irgendwie hatte ich Deinen Bericht aus den Augen verloren, aber nun bin ich wieder auf dem Laufenden und zum Start des Tansania-Teils gespannt dabei. 🙂 Was für eine tolle Reise in gleich drei Länder! Der Krüger-Teil war ja schon sehr ergiebig, besonders was Raubtiere angeht. Mal sehen, was Tansania im direkten Vergleich zu bieten hat. Ich freue mich auf weitere Kapitel! Danke fürs Berichten!
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201508. Jan. 2026 ·
Sue.ch schrieb: auch ich freue mich, mit euch in die Serengeti zu kommen und wünsche gute
Sue.ch schrieb:
Es sind ja genau 10 Jahre her seit wir zusammen in der Serengeti waren, und du wirst sicher einige Orte wieder erkennen. es freut mich dass du dabei bist, diesmal ohne kaputtes Dachzelt! weisch no?
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201508. Jan. 2026 ·
tina76 schrieb:Liebe Katrin,
irgendwie hatte ich Deinen Bericht aus den Augen verloren, aber nun bin ich wieder auf dem Laufenden und zum Start des Tansania-Teils gespannt dabei. 🙂 Tina
Liebe Grüße Es freut mich sehr, liebe Tina, dass du hier mitliest. Ich erfreue mich immer an deinen Berichten.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201508. Jan. 2026 ·
Die Senioren fahren in die Serengeti!
Aug 14
Von Karatu nach Seronera, Turner area, Heritage Luxury Tented Camp
Nach einem guten Frühstück fassen wir unsere lunchboxes und fahren früh zum Lodoare Gate, das Tor am Eingang der NCA = die Ngorongoro Conservation Area. Hier ist das Ende der geteerten Straße und Horden Baboons warten schon auf nachlässige Touristen so dass sie etwas stibitzen könnten.
Im Bureau zeige ich mein Voucher vor um zu beweisen dass wir den Eintritt schon bezahlt haben. Der Agent gibt mir das falsche Papier, nämlich das von Leopard Tours zurück und eine Dame kommt zum Auto und macht mich darauf aufmerksam. Wieder zurück zum Schalter und voila, mein Voucher ist gestempelt (sehr wichtig!) und das falsche Papier geb ich dem Leopard Guide mit einer Entschuldigung zurück.
Ok, das war ein wenig peinlich, aber so kann es gehen wenn man keinen Guide hat.
Nun gilt es die nächsten 100 Kilometer bis zum Naabi Gate der Serengeti unfallfrei zu bewältigen. Die Straße ist nämlich eher eine Einbahnstraße als eine zwei-Spur Straße. Man muss höllisch aufpassen den vielen Safari Landcruisers die uns entgegenkommen auszuweichen ohne in die Rinne zu fahren die voller großer Steine ist. Da wir mit anständigem Tempo (= eher langsam) unterwegs sind, werden wir auch viel überholt denn die meisten Safari Fahrer haben einen engen Zeit Plan den sie nur durch schnelles Fahren einhalten können. Und so wirbelt der weiße Sand und Ndutu Dust an die Scheiben und verdeckt uns öfters die Sicht. Und ja, wir fahren mit offenen Fenstern, da keine Klima Anlage vorhanden ist! In kurz, dies ist nach der Mombasa Road in Kenya, wohl die gefährlichste Straße für uns in Afrika, dafür erhält sie den Kosenamen: the road from hell! Aber wir nehmen das in Kauf um die Serengeti wieder zu sehen.
Nun erleben wir mit eigenen Augen was Caleb meinte wenn er sagte es gäbe nun “mass tourism”auf der Straße in die Serengeti. Und ja, da wir die Straße schon zwei Mal gefahren sind, in 2015 und wieder in 2018, können wir definitiv sagen dass sich der Verkehr mehr als verdoppelt hat.
(Für diesen Road Transfer hin und zurück durch die NCA bezahlen wir coole US$325)
Nun fahren wir durch immer üppiger werdenden Dschungel hoch zum Kraterrand.
Wir halten kurz am Krater viewpoint, aber es ist kalt und neblig hier und die Sicht ist (noch) nicht so grandios. Auch halten wir auf der Simba campsite um die Toiletten zu besuchen.
Hier sieht man die Zelte der Budget safaris dessen Leute heute im Krater safari machen.
Nun beschließe ich auf direktem Weg zum Naabi Gate zu fahren und nicht via Ndutu, da ich so gar keine Lust auf den feinen Ndutu Dust habe, am Anfang unserer Tour, denn alles im Auto würde eingepudert werden.
Nächster Halt: Seneto viewpoint. Nun sieht man den Kraterboden und den Kraterrand und seine Dimension viel klarer.
Lake Magadi im Krater
Dort ist die Seneto Descend Road, eine Einbahnstraße in den Kraterboden, die wir schon zwei mal gefahren sind. Heuer lassen wir den Besuch dort aus; mein Mann ist kein Fan.
Wir sehen die ersten Giraffen und fahren an einigen Masai Bomas (=Siedlungen) vorbei.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201509. Jan. 2026 ·
Die Weiterfahrt geht nun durch mehr oder weniger Wüsten Gebiet vom Krater hinunter in die Ebene. Alles ist braun und öde im August. Regenzeit und green season ist hier im Januar bis März.
Nach einem kurzen Stop am Olduvai Gorge turn-off, (Dort hat Dr. Leaky vor Jahren Schädel von vor-Homo sapiens ausgegraben) geht es nun stracks zum Naabi Hill Gate.
Dort bezahle ich die Serengeti Eintritte für die 8 Tage und die Rechnung kommt auf US $3580 für uns zwei und den Wagen. Darin enthalten ist auch eine pro Person “camping fee” da wir in tented camps übernachten. Das kommt daher dass diese Unterkünfte eben auf Camping spots aufgebaut sind. So pro Tag und Person, ist diese Camping fee US$83.
Und…wir fahren nun zum dritten Mal rein ins promised land, das “Gelobte Land” des Serengeti National Park.
Ich bin sicher dass sich einige der Mitleser an dieses Tor erinnern.
Wie von Caleb empfohlen, fahren wir ab der Hauptstraße via der Simba Kopies nach Seronera. Hier sind keine game drivers unterwegs. Wir sehen einige Serengeti Bewohner aber keine Simbas (=lions).
Zebra haben keinen Baunen Strich wie sie es im suedlichen Afrika haben. Hier heissen sie Steppen Zebra.
Coke's Hartebeest oder Kuhantilope, ist aber hier sehr hell im Fell nicht so wie im KTP zum Beispiel.
Topi oder Leierantilope
Kirk's Dik-Dik, vielmals zu zweit
Aber es dünkt uns dass die Plains viel weniger Gazellen beherbergen als früher. Wir werden natürlich diese Reise häufig mit den zwei vorhergehenden vergleichen.
Und dann... die ersten Elefanten! Die sind hier viel weniger zahlreich als z.B. in Botswana
Wir essen Mittagessen neben einer Kopie und sehen zum ersten Mal was eine lunchbox beinhaltet:
Leider wird das die best-sortierte Lunchbox der ganzen Reise sein. In der Folie hat es Huehnchen und Pasta salat
Schliesslich erreichen wir Seronera,und es schaut vertraut aus. Seronera liegt in der Zentral Serengeti und is ein weitreichendes “Dorf” mit Flughafen, Tankstelle, Beamten Gebäuden, Visitor Center, Balloon headquarters, Game Warden, und auch der Frankfurter Zoo hat eine Research Station dort. Danach biegen wir in das Turner Track ein und finden unser Heim fuer drei Naechte: das Heritage Luxury Tented Camp ohne weiters. Na ja, "luxury" ist etwas uebertrieben! 😉
Die Anlage sieht flott aus und wir werden mit Drommeln und Singen von einer Musik Truppe begrüßt. Helfende Haende sind sofort anwesend und tragen Koffer und Taschen in unser Zelt. Wir erhalten das Zelt “Hyrax”und es ist erstaunlich gut eingerichtet.
Es gibt innen und aussen Duschen, aber die aussen Dusche haben wir nie benutzt, da es zu kalt war.
Wir fühlen und wohl und richten uns ein.
Da es noch ziemlich früh ist, fahren wir zum Fluss auf eine Erkundigungs Runde, sehen aber nicht viel. Es hat stark geregnet die letzten paar Tage und die Tracks sind voller Pfuetzen und tiefen Furren.... und unser Auto sieht nun so richtig "overlandish" aus. 😄
Um 7:30 gibt es Abendessen und da muss man einen Masai Guide via Walkie-Talkie als Begleiter bestellen. Er traegt einen Stecken und bringt uns sicher zum Esszelt das nur etwa 20 Meter! neben uns steht! 🤪
Es gibt buffet style dinner und auf dem Menu steht Beef stew mit Reis. Nicht schlecht. Wir beschließen keinerlei Früchte außer Bananen zu essen in Tanzania und auch zu den diversen Salaten sagen wir nein danke. Auch putzen wir unsere Zähne nie mit Hahnenwasser, sondern nur mit filtriertem Trinkwasser aus der Flasche. Die gibt es gratis in jeder Lodge. Das alles ist Vorbeugung gegen Montezuma’s revenge, wie wir sagen. Denn nichts ist schlimmer als während einer Safari Magenbeschwerden zu haben. 🤢
Wir gehen in Begleitung des Masai Mann zurück zu unserm Zelt und nach einer heißen Dusche ins King-size Bett. Wir sind so froh dass wir heil und ganz an unserm ersten Ziel angekommen sind und dass wir beide dieses Tented Camp und die hilfsbereite Mannschaft sehr moegen.
Sadie schrieb:Nach einem kurzen Stop am Olduvai Gorge turn-off, (Dort hat Dr. Leaky vor Jahren Schädel von vor-Homo sapiens ausgegraben) geht es nun stracks zum Naabi Hill Gate.
Ist schon erstaunlich wie gross die Köpfe unserer Vorfahren waren... 🙄
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201510. Jan. 2026 ·
@Picco, Ja es ist wirklich ein Wunder dass wir mehr Gehirnmasse in unsern kleinen Homo Sapiens Koepfen haben sollen... aber klar, gilt nicht fuer alle... 😄
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201510. Jan. 2026 ·
August 15 Rund um Seronera
Es ist noch dunkel als wir aufstehen und ich gehe zum Dining tent um heißes Wasser für unsern morning tea zu sieden. Auch erhalte ich zwei Breakfast boxes und zwei lunchboxes von Regina, die immer sehr um uns besorgt ist.
Da die Serengeti sehr weitläufig ist, denken wir es sei besser alles Essen gleich mitzunehmen als wieder viele Kilometer zurückzufahren nur um zum Essen.
Wir haben einen Engen Kühlschrank dabei (gegen Aufpreis) und können so alles kühlen was Kühlung braucht, so auch unsere kalten Zitronen Tee, den wir immer am Abend zubereiten.
Wir fahren also gut ausgerüstet los und es geht nicht lange sehen wir einige Hyänen die eine Impala Herde sehr nervös machen. auch einige Voegelchen aber die kenne ich nicht bei Namen.
Danach entdecken wir die ersten stehenden Autos! Uh was gibt es wohl dort zu sehen? Eine Loewin. Sie steht auf und marschiert Richtung Thatch Kopies, dort hat sie wahrscheinlich Junge. Wir essen dort und warten, aber nichts Weiteres geschieht.
Die erste Loewin in der Serengeti! Mein Loewenherz ist gluecklich!
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201510. Jan. 2026 ·
Ich möchte sehr gerne meine beliebte Moru Kopies Gegend besuchen; mein Mann stimmt zu und so fahren wir südwärts auf Nebenstraßen. Die Hauptstraße wollen wir vermeiden, da die erstens sehr staubig und holprig ist und zweitens rasen die Safari drivers nun zurück nach Arusha.
Wir begegnen sehr wenigen Tieren und das macht uns gewiss ein wenig stutzig. Eine tierarme Serengeti? Das gibts doch nicht!
In Moru finden wir Elands und einige Löwen.
Nicht fotogen, aber es sind zwei scheue Kater
Als wir denken diese Loewin will die Strasse ueberqueren, verschwindet sie UNTER der Strasse in ein Rohr!
Thommy Gazelle
Wir mögen die Landschaft dort sehr da es hügelig ist, einen Fluss hat, den Mbalageti, und sogar einen kleinen See, Lake Magadi.
Mbalageti River
Beim Lake Magadi gibt es nun einen Picnic Platz mit Toiletten. Die zwei Löwenmänner liegen eigentlich nicht weit davon, aber wir begeben uns dennoch zu Fuß zum See und entdecken etwas Totes im Wasser aber auch einige Flamingos, sowie Hippo Spuren.
Lake Magadi, ein soda See
Flamingos
Beim Frühstücken, kommen wir mit einigen Guides und deren Kunden ins Gespräch und ein Guide, Herman, gibt uns einen tip wo er Löwen gefunden hat und auch dass es am Ende des Turner Tracks einen toten Elefant gäbe. Wie lieb! Danke!
Wir begeben uns zum Fevertree Track und finden die Löwen Damen und noch andere Tiere.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201510. Jan. 2026 ·
Danach fahren wir zur Picnic Site Mawe Meupe und Mensch ist dort etwas los! So viele game drivers mit ihren Kunden essen dort ihr mitgebrachtes Essen und auch die Toiletten werden rege besucht. In der Serengeti ist es verboten einfach unter einem Baum zu parkieren und auszusteigen, wie man es in der Masai Mara darf.
Auf dem Heimweg finden wir eine Cheetah aber leider weit weg.
Entlang dem Turner Track sehen wir die üblichen Verdächtigen wie Zebra, Giraffen,Thomson Gazelles und Grant Gazelles, die letzten zwei Arten sind nicht immer leicht zu bestimmen. Immer wieder sagen wir zueinander, “Do you remember when…” ja wir hatten hier gute Löwen Sichtungen in 2018.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201510. Jan. 2026 ·
Am Ende der Straße liegt tatsächlich ein toter Elefant aber er ist kaum mehr als solcher zu erkennen. Nun die riesigen Rippen deuten drauf hin. Alle Aas Fresser sind hier rege vertreten und hacken an den Resten herum. Zudem stinkt es furchtbar vermischt mit dem Rauch eines schwelenden Baumstammes. Alles ein wenig grausam und doch faszinierend.
Als wir dort stehen, kommen viele Landcruisers vom Hügel runter, fahren durch den Graben und kommen dann auf die Straße, darunter ein bekanntes Gesicht: Herman!
Wir kommen wieder in Gespräch und er verrät uns dass all die Wagen eben von einer Leoparden Sichtung mit Jungen kämen. Oooh? Ich frage wie alt die Jungen seien. Vielleicht drei Monate alt, meint er. Dann versucht er uns zu erklären wie wir die Kopie mit den Leos von unserem Camp aus finden könnten. Es tönt sehr kompliziert.
Ich bespreche schnell meine Idee mit meinem Mann dass ich am nächsten Morgen Herman zu den Leos folgen möchte und ihn dafür bezahlen werde. Er ist sofort einverstanden.
Manchmal muss man dem Sichtungsglück ein wenig nachhelfen!
Und so mache ich Herman diesen Vorschlag und sage dass er es doch mit seinen Kunden besprechen soll. Denn das wird nur klappen wenn die zwei Chinesische Touris die Leos noch mal sehen wollen. Herman gibt mir seine WhatsApp Nummer und scheint interessiert an meinem Vorschlag.
Das wäre doch super wenn das klappen würde denn so junge Leo cubs haben wir noch nie gesehen.
Zurück im Camp gibt es Bolognese Sauce mit Reis und Kartoffelstock zum Abendessen. Auch das wifi ist gut und wir haben Kontakt zur Familie daheim.
Wir waren nicht sehr überzeugt von unserm Frühstück Menu in der Box heute Morgen, und so frage ich für Milch, Yogurt, Banane und Müesli für mich und mein Mann möchte lieber das lunch menu zum Frühstück haben. Alles kein Problem!
Später erhalte ich ein WhatsApp von Herman: He will meet us at 7:30 at the dead elephant! Whoohoo!
Diesen Satz werde ich wohl nie mehr in meinem Leben ein zweites Mal hören: wir treffen uns beim toten Elefant!!!!!
Als wir im Bett liegen, jammern draußen die Hyänen und die Schakale miauen. Ah endlich! Das Camping feeling ist doch noch zu haben, auch wenn man in einem festen Zelt daheim ist.
Jaja, die Serengeti 2025 hatte irgendwie weniger Tiere als früher, das hab ich auch so empfunden! Trotz Zebraherden bis zum Horizont. Aber durch die Regenfälle im Januar war bei uns das Gras so hoch dass vielerorts nur die grossen Tiere wie Zebras oben rausschauen konnten, das hohe Gras sieht man ja auch bei Euren Fotos noch, nur viel trockener. Bin gespannt wie es Euch weiter ergangen ist!
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201511. Jan. 2026 ·
August 16 Rund um Seronera
Mein Mann hat mitten in der Nacht beim Toilettengang mal raus geschaut und entdeckte einen Büffel der vor unserer Treppe frass und auch etwas hinterließ. Ich hab von all dem nichts mitbekommen. So cool!
Als ich unsere vier Essens Kartonschachteln hole sind die mit Babu und Bibi angeschrieben. Hmmm was heißt das denn? Regina klärt mich auf dass das Grossvater und Grossmutter auf Swahili heisse. How funny! (Diesen Titel haben wir leider immer noch nicht) Aber wir sind sicher die ältesten Reisenden hier. Babu und Bibi in der Serengeti, halt.
Noch einem schönen Sonnenaufgang mit Topi,
fahren wir zum toten Elefanten und überschauen das Geschehen aus unserer Dachluke im Auto. Die Rippen sind nun zusammengefallen und diverse Teile des Elefanten liegen überall umher.
Eine Hyäne macht sich über den Rüssel her und hat Mühe etwas abzubeißen.
Marabus flattern umher, ebenso die verschiedenen Geier und alle sind auf ein paar Häppchen aus. Im Hintergrund wandert eine Baboon Horde vorbei.
Nun ist es schon 7:45 und unser Mann, oder eben der Herman, ist spät dran. Man erinnert sich: er willigte ein uns zu den Leoparden zu lotsen.
Der Fahrer neben uns, hat Start Probleme mit seinem Landcruiser und bittet meinen Mann ihm einen Stoß zu geben.
Das macht er gerne und der Motor springt sofort an. Wenn wir fragen ob er auf dem Weg zu den Leos sei, sagt er ja genau und wenn wir fragen ob wir ihm folgen dürfen bejaht er natürlich, denn one good turn deserves another, wie man sagt.
Gut für uns, aber schade dass es nicht Herman ist! Ab durch den Graben und hinauf auf die Höhe fahren wir nun hinter unserm Guide her zu der Kopie wo die Leos daheim sind.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201511. Jan. 2026 ·
Unter der Kopie warten schon ein paar Autos und der Guide ratet beim Figtree rechts zu schauen.
Achtung, nun wirds Leoparden lastig Tatsächlich sehen wir zwei kleine gefleckte Fellkugeln mit großen schwarzen Augen wie sie sich in einer kleinen Senke tummeln und balgen. Fotographisch eine Herausforderung da es Gebüsch mit Zweigen und auch hohes Gras rund um ihren Versteckplatz hat.
Aber, die zwei sind wirklich die eh kleinsten Leos die wir je gesehen haben. Voller Freude folgen wir jede Bewegung der Kinder und als dann von links die Mutter erscheint, wir es noch spannender.
Sie begrüßt die Kleinen und leckt sich dann eine ganze Weile. Nach und nach läuft sie nach rechts und die Kleinen hopsen hinterher. Man kann ausmachen das die Kleinen sehr interessiert a Mutters Schwanz sind.
Dann sieht man ein Cub deutlich auf einem Fels sitzen.
Die Mutter macht einen Riesensatz und landet weich auf dem Felsen ob der Höhle.
Ein Cub klettert da auch hoch und will nahe der Mutter sein.
Dann sieht man beide Cubs bei der Höhle und die Mutter lässt sie säugen. Manchmal ist es besser mit dem Fernglas die Details dieser Szenen zu sehen als sie filmen zu können.
Später kommt die Leopardin alleine aus dem Versteck, setzt sich wunderschön auf einen Felsen und beobacht was in der Ferne vorgeht. Irgendwie dünkt es mich dass sie die angesammelte Wagenburg unter ihr total ignoriert. Ja, ist gut so.
Leopardin gut getarnt in ihrem Revier
Derweil werden die cubs in der Höhle wieder munter, sitzen nebeneinander, und schauen einem Vogel zu. Die Mutter kommt in die Höhle zurück, liegt ab und die Cubs stillen an ihr. Dann wird es still mit Bewegungen und wir denken dass alle nun schlafen werden.
Hier sieht man wie weit weg wir eigentlich vom Geschehen waren. Aber was für eine tolle Begegnung mit diesen drei, auch wenn wir wahrscheinlich eins von 30 Autos waren, haben wir es voll genossen dieser kleinen Leo Familie bei ihrem Alltag zuzuschauen.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201511. Jan. 2026 ·
Wir essen unser Frühstück im Auto sitzend bei einer andern Kopie wo einige Bee-Eater herumflitzen.
Später gibts einige intelligente Ellis zu beobachten. Sie stoßen ihre große Stirne einige Male gegen einen Baumstamm so dass Schoten zur Erde fallen die sie dann genüsslich aufrüsseln.
Die Ellis wissen was cause und effect ist! Erstaunlich!
Als wir bei der Mawe Meupe picnic Site ankommen gibt es eine Löwensichtung auf der andern Seite des Hügels. Eine Löwin schläft unter einem Baum und ihre zwei kleine Sprösslinge ruhen auch dort.
Als wir wieder zu den Tischen fahren, macht uns ein Guide auf eine Cheetah Sichtung aufmerksam. Also wieder den Hügel runter und zur Cheetah. Wir können sie nicht ausmachen. Aber Hilfe ist nahe, nämlich in Form des Serengeti Cheetah Research Auto mit Fahrer. Der zeigt uns genau wo schauen. Mein Mann versäumt es ein Bild zu schiessen da er viele Fragen über Cheetah an den Mann stellt.
Endlich können sich Babu und Bibi über ihre Lunchpakete hermachen. Leider ist das Hühnchenfleisch sehr pink und es scheint uns riskant nicht ganz gares Fleisch zu essen.
Wo wollen wir den Nachmittag verbringen? Ganz klar, bei den Leopard cubs.
Als wir uns der Kopie nähern, kreuzt ein Leopard vor uns die Straße und marschiert im Gras links von uns weg. Das müsste doch die Leo Mutter sein und sie geht wahrscheinlich auf Jagd.
Speaking of Jagd: nun kommen etwa 30 Fahrzeuge wie aus der Kanone geschossen den Hügel hinunter und stoppen am Feldweg. Sie sind zu spät da sie nunmehr weit weg einige Leo Flecken von hinten sehen.
Aber dafür war unser timing perfect!
Nun denke ich dass sich die Kleinen ohne Mutter wohl versteckt halten, und so ist es. Niemand kann sie ausmachen.
SadieThemenstarter1’835 Beiträge · seit 201511. Jan. 2026 ·
Nun wird es etwas text-lastig da ich euch ueber unser Abenteuer oder besser Malheur erzaehlen will.
Wir sehen einige Giraffen auf einer steinigen Anhoehe aber noch in schoenem Licht.
Nun ist die Sonne ist verschwunden und rund um uns hangen tiefe schwarze Wolken.
Sogar einen schwachen Regenbogen kann man sehen. Es wird wohl ein Gewitter geben.
Also machen wir uns auf den Heimweg so wie wir gekommen sind via the Turner Springs Road.
Mein Mann hält an um drei Kori Bustards abzulichten, denn einer fliegt was man ja selten sieht. Als er den Gang wechseln will, geht nichts mehr. “We lost the clutch” sagt er. Was? Die Kupplung ist kaputt und das Pedal leistet keinen Widerstand.
Der nächste Satz macht mich leicht nervoes: “We may have to spend the night in the car.”
Nicht doch! Aber...niemand ist zu sehen, rund um uns nur hügelige Savannah; es ist schon fast dunkel, und wir sind weit weg von Seronera oder einem Camp. Einfach nur hier sitzen und warten passt mir nicht.
Ich habe die Idee ein Warndreieck an der Kreuzung aufzustellen und mein Mann schaltet die blinkenden Warnlichter ein. Ich fasse das Dreieck zwischen unseren Sitzen und ohne an jegliche Gefahr von Tieren zu denken, renne ich etwa 100 Meter zurück zur nächsten Kreuzung. Predators be damned, I'm on a mission! Ich befestige das Dreieck mit einem Stein in der Strassenmitte und gerade als ich den Rückweg antrete, öffnen sich die Schleusen am Himmel und es gießt aus allen Kübeln. In Sekundenschnelle bin ich patschnass und das Track ist morastig. Als ich beim Wagen ankomme sehe ich bewegende Scheinwerfer in der Ferne. Ah unsere Hilfe naht, und ich winke mit erhobenen Armen. Gut, sie sehen uns und kommen auf uns zu.
Nun erleben wir die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft eines Game Drivers, der natürlich anhält und fragt was denn das Problem sei, wie es eben der Code von ihnen verlangt. Umgekehrt würden wir das natuerlich auch tun. Wir beschreiben das Problem untermalt von Blitz und Donner und prasselndem Regen. Aber er versteht was los ist.
Da auch unser Handy versagt, läutet der liebe Mann Caleb, unserem Vermieter, mit seinem Handy an und es wird bestimmt dass man Bremsflüssigkeit in den Kupplungsflüssigkeitsbehälter( !) giessen soll. Zum Glück hat es eine Flasche davon hinten im Defender. Mein Mann und der Guide stehen nun in strömendem Regen unter der Haube und werkeln. Der Guide pumpt das Kupplungspedal mit seiner Hand und voila, die Gänge funktionieren wieder.
Uns rollen eine Tonne Steine von den Schultern, so erleichtert sind wir. Der Guide ratet uns, ihm nach Seronera zu folgen aber immer im 2. Gang zu fahren. Ok, und hier ist ein Trinkgeld für deine Mühe und Hilfe!
Was nun folgt ist die schlimmste Schlammschlacht die wir je gefahren sind. Die Tracks haben sich bei der Regenflut in kuerze in kleine Ströme verwandelt und man sieht nichts als Dreck und Wasser sprühen.
Auch fährt der gute Mann sehr schnell und wir wollen ihn nicht verlieren und so fahren wir wie der Teufel durch die patch nasse Serengeti im Dunkeln mit verschmierten Scheiben. Mein Mann schwitzt trotz der kühlen Temperatur und ich fege die Windschutzscheibe immer wieder klar da sie anläuft. Aber…. wir schaffen es, es wird immer heller da wir vom Gewitter weg fahren und schließlich verabschieden wir uns von unserm treuen Helfer mit 1000 Dank.
Wir steuern auf die Garage des Research Centers zu. Dort regnet es nicht mehr und wir können mehr Bremsflüssigkeit kaufen.
Als wir beim Camp ankommen, schlittern wir auf dem schmierigen Track bis zum Parkplatz müssen aber warten bis der starke Regen nachlässt. Alsbald ist ein Mann mit Schirmen da und wir tanzen über den Dreck zu unserm Zelt.
Was für ein Tag! I need a hug.
Wir sind natürlich froh dass wir unser Camp heil erreicht haben, aber machen uns auch Sorgen wegen Morgen, denn wir müssen von Seronera, über Lobo nach Kogatende fahren, eine weite Strecke. Ob das der Defender bewältigen wird mit dem Kupplung Problem?
Nach einer heißen Dusche gibt es lamb stew im Dining Zelt und Regina kümmert sich wieder um Babu und Bibi und das morgige Essen. Mitten im Essen kommt sie rüber und sagt, “Come see the lion.” Was denn? Ein Löwe? Sie leuchtet mit einer Taschenlampe und im Lichtstrahl sehe ich tatsächlich einen sub-adult Löwen auf dem Pfad stehen.
Was für ein Tag: Leoparden cubs, keine Kupplung, lieber Helfer, furchtbare Dreckfahrt und einen Löwen im Camp!
Das war ja so was von himmelhoch-jauchzend-zu-Tode-betrübt.
Rollercoaster emotions, sagen wir.
Als wir zu unserm Zelt begleitet werden und bei unsern Treppen anhalten, scheint der Masai Mann seine Lampe auf den Matsch:
ich habe Deine spannenden Erlebisse nun gerade von hinten hinterher gelesen. Es ist ja schon echt beeindruckend, was ihr so alles gesehen habt! Auf das Erlebnis mit der Panne im Gewitter kann man gerne verzichten 😵 😣 Gott sei Dank ist Euer Retter dann ja doch noch erschienen. Man braucht schon ab und zu auch einmal etwas Glück!
Viele Grüße und Danke für den schönen Bericht Carsten