Schakale im Etosha - Parasitenbefall???

13 Antworten · 4'948 Aufrufe · gestartet 22. Nov. 2010 von Laponia
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Themenstarter203 Beiträge · seit 201022. Nov. 2010 · #1
Hallo liebe FoMis,

wir haben im Etosha einige Schabrackenschakale gesehen, die ziemlich arg 'zerfleddert' ausgesehen haben. Auf irgendeiner Info-Tafel am Okaukuejo Wasserloch stand etwas von Parasitenbefall - genaueres konnte ich jedoch bisher nicht herausfinden.
Weiß jemand von Euch mehr darüber bzw. hat im Etosha in der letzten Zeit ähnliche Beobachtungen gemacht?
Das beigefügte Foto wurde im Bereich der Fisher's Pan aufgenommen.

Vielen Dank & liebe Grüße,
Petra

33,1k Beiträge · seit 200622. Nov. 2010 · #2
Hi Laponia,

Tollwut!

Ist ja unter Schakalen sehr verbreitet. Wir haben solche Fälle auch "ständig" bei uns auf der Farm. Die Tiere werden dann sehr zutraulich. Fellausfall ist typisch; den bekannten Schaum vorm Mund sieht man hingegen eigentlich nur selten.

Sonnige Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2010
2'338 Beiträge · seit 200722. Nov. 2010 · #3
Hallo Laponia

Ich tippe auf die hoch ansteckende Räude, welche durch Milben verursacht wird. Ist auch in unseren Breitengraden anzutreffen. Armes Tier.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
5'538 Beiträge · seit 200822. Nov. 2010 · #4
Guten Morgen, Petra,

es sind nicht nur die Schakale, sondern auch die Erdhörnchen, die von der Tollwut leicht angesteckt werden. Deshalb stehen unter anderem auch überall die Warnungen, die Tiere nicht zu füttern, damit sie nicht so nah an die Menschen rankommen.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
111 Beiträge · seit 200622. Nov. 2010 · #5
Auf dem Bild ist eindeutig eine Sarkoptesräude zu sehen, mit den typischen Borken an den Prädilektionsstellen Ohrrand, Nasenrücken und Augenbögen.
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Tier zu Tier, womit die Gefahr für den Menschen sich anzustecken in diesem Fall wohl eher unwahrscheinlich ist und Sarcoptes canis beim Menschen nur eine Scheinräude verursacht.
Ausserhalb der Tiere können die Milben max. 18 Tage überleben wobei eine indirekte Übertragung auf den Menschen praktisch nicht vorkommt.
Haarausfall ist nicht wirklich ein Symptom der Tollwut, sondern Folge mangelnder Körperpflege und Nährstoffversorgung infolge der Allgemeinerkrankung, wofür's nebst der Tollwut sehr viele andere Ursachen gibt.Viel stärker verbreitet als die Tollwut ist bei den Caniden Namibias zum Beispiel die Staupe.
zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2010
4'140 Beiträge · seit 200922. Nov. 2010 · #6
Hallo Suirrel,
du scheinst ja echt Ahnung zu haben, wie ich aus deiner fundierten Antwort schließen kann.
Da Christian die Tollwut angesprochen hat, würde mich interessieren, ob die Tollwutimpfung, die hier ja die meisten Jäger haben, auch für die Tollwut in Afrika nützt? Ist die mit unserer Tollwut identisch oder ist es sinnlos sich hier dagegen impfen zu lassen, denn diese Impfung hat ja schon ziemliche nebenwirkungen.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
33,1k Beiträge · seit 200622. Nov. 2010 · #7
Hi Burschi,
Da Christian die Tollwut angesprochen hat, würde mich interessieren, ob die Tollwutimpfung, die hier ja die meisten Jäger haben, auch für die Tollwut in Afrika nützt? Ist die mit unserer Tollwut identisch oder ist es sinnlos sich hier dagegen impfen zu lassen, denn diese Impfung hat ja schon ziemliche nebenwirkungen.
ohne das ich mich auskenne oder Arzt bin, aber aus eigene Erfahrung, der ich gegen Tollwut mal in D mal in NAM geimpft wurde... die neueren Impfungen (gehen auch nicht mehr in die Bauchdecke) habe ich immer ohne jegliche Nebenwirkungen erlebt. Muss natürlich nicht immer so sein, aber bei mir war es so. Das war bei den "alten" in den Bauch leider häufiger anders 🙁

Sonnige Grüße
Christian
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562 Beiträge · seit 200922. Nov. 2010 · #8
Hi Burschi

Ich habe mich heuer im Frühjahr gegen Tollwut impfen lassen, ein kleiner Stich in den Oberarm - das wars. Wie TravelNAMIBIA hatte auch ich keinerlei Nebenwirkungen.

Lumela
Gast22. Nov. 2010 · #9
Hallo,

fachliche Beratung gibts jetzt auch schon online - nicht kostenlos, aber für klare Antworten vielleicht hilfreich.

Unter Krankheiten A-Z steht auch eine aktuelle Info zu Tollwut.

Gruß

http://tropeninstitut.de/reiseinfo/index.php

nicht verwandt, nicht verschwägert usw......
62 Beiträge · seit 200722. Nov. 2010 · #10
Hallo,
die Frage von Burschi habe ich so verstanden ob eine Tollwutimpfung in D auch gegen Tollwut in Nam schützt. Ja das tut sie. Das Virus der Säugetier-Tollwut ist einheitlich. Der verwendete Impfstoff ist überall derselbe.
Gruß gio
4'140 Beiträge · seit 200922. Nov. 2010 · #11
Hallo,
danke für die Antworten. Kann also nun davon ausgehen, dass die Impfung in D auch für die Tollwut in N gilt.
Kann das übrigens von Christian bestätigen, die erste Impfung hatte einige Nebenwirkungen, die Auffrischung nach fünf Jahren intramuskulär nur örtliche kleinere Beschwerden.
Eines bleibt mir aber noch unklar. Ich weiß von Bekannten in Namibia, dass die Tollwut ziemlich verbreitet ist, durch Schakale, Erdhörnchen und anderes Getier in den Camps auch übertragen werden kann. Aber kaum einer weist darauf hin, dass diese Impfung durchaus sinnvoll ist, zumal Tollwut ja in der regel tödlich endet. Andererseits sind mir keine Todesfälle in Namibia bekannt geworden. Oder liest man einfach nur nicht davon. Vielleicht weiß Christian ja mehr darüber.
Gruß:
BUrschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Themenstarter203 Beiträge · seit 201022. Nov. 2010 · #13
Hallo an Alle!

Herzlichen Dank für Eure Antworten!

@ Squirrel: Wow ... das ist ja eine super-detaillierte Antwort - besten Dank!

Liebe Grüße & Euch allen eine schöne Woche,
Petra
111 Beiträge · seit 200622. Nov. 2010 · #14
Mit der Tollwutimpfung (die überall auf der Welt dieselbe ist) allein ist's nicht getan, um sicher zu gehen sollte man, wenn schon, nach der Impfung den Antikörper - Titer bestimmen lassen, nicht jedermann macht auf einmalige Impfung einen genügend hohen Impftiter !
Als Tourist kann man die Tollwut als Krankheitsrisiko eh vergessen, da kaum jemand mit einem tollwütigen Tier in Kontakt treten wird. Gefährlicher sind tollwutbefallene Nutztiere für Landwirte, Tierärzte, Metzger ua. weshalb diese Risikopersonen idR. auch geimpft sind. Noch gefährlicher ist die urbane Tollwut bei Hunden und Katzen, die aber in Namibia bisher nicht gross aufgetreten ist (trotzdem würde ich in afrikanischen, wie auch in südamerikanischen Ländern (da kommt auch häufig die Fledermaustollwut vor) niemals fremde Hunde streicheln, betatschen oder gar kuscheln so schnuckelig und bemitleidenswert sie auch sein mögen 😕 )
zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2010