Wenn Du die nicht funktionierenden Links "fakepath" löschst und an den Stellen mittels "Einfügen" die nicht hochgeladenen Fotos nochmals einfügst, kannst Du weitere Bilder hochladen, ohne den Bericht zu teilen.
Es gibt nur eine Mengenbegrenzung je Hochlade-Vorgang, nicht aber je Post.
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200615. Feb. 2013 ·
Hallo Topobär - vielen Dank, hier werden Sie geholfen...;)
Dann versuche ich es gleich nochmal.
Grüße,
Guido
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200615. Feb. 2013 ·
Freitag, 30.11.2012 – Sonntag, 02.12.2012: Fish River Lodge
Zur Fish River Lodge ist ja schon viel geschrieben worden, deshalb hier ein paar ergänzende Informationen, z.B. zur Anfahrt und zum sogenannten Canyon Experience.
Das Frühstück auf Norotshama nahm ich wieder auf der Terrasse ein – das kann nicht ganz an das ordentliche Niveau des Abendessens anknüpfen, aber satt wird man trotzdem. Ich packte meine Sachen, um wiederum eine unglaublich schöne Strecke zu fahren.
Der erste Teil des Weges geht am Oranje entlang Richtung Rosh Pinah. Es war einfach traumhaft, links das klare, glitzernde Wasser des Oranje, viel Grün, rechts Felsen und Trockenheit, ein starker Kontrast. Die Straße ist in recht gutem Zustand und auch mit einem normalen Wagen problemlos zu meistern.
Dann kam ein Stückchen, das nicht so schön ist, nämlich in und um Rosh Pinah – die Stadt und die Umgebung sind doch sehr durch die Minen geprägt.
Bei Witputz (auf diversen Karten groß eingezeichnet, aber „nur“ eine kleine Farm) bog ich auf die D463 – ebenfalls eine dieser wunderschönen Strecke im Süden ohne jegliche Begegnungen mit menschlichen Wesen, die Pad führt teilweise durch die Hunsberge, die Gegend ist (glücklicherweise) kaum erschlossen und die Landschaft ist eine Wucht, Berge, Felsen, Wüste, Tiere…auch hier waren Fotostopps obligatorisch.
Die D463 ist grundsätzlich ganz in Ordnung, allerdings durchqueren sehr häufig Riviere die Straße, und das macht die Fahrt nicht ganz unanstrengend, denn in diesem Bereich war die Pad sehr häufig in schlechtem Zustand und äußerst sandig.
Einmal musste ich dann durch eine Furt fahren, in der noch sehr hoch Wasser stand - mit dem Hilux kein Thema, aber für ein normales Fahrzeug wäre es spätestens hier zu Ende gewesen.
Ich bin da schon einmal entlang gefahren, allerdings während der Regenzeit, aber da die letzte ja lange vorbei war, scheint es so, dass hier immer Wasser steht.
Vom Abzweig zur Lodge sind es dann nochmal ca. 20km, und auch diese Pad ist ein Traum – aber eigentlich nur für 4x4-Fahrzeuge geeignet.
Ich sah auf dem Weg zur Lodge – außer der unwirklichen Landschaft – auch viele Kudus, Strauße usw.
Irgendwann sieht man dann von weitem die Chalets am Horizont und die Spannung steigt. Was soll ich sagen – die Fish River Lodge war ein weiterer Höhepunkt der Reise, auch wenn ich schon einmal da war.
Der Baustil ist wieder ein völlig anderer und erinnert entfernt an den Bauhausstil – gerade Linien, nichts überfrachtet, der Hauptraum sehr klar mit meinem neuen Lieblingssofa. Und dann die Terrasse – direkt an den Canyonrand gebaut mit einem tollen Pool und schönen Sitzmöglichkeiten.
Die Chalets, 20 an der Zahl, sind ebenfalls alle am Canyonrand. Von der Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick in die Jahrtausend – und alles wird auf einmal so unwichtig…Auf dieser Terrasse kann man Stunden verbringen und einfach nur genießen.
Von dort geht dann eine große Glastür in den Schlafbereich, der mit sehr guten Betten eingerichtet ist, dann noch mit einem Tisch, Stühlen und einem Sideboard. Das war es dann und das reicht auch. Der Raum ist sehr hoch, ich schätze mal mindestens 5m und die Oberlichter kann man öffnen, was dem Raumklima sehr gut tut, vor allem, wenn es heiß ist.
Daran schließt sich dann der ebenfalls sehr großzügige Sanitärbereich an. Und mit einer Außendusche, von der man ebenfalls in den Canyon schaut – einfach gigantisch!
Also – Tasche ins Zimmer und zuerst mal das obligatorische Windhoek Lager…und dann nur noch geschaut und genossen, entweder am Chalet, teilweise auch am Haupthaus.
Wobei es doch Leute gibt, die immer was zu meckern haben – ein Paar (auf Flugsafari) z.B. beschwerte sich massiv, dass keine Minibar auf dem Zimmer ist…
Für den Abend hatte ich den Sundowner-Drive gebucht, auch wenn ich ihn schon einmal mitgemacht hatte – aber das spricht ja für ihn.
Der Drive ist relativ kurz und führt zunächst an den alten Chalets, die jetzt als Staff-Unterkünfte genutzt werden, vorbei zu einem Aussichtspunkt in den Canyon, von dem man sich kaum losreißen möchte.
Unterwegs sieht man wieder eine Menge Tiere wie Springböcke, Kudus, Oryx etc.
Der finale Sundowner-Platz bietet – obwohl man das kaum glauben kann – nochmals eine atemberaubendere Aussicht.
Schnell wurde ein Tisch aufgebaut, leckere Speisen und Getränke kredenzt. Da es bewölkt war, war das Farben- und Lichtspiel besonders intensiv – ich glaube, die Bilder sprechen für sich!
In der Dämmerung fuhren wir dann zurück zur Lodge und dann ging es auch kurz später zum Abendessen.
Das Essen war erstklassig, drei Gänge, dazu leckeres Brot, das gegrillte Wild (ich meine mich zu erinnern, dass es Oryx war) und die Weinauswahl – was soll ich sagen – wieder klasse.
Während des Essens gab es dann noch eine Gesangseinlage der Mitarbeiter, war ganz nett gemacht…
Nach dem Essen dann wieder zurück zum Chalet und noch lange Zeit auf der Terrasse verbracht…ein Traum…und auf das Canyon Experience am nächsten Tag war ich dann umso mehr gespannt.
Danke Dir für den tollen Bericht. Interessant ist er gerade deswegen, weil Dubewährte bzw. bekannte Lodges aber auch unbekannte beschreibst. Deine Bilder sind auch wieder gewohnt toll, ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.
Durch den Gamchab und die 4x4 Strecke in Norotshama sind wir auch schon gefahren und haben es genauso wie Ihr erlebt 😎
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200617. Feb. 2013 ·
Hallo Lil - ja, Sandfontein ist ein Traum...schmacht...
Hallo Carsten, danke Dir für Deine Rückmeldung - ich dachte mir schon, dass ich nicht alleine bin mit dem Erlebten und der Begeisterung dafür in Norotshama...
Und nun noch ein paar weitere Infos:
Samstag, 01.12.2012: Fish River Lodge – Canyon Experience
Für den nächsten Tag hatte ich das Canyon Experience gebucht, und ich war schon sehr gespannt. Nach dem Sonnenaufgang:
und dem leckeren Frühstück ging es im offenen Wagen und zwei weiteren Gästen los.
Der erste Teil des Weges war schon sehr „ruckelig“ – aber als es dann immer weiter runter in den Canyon ging, war es schon eine Tortur – wir mussten sogar mal ein Stück zu Fuß gehen, da der Weg einfach zu heftig war. Nikolaus, den Fahrer, kann man für seine Fahrkünste und seine Geduld nur bewundern.
Unterwegs hielten wir immer mal wieder an, um die Fauna, Flora, die Geologie oder auch „nur“ die Aussicht zu bewundern, Nikolaus war auch hier ein sehr versierter Guide, der uns viele interessante Dinge näher brachte und auch zu noch so unscheinbaren Pflanzen etwas erzählen konnte.
Aussichten:
Nach ca. 3 Stunden Fahrt hatten wir dann endlich den Grund des Canyons erreicht. Ein kurzer Fußmarsch noch und dann standen wir am Rand eines großen Felsenpools, der auch in der Trockenzeit Wasser führt, bis zu 30m tief ist und in dem auch eine Menge Fische schwimmen.
Der "Pool" von oben:
Es war schon ein einmaliges Erlebnis, in diesem Pool baden zu können, was wir auch ausgiebig auskosteten. Das Wasser ist herrlich kühl und ließ die Strapazen der Anfahrt schnell vergessen.
Im Schatten der Felsen nahmen wir dann einen Lunch zu uns und machten uns dann wieder auf den etwas strapaziösen Rückweg. Nach insgesamt ca. sieben Stunden erreichten wir wieder die Lodge.
Alles in allem war der Ausflug ein tolles Erlebnis, aber auch sehr anstrengend – wer einen schwachen Magen hat, sollte sich das gut überlegen und ganz billig ist das Vergnügen auch nicht (N$ 850,-).
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich dann wieder lesend und faulenzend auf der Terrasse. Ein abgestorbener Köcherbaum direkt vor meinem Chalet:
Das Abendessen hielt das gute Niveau des Vortages – wie auch der Sternenhimmel…
Meine Hütte kurz vor der totalen Dunkelheit
Esmeralda68388 Beiträge · seit 201217. Feb. 2013 ·
Hallo Guido,
ein toller Bericht bisher, den ich gerade in einem Rutsch durchgelesen habe.
Interessante noch nicht so bekannte Unterkünfte hast Du da ausgesucht - wo findest Du die eigentlich?
Die Fish River Lodge habe ich auch schon für unsere nächste Tour in 2014 notiert. Wie hast Du die Temperaturen im Chalet empfunden (es wurde schon einmal berichtet, dass es um die Mittagszeit sehr heiß wird)? Welche Nummern liegen Deiner Meinung nach am schönsten/ruhigsten?
Hallo Drechselschorsch, ich kann dir nur zustimmen, die Bilder von Guido und der Bericht sind ganz toll. Auch deine Bilder sind wunderschön, es gibt aber offenbar keinen Reisebericht darüber, oder? lg martha
... was für ein Bericht, was für Fotos - ganz nach meinem Geschmack und ich merke: es kribbelt wieder in mir - ich muss auf Pad!
Für mich sehr interessant, über die mir bereits bekannten Orte von Dir zu lesen. Bei anderen Orten hast Du Neugier in mir erweckt.
Die Fotos sind so stimmungsvoll und schön inszeniert. Wer Ähnliches schon erlebt hat, riecht, schmeckt und hört dann beim Betrachten Deiner Aufnahmen die Umgebung sofort wieder...
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200618. Feb. 2013 ·
Hallo Kerstin – danke für Deine Rückmeldung. Zu Deinen Fragen: Da ich mich schon lange mit Namibia beschäftige und immer mal wieder darüber lesen, im Netz und „klassisch“, „stolpere“ ich ab und an mal über neue bzw. unbekannte Unterkünfte und speichere Infos darüber ab. Und wenn ich dann meine Routen plane, baue ich die interessanten nach Möglichkeit ein. Die Temperaturen in den Chalets sind m.E. o.k., ich war das erste Mal im Februar dort, also in der richtig heißen Zeit. Da Du aber genügend Möglichkeiten hast, das Chalet zu lüften, ist das absolut machbar. Am ruhigsten liegen natürlich die ganz außen, aber die sind auch am Weitesten vom Haupthaus weg (also die 1 oder die 20).
Hallo Helen – danke auch Dir fürs Feedback – Ihr werdet es genießen – und ich werde Euch beneiden…
So, nun ein paar weitere Infos mit ein paar wenigen Bildern, denn über den nächsten Ort ist ja schon einiges gepostet.
Hallo Jens-Uwe, na, gegen Deinen letzten Bericht und Deine Bilder ist das ja amateurhaft, das meinte ich zu Beginn mit der fehlenden „prosaischen Ader“…aber mir geht es genauso, wenn ich die Berichte hier lese, dann brennt die Sehnsucht…
Am nächsten Morgen brach ich dann leider wieder auf, nahm die D463, die gut zu fahren ist, die Strecke ist sehr abwechslungsreich, sogar mit einigen größeren roten Dünen, die wieder an die Kalahari erinnern.
Bei der Alten Kalköfen Lodge stieß ich auf die B4 - kleiner Hinweis: diese Lodge besuchte ich bei meiner letzten Reise und die ist auch absolut einen Aufenthalt wert!
Auf der B4 erreichte ich dann Aus, wo ich nochmals nachtankte - nun waren es nur noch 123km bis zum Tagesziel, Lüderitz!
Eines muss ich vorwegschicken: ICH LIEBE LÜDERITZ!
Aber zuerst der Reihe nach:
Nach Aus ging es auf der Teerpad bei wenig Verkehr recht zügig voran, auf den 123km bis Lüderitz merkt man eigentlich kaum, dass man von knapp 1.600 Metern bis auf Meereshöhe fährt.
Faszinierend für mich ist der langsame Übergang der Landschaft, die Vegetation wird immer karger, bis bei Lüderitz eine Sand- und Geröllwüste kein Grün mehr zulässt. Entlang der sich immer noch im Bau befindlichen Bahnstrecke sah ich immer wieder Oryx, Springböcke und Strauße.
Um Garub weideten dann einige der berühmten Wildpferde, mich zog es dann weiter aus der flimmernden Hitze an den kühleren und in Lüderitz besonders rauen Atlantik.
Schließlich erreichte ich nach insgesamt ca. 4,5h „mein“ Lüderitz.
Was ich an Lüderitz mag? Nun, wo soll ich anfangen?
Auf den ersten Blick ist Lüderitz sicher kein Ort, der bei „Unser Dorf soll schöner werden“ einen der vorderen Plätze erreichen würde. Das Wetter und der Wind helfen sicher auch nicht, Lüderitz als bevorzugten Badeort zu sehen.
Zunächst einmal finde ich die interessante Bausubstanz mit den vielen alten Gebäuden aus der Blütezeit des Ortes zu Beginn des 20. Jahrhunderts eindrucksvoll: Goerkehaus, Woermannhaus, die Bergstraße, Turn- und Lesehalle und vieles mehr – und das in Afrika.
Dann das immer wogende und teilweise tosende Meer mit der allseits frischen Brise, dann die Haifischinsel, dann der Achatstrand, dann auch und vor allem die Lüderitz-Halbinsel, die einmalige Atmosphäre in Kolmannskuppe und und und.
Aber vor allem die Lage so ganz am Ende der Welt – es gibt nur eine Straße hinein, und diese endet dort – das nächste bewohnte Fleckchen Erde Richtung Westen ist in Südamerika mehrere tausend Kilometer entfernt. Südlich von Lüderitz ist Sperrgebiet, nördlich Naturschutzgebiet, und dazwischen dieses Städtchen eingezwängt und nur von Osten zugänglich ganz am Ende der Welt. Die Hektik der modernen Zivilisation, Nachrichten aus der Welt über Finanzkrisen, Kriege oder was auch immer: hier kommt einem das Lichtjahre entfernt vor. Aber da scheiden sich die Geister ja durchaus…
Was ich auch absolut empfehlen kann, trotz des recht happigen Preises, ist die halbtägige Bogenfels-Tour ins Sperrgebiet. Die hatte ich vor 2 Jahren mal mitgemacht und kann nur sagen: Es lohnt sich!
Jetzt aber wieder zur Reise: Ich fuhr gleich zur Unterkunft, dem Nest Hotel.
Ja, es ist keine gemütliche, „typisch afrikanische“ Unterkunft, das Nest Hotel könnte irgendwo sonst stehen.
Aber ich mag die Lage, von drei Seiten vom Meer umspült, so dass man nachts sanft in den Schlaf fällt, das Restaurant hat sich inzwischen auch etwas verbessert. Blick aus meinem Zimmer:
Inzwischen sind die Zimmer komplett aufgefrischt und renoviert, genauso wie das Restaurant, auch die vom Salzwasser angerosteten Geländer sind längst ersetzt.
Nach der Ankunft habe ich dann erst einmal eine Stadtrundfahrt gemacht.
Felsenkirche, Bergstraße, Waterfront, Haifischinsel, viele kleine Sträßchen mit schönen Häusern, manche leider etwas heruntergekommen und verschmutzt.
Die Stadt war wie tot am Sonntag…nicht, dass sonst wesentlich mehr los wäre, aber es war noch stiller als unter der Woche…
Anschließend fuhr ich an Benguela und Nautilus, den Townships, vorbei Richtung Achatstrand.
Hinter dem Klärwerk dann, völlig untypisch, üppiges Grün mit Springbock- und Oryxherden. Das erwartet man in Lüderitz nicht unbedingt.
Am Achatstrand war etwas sonntäglicher „Trubel“, es war entgegen anderen Berichten sehr sauber dort und es herrschte eine friedliche Atmosphäre.
Der Strand ist sehr weitläufig und man findet dort leicht ein Plätzchen, an dem man ungestört dem Treiben zuschauen oder einfach nur den wunderschönen Blick aufs Meer genießen kann. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert und die Straße auch gut zu befahren.
Es war ein wunderschöner, ruhiger Nachmittag, die Sonne brannte vom Himmel, also mal kein Nebel, und, völlig untypisch für Lüderitz, keinerlei Sturm.
Den Sundowner nahm ich dann auf der Terrasse des Nest-Hotels ein und wollte eigentlich in der Stadt etwas zu Abend essen, aber: Sonntag – es war so gut wie nichts auf.
Also aß ich im Hotel zu Abend – viele Gäste waren nicht da, aber das hatte ich ja schon des Öfteren auf der Reise…
Sundowner mit Blick auf die Lüderitz Halbinsel:
Danach bin ich zurück aufs Zimmer und habe den Abend auf dem kleinen Balkon ausklingen und mich vom Geräusch der Wellen in den Schlaf wiegen lassen.
P.S.: Schande über mich - ich habe hier ausnahmsweise einige Fotos von früheren Reisen eingefügt, da ich in Lüderitz mehr genossen als geknipst habe...
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200619. Feb. 2013 ·
Hallo Drechselschorsch, danke für die Ergänzungen - die Sedina-Tour habe ich dann am nächsten Tag gemacht...
Montag, 03.12.2012 Lüderitz
Nach einer ruhigen Nacht – die frische Luft tat nach der Hitze am Canyon gut - und einem sehr guten Frühstück (riesiges Buffet im Nest Hotel) bin ich zunächst zum Hafen, um zu schauen, ob die Sedina aufs Meer fuhr – sie tat es…
Auch das habe ich schon mehrfach gemacht (auch schon mal mit dem Katamaran "Zeepard"), aber es ist immer ein Erlebnis. Und so ruhig habe ich das Meer bisher auch nie erlebt, und warm war es auch noch – ich habe die gesamte Tour im T-Shirt durchgestanden...(also, nicht nur im T-Shirt, aber eben „oben herum“). Der Hafen am Morgen bei sehr ruhiger See:
Außer mir waren nur wenige Gäste an Bord und schon ging es los auf den Atlantik - vorbei an der Diazspitze mit dem Felsen, auf dem sich die Robben tummeln, in Richtung Halifax-Insel zu den Pinguinen.
Delfine tummelten sich in der Bugwelle und begleiteten uns eine ganze Weile. Leider haben wir diesmal keinen Wal gesehen wie im letzten Jahr – aber man kann nicht alles haben…
Nach dem obligaten Kakao – der ersetzt eine ganze Mahlzeit - ging es dann wieder zurück Richtung Hafen.
Ich habe eine solche Tour nun schon das fünfte Mal gemacht, aber ich würde sie immer wieder empfehlen, bei rauer See einen guten Magen vorausgesetzt…
Danach fuhr ich mit dem Wagen dann auf die Lüderitz-Halbinsel, auch ein sehr empfehlenswertes Ziel, dort kann man locker einen halben Tag und länger verbringen.
Vorbei an großer Bucht zum kleinen Bogenfels und zum kleinen und „großen“ Fjord – zu erreichen nur mit einem 4x4-Fahrzeug oder per Pedes, in malerische Buchten – und dann Richtung Diaz-Point.
Große Bucht:
(sehr)kleiner Bogenfels:
Fjord:
Es war wieder sehr klar, kein Nebel, der ja für Lüderitz so typisch ist, und man hatte eine wunderbare Sicht z.B. auf die Halifax-Insel mit Ihren Pinguinen.
Am Diazkreuz war es wieder sehr windig, aber dort verweilte ich eine Zeitlang und beobachtete das Treiben der Robben auf dem vorgelagerten Felsen, der Möwen, die im Wind tanzten und der Wellen, die gegen die Felsen krachten. Ich hatte sogar das Glück, eine ganze Menge Delfine zu sehen, die sich durchs Wasser pflügten. Und diesmal keine Busgruppen, die den Platz stürmen.
Weg zum Diazkreuz:
Zum Abschluss wollte ich dann noch in das Café am Diazkreuz, um ein paar obligatorische Austern aus Lüderitz zu essen – ich bin zwar kein Austern-Liebhaber, aber einmal im Urlaub muss das sein…aber das Café hatte leider zu an diesem Tag.
Die nächste Zeit verbrachte ich dann in der Griffith Bay, einem schönen Strand mit Blick auf Lüderitz:
Zurück in der Stadt musste ich meine Austernbilanz ins Lot bringen – also habe ich die Oyster-Bar direkt über der Austernfabrik am Hafen besucht. Und gratiniert mit einem Glas Wein ging es dann richtig gut.
Am Abend dann endlich ins Barrel’s, eine der urigsten Kneipen, die ich kenne.
Das Barrel’s liegt in der Bergstraße, ist im Gebäude einer ehemaligen Kirche und gehört zum Kratzplatz unter der Leitung von Manfred Kratz.
Die Kneipe hat nur einige wenige Tische, eine lange Bar und normalerweise brennt immer ein offenes Feuer im Raum, so auch an diesem Abend.
Dies und die Tatsache, dass die Hausgäste durch die Küche zur Kneipe gelangen würde bei uns wahrscheinlich die Gewerbeaufsicht auf den Plan rufen…glücklicherweise nicht in Lüderitz.
An diesem Abend gab es leider keine Livemusik wie bei den letzten Besuchen, aber eine völlig entspannte Atmosphäre herrschte trotzdem. Ich hatte eine Menge Spaß, die Stimmung in dem Laden war prima.
Diesmal habe ich mich am Buffet am Feuer bedient, lecker Salat und Fleisch, soviel man wollte. Hat prima gepasst…
Im Hotel angekommen halfen mir die Wellen wieder beim Einschlafen…in den übrigens exzellenten Betten.
Hi Guido, Lüderitz ist ob der Begeisterung, die du wecken kannst, nun unverzichtbar geworden.... ich denke, du solltest einen Reiseführer herausgeben 🙂 lg martha
handelt es sich bei der Strecke hinunter in den Fishriver-Canyon um einen Privatweg, den man nur im Rahmen einer geführten Tour nutzen kann, oder steht die Strecke auch Selbstfahrern zur Verfügung?
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200619. Feb. 2013 ·
Hallo Topobär,
ja, leider kann man den nur im Rahmen der geführten Tour machen - nach den Erfahrungen würde ich den auch kaum selbst fahren wollen, ist schon eine heftige Strecke.
da schreibst Du ja einen sehr netten und schönen Bericht. Vielen Dank dafür und für die Mühe, die Du Dir machst.:)
Wir sind jetzt dann im März in Lüderitz und machen ebenfalls die Tour mit der "Sedina". Und dass wir anschließend in die Oyster-Bar am Hafen gehen, ist eh klar. (So wie der Wein dazu, und nicht nur ein Schöpperl ... 😉 ). Wir waren vor zwei Jahren schon mal dort, es was Klasse.
Wir freuen uns schon sehr auf unsere Tour, wir sind drei Nächte im "eagles view" in Klein Aus Vista, und dass Lüderitz auf dem Plan steht, ist doch klar.
Hoffentlich geht´s bei Dir bald weiter, Dein RB ist ganz toll.
GUGuidoThemenstarter146 Beiträge · seit 200621. Feb. 2013 ·
Hallo bayern schorsch – danke Dir für die netten Zeilen – freut mich, dass Dir Lüderitz auch so gut gefällt – da scheiden sich ja die Geister durchaus…nun geht es ein wenig weiter:
Dienstag, 04.12.2012 Lüderitz – Klein-Aus Vista
Ich hätte noch einige Tage länger in Lüderitz bleiben können, aber leider musste ich die Sachen packen und mich auf den Weg vom Ende der Welt wieder zurück machen, wobei das nächstes Ziel ja auch nicht weit davon entfernt zu sein scheint.
Kolmanskuppe ließ ich diesmal aus, da ich dort Anfang des Jahres und in 2011 erst war…die Geisterstadt ist aber aus meiner Sicht auch mehr als einen Besuch wert und einfach großartig.
Obwohl der Rückweg aus Lüderitz der gleiche wie der Hinweg ist, verliert diese Strecke für mich niemals etwas von ihrem ganz besonderen Reiz, siehe die Beschreibung des Hinweges.
Auf dem Weg nach Aus beschloss ich, kurz bei Garub anzuhalten – an der Wasserstelle war sogar etwas Betrieb, einige Wildpferde sowie Strauße und Oryx.
Ich erreichte dann nach gut anderthalb Stunden Klein-Aus Vista, hierzu ist ja schon sehr viel geschrieben worden hier im Forum, deshalb versuche ich, mich trotz aller Begeisterung für diesen Ort, den ich 2006 das erste Mal besuchen konnte, kurz zu fassen.
Ich hatte bereits im Vorfeld dafür gesorgt, mir zum zweiten Mal das Chalet „The Rock“ zu sichern und bereits das BBQ- und das Frühstückspaket vorzubestellen.
Als ich dann ankam, hieß es: nein, „The Rock“ ist leider schon vergeben und ich war erstmal etwas angesäuert. Man hätte mich in „Eagles View“ einquartiert, das neuste Chalet und es wäre sogar noch besser…naja, dachte ich, mal sehen…
Ich machte mich auf den Weg zu den Chalets und was soll ich sagen: „Eagles View“ ist wirklich super – das werden diejenigen, die schon mal da waren, sicher bestätigen können. Sehr groß, der Blick von der Terrasse kaum schlagbar und sehr abgelegen. Der Kühlschrank war wie immer gut gefüllt.
Eagles View:
Auch hier kann man eigentlich den ganzen Tag mit dem Schauen und Faulenzen verbringen.
Blick von der Terrasse:
Aber ich bin dann, als sich die stärkste Mittagshitze gelegt hatte, auf eine kleine Wanderung, die in die Geisterschlucht und über einen Berg führt. Man bekommt an der Rezeption eine Karte mit den verschiedenen Wanderwegen, insgesamt gibt es sechs markierte Wanderrouten, von vier bis 18km, von einfach bis schwierig.
Ich wählte den sogenannten „Mountain Trail“ (ca. 6km, Dauer ca. 2h), dieser startet an den Chalets, geht durch teilweise tiefen Sand Richtung Geisterschlucht, an dem Autowrack vorbei und dann recht steil und anstrengend einen Berg hoch. Weg Richtung Geisterschlucht:
Der Blick von oben ist mehr als eine Entschädigung für den Aufstieg, es verschlägt einem zunächst den Atem und man ist „gezwungen“, eine längere Rast dort oben zu machen:
Der Abstieg ist dann nur etwas leichter, also auch nicht ohne, man muss ständig aufpassen wo man seinen Fuß hinsetzt, denn es geht steil abwärts und häufig über sehr lockeres Geröll. Der Trail endet dann in der Nähe von „The Rock“.
Man sollte für diese Wanderung wirklich einigermaßen fit und gut zu Fuß sein und auf jeden Fall genügend Wasser mitnehmen.
Nachdem ich dann wieder am Haus war und mich erfrischt hatte, feuerte ich dann den Grill mit Kameldornholz an. Damit kann man nicht früh genug anfangen, will man nicht in der Dunkelheit grillen, denn es dauert eine ganze Zeit, bis Glut entstanden ist.
Ein weiterer Tipp ist, die Kartoffeln, die im BBQ-Paket sind, gleich zu Beginn ins Feuer zu legen, dann hat man auch die Chance, dass sie durch sind…
Des Weiteren war im Paket noch ein Steak, Salat und mit Tomaten, Käse und Zwiebeln belegter Toast zum Grillen. Also satt wurde ich…und auch die Weinauswahl, welche bereits im Chalet ist, lässt wenig Wünsche offen.
Lange Zeit verbrachte ich dann noch auf der Terrasse und genoss zunächst das Licht- und Farbenspiel des Sonnenuntergangs, den grandiosen Sternenhimmel und die Magie der absoluten Stille:
wir lieben auch Eagles View. Und die Wanderung haben wir auch gemacht, allerdings dieses Mal schon um 7 Uhr morgens, wegen der Hitze. Ich finde den Blick, mit dem man oben belohnt wird, auch sooo wunderbar!! Fernweh....
Viel Grüße Tanja
Lotusblume1’941 Beiträge · seit 200921. Feb. 2013 ·
Hallo Guido, ein sehr schöner Reisebericht. Ich freue mich auf deine Fortsetzung, auch weil wir dieses Mal nicht "The Rock" bekamen 🤨 , sondern "Eagles View" (wurde uns so schriftlich mitgeteilt). Vielleicht kannst du noch einige Bilder vom "Eagles View" einfügen. Wir sind echt traurig, dass wir nicht im "Rock" sind.