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Ein "Crazy Zebra" in Sambia (Teil 25)
Im Bestreben, Kilometer gut zu machen, die wir am Vortag nicht abspulen konnten, schliefen wir nur bis 04:30 Uhr aus. Die Nacht lag noch über Sambia. Der neue Tag meldete sich nur zögerlich mit dem Einsetzten der morgendlichen Dämmerung. Heißer Kaffee, etwas Brot und Konfitüre mussten für den Start in den Tag ausreichen. Die Kühltasche mit Getränken aufgefüllt sowie einigen Müesli-Riegeln, die meinerseits keine große Beachtung fanden - und frischen Früchten als Tagesproviant, drehte ich den Zündschlüssel im Zündschloss nach rechts. Los ging es. Vor uns lagen einige Kilometer Fahrt, fast immer mit der Ungewissheit, was da alles auf uns zukommen würde. Vorsichtshalber stellte ich mein Gehirn auf Sch…ss-Straßen ein, was angesichts der begrenzten Speicherkapazität meiner Festplatte die gesamte linke Gehirnhälfte belegte. Mein persönliches Betriebssystem „Win-Hirn 1920 V.1“ sollte mal ein Update erfahren, dachte ich gerade - schon durchfuhren wir ein Schlagloch der Kategorie „S“.
„Scheieieissssse“ entfuhr es mir, und der Luftfedersitz katapultierte mich mal wieder gegen die Decke des Zebras. Alle zuvor gespeicherten Daten wurden nun neu von „Win-Hirn 1920 V.1“ in loser Folge auf meiner Festplatte abgelegt. So habe ich kaum Erinnerungen an die Übernachtung auf der Pioneers Campsite nahe Lusaka, der Metropole Sambias. Einzig an den Kontrollposten der Polizei kann ich mich erinnern. Er war genau nach dem Abzweig zu dieser Campsite eingerichtet. Wir verließen diese Campsite im Grünen am folgenden Morgen zu sehr früher Stunde in der Hoffnung, dieser Posten wäre noch nicht besetzt. Gesagt getan, oh Wunder, der Kontrollposten war tatsächlich noch nicht besetzt! Um 07:00 bestand dann auch keine Gefahr irgendwelchen ungerechtfertigten „Wegzoll“ an irgendeinen Staatsdiener abdrücken zu müssen.
Morgens um halb 7 ist die Welt noch in Ordnung, oder war es um halb 10 - so oder so ähnlich der Werbespruch eines Frühstückchen-Herstellers, der auf meiner fragmentierten Festplatte noch gespeichert war. Dieser Spruch traf aber gar nicht zu – am heutigen Morgen. Wir fuhren durch Lusaka und es war schon ordentlich Chaos auf den Straßen. Eigentlich kamen wir ganz flott durch den morgendlichen Verkehr. Die 2 Meter bis zur nächsten Stoßstange des Vordermannes wurden immer zügig zurückgelegt. Nur die Pausen dazwischen dauerten etwas länger. 10 Kilometer später, es war so um 09:00, hatten wir bereits die Hälfte der Stadtdurchfahrt hinter uns.
Kurz nach Lusaka lichtete sich der Verkehr zusehends. Auch die Fahrbahn ließ ein Tempo um die 80 km/h zu. An einer T-Kreuzung, so einer mit 50 % Wahrscheinlichkeit sich zu verfahren, erwischten wir die „Road to Chirundu“ schon beim ersten Versuch.
Ein Schild kündigte den nächsten Roadblock an, eine dieser unzähligen Polizeikontrollen auf Sambias Straßen. Manchmal ergab es sich auch, dass auf ein und derselben Strecke, ohne irgendeine Kreuzung passieren zu müssen, sich zwei solcher Roadblocks befanden. Dem ungeübten Sambia-Reisenden mag dies unsinnig erscheinen. Jedoch mit etwas Sambia-Erfahrung macht dies durchaus Sinn. Das dreimonatige Import-Permit kann durchaus zwischen zwei dieser Posten verfallen, wenn die dazugehörige Straße zur Kategorie „rüttelschüttelschlaglochgrubenstrasse“ gehört und man einfach nicht vorwärts kommt.
Anbei möchte ich noch einen Tipp loswerden: Bitte teilt den Angehörigen zu Hause mit, dass man nach 3 Monaten ohne Lebenszeichen noch keine Vermisstenanzeige absetzten sollte. Es kann sein, dass man nur zwischen Schlagloch Nr. 2 578 631 und 2 578 632 etwas Zeit verloren hat.
Am rechten Straßenrand vor dem nächsten Roadblock stand dann auch so ein nützliches Verkehrsschild „Roadblock Ahed“, mit der Bitte, doch nicht schneller als 20 km/h zu fahren. Diesem Wunsch wäre ich gerne nachgekommen, doch 15 km/h war absolute Höchstgeschwindigkeit, diese Schlaglöcher zu umfahren. Nach und nach verbesserten sich die Straßenverhältnisse. Wir kamen nun recht flott vorwärts. Wir freuten uns riesig auf Sandy-Beach, wo wir 3 Nächte gebucht hatten. Ausschlafen, baden im Lake Kariba, keinen einzigen Meter Auto fahren - für ganze 3 Tage - das sollte die Belohnung am Ende der heutigen Tagesetappe werden. Unglaublich, es ist erst 13:30 und wir sind schon am Ziel! Nur noch durch das zur Hälfte geöffnete schwere Eisentor hindurch fahren, die Rezeption finden, und dann relaxen, relaxen, relaxen!
Ich freute mich wie ein Gartenzwerg im Tulpenbeet, als uns „Hermann the German“ in seinem Paradies mit Palmen und Sandstrand mit den Worten empfing: „Willkommen am Lake Kariba“.
Fortesetzung folgt…
Ein "Crazy Zebra" in Sambia (Teil 25)
Im Bestreben, Kilometer gut zu machen, die wir am Vortag nicht abspulen konnten, schliefen wir nur bis 04:30 Uhr aus. Die Nacht lag noch über Sambia. Der neue Tag meldete sich nur zögerlich mit dem Einsetzten der morgendlichen Dämmerung. Heißer Kaffee, etwas Brot und Konfitüre mussten für den Start in den Tag ausreichen. Die Kühltasche mit Getränken aufgefüllt sowie einigen Müesli-Riegeln, die meinerseits keine große Beachtung fanden - und frischen Früchten als Tagesproviant, drehte ich den Zündschlüssel im Zündschloss nach rechts. Los ging es. Vor uns lagen einige Kilometer Fahrt, fast immer mit der Ungewissheit, was da alles auf uns zukommen würde. Vorsichtshalber stellte ich mein Gehirn auf Sch…ss-Straßen ein, was angesichts der begrenzten Speicherkapazität meiner Festplatte die gesamte linke Gehirnhälfte belegte. Mein persönliches Betriebssystem „Win-Hirn 1920 V.1“ sollte mal ein Update erfahren, dachte ich gerade - schon durchfuhren wir ein Schlagloch der Kategorie „S“.
„Scheieieissssse“ entfuhr es mir, und der Luftfedersitz katapultierte mich mal wieder gegen die Decke des Zebras. Alle zuvor gespeicherten Daten wurden nun neu von „Win-Hirn 1920 V.1“ in loser Folge auf meiner Festplatte abgelegt. So habe ich kaum Erinnerungen an die Übernachtung auf der Pioneers Campsite nahe Lusaka, der Metropole Sambias. Einzig an den Kontrollposten der Polizei kann ich mich erinnern. Er war genau nach dem Abzweig zu dieser Campsite eingerichtet. Wir verließen diese Campsite im Grünen am folgenden Morgen zu sehr früher Stunde in der Hoffnung, dieser Posten wäre noch nicht besetzt. Gesagt getan, oh Wunder, der Kontrollposten war tatsächlich noch nicht besetzt! Um 07:00 bestand dann auch keine Gefahr irgendwelchen ungerechtfertigten „Wegzoll“ an irgendeinen Staatsdiener abdrücken zu müssen.
Morgens um halb 7 ist die Welt noch in Ordnung, oder war es um halb 10 - so oder so ähnlich der Werbespruch eines Frühstückchen-Herstellers, der auf meiner fragmentierten Festplatte noch gespeichert war. Dieser Spruch traf aber gar nicht zu – am heutigen Morgen. Wir fuhren durch Lusaka und es war schon ordentlich Chaos auf den Straßen. Eigentlich kamen wir ganz flott durch den morgendlichen Verkehr. Die 2 Meter bis zur nächsten Stoßstange des Vordermannes wurden immer zügig zurückgelegt. Nur die Pausen dazwischen dauerten etwas länger. 10 Kilometer später, es war so um 09:00, hatten wir bereits die Hälfte der Stadtdurchfahrt hinter uns.
Kurz nach Lusaka lichtete sich der Verkehr zusehends. Auch die Fahrbahn ließ ein Tempo um die 80 km/h zu. An einer T-Kreuzung, so einer mit 50 % Wahrscheinlichkeit sich zu verfahren, erwischten wir die „Road to Chirundu“ schon beim ersten Versuch.
Ein Schild kündigte den nächsten Roadblock an, eine dieser unzähligen Polizeikontrollen auf Sambias Straßen. Manchmal ergab es sich auch, dass auf ein und derselben Strecke, ohne irgendeine Kreuzung passieren zu müssen, sich zwei solcher Roadblocks befanden. Dem ungeübten Sambia-Reisenden mag dies unsinnig erscheinen. Jedoch mit etwas Sambia-Erfahrung macht dies durchaus Sinn. Das dreimonatige Import-Permit kann durchaus zwischen zwei dieser Posten verfallen, wenn die dazugehörige Straße zur Kategorie „rüttelschüttelschlaglochgrubenstrasse“ gehört und man einfach nicht vorwärts kommt.
Anbei möchte ich noch einen Tipp loswerden: Bitte teilt den Angehörigen zu Hause mit, dass man nach 3 Monaten ohne Lebenszeichen noch keine Vermisstenanzeige absetzten sollte. Es kann sein, dass man nur zwischen Schlagloch Nr. 2 578 631 und 2 578 632 etwas Zeit verloren hat.
Am rechten Straßenrand vor dem nächsten Roadblock stand dann auch so ein nützliches Verkehrsschild „Roadblock Ahed“, mit der Bitte, doch nicht schneller als 20 km/h zu fahren. Diesem Wunsch wäre ich gerne nachgekommen, doch 15 km/h war absolute Höchstgeschwindigkeit, diese Schlaglöcher zu umfahren. Nach und nach verbesserten sich die Straßenverhältnisse. Wir kamen nun recht flott vorwärts. Wir freuten uns riesig auf Sandy-Beach, wo wir 3 Nächte gebucht hatten. Ausschlafen, baden im Lake Kariba, keinen einzigen Meter Auto fahren - für ganze 3 Tage - das sollte die Belohnung am Ende der heutigen Tagesetappe werden. Unglaublich, es ist erst 13:30 und wir sind schon am Ziel! Nur noch durch das zur Hälfte geöffnete schwere Eisentor hindurch fahren, die Rezeption finden, und dann relaxen, relaxen, relaxen!
Ich freute mich wie ein Gartenzwerg im Tulpenbeet, als uns „Hermann the German“ in seinem Paradies mit Palmen und Sandstrand mit den Worten empfing: „Willkommen am Lake Kariba“.
Fortesetzung folgt…
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