SevenThemenstarter254 Beiträge · seit 201018. Sept. 2026 ·
03.07.
Déjà-vu-Erlebnisse
Obwohl
heute ein eher kurzer, letzter Abschnitt bevorsteht, möchte Nteze früh starten.
Der Grund: unten im Zentrum angekommen erhalten wir unser Zertifikat und
offenbar hat das Büro nur einen Drucker. Da viele Wanderer unterwegs sind,
würde es lange dauern, wenn wir später ankommen und eine Stunde auf das
Zertifikat warten müssen. Tönt ein bisschen abenteuerlich, aber wir willigen ein.
Er hätte auch einfach sagen können, dass wir so früher zum Duschen und Rasieren
kommen und an den Pool können, das alleine wäre Motivation genug gewesen.
Bevors losgeht, machen wir noch ein Gruppenfoto mit all unseren Helfern. Und da
passiert es: jetzt fangen auch die an zu singen. Dasselbe Lied, dass wir von
den anderen Gruppen immer wieder gehört haben. Wir geniessen die Atmosphäre und
machen uns dann wanderfertig.
Unsere Crew, die uns während 7 Tagen verwöhnt und zu uns geschaut haben
Obwohl
es die letzte Etappe ist und wir weit vom Hochgebirge entfernt sind, so ist es
doch aus meiner Sicht der schwierigste Teil: der Weg führt wie am ersten Tag
der Tour durch den Regenwald (wie bei der 1. Etappe, ein kleines Déjà-vu
Erlebnis ist nicht von der Hand zu weisen), der Boden ist nass und glitschig
und teils ein wenig steil. Zweimal rutsche ich weg, kann mich aber noch
irgendwie auf den Beinen halten. Mal laufen wir auf den Felsen, die durch das
ständige Begehung „abgeschliffen“ sind und durch ihre glatte und feuchte
Oberfläche keinen richtigen Halt bieten und zur Abwechslung dann auf schlammigen
Erdboden.
Eigentlich
ist die Umgebung wunderschön und sehr fotogen, aber wir müssen uns auf den Weg
konzentrieren und können so den Regenwald nicht so richtig geniessen. Trotzdem, einige schöne Aufnahmen gibt's dann doch noch, folgend ohne Kommentar (einfach zum geniessen... 😄).
Wir
stellen fest, dass wir nicht die Einzigen sind, die motiviert sind frühzeitig
zur finalen Basis zu gelangen. Bei anderen Wandergruppen ist das Tempo
ebenfalls hoch, wir werden ein paar Mal überholt. Auch die Träger haben ein
beachtliches Tempo drauf. Viele singen, plaudern und lachen miteinander. Nteze
meint, sie freuen sich auf ihr zu Hause und auf eine Dusche. Das kann man
durchaus nachvollziehen, ihrer Arbeit kann man nicht genug Respekt zollen. Auch
wir kommen ein wenig mehr ins Plaudern, wobei die Messlatte dafür bei uns ja nicht
besonders hoch ist. Wir unterhalten uns mehrheitlich mit unserem Hilfsguide
David, da Nteze… einfach Nteze ist. Ruhig, manchmal in sich gekehrt, aber
äusserlich scheint es mir strahlt er so eine gewisse Zufriedenheit aus. Zufrieden
vielleicht, weil er es wieder geschafft hat, Touristen auf den Gipfel zu
bringen. Was wir von ihm noch erfahren ist, dass er nun zwei Wochen Pause macht
und mit seinem Motorrad ein bisschen durchs Land fährt. Dann kommt die nächste
Gruppe, seine nächste Herausforderung, auch für seine Hüfte, die beim Abstieg
erheblich schwankt.
Bald
erreichen wir die breite Strasse, die fahrzeugtauglich ist. Und wie gerufen,
kommt uns ein Rescue-Car alsbald entgegen. In diesem Fahrzeug möchte ich aber
nicht unbedingt der Patient sein. Bei dieser Rumpelpiste sind weitere zugezogene
Verletzungen im Auto drin nicht ausgeschlossen. Uns kommt hierzu der Film „Hot
Shots“ in den Sinn, wo so ein Ambulanzwagen durch die Prärie hüpft und die
Insassen arg in Mitleidenschaft gezogen werden (https://www.youtube.com/watch?v=ECiut2qgJck,
ab 1:05 – 1:16 Min.).
Links David, in der Mitte unser Koch, rechts Nteze
Den
breiten Weg nach unten nützen wir, um wie am 1. Tag wieder die Führung zu
übernehmen. Diesmal hören wir aber kein Pole pole von hinten. Nach gut 4
Stunden kommen wir am Gate an, wo wir uns für ein Schlussfoto aufstellen.
Allerdings nicht so wie bei den anderen Camps, sondern, einer muss jeweils das
Bein des anderen halten. Ok, den letzten Schabernack gönnen wir Nteze noch.
Hoch das Bein
Danach
geht’s eine Station weiter. Für 5$ werden unsere Schuhe und auch meine
Trekkingstöcke geputzt und wir warten anschliessend im Empfangscenter auf das
weitere Vorgehen – ein weiteres Déjà-vu-Erlebnis. Aber diesmal geht’s schneller
als bei der Anmeldung. Der Drucker scheint auf Betriebstemperatur zu sein und
wir erhalten unser Zertifikat innert 10 Minuten. Mein Zertifikat ist korrekt
geschrieben, aber mein Reisekollege heisst aber ab jetzt „Dyss Matrkus“ statt
„Wyss Markus“. Er nimmts mit Humor…
Wir werden "ausgecheckt". Die Heizung im Gebäude scheint defekt zu sein, Madame sitzt mit dicker Jacke am Empfang...
Zufrieden
steigen wir ins Taxi ein und fahren beim Empfangscenter ab. Auf der Rückfahrt
halten wir noch bei einem grossen Souvenirshop, wo wir uns mit einem neuen
T-Shirt mit der Aufschrift „Kilimanjaro“ eindecken. Weiter geht die Fahrt durch
kleine Dörfer, die auffallend viele Sarggeschäfte haben. Naja, der Standort ist
ja nicht so schlecht gelegen und in der Nähe ist ja noch das Krankenhaus, wo
die verletzten Wanderer hingebracht werden, aber ein bisschen makaber find ich’s
schon. Zumal, wenn man sonst durch Tansania fährt und das Strassenleben, bzw.
die Geschäfte beobachtet, ich bisher nie solche Geschäfte gesehen habe.
Und
dann sind wir auch schon wieder zurück im Springlands Hotel. Die Koffer, welche
wir im Hotel hinterlegt haben, sind noch mit sämtlichem Inhalt da und wir
erhalten wieder unser gleiches Zimmer wie vor dem Aufstieg. Noch vor dem
grossen Umpacken haben wir eine Aufgabe zu erledigen, auf die wir lange
gewartet haben – Duschen! Noch nie habe ich eine Dusche und Rasur so genossen
wie jetzt. Herrlich! Sauber geputzt geht’s zum Lunch, wo uns wiederum das
bekannte Buffet erwartet. Anschliessend folgt das Debriefing von Nteze mit
David zusammen. Wir überreichen ihnen dabei ihr wohlverdientes Trinkgeld und
dann heisst es Abschied nehmen.
Den
Nachmittag verbringen wir am Pool. Zum ersten Mal seit 7 Tagen ist wieder mal
richtig entspannen angesagt. Bei Einbruch der Dunkelheit gönnen wir uns zum
Apero eine Flasche Rotwein, die haben wir uns verdient. Am Abend zum Nachtessen
gibt’s wieder Buffet. Wir werden an den gleichen Tisch gesetzt wie das dänische
Ehepaar, welches ja parallel die gleiche Etappe gewandert ist wie wir. Sie
haben den Gipfel auch erreicht und meinten, dass wir doch ein hohes Tempo beim
Wandern eingelegt hätten…
Zufrieden
geht’s ins bequeme Bett.
Die heutige Route:
9.31 km, 1390 Höhenmeter abwärts, höchster Punkt: 3060
m
Hier noch ein paar Bilder mit der gesamten Route (der Unterbruch im Mweka-Camp kommt daher, dass ich das GPS beim Hüttencamp ausgeschaltet habe, wir aber noch gut 10 Minuten zu unserem Campplatz laufen mussten. Bei der letzten Tour habe ich dann vom Zelt aus das GPS wieder eingeschaltet).
Melanie1982714 Beiträge · seit 202318. Sept. 2026 ·
Wow! Respekt, wie ihr die Tour durchgezogen habt. Dazu noch mit den „Nebengeplänkeln“ wie Schwindel, Magen, Kopfschmerzen… Stelle es mir auch ohne sehr anstrengend vor und ich bin überrascht, wie viele Leute das doch machen. Sicher ein einmaliges Erlebnis.
Danke für die ausführliche Schilderung, ich habe richtig mit euch gefühlt.
Lg, Melanie
SevenThemenstarter254 Beiträge · seit 201023. Sept. 2026 ·
Hi Melanie
Danke 🙂
Zum Glück waren die "Nebengeplänkel" einigermassen ertragbar. Jeder verträgt die Höhe anders, aber bei mir war's nie kritisch (jedenfalls gemäss Guide). Aber so wie ich erfahren habe, ist das keine Garantie, dass es nächstes Mal auch wieder klappen würde. Daher bleibt es vorläufig ein einmaliges Erlebnis 😄. Aber man weiss ja nie... 😄
SevenThemenstarter254 Beiträge · seit 201023. Sept. 2026 ·
04.07.26 – Transfer nach Arusha
Nach einer Woche auf einem harten Untergrund,
mit einer weichen 5cm Unterlage, Schlafsack und Temperaturen unter dem
Gefrierpunkt, fühlt sich die Nacht und der Schlaf in einem richtig guten bequemen
Bett wie im Himmel an. Entsprechend gut ausgeschlafen starten wir in den Tag,
welcher mit einem letzten Zusammenpacken beginnt. Heute ist so quasi der
Übergang in den 2. Teil der Reise, bei der unsere Safari startet.
Frühstück gibt’s wie immer in englischer
Version und wie jeden Morgen werden wir von einem Mitarbeiter darüber informiert,
was es alles am Buffet zu holen gibt. Gäste hat es augenscheinlich immer noch
wenig, es sind in dem grossen Speiseraum nur gut vier Tische besetzt. Und ab
heute vielleicht einen Tisch weniger, weil wir uns verabschieden.
Die Verabschiedung folgt bald. Zuerst geht es
aber noch ans Bezahlen, aber dank unseren Erfahrungen vom ersten Mal verläuft
der Geldtausch heute reibungslos. Um 10:00 Uhr steht schon unser Taxi bereit,
ein asiatischer Kleinbus, bei dem die Klimaanlage sehr gut funktioniert.
Jedenfalls frieren wir sofort als wir einsteigen. Der junge Fahrer steuert uns
gekonnt durch Moshi raus und wir unterhalten uns zu Beginn ein wenig mit ihm.
Anschliessend ist mehrheitlich Ruhe im Wagen und wir beobachten die Szenerie
links und rechts der Strasse. Der Verkehr kommt eher schleppend vorwärts,
eigentlich ist man es ja gewohnt, dass da irgendein Lastwagen im Schneckentempo
den kleinen Anstieg hoch keucht und zum Überholen die Sichtweite fehlt. Das
hält aber den öffentlichen Verkehr, vornehmlich die Kleinbusse (Dala-Dalas),
nicht davon ab, abenteuerlich auf der Gegenfahrbahn im vollen Garacho die
Autoschlange zu überholen und gekonnt (oder glückhaft) eine sich öffnende Lücke
zu fahren, wenn’s mal knapp werden sollte. Kurz vor Arusha biegen wir von der
Hauptstrasse ab und fahren durch eher dünn besiedeltes Gebiet. Dann wechselt
die Strasse von Asphalt zu Schotter und ich denke, für eine Grossstadt wie
Arusha eher ungewöhnlich. Hat sich unser Fahrer verfahren?
Gut 10 Minuten später weiss ich die Antwort:
hat er nicht, wir treffen um die Mittagszeit bei der Moivaro
Coffee Lodge ein. Nach dem Gepäckauslad werden wir mit einem
Erfrischungstuch und Drink begrüsst, ehe wir in der weitläufigen Anlage zu
unserem Zimmer geführt werden.
Verzierte Bettenanlage
Badbereich, auch verziert
Anschliessend wird’s Zeit für einen kleinen Lunch,
wo wir das Tagesmenu wählen (Kürbissuppe, Fisch mit Kokossauce und Kartoffeln
und als süssen Abschluss ein Tiramisu). Und es schmeckt ausgezeichnet.
Fisch unter Kokossauce und freistehende Kartoffeln
Auch das italienische Dessert schmeckt ausgezeichnet
Es ist heute bewölkt und kühl. Ein Sprung in
den Pool stellt momentan keine Motivation dar. So fragen wir an der Rezeption
an, was man hier so machen kann. Die nette Dame erklärt uns, man kann gegen
Bezahlung eine geführte Tour durch die Kaffeeplantage unternehmen oder auf
eigene Faust eine Rundtour unternehmen. Wir entscheiden uns für zweiteres und
marschieren auf dem ausgeschilderten Weg los. Der Weg führt grundsätzlich
entlang der «Aussengrenze» der Lodge, mitten im Grün unter Bäumen und umsäumt
von Sträuchern. Es ist echt schön hier zwischen Bananenbäumen und
Kaffeesträuchern zu laufen. Tierisch sehen wir die ersten Meerkatzen und Ibise. Kurz bevor die Rundstrecke endet, sehen wir noch einen Posten, wo offenbar die Kaffeeproduktion erklärt wird.
Nach dem Rundgang zieht es uns doch noch an den
Pool, jedoch ohne reinzuhüpfen, sondern nur um uns ein wenig auf den
Liegestühlen auszuruhen. Aber eigentlich ist es auch dafür zu kalt und wir
gehen in unsere Zimmer zurück.
Am Abend gibt’s ein kleines Apero, gefolgt von
einem Snack. Wir warten anschliessend in unseren Zimmern auf die Nachzüglern,
die heute noch eintreffen soll(t)en. Und um 22:00 Uhr dürfen wir Sibylle, Janis
und Aline bei uns begrüssen. Wir unterhalten uns ein wenig von unseren
Erlebnissen (wir am Berg, die Nachzügler am Zoll bei der Einreise, wo sie gut
eine Stunde lang ignoriert wurden), geht’s dann auch ins Bett, in freudiger Erwartung,
morgen endlich die ersten grossen Tiere zu sehen.
SevenThemenstarter254 Beiträge · seit 201028. Sept. 2026 ·
05.07.2026
– Duftmarken liegen in der Luft
Es
ist mitten in der Nacht und es poltert und scheppert an unserem Gebäude.
Genauer gesagt kommt das Geräusch vom Dach. Und plötzlich ist alles wieder
ruhig. Ich vermute mal, da haben sich die Meerkatzen ausgetobt, welche wir
tagsüber auf dem Areal gesehen haben. Aber das die nachtaktiv sind, war mir nicht
bewusst – oder es waren halt andere Tiere, welche mich geweckt haben.
Trotz
der Nachtruhestörung bin ich ausgeruht und freue mich auf den Tag, endlich wieder
mal Tiere zu sehen (und nicht nur zu hören). Das Frühstück wird im Hauptgebäude
eingenommen. Es gibt ein ausserordentlich grosses und sehr gutes Buffet. Da
haben die Köche Grossartiges geleistet. Jetzt gehen sie mit Steinschleudern ihrer
Nebentätigkeit vor: das Verscheuchen der Meerkatzen, die sich immer wieder nahe
ans Gebäude wagen und hoffen, einen Happen zu stibitzen.
Wir
packen unterdessen unsere Sachen, welche von den Lodge-Mitarbeitern abgeholt
werden und warten bei der Rezeption auf unseren Fahrer. Der taucht dann bald
schon auf und stellt sich als Edwin vor. Das Verladen unserer Taschen in den
Kofferraum des Jeep erfordert ein wenig Tetris-Erfahrung. Ein zusätzlicher
Koffer hätte den Platzbedarf gesprengt. Bevor’s losgeht, gibt’s ein kurzes
Briefing von Edwin über seine Person und die kommenden Tage, die wir gemeinsam
verbringen. Er spricht auch noch ein wenig Deutsch. Zu 90% sprechen wir aber
englisch miteinander. Und schon fahren wir los, aus Arusha in Richtung Westen
zum Tarangire-Nationalpark. Da der Verkehr eher schleppend vorankommt, nutzt
Edwin die Gelegenheit, uns Tansania näherzubringen und zählt 12 (oder waren es
15?) Gründe auf, warum Tansania das beste Land für eine Safari ist. Da es im
Jeep recht laut ist, schreit er manchmal nach hinten, damit es auch die
hintersten in der Reihe verstehen. Manchmal überschlägt sich dabei auch seine
Stimme. Ich hoffe mal, dass die mehrheitlich monologe Unterhaltung nicht die
ganze Fahrt dauert. Wird sie nicht, je länger die Fahrt, umso ruhiger wird es.
Unterwegs
halten wir ein erstes Mal bei einem grossen „Reise-/Touristen-/Souvenircenter“.
Edwin sagt, dass wir hier von Katrin (oder Karin?) empfangen werden. Sie geht
mit uns nochmals das Reiseprogramm durch, welches wir bereits schriftlich
erhalten haben. Es gibt nichts Neues oder Ausgewöhnliches zu berichten und wir
nehmen die 7 Minuten an Informationen eher mit einem müden Nicken zur Kenntnis.
Wichtiger erscheint uns der Gang zur Toilette, die wir alle in Anspruch nehmen.
Danach werden wir ermuntert, vor der Weiterfahrt den grossen Souvenirladen zu
besuchen. So müssen wir irgendwie 20 Minuten Zeit totschlagen. Aber nach 5
Minuten sind alle draussen und hoffen bald, dass es weitergeht. Naja, aus
meiner Sicht war dieses Intermezzo überflüssig. Vielleicht hat Edwin uns
gesehen, dass wir bereits beim Auto warten und er kommt auch bald mal um die
Ecke. Es geht weiter vorwärts, nun ohne Zwischenhalt zu unserer Unterkunft (Lake
Burunge Tented Lodge), die wir um die Mittagszeit erreichen. Drinnen in der
Lodge werden wir mit Begrüssungsdrink, Erfrischungstuch und Cookies empfangen und
draussen vor der grossen Terrasse begrüssen uns ein Elefant, mehrere Zebras und
eine Giraffe. Da wird für die Familie Wyss die Begrüssungsutensilien der Lodge
zur Nebensache, da sie nun zum ersten Mal Tiere in freier Wildbahn sehen.
Nach
gut 10 Minuten haben wir uns mal sattgesehen und es geht zum Lunch. Nebst uns
ist noch ein weiterer Tisch besetzt, ansonsten ist die Lodge zur Mittagszeit
ziemlich leer.
Blick in den offene Restaurant-/Rezeptionsbereich
Terrasse mit Pool. Wäre sehr einladend, wenn nur die Gier auf den Gamedrive nicht wäre...
Unser Lunch - von allem hat es ein bisschen...
Um
ca. 13:30 Uhr fahren wir los zu unserem ersten Gamedrive. Auf der Sandpiste
erspäht Edwin kurz nach der Abfahrt Pfotenabdrücke eines Leoparden. Er meint,
hier ist mit den Büschen und Felsen ein gutes Leopardengebiet und so folgen wir
im Schrittempo den Spuren. Offenbar herrscht Paarungszeit, denn Edwin meint, er
rieche den Urin (oder was auch immer Leoparden ausdünsten während sie scharf
sind) in der Luft. Ich schmecke keine Duftmarken heraus, sondern einfach die
frische Naturluft, wie ich sie immer in Afrika rieche… So fahren wir gut eine
halbe Stunde in einem kleinen Areal herum, suchen in den Büschen und auf den
Felsen nach Hinweisen. Erblicken lässt sich die Grosskatze nicht – wäre ein
Top-Einstand gewesen für den Gamedrive.
Wir
fahren nun Richtung Süden und fahren um den Lake Burungi herum. Offenbar gibt
es auch ein Süd-Gate; beim ersten Besuch des Parks fuhren wir von Norden her
hinein. Aber bevor wir das Gate erreichen, hält Edwin in der Pampa. In der
näheren Entfernung sehen wir Hütten. Hier, erklärt Edwin, gab’s vor einiger
Zeit ein Zwischenfall mit Elefanten, wo eine Person getötet wurde. Wie ein
Lehrer doziert er gut 20 Minuten, wie es zum Zwischenfall gekommen ist. Mmmhhh…,
ist ja alles interessant, aber die Zeit ist schon weit fortgeschritten und ich befürchte
langsam, dass wir vom Tarangire nicht viel sehen werden… Nach gut geschätzten
weiteren 20 Minuten erreichen wir endlich das Gate und zum Glück geht’s mit dem
Permit relativ schnell. Ich bin gespannt, ob wir wieder grosse Elefantenherden
sehen wie bei meinem ersten Besuch. Spoiler: nein! Dafür eine kleine Herde
Impalas, gefolgt von Strausse, Zebras und Giraffen. Elefanten sehen wir auch,
aber meist nur in kleinen Gruppen oder als Einzelgänger.
Voilà, die Impala"herde". Mehr gibts nicht....
Die Strausse sind ein wenig entfernt der Strasse zu beobachten
Zebras, auch sie nicht gerade am Wegesrand
Und dann noch Giraffen, wenigstens genug gross um auch in Entfernung formatfüllend zu fotografieren
Ach ja, Elefanten gibt's ja auch noch...
Ich habe den Eindruck,
dass die Tierdichte hier im Süden eher kleiner ist als dazumals im Norden.
Oftmals fahren wir ein langes Wegstück ohne Sichtungen oder dann sind sie in
weiter Ferne zu erkennen. Wir fahren weiter nordwärts und werden auf eine stehende
Autokolonne aufmerksam. Wie es sich gehört, reihen wir uns ein und warten auf
weitere Infos. Edwin zeigt auf ein Tier, welches sich auf einem Baumast bequem
gemacht hat. Und tatsächlich: da liegt gemütlich ein Leo und döst seelenruhig, ohne
sich vom Rummel beeindrucken zu lassen. Trotzdem top, ein erstes Highlight. Das
wird ausgekostet und wir bleiben gut 15 Minuten an Ort, obwohl sich die Action
in Grenzen hält.
Wer sieht die Katze?
Vielleicht jetzt?
Aber jetzt... näher komme ich mit dem Tele nicht....
Nachdem nun einige Bilder im Kasten sind,
fahren wir nochmals weiter nach Norden und halten vor einem grossen Baobab. Der
kommt mir ziemlich bekannt vor; hier war ich auch schon letztes Jahr. Somit
habe ich nun den Park vom Norden bis Süden offiziell abgeklappert… Der Baum
markiert unseren nördlichsten Punkt, denn nun geht es wieder zurück. Wir fahren
den gleichen Weg zurück wie wir gekommen sind. Mein Eindruck täuschte also
nicht, dass wir den Park nicht voll auskosten und auf den Nebenwegen nach
weiteren Tieren suchen konnten.
In der Dämmerung kommt uns noch ein einsamer Elefant entgegen
Bei
Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unsere Lodge und machen uns nach einer
kleinen Erfrischung in unseren Zimmer auf zum Diner. Diesmal sind alle Tische
belegt, die Lodge scheint ausgebucht zu sein. Es gibt Vorspeise, Hauptgang und
Dessert, alles vom Buffet. Und es schmeckt ausgezeichnet. Nach dem Nachtessen werden
wir von Mitarbeitern der Lodge zu unseren Zimmern geführt, wo bald schon das
Bett auf mich wartet.
Hier noch ein paar weitere Fotos der Lodge.
Die Zimmer sind als einzelne überdachte Tents erstellt
Zimmerterrasse
Grosszügige Betten, im hinteren Bereich die Nasszelle
SevenThemenstarter254 Beiträge · seit 201030. Sept. 2026 ·
06.07.26
– auf Souvenirjagd
Waren
es gestern Nacht die Meerkatzen auf dem Dach, die mich geweckt haben, ist es
diese Nacht ein grasendes Zebra vor unserem Zelt. Es scheint ganz entspannt zu
sein, denn oft hört man ein leises Wiehern.
Morgenstimmung - aufgenommen auf der Zimmerveranda
Der
Tagesablauf heute ist ganz entspannt geplant. Nach einem opulenten Frühstück
mit allem Drum und Dran verabschieden wir uns von der Lake Burunge Tented Lodge
und nehmen Kurs Richtung Ngorongoro / Serengeti. Eigentlich schade, dass wir heute
nicht nochmals in den Tarangire fahren, zumal wir ja eigentlich genügend Zeit dafür
hätten. Die gefühlt 3 Stunden gestern waren somit ein ziemlich kurzes
Intermezzo… unterwegs erwische ich noch den einen oder anderen Baobab.
Das
wir heute keine Eile haben, merken wir auch am entspannten Fahrtstil von Edwin.
Er nimmt es heute auf der Strasse sehr locker. Damit er jetzt aber nicht im
Schneckentempo herumfahren muss, hat er für uns extra noch zwei Programmpunkte
eingebaut.
Beim
ersten „Bonusprogramm“ halten wir bei einem Schmuckladen. Zuerst dürfen wir
einen gut 9-minütigen Film schauen, wie der „weltberühmte“ Tanzanite-Edelstein
gewonnen und hergestellt wird (tatsächlich höre und sehe ich zum ersten Mal von
diesem Stein). Der deutsche Untertitel ist noch optimierungsfähig,
oder aber es ist tatsächlich so, dass die Minenarbeiter in einem Müllbeutel in
die Mine herunterfahren (und ich Trottel dachte immer, es wäre ein Lift, der
die Arbeiter nach unten bringt). Gleich neben dem
Vorführraum ist ein kleiner Gang als Mine dekoriert, den man erforschen kann.
Die Forschung endet aber nach gut 20 Metern wieder im Eingangsbereich des
Gebäudes und viel zu entdecken gab es während dem kurzen Abschnitt auch nicht.
Vorführraun
und Minenkorridor sind in der Mitte des Gebäudes angeordnet. Zur Seite hin
separat sind Verkaufsläden platziert. Der einer Laden präsentiert die Klunker in
seiner besten Pracht. Schön sind die Dinger schon anzuschauen, sie dürfen aber
auch entsprechend was kosten. Die Preisschilder wurden vermutlich deshalb nicht
angebracht.
Der
Laden nebenan bietet typische Souvenirs an, wie man sie überall im Land erhält.
Einmal umrundet und für ok befunden, steigen wir ins Auto ein und fahren
weiter. Nach ca. 10 Minuten halten wir wiederum an. Diesmal vor einem dieser
unzähligen Läden, welche Malereien verkaufen. Edwin meint, hier kann man zuschauen,
wie die Bilder hergestellt werden. Wir werden von einem Mitarbeiter zur Hand
genommen und er führt uns ins Atelier sowie in die Hinterzimmer, wo sich weitere
Arbeiter aufhalten und entweder malen, schnitzen oder sonstwie beschäftigt
aussehen. Dabei werden wir von einem weiteren Mitarbeiter begleitet, der uns
scharf beobachtet und bei geringstem „Interesse“, resp. längerem Verweilen vor
einem Kunstwerk, sofort in die Kaufverhandlung einsteigen möchte. Zum Glück
lässt man mich einigermassen in Ruhe, die Konzentration liegt eher bei Markus,
der sich dann zu einem Bild plus zwei geschnitzte Holzfiguren überreden lässt. Allzu
spannend ist es nicht, aber irgendwie müssen wir den 20-minütigen Aufenthalt
hinter uns bringen. Also latsche ich noch die restliche Zeit ausserhalb des
Gebäudes hin und her, mit gutem Abstand zu den Verkäufern und schaue mich ein
wenig in der Gegend rum – mein Desinteresse rettet mich vor einem Kauf…
Endlich
haben wir auch diese Pflichtlektüre hinter uns und können uns unserem
eigentlichen Ziel widmen – die nächste Unterkunft anzusteuern. Die Zufahrt ist sehr abenteuerlich. Das Crater Forest Tented Camp befindet sich nämlich abseits der
Strasse, welche nur über eine holprige Rumpelpiste erreichbar ist. Die Fahrt
auf der afrikanischen Massagestrasse dauert rund 10-15 Minuten und führt mitten
durch Wald. Ich spiele schon mit dem Gedanken, dass wir uns irgendwo in der
Pampa verfahren haben, da öffnet sich eine grosse Lichtung und wir sind
tatsächlich an unserem Ziel angekommen. Wie gewöhnlich werden wir von den
Mtarbeitern mit einem Erfrischungstuch und Drink begrüsst und sogleich folgt
durch den Mitarbeiter Chedi eine kurze Einführung. Nach dem Zimmerbezug gibt’s
Lunch, welcher ausgezeichnet schmeckt. Den Nachmittag verbringen wir auf der
Zimmerveranda und geniessen die Aussicht. Die Lodge befindet sich auf einer Anhöhe
und gleich nach den Zimmer geht’s topografisch runter, nur um auf der anderen
Seite wieder hochzugehen. So sieht die Unterkunft von aussen aus:
Und so von innen:
Da die Lodge sehr abgelegen ist, ist es entsprechend
ruhig hier, abgesehen von Vogelgezwitscher. So stelle ich mir das Paradies vor.
Auf der gegenüberliegenden Seite futtern sich 7 Elefanten durchs dichte
Gebüsch.
Die Aussicht von der Veranda aus
Am
Abend folgt das Diner – so ein zartes und „nichtböckelndes“ Lamm hatte ich noch
nie gegessen. Und dann das Dessert – ein grosses Biskuit mit einer
Mandelfüllung und Schokoladensauce! Herrlich. Die mit Abstand bis jetzt beste Küche,
die wir geniessen durften. Gut genährt und vor dem Schlafengehen versuche ich es noch mit ein paar Sternenbilder.
Bald aber geht’s auch für mich ins bequeme und warme Bett. Lala
salama!
Auf die Gefahr hin mühsam zu werden...wenn ich das Crater Forest Tented Camp im Google Maps suche finde ich nur eines knapp neben der Hauptstrasse, das wirds nicht sein...oder doch? Oder hast Du Koordinaten? Auf der HP finde ich auch keinen Standort.