ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
Hallo zusammen, mein Mann, unsere Tochter (13) und ich haben für August eine Keniareise gebucht. (Mombasa -Tsavo Ost- Tsavo West -Amboseli-Diani Beach- Mombasa) Ich bin 49 Jahre und nun wurde bei mir eine autoimmune Muskelerkrankung (Myasthenia Gravis) diagnostiziert, die eine Kontraindikation zur Gelbfieberimpfung darstellt. Würdet Ihr an meiner Stelle die Reise dennoch machen? Montag starten wir mit Tollwut und Hepatitis, damit ich mit den Impfungen durch bin, bevor die immunsuppressive Therapie startet. Mückenschutzkleidung (Nosilife), die alles bis auf Hände bedeckt haben wir. Gebucht haben wir die Reise, als die Verdachtsdiagnose ALS lautete und ein Lebenstraum plötzlich keinen Aufschub mehr duldete. Flying Doctors, Reisekrankenschutz und Reiserücktrittsversicherung (ADAC) haben wir. Mir ist natürlich klar, dass mir niemand diese Entscheidung abnehmen kann und Ihr auch keine Ärzte seid, aber ich hätte dennoch gerne Eure Meinung. Liebe Grüße, Angi
dergnagflow2’578 Beiträge · seit 200713. März 2024 ·
Liebe Angi, das zu hören tut mir wirklich leid, ich wünsche dir und allen Beteiligten sehr viel Kraft für die kommenden Aufgaben. Dennoch auch dir (so wie allen anderen, die derartige Fragen stellen) ein Rat: besprich das mit deinen Ärzten. Und einem oder zwei erfahrenen Tropenmedizinern. Ein Forum kann dir hier kaum helfen. LG und alles Gute! Wolfgang
Hallo Angi, das tut mir natürlich sehr leid für dich und auch deine Familie. Hast du dich erkundigt, ob du ohne Gelbfieberimpfung überhaupt einreisen könntest? Falls ja, kann dir natürlich niemand deine Entscheidung abnehmen. In einem Forum würde ich übrigens keinem medizinischen Ratschlag folgen 😕 . Wie Wolfgang schon schrieb, wären deine kompetenten Gesprächspartner:innen Tropenmediziner. Solltet ihr nicht nach Kenia fliegen dürfen, wäre eine evtl. Alternative das südliche Afrika mit seinen Nationalparks. Ich weiß, ähnliches ist nicht dasselbe.
ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
Natürlich habe ich das mit meinen Ärzten besprochen. Die sagen letzten Endes auch nur: Die Entscheidung müssen sie selbst treffen. Das ist mir ja durchaus bewusst.
Okay.... dann frage ich anders. Gibt es hier Menschen, die (warum auch immer) ohne Gelbfieberimpfung nach Kenia gereist sind?
Einreise ist kein Problem (Wenn man nur direkt aus Europa einreist), außerdem würde ich ja auch ein Zertifikat bekommen, dass eine Impfung bei mir medizinisch nicht möglich ist.
Im Prinzip steht die Entscheidung zu reisen fest. Vorausgesetzt ich vertrage die Malariaprophylaxe (muss ich im Vorfeld testen, ob sie meine Myasthenie verstärkt).
Habt Ihr Erfahrungen mit Mückenschutzkleidung? Ist die effektiv?
Dankeschön 🙂
Strelitzie2’862 Beiträge · seit 201113. März 2024 ·
Hallo Angi, vorweg - wie schon geschrieben: Deine behandelnden Ärzte müssen das entscheiden! Ich war vor einem Monat in Kenia, daher kurz meine Gedanken dazu: Gelbfieber ist nicht "vorgeschrieben", wird aber wohl empfohlen. Mückenschutz: Nosilife- Hemden, Hosen und Socken haben bei uns sehr gute Dienste getan, zusätzlich Nobite für Körper und Kleidung, auch auf die Haare gesprüht. Zusätzlich habe ich auf herkömmliches Deo verzichtet und nur einen mit Wasser befeuchteten Kristallstift verwendet. (sehr gut!) Daran denken, den Mückenschutz für die Haut nach dem Duschen erneuern. Die Tsetse-Fliegen waren an einigen Stellen (zB im Tsavo West) recht zahlreich. Die Viecher kannst Du kaum erschlagen, sie rappeln sich immer wieder auf. Dafür hatten wir - in Tansania schon sehr bewährt - Fliegenklatschen und alt-ehrwürdige Fliegenfänger mit. Tsetse geklatscht, aufgehoben und an Fliegenfänger gepappt. Sehr effektiv! Dadurch sind wir von Stichen verschont geblieben, die sind ansonsten recht schmerzhaft. Ich vermute, ihr seid in Lodges untergebracht? Es gab überall Mosquito-Netze, zum Zähneputzen standen immer Wasserflaschen bereit.
Herzliche Grüße Strelitzie
ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
Vielen Dank für Deine Erfahrung, Strelezie. Wir haben für die gesamte Familie Nosilife Kleidung gekauft. (Lange Hose, langes Hemd, Socken) Für mich zusätzlich noch etwas in strandtauglicher Optik und einen Hut mit Netz. Ja, wir übernachten in Lodges. Danke fur den Tipp mit der Fliegenklatsche und den Klebefallen. Manchmal fallen einem die einfachsten Sachen nicht ein.
Ich hoffe ja ein bißchen, dass die Mückendichte im August eher niedrig ist, weil schon lange Trockenzeit ist. Oder spielt das keine Rolle?
BikeAfrica7’350 Beiträge · seit 200613. März 2024 ·
Angilope schrieb: Okay.... dann frage ich anders. Gibt es hier Menschen, die (warum auch immer) ohne Gelbfieberimpfung nach Kenia gereist sind?
Ich hatte die Impfung nur, weil ich von dort nch Tanzania wollte (ok, wurde letztlich Uganda) und die Impfung dann in beiden Richtungen an der Grenze kontrolliert wurde).
Habt Ihr Erfahrungen mit Mückenschutzkleidung? Ist die effektiv?
Ja, ich habe so geschwitzt, dass ich das letztlich nie benutzt habe. 😉 Für mich hat sich das angefühlt, als sitze ich bei 30 Grad und Regenjacke und -hose da.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
Danke, Wolfgang! Das mit dem Schwitzen könnte ich mir auch vorstellen... aber auf Grund meines Geschlechts und meines Alters, habe ich da eine gewisse Leidensfähigkeit entwickelt. 😄
BikeAfrica7’350 Beiträge · seit 200613. März 2024 ·
Angilope schrieb: Das mit dem Schwitzen könnte ich mir auch vorstellen... aber auf Grund meines Geschlechts und meines Alters, habe ich da eine gewisse Leidensfähigkeit entwickelt. 😄
Das mit dem Schwitzen ist doch bei Frauen eher selten ein Problem. Ich kenne welche, die denken bei 28 Grad schon an 'ne Wärmflasche. Ich stehe morgens bei minus 7 Grad im T-Shirt am Auto und kratze die Scheiben frei. Da mag ich bei 30-35 Grad Klamotten tragen, die 'nen Luftzug durchlassen. Und oft sind es dann kurze Hosen und obenrum gar nichts ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Hallo Angilope, wie geschrieben, die Entscheidung musst letztlich Du treffen, ich kann dir nur schreiben, wie ich es halte: Ich habe mich 1992 gegen Gelbfieber impfen lassen, weil es für die Einreise von Festlandtansania nach Sansibar vorgeschrieben war. Danach nie wieder, ob in Asien oder in Afrika, und obwohl wir in Afrika meistens mit dem Zelt unterwegs waren. Zu deiner Reisezeit und in Lodges wirst du kaum Mücken zu Gesicht bekommen. Meine Empfehlung also: fahre und freue dich auf eine tolle Reise. LG aus Puerto de la Cruz Karsten
travelNAMIBIA33,3k Beiträge · seit 200613. März 2024 ·
Danach nie wieder, ob in Asien oder in Afrika, und obwohl wir in Afrika meistens mit dem Zelt unterwegs waren.
Musst Du ja auch nicht, denn die Impfung gilt ein Leben lang.
Viele Grüße Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
HAHans-Wolf272 Beiträge · seit 201913. März 2024 ·
Hallo Angi,
ich bin kein Arzt und kann dir keine medizinische Auskunft geben. Aber die Ärzte sagen dir ja auch nur, du müssest selbst entscheiden. Was im Klartext eigentlich ein Abraten ist, sonst würden sie dir sagen, eine Reise sei unbedenklich. Ich habe allerdings einige Erfahrungen mit Reisen in afrikanische Länder und schon viele Diskussionen und Krankheitsfälle mitbekommen, bis hin zu Todesfällen. Ich möchte dir deshalb meine persönliche Meinung nicht vorenthalten.
Mit oder kurz nach einer immunsuppressiven Therapie würde ich NIEMALS nach Ostafrika reisen. Es geht nicht nur um die Gelbfieberimpfung und das Risiko einer Gelbfieberimpfung. Ostafrika ist leider eine Region, in dem vielerlei tropische und andere Krankheiten vorkommen. Völlig risikolos ist eine Reise nie. Wenn hinzukommt, dass dein Immunsystem heruntergefahren ist - na danke. Hinzu kommt, dass die gesundheitliche Versorgung selbst in den besten Krankenhäusern deutlich unter dem mitteleuropäischen Standard liegt.
Mein Rat deshalb: Verzichte auf den bevorstehenden Impfmarathon und such dir für dieses Jahr ein näherliegendes Ziel aus, das besser zu deiner Gesundheit und der entsprechenden Therapie passt.
ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
@Wolfgang Manche Frauen in den Wechseljahren schwitzen sehr. Frostbeule war ich aber eh noch nie. @Karsten Das klingt ha schon bach richtigen Abenteuerreisen. Wow! Wir waren seit 18 Jahren nicht mehr im Ausland und Europa habe ich nie verlassen. @Hans&Wolf Danke für Deinen ehrlichen Beitrag. Dass ein "Das müssen Sie entscheiden", letztlich ein Abraten ist, sehe ich nicht so. Ärzte müssen heute so aufpassen, was sie von sich geben.... Das Immunsupressivum, dass geplant ist, braucht sehr lange (2-8 Monate) bis zum tatsächlichen Wirkbeginn. Ich werde also, wenn ich jetzt mit meinem Arzt vereinbare, dass ich erst in 2,5 Monaten damit starte, de fakto noch kein heruntergefahrenes Immunsystem haben. Bzgl. Der Impfung gelten aber teilweise andere Impfschemata und nötige Titerkontrollen für Menschen, die Immunsuppressiva nehmen. Egal ob sie schon wirken oder nicht. Tatsache ist: An meiner GelbfieberImpfunfähigkeit wird sich nie wieder etwas ändern und auch die Immunsuppression werde ich lebenslang benötigen. Das heißt, reise ich jetzt nicht nach Afrika, werde ich es niemals tun. Das ist ein Lebenstraum von mir. Ich werde sehr vorsichtig sein, was Insektenschutz, Essen/ Trinken und Kontakt zu Einheimischen angeht. Ich kann Deine Meinung gut nachvollziehen, so ist das nicht, aber ich bin abgesehen von der jetzt diagnostizierten Myasthenie schon seeehr lange chronisch krank. Musste unfassbar viel aufgeben, diese Reise gebe ich nur auf, wenn das Risiko mit weiteren Krankheiten wiederzukommen (oder gar nicht wiederzukommen) wirklich sehr hoch ist!
zu der Frage, ob Reisen oder nicht, kann und will ich nichts beitragen, aber falls Ihr reisen solltet, würde ich noch in ein mobiles Moskitonetz investieren, falls doch keines (oder ein löchriges) in der Unterkunft vorhanden sein sollte.
Am besten wäre aus meiner Sicht eines, das Du nicht aufhängen musst, weil das schon schwierig werden könnte. Wir haben seit sehr vielen Jahren nachstehendes Netz auf dem Foto, allerdings kann ich Dir nicht mehr sagen, von welchem Anbieter. Zusätzliche Wäscheklammern einzupacken ist auch hilfreich. Ich habe auch schon einmal Löcher im Moskitonetz (nicht unserem, das ist noch tadellos) abgeklebt.
Fliegenklatsche und Kabelbinder packen wir auch immer ein, fressen kein Brot und besser „Haben als Brauchen“.
Viele Grüße Sabine
ANAngilopeThemenstarter9 Beiträge · seit 202413. März 2024 ·
Ob Du fährst oder nicht musst Du schon selbst entscheiden, da geb ich Dir keinen Tipp. Aber... als Ersttäter/in meint man immer dass es in Afrika warm ist. Das ist es auch...meist... Auf Eurer Tour wirds nicht vielmal kühl werden, aber früh morgens im offenen Safariwagen ists manchmal schon recht kühl. Nimm Kleider mit, mit denen Du Dich im Zwiebelprinzip warm einkleiden kannst bis es auch draussen warm genug ist!
Was die Tsetse's angeht, die sind mit unseren Pferdebremsen zu vergleichen, die Einen reagieren stark, die Anderen gar nicht. Nach meiner Erfahrung gehen sie sowieso eher auf Männer los und sowieso suchen sie die dunklen Stellen, also unten im Auto bei den Füssen, hinten am Kopf usw. Dunkle oder blaue Kleidung zieht sie eher an. Aber auf der Route dürfte eh keine Gefahr betreffend der Schlafkrankheit sein. Dengue ist an der Küste eher das Problem, aber jetzt auch nicht übermässig. Die Dengue-übertragenden Mücken sind meines Wissens Tagaktiv und sehr klein, ohne Gewähr. Malaria-übertragende Mücken sind eher Nacht- und Dämmerungsaktiv.
Wie gross ist die Gefahr? Ich kann nur für mich sprechen: -Tsetse's haben mich einmal fast gefressen, das war in Südtansania mit schwarzem T-Shirt zu blauen Jeans...sonst haben sie mich nicht mehr gebissen als bei uns die Pferdebremsen. Fühlt sich für mich auch genau so an. Ich kenn aber auch Frauen denen jeder TSetse-Biss grosse Schwellungen verursachten. -Mücken haben mich meines Wissens nie gestochen, obwohl ich mich mit Anti-Brumm forte recht nachlässig einsprühe. -Löwen, Leos usw haben mich nie gebissen 😎 , eine braune Hundezecke jedoch schon, mitten in den Bauch! 😣 Und seither hab ich immer wieder 'lustige' wanderne Flecken, vor allem an den Beinen. 😮 Hat halt eine Rickettsien-Übertragung gegeben. Aber das wurde erst Jahre später festgestellt, vor Ort gings mir einfach nicht gut, die Reise hab ich aber nicht abgebrochen.
Falls Du die Reise machst wünsch ich Euch alles Gute und tolle Erfahrungen ohne Krankheiten oder sonstige Probleme 🙂
BikeAfrica7’350 Beiträge · seit 200613. März 2024 ·
Angilope schrieb: Tatsache ist: An meiner GelbfieberImpfunfähigkeit wird sich nie wieder etwas ändern und auch die Immunsuppression werde ich lebenslang benötigen. Das heißt, reise ich jetzt nicht nach Afrika, werde ich es niemals tun. Das ist ein Lebenstraum von mir.
Ich kann Dir nicht raten, was Du tun oder lassen solltest. Ich kann nur sagen, was ich tun würde. Ich würde reisen.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Schaue Dir offizielle Statistiken zu Gelbfiebererkrankungen an, z.B. bei der WHO. Kenia hatte 1995, 2011, 2022 Gelbfieberausbrüche. Es sind typischerweise nur einzelne Regionen betroffen und es gibt dann ein paar dutzend Fälle. Auch wenn ich nicht präzise nachgerechnet habe, dürfte die Chance auf einen Sechser im Lotto sehr viel größer sein, als die Wahrscheinlichkeit in 2-3 Wochen Kenia-Reise Gelbfieber zu bekommen.
Anders herum argumentiert: Individuelle Risikoparameter außen vor gelassen, liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dieses Jahr im deutschen Straßenverkehr zu sterben, grob bei 1:30.000. Deswegen schließt sich aber niemand zuhause ein. Die Wahrscheinlichkeit, als Tourist auf einer mehrwöchigen Reise Gelbfieber zu bekommen, ist um Dimensionen niedriger.
Alles andere kann ich nicht beurteilen, weil ich null Ahnung von Deiner Krankheit habe. Und ich schließe mich noch Picco an: Alle informieren sich zu Malaria, Schlangen, Skorpionen, ... aber Zecken sind ein häufig unterschätztes Risiko.