Ich weiß immer nicht so genau, was man raten soll.
Und um noch mal zur Ausgangsfrage zurückzukehren, was man machen soll, wenn das Auto zu weit weg steht:
Grundsätzlich steht das Auto nicht zu weit weg, denn man bleibt beim Auto, allemal dann, wenn man unerfahren ist - und man hält Ohren und Augen auf, in der Wildnis. Und ggf. zügig ins Auto. Richtig.
Wir können Jedem nur zu großer Vorsicht raten.
„Intuitiv macht da wohl jeder das Richtige.“
Nein. Eben nicht.
Der vielgerühmte gesunde Menschenverstand nützt nur dem etwas, der sein Vorwissen und Erfahrung in diesen hat einfließen lassen!
So ist das nun mal. Überall.
Auch hier in Europa nützt einem der „gesunder Menschenverstand“ sehr wenig, in Extremsituationen, zu denen man nicht zuvor schon Wissen oder Erfahrung/Training hat (nehmen wir mal als Beispiel, die Lagerung eines Ohnmächtigen Unfallopfers...), der gesunde Menschenverstand hat da schon vielen geschadet, deshalb muss man so was ja auch lernen...
Und so ist der gesunde Menschenverstand eines lokalen Viehhirten in Afrika ein anderer als der eines europäischen Normaltouristen, der zuvor noch nie in Afrika war und weder Cheetah von Leopard noch Genet von Civet unterscheiden kann usw... - ja, ich weiß, wir alle hier im Forum sind nicht so... 😗
Ich hoffe aber, ihr versteht, was ich meine.
Wir selbst können, auch nach vielen Jahren Afrikareisen und monatelangen Aufenthalten in vielen unterschiedlichen Nationalparks, noch immer nicht gesichert sagen, was richtig ist. Oft handeln wir aus dem „Bauch“ heraus, aber der ist genauso unzuverlässig, wie der „gesunde Menschenverstand“.
Grundsätzlich aber, sind wir immer sehr vorsichtig, so wie amazingviews es gut beschrieben hat. Leider werden wir in der Routine manchmal nachlässig. Zum Glück ging bisher alles gut. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit!
Und noch etwas: Wir haben immer klein angefangen und unsere Erfahrungen langsam gesammelt und gelernt. Und über viele Jahre langsam gesteigert. Und wir haben uns immer nur dorthin begeben, wo wir uns sehr gut vorbereitet hatten. Dann mussten wir auch nicht die Hosen voll haben. (Viele Ecken der Welt kennen wir übrigens deshalb nicht.)
Das alles ist mittlerweile anders. In der heutigen mal-eben-high-end-thrill-Bewegung im Tourismus, gibt es einen Kardinalfehler, der in nicht allzu langer Zeit zu erheblichen Restriktionen führen wird (denn die Nationalparksverwaltungen/die Länder haben die Nase schon lange gestrichen voll, von den vielen Vorfällen und Unfällen) und der liegt in dem generellen Glauben, dass das, was die Technik kann und das, was man bezahlen kann, würde als Konglomerat ausreichen, anstatt eigener Fähigkeiten.
Und das ist eben nicht so. Und wird deshalb dann gefährlich. Da nützen einem die Superversicherungen auch nix. Denn die können zahlen, aber einem nicht die Unversehrtheit schenken.
Es ist nicht klug, sein Glück zu sehr zu strapazieren und sich mit naiven Vorstellungen in Situationen zu begeben, die man nicht einschätzen kann und die gefährlich sein können. Besser ist es, zuvor langsam Erfahrungen zu sammeln und sich Wissen über die Natur anzueignen, in der man sich aufzuhalten gedenkt.
(Allerdings nützen einem dafür die lockeren Sprüchlein über die Gefährlichkeit des europäischen Autobahnverkehrs recht wenig.)
Gesunde Heimkehr.
Gruß lilytrotter