Beatnick schrieb: Ich muss gleich nochmal in eurem Reisebericht nachschauen, was ihr alles gesehen habt,
Wir hatten Zügelpinguine, vor allem Eselspinguine und Adeliepinguine gesehen, das sind die entlang unserer Route üblichen Verdächtigen. Von letzteren hatten wir aber nur einen einzigen gesehen, der mutterseelenalleine auf einer Eisscholle am Schiff vorbeigedümpelt ist ... Kormorane gab es übrigens auch einmal zu sehen, und zwar ebenfalls Blauaugen-Kormorane. Leider habe ich keine so spektakuläre Aufnahmen von denen wir ihr, was nicht nur an der Location liegt ...
Wow, ja, also diese Fotos sind natürlich nochmal ne ganz andere Hausnummer, wunderschön! Puerto Natales ist bestimmt auch mindestens eine Übernachtung wert, aber dazu im nächsten Kapitel mehr.
Old Women schrieb:Deine Einschätzung bzgl. eines Tagesausfluges zum Pinguino Rey teilen wir, jedoch bei gutem Wetter werden wir es wagen, denn wir haben 1.5 Tage (2 Nächte) zur Verfügung, und diese einsame Weite fasziniert mich einfach.
Sehr gut!
Daxiang schrieb:eure Bilder sind der Hammer!
Danke! 😊
Daxiang schrieb:Irgendwie müsste ich euch ja ein bisschen böse sein - vor genau 10 Jahren stand so eine Tour schon mal ganz oben auf meiner Wunschliste und jetzt, wo ich gar nicht mehr daran gedacht hatte, zieht ihr mich mit den genialen Bildern wieder in den Bann.
Du weißt ja, wie es ist: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Alles zu seiner Zeit 🙂
loeffel schrieb:Von letzteren hatten wir aber nur einen einzigen gesehen, der mutterseelenalleine auf einer Eisscholle am Schiff vorbeigedümpelt ist ...
😄 😄 😄 😄 Der Arme, hoffentlich kannte der Kutscher den Weg. Am Ende ist er noch in Feuerland gestrandet...
Ich mach mich dann jetzt mal speziellen auf Wunsch einer einzelnen Dame ans nächste Kapitel, denn zumindest hier in Hamburg ist es mit dem schönen Wetter erstmal vorbei.
es ist ein sehr schönes Erlebnis mit euch in der Schrottkarre unterwegs zu sein. Die Landschaften, die Pinguine, die Kormorane und und und…. Ich genieße die wunderschönen Fotos und mit deinen launigen und sehr informativen Text ist das gerade zur Zeit mein Lieblingsbericht. Ich denke schon seit Jahren über eine Reise nach Patagonien nach, aber Guggumann hat schon Veto eingelegt; zu weit, zu teuer etc… Da es ein unerfüllter Traum bleiben wird, genieße ich es umso mehr mit euch mitzureisen. Ich freue mich sehr auf die weitere Reise und hab vielen Dank für das berichten.
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201610. Juni 2019 ·
Hallo liebe Guggu,
Guggu schrieb:es ist ein sehr schönes Erlebnis mit euch in der Schrottkarre unterwegs zu sein. Da es ein unerfüllter Traum bleiben wird, genieße ich es umso mehr mit euch mitzureisen. Ich freue mich sehr auf die weitere Reise und hab vielen Dank für das berichten.
ich freue mich wirklich sehr darüber, dass du dabei bist! Und jetzt geht es auch direkt weiter, die Schrottkarre ist startklar. 🙂
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201610. Juni 2019 ·
Irrungen, Wirrungen und das perfekte Panorma
Der Weg von Punta Arenas zum Torres del Paine Nationalpark ist mit rund 350 Kilometern nicht allzu weit.
Schnappschüsse aus dem Autofenster. Das Licht spielt zwar nicht mit, doch einmal mehr zeigt sich: Die Fahrten sind - ähnlich wie in Afrika - weit mehr als nur ein notwendiges Übel, um von A nach B zu gelangen.
In Puerto Natales legen wir einen Zwischenstopp ein, denn hier befindet sich die letzte Tankstelle weit und breit. Um ein Haar wäre die kleine Hafenstadt sogar deutlich mehr als nur ein Tankstopp für uns gewesen. Was zunächst einmal kein Drama sein muss, weil sie durch ihre privilegierte Lage direkt am Fluss und mit Blick auf die Berge durchaus attraktiv ist. Doch wir hatten sie in unserer Planung zugunsten von vier Übernachtungen und somit drei vollen Tagen im Nationalpark bewusst ausgespart.
Ich hatte unserer Agentur gegenüber mehrfach betont, wie sehr uns an den Übernachtungen innerhalb des Parks gelegen ist und sie gebeten, rechtzeitig aktiv zu werden. Die Mehrkosten für die exklusive Lage haben wir dabei billigend in Kauf genommen. Uns wurde im Gegenzug mehrfach versichert, dass es keinerlei Zeitdruck gäbe. Was sich als Trugschluss erwies: Schließlich war das von mir favorisierte Hotel Lago Grey bereits ein Jahr zuvor ausgebucht - ohne uns.
Diese traurige Tatsache hat uns die Agentur, mit der wir ansonsten bei all unseren Reisen nach Mittel- und Südamerika nur gute Erfahrungen gemacht haben, allerdings nicht mitgeteilt, sondern uns stattdessen ohne entsprechenden Hinweis für vier Nächte nach Puerto Natales verfrachtet. Erst bei der Durchsicht des finalen Reiseplans bin ich darüber gestolpert - und aus allen Wolken gefallen. Knapp eineinhalb Stunden pro Strecke hätten wir von Puerto Natales zum Südeingang, dem nächsten Zugang zum Park, gebraucht. Und das auch nur in der Theorie. Denn als wir in der Praxis auf die Schotterstraße zum Südeingang einbiegen wollen, ist sie gesperrt.
Wir müssen also noch einmal rund 50 Kilometer weiterfahren bis zum Nordeingang und dann wieder ein ganzes Stück quer durch den Park zurück - völlig ausgeschlossen, an drei Tagen in Folge zwischen Puerto Natales und Torres del Paine zu pendeln.
Der Umweg allerdings entpuppt sich als landschaftlich reizvoll und zudem äußerst tierreich.
Wir sind nun bereits ganz in der Nähe des Torres del Paine und der Verkehr ist noch überschaubar als ohnehin schon - von einigen leichtsinnigen Passanten abgesehen...
Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto schlechter wird leider das Wetter.
Am Parkeingang melden wir uns an und entrichten die Gebühr für die nächsten Tage, dann nehmen wir die letzten 50 Kilometer quer durch den Park zum Hotel Lago Grey unter die Räder.
Wir haben die Hotelproblematik am Ende so gelöst: Für die erste Nacht haben wir in Eigenregie über eine Buchungsplattform noch ein Superior-Zimmer im Lago Grey ergattert. Für die Nächte drei und vier hat die Agentur ein Standard-Zimmer im selben Hotel bekommen. Bei der zweiten Übernachtung war allerdings nichts zu machen, wir haben immer wieder nachgeschaut, doch das Hotel blieb ausgebucht. Wir haben deshalb auf eigene Faust eine andere Unterkunft unweit des Südeingangs gebucht (an der Südzufahrt, aber aus dem Park kommend weit vor der Straßensperrung), sodass sich die Fahrerei absolut in Grenzen hielt.
Unterwegs können wir die Schönheit um uns herum nur erahnen, von den berühmten Granitnadeln ist nichts zu sehen. Ich hoffe, dass uns die nächsten Tage besseres Wetter bescheren.
Die Schotterstraße, über die wir in Richtung Süden holpern, ist in ziemlich miserablem Zustand, wir werden ordentlich durchgerüttelt. In den Schlaglöchern steht das Wasser, und ich kann ihre Tiefe nur erahnen. Doch weil ich an unserer "Schrottkarre" ohnehin kaum mehr etwas verderben kann, fahre ich tendenziell forsch. Es hat eben alles auch sein Gutes. 😉
Auf den letzten Kilometern wechselt der schlechte Schotter über in groben Kies. Der Knall, wenn einer der Steine gegen das Bodenblech prallt, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Doch wir gewöhnen uns überraschend schnell daran. In den nächsten Tagen wird uns das Gepolter immer weniger auffallen, bis wir es am Ende kaum mehr wahrnehmen.
Ich hatte mir das Hotel Lago Grey, das am namensgebenden See und Gletscher ganz am Ende des Parks liegt, in den Kopf gesetzt - und es enttäuscht mich nicht. Ich fühle mich auf Anhieb wohl. Es beherbergt auch Reisegruppen, ist also nicht gerade klein. Doch der reduziert-skandinavische Stil gefällt mir, und beim Blick durch die riesigen Panoramafenster stockt uns regelrecht der Atem.
Auch in unserem modernen Superior-Zimmer mit Blick auf den Grey-Gletscher könnten wir es ziemlich gut einige Zeit aushalten. Schade, dass wir es am nächsten Tag schon wieder räumen müssen.
Ein neugieriger Nachbar linst schamlos in unser Schlafzimmer.
Das Essen im Restaurant ist okay, jedoch seinen mangels Alternativen hohen Preis nicht wert. Der Ausblick tröstet darüber allerdings locker hinweg.
Kurz vor Sonnenuntergang heben sich schließlich sogar die Wolken. Plötzlich sind sie da, die berühmten Torres, und mit ihnen all der Zauber, den ich mir von diesem besonderen Ort erhofft hatte.
Beatnick schrieb: Schließlich war das von mir favorisierte Hotel Lago Grey bereits ein Jahr zuvor ausgebucht - ohne uns.
Ja, so ist es leider mit fast allen Unterkünften in Torres del Paine... Ich habe Anfang dieses Jahres Emails an die Betreiber der Campings und Refugios geschrieben und sie haben mich freundlicherweise informiert, als die Buchungen online geöffnet wurden. Eine Woche später waren bestimmte Unterkünfte an bestimmten Tagen schon nicht mehr verfügbar!
Beatnick schrieb: Diese traurige Tatsache hat uns die Agentur, mit der wir ansonsten bei all unseren Reisen nach Mittel- und Südamerika nur gute Erfahrungen gemacht haben, allerdings nicht mitgeteilt, sondern uns stattdessen ohne entsprechenden Hinweis für vier Nächte nach Puerto Natales verfrachtet.
Sehr ärgerlich! 🙁 Gut, dass ihr das Problem doch einigermaße gelöst habt.
Beatnick schrieb: Denn als wir in der Praxis auf die Schotterstraße zum Südeingang einbiegen wollen, ist sie gesperrt. Wir müssen also noch einmal rund 50 Kilometer weiterfahren bis zum Nordeingang und dann wieder ein ganzes Stück quer durch den Park zurück...
Kannst du bitte genauer erklären, welchen Süd- und Nord-Eingang du meinst? Ich kenne aus meinen bisherigen Recherchen nur den Eingang "Guarderia Laguna Amarga", wo man die Eintrittgebühren zahlt und "Centro Administrativ", etwas südlicher. Und dann gibt es noch den Eingang mit Katamaran über Pudeto, wo wir für unseres Trekking hin müssen.
Wie war es mit der Bezahlung der Eintrittsgebühren, ging es schnell? Ich überlege es mir gerade, ob ich den Eintritt schon online bezahle, um Zeit zu sparen.
Der Torres del Paine hat es in sich!! Das Wetter mit den fotogenen Wolken, aber auch der Wind. Als wir dort waren blies er so stark, dass man sich dagegen legen konnte ohne zu fallen. Schrottkarre!! Wir mieteten in Puerto Natales einen Pickup 4x4 der im Park den Geist aufgab. Der Vermieter tauschte uns das Auto für einen anderen Pickup ein, der am letzten Tag ebenfalls den Geist aufgab. Im Hotel Las Torres übernachteten wir gemütlich, aber die Lage am Lago Grey ist super. Es gibt eine Sage, wenn man diese Calafate Beeren isst man zurück nach Patagonien kehren wird. 😉 Liebs Grüessli Malbec
Servus Bettina ziemlich geschafft von der ersten sportlichen Betätigung seit fast neun Monaten (Fuß hat gut durchgehalten und Schulter zickt nur ein wenig) sitze ich im Liegestuhl, lass mir die Sonne auf dem Bauch scheinen und habe endlich Zeit Deinen Bericht zu lesen. Der verursacht verdammt starkes Fernweh! Nur bei Schrottkarren und Agenturen, die nicht das machen, wofür man sie beauftragt, sträuben sich meine Nackenhaare. Danke fürs Schreiben und die Fotos sind wieder super, also auch lieben Dank an Thomas. Die Fotos auf flickr kenne ich natürlich, aber mit Klasse Text macht es noch viel mehr Spaß! Viele Grüße Elisabeth
Old Women1’545 Beiträge · seit 201310. Juni 2019 ·
Hallo Bettina,
das Foto mit den blühenden Lupinen hat mich gerade wirklich von den Socken gehauen. Einfach nur schön 🙂 , fast so wie in meiner Kindheit auf dem Lande. Umso trauriger bin ich, dass es uns nicht vergönnt sein wird, denn wir sind Mitte Februar im Torres del Paine, und die Lupinenblüte wird dann wohl vorüber sein 😠 . Deine Begeisterung für diesen Park hat uns ja auch dazu bewogen, tief in die Tasche zu greifen, und dort auch 4 Nächte einzuplanen. Tja, so ein Meinungsaustausch im Vorfeld kann manchmal recht teuer werden 😗 😐 ! Dein Malheur, bzw. das eurer Agentur (eigentlich unverschämt, denn die wussten doch, was ihr wolltet!!), war mir ja schon bekannt, und so habe ich mich ziemlich zeitig an die Buchung für diesen Park gesetzt. Das "Lago Grey" war für 4 zusammenhängende Tage nicht buchbar, weder bei den einschlägigen Portalen noch direkt, und so haben wir uns für eine Unterkunft entschieden, in der Freunde bereits übernachtet haben. Die waren sehr zufrieden. Über ein Buchungsportal war es nicht zu buchen, da noch nicht frei geschaltet, und daher habe ich die Lodge direkt kontaktiert. Alles sehr einfach, und ziemlich schnell hatte ich meine 4 zusammenhängenden Nächte 😄 . Ein paar Wochen später konnte man dann online buchen, jedoch für wesentlich mehr US-Dollar die Nacht und auch nur noch einzelne Nächte ergattern. Wir werden hier wohnen, direkt am Gate mit Blick vom Zimmer auf die Torres, nicht gerade preiswert, jedoch durchaus für diese exponierte Lage und Einmaligkeit der Landschaft noch so gerade okay: http://pampalodgepatagonia.com/. Dein Problem mit der Umleitung hätte uns auf der Anreise nicht direkt betroffen, da wir aus El Calafate anreisen, jedoch für die, die es interessiert: unser Quartier, die Pampa Lodge, liegt ca. 3 km außerhalb des Parks beim Gate Serrano, das ist das südliche Hauptgate, was auch Bettina und Thomas eigentlich hätten nehmen müssen, und da gab es 2018 eine Straßensperre ab Puerto Natales, was eine Zufahrt über das Gate Laguna Amarga im Norden des Parks bedeutete. Meines Wissens ist diese Umleitung aufgehoben. Ich bin sehr gespannt auf eure Wanderungen. Vielleicht kannst du ganz kurz auch etwas zum Schwierigkeitsgrad ( wenn man von einer normalen Fitness ausgeht, sonst regelmäßig etwas fordernden Sport treibt) und zur ungefähren Dauer der Touren sagen. Da wäre ich dir sehr dankbar 😘 . Die Fotos erzeugen in mir ein Gefühl, das kann ich gar nicht beschreiben: ein wahrer Sehnsuchtsort.
Old Women schrieb: ... für die, die es interessiert: unser Quartier, die Pampa Lodge, liegt ca. 3 km außerhalb des Parks beim Gate Serrano, das ist das südliche Hauptgate, was auch Bettina und Thomas eigentlich hätten nehmen müssen, und da gab es 2018 eine Straßensperre ab Puerto Natales, was eine Zufahrt über das Gate Laguna Amarga im Norden des Parks bedeutete. Meines Wissens ist diese Umleitung aufgehoben.
Danke, jetzt habe ich eine Vorstellung, was Bettina mit Nord- und Süd-Eingang meint. 🙂
LLLa Leona2’780 Beiträge · seit 200710. Juni 2019 ·
Es gibt drei Eingänge, genannt "Porterías" Serrano, Laguna Amarga und Sarmiento, um in den Torres del Paine Nationalpark zu gelangen. Im Sommer sind die Öffnungszeiten je nach Portería um 7 bzw. 8.30 Uhr bis 20 bzw. 22 Uhr. Im Dezember und Januar ist es auf der Südhalbkugel besonders lang hell, denn die Sonne geht bereits vor 6 Uhr auf und erst nach 22 Uhr unter. Es lohnt sich also etwas tiefer in die Tasche zu greifen um auch die Randstunden innerhalb des Parks zu geniessen.
Gruss Leona
Old Women1’545 Beiträge · seit 201310. Juni 2019 ·
La Leona schrieb:Es gibt drei Eingänge, genannt "Porterías" Serrano, Laguna Amarga und Sarmiento, um in den Torres del Paine Nationalpark zu gelangen. Im Sommer sind die Öffnungszeiten an allen Toren von 8 bis 19 Uhr. Im Dezember und Januar ist es auf der Südhalbkugel besonders lang hell, denn die Sonne geht bereits vor 6 Uhr auf und erst nach 22 Uhr unter. Es lohnt sich also etwas tiefer in die Tasche zu greifen um auch die Randstunden innerhalb des Parks zu geniessen.
Hallo La Leona,
schau mal, was ich bei der Vorbereitung im Stefan Loose gefunden habe:
Ich gestehe, ich bin jetzt ein wenig verwirrt, zumal mir der Iwanowski die gleichen Infos gibt ! 😐
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201610. Juni 2019 ·
Guten Abend ihr Lieben,
adriana schrieb:Kannst du bitte genauer erklären, welchen Süd- und Nord-Eingang du meinst? Wie war es mit der Bezahlung der Eintrittsgebühren, ging es schnell? Ich überlege es mir gerade, ob ich den Eintritt schon online bezahle, um Zeit zu sparen.
Hi Adriana, die Antwort auf die erste Frage hat ja Beate dankenswerterweise schon gegeben, es ist exakt so gewesen wie von ihr beschrieben. Und Leona hat ja auch nochmal Details erläutert. Was die Wartezeit betrifft, gab es keine. Weder bei unserer Ankunft (Laguna Amarga), noch bei der Rückkehr nach unserer zweiten Übernachtung vor den Toren des Parks (Serrano). Das ging beide Male ruckzuck. Bezahlen mussten wir übrigens nur einmal, obwohl wir den Park ja zwischenzeitlich verlassen hatten. Das Ticket ist 3 Tage gültig und behält auch bei Verlassen des NP seine Gültigkeit.
Malbec schrieb:Als wir dort waren blies der Wind so stark, dass man sich dagegen legen konnte ohne zu fallen.
Das haben wir auch erlebt, Malbec, allerdings nicht im Torres del Paine. Kommt noch 🙂
Malbec schrieb:Wir mieteten in Puerto Natales einen Pickup 4x4 der im Park den Geist aufgab. Der Vermieter tauschte uns das Auto für einen anderen Pickup ein, der am letzten Tag ebenfalls den Geist aufgab.
Au weia, was für ein Pech! Siehstewohl, man soll nie (nur) nach dem äußeren Eindruck gehen...
Malbec schrieb:Es gibt eine Sage, wenn man diese Calafate Beeren isst man zurück nach Patagonien kehren wird.
Ja, wir haben sie später auch aus diesem Grund gegessen, mal sehen, ob sie wirken 😉
sphinx schrieb:ziemlich geschafft von der ersten sportlichen Betätigung seit fast neun Monaten (Fuß hat gut durchgehalten und Schulter zickt nur ein wenig) sitze ich im Liegestuhl, lass mir die Sonne auf dem Bauch scheinen und habe endlich Zeit Deinen Bericht zu lesen.
Ach Elisabeth, wie schön, dass du noch aufgesprungen ist und dich offenbar langsam besserst... Weiterhin gute Erholung!
sphinx schrieb:Nur bei Schrottkarren und Agenturen, die nicht das machen, wofür man sie beauftragt, sträuben sich meine Nackenhaare.
Mir auch 😄 Aber die "Schrottkarre" hatte schon ihre Qualitäten, sie hatte sich nur gut getarnt 🤪
Old Women schrieb:Wir werden hier wohnen, direkt am Gate mit Blick vom Zimmer auf die Torres, nicht gerade preiswert, jedoch durchaus für diese exponierte Lage und Einmaligkeit der Landschaft noch so gerade okay
Hab's mir gerade mal angeschaut, ja, das würde mir auch gefallen. Da seid ihr bestimmt wunderbar aufgehoben 🙂
Old Women schrieb:Ich bin sehr gespannt auf eure Wanderungen. Vielleicht kannst du ganz kurz auch etwas zum Schwierigkeitsgrad (wenn man von einer normalen Fitness ausgeht, sonst regelmäßig etwas fordernden Sport treibt) und zur ungefähren Dauer der Touren sagen. Da wäre ich dir sehr dankbar
Wird gemacht! Und danke für die Erläuterungen zu den Parkzugängen!
La Leona schrieb:Es lohnt sich also etwas tiefer in die Tasche zu greifen um auch die Randstunden innerhalb des Parks zu geniessen.
Das war unser Gedanke dabei, Leona. Wir fotografieren halt gerne und hätten bei einer Anfahrt aus Puerto Natales diese Zeiten ganz sicher verpasst. Vielen Dank noch einmal für deine Ergänzungen und deine Expertise, manches Detail habe ich auch nicht mehr parat - wenn ich es überhaupt jemals wusste 🙂
Euch allen noch einen schönen Abend und 1.000 Dank für euer reges Interesse! Liebe Grüße, Bettina
LLLa Leona2’780 Beiträge · seit 200711. Juni 2019 ·
Old Women schrieb:
La Leona schrieb:Es gibt drei Eingänge, genannt "Porterías" Serrano, Laguna Amarga und Sarmiento, um in den Torres del Paine Nationalpark zu gelangen. Im Sommer sind die Öffnungszeiten an allen Toren von 8 bis 19 Uhr. Im Dezember und Januar ist es auf der Südhalbkugel besonders lang hell, denn die Sonne geht bereits vor 6 Uhr auf und erst nach 22 Uhr unter. Es lohnt sich also etwas tiefer in die Tasche zu greifen um auch die Randstunden innerhalb des Parks zu geniessen.
Hallo La Leona,
schau mal, was ich bei der Vorbereitung im Stefan Loose gefunden habe:
Ich gestehe, ich bin jetzt ein wenig verwirrt, zumal mir der Iwanowski die gleichen Infos gibt ! 😐
Herzliche Grüße Beate
hallo Beate, deine Informationen von Loose sind richtig. Hab da etwas durcheinander gebracht! Sorry wenn ich hier Verwirrung stiftete! Liebe Grüsse leona
Hallo an alle die nach Patagonien/Chile reisen Der Reise Know How ist auch nicht schlecht....der Autor lebt in Chile....und es gibt ein Forum. Grüessli Malbec
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201612. Juni 2019 ·
Ice Ice Baby
Am nächsten Morgen werfe ich einen bangen Blick aus dem Fenster: Ist das Wetter besser als am Tag zuvor? Wir haben einen Bootstrip zum Grey-Gletscher gebucht, doch eine zufriedenstellende Antwort bekomme ich nicht: Das Wetter ist indifferent.
Wir packen unsere Sachen und geben sie im Gepäckraum ab, denn irgendwann später am Tag müssen wir noch unserer Herberge für die zweite Nacht ansteuern. Das Frühstück ist sehr gut, um Punkt neun sind wir an der Rezeption, dem Sammelpunkt für den Bootstrip. Es gibt ungeahnte Instruktionen, wir müssen nun erst eine kleine Strecke mit unserem Auto fahren, dann an der Guarderia Grey parken und schließlich durch einen kleinen Wald und am Seeufer entlang zum Boot laufen. Um zehn Uhr legt die MS Grey III ab, ausreichend Zeit also für den Weg, und das ist gut so, denn er besitzt jede Menge Charme.
Das Wetter wird immer besser, die dicken Wolken lösen sich auf.
An manchen Tagen soll das Boot wegen zu starken Windes nicht fahren können. Doch an diesem Tag weht nicht das leiseste Lüftchen.
Blick auf das Hotel Lago Grey. Wir laufen zwischen See und Fluss über den Kiesstrand zum Boot.
Pünktlich legen wir ab ...
... und fahren immer näher an den Gletscher heran.
Der Gletscher kalbt in den See, uns so kommen wir an vielen Eisbergen vorbei.
Fast schon am Eisfeld angekommen, legen wir an und einige Wanderer gehen von Bord. Ganz in der Nähe liegt das Refugio Grey, es ist herrlich abgeschieden hier. Dann schippert der Katamaran in gemächlichem Tempo an die drei Gletscherarme heran und an ihnen entlang.
Ich bin dankbar für die Sonne, die sich zwar nicht durchgängig, aber doch großzügig zeigt. Der Gletscher heißt zwar "Grey" - aber in ihrem Licht leuchtet das Eis intensiv blau.
Auch an den bizarren Eisformationen kann ich mich nicht sattsehen. Kein Bildhauer kriegt das besser hin.
Schließlich kehren wir um. Auch auf dem Rückweg lassen wir uns Zeit, betrachten die Eisberge aus nächster Nähe. Nach drei Stunden spektakulärer Bootsfahrt sind wir durchweg begeistert zurück an Land.
Es ist Mittag und ich hatte im Vorfeld ausgelotet, welche Wanderungen sich für uns anbieten würden. Ich bin passionierte Joggerin, zu dem Zeitpunkt aber von hartnäckigen Problemen am Hüftbeuger ausgebremst. Die Schmerzen waren auch bei den Streifzügen durch Buenos Aires immer wieder präsent und meine Grundkondition hatte in den Wochen zuvor mangels Training ohnehin gelitten. Die ganz großen Sprünge traue ich mir deshalb auf dieser Reise eigentlich nicht zu.
An diesem Tag fühle ich mich allerdings gut und so versuchen wir uns am Aufstieg zum Mirrador Ferrier. Der Trail startet in unmittelbarer Nähe des Lago Grey an der Grey Ranger Station, wo wir uns registrieren müssen. Die Distanz beträgt zwar insgesamt nur 7,5 Kilometer, doch der Pfad ist schmal und steil, als Level wird von Rangern wie Reiseführer "schwierig" angegeben.
Es gibt wohl auch aus diesem Grund deutlich populärere Tracks im Park; was den Vorteil hat, dass außer uns nur eine fünfköpfige Familie den giftigen Anstieg über 700 Höhenmeter in Angriff nimmt. Rund zwei Stunden soll der Aufstieg dauern, der eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit ist.
Die Strecke wird zunehmend steiler, auf einem kleinen Plateau entschließen wir uns schließlich zur Umkehr. Aus verschiedenen Gründen. Mein Bein schmerzt, und auch wenn der Mirador Ferrier zu den besten Aussichtspunkten auf das Torres-del-Paine-Massiv zählt, wird davon wohl bis zu unserer Ankunft so gut wie nichts mehr zu sehen sein: Es hat begonnen zu nieseln. Der steile Weg wird dadurch zudem rutschig und der Abstieg somit noch schwieriger als ohnehin schon.
Meine Sportlerehre ist schwer angeknackst, doch wir drehen schweren Herzens um - gemeinsam mit einer Frau aus der fünfköpfigen Gruppe. Immerhin ist der Ausblick auch von hier schon sehr, sehr schön.
Rechts am Bildrand das Hotel Lago Grey
Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich, dass wir Flachlandtiroler uns (zum ersten und bislang letzten Mal) nicht durchgebissen haben. Am Abend treffen wir allerdings per Zufall die Familie wieder und das Quartett, das (scheinbar mühelos, alles Handballspieler und topfit) oben war, bestätigte die eingeschränkte Sicht bei zunehmend schlechtem Wetter. Immerhin war ich froh, dass wir die frühe von zwei möglichen Bootsfahrten gewählt hatten, hier lag mir deutlich mehr an Sonne und Licht.
Zurück im Auto stellen wir auf dem kurzen Weg zum Hotel Lago Grey fest, dass die Tanknadel hektisch auf und ab tanzt und keinerlei verlässliche Informationen liefert. Was soll das bedeuten, am Vortag war doch noch alles okay? Fakt ist: Durch die Sperrung des Süd-Zugangs ist die nächste Tankstelle 150 Kilometer entfernt. Wir haben die Strecken im Park unterschätzt, keine Ahnung, wieviel Benzin noch im Tank ist und keinen Reservekanister an Bord. Das macht mich alles in allem ziemlich nervös!
Auf den wenigen Metern bis zum Hotel schaffe ich es, mich in die Problematik regelrecht hineinzusteigern. An der Rezeption im Lago Grey frage ich daher zwar wenig hoffnungsfroh, dafür aber spürbar verzweifelt vorsorglich noch einmal nach: Kein Benzin weit und breit, nada de nada?
Es ist der Beginn einer streng geheimen Mission. Der Rezeptionist kommt um sein Pult herum, nimmt uns zur Seite, nennt uns Codewort und Adresse. Dort, so versichert er, bekämen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit Treibstoff - sofern gerade eine "Lieferung" eingetroffen sei und welcher vorhanden ist. Ich fühle mich wie 007 - Betti Bond, auch nicht schlecht.
Die Spur führt durch den Südausgang (Serrano) hinaus aus dem Park und kurz dahinter zu einer Farm. Dort nennen wir das Zauberwort und bestellen zehn Liter Benzin, die umgehend ihren Weg von einem Kanister durch eine zum Trichter umfunktionierte Plastikflasche in unseren Tank finden - perfekt! So ganz geheim kann unsere Mission übrigens nicht gewesen sein, denn hinter uns tauchen zwei junge Österreicherinnen auf. Sie haben das Geheimnis um die verborgene Tanke ebenfalls gelüftet.
Für uns geht es heiter weiter beziehungsweise ein paar Meter zurück, denn erfreulicherweise hatten wir schon zuvor bemerkt, dass unsere heutige Unterkunft nur einen Steinwurf von den findigen Spritverkäufern entfernt liegt.
Unsere "Cabana" im Hotel del Paine ist ein wenig muffig und definitiv überteuert, aber für eine Nacht völlig okay. Schließlich waren wir froh, nach dem Buchungsdesaster überhaupt eine Lösung gefunden zu haben. Beim Abendessen kommt es zu einem Disput, denn es gibt nur ein Buffet und ich soll den vollen Preis zahlen, obwohl für mich als Vegetarierin fast nichts dabei ist. Ich trete in den Hungerstreik, was wiederum den Manager auf den Plan ruft. Schließlich darf ich mir für die Hälfte des immer noch stolzen Preises einen Teller Pasta mit Tomatensauce gönnen, allerdings keinesfalls etwas nachnehmen - was mir ohnehin nicht eingefallen wäre, denn es schmeckt weder Thomas noch mir. Aber immerhin gab es ein Entgegenkommen und auch der Blick auf das Bergmassiv ist gelungen.
Am Ende eines ausgefüllten Tages fallen wir in unsere mäßig komfortablen Betten, deren Qualität schlussendlich keine Rolle spielt: Mir erscheinen im Schlaf Gletscher, Berge und Eis - es ist der reinste Traum!
super, dass auch Du das Tor zur Welt hier im Forum nutzt. 😘 Da kommt man aus Afrika zurück und entdeckt hier jede Menge Nicht-Afrika Berichte! 🤩 Ich bin klar gerne dabei! Zwischen eigenen Bericht schreiben und Bilder sortieren und, was man sonst noch so zu tun hat, freue ich sehr auf deinen Bericht.
W.O.W. - so schrieb Tom. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Bettina, Du zeigst uns hier bestes Kino, das ist ja unglaublich. Sehr schön ist das alles - vielen Dank für´s Zeigen. 🙂 Dieser Teil der Erde steht jetzt ganz weit oben auf "TO DO"!
WOW Da hattet ihr riesiges Glück mit dem Wetter....spiegelnde Berge in Seen ist eine grosse Ausnahme in Patagonien!!! Auch Glück, dass das Schiff ausfahren konnte....bei uns damals keine Chance mit dem stürmischen Wind. SUPER BILDER herzlichen Dank fürs Teilen. Grüessli