Namibia auf Platz 19 des Pressefreiheit Index

14 Antworten · 4'184 Aufrufe · gestartet 31. Jan. 2013 von Info-Namibia
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Themenstarter497 Beiträge · seit 201231. Jan. 2013 ·
Hallo Fomis,

Namibia steht dieses Jahr auf dem Platz 19 des Pressefreiheitsindex der deutschen NGO "Reporter ohne Grenzen". Damit konnte sich Namibia um einen Platz verbessern und liegt nunmehr nur noch 2 Plätze hinter Deutschland auf Platz 17 (D hat einen Platz verloren). Nächstes Jahr wird man sich dann wohl um Platz 18 streiten! Wahrscheinlich trägt zu dieser guten Wertung zu einem beachtlichen Stückchen die kritische "Namibian" etwas bei!

Auf jeden Fall liegt Namibia in diesem Index an erster Stelle in Afrika und noch vor den USA etc. Ich finde, das ist eine bemerkenswerte Leistung, auf die wir Namibianer stolz sein können, daher auch dieser kurze Absatz in einem Reiseforum.

Mehr Infos findet ihr hier: http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2013/

Liebe Grüße,
Sebastian
Info-Namibia www.info-namibia.com
2'048 Beiträge · seit 200731. Jan. 2013 ·
Hallo Sebastian,
sicher hast du mit deiner Bewertung recht und die formale Pressefreiheit ist tatsächlich nicht das Problem in Namibia.
Nur: Selbst öffentliche Kritik und Skandalierung von Politikerfehlverhalten ändert ja überhaupt nichts. Selbst wenn ein Minister von einem Gericht wegen seiner unrechtmäßigen Landbesetzung verurteilt wird, behält er problemlos sein Amt, das illegal besetzte Land und nichts passiert. Der Skandal wird festgestellt, die Pressefreiheit ist vorhanden, aber rechtsstaatliche Konsequenzen fehlen viel zu oft. Die Regierenden sind sich ihrer Macht so sicher, dass es sie bestenfalls etwas stört, wenn die unabhängigen Medien da mal wieder Skandal rufen. Die Machtlosigkeit hergestellter Öffentlichkeit ist gerade in Namibia ein sehr trauriges Kapitel.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2013
216 Beiträge · seit 200931. Jan. 2013 ·
Hallo jaw,

da hast Du Recht! Das ist aber ja kein Versagen der Presse sondern es fehlt einfach an der kritischen Oeffentlichkeit, die sich ueber so etwas empoert. Und es ist nun mal leider so, dass die Regierung leider wirklich machen kann, was sie will, wiedergewaehlt wird sie trotzdem.
Da muss sich einfach langfristig etwas aendern. Ich finde den Ansatz der RDP sehr vielversprechend, aber wir sind uns sicher einig darueber, dass sich die politische Landschaft nicht ueber Nacht aendern wird.

Viele Gruesse,
Christian
78 Beiträge · seit 200831. Jan. 2013 ·
Hallo,

Platz 19! Nun wird endlich alles gut!
Als ich die Nachricht heute im Rentnerfunk (dt. Programm NBC) hörte, war ich fast zu Tränen gerührt...
Mache mir aber jetzt doch etwas Sorgen - ich bin eher ein "Seitenschläfer", kein "Rückenschläfer" ob ich mit der vor Stolz geblähten Brust überhaupt richtig schlafen kann?

besorgte Grüße,

Jens
Autofahren wird da interessant, wo es zu Fuß nicht mehr weiter geht...
33,1k Beiträge · seit 200612. Feb. 2014 ·
Hallo zusammen,

Namibia hat in diesem Jahr Platz 22 weltweit bei der Pressefreiheit erreicht. Zwar 3 Plätze runter gegenüber dem vergangen Jahr, aber neben Neuseeland das einzige Land der südlichen Hemisphäre und sowieso das einzige Land in Afrika mit der Top-Bewertung "Good situation".

Viele Grüße aus Windhoek
Christian


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(Quelle: www.rsf.org/index2014/en-index2014.php)
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454 Beiträge · seit 200612. Feb. 2014 ·
Dachte es geht hier um die pressefreiheit und nicht wie die politiker reagieren etc etc
Wenn man sich den bericht ueber die maut in deutschland angesehen hat und wie die politik hier mauschelt, da kann man nur sagen, drittwelt land in sachen politik handhabung ist deutschland allemal
vom flughafen berlin und steuernhinterziehung ganz zu schweigen...
33,1k Beiträge · seit 200618. Feb. 2015 ·
Moin zusammen,

Namibia ist nun auf Platz 17 (Platz 1 in Afrika), Deutschland auf der 12.
Einzelheiten: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/Rangliste_der_Pressefreiheit_2015.pdf

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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33,1k Beiträge · seit 200626. Apr. 2017 ·
Guten Morgen,

PFI 2017: Namibia in Afrika Platz 1, 24 in der Welt. In Afrika folgen Ghana, Kap Verde und Südafrika. Botswana nur auf Platz 48 weltweit.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Gast26. Apr. 2017 ·
Hallo,
A-Wolf schrieb:Wenn du den Link von Reporter ohne Grenzen anschaust, ist Namibia auf Platz 17 (WW)
Das ist das Ranking von 2016. Im Ranking von 2017 ist Namibia auf Platz 24 gefallen - was aber keine dramatische Verschlechterung darstellt.

Das Problem der namibischen Medien ist meines Erachtens nicht die Pressefreiheit. Es ist ein Entwicklungsland mit nur 2Mio. überwiegend armen Einwohnern und kleiner Wirtschaft. Es gibt nur wenige zahlungsbereite Medienkonsumenten und nur einen kleinen Werbemarkt. Medien/Presse/Funk sind alles Kleinstbetriebe, die nicht die Ressourcen für aufwändige Recherchen haben und deswegen die in einer Demokratie wichtige Kontrollfunktion der Medien gegenüber der Regierung nur eingeschränkt wahrnehmen können. Siehe das Ratingthema vor ein paar Tagen. Es wäre Aufgabe der Presse gewesen, den Finanzminister zu widerlegen und darauf hinzuweisen, das Namibia in allen Ratings nur noch den geringstmöglichen Abstand zum Abgrund ("Ramsch-Status") hat. Stattdessen wurde in den Medien über ein AAA-Prime-Grade-Rating für Namibia fabuliert. Es hat langfristig zwingend Folgen, wenn eine Regierung öfters mit Unsinn durchkommt, ohne das ihr jemand auf die Finger haut.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 26. Apr. 2017
890 Beiträge · seit 201626. Apr. 2017 ·
Hallo,
das die Presse in entwickelten Ländern eine "Kontrollfunktion" hat bezeife ich aber recht stark....
Gruß
873 Beiträge · seit 201626. Apr. 2017 ·
Christian-S. schrieb:Das ist aber ja kein Versagen der Presse sondern es fehlt einfach an der kritischen Oeffentlichkeit, die sich ueber so etwas empoert.
Die (freie) Presse IST ein entscheidender Teil der kritischen Öffentlichkeit, An der fehlt es nicht.
Was fehlt sind kritische - wir würden evtl. sagen mündige - Wähler und / oder politische Alternativen. Es ist einfach keine Demokratie nach westlichem Muster, wie wir sie wahrscheinlich mehrheitlich gern hätten, wie es sie in Afrika insgesamt aber nicht gibt oder wie sie evtl. auch gar nicht gewollt ist ?!
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391 Beiträge · seit 201528. Apr. 2017 ·
Die Bewertung Namibias ist von "Gute Lage" auf "Zufriedenstellende Lage" zurückgestuft worden. Was auch immer das heisst/was die Gründe dafür waren.
33,1k Beiträge · seit 200628. Apr. 2017 ·
Hi kOa-Master,
Die Bewertung Namibias ist von "Gute Lage" auf "Zufriedenstellende Lage"
Platz 1-20 ist "gute Lage", danach kommt "zufriedenstellende" usw. In Namibia hat die Diskussion zu einem Informationsgesetz für etwas pressefreiheitliche Unruhe gesorgt. Vorgelegt als Gesetz wurde es aber noch nicht.

Viele Grüße
Christian

OFF TOPIC
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Hi Yoda911,

jetzt wird es aber sehr politisch. Ein faktisches Einparteiensystem mit aber allen anderen Zügen der "westlichen" Demokratie ist natürlich auch eine Demokratie. Die Herrschaft geht auch hier - theoretisch - vom Volke aus. Das Volke ist nur eben zu 70% einer Partei zugehörig 😉 Eine richtige Demokratie hat nichts mit Parteienvielfalt zu tun; mal abgesehen davon sind in der namibischen Nationalversammlung mehr Parteien als im Deutschen Bundestag vertreten.
Es ist einfach keine Demokratie nach westlichem Muster, wie wir sie wahrscheinlich mehrheitlich gern hätten
Ich hoffe Du sprichst nicht von einer westlichen Demokratie a la USA. Das hat nämlich nicht viel mit Demokratie zu tun (auch wenn die Amis es gerne denken... man hält sein Volk halt auch dort "dumm") und die Verbreitung dieser mit gewaltsamen Mitteln ist ja auch mehr als gescheitert. Die Demokratie, in vielen Staaten in denen man von Demokratie sprechen kann (ich meine da jetzt nicht nur die Schweiz, sondern auch Mitteleuropa, Australien, Kanada...), hat vielerorts Jahrzehnte gebraucht um sich zu entwickeln. Das geht nicht binnen 10, 20 oder 30 Jahren.

So, mein Wort zum Sonntag am Freitag 😉

Viele Grüße aus Kapstadt
Christian
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33,1k Beiträge · seit 200610. Mai 2017 ·
Moin zusammen,

heute hat Namibia den "World Press Freedom Day" von vergangener Woche nachgeholt. Präsident Geingob hat die Pressefreiheit gelobt und zugesichert, dass sich unter ihm daran nichts ändern werde. Zudem wurde erstmals ein recht ausführliche "Code of Ethics" für die Medienhäuser vom Redakteursforum hervorgebracht. Es ist eine Selbstverpflichtung.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian

📎 codeofethics_online.pdf
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