ZBZaphod B.Themenstarter2 Beiträge · seit 201018. Sept. 2010 · #1
Hallo Gemeinde,
Ich (bzw. Wir) sind gerade am Planen. Wir haben vor im nächsten Jahr eine große Selbstfahrerrundreise (21 Tage) durch Namibia zu machen. Wir sind 3 Erwachsene (alle um die 40) und ein dann 12 Jähriger Junge.
So weit so gut.
Wir wollen zuerst den Süden erkunden, um uns dann an der Küste bis hoch zum Etosha langzuhangeln. Die Etappen stehen so weit.
Nur sind wir uns bei einer entscheidenden Frage absolut uneins. Welches Fahrzeug ist am besten geeignet? (Hat auch gewissen Einfluss auf die Übernachtungsmöglichkeiten)
Ich favorisiere einen 4x4 Cab mit zwei Dachzelten. Ich sehe vor allem Vorteile in der Mobilität und natürlich auch beim autentischen Flair, die diese Art reisen mitsichbringt.
Die einzige Frau unsere kleinen Gruppe hat aber bei dieser Variante starke Bedenken hinsichtlich der menschlichen Bedürfnisse... womit wir beim Threadthema sind. 😊 Sie möchte also lieber ein Wohnmobil mit Toilette. Klar hat man dadurch sicherlich an Komfort gewonnen... nur schränkt man sich m.M. auch im Bewegungsradius etwas ein. Außerdem ist es wesentlich teurer... 😕
Ich meine, wir Kerle haben damit keinerlei Probleme, mal eben in den "Busch" zu gehen. Aber ich will die Bedenken unserer "Eva" nicht einfach so wegwischen. Schließlich soll es ja ein harmonischer Urlaub werden.
Also meine/unsere Frage: Hat jemand Erfahrungen in dieser Hinsicht... Wie habt ihr das Problem gelöst. (Hochziehen und ausspucken zählt nicht 😉 ) Ist ein Wohnmobil wirklich besser?
Grüße
Joerg3'175 Beiträge · seit 200618. Sept. 2010 · #2
Also da wo Ihr rumfahrt seid Ihr doch immer auf guten Campsites und da gibts ueberall gute sanitaere Einrichtungen
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Swakop521'223 Beiträge · seit 201019. Sept. 2010 · #3
Zaphod B. schrieb:
Hallo Gemeinde,
Ich (bzw. Wir) sind gerade am Planen. Wir haben vor im nächsten Jahr eine große Selbstfahrerrundreise (21 Tage) durch Namibia zu machen. Wir sind 3 Erwachsene (alle um die 40) und ein dann 12 Jähriger Junge.
So weit so gut.
Wir wollen zuerst den Süden erkunden, um uns dann an der Küste bis hoch zum Etosha langzuhangeln. Die Etappen stehen so weit.
Nur sind wir uns bei einer entscheidenden Frage absolut uneins. Welches Fahrzeug ist am besten geeignet? (Hat auch gewissen Einfluss auf die Übernachtungsmöglichkeiten)
Ich favorisiere einen 4x4 Cab mit zwei Dachzelten. Ich sehe vor allem Vorteile in der Mobilität und natürlich auch beim autentischen Flair, die diese Art reisen mitsichbringt.
Die einzige Frau unsere kleinen Gruppe hat aber bei dieser Variante starke Bedenken hinsichtlich der menschlichen Bedürfnisse... womit wir beim Threadthema sind. 😊 Sie möchte also lieber ein Wohnmobil mit Toilette. Klar hat man dadurch sicherlich an Komfort gewonnen... nur schränkt man sich m.M. auch im Bewegungsradius etwas ein. Außerdem ist es wesentlich teurer... 😕
Ich meine, wir Kerle haben damit keinerlei Probleme, mal eben in den "Busch" zu gehen. Aber ich will die Bedenken unserer "Eva" nicht einfach so wegwischen. Schließlich soll es ja ein harmonischer Urlaub werden.
Also meine/unsere Frage: Hat jemand Erfahrungen in dieser Hinsicht... Wie habt ihr das Problem gelöst. (Hochziehen und ausspucken zählt nicht 😉 ) Ist ein Wohnmobil wirklich besser?
Grüße
Zaphod,
Du hast eigentlich ein Tabuthema angeschnitten, das eigentlich ein ganz Natürliches ist und über das niemand so richtig reden tut.
Wer auf eine solche Tour geht, muß auch mit Kompromissen leben. Im vergangenen Jahr habe ich erstmalig eine allergische Reaktion auf Malarone erlebt, die sich in Dauerdurchfall niedergeschlagen und mich letztendlich die Situation einer Frau katapultiert hat. Da habe ich eigentlich jedesmal nur angehalten und bin hinter den nächsten Busch gerannt. Aber im Normalgang kann es ja auch weniger panisch ablaufen.
Es ist eigentlich kein Problem, und seine Scham baut man sehr schnell ab. Auch die Frauen. Ganz einfach: man fährt links von der Straße ab und hält halbschräg, die Partnerin öffnet die Tür, und setzt sich neben das Auto. Sie ist abgeschirmt durch Auto und Autotür. Es ist auch so wenig Verkehr, daß man das ganz einfach handhaben kann. Selbst meine damals 80-jährige Mutter hatte damit keinerlei Probleme, denn irgendwann werden wir alle mal "müssen" müssen.
Man kann es natürlich auch "formell" erledigen. Es gibt sowohl Klapphocker mit "Loch" (für Männer eher unbrauchbar), als auch Gestelle mit Klobrille, in Windhoek zu mieten.
Ganz einfach für wildes Campen: Man sucht sich einen Busch und begibt sich mit einem Spaten dorthin, hebt dahinter ein kleines Loch aus, macht sein Geschäft und schaufelt das wieder zu. Umweltfreundlich und natürlich.
Wie der Vorschreiber bereits sagte, gibt es an den meisten Campingplätzen Klo´s mit und ohne Wasserspülung (Letztere gibt es selbst in Deutschland gelegentlich noch auf dem Lande).
Dafür würde ich mir NIEMALS ein Wohnmobil mieten, denn auch die Tanks mußt Du gelegentlich leeren. Meistens in die Landschaft. Aber Du wirst es ja selbst erleben. Da mute ich mir lieber die kleinen Entleerungen zu als die große. Und wenn ein Tank auf den schlechten Straßen anfängt zu lecken, na dann danke des Geruches und der Sauerei!
Schöne Reise!
BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200919. Sept. 2010 · #4
Hallo, da kann ich nur zustimmen, ein Loch buddeln hinter einem schönen Busch, mit Blick in die schöne Landschaft, und ab dafür.... es gibt doch nichts schöneres an Toiletten. LG Birgitt
Dieselben Bedenken hatte ich vor unserer ersten Reise auch. Aber es war nie ein Problem. Campsites haben eigentlich immer eine ordentliche Infrastruktur, und wenn man mal "wild" camt, dann ist man ja sowieso allein 🙂
Lumela
Beate21'117 Beiträge · seit 201019. Sept. 2010 · #7
Hallo Zaphod,
nur für dieses Bedürfnis würde ich mir kein WoMo mieten. Mal abgesehen, davon, dass ich den Geruch der Chemieklos nicht mag und ihre Reinigung noch weniger. Wenn wir in Südafrika auf Ausflügen unterwegs sind, liegen die Toiletten hier auf dem Lande auch nicht gerade dicht an dicht. Auch ich mache es wie beschrieben: Schräg anhalten, wenn es ihn gibt noch einen Busch, Felsbrocken, Termitenhügel etc als "Paravent" abwarten, Autotür auf und hinhocken. Feststoffe können schnell verbuddelt werden. In Namibia werdet ihr den ankommenden Verkehr schon von weitem sehen. Und wenn doch einer kommt: Der ist so schnell vorbei, dass es eh nicht wirklich was zu sehen gibt. Und wahrscheinlich sieht er diese Situation nicht zum ersten Mal. Viel anders läuft es auf Fahrradtouren oder Spaziergängen in der europäischen Natur doch auch nicht ab, oder?
Also, nur Mut, eure Eva wird nicht die Einzige sein! Ansonsten wünsche ich euch einen tollen Urlaub.
LG Beate
Sabine7460 Beiträge · seit 200919. Sept. 2010 · #8
Hallo Zaphod, da ist Namibia wirklich viel unproblematischer als bei uns in Deutschland ein Waldspaziergang bei dem dauernd Leute vorbeikommen!!!!! Die Campingplätze haben oft hervorragende sanitäre Einrichtungen. Wir hatten schon Plätze mit eigenem Badehäuschen pro Camper. Besser wie viele Campingplätze hier in Europa. Es gibt natürlich auch sehr einfache Plätze, aber doch meistens eine Toilette. Viele Grüße und keine Sorge! Sabine
giraffenmog649 Beiträge · seit 200720. Sept. 2010 · #9
Da muß ich den Herren der Schöpfung aber mal widersprechen!
Ja - Ihr werdet überall Toiletten finden. Ob Ihr sie auch benutzten möchtet.... das kommt vermutlich darauf an, ob vorher die Insassen eines der großen Overlanders darüber hergefallen sind. Bei Euch Männers ist das vermutlich nicht so sehr ein Problem - weil aus irgend einem Grund Männer die Duschen und Toiletten benutzten können, ohne eine Naturkatastrophe in dem gefliesten Bereich auszulösen. Die "Damen" können das scheinbar nicht!
Ich war schon so manches Mal heil froh, dass wir unsere eigene Toilette und Dusch mit uns rumfahren! Die Anblicke, die sich mir gerade in Etosha geboten haben waren z.T. ziemlich eklig. Und um das noch mal zu betonen: Nicht, weil das Reinigungspersonla dort nicht gut arbeitet! Sondern weil die herumreisenden damen unter den Röcken scheinbar rosa Ringelschwänzchen verstecken!
Unterwegs würde ich das Buschklo auch der Chemietoilette vorziehen. Aber gerade auf belebten Campingplätzen finde ich die Möglichkeit, mein eigenes Badzimmer nutzen zu können, ziemlich hilfreich...
gglink5'538 Beiträge · seit 200820. Sept. 2010 · #10
Hallo Zusammen,
ich kann da giraffenmog nur zustimmen.Was an "öffentlichen" Toiletten angeboten wird, ist oftmals auch bei uns Männern eine Zumutung. Aber ich denke, der wichtigste Punkt ist noch nicht behandelt. Was ist, wenn sie nachts raus muss? Runter vom Auto, im Dunkeln zum Kloh stapsen, einen kleinen Skorpion übersehen und, und, und. Das sind die Gründe, die für meine Frau viel wesentlicher sind und die auch für die Männer nicht soo unwichtig sind. Ich fand es nicht schön, als ich nachts in Kenia auf dem Campingplatz einen Mann sah, der direkt neben sein Zelt......
Deshalb plädiere ich auch im Namen meiner Frau nicht für das Zelt.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste Gerd
Erika2'338 Beiträge · seit 200720. Sept. 2010 · #11
Hallöchen
Wenn uns nachts die Blase mal drückt, haben wir unseren NPP (Nachtpisspot) zur Hand.
Man drehe eine kleine Oese in den Zeltboden und befestige einen Fleischerhaken daran. An diesen hänge man eine frauenfreundlich zugeschnittene, grosse, leere Weichspülerflasche. Nach Gebrauch hänge man den NPP einfach wieder draußen an den Haken.
Wir benützen diese Einrichtung schon jahrelang und sind glücklich damit. Natürlich kann der NPP auch problemlos vom Mann benützt werden.
Es sind schon zahlreiche solche Exemplare in Afrika unterwegs und einmal wurde er uns in Zimbabwe mitsamt Inhalt geklaut (prost). 😛
Eigentlich hätten wir das Teil mal patentieren lassen sollen.
Swakop521'223 Beiträge · seit 201020. Sept. 2010 · #12
Manche scheinen aber wirklich Probleme zu haben! Es macht dem Busch oder Baum neben dem Auto oder Zelt überhaupt nichts aus, wenn einer mal eine schwache Blase hat oder vielleicht ein Tafel Lager zuviel getrunken hat. Es ist alles Natur und verschwindet wie es gekommen ist. Spätestens mit der Sonne des nächsten Tages. So what? Schaut doch mal die Einheimischen, die setzen sich hinter ihre Hütte, und auch dort wächst das Gras weiter. BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
ZBZaphod B.Themenstarter2 Beiträge · seit 201021. Sept. 2010 · #13
Hallo zusammen,
also zunächst freue ich mich über so viele nützliche Tipps und darüber, dass dem Versuch, diesen Thread durch einen dezenten Hinweis auf die Suchfunktion zu beenden, getrotzt wurde...
@ute&Werner Manchmal geht es mehr um Kommunikation, als um Information und manchmal möchte man eben kein Lexikon befragen, sondern Menschen mit Erfahrung. 😉 Trotzdem Danke, hab's dann auch benutzt...
Allen anderen vielen Dank. Special Thx an BadBoy, Lumela, Beate, Sabine... Ich denke mit diesen Argumenten bekomme ich sie rum 😉
@Erika Klasse Erfindung !!! 🤩
@Gerd Genau die Sache mit dem Getier scheint ihr große Sorge zu bereiten... wobei dabei in erster Linie die Mutterinstinkte zu Tage treten und sie sich eher Sorgen um den Jungen macht...
Ich hatte Eingangs gesagt, dass die Route und die Etappen im Großen und Ganzen stehen. Problem war die Wahl des Fahrzeuges hinsichtlich des Threadthemas... WoMO oder 4x4 Cab mit 2 Dachzelten??? Ich denke, wir werden mit dem Cab fahren und die Etappen kurz und übersichtlich umgestalten... als zusätzlichen Kompromiss werden wir hier und da in richtigen Betten schlafen... (alle 4-5 Tage) Auch, wenn es dadurch etwas teurer wird... 😕
Naja, wir haben ja noch etwas Zeit... mit etwas mentalem Training kann man bestimmt seinen Körper dahingehend steuern, sich nur an geeigneten Stellen zur Entleerung zu melden. Ich beginne gleich morgen mit dem Familientraining 🙂 🙂 🙂
Also nochmal Danke an alle echt Klasse Forum hier
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200621. Sept. 2010 · #14
Hallo,
damit man Nachts etwas Ruhe hat sollte man etwas an die Verdauungszeuten denken (informationen gibt es im Netz).
Das Abendessen nicht zu spät nehmen und grösere Getränkemengen zum Auffüllen des Tagesminus so 3-4 Stunden vor dem zu Bett gehen trinken.
Kurz vor dem Schlafen gehen kann man so die Reservoirs "entlehren" und hatt Ruhe für die Nacht. Der Körper stellt sich sehr schnell auf diese Gegebenheiten ein.
Wer Abends noch 2,3 halbliter Bier trinkt muss mit grosser Wahrscheinlichleit Nachts noch raus 🙂
Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
gglink5'538 Beiträge · seit 200821. Sept. 2010 · #15
Hallo Zaphod,
eine gute Entscheidung. Der schönste Urlaub ist nix, wenn es auch nur einem Mitreisenden keinen Spaß macht. Und geteilte Freude....., deshalb fahre ich zum Beispiel mit meiner Frau immer ganz anders, als wenn ich alleine oder nur mit Männern fahre.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste Gerd
Beate21'117 Beiträge · seit 201021. Sept. 2010 · #16
Hallo Zaphod,
klingt gut! Mit Abwechslung, dem NPP zur Beruhigung und Kurt's Tipp zum Trinkverhalten sollte es ein gelungener Urlaub werden!