25. und 26.09.09.2013 Namutoni / Windhoek Pension Moni / Fahrt nach Dolomite
Wir erreichen am frühen Nachmittag Gate des Etosha Nationalparkes.

Auf dem asphaltierten Weg nach Namutoni begegnen uns die ersten Elefanten und Giraffen, die wir etwas achtlos liegenlassen.


An der Rezeption bekommen wir das Chalet Nr. 1 und beziehen es gleich.Über einen Holzsteg gelangt man dorthin. Das Chalet ist ganz nett eingerichtet.



Nach kurzer Ruhezeit wollen wir einen Kleinigkeit essen. Der Weg zum Restaurant (ca. 300 Meter) fällt meiner Frau wieder sehr schwer. Es ist superheiß. Im Innenhof des Forts bestellen wir Wasser und zwei griechische Salate. Leider sackt Kerstin der Kreislaug total ab, sie droht dauernd ohnmächtig zu werden. Das Essen lässt sie zu zwei dritteln stehen. Ich sehe ihr an, daß es diesmal wirklich Ernst ist. Nach ca. 1 ½ Stunden meint sie : „Ich glaube, unser Urlaub ist jetzt vorbei !“. Ich bin der gleichen Meinung und rufe die Notfallnummer unserer Krankenversicherung an. Ich erkläre die Situation, sie wollen uns zurückrufen und uns eine Krankenhausempfehlung geben. Nach ca. 20 Minuten kommt dann der Anruf. Es sei eine harte Nuss in Namibia. Die einzige Empfehlung wäre in Windhoek die Medi Clinic, die sei ihrer Erfahrung nach als exzellent eingestuft und habe bis zum CT alle wichtigen Gerätschaften. Wir sollten vorher schon einmal eine E-Mail-Adresse angeben, damit er mir nötige Formulare zumailen könne.
Irgendwie schafft es Kerstin dann zurück zum Chalet und legt sich hin. An der Rezeption hilft mir eine nette Angestellte, das Dokument per Mail zu erhalten und auszudrucken. Drei Formulare !
Auf dem Weg zurück zum Chalet komme ich mit dem Auto direkt an einem großen Elefantenbullen vorbei, der mich jetzt nicht größer interessiert. Nervlich total fertig fülle ich die Dokumente aus und lege mich hin. Mir ist nicht ganz gut, Kerstin auch nicht. Unsere Mägen ! Jetzt geht fast die ganze Nacht durch abwechselndes Toilette-gehen und Übergeben angesagt. Ich entleere mich aus beiden Richtungen komplett, Kerstin nur oben herum. Wir haben beide das Dinner in Taranga in Verdacht !
Was für eine elende Nacht ! Wir schlafen beide schlecht !
Nach einigen Stunden Schlaf wachen wir beide völlig gerädert auf. Wir benötigen etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Beim Zähneputzen muss ich noch einmal kotzen. Ansonsten ist mein Verdauungstrakt komplett leer. Die Immodium haben den Durchfall wenigstens gestoppt.
Kerstins Kreislauf ist wenigstens so, dass wir nach einer Tasse Tee den Weg zur Rezeption antreten können. Die jetzt Dienst habenden Dame hat keine Lust, uns mit dem Scan der Dokumente zu helfen. Sie interessiert sich auch nicht für unsere Notlage. OK, Afrika ! Aber so etwas macht mich echt wütend !
Wir treten die Reise an und lassen auf dem Weg zum Gate achtlos Giraffen und Elefanten stehen. Die Dame am Gate interessiert sich wenigstens für Kerstins Situation. Sie wünscht Ihr alles Gute !
Die 535 KM nach Windhoek ziehen sich ganz schön. Kerstin fährt sogar ein gutes Stück. Im Sitzen geht es ihr nicht so schlecht. Von unterwegs ruft sie in der Pension Moni an, die uns für zwei Nächte ein günstiges Zimmer geben. Uff ! So erreichen wir völligst gerädert gegen 13:15 Uhr und bei stahlgrauem Himmel die Pension Moni. Sie liegt 4 KM von der Medi Clinic entfernt, was für uns ganz praktisch ist. Schließlich wissen wir nicht, wie das alles weitergeht ! Erfolglos versucht die auch etwas unmotiviert wirkende farbige Rezeptionistin unsere Versicherungsdokumente zu faxen, was leider nicht funktioniert. Ok, dann in der Clinic. Das Zimmer ist sachlich eingerichtet, für den günstigen Preis und unsere Zwecke aber 100 % OK. Wir fallen wie die Toten auf Bett und überlegen, erst morgen in das Krankenhaus zu fahren.

Aber nein ! Wir raffen uns gleich auf ! Durch dichten Windhoeker Innenstadtverkehr (Schulschluss) geht es mit dem Navi zur modern wirkenden Medi Clinic.

In der 24 Stunden Ambulanz werden wir freundlich und kompetent empfangen. Nach ca 10 Minuten und einigem Formularkrieg dürfen wir in eine mit Vorhängen abgetrennte Behandlungskabine. Hier stehen etliche sehr modern wirkende Geräte, was schon einmal ein gutes Gefühl gibt. Mit Versicherungen würden sie grundsätzlich nicht zusammenarbeiten, hier geht alles Cash oder per Kreditkarte. Dann erscheint eine sehr nett, besorgt und kompetent wirkende Krankenschwester, die Kerstin detailliert nach ihren Beschwerden fragt. Sie erzählt die ganzen Geschehnisse, worauf Temperatur und Blutdruck gemessen werden und ein EKG erstellt wird. Ein Checkbogen wird abgefragt und schließlich Blut abgenommen. Dann kommt ein ebenfalls sehr kompetent wirkender Arzt. Er befragt Kerstin nochmals und tastet sie ab. Das EKG sei OK, sie habe keine akuten Herzprobleme. Er sei sich sicher, dass sie sich den Magen verdorben habe und sie durch den Nährstoffmangel solch einen schwachen Kreislauf habe. Er wolle noch definitiv eine Blinddarmentzündung ausschliessen, deswegen wolle er noch ein großes Blutbild haben. Gleichzeitig würde auch noch ein Malariatest mitgemacht. Das Ergebnis bekämen wir morgen früh, sollten uns aber keine zu großen Sorgen machen. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Jetzt bekäme Kerstin noch einen Liter Infusion mit einem Nährstoff-Schmerzmittel-Mix. Wenn die Blutwerte OK wären, könnten wir unsere Reise fortsetzen. Dann wird der Zugang gelegt und ich gehe mit dem netten Rezeptionisten nach nebenan, wo die Blutprobe untersucht wird.

Aber erst, wenn Cash auf dem Tisch liegt. 1060 Na $. Das Geld ist uns komplett egal. Dann warte ich mit Kerstin, daß die Infusion durch ist. Wir verabschieden uns herzlich, gehen nebenan in den Spar zum Einkaufen. Inzwischen regnet es heftig und es donnert. Die Leute hier freuen sich darüber. Mit Getränken, Bananen und Käsewürfeln bereichert geht’s erleichtert aber immer noch todmüde zurück zur Pension.




Dort funktioniert leider das Internet nicht. Eigentlich wollten wir den Nordteil der Reise auslassen und uns für 3 Nächte eine Zwischenstation buchen. Kerstin schlägt vor, bei positiven Blutwertenmorgen nach Dolomite zu fahren. Wieder über 500 KM ! Neee ! Kerstin: Doch !
Ich Ok ! So gegen 18:15 Uhr fällt sie in einen todesähnlichen Schlaf. Ich folge gegen 20:00 Uhr.
Ein aufregender, sehr anstrengender Tag geht zu Ende. Und wieder eine neue Lebenserfahrung gesammelt. Wenn Du hier kein Cash oder Kreditkartenlimit hast, oder weit weg von der Medi Clinic bist, solltest Du besser nicht ernsthaft krank werden.




