Diskussion zur optimalen Mietwagenversicherung

229 Antworten · 51,1k Aufrufe · gestartet 12. Okt. 2011 von Philip Marlowe
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5’538 Beiträge · seit 200805. März 2015 ·
Liebe Isa,

keine Versicherung dieser Welt zahlt trotz Vollkaskoversicherung, wenn der Fahrer grob fahrlässig oder vorsätzlich dazu beigetragen hat, dass es zu einem Unfall kam. Als bekanntestes Beispiel nenne ich hier mal Alkoholgenuss. Als zweit-bekanntestes Beispiel (das aber niemand zur Kenntnis nehmen will), ist ein den Straßenverhältnissen nicht angepasstes Fahren vor allem durch überhöhte Geschwindigkeit zu nennen. Und als drittes die Missachtung von Verkehrsschildern. In all diesen Fällen zahlt weder eine deutsche, noch eine namibische, noch eine englische (Lloydfs) Versicherung.

Für Namibia gelten noch ein paar Sonderfälle, die man aber ausschließen kann, wenn man die passende Kreditkarte hat. Diese Sonderfälle sind Glas- und Reifenschäden sowie Unfälle ohne ein fremdbeteiligtes Lebewesen (Mensch oder Tier). Diese Fälle deckt dann entweder Deine Kreditkarte oder eine in Deutschland abzuschließende Zusatzversicherung ab. Ich würde die KK-Variante wählen, weil die so lange Du die Karte hast, gilt und nicht jedes Mal erneuert werden musst.

Und jetzt zu dem, was Lasodonta gesagt hat. Die beste "Versicherung" ist angemessenes Fahren. Das heißt zum Beispiel, dass man auf Gravel Roads - auch wenn diese einen hervorragenden Eindruck machen (ja, die gibt es) - nie schneller als 70 bis 80 kmh fährt. Viele glauben, dass sie ja jetzt einen 4 x 4 unter dem A...... haben und da könnten sie so einfach drauf los brettern. Auch sollte man vermeiden, in der Dämmerung zu fahren. Am frühen Morgen wie ab dem späten Nachmittag ist viel Wild auf der Straße (oder hinter dem Busch) und das verhält sich unberechenbar. Versucht halt, Euch den Weg so einzteilen, dass Ihr spätestens um 15.00 Uhr am Ziel seid.

Ich würde mir auf keinen Fall den Urlaub verderben lassen. Denn die hier aufgezählten Fälle sind zwar schlimm, aber es fahren jährlich mindestens 50.000 Menschen mit dem Leihwagen durch Namibia und das mal durchschnittlich 14 Tage = 700.000 Fahrtage. Da sind die geschilderten Fälle wirklich nur ein Bruchteilchen.

Freu Dich auf ein traumhaft schönes Land und genieße es.

Liebe Grüße
Gerd
1’667 Beiträge · seit 201105. März 2015 ·
Danke Gerd, eigentlich alles gesagt.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass die südafrikanischen Verleiher (zumindest alle, die ich kenne) auch die Single accidents versichern , die namibischen nicht.

Dann bleibt das Risiko der SB, der Scheibe und der Reifen.

Kosten für Reifen (kann man ja meistens flicken) zu vernachlässigen

Kosten Scheibe , wenn nicht in jedem Urlaub vermutlich günstiger als jedes Mal Versicherung zahlen

SB, das Auto einfach ordentlich behandeln wie das eigene und auch mal etwas gemütlicher fahren

Es ist halt eine tief sitzende Eigenart der Deutschen, sich gegen alles versichern zu wollen.

Wir nehmen immer nur die Standardversicherung, haben noch nie einen Schaden gehabt und damit schon genug gespart, um einmal was kaputt zu machen 😉

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
zuletzt bearbeitet 05. März 2015
Gast05. März 2015 ·
Ich stimme Loxodonta und Gerd zu: Unfälle lassen sich grösstenteils vermeiden, wenn man nicht unter Alkoholeinfluss fährt und ausserdem die Geschwindigkeit runterfährt.
Geplatzte Reifen spielen bei den richtig schweren Unfällen übrigens nur eine untergeordnete Rolle - die Hauptunfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit!

Ich fahre seit acht Jahren in Namibia Auto, seit etwa sieben Jahren einen Hilux, ohne Versicherung übrigens. Meistens fahr ich in der Stadt, manchmal auf die Farm, und mein einziger Unfall ist in Windhoek passiert, weil mir jemand die Vorfahrt genommen hatte 😉

Einmal ist uns auf Gravel der Reifen geplatzt als wir mit der Lorry unterwegs waren (da waren wir zu flott unterwegs, ganz klar), und selbst da sind wir unbeschadet zum Stehen gekommen.

Also, bitte einfach nur angemessen fahren, dann führt auch ein Reifenplatzer nicht gleich zum Totalschaden.
47 Beiträge · seit 201305. März 2015 ·
Gerd1942 schrieb:
keine Versicherung dieser Welt zahlt trotz Vollkaskoversicherung, wenn der Fahrer grob fahrlässig oder vorsätzlich dazu beigetragen hat, dass es zu einem Unfall kam.
Gerd
Ja, das mit der Fahrlässigkeit wird von den Versicherungen ausgeschlossen. ABER: Jetzt kommt der Unterschied zwischen deutschen KFZ-Versicherungen und denen in Afrika: Hier muss die Versicherung die Fahrlässigkeit beweisen, in namibischen / Südafrikanischen Versicherungen muss der Mieter die Nicht-Fahrlässigkeit beweisen. Also Umkehr der Beweislast !
Und DAS ist das Problem. Die Versicherung dort unten kann ganz geschmeidig Fahrlässigkeit behaupten, die Versicherungsleistung verweigern, und der Mieter ist dann gezwungen, DORT vor Gericht nachzuweisen, dass er NICHT fahrlässig gehandelt hat. Also so gut wie unmöglich.
Schwierig, aber machbar (ich habe das in langen emails mit dem Autovermieter als "Anhang" zu den Versicherungsbedingungen ausgehandelt), ist genau diese Umkehr der Beweislast zu verlangen. Also dass die Fahrlässigkeit von der Versicherung nachwiesen werden muss.
Gast05. März 2015 ·
Jansenbusch schrieb:Die Versicherung dort unten kann ganz geschmeidig Fahrlässigkeit behaupten, die Versicherungsleistung verweigern, und der Mieter ist dann gezwungen, DORT vor Gericht nachzuweisen, dass er NICHT fahrlässig gehandelt hat. Also so gut wie unmöglich.
Naja, ganz so geschmeidig geht das nicht, wenn in dem Auto eine Blackbox war, und dann ist auch der Beweis der Unschuld nicht so gut wie unmöglich. Viele halten so eine Blackbox ja für Überwachung und lehnen das ab, aber sie kann auch ganz klar einen Vorteil bedeuten.
97 Beiträge · seit 201505. März 2015 ·
Hallo Gerd,

vielen Dank für deinen Kommentar, der sehr beruhigend für meine Nerven war 🙂 Angemessene Fahrweise ist selbstverständlich, aber in diesem thread wurden ja teilweise Fälle geschildert, die einem wirklich Angst machen können.

Aber gut, du hast sicher recht: man muß das im großen Zusammenhang sehen. Auf die Vielzahl der Reisenden umgerechnet, handelt es sich hoffentlich nur um wenige Einzelfälle, obwohl man bei Lektüre all der hier geschilderten Fälle von Reifenplatzern, Überschlägen etc schon einen anderen Eindruck bekommen kann...

Hallo Montango,

sind mit Single Accidents solche Fälle gemeint, wie sie VolkerK hier geschildert hat? Also: Ein Fahrer ist gezwungen, einem ihm auf seiner Spur entgegenkommenden Laster auszuweichen, gerät dadurch auf die Böschung, überschlägt sich, Totalschaden. Er bleibt auf den Kosten sitzen, die Versicherung übernimmt nichts.

Auch Reifenschäden gelten ja in Namibia grundsätzlich als Fahrlässigkeit des Fahrers, der deswegen auch in diesem Fall den Schaden selber zu tragen hat, so habe ich mich in diesem thread belehren lassen.

Wenn man, wie du, noch nie einen Schaden hatte, ist man natürlich fein raus, aber wie soll man das vor der Reise wissen? Das Risiko, einen großen Schaden aufgrund eines geplatzten Reifens zu erleiden (und zwar trotz vernünftiger, angepaßter Fahrweise!) ist ja offenbar in Namibia nicht gerade gering...

LG
Isa
1’667 Beiträge · seit 201105. März 2015 ·
Hallo Isa,

single accident- Unfall ohne Beteiligung Dritter. Das kann natürlich auch ein Tier gewesen sein, dass Dich zum Ausweichen mit Überschlag gezwungen hat und dann entschwunden ist.

Das ist für mich eigentlich das Einzige, was mich beunruhigt. Mit der SB kann ich zur Not leben, wenn wirklich mal was passiert. Und sich über Reifenreparaturkosten aufzuregen bei teilweise horrenden Übernachtungskosten lohnt nicht wirklich 🙂

Mach Dir nicht soviele Sorgen: wie Woma schon schrieb, die meisten Unfälle in Namibia geschehen aufgrund von unangepasster Geschwindigkeit.

Wir sind zuhause bekennende Schnellfahrer 🙂 im südlichen Afrika sind wir echte Schnarcher 😉

LG

Montango
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3’080 Beiträge · seit 200906. März 2015 ·
Ich kann das nur unterstreichen mit der überhöhten Geschwindigkeit, ich poste hier mal ein Dokument einer Blackbox. Trauriger Rekord:

132 km/h auf Gravel road
74 km/h IM Kalahari Transfrontier Park

Leider ging die geschilderte Behandlung des Fahrzeugs nicht schadlos an ihm vorbei. Mehrere Versuche den Fahrer zu einer angemessenen Fahrweise zu bewegen waren erfolglos. Selbst die Ranger im KTP die eingeschaltet waren sahen nur noch eine Staubwolke des Fahrzeugs als sie den Fahrer zur Rede stellen wollten.

📎 h9136401.pdf


Wie Montango es schrieb: bitte schnarcht und rast nicht!

lg sasowewi
zuletzt bearbeitet 06. März 2015
1’089 Beiträge · seit 200906. März 2015 ·
Montango schrieb:...die meisten Unfälle in Namibia geschehen aufgrund von unangepasster Geschwindigkeit.
Wir sind zuhause bekennende Schnellfahrer 🙂 im südlichen Afrika sind wir echte Schnarcher 😉 ...
Hat sich schon einmal einer überlegt, dass gerade durch "Schnarcher" vielfach andere "normale" Fahrer zu riskanten Überholmanövern verleitet werden.
Daher rast nicht aber schleicht auch nicht. Fahrt angemessen, dann seid Ihr auf der sicheren Seite. Wenn Ihr fotographieren wollt, dann haltet nicht in der Straßenmitte, nicht hinter Kuppen oder sonstigen uneinsichtigen Stellen.

Gruß Klaus
22 Beiträge · seit 201506. März 2015 ·
Hallo,
Swakop1952 schrieb:Zum einen gibt es Leute die aufgrund fehlender Erfahrung nicht merken wenn ein Reifen Luft verliert, zum anderen hilft Dir das störanfällige Kontrollsystem überhaupt nichts, wenn Dir der Reifen platzt. Und spätestens da kannst Du einen Teil in die Tonne kippen. Theoretisch klingt alles so wunderbar auf mitteleuropäische Bedingungen projiziert, die afrikanische Praxis in Sand und Dreck und Modder ist die Kehrseite.
Aha, kannst Du da etwas spezifischer sein, welche Erfahrungen mit welchen aktuellen Systemen Du da hast und was genau an der simplen Technik so störanfällig sein soll? Oder ist das nur Hörensagen? Bei Billigteilen für 40 EUR ist teilweise die Funkverbindung wackelig. Bei einigen Systemen hat man auf schlechtem Gravel schnell mal die Ventilkappen verloren. Das ist bei vernünftigen aktuellen Systemen aber kein Problem mehr. Die Markenanbieter sind durchaus lernfähig.

Ein Reifenplatzer passiert nicht aus dem nichts von einer Tausendstelsekunde zur nächsten. Der kündigt sich über Druck- und Temperaturänderung an. Und genau das stellt so ein Kontrollsystem fest. Du hast vielleicht die Erfahrung. Viele Touristen nicht und die, die das erste Mal in Afrika reisen, schon gar nicht. Das Erfahrungsdefizit gleicht so ein System zum Teil aus.

Allgemein zu Versicherungsbedingungen: Da ist alles "Juristendeutsch". Einzelne Wörter haben eine große Bedeutung. Es gibt in Deutschland viele namhafte Versicherungen, bei denen ausdrücklich auch "grobe Fahrlässigkeit" versichert ist. Bei DerTour steht unter Ausschlusskriterien, das schon "fahrlässiges Fahren" (ohne den Zusatz des Wortes "grob") nicht versichert ist.

Der Speeding Report ist interessant. Die Veröffentlichung kann zumindest in Deutschland eine Straftat sein und Werbung für den Vermieter ist es auch nicht gerade. Ganz egal wer Recht hat. Man möchte bei Streitigkeiten nicht Informationen über sich veröffentlicht sehen, die Dritte nichts angehen.

Grüße

L.
Gast06. März 2015 ·
Reiseklaus schrieb:
Hat sich schon einmal einer überlegt, dass gerade durch "Schnarcher" vielfach andere "normale" Fahrer zu riskanten Überholmanövern verleitet werden.
Sorry, aber das Argument lass ich nicht gelten. Die weitaus meisten Unfälle passieren auf Gravel, und wer da ein riskantes Überholmanöver einleitet ist selber Schuld! Besonders viel Gegenverkehr hat man da jedenfalls nicht, und meist ist die Strasse auch breit genug und auch weit genug einsehbar, dass man auf sichere Art überholen kann, vor allem wenn der andere wirklich schleicht.
Und was bitte sind "normale" Fahrer? Wenn du damit die Hiesigen meinst, na danke. Die kennen ja auch auf Asphaltstrassen kein Pardon - ich schleiche da nie, fahre immer zwischen 110 und den erlaubten 120, aber das ist vielen Herrschaften hier im Land immer noch zu langsam, und sie fühlen sich durch mein "Schleichen" zu riskanten Überholmanövern verleitet.
Ich werd diesen furchtbaren Unfall an der Küste nie vergessen, der soviele Leben und fast eine komplette Familie ausgelöscht hat, nur weil der bescheuerte namibische Fahrer meinte er müsse risikoreich überholen.
Sorry, aber da krieg ich Plaque, ehrlich.
Leider versteht nämlich nicht jeder unter "angemessen" das, was auch wirklich angemessen wäre.
Für einen Mieter eines Autos gilt vor allem mal die Geschwindigkeit, die der Vermieter vorgibt. Wenn ein Schild eine geringere Geschwindigkeit zeigt, dann richtet man sich nach dieser. Wenn man merkt, dass einem auf Gravel der Hintern wegrutscht, dann drosselt man die Geschwindigkeit so lange bis man das Fahrzeug sicher unter Kontrolle hat. Die Speed Limits sind Limits nach oben und keine Richtgeschwindigkeit!!


Was den Bericht angeht: ich kann nirgends einen Namen entdecken, somit kann ich mir jetzt nicht vorstellen dass dies eine Straftat darstellt ihn hier zu zeigen.
Bin mir bei dem komischen deutschen Rechtsystem allerdings nicht sicher, klar.

@Sasowewi: mich schockiert die Liste kein bisschen. Hab schon gesehen wie einer mit 130 durch Etosha geflogen ist. Und dass man dann hinterher lügt dass sich die Balken biegen kenn ich auch zur Genüge.
Haben wir jetzt erst wieder einen Fall. Erst war es der Reifenplatzer, und nachdem man den Vertrag nochmal gelesen hatte war es doch eine Kuh der man ausweichen musste. Ja, klar 😣
zuletzt bearbeitet 06. März 2015
3’080 Beiträge · seit 200906. März 2015 ·
@ Woma,

ich bin voll bei dir, ich habe auch schon mehrere Unfälle erlebt und selbst erste Hilfe geleistet. Erst riskant überholt worden weil ich wegen eines Esels der mitten auf der Straße stand langsamer wurde. Der Überholende hat den Esel dann auch gesehen, das Steuer verrissen und kam fast 100 Meter neben der Piste zum Stehen. Das Vorderrad flog noch 50 Meter weiter. Zum Glück waren es keine ernsten Verletzungen.

Und wer schonmal gesehen hat wie sich jemand auf der Autobahn totgefahren hat der hat auch eine andere Einstellung zur Raserei.

Was den Bericht angeht, da gilt südafrikanisches Recht. Das verwechseln auch immer viele die ein Auto mieten, wer deutsches Reiserecht anwenden möchte der muss bei einem deutschen Veranstalter buchen und nicht in Namibia oder Südafrika direkt. Aber wie WoMa schon schrieb, wer lesen kann ist klar im Vorteil, dafür gibts ja einen Mietvertrag und der gilt nunmal.

lg sasowewi
19 Beiträge · seit 201406. März 2015 ·
Halte nicht wirklich viel von Rasern und in nem Wild-Gehege schon 2x nicht. Hab ich auch keinerlei Verständnis für.

Wir hatten im Krüger auch schon so ne negative Erfahrung gemacht. Ne Rino-Family vor uns mit nem Kalb, die sich nicht von der Strasse rühren wollten. Wir kommen nicht vorwärts und hinter uns stauen sich zwei weitere Fahrzeuge. Nen Idiot hinter uns fängt an zu hupen, bis das Kalb auf uns zu gespurtet kommt.
War zum Glück nur nen Scheinangriff und die Mum hatte wohl nen guten Tag. Nachdem wir dann irgendwann dran vorbei gekommen sind, überholt uns der Vollpfosten und heizt an uns vorbei.

Null Verständnis für solche Idioten - sollen doch zuhause bleiben. Noch trauriger, wenn wegen diesen Typen die Versicherungsbedingungen gestrafft werden...

Ober zurück zum Topic und vielleicht ne Frage an die Vermieter 🙂
Was passiert denn, wenns nen Reifen zerfetzt (eventuell wegen nem Dorn oder so) und man sich ans Tempolimit hält?
Ist das einfach Pech, gibt da Kulanz oder zahlt die Versicherung?
Reise, Reise
886 Beiträge · seit 200706. März 2015 ·
@Woma
das Du hier keinen Namen entdecken könntest, liegt schlicht und ergreifend daran, dass Sasowewi seinen Beitrag noch einmal geändert hat. Er hat im Text sehr wohl einen Namen genannt und das geht in meinen Augen gar nicht. Das hat nichts mit einem komischen Rechtssystem in Deutschland zu tun. Viel mehr vergleichbar mit meinem Arzt oder Rectsanwalt, da gibt es soetwas wie eine Schweigepflicht . Nur weil mein Autovermieter die Möglichkeit hat, durch die eingebaute Technik klar auszulesen, wie schnell oder langsam und wohin ich gefahren bin, darf er das noch lange nicht irgendwo veröffentlichen.

sorry, für Off-Topic, hier geht es ja eigentliche um Versicherungsbedingungen.

Es grüßt
Lisolu
2’462 Beiträge · seit 200606. März 2015 ·
Also wenn wir uns hier nun schon im Kleinklein bewegen, möchte ich der guten Ordnung halber ergänzen, dass er mitnichten einen Klarnamen genannt hat, sondern einen Nicknamen. Insoweit hinkt der Vergleich mit der Schweigepflicht bei Arzt oder Rechtsanwalt dann doch etwas.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
886 Beiträge · seit 200706. März 2015 ·
@ Sanne
Du hast nicht ganz Unrecht. Aber in so einem Forum ist das ja so eine Sache mit Nicknames. Auf wievielten Forentreffen etc. warst Du schon und wievielen Nicknames kannst Du Klarnamen zuordnen. Also ich weiß von ziemlich vielen die Klarnamen. Aber mir geht es einfach um das Grundsätzliche, sprich " Das tut man einfach nicht"
Selbstverständlich darfst Du dazu Deine ganz eigene Meinung haben.

Gruß
Lisolu
1’667 Beiträge · seit 201106. März 2015 ·
Reiseklaus schrieb:
Montango schrieb:...die meisten Unfälle in Namibia geschehen aufgrund von unangepasster Geschwindigkeit.
Wir sind zuhause bekennende Schnellfahrer 🙂 im südlichen Afrika sind wir echte Schnarcher 😉 ...
Hat sich schon einmal einer überlegt, dass gerade durch "Schnarcher" vielfach andere "normale" Fahrer zu riskanten Überholmanövern verleitet werden.
Daher rast nicht aber schleicht auch nicht. Fahrt angemessen, dann seid Ihr auf der sicheren Seite. Wenn Ihr fotographieren wollt, dann haltet nicht in der Straßenmitte, nicht hinter Kuppen oder sonstigen uneinsichtigen Stellen.

Gruß Klaus
Hallo Klaus,

ein "normaler " Fahrer hat uns bisher noch nie überholt 🙂 Wäre uns auch viel zu staubig 😉

Was ich mit Schnarchen meine, ist sich zumindest an die Speedlimits zu halten. Es ist doch verrückt z.B. in den KTP zu fahren und dann mit 70 km/h oder höher von einem Camp zum anderen zu rasen oder mit 120 km / h über Gravel damit man die nächste Lodge noch vor Sonnenuntergang erreicht.

Und wenn das einige Südafrikaner machen, muss es beim deutschen Touristen auf seiner ersten Reise nicht unbedingt auch klappen 😉

LG

Montango
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47 Beiträge · seit 201306. März 2015 ·
Isa.W schrieb:Hallo,

1. Ist es korrekt, daß ich bei Anmietung eines PKW (die Debatte darüber, ob Hilux & Co. einfache PKWs sind oder nicht, lasse ich jetzt mal beiseite) nur dann für alle Schadensfälle 100%ig abgesichert bin, wenn ich über einen angesehenen deutschen Veranstalter wie beispielsweise DerTour buche und dort die teuerste alle Versicherungen wähle? (Vollkasko, ohne Selbstbeteiligung).

Isa
Völlig unabhängig von der langen Diskussion über das Fahren an sich möchte ich auf die konkreten Fragen von Isa eingehen, da ein Teil der Diskussion die gestellten Fragen nicht beantwortet.

Bei einem deutschen Veranstalter zu buchen erhöht die Sicherheit, weil dann deutsches Versicherungsrecht gilt. Das heißt einmal keine Umkehr der Beweislast bei Fahrlässigkeit (also der Versicherer muss die Fahrlässigkeit beweisen, und nicht der Versicherte die Nicht-Fahrlässigkeit), und selbst im Streitfall ist Gerichtsort in Deutschland (so sollte es zumindest in den Versicherungsbedingungen stehen). Meiner Meinung nach ist mit dem Abschluss eines Mietvertrags und der Versicherung in Deutschland das größte Risiko beseitigt.
"Fahrlässigkeit" ist in der Regel in jeder Versicherung ausgeschlossen. Dazu zählt eben auch betrunken fahren etc. Das sollte aber nicht das Problem sein. Wer sich im deutschen Straßenverkehr vergleichsweise unverdächtig und unfallfrei bewegen kann, der fährt nicht fahrlässig.

Das mit der "Dashcam" (Kamera im Auto, die alles aufzeichnet, ist aber nicht das gleiche wie die Helmkamera bei Snowboardern, das ist eine GoPro und superteuer), ist keine schlechte Idee (warum gibt es die vielen "Russia car crash" videos im Netz?Weil dort genau aus dem Grund der Unfallrekonstruktion sich viele Leute so eine Kamera ins Auto bauen), dann sollte aber nicht das technisch billigste Teil (eben nicht 40 €) genommen werden, weil:
- Stromversorgung: Viele billige Geräte schalten binnen Sekunden ab, wenn die Stromversorgung über den Zigarettenanzünder mal ausfällt. Das kann auf einer Wellblechpiste schonmal passieren.
- Aufzeichnungsmodus: Die Kamera muss ja im Grunde immer mitlaufen, und den Speicher immer wieder "von vorne" vollschreiben, damit ein hinreichender Zeitraum abgedeckt ist, wenn die Kamera ausgeschaltet wird. Das sollten mindestens 15 Minuten sein. Billige Kameras zeichnen auf bis der Speicher voll ist, und dann stoppen sie oder verlangen manuelles Überschreiben. Das Ding muss intelligent sein.
- Qualität: Auf dem Video sollte auch schon was zu erkennen sein.
- Halterung: Bei viel Gewackel ist auf dem Film auch nicht viel zu erkennen. Gerade billige Kameras kommen mit sehr billigen Halterungen.
Ob das in namibischen Gerichten als Beweis herangezogen werden darf ist fraglich und es darf vermutet werden, dass die Ablehnung der Beweiszulässigkeit darauf ankommt, wieviel der Prozessgegner bezahlt.


Die Reifenversicherung kann man sich im Grunde sparen: Der Aufpreis kostet soviel wie ein neuer Reifen. Der muss dann aber unterwegs ohnehin erstmal bezahlt werden, und die Rechnung muss eingereicht werden. Ich hatte zwei Reifenplatzer, habe zwei Schläuche gekauft, einen Reifen flicken lassen und einen Reifen neu gekauft. Hat alles zusammen soviel gekostet wie die Reifenzusatzversicherung. (Das wäre ohnehin sinnvoller: Prüfen, WAS für Reifen das Fahrzeug hat. Viele haben noch Schläuche, das ist nicht besser wie schlauchlos. Aber das wird der Autovermieter nicht wissen).

Glasversicherung klingt sinnvoller, gerade bei den GravelRoads. Mir ist zwar auf meinem letzten Namibia-Urlaub diesbezüglich nichts passiert, aber andernorts. Daher auch bei der Übergabe des Fahrzeugs jeden noch so kleinsten Kratzer in der Scheibe dokumentieren !

Dann: In den Versicherungsbedingungen nachlesen und ggf. schriftlich vom Versicherer zusichern lassen, dass das Fahrzeug auch auf nicht asphaltierten Straßen versichert ist ! Das steht nämlich gerne in europäischen Versicherungsbestimmungen. Nicht asphaltiert = offroad. Das passt für Namibia natürlich nicht.
Ich habe mir in die Versicherungsbestimmungen schreiben lassen "all roads, inclusive single track". Denn ein "single track" ist im Grunde schon die Zufahrt zu einer Ranch und "single tracks" sind in manchen Versicherungsbestimmungen auch ausgenommen.
Das sicherste wäre meiner Ansicht nach:
- Buchen und versichern in Deutschland
- Dashcam für 100 €
- TireMoni Reifendrucksensoren. Hab ich selbst seit Jahren unter widrigsten Bedingungen, sind super.

Ich hoffe, das hat Isa ein bisschen geholfen.
22 Beiträge · seit 201506. März 2015 ·
Hallo,
Jansenbusch schrieb:Bei einem deutschen Veranstalter zu buchen erhöht die Sicherheit, weil dann deutsches Versicherungsrecht gilt.
Kannst Du das juristisch begründen? Du mietest nicht beim deutschen Veranstalter. Die ganzen deutschen Veranstalter und Mietwagenbroker ziehen sich rechtlich auf eine Vermittlerrolle zurück. Auch bei DerTour steht:
Der gültige Mietvertrag wird direkt zwischen Mieter und Vermieter vor Ort abgeschlossen. Es gelten daher die Mietbedingungen des Vermieters.
Kaskoversicherung: inklusive über den Vermieter.


Die erstrangige Kaskoversicherung schließt Du auch über den Vermieter vor Ort ab. Das deutsche Versicherungsrecht gilt bei solchen Konstruktionen nur für etwaige enthaltene Zusatzversicherungen z.B. zum Ausschluss des Selbstbehaltes, die Du direkt über den deutschen Vermittler abschließt. Da kommt es dann auch auf das Kleingedruckte bezüglich vorrangiger Versicherungen an.

DerTour macht im Kleingedruckten an mehreren Stellen klar, dass es sich nicht um eine mit einer deutschen Vollkasko vergleichbaren Versicherung handelt. Das sind alles juristische Formulierungen. Es steht da bei Dertour nicht zufällig nur "Kaskoversicherung" statt "Vollkaskoversicherung. Es steht da unter Ausschlusskriterien nicht zufällig "Fahrlässigkeit" statt "grobe Fahrlässigkeit" nach deutschem Versicherungsrecht. Man überliest diese Details schnell. Sie haben aber eine Bedeutung.

Grüße

L.
47 Beiträge · seit 201306. März 2015 ·
Loxodonta schrieb:Hallo,
Kannst Du das juristisch begründen? Du mietest nicht beim deutschen Veranstalter. Die ganzen deutschen Veranstalter und Mietwagenbroker ziehen sich rechtlich auf eine Vermittlerrolle zurück.
L.
Die Vertragsbedingungen bei DerTour kenne ich in der Tat nicht. Ich weiß aber, dass es Veranstalter gibt, die sich nicht nur auf eine Vermittlerrolle zurückziehen, sondern mit denen man direkt den Mietvertrag abschließt (ich müsste bisschen in emails graben, WELCHE das nun waren. Aber es gibt sie, nicht ALLE deutschen Veranstalter sind nur Vermittler). Wenn das so ist wie beschrieben, d.h. DerTour nur einen Vertrag zwischen dem Mieter und einem lokalen Vermieter zurückzieht, dann hat der Abschluss bei DerTour tatsächlich keinen Vorteil.