Ein Zebra in Zambia (Reisegeschichten)

132 Antworten · 38,0k Aufrufe · gestartet 22. Nov. 2010 von Crazy Zebra
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Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200603. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 19)


Heute soll es hinab ins South-Luangwa-Tal gehen - die „O Five“ Route über das Escarpment.
Zu dieser Jahreszeit muss man bereits mit Regenfällen rechnen. Auch die Flüsse im South-Luangwa können Wasser führen. Da es noch keine ergiebigen Regenfälle gab, beschlossen wir, diese „O Five“ zu fahren. Wir hatten schon einiges über diese Route gehört und gelesen - von „No Problem“ bis „Horror“. Wir stellten uns auf Horror ein, um auf der sicheren Seite zu bleiben.

Wir fuhren den Zubringer von Kapyscha über Shiva-Nandu bis zur Teerstraße, die einzige Nebenstraße der gesamten Tour, die als gut zu bezeichnen war. Mit Schwung bogen wir gen Süden fahrend auf die Teerstraße ein. Wir hatten geografisch den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht, auch zeitlich war mehr als die Hälfte des Urlaubs vorbei. Nun ging es gen Süden und langsam zurück in Richtung Namibia. Es stand nur noch wenig auf dem Programm. Der South-Luangwa und der Karibasee waren die letzten Ziele, wo wir etwas im Vorfeld gebucht hatten.

Den Schwung, den wir von der Verbindungstrasse mitbrachten, reichte genau bis zum ersten Schlagloch. Schlaglöcher sind in Sambia immer ein Thema. So haben wir die Schlaglöcher in Kategorien eingeteilt. Von Mpika bis Kapyscha gab es die gesamte Bandbreite an Schlaglöchern, wie wir feststellten durften.
Kategorie 1 - kleine Ausbrüche in der Fahrbahn: Augen zu und durch
Kategorie 2 - mittlere Ausbrüche in der Fahrbahn: passen noch zwischen die Räder
Kategorie 3 – große Ausbrüche: im Schritttempo hinein in die Grube und wieder raus
Kategorie 4 – Fahrbahn fehlt: irgendwie an den Seiten umfahren
Kategorie S – Scheisse, haben wir übersehen!!!

Auf der Fahrt nach Mpika zum Kontrollposten gab es ungefähr fünf Schlaglöcher der Kat. 4, achtzehn der Kat. 3 und vierundachtzig der Kat. 2 und ein Schlagloch der Kategorie „S“ - der Schwingfedersitz katapultierte uns gegen das Fahrzeugdach begleitet wieder einmal von einem fröhlichen „Scheieieisssse“ unserseits. Wir gelangten an das südliche Ende von Mpika. Mpika ist ein Nest mit übersichtlichen Strukturen und Einkaufsmöglichkeiten mit reduzierten Angebot und einer Tankstelle. Und was gab es am Kontrollposten? Eine riesen Kolonne von LKW’s - so um die 30 Brummis standen vor uns am Checkpoint und das in aller Frühe am Morgen. Wir fuhren bedächtig von hinten auf, Motor aus, geduldig warten bis es weiter geht. Nach etwa 20 Minuten, wir kamen nicht merklich vorwärts, schaute ich vorsichtig rechts an der Kolonne vorbei. Just in diesem Moment fuhr ein „normaler“ PKW an uns vorbei. Er fuhr vor bis zum Checkpoint und bog unkontrolliert in eine Seitenstraße ein. Aha, dachte ich, nur die LKW’s müssen hier in langer Schlange warten. Da wir uns ja nicht als LKW fühlten, beschloss ich, es dem PKW gleich zu tun. Raus aus der Kolonne, und auf der falschen Fahrbahnseite zügig auf diesen Checkpoint zu gefahren. Ich hatte ein „Déjà-vu“ als ich den mit den Armen wild fuchtelnden Beamten auf uns zu kommen sah. Mit hochrotem Kopf baute er sich vor unserem Wagen auf. Ganz offensichtlich taxierte er unser Zebra als LKW und nicht als PKW mit Sonderberechtigung. Man kann es ja durchaus auch eng sehen. Wir hielten lieber auf dem Seitenstreifen an. Ich ließ meine Fensterscheibe nach unten gleiten und grüßte den Beamten mit „Good Morning Officer“. Ich setzte mein „ichbinunschuldig“, „ichbindoof“ und auch noch das „ichverstehenix“ Gesicht auf, um die Spannungen abzubauen, die unübersehbar vorhanden waren.

Was soll das? Papiere zeigen! - so in etwa die Worte des immer noch aufgebrachten Beamten.
Also locker schien dieser etwas übergewichtige Beamte so früh am Morgen nicht drauf zu sein.
Er riss mir die Papiere aus den Händen und verschwand in Richtung LKW Kolonne. Nun durfte auch jeder der LKW-Fahrer die schlechte Laune dieses Beamten auskosten, was sich in Windeseile auf die LKW-Fahrer übertrug. Diese wiederum riefen nun mir ein paar Freundlichkeiten zu.

Nach einer Weile, der Motor war inzwischen abgekühlt, kam der Officer wieder zurück. Jetzt waren plötzlich unsere Papiere, die zuvor in gut einem Dutzend Kontrollen nie beanstandet wurden, nicht mehr in Ordnung. „You are in Mpika not in Livingstone” sagte er mit sichtlich erregter Stimme zu mir.
Mpika, ist mir gar nicht aufgefallen, wollte ich sagen, ließ es aber sein. Ich wollte die Situation nicht weiter aufheizen. Er schwafelte etwas von Strafe und Gebühren – gleich denke ich wieder an das FoMi, das mal schrieb: „bezahlt die Straßengebühr nur bis Livingstone, das rechnet sich“ und ahnte Böses. Ich versuchte dem pralinenförmigen Beamten - nicht so süß aber so rund - zu erklären, dass ich ja bei der Einreise nicht wissen kann, wo ich überall hinfahren werde und man diese Gebühr auch Streckenweise bezahlen können müsse.

Nun legte der Beamte seinen „ichbindoofwaswillstduvonmirblick“ auf und nahm seinen Kugelschreiber aus der Brusttasche. Er schrieb zwei Zahlenreihen auf seine Handfläche. Schneller als jede Rechenmaschine erschien das Total auf seiner Handfläche. 500 000 Kwacha sollten wir als „Strafe“ bezahlen. Ich wusste genau, dass konnte nicht stimmen, doch ist man etwas hilflos, wenn man die Vorschriften und Gesetzte eines Landes nicht kennt. Widerwillig zückte ich die Geldbörse und zählte meine Kwacha. Wir hatten nur rund 400 000 bei uns, auch bei mehrmaligem Nachzählen wurde es nicht mehr. Der Beamte wurde auf einmal freundlich und bot an, die Kwacha selbst zu zählen. Er nahm sie in die Hand, schätze das Gewicht der Scheine und befand, es sei genug. Anders kann ich mir nicht erklären, dass diese Scheine flugs in seiner Brusttasche verschwanden, sich der Beamte verabschiedete - auf nimmer Wiedersehen.

Nun war ich echt sauer. Der hat mich abgezockt und ohne jeden Beleg stehen gelassen. Keine Quittung und kein Beweis dafür, dass ich diesen Betrag bezahlt habe. Wir fuhren weiter. Von nun an sollte mir jede Polizeikontrolle Unbehagen bereiten. Diese Aktion warf ein ganz anderes Licht auf Sambia und seine Staatsdiener, die mir bislang als freundlich und korrekt in Erinnerung waren. Bis heute weiß ich nicht, wie das mit den Straßengebühren wirklich funktioniert. Auf der Heimreise mussten wir von Livingstone nach Sesheke einfach eine Gebühr zahlen und gut war’s. So hätte es auch in Mpika sein müssen. Auf der weiteren Reise hörte ich noch, dass dieser Posten in Mpika allen Reisenden Probleme bereitete.

Kurz nach Mpika bogen wir rechts ab. Wir waren auf der „O Five“.

Fortesetzung folgt
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200603. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 20)

Die ersten Kilometer der „O Five“ Route fühlten sich erstaunlich gut an. Vielleicht lag es auch daran, dass wir die Qualitätsanforderung an Pisten, die zum Urteil befahrbar führten, mit Fortdauer der Reise täglich nach unten schraubten. Straßen, die am Anfang noch als mies beschrieben wurden, waren nach einigen Tausend Kilometer in die Kategorie befahrbar gerutscht. Dieser Umstand machte das Fahren zwar nicht erträglicher, aber fördert den Glauben, dass die nächste „Straße“ besser sein könnte. Wir fanden diese Piste so klasse, dass wir beschlossen, dies zu feiern. Wir gönnten uns eine der seltenen Pausen, die diesen Namen auch verdiente. Wir packten Tisch und Stühle aus dem Wagen für eine ausgiebige Verpflegungspause.

Es schien, als würden wir auf der rotbraunen Piste nur so dahinfliegen. Doch es wurde langsam steiler. Aus dem sandigen Untergrund wurde allmählich Schotterstraße und aus Schotterstraße Geröllpiste. Wir hatten den Punkt erreicht, wo es vom Hochland in das tiefer liegende Luangwa-Tal hinab ging.

SL-NP
Pause
Reifendruckablassen

Vorsicht Gefälle
Escarpment


Ein paar hundert Höhenmeter waren zu bewältigen - enge Serpentinen auf teilweise seitlich abschüssiger Piste. Horror war diese Straße nicht, anspruchsvoll aber auf jeden Fall. Manchmal mussten Felsplatten überwunden werden und ab und an Passagen mit bedrohlicher Seitenneigung.
Durch die Höhe unseres Wagens werden Seitenneigungen durch das Popmeter extrem wahrgenommen und ein leichtes Unbehagen kam gelegentlich in uns auf. Wenn es dann mal wirklich etwas schwieriger wurde, stieg Heidi aus, um den Weg abzuschreiten. Komisch dachte ich, das tut sie erst seit ich eine Lebensversicherung abgeschlossen habe. Nun gut, ich legte diesen Gedanken beiseite und wir fuhren Kilometer um Kilometer bergab.

Escarpent Road


Ich durfte beinahe alle 24 Gänge des Schaltgetriebes auskosten und manchmal legte ich sogar ein paar Gänge auf einmal ein, was mir das Getriebe mit einem knirschen der Zahnräder bestätigte.

Ach, war es jetzt vorbei mit den heißen Tagen? Nein, je tiefer wir kamen desto höher stiegen die Temperaturen - es wurde Sauheiß! Und so kletterten die Temperaturen von 38 auf 40 Grad, 41, 42, 43, 44 Grad und so weiter bis zum Rekord von beinahe 45 Grad Celsius.



Nach unendlich erscheinenden Kilometern Geröllstraße erreichten wir die Talsohle. Dann ging es erstaunlich flott vorwärts und meine „ichhabgeradenixbessereszutunhochrechnung“ sagte mir, wir kommen noch vor Einbruch der Dunkelheit an. Ich hatte mich um ein paar Sekunden bei meiner Schätzung verrechnet. Wir waren früher am Eingang des South-Luangwa Nationalparks als erwartet. Es war erst 14 Uhr.

Am Kontrolltor erledigten wir die Formalitäten und bezahlten die Gebühren. Die rund 100 US$ für 24 Stunden Parkaufenthalt mögen jedem recht hoch erscheinen. Wenn man aber bedenkt, dass man für dieses Geld gerade mal eine Durchfahrt durch Mpika als Gegenleistung bekommt, sind diese 100 US$ doch geradezu ein Schnäppchen. Wir erhielten das Angebot, für zusätzlich 20 US$ in Begleitung eines bewaffneten Rangers direkt im Park zu übernachten. Dieses Angebot nahmen wir an. Als erstes musste ein kleiner Fluss durchfahren werden - einer Furt, die mit Sandsäcken befestigt war. Etwas mehr Regen und ein höherer Wasserstand - wir hätten umkehren und einen kleinen Umweg von weit über 100 Kilometern in Kauf nehmen müssen. Zum Glück hatte die Regenzeit noch nicht richtig begonnen. Wir überquerten den Fluss mühelos und suchten auf der anderen Seite unser Nachtquartier.

Am Nachmittag wanderten wir in Begleitung des Rangers etwas lustlos durch die an Tieren recht arme Gegend und warteten auf die kühlende Abenddämmerung. Nach dem Abendessen - es gab Jubiläumskudu, weil dieser vermutlich 100 Jahre alt war, bevor er an Herzversagen starb - Büchsengemüse und Fruchtsalat, gingen wir erschöpft zu Bett. Ich träumte noch ein wenig von meinem Freund in Mpika und ließ ihn 100 Tode sterben. Ich verzichtete auf das Zählen der Sterne, es war bewölkt. Gegen 5 Uhr in der Früh wachte ich kurz auf. Ich versuchte weder den Wachmann zu wecken, noch ein Nilpferd anzupinkeln beim Erleichtern an einem Busch. Das Thermometer zeigte derweil erfrischende 30 Grad an und dies um 5 Uhr 02 morgens.



Fortesetzung folgt…
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
2’338 Beiträge · seit 200703. Dez. 2010 ·
Hallo Kurt

Langsam aber sicher steigt die Hoffnung, dass wir uns zumindest den grössten Teil deines Reiseberichts noch vor unserem Abflug zu Gemüte führen können.

Was mich aber so ziemlich betrübt, ist die Tatsache, dass ihr in Mpika beschissen worden seid, woran ich wahrscheinlich nicht ganz unbeteiligt war mit meinem Tipp wegen Livingstone… na, du weisst schon. Trotzdem hätte der Kerl natürlich nicht das Recht gehabt, ohne Quittung einen so hohen Betrag einfach einzustecken.

Solche Vorkommnisse sind gerade im Zeitalter des Internets für den Tourismus nicht gerade förderlich, zumal sich der eine oder andere Leser doch aus Angst vor unberechenbaren Polizisten überlegen wird, ob er das Land überhaupt besuchen soll.

Schade, dass sie die Touristen, welche oft sehr hohe Summen im Lande ausgeben, mit ihrer Abzockerei so vor den Kopf stossen.

Grüessli und schönen Winter
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200603. Dez. 2010 ·
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Hallo Erika,

ich mache ja niemanden verantwortlich für den Tip 😄
ich hatte ja nur in Mpika etwas Pech 😠

Nur wäre es interesant, für mich und auch andere, wie das ist mit den Gebühren, wenn ich spontan Reise weis ich ja nicht wo ich überall hin möchte.

Weist du wie das gehandhabt wird? In Livingstone wurde mir einfach die Benutzung nachberechnet, das sollte auch wo anders so gehen?

Grüsse und vorallem schöne Zeit in euren Ferien wünsch ich Euch!!

Grüsse Kurt
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
2’338 Beiträge · seit 200703. Dez. 2010 ·
Hallo Kurt

Wir werden dieses Mal wohl oder übel auf unserem Rückweg nach Namibia von Tansania oder Malawi her in Zambia einreisen müssen. Auch wir werden nicht genau voraussagen können, welche Strecke wir fahren werden. Ich bin jetzt schon gespannt, was den Polizisten einfallen wird.

Das letzte Mal, als wir Zambia bereisten, gab es diese Regelung betr. Zielangabe noch nicht.

Tschüss Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200604. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 21)

Der nächste Tag brach an und wir frühstückten zusammen mit dem Ranger. In dieser Nacht musste er nur sich selber beschützen, da wir ja im Auto schliefen. Ein Kollege von ihm gesellte sich noch kurz zu uns und genoss einen wärmenden Kaffee. Es hatte gerade schlaffe 34 Grad um 07:00 in der Früh. Wir verabschiedeten uns und begaben uns wieder auf die O-Five. Sie sollte uns geradewegs durch den South-Luangwa NP an dessen nördliches Ende führen. Die Fahrt war unspektakulär und weitgehend monoton, weshalb ich hier auf eine detaillierte Beschreibung verzichte.

Nur am Anfang der Strecke galt es, an einer Uferböschung eine kleine Entscheidung zu treffen. Leider können Fotos dies nicht so gut dokumentieren. Diese Böschung war kurz und heftig, endete in einem schmalen Flussbett, das noch etwas Wasser führte. Wir konnten nicht abschätzen, ob der Grund für unser Zebra tragfähig genug war. Das kleine Problem bestand darin - wenn man die Böschung runter fuhr, stand man sofort im Wasser und musste auf der gegenüberliegenden Seite die Böschung erklimmen - oder man saß in der Falle. Entweder wir kommen durch oder eben nicht, so die einfach Analyse von uns. Kommen wir nicht durch, müssen wir uns auch keine Gedanken mehr machen, ob wir auf der anderen Seite wieder hoch kommen würden oder vielleicht zurück. Im schlimmsten Falle säßen wir einfach fest. Ich legte die Splitgruppe des Fahrzeugs ein und wählte die Gruppe mit den Gängen 13-18. Es ging hinunter. Der Untergrund im Wasser trug, das war die gute Nachricht. Die Böschung auf der anderen Seite war aber zu steil und die Hinterräder drehten durch. Nun durften wir auch die Gruppe mit den Gängen 19-24 und die Hinterachssperre benutzen. Wir kamen "gottseidank" ohne besondere Schwierigkeiten diese kleine, aber giftige Böschung hoch.

Dies sollte die einzige kleine Wasserdurchfahrt des Tages bleiben. Ab und an fuhren wir durch ein ausgetrocknetes Flussbett mit sandigem Grund. Es war aber keine große Herausforderung. Zum Glück hatte es noch nicht geregnet, was zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt üblich ist. Dann würde die Sache sicherlich eine Nummer schwieriger. So fuhren wir Stunde um Stunde auf Rüttelpisten durch lichte Wälder. Nichts war zu entdecken, alles schien wie Tot. Nicht einmal Tse-Tses ließen sich hier nieder. Dieser Teil des Parks wurde am heutigen Tage von den Tieren gemieden. Wir waren froh über jeden zurückgelegten Kilometer. Diese Gegend war so trostlos, dass sich sogar der einzige Löwe weit und breit mit dem Gedanken, aus dem Leben zu scheiden, beschäftigte und sich dabei quer auf die Fahrbahn legte. Mit einer Vollbremsung durchkreuzte ich seine Suizidpläne, erschrocken über unser Zebra, überlegte sich der Löwe wohl alles noch einmal. Vielleicht brachte auch mein Anblick den Löwen zur Erkenntnis, dass es schlimmeres gibt, als sein Leben in diesem Park. Etwas verstört zog er mit seinen neu gewonnenen Erkenntnissen von dannen. Es war gegen 14:00, als wir den nördlichen Teil des Parks erreichten. Für einen Gamedrive war es noch zu früh. Wir verließen den Park, um im nahegelegen Flatdog-Camp Quartier zu beziehen. Verschwitzt wie wir waren und etwas eingestaubt, steuerten wir das Restaurant an und gönnten uns einige, und ich meine wirklich einige, kalte Getränke. Die durchgestylten Fly-in Gäste nahm ich kaum war. Umgekehrt wunderten sie sich wohl schon etwas über das seltsame Pärchen, das so aussah, als kämen sie von einer zweimonatigen Expedition aus dem Busch zurück. Auf jeden Fall vermieden sie es tunlichst, in unseren Dunstkreis zu gelangen, "Eau de Bush" scheint doch eine etwas herbe Note zu haben.

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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
931 Beiträge · seit 200604. Dez. 2010 ·
Hallo Kurt & Erika,

mein Stand bezgl. der Roadtax in Zambia ist folgender:

- private Fahrzeuge bis 3,5 to zahlen keine Roadtax

Für alle anderen Fahrzeuge ist die Roadtax nach Gewicht, Achsen und Entfernung gestaffelt. Für unser Fahrzeug waren dies für die längste Strecke Shesheke - Border Tanzania 80 US$ (laut offiziellem Aushang an der Grenze).

Die Roadtax wird ausschließlich an den Grenzen von den dort zuständigen Beamten erhoben und kontrolliert, die Polizei ist nicht zuständig. Sie kann und darf keine Roadtax erheben (ihr habt einen Anspruch auf die offiziellen Formulare). Die Roadtax kann auch nachträglich entrichtet werden, z. B. wenn ihr das Land an einem anderen Grenzübergang wieder verlasst. Das wird oft nicht kontrolliert und man kommt darum herum.

Nicht zu verwechseln ist das Ganze mit den diversen District Council Fees, die haben mit der Roadtax nichts zu tun.

In Malawi ist das Verfahren das gleiche, nur die Gebühren sind andere.

Gruß

Ulli
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2’338 Beiträge · seit 200704. Dez. 2010 ·
Hallo Ulli

Danke für deinen aufschlussreichen Beitrag. Nun herrscht Klarheit.

Eigentlich bin ich über den Zambia-Polizisten ziemlich enttäuscht, zumal ich ja immer behauptet habe, dass die Polizei dort mehr oder weniger in Ordnung sei, aber den “Fall Kurt” könnte man schon als Strassenräuberei einstufen, schade.

Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1’222 Beiträge · seit 201005. Dez. 2010 ·
Einfach köstlich. Kurt, ich wußte garnicht, daß Schweizer so viel Humor haben können! 😉
Gruß vom BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
579 Beiträge · seit 201005. Dez. 2010 ·
Hallo Kurt,
Crazy Zebra schrieb:
Mit einer Vollbremsung durchkreuzte ich seine Suizidpläne, erschrocken ab unserem Zebra und mir überlegte sich der Löwe wohl alles noch einmal. Ich vermute das mein Anblick den Löwen zur Erkenntnis brachte das es schlimmeres gab als sein Leben in diesem Parkteil.
Köstlich formuliert. Habe herzhaft gelacht. Der Reisebericht dürfte gern noch ein paar hundert Tage weiter gehen, aber ich fürchte, wir nähern uns dem Ende...

Sonnige Grüße
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 22)

Für zwei Tage buchten wir uns im „Flatdog Camp“ ein. Flatdog, was flacher Hund bedeutet, ist eigentlich ein Krokodil. Nun, ich überlege mir gerade wie man mich umschreiben könnte, „Fat-Doc“ vielleicht? Da ich ja nicht „Doc“ bin, kommt dies nicht in Frage. Ich denke, meine Mutter hat sich schon Gedanken gemacht, als sie mich Kurt nannte. Ich verwerfe diese Gedankenspielerei wieder, da wir am Zahlhäuschen des South-Luangwa NP ankamen. Es ist nur wenige Fahrminuten vom Flatdog Camp entfernt. Wir drücken das Sümmchen von US$ 90 ab und ich erstehe ein T-Shirt für weiter US$ 20. Wäre das T-Shirt nicht mit dem Emblem des Nationalparks versehen gewesen, hätte ich schwören können, dieses vor einigen Jahren in die Altkleidersammlung gegeben zu haben. Beim Auspacken war dieses Shirt schon so schmutzig, dass ich mir ernsthaft überlegte, es wirklich in die Kleidersammlung zu geben.

Mit 110 US$ weniger in der Tasche fährt es sich spürbar leichter durch den Park. Und so huschten wir über die „Nebenrüttellschüttelpisten“ in Richtung Flussufer. Im Inneren des Parks ist es leicht unübersichtlich und verspricht wenig Tiersichtungen. Wer schon in anderen Parks im südlichen Afrika unterwegs war, dürfte es hier besonders schätzen, dass es nur wenige Tiere hat, die durchgezählt werden müssen. Drei Büffel, vier Elefanten und einige Antilopen füllten den Park am heutigen Tag. Flusspferde gab es zuhauf, ich dachte an den Kasanka-Trust zurück. Auch Krokodile waren zu sehen. Die Hitze ließ uns gegen Mittag die Übung abbrechen und wir kehrten durstig in das Flatdogs zurück. Das Camp ist wirklich schön, nahe am Fluss mit vielen großen Schattenbäumen, die die Mittagshitze erträglich machten. In diesem Camp treffen viele abenteuerlustige Traveller ein, mit denen man sich austauschen kann. Wir nahmen die Gelegenheit war, um mit den gerade Verfügbaren ein wenig zu plaudern. Neben einem Schweizer Rucksacktouristen war noch ein deutsches Paar mit Dachzelt unterwegs. Touristen mit Auto und Dachzelt hatten wir jetzt schon zwei gesehen in beinahe drei Wochen. Wir hofften, dass dieser Boom nicht weiter anhält, sonst können wir gleich auf Mallorca Ferien machen. Wir duschten uns. Elfengleich duftend eroberten wir das Restaurant, um die nächsten Getränke zu ordern. Unsere dehydrierten Körper mussten aufgefüllt werden. Den Nachmittag verbrachten wir mit der Verteidigung unserer Campsite gegen Vervet-Monkeys. Sie hatten uns umzingelt und warteten darauf, Beute zu machen. Nach einem vegetarischen Nachtessen - es gab Nudeln an Bolognese-Sause mit nur 500 Grämmchen Fleisch, dazu frischen Parmesan und Fruchtsalat - machten wir uns ans Sternezählen.

Gut gelaunt und entspannt nach einer ruhigen Nacht nahmen wir die Etappe zu unserem nächsten Ziel unter die Räder. Eigentlich wollten noch etwas Diesel ins Zebra nachtanken, scheiterten aber an einer leeren Zapfsäule in Mfuwe kläglich. Es ging auch ohne. Gemütlich fuhren wir in die nicht weit entfernte Kafunta Lodge. Dort wurden wir vom jungen deutschen Manager herzlich willkommen geheißen. Diese Lodge sollte eines der Highlights dieser Reise sein.

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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 23)

Die Kafunta-Lodge unter deutscher Leitung ist wunderschön gelegen. Das aufmerksame Personal kümmerte sich zuvorkommend um uns. Wir genossen die Aussicht auf einer Plattform und zählten Warzenschweine und Pukus, wie sie da friedlich grasten und gönnten uns ein paar Drinks mit Schirmchen.

So gegen 16:00 brachen wir zum Gamedrive auf und fuhren zum hauseigenen Parkeingang. Doch zuvor musste noch der Fluss durchquert werden. Der offenen Landrover hatte ab und zu an den Untiefen des Flusses zu knabbern, so dass der Fahrer reichlich nass wurde. Wir durften eine kleine Elefantenherde bestaunen. Sie durchquerten gemeinsam mit uns den Fluss nur in entgegengesetzter Richtung. Vor allem die Jungtiere genossen das kühlende Bad sichtlich. Auf der anderen Seite angelangt, fuhren wir staubige Pisten auf der Such nach weiteren Tieren ab. Wir freuten uns sogar über Stechmücken, Hauptsache etwas an Tieren durchbrach die herrschende Langeweile. Wir fuhren und fuhren. Plötzlich hielt der Fahrer an. Unweit, etwa 10 Metern entfernt, lang der leblose Leib einer Antilope unter einem Baum. Unser Guide meinte, es sei wohl ein Leopardenriss und das dieser bald zurückkommen würde, um sein Opfer auf den Baum zu zerren. Eine halbe Stunde später beschlossen wir mangels Bewegung in diesem Szenario auf eine Anhöhe zu fahren und den einzigen verfügbaren Sonnenuntergang zu genießen. Immerhin ging die Sonne zuverlässig unter und wir genossen einen Gin mit Tonic, dem einzig sinnvollen Malariagegenmittel, das auch noch gut schmeckt.

Immer wieder fuhren wir an dem Leopardenkill vorbei. Es war schon mächtig dunkel, als wir ein letztes Mal zu diesem Baum mit dem Kadaver zurückkehrten. Ich muss schon sagen, es hatte etwas Feierliches und Andächtiges, wie da vier Autos mit 20 Gästen um den leblosen Antilopenkörper standen und Abschied nahmen von diesem Tier. Das fahle Licht der Scheinwerfer unterstrich diese andächtige Stimmung zusätzlich. Nur der Leo hatte wohl offensichtlich besseres zu tun. So fuhren wir zurück über den Fluss zur Lodge ohne eine Sichtung des Leos.

Das Nachtessen war von erster Güte und entschädigte etwas für den übersichtlichen Gamedrive.
Ein paar prophylaktische Gin Tonics später begaben wir uns zurück zum Châlet und beobachteten bei Vollmond die Umgebung.

Und nun schließt die Augen und stellt euch folgendes Bild vor. Keine Angst, das kann jeder.

Ein schottisches Hochmoor mit Tümpeln und kleinen Seen. Im Hintergrund mäandert ein Fluss dahin. Die Luft ist warm, der Himmel klar und die Sterne funkeln vor sich hin - was sollten sie auch sonst tun. Eine satt grüne Wiese verströmt ihren Duft, worauf etliche Tiere weiden. Da sind einige Kühe und viele
Schafe und auch rund ein Dutzend Ziegen. Sie grasen so vor sich hin. Ein Uhu „uhut“ sitzt auf einem Baum. Habt ihr das hinbekommen? Ok, weiter. Nun tauscht man die Kühe gegen Elefanten, die Schafe gegen Pukus und die Ziegen gegen Flusspferde. Den Uhu lassen wir Uhu sein, sonst wird es zu kompliziert.
Genau diese tolle Stimmung durften wir an diesem Abend auf der Kafunta-Lodge genießen. Es war einfach grandios, diesen afrikanischen Sommerabend zu erleben.

Nachtrag:
Den Uhu vom Anfang, tauschen wir gegen eine Eule, die dann (h)eulte, dann passt es haargenau!

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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
5’538 Beiträge · seit 200806. Dez. 2010 ·
Hallo Kurt,

danke für den schönen Tagesbeginn. Ich habe mal wieder köstlich gelacht. Deine Berichte sind faszinierend und das Erste, was ich morgens mache, ist nachzusehen, ob Du eine neue Folge veröffentlicht hast. Ist das schon Sucht? Dann bin ich gerne süchtig.

Liebe Grüße von der noch trüben Atlantikküste
Gerd
5’486 Beiträge · seit 200906. Dez. 2010 ·
Habt Ihr einfach Pech gehabt oder sind die Nationalparks in Sambia deutlich tierärmer als die Nationalparks in Namibia, Botswana, Kenia, Tanzania?
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
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Topobär schrieb:
Habt Ihr einfach Pech gehabt oder sind die Nationalparks in Sambia deutlich tierärmer als die Nationalparks in Namibia, Botswana, Kenia, Tanzania?
Hallo Topobär,

da wir ja das erste Mal in Sambia waren kann ich dir diese Frage nicht schlüssig beantworten, vielleicht war es einfach nur Pech, keine Ahnung?

Grüsse Kurt
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
26 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
Guten Abend Kurt
kannst du mir noch verraten, in welcher Dosierung die Malariaprophylaxe eingenommen werden muss? 😉
Vielen Dank für eine kurze Antwort und natürlich in erster Linie DANKE für diesen amüsanten und kurzweiligen Reisebericht.
Freundliche Grüsse aus Bern
Eliane
zuletzt bearbeitet 06. Dez. 2010
273 Beiträge · seit 200907. Dez. 2010 ·
Crazy Zebra schrieb:
Topobär schrieb:
Habt Ihr einfach Pech gehabt oder sind die Nationalparks in Sambia deutlich tierärmer als die Nationalparks in Namibia, Botswana, Kenia, Tanzania?
Hallo Topobär,

da wir ja das erste Mal in Sambia waren kann ich dir diese Frage nicht schlüssig beantworten, vielleicht war es einfach nur Pech, keine Ahnung?

Grüsse Kurt
Hallo,
der Kafue NP ist ein wenig tierarm, aber der North und South Luangwa sind äußerst tierreich. Das Areal ist aber riesig und die Tiere wandern auch außerhalb der NP's weit umher.
Der South Luangwa kann durchaus mit dem Kruger NP verglichen werden.
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200607. Dez. 2010 ·
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Hallo,

@ Eliane, die Mischung machts!
das Tonic für die Vorsorge den Gin als Spassmultiplikator, wieviele Anteile Spass jemand verträgt ist nicht so einfach zu beantworten 😄

Aber zur Sicherheit nehme ih dann noch die bunten Pillchen die ich problemlos vertrage, diese haben aber nix mit Aspirin am Morgen danach zu tun 🙂

@ DummyYummi

wusst ich's doch das sich die Tiere versteckten vor uns 😄

Grüsse Kurt
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200607. Dez. 2010 ·
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Ein "Crazy Zebra" in Zambia (Teil 24)

Am folgenden Morgen verließen wir schweren Herzens diesen wunderbaren Ort. Wir verabschiedeten uns von den netten Gastgebern der Kafunta-Lodge. Heidi organisierte noch frisches Gemüse wie Tomaten und Gurken, auch ein paar Mangos und Papaya. Schade, dass sie kein Müesli organisieren konnte, aber damit konnte ich umgehen. Wir fuhren in Richtung Teerstraße, mussten kurz davor die Reifen wieder mit Luft auffüllen. Als wir durch Mfuwe fuhren, winkten uns fast alle Menschen zu und die Autofahrer hupten vor Freude, uns zu sehen. Als wir dann wieder auf der richtigen Straßenseite fuhren, hörten diese Freundlichkeiten sofort auf. Typisch dachte ich, keine Ausdauer diese Jungs und Mädels.

Wir hatten zuvor nachgefragt, welches die bessere Straße sei. Zur Auswahl standen die „Old Petauke Road“ oder der Umweg über Chipata. Da es in dieser Region schon einzelne Regenfälle gab, beschlossen wir, über Chipata zu fahren. Die „Old Petauke Road“ soll Abschnitte mit der berüchtigten „black cotton soil“ haben, dieser schwarzen und bodenlosen Erde, in der man sein Auto schneller versenken kann, als man „Scheisse“ aussprechen würde. Wir fuhren so ein paar Kilometer auf der Teerstraße, bogen dann links ab in Richtung Chipata.

Hey, wo ist die Straße, dachte ich. Eben war sie noch da. Wieder einmal hatten wir eine „Hauptnebenrüttelschüttelpiste“ vor uns und das fand ich gar nicht lustig. Hatten wir doch eben die Reifen auf Teerstraße getrimmt und nicht auf das, was sich da vor uns aufbaute. In der Straßenkarte war diese Strecke doch als gelbe Straße eingetragen, nicht rot sondern gelb. Irgendwie dachte ich, dass eine gelbe Straße auch ein wenig Teer abbekommen haben sollte, nur für ein paar kleine Kilometerchen. Aber nein, vor uns lagen zig Kilometer einer Straßen, die man zuerst mit einem Hammer flach schlagen sollte, um ohne Bandscheibenschaden den Tag zu überstehen.

In uns reifte der Entschluss, dass es nach dem letzten „Programm“ am Lake Kariba nur noch ein Ziel geben kann - Boden gut machen, um auf dem schnellstmöglich Weg nach Namibia zu gelangen. Ein oder zwei Tage wollten wir auf diese Weise wett machen, um uns vor der Heimreise noch ein wenig zu erholen. Dieser Entschluss war unumstößlich!

Wir fuhren über das nicht flach geschlagene Wellblech Kilometer um Kilometer mit erneut reduziertem Luftdruck. Und plötzlich, wie in einem Traum, lag sie vor uns - eine richtige ausgewachsene Teerstraße. Jungfräulich glitzerte der Asphalt in der Sonne und wir rollten nun bergauf auf einer Straße, wie sie fast nicht besser hätte sein konnte. Wir fuhren bergauf, um auf der anderen Seite des Hügels bergab ins Tal rollen zu können. Scheisse, entwich es mir. Eben war die Teerstraße noch da! Von einer Sekunde zur anderen war sie weg. Und wieder breitete sich dieses verdammte, nicht flach geschlagene Wellblech vor uns aus - diese nerven- und bandscheibenzerstörende Piste, die bis zum Horizont reichte und darüber hinaus.

Wir gaben jeden Versuch auf, schneller als mit 25 km/h zu fahren. So fuhren wir dahin, lustlos und gefrustet. Und da, erneut wie aus dem Nichts, erscheint sie wieder, die Teerstraße. Ich wollte aussteigen, um mich zu vergewissern, dass ich nicht an Halluzinationen leide, den Boden küssen, wie es der Papst gelegentlich tut. Wieder flogen wir nur so dahin mit 70 Sachen, bis sich abermals die Teerstraße nach nur wenigen Kilometern in Luft auflöste.

Meine „ichhabgradnixbessereszutunhochrechnung“ ergab, dass wir so nicht ans Ziel kämen vor meinem Ableben. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich jede Schotterstraße erschlagen, die so auf dem Weg herumlungerte, um uns zu quälen. Ja, ich war zu jeder Schandtat bereit, wenn nur endlich diese „Sch…ss“ Rüttelpisten flach gekloppt würden. Viele Bandscheibenverrenkungen später war ich erstmals in meinem Leben froh, dass es Chinesen gab. Ich hätte am liebsten jedem Chinesen einzeln die Hand geschüttelt. Da bauten diese Chinesen tatsächlich eine Straße mitten im Nix - eine Straße, die so breit war wie ein Fußballfeld lang ist. So erschien sie mir wenigstens.

Die Straße war zwar noch nicht fertig, aber die Baustellen-Umfahrung war um so viel besser, als die alte Piste. Wir kamen mit 40 km/h vorwärts. Ab und an war die Straße sogar fertig. Wie einer Insel im Meer gleichend, konnten wir ein paar Kilometer auf dieser neuen Straße abspulen.

Die Bevölkerung feierte dieses Ereignis einer neuen Teerstraße ausgiebig. Heute musste der „Tag zu Ehren der neuen Teerstraße“ sein. Sogar die neue Asphaltstraße hat zur Feier des Tages ihr „kleines Schwarzes“ angezogen, um mit dem üppigen Grün der Landschaft mithalten zu können. Und als wir plötzlich vor einer Absperrung standen am Ende dieser Neuen - sagen wir mal noch handwarmen neuen Teerstraße - und wir nicht mehr weiter fahren konnten, fuhren wir gezwungener maßen wieder ein Stück zurück. Ich dachte gesehen zu haben, dass einige Arbeiter nicht mit der flachen Hand gewunken hätten, sondern vielleicht eher landestypisch, die Hand zu einer Art Faust geballt hatten. Nun andere Länder andere Sitten, was soll’s.

Unser Tagesziel, das Bridgecamp – so viel stand fest - würden wir nie bei Tageslicht erreichen. Wir beschlossen nach einem Tankstopp in Chipata nur noch bis Petauke zu fahren. Wir fanden ein Motel direkt an der Durchgangsstraße mit einem Platz zum Campen, wo wir uns für diese Nacht aufstellten. Gefrustet im Wissen, dass die morgige Etappe auch länger werden würde als geplant, stellten wir den Reisewecker auf 04:00 Uhr. Ich zählte diese Nacht keine Sterne, sondern klopfte wie ein Wahnsinniger in meinem Traum alle Wellblechpisten Sambias flach.

Fortesetzung folgt…
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zuletzt bearbeitet 28. Aug. 2011
1’715 Beiträge · seit 200608. Dez. 2010 ·
Swakop52 schrieb:
Einfach köstlich. Kurt, ich wußte garnicht, daß Schweizer so viel Humor haben können! 😉
Gruß vom BadBoy
Kurt wohnt ja auch nahe an der deutschen Grenze.
Das ist wohl auch der Grund wieso er Müesli nicht zu schätzen weiss. Schliesslich wurde dieses noch vor den Ricola-Bonbon's erfunden und vom wem???

Gruss
Emanuel
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zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2010