nicht auf den dafür etwas klein geratenen Campingplatz fahren, zumal die Zufahrt dafür definitiv nicht ausreicht.
Und was kommt dann? Will man da nur einmal rein- und wieder rausfahren? Die Panormaroute im Park über die Berge geht da wohl kaum...
VG
cfm

P.S. Danke an australienfan für's mitnehmen. 🙂
Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da doch nicht lebend wieder raus! Reiseberichte: KTP 2012 | Addo 2012 | Hluhluwe-iMfolozi 2013 | KTP 2013 | Mokala 2013 | Rundreise Südafrika 2013
zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200827. Sept. 2013 ·
@Diana: Ich habe ein paar Jahre zuvor Namibia einen Monat mit dem 4x4 individuell bereist, damals hatte ich ein paar Hundert Stunden in die Reisevorbereitung gesteckt und war deswegen regelmässiger Gast in diesem Forum. Bin auch zum Nambia-Weekend von diesem Forum gegangen (Winter Potjie in der Schweiz). Bei der Rotel-Tour war von Anfang an klar, dass es nichts ändern würde, ob ich mich vorbereite oder nicht, weil ich keinen Einfluss auf die Tour habe und überhaupt keine Zeit für Individualismus ist. Auch als die Fakultativausflüge am Anfang der Reise präsentiert wurden, habe ich mich gar nicht gross drum gekümmert sondern einfach gesagt: Ich möchte alle mitmachen!

Ich fand die Reise insgesamt gut, hab aber diverse Kritikpunkte, die ich im Reisebericht alle nennen werde. Ich kann verstehen, dass man bei so einer Tour (9000 km durch 4 Länder) nicht jeden Nationalpark mitnehmen kann und das war mir im Voraus auch absolut bewusst. Rotel hat auch Touren, die nur Südafrika abdecken aber ich habe mich bewusst für die grosse Tour entschieden wohlwissend, dass dann auch das eine oder andere Sehenswerte nicht ins Programm aufgenommen werden kann.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
2'772 Beiträge · seit 200627. Sept. 2013 ·
Hallo Australienfan,

ich gehöre ebenfalls zu der Kategorie" Never ROTEL"! Dein Bericht ist interessant geschrieben und bestätigt mich in meiner Meinung immer wieder. Ich würde lieber zu Hause bleiben, als mir nachts das Geschnarche der anderen anzuhören und nur alle 3 Tage mal in meinen Koffer langen zu können. Ist das noch immer so? Wenn ich mir eine Jacke aus dem Koffer holen will, dann hole ich ihn mir jetzt und nicht erst in 3 Tagen! Ebenso bin ich nicht bereit "vorbeugend" alle möglichen Klamotten mit in den "Sarg" zu nehmen.
Trotz meiner ablehnenden Meinung zu ROTEL, danke, dass Du uns ungeschönt Deine Erlebnisse schilderst.

LG Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
97 Beiträge · seit 200627. Sept. 2013 ·
Hallo zusammen,
wie schon zu Anfang erwähnt, habe ich einige Rotel-Jugendtouren mitgemacht, kann daher aus eigener Erfahrung ein paar Infos geben. Rotelreisen bietet sich einfach für Reiseländer, bzw Gebiete an, die individuell schwer oder gar nicht zu bereisen sind, sogenannte Expeditionstouren. Beispiele wären die Mongolei, weite Teile Chinas, Patagonien oder auch die Wüstengebiete der Sahara. Das südl. Afrika würde ich da nun nicht zu zählen.
Rotel übernachtet nicht immer an Campingplätzen, häufig wird auch in der freien Natur ohne Verpflegungsmöglichkeiten oder sanitäre Anlagen übernachtet, und genau das macht aus meiner Sicht eine Rotelreise aus, ähnlich wie zelten in der freien Natur.
Logisch, das drumherum einer Rotelreise ist gewöhnungsbedürftig, entweder man liebt oder hasst es. Ich kann nur von Jugendreisen berichten, es war sichergestellt das nur gleichaltrige mitreisen und habe nur gute Erfahrungen mit den Mitreisenden gemacht.
Mittlerweile sind wir aber auch von Rotel etwas weg, sobald es das Land hergibt reisen wir individuell.
Von daher, nicht alles schlecht bei Rotel;-)
gruß potti

PS: es gibt übrigens auch Doppelkabinen, doppelt so „groß“ wie eine normale, für Paare, die ist schon recht bequem 😗
Themenstarter265 Beiträge · seit 200827. Sept. 2013 ·
Ich versuche heute Abend noch den Bericht zu ergänzen und die Bilder von Kapstadt hochzuladen.

@Guido
Richtig, sobald man zu zweit ist, ist Rotel meiner Ansicht nach preislich nicht mehr interessant. Wäre mein Mann mit nach Afrika gekommen, dann hätten wir selbstverständlich einen Mietwagen genommen und wären auf eigene Faust unterwegs gewesen. Für Alleinreisende halte ich Rotel hingegen interessant.

Ich sehe es wie Picco: "Besser so Afrika als nicht Afrika!"

@Carl
Zu den Temperaturen komme ich noch. In Kapstadt war's angenehm. In Nambia waren's nachts 40° in der Kabine (hab ein Thermometer mitgenommen)

@Pascalinah
Ja, alle 3 Tage durfte man an den Koffer. Das Konzept fand ich in Ordnung. Wobei ich jeden 3. Tag eigentlich noch als zu häufig empfand. Alle 6 Tage hätte meines Erachtens auch gelangt...

Ich dachte im Voraus, dass Schnarchen ein Problem werden könnte und hab reichlich Ohrenstöpsel mitgenommen - aber gebraucht habe ich sie kein einziges Mal. Ich habe im Rotel ausgezeichnet geschlafen. Weil ich oft Einschlafprobleme habe, höre ich i.d.R. Hörbücher zum Einschlafen. Ich hatte mir als erstes Hörbuch eines mitgenommen, welches 1 Stunde über die Südafrika berichtet. Jeden Abend wenn ich ins Bett bin habe ich das angemacht - und bin bis zum Ende des Urlaubs nicht über "Minute 10" hinausgekommen, weil ich immer vorher eingeschlafen bin. Effektiv gehört habe ich es dann im Flugzeug auf der Rückreise. Und ich bin während der ganzen Reise kein einziges Mal aufgewacht, weil ich irgendwen gehört hätte, sondern habe immer durchgeschlafen bis morgens mein Wecker geklingelt hat (ich bin i.d.R. als letztes in der Gruppe schlafen gegangen weil ich abends noch im Internet war und ebenfalls als letztes aufgestanden).
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
Themenstarter265 Beiträge · seit 200828. Sept. 2013 ·
9. Tag: Kapstadt

Heute steht Kapstadt auf dem Programm. Schon bei der Anfahrt sehen wir den markanten Tafelberg.


Rotelbus & Tafelberg (Kapstadt)... 10 Minuten Fotostopp... Einige Reiseteilnehmer stiegen nicht mal aus.


Leider hiess es, dass aufgrund des starken Winds, die Seilbahn auf den Tafelberg im Moment nicht fährt. Ich bin trotzdem gut gelaunt und hoffe, dass der Wind nachlässt...


Die Fahrt nach Kapstadt dauert über eine Stunde, weil wir die meiste Zeit in der Rush-Hour stehen (das Bild zeigt die leere Autobahn aus Kapstadt raus)


Unsere erste Besichtigung des Tages ist Kirstenbosch, der schönste und grösste botanische Garten Südafrikas. Ein Teil der Gruppe verzichtet auf die Besichtigung und wartet lieber am Cafe am Eingang. Okay, ich bin jetzt auch nicht der Botaniker-Typ... aber wenn man schon bis nach Kapstadt reist, dann sollte man eigentlich alles mitnehmen, was irgendwie angeboten wird.


Wir haben 2 Stunden Zeit den Garten anzuschauen


Ich entschliesse mich dazu, abseits von den anderen auf eigene Faust die Anlage zu durchstreifen




Mich interessierten aber die Tiere fast mehr als die Pflanzen 😉


Schmetterling im Kirstenbosch Garten


Der Botanische Garten ist überaus weitläufig... ich habe jedenfalls nur einen kleinen Bereich gesehen


An dieser Stelle blieb ich 45 Minuten stehen, denn es kamen viele kleine, kolibriartige Vögel zu den roten Blüten


Die Vögel zu fotografieren war alles andere als leicht, denn sie blieben nie länger als ein paar Sekunden an einer Stelle






Was das Fotografieren erschwerte war der winzige Tiefenschärfebereich bei über 600mm Brennweite ... im Prinzip ist nur ein Bereich von ca. 3 cm scharf - alles davor und dahinter ist unscharf.




Als wir den Botanischen Garten verliessen, hiess es plötzlich, dass die Seilbahn auf den Tafelberg geöffnet hätte. Also fuhren wir zur Seilbahn. Hier werden in einer Gondel an einem 1200 m langen Stahlseil bis zu 65 Personen pro Fahrt hoch transportiert.


Seit 1997 gibt es neue Gondeln, die aus der Schweiz stammen. Diese modernen Gondeln drehen sich während der 5-minütigen Auffahrt um ihre eigene Achse und erlauben so eine herrliche Rundsicht auf die Umgebung von Kapstadt.


Oben auf dem Tafelberg gibt es ein paar Spazierwege und natürlich hat man eine schöne Aussicht auf Kapstadt. Es war allerdings unglaublich windig.


Kapstadt ist mit 3,5 Mio Einwohner nach Johannesburg die grösste Stadt Südafrikas.


Blick auf die Waterfront


Da Kapstadt die erste Siedlung der südafrikanischen Kolonialzeit war, wird die Stadt gelegentlich auch als Mutterstadt (Mother City) bezeichnet. Den Namen hat die Stadt übrigens vom ca. 45 km entfernten Kap der Guten Hoffnung


Das Cape Town Stadium wurde anlässlich der Fussball WM 2010 gebaut (und 2009 eröffnet). Rund 65'000 Menschen finden hier Platz.


Kapstadt ist zwar nicht die Hauptstadt Südafrikas - aber seit 2004 der ständige Sitz des Parlaments


Leider konnten wir nicht so lange auf dem Tafelberg bleiben, denn nach gut 15 Minuten ertönte eine Not-Sirene: Das Evakuierungssignal. Dann müssen alle Gäste den Berg so schnell wie möglich verlassen, weil die Wetterbedingungen (Sturm) ein Einstellen der Seilbahn erforderlich machen. Aufgrund des Ansturms habe ich dann leider 45 Minuten Schlange gestanden bis ich wieder in eine Gondel einsteigen konnte. Das war sehr ärgerlich.







Unser nächster Fotostopp war im Malay Quarter (auch Bo Kaap genannt). Pastellfarbene Häuser prägen das Bild der im späten 18. Jahrhundert entstandenen Wohngegend. Die Kapmalayen sind Nachkommen jener Sklaven, die seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus Asien kamen.


Obwohl es "Malay Quarter" (Malaysisches Viertel) genannt wird, kamen die meisten Personen hier aus Indien, Ceylon und Indonesien. Malaiisch war zu dieser Zeit die Handelssprache in Südasien, so dass der Name darauf zurückzuführen ist.


Die Kapmalayen sind Moslems und kämpften bereits während der Apartheidszeit erfolgreich um den Erhalt ihres traditionellen Wohnviertels, so dass schliesslich ein Sanierungsprogramm begann. Einige Häuser waren bereits zu Slums verkommen und wurden gerettet.


Innenstadt von Kapstadt


In der City von Kapstadt verlassen wir den Rotelbus und machen einen kurzen Spaziergang durch die Fussgängerzone. Dieser führt u.a. vorbei am Parlamentsgebäude.


Fast direkt neben dem Parlament an der Government Avenue liegt dieses schöne Anwesen


In einem Park (Company Gardens / Militärpark) im Zentrum von Kapstadt steht diese Statue des jung verstorbenen Cecil Rhodes (1853-1902). Er träumte von einem kolonialem englischen "Hinterland", das von Kapstadt bis Kairo reicht.


Denkmal in den Company Gardens, Kapstadt


Am Nachmittag / Abend haben wir drei Stunden Aufenthalt an der Waterfront. Dort steht Kapstadts berühmteste Einkaufsgalerie: Die Victoria & Albert Waterfront


Zahlreiche Restaurants buhlen hier um die Gunst der Touristen


Waterfront, Kapstadt


Ich unternehme eine Riesenrad-Fahrt, um einen besseren Überblick über die Waterfront zu bekommen. Das hat mich einiges an Überwindung gekostet, denn ich habe Höhenangst und die einzelnen Gondeln schaukeln angesichts der heftigen Winde dort beträchtlich. Aber was tue ich nicht alles für ein Fotomotiv...


Waterfront, Kapstadt


Am Abend fahren wir mit dem Rotel-Bus noch auf den Signal-Hill. Dort erleben wir den Sonnenuntergang über Kapstadt




Als wir zurück fahren ist es bereits dunkel und Kapstadt verwandelt sich in ein Lichtermeer


Cape Town by Night


Wir sind gegen 21.30 Uhr wieder zurück auf dem Campingplatz. Das war schon ein Tag halbwegs nach meinem Geschmack: Nonstop on tour von 8.00 - 21.30 Uhr 🙂 Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir in Kapstadt bei Nacht noch den einen oder anderen Fotostopp für Nachtaufnahmen einlegen können - aber da wäre die Reisegruppe wohl auf die Barrikaden gegangen...
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013