NanamibiThemenstarter113 Beiträge · seit 201010. Nov. 2010 · #1Hallo Zusammen,
bei unserer letzten Namibia Reise hatten wir ein paarmal folgende Situtation.
Rechts und links ein Zaun und auf dem Pad Antilopen.
Mit dem Auto langsam rangefahren. Tiere laufen ein Stück weiter. Etwas schneller gefahren und Tiere laufen vor dem Auto her.
Noch schneller gefahren, Tiere krachen in den Zaun.
Das ist übel und davor graut mir jetzt schon ein bißchen.
Wie macht ihr das ? Langsam hinterher geht wohl nicht. Dann fallen die Tiere irgendwann bestimmt erschöpft um.
Blöde Zäune.
Soll ich da Gas geben und versuchen dran vorbei zu kommen? Ist ja auch nicht ohne, wenn man dann so einen Oryx auf dem Kühler hat, weil er im letzten Moment wieder vor das Auto springt.
Grüße
Frank
peter 081'927 Beiträge · seit 200810. Nov. 2010 · #2Anhalten - Motor abstellen - die Stille genießen - zwei Marlboro Light - weiterfahren 🙂
Gruss
Peter
SASambeziGast10. Nov. 2010 · #3Hallo peter08,
ab 1.1.2011 gilt in Namibia ein verschärftes Rauchergesetz... 🤩 🤩
Würde daher empfehlen, 5 Brandy und 3 Bier - wird u.U. billiger und ist gängige Praxis... 🤩 🤩
Zum Gasgeben: größtmöglichen seitl. Abstand halten (Achtung wegen Gegenverkehr), langsam, gleichmäßig und leise (hoher Gang) vorbei fahren, nachdem die Tiere gestoppt haben, wechseln sie meist die Richtung und laufen in entgegengesetzter Richtung am Zaun entlang davon.
Gruß
Erika2'338 Beiträge · seit 200710. Nov. 2010 · #4Hallo Peter
Anhalten - Motor abstellen - die Stille genießen - zwei Marlboro Light - weiterfahren
Gruss Peter
Aber was machst du, wenn das Tier auch nach einem ganzen Päckchen Marlboro Light immer noch auf der Strasse steht?
Nein im Ernst, das ist ein grosses Problem, welches mich auch beschäftigt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Tiere den Zäunen zum Opfer fallen. Besonders häufig trifft man auf herumirrende Oryxe und Springböcke zwischen Sesriem und Aus, also dem Namib Naukluft Park entlang, welcher auf der ganzen langen Strecke eingezäunt ist, und auf der gegenüberliegenden Strassenseite die Farmen natürlich auch. Tierfreundlich ist so was überhaupt nicht, da das Wild auch noch zusätzlich vom Wasser abgeschnitten ist. Solange diese Zäune bestehen, wird es immer wieder dazu kommen, dass sich Tiere das Genick brechen, wenn sie auf der Flucht vor den Fahrzeugen mit voller Wucht in den Draht knallen.
Grüessli Erika
Sambezi, das mit dem verschärften Rauchergesetz hatte ich ganz vergessen. Also Peter, saufen, saufen saufen......... 😵
Tobias499 Beiträge · seit 200610. Nov. 2010 · #5Ich hab mal gesehen, wie jemand dem Zaun per Auto seiner Funktion beraubt hat...
Das wäre dann wie die Wildtunnel bei uns. Wenn man erwischt wird, ist das aber teurer als Rauchen und Trinken zusammen...
Gruss
Tobias
NanamibiThemenstarter113 Beiträge · seit 201010. Nov. 2010 · #6Hallo,
ja genau, es war zwischen Sesriem und Aus am schlimmsten.
Wir fahren im Februar wieder dort lang.
Rauchen habe ich mir vor 10 Jahren abgewöhnt. Ich glaube auch, daß bringt nichts. Die Tiere können ja nicht von der Pad runter. Also kann man lange warten. Man muß irgendwie vorbei.
Grüße
Frank
SASambeziGast10. Nov. 2010 · #7Hallo,
nur zur Info zu diesem Thema, gestern hab ich bei ZDF neo die Reportage "Deutschland von oben" gesehen - dort wurde berichtet, dass es bei uns in Deutschland 33.000 versperrte Wildwechsel gibt. Entweder durch Bundesstraßen oder Autobahnen mit Wildzäunen.
Gruß
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200610. Nov. 2010 · #8Hallo, guten Abend!
Neben witzigen Bemerkungen hätte ich auch gerne ein Rezept. Ich hab schon ein paar Mal Tiere gejagt, ohne es zu wollen. Das letzte Beispiel: Ich kam von Rooiklip und fuhr auf der C 26 nach Westen. Links und rechts Zäune. Links ein einsamer Springbock, der panisch davonraste. Ich konnte ihn nicht überholen, weil mein LR nur 60, max. 70kmh macht. Irgendwann verfing sich das arme Tier im Zaun. Was hätte ich tun sollen? Warten? Das ist nur die Verschiebung des Problems. Und schneller kann ich nicht. Immerhin weiß ich jetzt, dass ein Springbock 60 kmh rasen kann.
Also: wie macht man's?
Wolff-Rüdiger
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200710. Nov. 2010 · #9Rodrigo schrieb:Hallo, guten Abend!
Neben witzigen Bemerkungen hätte ich auch gerne ein Rezept. Ich hab schon ein paar Mal Tiere gejagt, ohne es zu wollen. Das letzte Beispiel: Ich kam von Rooiklip und fuhr auf der C 26 nach Westen. Links und rechts Zäune. Links ein einsamer Springbock, der panisch davonraste. Ich konnte ihn nicht überholen, weil mein LR nur 60, max. 70kmh macht. Irgendwann verfing sich das arme Tier im Zaun. Was hätte ich tun sollen? Warten? Das ist nur die Verschiebung des Problems. Und schneller kann ich nicht. Immerhin weiß ich jetzt, dass ein Springbock 60 kmh rasen kann.
Also: wie macht man's?
Wolff-Rüdiger
Hallo WR ,
Springböcke sind die 3.schnellsten Tiere mit einer Vmax von bis zu 90km/h
Also, wir haben das ja schon probiert, das mit schneller als 60, spann einfach einen roten Jeep davor, der zieht Dich dann schon schneller.
Ansonsten, siehe, was Sambezi geschrieben hat, so ist es richtig !!!
peter 081'927 Beiträge · seit 200810. Nov. 2010 · #10Nanamibi schrieb:Hallo,
ja genau, es war zwischen Sesriem und Aus am schlimmsten.
Wir fahren im Februar wieder dort lang.
Rauchen habe ich mir vor 10 Jahren abgewöhnt. Ich glaube auch, daß bringt nichts. Die Tiere können ja nicht von der Pad runter. Also kann man lange warten. Man muß irgendwie vorbei.
Grüße
Frank
Hallo Frank,
Du meinst die D 707. Vermutlich gibts da kein Patentrezept, bei mir hat das Anhalten bisher immer funktioniert.
Wenn sich die Tiere beruhigt haben und langsam am Zaun entlanglaufen, finden Sie auch hin und wieder eine Durchschlupfmöglichkeit. Fluchttiere sehen Dich nur als verfolgenden Feind, die lassen Dich niemals freiwillig vorbei.
Gruß
Peter
der sich von den im Thread aufgezeigten "Rast-Alternativen" von - ansonsten sehr geschätzten - FoMis aufs Schärfste distanziert 😛
peter 081'927 Beiträge · seit 200810. Nov. 2010 · #11Sambezi schrieb:Hallo,
nur zur Info zu diesem Thema, gestern hab ich bei ZDF neo die Reportage "Deutschland von oben" gesehen - dort wurde berichtet, dass es bei uns in Deutschland 33.000 versperrte Windwechsel gibt. Entweder durch Bundesstraßen oder Autobahnen mit Wildzäunen.
Gruß
@sambezi,
wir tun was wir können 😉
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/laenderspiegel/art2388,1135799
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200610. Nov. 2010 · #12Hallo,
den Beitrag unseres Pferdeflüsterers versteht wohl kaum einer, weil er sich auf ein spezielles Erlebnis bezieht. Daher eine Erläuterung. Ich bin vor drei Jahren auf der D 707 mit Kabelbrand liegengeblieben (von Koiimasis kommend). Ralf hat mich dann mit seinem Jeep bis zur Farm geschleppt (wofür ich ihm dankbar bin) - und zwar so, dass ich heute noch Schweißausbrüche kriege, wenn ich daran denke.
Ja, Sambesi hat sicherlich recht, aber mit einem langsamen Auto kaum zu machen. Und manchmal sind auch die Straßenverhältnisse so, dass sie ein höheres Tempo nicht zulassen - also kein individuelles Problemchen, sondern wohl von allgemeinem Interesse.
Guat's Nächtle!
Wolff-Rüdiger
SASambeziGast10. Nov. 2010 · #13Hallo Rodrigo,
ich hab doch aber geschrieben, langsam, leise und gleichmäßig vorbei - nochmal zu langsam, 20 - 30 km/h ist das für mich... geht auch mit Deienm LR - bin ich sicher 🙂
Gruß
Botswanadreams1'737 Beiträge · seit 201010. Nov. 2010 · #14Hallo Wolff-Rüdiger,
selbstverständlich hält man an. Kleine Anleitung per Bild. Allerdings haben wir das arme Tier auf dem Weg zur Skeleton Coast im Vet-Zaun so vorgefunden und nicht gehetzt.
Tiere haben nicht nur in Deutschland Vorfahrt, in Afrika auch.
Botswanadreams
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
SASambeziGast10. Nov. 2010 · #15Hallo Botswanadreams,
das sehen deutsche Versicherungen im Falle des Falles aber gaaaaanz anders.... (mit der Vorfahrt) 🤩
Gruß
Topobär5'479 Beiträge · seit 200911. Nov. 2010 · #16Auch mir ist dieses Problem bei meiner letzten Reise verstärkt aufgefallen. Allerdings einzig mit Springböcken. Die anderen Antilopen haben sich da deutlich relaxter gezeigt.
Anhalten und warten wäre sicherlich die beste Möglichkeit, ist aber nicht praktikabel, wenn wie bei uns alle paar hundert Meter die Tiere am Straßenrand stehen.
Ich hatte den Eindruck, es funktioniert am besten, bereits recht schnell (auf der den Tieren entgegengesetzten Seite der Straße) an die Tiere heranzufahren. Dann ist man oft schon vorbei, ehe die Springböcke richtig reagiert hatten.
Hatte auch andere Möglichkeiten ausprobiert, die aber nicht so gut funktioniert haben. Erst bei den Springböcken zu beschleunigen hatte nur den Effekt, dass diese bis zu Ihrer eigenen Höchstgeschwindigkeit mit beschleunigt haben.
Erika2'338 Beiträge · seit 200711. Nov. 2010 · #17Hallo
Das Thema beschäftigt mich wirklich. Wir haben schon alles probiert. Fährt man langsam, treibt man das Tier über lange Strecken vor sich her. Probiert man es zu überholen, rennt es bis man auf der gleichen Höhe ist und knallt dann (wie bei uns geschehen) kopflos in den Zaun. Scheusslich so was. Es kommt natürlich darauf an, wie nah die Zäune an der Strasse stehen. Wären sie weit weg, hätte das Tier viel weniger Panik.
Diese Zäune sind eh für viele Tiere eine tödliche Falle, auch auf Farmen, da sie im Falle eines Buschbrandes hilflos den Flammen ausgeliefert sind (wie kürzlich geschehen).
Mich würde mal das Argument interessieren, weshalb das ganze Sperrgebiet am Namibrand entlang eingezäunt ist. Seit der Autoverkehr in dieser Gegend in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist das für das Wild eine Katastrophe. Wir haben schon beobachtet, wie das Muttertier (Oryx) auf der einen Seite des Zaunes war und das Kalb auf der anderen…..
All die guten Ratschläge funktionieren vielleicht, wenn man Glück hat, aber nur, wenn man wirklich Glück hat.
Grüessli Erika
Streifenhörnchen297 Beiträge · seit 200711. Nov. 2010 · #18... schön, daß es hier so viel Ratschläge gibt!
Leider gibt es Situationen, auf die keine der hier vorgeschlagenen Lösungen richtig passt.
Steht die Antilope auf der pad kann man nicht dran vorbeifahren. Wenn es dazu noch eng ist, also Zaun oder Düne direkt an der pad... flieht sie auf der pad 😐
Manchmal hilft das Warten nicht. Das Tier wartet und erholt sich direkt auf der Piste. 😵
nachdenkliche Grüsse
Heike