Unterwegs in den 1970er Jahren

552 Antworten · 100k Aufrufe · gestartet 24. Juli 2011 von wernerbauer
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1’715 Beiträge · seit 200626. Dez. 2016 ·
Republik Zentralafrika
Wir konnten am nächsten Tag ohne weitere Vorkommnisse ins Nachbarland hinüber. Dieses Land war damals berüchtigt für seinen Präsidenten. Jean-Bédel Bokassa liess sich später wie sein Vorbild Napoleon, zum Kaiser krönen. Er stand schon zur Zeit unseres Besuches im Verdacht Kannibalismus zu betreiben.

Davon merkten wir nichts, aber die vielen Polizeikontrollen waren nervig. Bei jedem kleinsten Dorf gab es eine und man musste sich in ein Buch eintragen. Der damalige Schweizer Fahrausweis hatte keine Nummer und eine solche musste man zwingend in die entsprechende Spalte schreiben. Da mit einer allfälligen Überprüfung zu rechnen war, schrieb ich die Formular- Nummer auf, die ganz unten auf dem Blatt stand. Nämlich „Form“ für Formular und eine Folge von Ziffern. An jeder Kontrolle wurden ich für Geld, Kugelschreiber oder Benzin fürs Moped angebettelt.

Edwin, der keine Französisch Kenntnisse hatte, liess man in Frieden. Da versuchte ich es auch mit nicht vertsehen. Aber das war nicht so einfach. Als mich der Polizist nach einem bestimmten Dokument fragte, händigte ich ihm das ganz spontan aus. Da wurde er misstrauisch und fragte wieso ich das verstanden hätte. Ich stellte mich dumm und ahnungslos.

Neben den Polizeikontrollen gab es noch die Regenbarrieren. An einer war dann auch der Schlagbaum unten und man wollte uns nicht weiter lassen weil es gerade angefangen hatte zu regnen. Es könne sein, dass sich in der nächsten Senke Wasser sammelt, war das Argument. Unser Gegenargument der leichte Niederschlag habe ja erst vor wenigen Minuten angefangen, liess man dann doch gelten und öffnete den Schlagbaum. Tatsächlich kamen wir ohne jegliches Problem durch die Furt.

Bei der letzten Kontrolle vor der Hauptstadt Bangui, teilte man uns mit, dass wir uns innerhalb von 24 Stunden in einem Büro anmelden und vor der Abreise wieder abmelden müssten. Diese Totale Überwachung zeigte, dass Bokassa nichts riskieren wollte. In der Stadt gab es scheinbar einige Franzosen, denn wir fanden einen Laden mit vielen aus Frankreich importierten Produkten. Unter anderem Milch und Käse, aber zu Preisen welche nicht im Budget eingeplant waren. Wir erfuhren später, dass es früher hier eine Molkerei gab, diese der Regierung aber nicht genehm war und sie schliessen musste.

Übernachten konnten wir im Garten eines deutschen Entwicklungshelfers, der eine Manguste und mehrere Taranteln als Haustiere hielt. Die Manguste fanden wir lustig, aber die anderen haarigen Viecher weniger, vor Allem als sich eine im Wohnzimmer freien Auslauf verschaffte.

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Zu schrauben gab es an den Bussen fast jeden Tag etwas. Was Edwin da an seinem da macht kann ich nicht sagen.

Als ich mir in der Stadt ein Ersatzteil für den Bus beschaffen musste, benutzte ich zum ersten Mal ein Sammeltaxi. Für meine Mitfahrer war das wohl auch ein Novum, denn sie bestaunten mich die ganze Fahrt. Ich war es gewöhnt auf der Strasse als Weisser aufzufallen, aber auf so engem Raum ist es noch etwas anderes.
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zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2016
1’715 Beiträge · seit 200627. Dez. 2016 ·
Bangui-Agadez.jpg


Kamerun

Dieses Land ist mir nur wegen der wunderschönen Landschaft im Norden und den Zöllnern in Erinnerung geblieben.

Bei der Einreise wollte der Zöllner neben den üblichen Dokumenten auch noch eine Versicherung für die Fahrzeuge sehen. Für keines hatten wir das und er fragte uns ob wir den grünen (europäischen) Versicherungsnachweis hätten. Siegried und Edwin waren mit ihrem Bus von Deutschland via Indien schon nach Südafrika gereist und konnten einen vorweisen. Dass dieser schon lange abgelaufen war und im Kamerun keine Gültigkeit hatte wusste er offensichtlich nicht. Uns wollte er so nicht durch lassen. Beschaffen konnte man sich die Versicherung erst im etwa 80 Kilometer entfernten Ort. Da ihm schon jemand den Bären mit dem grünen Nachweis aufbinden konnte versuchte ich es auf meine Art. Wir hatten bei der Winterthur die INTRAS-Reiseversicherung abgeschlossen. Dazu gab es ein bebildertes Büchlein welches die Abdeckung erklärte. Dieses zeigte ich ihm und erklärte dass damit alles abgedeckt sei was eine Autoversicherung beinhalte und noch viel mehr. Schliesslich konnte ich ihn überzeugen und auch wir durften einreisen. Wir fragten uns ob er danach motorisierte Reisende auch nach der INTRAS fragte.

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Die hügelige Landschaft im Nordkamerun hat uns, wie schon erwähnt, sehr gut gefallen. Eine grosse Abwechslung zum tagelangen Urwald, wo es links und rechts nur hohe Bäume zu sehen gab. Hier wurde viel Hirse angepflanzt und nicht so viel Mais.

Bei der Ausreise stempelte und der Zöllner alle üblichen Dokumente ab und verlangte zum Schluss eine Gebühr. Als wir wissen wollten wofür, begründete er es damit, dass es Samstag sei und der Zoll am Wochenende eigentlich zu ist. Als ich ihm erklärte, dass wir ohne Probleme bis am Montag gewartet hätten, verlangte er statt Geld einen Film für seine Kodak Instamatic. Für jüngere Leser sei hier erklärt, dass diese ein ganz einfaches Ding war, in die man eine Filmkassette einlegen musste. So was hatten wir nicht, für unsere Spiegelreflexkameras benutzten wir Filmrollen. Schliesslich war er auch mit einem Kugelschreiber zufrieden.

Gruss
Emanuel
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zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2016
1’715 Beiträge · seit 200628. Dez. 2016 ·
Nigeria
Der nächste Zöllner war ein richtiger Stinkstiefel. Er kürzte ohne Kommentar unsere in Nairobi erworbenen drei monatige Visa auf 30 Tage. Fragen warum wurde einfach ignoriert. Die Kürzung wurde dann später ein Problem.

Das wochenlange Zusammenleben war zu viert nicht immer einfach und als unsere Begleiter einen Naturpark besuchen wollten trennten wir uns für eine Weile, denn wir wollten dort mit unseren Haustieren nicht rein. Zudem tat uns eine vorübergehende Trennung ganz gut. In Nigeria sprach man ja wieder englisch und da konnte sich Edwin wieder verständigen. Wir vereinbarten ein Treffen in Kaduna, wo die beiden auf dem Konsulat Ersatzpässe abholen wollten.

Margrit hatte sich am Fuss eine Verletzung zugezogen. Es war nichts Schlimmes aber es fing dann an zu eitern und wollte einfach nicht ausheilen. Vom Hausarzt hatten wir Antibiotika für alle Fälle bekommen. Von diesen Bactrim-Tabletten nahm sie dann, aber es wurde nicht besser. Im Gegenteil es kam noch hohes Fieber dazu. Irgend einmal fiel uns dann auf, dass die Fieberschübe immer nach der Einnahme des Antibiotikums auftraten. Laut Beipackzettel konnte das eine allergische Reaktion sein. Im nächsten grösseren Ort suchten wir das Spital auf. Hier wurden wir relativ schnell zu einer chinesischen Ärztin vorgelassen und die bestätigte unseren Verdacht. Sie gab uns ein Rezept und schickte uns zur Spitalapotheke. Hier konnten wir viele grosse „Bonbongläser“ sehen, mit Tabletten in allen Farben. Der Mann hinter dem Schalter nahm die Anzahl verordneten Pillen aus einem diese Gläser und wickelte sie fein säuberlich in Zeitungspapier. Wir wussten nicht um welches Mittel es sich handelte, aber gewirkt hat es und das war schliesslich die Hauptsache.

In Nigeria gab es wieder Teerstrassen, aber manchmal waren diese nur einspurig. Also musste man beim Kreuzen auf den steinigen Randstreifen ausweichen. Was man oft mit Bedacht machen musste weil es da meistens einen grösseren Absatz gab. Wenn uns ein PKW entgegen kam war das keine grosse Sache, aber LKW-Fahrer beharrten auf ihrem Wegrecht. Blöd war nur, dass die meisten auch auf den breiteren Strassen in der Mitte fuhren. Mir wurde das mit der Zeit zu dumm und ich machte das Gleiche. Tatsächlich verzogen sie sich dann kurz vor dem frontalen Zusammenstoss doch lieber auf ihre Hälfte.

Heute frage ich mich wie wir Siegried und Edwin in Kaduna wieder fanden. Wir hatten kein Handy und kein E-Mail um einen Treffpunkt zu vereinbaren. Aber es klappte, nur das mit den Pässen nicht. Sie waren noch nicht auf dem Konsulat eingetroffen und durch die Kürzung der Visa wurde die Zeit knapp. Freitag bevor diese am Sonntag abgelaufen wären gingen wir zur Imigration und baten um eine Verlängerung. Die Begründung machte auf den Chefbeamten keinen Eindruck und er verweigerte sie uns und forderte mich auf am Montag wieder zu kommen. Als ich ihm ziemlich undiplomatisch sagte dass man in Kano vielleicht etwas hilfreicher sein würde, steckte er Margits und meinen Pass in die Schublade. Trocken meinte er dazu, nun würden wir am Montag wieder kommen. Darauf weigerte ich mich ohne Pässe oder wenigstens eine Quittung sein Büro zu verlassen. Er rief zwei seiner Gehilfen aus dem Vorzimmer und diese zerrten mich an den Armen raus. Dabei fluchte ich auf Berndeutsch, aber leider entschlüpfte mir auch noch ein englisches Schimpfwort. Das war dann zu viel des Guten, ich musste mich ins Vorzimmer setzen und man diskutierte darüber die Polizei zu rufen. Edwin, der in dieser Zeit noch einen Besuch im Konsulat machte kam dann auch noch und ging zum Chef. Dieser steckte diese zwei Pässe wortlos in die Schublade und schickte Edwin raus. Da er über mein Missgeschick informiert war sagte er wohlweislich auch nichts. Margit versuchte dann beim Chef die Wogen etwas zu glätten, was ihr teilweise auch gelang denn er erklärte ihr, dass er die Visa erst verlängern könne wenn sie abgelaufen sind. Das hätte er mir ja auch vorher sagen können, aber vielleicht ist ihm das erst später eingefallen. Wie dem auch sei, ich war immer noch sozusagen unter Arrest und befürchtete im Gefängnis zu landen. Als man zu Edwin sagte er könne gehen, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und lief mit ihm raus. Niemand hielt mich auf, mir fiel ein Stein vom Herzen.

Die Lebensmittelversorgung war in Nigeria recht gut, nur mit dem Fleisch hatten wir unsere liebe Mühe. Wenn man sich auf dem Markt einem Metzgerstand näherte, nahm der Chef eine Zeitung in die Hand, wedelte damit über den Fleischhaufen und eine Million Fliegen hoben ab. Dann konnten wir ein Stück wählen. Es war egal welches, zäh war es immer. Wir legten es einige Tage in Essig ein und kochten es anschliessend im Dampfkochtopf.

Nach einem ungemütlichen Wochenende, fuhren wir am Montag wieder zur Immigration. Die Pässe waren zwar an diesem Morgen doch noch angekommen, aber die Verlängerung brauchten wir ja trotzdem um am nächsten Tag das Land zu verlassen. Man verlangte von uns eine schriftliche Begründung wieso und warum wir eine Visa-Verlängerung brauchten. Wir erklärten den Beamten, dass uns dies nur in Deutsch möglich sei, unsere schriftlichen Englisch Kenntnisse reichten dazu nicht. Man einigte sich dann auf eine Befragung. Die Fragen zeigten uns aber bald, dass man uns verdächtigte einer Schwarzarbeit nachgehen zu wollen. Wir konnten ja nicht gut sagen, dass wir nur noch schnellst möglich diese unfreundliche Land hinter uns lassen wollten. Nach einem langen Verhör bekamen wir dann schliesslich noch was wir brauchten um die Grenze zu erreichen und das Land ohne Schwierigkeiten zu verlassen.
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zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2016
Gast28. Dez. 2016 ·
Danke swisschees/Emanuel für die neuen Kapitel, in denen du ein beachtliches Tempo hinlegst, in Worten und Kilometern.
Einszweidrei im Sauseschritt
Läuft die Zeit; wir laufen mit 🙂
Danke und Grüße,
PS: Könntest du vielleicht auch die etwaige Dauer der (oder einiger) der beschriebenen Etappen nachtragen? So ungefähr, mich interessiert das
zuletzt bearbeitet 28. Dez. 2016
1’715 Beiträge · seit 200629. Dez. 2016 ·
Wie lange die einzelnen Etappen waren kann ich Dir nicht sagen. Die ganze Reise dauerte gut 6 Monate. Es ist schon bald 40 Jahre her und wie ich am Anfang geschrieben habe, fehlt mir das Tagebuch. Nur Nigeria kann man aus der Geschichte errechnen, unser 1 monatiges Visa war kurz vor dem verlassen des ungastlichen Landes abgelaufen.

Zudem war für uns das Ziel der Weg, wir wollten Weihnachten mit unseren Familien feiern. Da wir keinen Ahnung hatten wie lange wir brauchen würden. Waren wir zu Beginn ziemlich zügig unterwegs.

Je länger ich daran geschrieben habe ,je mehr Erlebnisse sind mir wieder in den Sinn gekommen. Wenn wir wieder in der Schweiz sind kann ich dann noch Bilder hinzufügen und meine Exfrau fragen ob sie noch etwas hinzufügen möchte. Dann werde ich den Bericht in unseren Blog hochladen, und hier den Link rein setzten. Aber da musst Du Dich noch gedulden, dass wir erst in der zweiten Hälfte 2017 sein.

Gruss
Emanuel
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zuletzt bearbeitet 29. Dez. 2016
1’715 Beiträge · seit 200629. Dez. 2016 ·
Niger
Schon im Norden Nigerias wurde die Landschaft zur trockenen Savanne. Aber schon lange vor Agadez waren wir in der Wüste. An Edwins Bus waren auf dieser Strecke hinten die Gummiblöcke kaputt. Diese verhindern, dass die die Radaufhängung an den Wagenunterboden knallt. Die Strecke war natürlich wieder Piste und nicht gerade eine von den besten, also musste das Teil ausgewechselt werden. Ersatz hatte er dabei, also machten wir das neben der Piste. Einen hydraulischen Wagenheber hatte er auch und zwei Böckchen um den Wagen beidseitig darauf zustellen. Die Räder mussten wir wegnehmen um besseren Zugang zu haben. Als wir beide unter dem Bus lagen kippte plötzlich das Böckchen auf meiner Seite weil es im losen Boden eingesunken war. Ich lag auf meiner linken Seite und der Wagen drückte mir rechts auf den Brustkorb. Ich konnte nur noch ganz flach atmen und fürchtete um meine Rippen. Siegried wusste zum Glück wie man den Wagenheber bediente und rettete mich aus der misslichen Lage. Irgendwie schaften wir es dann noch die Blöcke zu ersetzen.
In Agadez war die Lehmmoschee das Wahrzeichen der kleinen Stadt. Einen Campingplatz gab es ausserhalb auch noch, was wir schon seit Wochen nicht mehr erlebt hatten. Da war der Pool die grosse Attraktion. Er bestand aus einer grossen Zementröhre welche man in Afrika oft als Wasserreservoir sieht. Über die Wasserqualität mochten wir uns keine grossen Gedanken machen, ich habe aber eine Erinnerung an eine ziemlich trübe Flüssigkeit. Egal, Hauptsache es kühlte ein wenig ab. Hier trafen sich die Sahara-Reisenden und man konnte einiges darüber erfahren was uns im Norden erwartete. Da kamen welche deren Autos bis auf das Dach mit Sand verschmiert waren. Sie hatten einen der seltenen Niederschläge in der Wüste erlebt. Andere warnten uns vor einer algerischen Polizeikontrolle, welche alle alkoholischen Getränke konfiszierte. Angeblich hatte der Grossmufti der Gegend Alkohol verboten.

Wir kauften auf dem Markt noch etwas Lebensmittel ein, Büchsen mit Sardinen und Corned Beef als Fleischersatz und was es so an Gemüse gab. Dann machten wir uns auf zur nächsten, etwa 850 Kilometer entfernten Ortschaft. Tamanrasset hiess unser Ziel und liegt im Hoggargebirge.
Als Wegmarkierung dienten alte Ölfässer, aber da es in der letzten Zeit keinen Sandsturm gab konnten wir den vorhandenen Spuren folgen. Die ersten Kilometer führten durch eine weite Ebene auf der wir einen See sahen. Wir befürchteten dass dieser vom Regen der letzten Tag stammte. Wir sahen auch Büsche, aber seltsamer weise kamen wir diesen und dem Wasser nicht näher. Es verging einige Zeit bis wir merkten, dass es sich um eine Fata Morgana handelt.
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zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2016
2’338 Beiträge · seit 200729. Dez. 2016 ·
Lieber Swisschees/Emanuel 🙂

Vielen Dank für deinen spannenden Bericht, den ich mit grossem Interesse verfolge.

Jetzt habe ich aber eine Bitte an dich:
Wenn man diesen thread mit den 71 Seiten aufruft und dann auf die Sonne klickt, erscheinen nur noch zwei Seiten und zwar allein mit deinen Beiträgen.

Ich glaube kaum, dass du das wirklich wolltest. Bitte sei so nett und entferne die Sonne, damit wieder alles lesbar ist. Dies ist ja eigentlich kein Reisebericht einer einzelnen Person, sondern eine Sammlung von Erlebnissen mehrerer Fomis.

Viele Grüsse und danke
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1’715 Beiträge · seit 200629. Dez. 2016 ·
Liebe Erika

Doch das habe ich mit Absicht gemacht, den der Sinn des Häkchens und der Sonne ist, dass man Reiseberichte ohne die Kommentare lesen kann. Man muss die Sonne ja nicht anklicken wenn man alles lesen will.

Wir können ja hier abstimmen ob ich die Häkchen wieder raus nehmen soll, oder Du und die anderen Reiseberichtschreiber es reintun sollen.

Berichte welche ich nicht von Anfang an verfolgt habe lese ich gerne in kompakter Form.

Gruss
Emanuel
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4’132 Beiträge · seit 200829. Dez. 2016 ·
...und man kriegt auch nur die 3 gesonnten Seiten angezeigt, wenn man auf der Seite 1 des Threads die Sonne anklickt!

Swisschees schrieb:
„Doch das habe ich mit Absicht gemacht, den der Sinn des Häkchens und der Sonne ist, dass man Reiseberichte ohne die Kommentare lesen kann. Man muss die Sonne ja nicht anklicken wenn man alles lesen will.“
Es sind doch kaum Kommentare zu deinem Bericht vorhanden - und die sind sehr lesenswert.
Wenn es dir wichtig ist, dass dein Bericht dieses Sonnen-Merkmal haben soll, dann nutze doch einfach die Möglichkeit in einem eigenen Thread.

M.E. ist die Sonne nur für die eigenen Threads gedacht – und nicht für die von ALLEN, - die etwas beizutragen haben.
Du schubst damit alle anderen Teilnehmer ins Nirwana.
Inklusive dem Ersteller des Threads! Das ist nicht in Ordnung.


Swisschees schrieb:
„Wir können ja hier abstimmen ob ich die Häkchen wieder raus nehmen soll, oder Du und die anderen Reiseberichtschreiber es reintun sollen.“
Nein, das können wir nicht.
Ich werde natürlich nicht darüber abstimmen, ob du das so machen kannst.
Es sollen hier ja nicht in erster Linie ganze Reiseberichte zusammenkommen, sondern das Besondere und ANDERE des Reisens vor 40-50 Jahren dargestellt werden.

😐 ...und ich dachte bisher, dass wir hier alle an einem Strang ziehen, die wir etwas dazu zu sagen haben und
es nicht nötig haben, der eigenen Geschichte/dem eigenen Bericht mit der Sonne ein Alleinstellungsmerkmal zu geben!

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 29. Dez. 2016
1’715 Beiträge · seit 200630. Dez. 2016 ·
Halo Erika und Lillylrotter

Dass ich das Häkchen gesetzt habe, tat mit Absicht aber nicht um die anderen Beiträge ins Nirwana zu schicken, wie man mir hier unterstellt wurde. Ich habe lediglich eine sinnvolle Funktion dieses Forums genutzt. Eure Argumente überzeugen mich aber nach wie vor nicht. Ich bleibe dabei, man KANN aber man MUSS die Sonne nicht anklicken.

Die „DANKE“-Bekundungen in Euren letzten Beiträge gemachten wurden, sind mir Abstimmung genug und deshalb habe ich die Häkchen alle wieder entfernt.

Lillytrotters Unterstellung im letzten Satz stört mich ganz besonders. 🤢

Gruss
Emanuel
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zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2016
4’132 Beiträge · seit 200830. Dez. 2016 ·
Swisschees, du schreibst, dass du das sonnen nicht machtest „um die anderen Beiträge ins Nirwana zu schicken, wie man mir hier unterstellt wurde.“
Selbstverständlich habe ich dir das nicht unterstellt!
Das habe ich so nicht geschrieben, du hast es aber so interpretiert.
Das kleine, aber bedeutungsvolle Wörtchen „um“ fehlt in meinem Satz.
Ich sprach nur von den Folgen deines Tuns, nicht aber von deiner Intention, die glaube ich dir. Nur hast du wohl nicht die Folgen bedacht.

Du schreibst abschließend: „Lillytrotters Unterstellung im letzten Satz stört mich ganz besonders.“
Dazu möchte ich dir erklären, dass du einfach als Außenwirkung deines „sonnens“, deiner Geschichte ein Alleinstellungsmerkmal gegeben hattest.
Da dieses Vorgehen in einem derart langen und alten Gesprächsfaden ein absolutes Novum war, habe ich mich daran gestört, dass sich auf diese Weise plötzlich ein Teilnehmer von allen anderen abhebt und alle anderen im Hintergrund verschwinden.
Und weil ich weiß, dass du es nicht nötig hast, dich hier mit so was abzuheben, traute ich mich, diese Spitze loszulassen.

Und du hast es nicht nötig, denn sonst hättest du es ja nicht geändert!

Und wir lesen, wie viele andere, deine Geschichten sehr gern! Und freuen uns auf noch viele weitere Geschichten, wie bisher.

Da du offensichtlich grad reist: Gute Reise und Guten Rutsch! 🙂
Gruß von den lilytrotters
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
447 Beiträge · seit 201130. Dez. 2016 ·
Hallo Swisscheese/Emanuel,
danke, dass du die "Sonne" wieder entfernt hast. Ich lese deinen Bericht sehr gerne, aber die anderen auch!
Gruß Wilfried
7’347 Beiträge · seit 200630. Dez. 2016 ·
Hallo Leute

Zum Thema Sonne kann ich etwas beitragen. Da scheint es um einen Bug in der Forensoftware zu gehen. Dies sollte eigentlich nur durch den Eröffner eines Threads möglich sein. Da hat sich offensichtlich irgendwo mal ein Fehler eingeschlichen den ich wieder korrigieren werde, sobald ich dazu komme.

Die Sonne ist wirklich nur dafür da, einzelne Teile von Reiseberichten zu markieren.
Beiträge einfach so zu Sonnen macht keinen Sinn, weil diese dadurch automatisch auch in der Kategorie Reiseberichte landen.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
1’715 Beiträge · seit 200631. Dez. 2016 ·
Agadez-Ceuta.jpg
Algerien

An der Grenze Niger und Algerien, wurden wir auf gefordert alles was wir im Bus hatten herauszunehmen. Es waren schon Fahrzeuge vor uns angekommen, diese hatten im Sand eine riesige Auslegeordnung gemacht. Wir beschlossen nur das heraus zu nehmen was so herum lag und abzuwarten ob sich der Zöllner damit zufrieden gab. So kam es auch, wir konnten dann weiterfahren bevor die Folgsamen alles wieder eingeladen hatten.

Der VW Bus war ja mit einem Luft gekühlten Motor ausgerüstet und die heisse Luft kühlte nicht optimal. Eine Temperaturanzeige gab es auch nicht. Edwin hatte seinen damit aber nachgerüstet. Deshalb richteten wir uns nach dieser, um über die heisseste Zeit eine Pause zu machen. Es kam vor, dass Lastwagenfahrer anhielte und sich erkundigten, ob alles in Ordnung sei. Am späten Nachmittag fuhren wir dann weiter bis kurz vor Sonnenuntergang. Einen Stellplatz zu finden war ja hier kein Problem, ein wenig abseits von der Piste gab es immer Platz. Unsere erste Übernachtung in der Wüste war ein grosser Kontrast zu denen im Urwald. Niemand da, der uns beobachtete. In der Nacht kühlte es ziemlich ab, damit war das Schlafen angenehmer.

Im Hoggar Gebirge kamen wir an ein sehr steiles Stück Piste wo unsere schwach motorisierten und stark beladenen Busse es nicht mehr schafften. Von Edwin lernte ich dass der Rückwärtsgang die kleinste Untersetzung hat und damit die meiste Kraft auf die Hinterräder bringt. Rückwärts konnten wir das Hindernis so doch noch überwinden.

Tamanrasset (unter Insidern Tam genannt) war wieder ein Ort mit einem Campingplatz und einer Post. Da in Algerien zu dieser Zeit gerade die grüne Revolution zugange war, war es schwierig heraus zu finden wo was war. Alle nicht arabischen Hinweistafeln waren mit grüner Farbe überpinselt worden. Die Post, sowie die Bank, hatten vergitterte Fenster. Dahin hatten unsere Familien postlagernd Briefe geschickt. Als ich dort nach unserer Korrespondenz nachfragte, wollte mir der Postbeamte sämtliche Briefe mit fremdländischen Namen aushändigen. Er meinte die Leute seien sicher auch auf dem Campingplatz. Ich weigerte mich den Postboten zu spielen und nahm nur unsere aus dem Stapel.

Siegried und Edwin machten noch einen zwei- tägigen Ausflug zur Einsiedelei Assekrem. Wir blieben während dieser Zeit auf dem Campingplatz weil ich mich nicht wohl fühlte. Vermutlich litt ich unter Salzmangel. Als ich mehr davon nahm ging es mir schnell besser.

Bis Tam war die Piste relativ fest und wir versandeten nicht. Auch die sogenannten Wellblech-Buckel hielten sich in Grenzen. Zwischen Tam und In Salah blieben wir einige Male stecken und oft erreichten wir wegen dem weichen Untergrund nur 60km/h bei Vollgas. Einmal war die Strecke so wellblechig dass wir Spuren abseits der Piste folgten. Nach einigen Kilometern standen wir aber vor einer kleinen, aber für unsere 2x4 Fahrzeuge unüberwindlichen Düne. Da wir kein GPS und nicht einmal einen Kompass dabei hatten mussten wir versuchen unsere Spuren zurück zu verfolgen. Zum Glück kam kein Sandsturm auf.

Im Konvoi zu fahren hatte in der Wüste auch einen Nachteil. Je nachdem wie der Wind blies fuhr der Zweite in der Staubwolke des Ersten. Ohne Klimaanlage waren wir gezwungen mit offenen Fenstern zu fahren. Bei Edwins Bus gab es noch ein zweites Problem, jedes mal wenn er vom Gas ging kam eine ölige Wolke aus dem Auspuff. Es musste so oft Öl nach geschüttet werden, dass zu befürchten war, dass uns dieses vor dem Benzin ausgeht. Edwin wusste dass die Ölabstreifringe zu ersetzten waren und zu Glück hatte er auch welche dabei.

Also beschlossen wir an einem Morgen, mitten in der Wüste, die Teile auszutauschen. Edwin war Maschineningenieur und kannte den Motor in- und auswendig. Unter seiner Anleitung bauten wir den Motor mit Hilfe von Benzinkanistern und Brettern aus, nahmen ihn auseinander, tauschten die Ringe an den vier Kolben aus und bauten den Motor wieder zusammen. Den Zylinderkopf sollte man mit einer bestimmten Anzahl Kg/Meter anziehen. Dazu benutzt man einen Drehmomentschlüssel. Da wir keinen hatten, nahm Edwin die normale Rätsche, stülpte ein 30 Zentimeter langes Rohr über den Griff hängte an dessen Ende eine Federwaage an und zog bis zu den vorgeschriebenen Kilogramm x 3, daran die Bolzen an. Ich fand und finde das immer noch genial.

Edwin hatte in der Wüste auch mit seinen Reifen viele Probleme. Unser Bus hatte schlauchlose Reifen montiert, was damals für Sandfahrten ungewöhnlich war. Bei Edwins Fahrzeug hatten die Räder Schläuche. Bei seinen Reifen war innen die Leinwand gerissen und scheuerte an den Schläuchen. So kam es täglich bis zu drei Platten. Wir hatten beide zwei Ersatzreifen dabei, zum Glücke passten unsere auch auf seinen Bus. In der Sahara waren praktisch jeden Abend Reifen zu flicken. Das schlimmste war das Aufpumpen. 12 Volt Kompressoren waren uns damals nicht bekannt, und wir mussten mit einer Fusspumpe die schweisstreibende Arbeit durchführen. Zum Glück überhitzte das Ding immer wieder und die Manschette wurde für eine Zeit undicht. Dann konnten wir eine Pause machen.

An unserem Bus brach vorne der Stabilisator, aber den braucht es ja beim Off Road fahren nicht. Im Gegenteil die Verschränkung der Vorderachse ist so grösser. Den Elchtest würde man ohne nicht bestehen, aber den kannte man ja damals noch nicht.

Unsere Katze hat die Hitze der Sahara gut vertragen, die Hündin aber hatte plötzlich Schwierigkeiten damit. Sie hächelte dauernd, das war noch normal, aber eines Tages wollte sie nicht mehr saufen. Wir legten ihr zur Abkühlung ein nasses Tuch auf den Rücken und da sie Wasser nicht wollte, versuchten wir es mit Milchpulver. Das passte ihr und so konnten wir verhindern, dass sie dehydrierte.

Damals war man dabei auf der Strecke Tam – In Salah eine Teerstrasse zu bauen. Diese war aber nur in Etappen fertiggestellt und noch nicht eröffnet. Steinbrocken versperrten diese meistens, aber einige Kilometer konnten wir sie trotzdem befahren. Ab In Salah war sie fertig und von da an durfte man sie benutzen. Bis zur Hauptstadt Algiers war es dann keine grosse Sache und die mehr als tausend Kilometer schafften wir in Etappen ohne Problem.
Am Abend bevor wir die Küstenstadt erreichten, konnte ich schlecht einschlafen. Seit Nairobi waren wir in keinem grossen Ort und ich machte mir Sorgen ob ich mit einem solchen Verkehrsaufkommen zurechtkam. Am Morgen hatten wir vereiste Scheiben, die aber bald wieder auftauten. Wir standen auf etwa 2‘000 Meter über Meer und es war schon Ende September.

Probleme mit dem Verkehr in der grossen Stadt hatte ich dann aber nicht. Aber Edwin wurde in einen Unfall verwickelt. Wir fuhren hinter ihm als plötzlich ein parkierter PKW knapp vor ihm los fuhr. Er streifte den Bus und fuhr einfach weiter. Wir hatten keine Chance in einzuholen.

In Algiers trennten sich unsere Wege. Siegried und Edwin konnten nicht so wie wir über Marokko den afrikanischen Kontinent verlassen. Deutsche Staatsbürger brauchten damals ein Visum, wir Schweizer aber nicht. Wegen dem Streit mit Algerien um Westsahara, welches Marokko annektiert hatte war die marokkanische Botschaft geschlossen. Sie fuhren deshalb nach Tunesien, um dort eine Fähre nach Italien zu nehmen.

An der Mittelmeerküste war es nun schon ziemlich kühl und wir hatten seit Zentral Afrika wieder Regen. Aber wir freuten uns dass man überall wieder Lebensmittel einkaufen konnten. Von Agadez bis In Salah hatten wir hauptsächlich von Reis mit abwechslungsweise Sardinen oder Corned Beef gelebt. In dieser Zeit stellte ich mir vor welche feinen Sachen ich dann Zuhause essen werde. Rösti, Waadtländer-Wurst und vieles mehr.
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zuletzt bearbeitet 01. Jan. 2017
1’715 Beiträge · seit 200602. Jan. 2017 ·
Marokko

Der Grenzübergang war nichts Besonderes, ausser dass ich hier zum ersten Mal einen Autostempel in den Pass bekam. Sonst benutzten wir immer das Carnet de passages, welches als Zoll-Transitdokument bei der Ein- und der Ausreise gestempelt wurde. Hier behalf man sich mit diesem PKW-Symbol-Stempel um zu verhindern das Fahrzeuge unkontrolliert importiert wurden.

Mein Vater besuchte uns für eine Woche und mit ihm besuchten wir die Städte Meknes, Fes, Rabat und Casablanca. Die zwei ersten waren die interessantesten, weil sie noch eine intakte Altstadt (Medina) hatten. Die beiden andern waren moderne Städte und besonders Rabat hatte einige monumentale Bauten zu bieten.

Zweimal hatten wir es mit der Polizei zu tun. Einmal wurde ich angehalten weil er mich bei einem Überholmanöver trotz durchgezogener Mittellinie erwischte. Als er aber sah dass wir Touristen waren, blieb es bei einer Verwarnung. Das zweite Mal hielt uns ein Polizist an und wollte uns ein Los der Polizei-Lotterie verkaufen. Da wir aber zum Zeitpunkt der Ziehung nicht mehr im Land sein würden, verzichteten wir.

Auf dem Land waren die Leute sehr nett und gastfreundlich. In den grösseren Ortschaften aber sehr aufsässig. Sogar die Kleinen wollten Geld für das Bewachen des Autos, wenn wir es ihnen verweigerten, riefen sie uns oft Schimpfwörter nach.

In Tanger holten wir uns noch bei einem Veterinär neue Gesundheitszeugnisse, falls man in Europa eines verlangt. Dann fuhren wir nach Ceuta, welches sich in einer spanischen Enklave befindet. Wir waren also noch auf dem afrikanischen Kontinent aber schon ein wenig in Europa. Hie war alles zollfrei, also füllten wir noch unsere Tanks mit billigem Benzin. Die Fähre brachte uns nach Algeciras.
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1’715 Beiträge · seit 200603. Jan. 2017 ·
Europa
Die restliche Strecke war nicht sehr ereignisreich, ausser dass es mir gesundheitlich nicht so gut ging.
Die letzte Nacht vor der Schweiz verbrachten wir ausserhalb von Lyon. Da war es schon Dezember und sehr kalt, wir mussten Hund und Katze mit in die Schlafsäcke und unter die Decken nehmen.

Ein Zollerlebnis hatten wir noch. Ausgerechnet in Genf machte der Schweizer Zöllner ein riesen Theater. Es fing damit an, dass er den Marokkostempel im Pass sah. Dazu hatte ich Haare und trug einen dieser typischen nordafrikanischen Mäntel mit Kapuze. Da wollte er wissen ob wir Haschisch dabei hätten. Was wir natürlich verneinten. „Ganz sicher?“ fragte er nach, und fügte an, er könnte den ganzen Wagen untersuchen und wir müssten dann alles wieder selber einräumen. „Ganz sicher.“ bestätigten wir. Er warf einen Blick in den Bus und fragte noch einmal nach Haschisch. „Nein, kein Haschisch!“ Dann ging es um die Tiere. Ob wir ausser Hund und Katze auch noch Schlangen oder Papageien dabei hätten. Da war meine Vorfreude über die Rückkehr in die Schweiz schon etwas gedämpft. Unser Hund hatte in der Wüste einen Kamelschädel ausgegraben, den ich vorne am Gepäckträger montiert hatte. Dorthin führte ich den Zöllner, zeigte ihm das Fundstück und sagte zu ihm: „Früher hatten wir noch ein Kamel aber das ist uns unterwegs eingegangen.“ Ich wusste nicht ob er den Witz erkannt hat, aber er fragte schon wieder nach Haschisch und drohte den Wagen auszuräumen und so weiter. Da hatte ich die Nase voll, uns sagte ihm: „Hören Sie, wenn ich Haschisch hätte würden ich ihnen welches geben. Aber ich habe wirklich KEINS!!“ Da war dann endlich Ruhe mit diesem Thema.

Nun sollte ich aber das Fahrzeug verzollen. Ich erklärte ihm dass es sich dabei nach schweizerischer Zollvorschrift um Übersiedlungsgut handle, da wir es vor mehr als sechs Monaten gekauft hatten und uns länger als ein Jahr im Ausland aufgehalten hätte. Grosses Staunen war auf seinem Gesicht zusehen und er gab zu, dass er davon keine Kenntnis hätte. Dafür sei sein Kollege im Büro zuständig. Nur war jetzt bis halb zwei Mittagszeit und darum keiner da. Wir mussten also zwei Stunden warten. Als der Kollege dann wieder zu sprechen war schickte er uns raus zu unserm Freund, um ein bestimmtes Formularzu bekommen, das wir mit einer Bestätigung der Einwohnerkontrolle beim Zollfreilager in Bern abzugeben hätten.
Ich sage heute noch: „Afrika ist ein bisschen überall.

Kurz vor Weihnachten kamen wir zu Hause an. Da es mir noch immer schlecht ging suchte ich einen Arzt auf. Vermutlich hatte ich mir in Marokko eine Gelbsucht eingefangen, wo wir die hygienischen Vorsichtsmassnahmen etwas schleifen lassen haben. Da war dann nichts mit den in der Wüste erträumten Röstis, Waadtländer Wurst und so weiter. Fett- und alkoholfrei hiess von nun an die Diät für die nächsten Monate. Drei Wochen später zeigten sich bei Margrit dieselben Symptome, sie hatte sich bei mir angesteckt.
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5 Beiträge · seit 201703. Jan. 2017 ·
Hallo alle zusammen!

Da ich schon seit mehr als zwei Jahren hier mitlese, habe ich mich nun entschlossen mich zu registrieren.
Wir ( mein Mann und ich) sind 59 u. 55 Jahre jung. Waren 2014 zum ersten mal im südl. Afrika und ab Mitte Januar wieder unterwegs.
Ich finde die Berichte von den Reisen in den 70 Jahren sehr interessant und hoffe es findet sich noch jemand der aus dieser Zeit etwas beitragen kann.

Danke an alle die hier etwas geschrieben haben.
Liebe Grüsse
1’715 Beiträge · seit 200604. Jan. 2017 ·
Gesamte Route auf dem afrikanischen Kontinent

Route1976.jpg


Zusammenfassung
Die Reise dauerte 6 ½ Monate
Etwa 30‘000 Kilometer wurden zurückgelegt
Ausser dem Motorschaden mussten unterwegs noch etliche kleinere Reparaturen gemacht werden, die wir aber selber erledigen konnten.
Nur 1 Pneu von unseren normalen Strassenreifen hatte einen defekt, was erstaunlich wenig war für die zurück gelegte Strecke auf oft unbefestigten Strassen.
Den VW Bus mussten wir verschrotten, nach dem die Berner Polizei ihn uns von der Strasse genommen hat. Nach einer Prüfung beim Strassenverkehrsamt haben sich Mängel gezeigt, derentwegen er für die guten schweizer Strassen als untauglich beurteilt wurde. Auf afrikanischen Pisten hatten wir damit keine Probleme. Die Prüfung und der Strafzettel haben über Fr. 500 gekostet. Das war für uns damals viel Geld.
Ausser dem Infekt an Margrits Zeh und der Ansteckung mit Hepatitis, waren wir eigentlich nie krank.

Unsere Tiere haben die Strapazen recht gut überstanden und es waren auch keine Langzeitschäden festzustellen. Nelly, die Hündin wurde 13 ½ und Blacky, die Katze sogar 20 ½ Jahre alt. Nelly wäre als Strassenköter sicher früher gestorben. Ok, das Kamel hat es nicht überlebt, aber das lag nicht an uns 😁

Wir erlebten mit dieser Reise ein besonderes Abenteuer, das heute aus politischen und verkehrstechnischen Gründen kaum mehr machbar wäre. Die Strassen im Zaire respektive Kongo sind seit damals noch um einiges schlechter geworden. Der Norden Nigerias, Niger und der Süden Algeriens sind nun wegen diverser islamischer Terrorgruppen viel zu gefährlich geworden.

Unsere Reise war viel zu kurz, wir hätten uns mehr Zeit nehmen sollen. Das war aber aus finanziellen Gründen und durch den Mangel an Informationen nicht möglich. Eine Planung war so nur schlecht möglich.

Ich möchte mich hier bedanken für alle die erhaltenen "Danke" und ganz besonders bei meiner Lebens- und Reisepartnerin Christine für das Lektorat dieses Berichtes.
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zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2017
828 Beiträge · seit 201604. Jan. 2017 ·
Danke für den Bericht.

Die Durchquerung des Kontinents ist heute leider mit ruhigem Gewissen wircklich kaum mehr möglich.

Vor ein paar Jahren hat Jürg Sollberger von ATW solche Selbstfahrer Touren organisiert. Heute bietet er "nur" noch eine "Durchquerung" ab Tanzania, das heisst die Fahrzeuge werden nach Dar verschifft...vieleicht interessiert das jemanden?

Tanzania – Kenya – Uganda – Rwanda – Burundi – Zambia – Zimbabwe – Botswana – Namibia.

http://www.atw.ch/atlas-travel-world/trans-afrika

lg A
1’715 Beiträge · seit 200604. Jan. 2017 ·
Die selbe Strecke die wir gemacht haben ist heute sicher nicht mehr möglich, aber die Ost- und Westroute wird immer noch benutzt.
Erst kürzlich hat eine fünfköpfige Familie eine Transafrika mit einem Magirus Deutz zu Ende gebracht.

http://familienzeit-in-afrika.de/

Gruss
Emanuel
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