Der Bayern Schorsch - im grünen Norden Namibias

Reisebericht 268 Antworten · 41,7k Aufrufe · gestartet 09. Mai 2017 von bayern schorsch
Themenstarter3’394 Beiträge · seit 200925. Mai 2017 ·
Tag 12 - der 24. April - von ganz weit oben im Norden geht´s wieder südwärts nach Opuwo

Die letzten Tage hab ich immer viel zu viel geschrieben, Schorschine meinte, ich hätte zu sehr ausgeholt. Also gibt´s heute einen wesentlich knapperen Bericht, aber nicht, weil ich nicht schreiben will, sondern weil´s ganz einfach nicht viel zu schreiben gibt. 🙂

Die 180 Kilometer von Epupa-Falls nach Opuwo sind ziemlich langweilig, wir brauchen für die Strecke um die 5 oder 6 Stunden, und große, nennenswerte Sichtungen waren nicht gegeben. Zum Glück ist, so scheint es, einen Tag zuvor der Gräter diese Strecke entlang gefahren, die C43 ist in einem guten Zustand. Auch in Okongwati machen wir keinen Stop, Benzin und Getränke wollen wir erst in Opuwo wieder nachkaufen.

Schon der erste Eindruck, als wir in Opuwo einfahren, ist genauso, wie uns der junge Engländer in der Kunene-River-Lodge vorrausgesagt hat:

it´s a very funny and crazy city.
Wie recht er hat, hier ist wirklich alles ein bisschen anders als anderswo. Zwar ist Opuwo die Distrikthauptstadt der Kunene Region mit einer Polizeistation, etlichen Tankstellen, ein paar Supermärkten und jeder Menge Staub und Dreck, aber das was sich hier auf der Straße abspielt, ist schon wirklich erstaunlich und sehenswert. Für uns ist das „Afrika pur“, zumindest ist es mir persönlich so von Ghana / Accra bekannt. Hier brummt das Leben, es ist kaum zu beschreiben.

Wir steuern als erstes die PUMA Tankstelle an. Und dann schauen wir uns das Treiben hier bald 20 Minuten an, ohne dass wir uns auch nur einen Meter der Zapfsäule nähern. Derweil haben wir die Möglichkeit, wenigstens ein paar Straßenszenen einzufangen:

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Irgendwann wird es uns dann zu dumm, wir haben den Eindruck, dass an dieser Tanke nichts vorwärtsgeht, und so lassen wir das Tanken sein und kaufen im Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten. Savanna, Bier, Wasser, ein paar Cookies, halt lauter so Zeugs, wo man meint, dass sie wichtig sind.

Allein das Einkaufen im Supermarkt ist ein Erlebnis der besonderen Art. „Himba-erprobt“, wie wir mittlerweile sind, wundern wir uns nicht, dass hier im Supermarkt die Frauen tatsächlich oben ohne zum Einkaufen gehen. Und wir geben uns auch so richtig cool, aber in unserem Inneren ist uns schon ein bisschen eigenartig zumute. Zu ungewohnt sind solche Situationen, wenn man im Supermarkt an der Kasse neben einer halbnackten Frau steht. 🤨

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft, mitten in Opuwo, fällt uns noch eine Kirche auf, ich höre später vom Tankwart, dass es eine evangelische Kirche sei:

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Die Opuwo Country Lodge liegt etwas außerhalb und oberhalb von Opuwo, und von dieser Lodge haben wir uns nun gar nichts erwartet. Und siehe da, wenn man seine Erwartungen nicht all zu hoch ansetzt, wird man positiv überrascht. Hier ein paar Bilder:

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Mit unserem Zimmer Nummer 17 hatten wir Glück, es war am nächsten zum Haupthaus und zum Pool, und der Blick von der Terrasse war sehr schön:

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Nach dem flotten check in und den obligatorischen 300 Nam.Dollar für die Pool-Towels (die wir bei Rückgabe natürlich wieder bekommen) lassen wir´s uns gutgehen. Kaffee und Cookies, dazu ein wenig Biltong und ein Windhoek draught, das passt recht gut und der Pool ist der sauberste und schönste Pool, den wir seit langem gesehen haben.

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An der Rezeption frag ich derweil nach dem Abendessen. 295 Nam.Dollar pro Person, so sagt mir die nicht unbedingt geschäftstüchtige Frau an der Rezeption, denn wenn sie an meiner Stelle wäre, dann würde sie eher in die Stadt runterfahren, das Kaokoland-Restaurant, das ist klasse und da geht sie heute Abend auch mit einer Freundin hin. Und außerdem sagt sie, dass zum Dinner eine 20-köpfige Reisegruppe aus China kommt. Also wenn wir hier in der Lodge essen wollen, dann sollten wir unbedingt pünktlich VOR den Chinesen da sein, denn da geht´s immer rund, wenn die erscheinen. 🤩

Aha – damit war dieser Fall also auch schon geklärt. Und so schickt mich meine Schorschine in die Stadt. Erstens braucht abklären, ob das Kaokoland-Restaurant einen Platz frei hat, zweitens soll ich tanken, drittens, so wörtlich: „treibt´s dich doch eh schon wieder „umanand“, und viertens, ja viertens bekommt Schorschine eine wunderbare Massage hier in der Lodge, die ich vorhin als „surprise“ geordert hab. 😘

Na, das lass ich mir nicht zwei Mal sagen und während Schorschine ihre Runden im Pool dreht und sich massieren lässt, fahr ich in die Stadt. Als Erstes geht´s zum Kaokoland-Restaurant und die Speisekarte sieht gut aus. Und günstig ist es auch, sehr günstig. Den Tisch lass ich reservieren, dann fahr ich weiter zur Tankstelle, aber nicht zur Puma, sondern eine andere Tanke an der Main-Road. Dort lass ich dann auch mein Auto stehen und schau mir zu Fuß die Stadt an.
Solche Spaziergänge durch solche Städte sind ja grundsätzlich was spezielles, aber wenn man dann noch seine Kameratasche umhängt, dann ist das schon fast so was wie Dummheit. Aber trotzdem – ich lauf mal so drauf los, hab aber ein riesen Problem, irgendwelche Fotos zu machen. An einem Friseursalon frag ich nach, ob ich vielleicht seine windschiefe Bude fotografieren dürfe. „No“, so war die umfangreiche Antwort. Und wenn, dann soll ich 100 ND, also 7 Euro für das Foto zahlen. Was sagt man dazu? Dass ich dem Mann nicht den Vogel gezeigt habe, das war schon alles. Also marschier ich weiter – und komm mir hier völlig deplatziert vor - ich bieg in eine Bar ein. Die Getränkeausgabe ist hinter Gittern, ich kauf mir ein Savannah-Light, ich möchte in dieser Stadt unbedingt nüchtern bleiben. In der Bar sind mindestens 20 – 25 junge schwarze Männer, es wird Billard gespielt. Da schau ich zu, denn da kann mir nichts passieren. Meine Fototasche bleibt unberührt, und ich fühl mich überhaupt nicht wohl. Ich bin hier in dieser Bar der reinste Fremdkörper. Aber zumindest kann ich von innen ein bisschen das Treiben draußen beobachten. Mir fällt auf, und ich sag das nicht gerne, dass hier sehr sehr viele Himbafrauen mit ihren Kindern einfach so im Dreck auf der Straße rumsitzen. Mittendrin, einfach so im Dreck. Irgendwie versteh ich das nicht und irgendwie hab ich auch den Eindruck, dass der Alkohol hier in Opuwo ein großes Problem sein muss. Denn das was ich sehe, gefällt mir überhaupt nicht. Das ist regelrecht abstoßend, ich kann es nicht anders beschreiben. Ja – und dann soll ich natürlich unbedingt noch einen Friseursaloon anschauen (nicht der von vorhin, sondern ein anderer), und dieser ganze Unsinn, den der junge Mann mir erzählt, von Fußball und von Manchester City, von Bayern München und von Real Madrid. Und dass er ein Freund von mir ist - das ist alles so aufdringlich, also ehrlich, das ist nichts für mich. Und dabei bilde ich mir ein, dass ich ja grad solche Begegnungen suche, außerdem immer freundlich auf die Leute zugehe und keinerlei Berührungsängste habe. Na ja, Angst hatte ich nicht, aber es war mir nicht wohl. Vielleicht war auch nur meine dämliche Fototasche dran schuld, ich weiß es nicht.
Ja so war das, mein Ausflug nach Opuwo. Im Nachhinein denke ich mir, dass es mir grad recht geschieht. Vielleicht soll man, was solche Excursionen anbelangt, den Bogen nicht überspannen. Und ich hatte das Gefühl, dass er spätestens bei meinem Barbesuch überspannt war. 😐 😮

Froh bin, als ich wieder oben in der Opuwo-Country-Lodge bin. Auf den Schreck hin gibt´s einen doppelten Gin-Tonic, Schorschine erzählt mir, dass die Massage absolut klasse war, und ich erzähl von meinen Abenteuern in der Stadt.

Der Sonnenuntergang am Pool ist wunderschön, und nochmal ein Wort zur Lodge: hier würden wir sofort und jederzeit wieder herfahren. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, Preis – Leistung passt, wir haben 138 Euro bed and breakfast bezahlt.

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Ach ja, und beim Abendessen waren wir ja auch noch. Also uns hat das überhaupt nicht geschmeckt. Die Vorspeisen waren in Ordnung, mehr aber nicht. Zum Hauptgericht gab es Beef, das war grad noch so o.k., aber das Oryx-Steak war von derart mieser Qualität, dass man es tatsächlich nicht essen konnte. Also haben wir noch eine Pizza geordert. Eine ganz normale Pizza, ohne viel drauf, da kann man nicht falsch machen. Von wegen – Schorschine hat´s den Magen nicht nur ein mal umgedreht, 😈 aber so isses halt.

Dafür aber war das Lokal nett, die Bedienung freundlich und tatsächlich ist auch unsere Dame von der Rezeption erschienen und hat uns erzählt, dass die chinesische Reisegruppe nun doch nicht gekommen ist.

Als wir später wieder zurück in der Lodge waren, hab ich mir noch das Buffet angeschaut. Hervorragend, wirklich, die vielen verschiedenen Sorten Fleisch haben super ausgesehen und im Nachhinein wussten wir, dass es keine gute Idee war, hier in der Opuwo-Country-Lodge nicht zu essen.
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zuletzt bearbeitet 25. Mai 2017
938 Beiträge · seit 201325. Mai 2017 ·
Hallo Schorsch,

Danke für diesen Teil. Im Nachhinein hätten wir wohl auch die Country Lodge nehmen sollen.

Deine Eindrücke der Stadt, der Pumatanke und des Spar, könnten von mir sein, aber Du kannst es besser ausdrücken!
Ich fand es ebenfals sehr unwürdig, wie die Himbafrauen sich gegeben haben. Wobei das sitzen im Dreck, eigentlich normal ist. Zumindest habe ich es immer und überall im Norden gesehen.

LG
Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns
2’268 Beiträge · seit 201125. Mai 2017 ·
Hallo Claus,

erstmal vielen Dank für den tollen Bericht mit superschöne Fotos. 😁 😁
Deine Schorschine soll nicht sagen du schreibst zu viel. Weiter so!
Wir waren 2008 in die Opuwo CL und es hat uns sehr gut gefallen. Von dort oben hat man eine tolle Aussicht und das Buffet war auch ausgezeichnet.

Danke für das Schreiben und liebe Grüße
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
4’592 Beiträge · seit 200725. Mai 2017 ·
Lieber Schorsch,

jetzt habe ich endlich mal wieder hinterherlesen können ! Wir haben nämlich wieder Internet und sogar Festnetztelefon 😎
Gewohnt schöne Bilder stellst Du da ein. Opuwo finde ich übrigens auch ganz schön strange 😐

EIn wirklich interessanter Mix aus verschiedenen Kulturen. ABer irgendwie habe ich mich dort auch unwohl gefühlt.

Viele Grüße
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowieKenia, Bangkok Kambodscha, Island Marokko und Lofoten Vesteralen
96 Beiträge · seit 201525. Mai 2017 ·
Hallo
Die Bilder sind wieder toll .
Das mit dem Essen ist schade aber wie man es macht es ist meistens verkehrt.
Ob ich so ohne Begleitung in die Stadt gegangen wäre weis ich nicht 😐
Gruß Toralf
Unterstütze Kids- soupkitchen in Windhoek
Themenstarter3’394 Beiträge · seit 200926. Mai 2017 ·
Guten Morgen zusammen,

habt vielen Dank für Eure Kommentare und Rückmeldungen.

Andreas schrieb:
Deine Eindrücke der Stadt, der Pumatanke und des Spar, könnten von mir sein, aber Du kannst es besser ausdrücken! Ich fand es ebenfals sehr unwürdig, wie die Himbafrauen sich gegeben haben. Wobei das sitzen im Dreck, eigentlich normal ist. Zumindest habe ich es immer und überall im Norden gesehen.
Ja, das stimmt wohl. Aber trotz allem - Opuwo gehört dazu. Es wäre ein Fehler, dort nicht wenigstens für eine Nacht Station zu machen.

Guggu schrieb:
Deine Schorschine soll nicht sagen du schreibst zu viel. Weiter so!
Sag ich ihr. 😎 Wobei ich wirklich der Meinung bin, dass ich oft viel zu weit aushole. 😉

Casimodo schrieb:
Opuwo finde ich übrigens auch ganz schön strange 😐 EIn wirklich interessanter Mix aus verschiedenen Kulturen. ABer irgendwie habe ich mich dort auch unwohl gefühlt.
Hi Carsten - das liegt daran, weil wir beide so sensible Burschen sind. 😉 😄

Toralf schrieb:
Ob ich so ohne Begleitung in die Stadt gegangen wäre weis ich nicht 😐
Du weißt ja, no risk - no fun. Nein - im Ernst, "gefährlich" war das nicht, aber halt für mich sehr ungewohnt.

Bis dann
der bayern schorsch
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Themenstarter3’394 Beiträge · seit 200926. Mai 2017 ·
Tag 13 - der 25. April - von Opuwo zur Grootberg-Lodge

Das Frühstück war sehr gut, leider war es zu frisch, um draußen zu sitzen. Alles hat´s gegeben, was man von solch einer großen Lodge erwarten darf. Das Publikum ist sehr international, hier ist alles da, sämtliche Länder sind vertreten, am Nebentisch sitzt eine indisch aussehende Familie, die Chinesen, viele Weißnasen, alles schön bunt gemischt.

Heute liegen 260 km vor uns, über Sesfontein, wo wir unterwegs eine Pause machen wollen, und dann über Palmwag, so ist die Streckenführung geplant. Und es war eine schöne Fahrt, die Landschaft ist herrlich, wie man auf den Bildern sieht – Blumenwiese mit Baobab:

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Ungefähr auf halber Strecke zwischen Opuwo und Seesfontein geht es links ab zum Camp Aussicht

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und diese Straßenbaumaschine sehen wir besonders gern

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Nach ca. 140 Kilometer zweigt die C43 auf die D3707 ab, es sind noch um die 10 Kilometer bis nach Fort Sesfontein. Dummerweise war mitten auf der Straße ein dickes STOP-Schild, 🤩 man konnte nicht weiterfahren, da hier eine Brücke weggeschwemmt wurde. Wir versuchten trotzdem unser Glück, legten den 4x4 ein und nach 5 km kam uns ein Gräter entgegen. Oh je, der wird uns jetzt mal was erzählen, von wegen „gesperrt“ usw. Aber der freundliche Mann deutete uns, kein Problem, wir können ruhig weiterfahren, die Straße sei soweit wieder hergerichtet. Na, da waren wir dann schon beruhigt, hätte ja auch dumm ausgehen können. 🤨

Bald sind wir im Fort Sesfontein, das in früheren Zeiten, noch bevor die Deutschen hier ankamen, für die Swartboois (Nama) der Ort war, wo sie Raubzüge gegen die Himba unternahmen. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges musste die Station aufgegeben werden, und die Gärten und das Fort verfielen. 1995 wurde das dann in der Zwischenzeit restaurierte Fort als Lodge eröffnet.

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Die Lodge macht auf uns keinen freundlichen Eindruck. Hier würd´s uns nicht unbedingt herziehen, es schaut alles ein bisschen unaufgeräumt aus, und die Frau an der Rezeption macht einen noch sehr schläfrigen Eindruck. Eigentlich dachten wir, wir könnten hier vielleicht ein Gläschen Weißwein zu uns nehmen, aber irgendwie passt das hier nicht. Obwohl der Pool im Innenhof recht nett aussieht. Wir schauen uns dann noch den Soldatenfriedhof an, der gleich 100 Meter vom Lodgeeingang entfernt liegt.
Hier in Sesfontein gibt´s auch eine Tankstelle, und wir haben ja gelernt: immer tanken, auch wenn der Tank noch halb voll ist:



Wir füllen noch Wasser um, und irgendwo an der Strasse ist uns dieser stattlicher Stier über den Weg gelaufen. Im ersten Moment dachten wir, es wäre ein Büffel:

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Bei der Tankstelle machen wir dann einen kleinen Frühschoppen, bevor es weitergeht in Richtung Palmwag. Diese Strecke hat uns außerordentlich gut gefallen. Mit allem haben wir gerechnet, bloß nicht damit, dass das ja schon bald ein kleiner game-drive 🙂 war. Wir haben viele Herden Springböcke und Bergzebras gesehen, und einmal konnten wir sogar einen Geier beobachten, der an einem ausgelutschten Bock noch die letzten Reste abnagte:

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Und immer wieder diese Landschaft, ein Traum …

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Um 15.00 Uhr sind wir da. Die Grootberg-Lodge haben wir für die nächsten 2 Nächte gebucht, und wir sind sehr gespannt, was uns dort erwartet. Ob dieser sagenhafte Blick, den man von dort haben soll, auch tatsächlich so umwerfend ist?

Hier auf dem nächsten Bild sieht man das Gate zur Lodge.

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Der Wachmann, ein superfreundlicher Typ, fragte nach unseren Namen, schaute auf seine Liste, jawohl, alles klar, und schon können wir nach oben fahren. Wichtig war ihm nur, ob wir auch tatsächlich einen 4x4 hätten. Und weil er dem Frieden nicht so recht getraut hat (Duster und 4x4 ???) hat er extra ins Auto reingeschaut und erst als er auf dem Display das Zeichen 4wd gesehen hat, ließ er uns passieren.

Zugegeben, die Auffahrt war schon etwas speziell, aber kein Problem. Und dann sind wir da. Silvia, die Frau an der Rezeption, war eine richtig Nette und Liebe. Chalet Nummer 12, von der Rezeption aus gesehen die rechte Seite ziemlich weit rechts, dort war unser Zuhause für die nächsten beiden Nächte.

Als wir das Chalet betraten, gab´s aber zuerst mal lange Gesichter. Zwei Einzelbetten 😈 – so haben wir uns das nicht vorgestellt. Und so bin ich wieder vor zur Rezeption und habe gefragt, ob man denn da nicht irgendwas machen könnte. Die gute Silivia hat daraufhin versprochen, die beiden Betten mit einem Topper zu belegen, außerdem mit einer durchgehenden Zudecke, so dass als Endresultat dieser Aktion ein waschechtes kingszize-bed 😘 entstanden ist.
Dem aber nicht genug: ich hab ihr u.a. erklärt, dass wir zwar keine aktuellen honeymooner sind, dafür aber „permanente“ honeymooner. Das hat ihr anscheinend so gut gefallen, dass sie uns das zwischenzeitlich hergerichtet 12er Chalet gar nicht mehr gegeben hat, sondern das Doppel-Familien-Chalet, das wäre eh frei, ist wesentlich größer, für honeymooner bestens geeignet und es hat ein „richtiges“ kingsize-bed hat.

Ja da strahlen wir nun um die Wette, das ist natürlich oberprima und wir freuen uns sehr. Hier die ersten Bilder von unserem Chalet:

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Die Chalets sind ganz dicht am Kraterrand, man hat das Gefühl, man schwebt regelrecht in der Luft und über dem Canyon, und der Blick von der Terrasse ist in der Tat sensationell:

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Der Nachmittag gehört dem faulen Nichtstun, der Pool liegt ebenfalls in bester Position, das ist schon alles sehr schön hier:

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Das Abendessen war nicht so der Brüller. Vom ausgewählten Wein Nummer 1 ist nichts mehr da, dann probieren wir es mit der Nummer 2. Ebenso nichts mehr da. Die anderen Weine waren sehr teuer, also haben wir ein paar Gläser Hauswein zu uns genommen, das hat schon gepasst. Das Dinner ist als „spärlich“ zu bezeichnen. Die Vorspeise ist ein kleines Scheiberl Toast mit einer Cocktailtomate drauf, in der Mitte halbiert. Zwei Bissen, und weg ist das Ding.
Als Hauptspeise gibt es Schweinesteak, dazu Couscous und Butternuts. Nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich gut. Die Nachspeise besteht aus einer Kugel Eis. Also insgesamt wirklich nicht Besonderes.

Aber: am nachmittag hat es außer Kaffee und Kuchen auch noch etwas fingerfood gegeben. Springrolls, kleine Pizzascheibchen, das war super und von daher sind wir, was das Essen anbelangt, einigermaßen zufrieden.

Für Morgen haben wir eine Elefantentour gebucht. Eine Tracking-Tour. Von unserer Forums-Freundin Hanne 😘 haben wir nicht nur positives über diese Tour gehört, trotzdem wollen wir das morgen selbst ausprobieren und sind sehr gespannt, was uns erwartet. Auf alle Fälle geht´s um 6.30 Uhr los.
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zuletzt bearbeitet 26. Mai 2017
2’060 Beiträge · seit 201326. Mai 2017 ·
Hallo Schorsch,

nun will ich mich auch mal in die Schlange der Lobenden einreihen. Dein Bericht ist erfrischend offen und ehrlich; gereizt hat er mich, weil wir 2015 das Kaokoveld - ohne Kunene - bereist hatten und total begeistert waren. Wir haben die Gegend knochentrocken erlebt, sie nun so grün zu sehen, ist sehr interessant.

In der Grootberg Lodge hatten wir nur Lunchpause. Uns hat der Ausblick deswegen fast umgehauen, weil man vom Hochplateau durch die Lodge geht und auf der Terrasse urplötzlich und unvorbereitet vor dem Abgrund steht.

Bezüglich Opuwo teile ich dein Unbehagen. Vom Auto aus fand ich das Gemisch von Ethnien, von Moderne und Tradition sehr interessant, aber zu Fuß auf dem Weg zur Bank etc. fühlten auch wir uns nicht dorthin gehörend.

Was das Sitzen der Himba-Frauen "im Dreck" betrifft, so hatte mich schon andernorts viel mehr irritiert, dass die Herero-Frauen mit ihren wunderschönen "Ballkleidern" auf der Erde saßen. Die Frage ist, was man als Dreck bezeichnet. Noch in meiner Jugend waren die Höfe vor den Bauernhäusern nicht geteert oder gepflastert, die Kinder spielten dort "im Dreck" . In Swakopmund ist um die normalen Einfamilienhäuser herum "Dreck", wo kein Gras wächst oder Beete angelegt sind. In Europa kennen und sehen wir den Boden kaum mehr, denn entweder ist ein Garten angepflanzt oder ein Hof gepflastert/geteert.

Der Boden in Swakopmund besteht aus Sand, das ist kein Dreck, sondern etwas sehr Sauberes - aber das muss man sich als Europäer erst wieder klar machen. In den Himba-Dörfern ist der Boden felsig oder sandig, von sich aus also auch nicht schmutzig. Dass die Himbas allerdings teilweise mitten in/auf ihrem eigenen Müll sitzen, ist eine andere, weniger schöne Sache. Da wurden ausgediente Batterien und kaputte Reifen zu Sitzgelegenheiten, leere Dosen und Flaschen sowie zerrissene Plastiktüten dekorierten die Hausdächer und das ganze Areal, und schon weit vor einem Dorf glitzerte und funkelte der Boden wie von Edelsteinen bedeckt, es waren jedoch nur Glasscherben.

Unser namibischer Fahrer sagte vor Orten oft traurig: "Schaut, das sind Namibias bunte Blumen (Plastiktüten) und Diamanten (Glasscherben). Und das fiel uns nicht nur bei Himba-Dörfern auf, sondern auch vor größeren Orten wie Omaruru. besonders negativ berührt hat mich, dass Himba-Frauen ihren traditionellen Kopfputz mit Müll dekorierten, da gab es bunte Fetzen von Plastiktüten oder Verpackungen von Schokoriegeln an Stelle der Erembe-Haube aus Leder. 🙁

Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht samt Bildern!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
229 Beiträge · seit 201426. Mai 2017 ·
Guggu schrieb:
Deine Schorschine soll nicht sagen du schreibst zu viel. Weiter so!
Sag ich ihr. 😎 Wobei ich wirklich der Meinung bin, dass ich oft viel zu weit aushole. 😉

Hallo Claus,

ich schließe mich Guggu an und finde keinesfalls, dass du zu viel schreibst 🙂 Und hole bitte weiterhin so weit aus 😉 😎 . Ich finde deinen Bericht und die Fotos superschön und sehr informativ und genieße jedes neue Kapitel 🙂

Viele Grüße
Helga
Reisebericht: Namibia für Anfänger - Sept. 2016
Themenstarter3’394 Beiträge · seit 200927. Mai 2017 ·
Guten Morgen,

allen "Danke-Button-Drücker" und allen stillen Mitlesern und Mitreisenden vielen Dank, dass ihr noch nicht abgesprungen seid.

Gabriele Bergeule schrieb:
nun will ich mich auch mal in die Schlange der Lobenden einreihen. Dein Bericht ist erfrischend offen und ehrlich; gereizt hat er mich, weil wir 2015 das Kaokoveld - ohne Kunene - bereist hatten und total begeistert waren. Wir haben die Gegend knochentrocken erlebt, sie nun so grün zu sehen, ist sehr interessant.
In der Grootberg Lodge hatten wir nur Lunchpause. Uns hat der Ausblick deswegen fast umgehauen, weil man vom Hochplateau durch die Lodge geht und auf der Terrasse urplötzlich und unvorbereitet vor dem Abgrund steht.
Bezüglich Opuwo teile ich dein Unbehagen. Vom Auto aus fand ich das Gemisch von Ethnien, von Moderne und Tradition sehr interessant, aber zu Fuß auf dem Weg zur Bank etc. fühlten auch wir uns nicht dorthin gehörend.
Was das Sitzen der Himba-Frauen "im Dreck" betrifft, so hatte mich schon andernorts viel mehr irritiert, dass die Herero-Frauen mit ihren wunderschönen "Ballkleidern" auf der Erde saßen. Die Frage ist, was man als Dreck bezeichnet. Noch in meiner Jugend waren die Höfe vor den Bauernhäusern nicht geteert oder gepflastert, die Kinder spielten dort "im Dreck" . In Swakopmund ist um die normalen Einfamilienhäuser herum "Dreck", wo kein Gras wächst oder Beete angelegt sind. In Europa kennen und sehen wir den Boden kaum mehr, denn entweder ist ein Garten angepflanzt oder ein Hof gepflastert/geteert.
Der Boden in Swakopmund besteht aus Sand, das ist kein Dreck, sondern etwas sehr Sauberes - aber das muss man sich als Europäer erst wieder klar machen. In den Himba-Dörfern ist der Boden felsig oder sandig, von sich aus also auch nicht schmutzig. Dass die Himbas allerdings teilweise mitten in/auf ihrem eigenen Müll sitzen, ist eine andere, weniger schöne Sache. Da wurden ausgediente Batterien und kaputte Reifen zu Sitzgelegenheiten, leere Dosen und Flaschen sowie zerrissene Plastiktüten dekorierten die Hausdächer und das ganze Areal, und schon weit vor einem Dorf glitzerte und funkelte der Boden wie von Edelsteinen bedeckt, es waren jedoch nur Glasscherben.
Unser namibischer Fahrer sagte vor Orten oft traurig: "Schaut, das sind Namibias bunte Blumen (Plastiktüten) und Diamanten (Glasscherben). Und das fiel uns nicht nur bei Himba-Dörfern auf, sondern auch vor größeren Orten wie Omaruru. besonders negativ berührt hat mich, dass Himba-Frauen ihren traditionellen Kopfputz mit Müll dekorierten, da gab es bunte Fetzen von Plastiktüten oder Verpackungen von Schokoriegeln an Stelle der Erembe-Haube aus Leder. 🙁
Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht samt Bildern!
Hallo Gabriele, Du hast eine sehr schöne Ausdrucksweise und Deine Meinung und Anschauung kann ich zu 100 % unterstreichen. Danke für diesen Beitrag!
Und ich hab mir grad so überlegt: eigentlich ist es jammerschade, dass Du keine Reiseberichte schreibst (zumindest hab ich nichts gesehen von Dir). Ein Fan wär Dir schon mal sicher. 🙂 😉

Bingo-Bingo Helga schrieb:
ich schließe mich Guggu an und finde keinesfalls, dass du zu viel schreibst 🙂 Und hole bitte weiterhin so weit aus 😉 😎 . Ich finde deinen Bericht und die Fotos superschön und sehr informativ und genieße jedes neue Kapitel 🙂
Hallo Helga, vielen Dank für die netten Worte, und - das nächste Kapitel folgt sogleich!

Bis dann
der bayern schorsch
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Themenstarter3’394 Beiträge · seit 200927. Mai 2017 ·
Tag 14 - der 26. April - ein ganzer Tag in und um Grootberg

Tatsächlich – 5.30 Uhr (es ist noch ziemlich dunkel draußen) läutet der Wecker, 6.00 Uhr gibt´s Frühstück, 6.30 Uhr ist Abfahrt zum Elephant-Tracking. Mit dabei ein Tracker, ein junges Paar aus Belgien und natürlich der Fahrer. Das ist gut, dass das game-drive-Auto nicht voll ist, so können wir uns ausbreiten und wir bekommen auch warme Decken, die man hier frühmorgens gut brauchen kann.

Und dann sind wir gefahren. Und wir sind viel gefahren. Die Tour dauerte insgesamt von 6.30 Uhr bis mittags um 13.00 Uhr, also 6 ½ Stunden, 🤩 davon hatten wir vielleicht eine kleine Pause von 30 Minuten. Und der Fahrer ist gefahren, als ob er von der Tarantel gestochen wäre. Ein Höllentempo 😈 hat der Mann an den Tag gelegt, und anstatt zu tracken und zu spotten haben sich die beiden Herren auf den Vordersitzen bestens unterhalten. Für die war das anscheinend eine riesen Gaudi, mit4 Gästen durch den Busch zu rasen. Es war unmöglich, bei diesem Tempo überhaupt was zu sehen, und die eifrigen Gespräche, die die Beiden führten, hatten mit allem Möglichem zu tun, nur nichts mit einem Game-Drive.
Das Resultat des Game-Drives auf den Punkt gebracht:
6 Stunden reine Fahrtzeit in einem Höllenritt, eine ganz schwache Lunchbox, kein Wein, kein Bier, grad mal zwei Dosen Cola und ein bisschen Wasser. Außerdem: 2 Giraffen (vom belgischen Paar gespottet) und sage und schreibe einen Elefant. Der ganze Spaß hat 1.370 Nam.Dollar, also 96 Euro pro Person gekostet, eine Schande!
Hier der einzige Elefant, dafür war das aber ein ganz besonders schöner Elefant:

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und extra für uns hat er sich dann noch in eine Blumenwiese gestellt:

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bald nach dieser Sichtung machten wir dann eine Pause:

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wir schauen uns die „Schrecken“ etwas genauer an:

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Und auf der Weiterfahrt haben wir noch zwei Giraffen gesehen



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So war das mit dieser Eli-Tour. Um 13.00 Uhr sind wir fix und fertig in der Lodge angekommen, so was von durchgeschüttelt wurden wir selten. Klar, auch die Grootberg-Concession ist kein Zoo, aber diese Ausbeute war dann doch richtig schlecht. Am Meisten hat uns aber gestört, dass dieser gesamt Drive ohne Stil und ohne Flair abgelaufen ist. Bei diesem hohen Preis hätten wir mindestens erwartet, dass der Lunch stilvoll serviert wird. Da gab´s in einem Brotzeitpaket grad mal eine Toaststulle, ein paar Früchte, ein paar Nüsse und Chips. Das war´s. Kein Wein, kein Bier, nichts. In unseren Augen eine total schwache Vorstellung, da sind wir deutlich besseres gewöhnt. 😈

Grootberg punktet aber nicht mit dem völlig überteuerten Game-Drive, sondern mit dieser unglaublichen Lage dort oben am Kraterrand. Und mit dem supernetten Personal. Die waren durch die Bank alle sehr sehr nett und haben uns den Aufenthalt zu etwas Besonderem gemacht.

Am Nachmittag wird relaxt, unsere müden Knochen danken es uns und es ist ein Traum, dort oben, bei diesem schönem Wetter, in der Liege zu liegen und dabei die Seele baumeln lassen.

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Nebenzu werden ein paar Agamen fotografiert, ich bin immer wieder sprachlos, welch schöne Farben diese wirklich schönen Tiere haben:

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Gegen 16.00 Uhr sind dann die Rhino-Tracker in die Lodge zurückgekehrt. Oh Mann, waren die fertig. Deren Tour startete ja bereits um 6.00 Uhr und endete um 16.00 Uhr. Das heißt, die Leute waren sage und schreibe 10 Stunden (!!!) unterwegs. Es wurde uns gesagt, es ging über Stock und Stein (das kennen wir), und ein Rhino haben sie für 10 Minuten gesehen. Kostenpunkt dieser Tour: 1.925 Nam.Doller, also 140 Euro pro Person, unfassbar. Im ersten Moment haben wir nur den Kopf geschüttelt und waren sprachlos. So viel Geld für 10 Minuten Rhino-Gucken, das kann doch gar nicht wahr sein.
Irgendwie relativiert sich aber das alles, wenn man folgende Story erzählt bekommt: Grootberg hat vor ca. 13 Jahren hier eröffnet, damals gab es in der Concession noch 16 Rhinos. Vier Wochen vor unserer Ankunft wurden zwei Rhinos von Wilderern erlegt, und heute sind es nur noch DREI (!!!) Rhinos, die übrig geblieben sind. Wenn wir so etwas hören, dann geht´s uns ganz schlecht dabei. 🙁 😠
Und außerdem haben die Leute von der Lodge uns erzählt, dass ein Großteil des Geldes, das man für die Rhino-Touren bezahlt, in den Wildschutz gesteckt wird.


Eine erfreulichere Geschichte:

In unserem Chalet liegt für uns am Nachmittag ein tolle Überraschung bereit. Ein kleiner Früchtekorb, dazu ein Piccolo, das hat uns sehr gefreut, nur wussten wir nicht, für was wir diese Überraschung bekommen sollten. Natürlich haben wir nachgefragt, wem wir denn diese kleine „surprise“ zu verdanken haben, und die freundliche Silvia von der Rezeption zwinkert mir fröhlich zu:
Don´t you remember? Yesterday you told me something about honeymooner …

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Das Dinner war heute sehr lecker. Es gab eine richtig gute Zwiebelsuppe, danach ein Beef, perfekt medium gebraten, dazu Salate und Kartoffeln, und sogar der Wein, der gestern nicht mehr verfügbar war, wurde uns ohne lange zu fragen angeboten. Leider ist die Nachspeise auch heute Abend wieder viel zu süß, aber das kennen wir ja schon.
Nach dem Dinner fragen wir nach dem Begleitpersonal, denn man darf den Weg allein nicht gehen, da die letzten Tage Löwen zu hören waren. Grad als wir gehen wollten kam aber der Koch angerannt und meinte, wir sollten doch unbedingt noch bleiben, da die crew für uns singen möchte. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, und die Darbietung war das Beste in der Art, das wir jemals in Namibia gehört bzw. gesehen haben. Ganz großes Kino, ganz großer Gesang:

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Fazit zu Grootberg: der Preis für das Chalet war 168 Euro die Nacht mit Frühstück und Abendessen. Die Chalets haben eine grandiose Lage, die Aussicht von dort oben ist spektakulär. Obwohl auch hier auf Grootberg viel in „anti-poaching“ investiert wird finden wir, dass die Preise für die Touren zu teuer sind. Würden wir wieder hierher fahren?
Ja – auf alle Fälle, dann aber nur zum relaxen und zum runterkommen, vielleicht würde sogar eine Nacht reichen.
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2017
2’060 Beiträge · seit 201327. Mai 2017 ·
bayern schorsch schrieb: Hallo Gabriele, Du hast eine sehr schöne Ausdrucksweise und Deine Meinung und Anschauung kann ich zu 100 % unterstreichen. Danke für diesen Beitrag!
Und ich hab mir grad so überlegt: eigentlich ist es jammerschade, dass Du keine Reiseberichte schreibst (zumindest hab ich nichts gesehen von Dir). Ein Fan wär Dir schon mal sicher. 🙂 😉
Vielen Dank für die Blumen! 😊 Doch, ich schreibe schon Reiseberichte, seeehr lange sogar mit wahnsinnig vielen Fotos. Aber ich schreibe sie für mich - wenn ich mal im Altersheim im Lehnstuhl sitze und nicht mehr nach Namibia reisen kann - und für Freunde, die nie dorthin kommen werden/wollen, aber gern darüber lesen möchten. Für letztere flechte ich sehr viele Erklärungen ein, die hier im Forum jeden nur langweilen würden, weil sie altbekannt sind, außerdem übernehme ich dafür immer wieder Passagen aus dem Internet/aus Büchern, was ich in einem Forum nicht ohne explizite Hinweise und Fußnoten tun dürfte. Ich müsste meine Berichte komplett überarbeiten, um sie hier einzustellen.

Meine Reiseberichte gibt es nur auf CDs, sie gelangen (hoffentlich) nicht in die Öffentlichkeit, so kann mir keiner am Zeug flicken; denn leider musste ich schon teures Lehrgeld bezahlen, als ich einmal auf meiner Homepage ein einziges Foto benutzte, das nicht von mir stammte. Dazu kommt noch, dass ich via Word-Programm schreibe, da kann ich die vielen Bilder bequem aus meinen eigenen Dateien rüberziehen und muss sie nicht mühsam hochladen.

Eure Tracking-Tour war ja wirklich ihr Geld nicht wert. Dass man keine Tiere sieht, das kann passieren, aber die Art der Durchführung finde ich bei dem Preis eine Frechheit. Wir hatten die Elephant Tour von Khowarib aus ins Hoanib Rivier - so weit ich mich erinnere, war sie günstiger als die von Grootberg aus. Unser Fahrer war sehr aufmerksam, versuchte uns möglichst viel zu bieten, erklärte auch viel, und entschuldigte sich am Ende, dass wir so wenige Elefanten gesehen hatten! Und er schickte mir per E-Mail sogar noch Fotos aus seiner eigenen Kamera von einer kleinen Elefantenherde, die so weit weg war, dass ich sie mit meinem Foto nicht erfassen konnte. Die Lunchpause war gemütlich mit ausreichendem und vielfältigem Angebot. Schade, dass ihr es so negativ erleben musstet, anscheinend ist das dort die Regel.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2017
1’674 Beiträge · seit 201227. Mai 2017 ·
Hallo Claus,

das ist ja wirklich ein Wahnsinns-Aussicht von der Grootberg Lodge.
Schade, dass es dort keine Campingplätze gibt.

Eure gebuchte Tracking-Tour war ja wirklich ein Reinfall. Es geht, wie du auch schon geschrieben hast, nicht darum ob und wieviele Tiere man sieht, sondern einfach um das Bemühen welche zu finden.
Eure Guides waren ja schon recht ignorant.

Aber davon lasst IHR euch ja nicht einen Urlaub vermiesen. Recht habt ihr.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
5’069 Beiträge · seit 201427. Mai 2017 ·
Hallo Claus,

ja die Aussicht von der Grootberg Lodge ist wirklich atemberaubend! Schade, dass Eure Tracking Tour nicht so berauschend war. Natürlich hat keiner Einfluß darauf, welche Tiere man sieht - aber bei so einem Preis, sollte wenigstens der Rest passen. So bin ich jetzt direkt froh, dass unsere bereits gebuchte Elefanten Tour 2010 gar nicht zustande kam. Angeblich war das Auto defekt, aber wir vermuteten, dass sie für nur 2 zahlende Gästen nicht fahren wollten. Wir hatten dafür auf eigene Faust eine schöne Wanderung unternommen und kamen gerade noch vor einem heftigen Gewitter zurück.

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LG Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
2’060 Beiträge · seit 201327. Mai 2017 ·
Wahnsinn - das ist ein einzigartiges und beeindruckendes Bild!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2017
96 Beiträge · seit 201528. Mai 2017 ·
Hallo Schorsch
Der Blick vom Pool grandios .Da könnte ich mit einem Bier den ganzen Tag verbringen. 🙂
Gruß Toralf
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911 Beiträge · seit 200728. Mai 2017 ·
Toralf schrieb:Hallo Schorsch
Der Blick vom Pool grandios .Da könnte ich mit einem Bier den ganzen Tag verbringen. 🙂
Gruß Toralf
Hallo Toralf,
Nur ein (!) Bier für den ganzen Tag? Das schaff ich nicht 😗 😐
Grüße
Helgi
Reisebericht 2012: 8 Löwen und ein Oryx
96 Beiträge · seit 201528. Mai 2017 ·
Es kommt auf die Größe an 😗 😉 😄
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1’556 Beiträge · seit 201328. Mai 2017 ·
Hallo Claus,
was für eine wunderbare Unterkunft, und der Pool wäre auch nach meinem Geschmack. Ja, mit den Tieren ist das leider so, entweder sind sie da oder nicht. Das haben wir auch schon erlebt, dass die Ausbeute doch arg mager ist, aber immer gibt es doch irgend etwas zu sehen oder zu erzählen, und die Tour steht und fällt dann mit dem Guide, aber wenn der keine Lust hat, da kannste nichts machen außer: nicht noch einmal buchen. Ich wäre in diesem 6 Stunden wahnsinnig geworden, so hätte ich mich über diese gleichgültige Fahrweise geärgert, denn das ist "Zeitverschwendung".
Schreib nur schnell weiter, ist eine wirklich schöne Tour.
Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2017
752 Beiträge · seit 201128. Mai 2017 ·
Hallo Bayern Schorsch,

was die Gesangeskünste der Angestellten betrifft kann ich dir voll und ganz zustimmen. Wir waren 2015 dort und hatten das Glück, dass der Nachbartisch Geburtstag feierte. Grandios. Vorallem die kleinste Person - ich meine auf deinem Foto die zweite von rechts- hatte eine ganz, ganz tolle Stimme.
Um euren Ausblick beneide ich euch - bei uns war es (Ende August) leider ganz diesig.
Danke für die Erinnerungen und viele Grüße,
Nette