Summit to the sea – Tansania 2026

Reisebericht 33 Antworten · 1’528 Aufrufe · gestartet 17. Aug. 2026 von Seven
Themenstarter254 Beiträge · seit 201018. Sept. 2026 ·
Hi Sue und Picco

Danke 🙂. Freut mich, dass ich den Gipfeltag so authentisch beschrieben konnte. Es war ja wirklich eine Achterbahn der Gefühle.

Sue: ja danke, wir konnten uns danach eigentlich ganz gut erholen und hatten dafür auch genügend Zeit.

Picco: mit der "Sea" musst du noch ein bisschen warten. Es folgen zuerst noch ein paar Tierli... 😄

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03.07. Déjà-vu-Erlebnisse

Obwohl heute ein eher kurzer, letzter Abschnitt bevorsteht, möchte Nteze früh starten. Der Grund: unten im Zentrum angekommen erhalten wir unser Zertifikat und offenbar hat das Büro nur einen Drucker. Da viele Wanderer unterwegs sind, würde es lange dauern, wenn wir später ankommen und eine Stunde auf das Zertifikat warten müssen. Tönt ein bisschen abenteuerlich, aber wir willigen ein. Er hätte auch einfach sagen können, dass wir so früher zum Duschen und Rasieren kommen und an den Pool können, das alleine wäre Motivation genug gewesen. Bevors losgeht, machen wir noch ein Gruppenfoto mit all unseren Helfern. Und da passiert es: jetzt fangen auch die an zu singen. Dasselbe Lied, dass wir von den anderen Gruppen immer wieder gehört haben. Wir geniessen die Atmosphäre und machen uns dann wanderfertig.

Unsere Crew, die uns während 7 Tagen verwöhnt und zu uns geschaut haben

Obwohl es die letzte Etappe ist und wir weit vom Hochgebirge entfernt sind, so ist es doch aus meiner Sicht der schwierigste Teil: der Weg führt wie am ersten Tag der Tour durch den Regenwald (wie bei der 1. Etappe, ein kleines Déjà-vu Erlebnis ist nicht von der Hand zu weisen), der Boden ist nass und glitschig und teils ein wenig steil. Zweimal rutsche ich weg, kann mich aber noch irgendwie auf den Beinen halten. Mal laufen wir auf den Felsen, die durch das ständige Begehung „abgeschliffen“ sind und durch ihre glatte und feuchte Oberfläche keinen richtigen Halt bieten und zur Abwechslung dann auf schlammigen Erdboden.

Eigentlich ist die Umgebung wunderschön und sehr fotogen, aber wir müssen uns auf den Weg konzentrieren und können so den Regenwald nicht so richtig geniessen. Trotzdem, einige schöne Aufnahmen gibt's dann doch noch, folgend ohne Kommentar (einfach zum geniessen... 😄).

Wir stellen fest, dass wir nicht die Einzigen sind, die motiviert sind frühzeitig zur finalen Basis zu gelangen. Bei anderen Wandergruppen ist das Tempo ebenfalls hoch, wir werden ein paar Mal überholt. Auch die Träger haben ein beachtliches Tempo drauf. Viele singen, plaudern und lachen miteinander. Nteze meint, sie freuen sich auf ihr zu Hause und auf eine Dusche. Das kann man durchaus nachvollziehen, ihrer Arbeit kann man nicht genug Respekt zollen. Auch wir kommen ein wenig mehr ins Plaudern, wobei die Messlatte dafür bei uns ja nicht besonders hoch ist. Wir unterhalten uns mehrheitlich mit unserem Hilfsguide David, da Nteze… einfach Nteze ist. Ruhig, manchmal in sich gekehrt, aber äusserlich scheint es mir strahlt er so eine gewisse Zufriedenheit aus. Zufrieden vielleicht, weil er es wieder geschafft hat, Touristen auf den Gipfel zu bringen. Was wir von ihm noch erfahren ist, dass er nun zwei Wochen Pause macht und mit seinem Motorrad ein bisschen durchs Land fährt. Dann kommt die nächste Gruppe, seine nächste Herausforderung, auch für seine Hüfte, die beim Abstieg erheblich schwankt.

Bald erreichen wir die breite Strasse, die fahrzeugtauglich ist. Und wie gerufen, kommt uns ein Rescue-Car alsbald entgegen. In diesem Fahrzeug möchte ich aber nicht unbedingt der Patient sein. Bei dieser Rumpelpiste sind weitere zugezogene Verletzungen im Auto drin nicht ausgeschlossen. Uns kommt hierzu der Film „Hot Shots“ in den Sinn, wo so ein Ambulanzwagen durch die Prärie hüpft und die Insassen arg in Mitleidenschaft gezogen werden (https://www.youtube.com/watch?v=ECiut2qgJck, ab 1:05 – 1:16 Min.).

Links David, in der Mitte unser Koch, rechts Nteze

Den breiten Weg nach unten nützen wir, um wie am 1. Tag wieder die Führung zu übernehmen. Diesmal hören wir aber kein Pole pole von hinten. Nach gut 4 Stunden kommen wir am Gate an, wo wir uns für ein Schlussfoto aufstellen. Allerdings nicht so wie bei den anderen Camps, sondern, einer muss jeweils das Bein des anderen halten. Ok, den letzten Schabernack gönnen wir Nteze noch.

Hoch das Bein

Danach geht’s eine Station weiter. Für 5$ werden unsere Schuhe und auch meine Trekkingstöcke geputzt und wir warten anschliessend im Empfangscenter auf das weitere Vorgehen – ein weiteres Déjà-vu-Erlebnis. Aber diesmal geht’s schneller als bei der Anmeldung. Der Drucker scheint auf Betriebstemperatur zu sein und wir erhalten unser Zertifikat innert 10 Minuten. Mein Zertifikat ist korrekt geschrieben, aber mein Reisekollege heisst aber ab jetzt „Dyss Matrkus“ statt „Wyss Markus“. Er nimmts mit Humor…

Wir werden "ausgecheckt". Die Heizung im Gebäude scheint defekt zu sein, Madame sitzt mit dicker Jacke am Empfang...

Zufrieden steigen wir ins Taxi ein und fahren beim Empfangscenter ab. Auf der Rückfahrt halten wir noch bei einem grossen Souvenirshop, wo wir uns mit einem neuen T-Shirt mit der Aufschrift „Kilimanjaro“ eindecken. Weiter geht die Fahrt durch kleine Dörfer, die auffallend viele Sarggeschäfte haben. Naja, der Standort ist ja nicht so schlecht gelegen und in der Nähe ist ja noch das Krankenhaus, wo die verletzten Wanderer hingebracht werden, aber ein bisschen makaber find ich’s schon. Zumal, wenn man sonst durch Tansania fährt und das Strassenleben, bzw. die Geschäfte beobachtet, ich bisher nie solche Geschäfte gesehen habe.

 

Und dann sind wir auch schon wieder zurück im Springlands Hotel. Die Koffer, welche wir im Hotel hinterlegt haben, sind noch mit sämtlichem Inhalt da und wir erhalten wieder unser gleiches Zimmer wie vor dem Aufstieg. Noch vor dem grossen Umpacken haben wir eine Aufgabe zu erledigen, auf die wir lange gewartet haben – Duschen! Noch nie habe ich eine Dusche und Rasur so genossen wie jetzt. Herrlich! Sauber geputzt geht’s zum Lunch, wo uns wiederum das bekannte Buffet erwartet. Anschliessend folgt das Debriefing von Nteze mit David zusammen. Wir überreichen ihnen dabei ihr wohlverdientes Trinkgeld und dann heisst es Abschied nehmen.

 

Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Zum ersten Mal seit 7 Tagen ist wieder mal richtig entspannen angesagt. Bei Einbruch der Dunkelheit gönnen wir uns zum Apero eine Flasche Rotwein, die haben wir uns verdient. Am Abend zum Nachtessen gibt’s wieder Buffet. Wir werden an den gleichen Tisch gesetzt wie das dänische Ehepaar, welches ja parallel die gleiche Etappe gewandert ist wie wir. Sie haben den Gipfel auch erreicht und meinten, dass wir doch ein hohes Tempo beim Wandern eingelegt hätten…

Zufrieden geht’s ins bequeme Bett.

Die heutige Route:

9.31 km, 1390 Höhenmeter abwärts, höchster Punkt: 3060 m


Hier noch ein paar Bilder mit der gesamten Route (der Unterbruch im Mweka-Camp kommt daher, dass ich das GPS beim Hüttencamp ausgeschaltet habe, wir aber noch gut 10 Minuten zu unserem Campplatz laufen mussten. Bei der letzten Tour habe ich dann vom Zelt aus das GPS wieder eingeschaltet).

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714 Beiträge · seit 202318. Sept. 2026 ·
Wow! Respekt, wie ihr die Tour durchgezogen habt. Dazu noch mit den „Nebengeplänkeln“ wie Schwindel, Magen, Kopfschmerzen… Stelle es mir auch ohne sehr anstrengend vor und ich bin überrascht, wie viele Leute das doch machen. Sicher ein einmaliges Erlebnis. 

Danke für die ausführliche Schilderung, ich habe richtig mit euch gefühlt.


Lg, Melanie 

Themenstarter254 Beiträge · seit 201023. Sept. 2026 ·
Hi Melanie

Danke 🙂

Zum Glück waren die "Nebengeplänkel" einigermassen ertragbar. Jeder verträgt die Höhe anders, aber bei mir war's nie kritisch (jedenfalls gemäss Guide). Aber so wie ich erfahren habe, ist das keine Garantie, dass es nächstes Mal auch wieder klappen würde. Daher bleibt es vorläufig ein einmaliges Erlebnis 😄. Aber man weiss ja nie... 😄


LG Sven

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Themenstarter254 Beiträge · seit 201023. Sept. 2026 ·

04.07.26 – Transfer nach Arusha

Nach einer Woche auf einem harten Untergrund, mit einer weichen 5cm Unterlage, Schlafsack und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, fühlt sich die Nacht und der Schlaf in einem richtig guten bequemen Bett wie im Himmel an. Entsprechend gut ausgeschlafen starten wir in den Tag, welcher mit einem letzten Zusammenpacken beginnt. Heute ist so quasi der Übergang in den 2. Teil der Reise, bei der unsere Safari startet.

Frühstück gibt’s wie immer in englischer Version und wie jeden Morgen werden wir von einem Mitarbeiter darüber informiert, was es alles am Buffet zu holen gibt. Gäste hat es augenscheinlich immer noch wenig, es sind in dem grossen Speiseraum nur gut vier Tische besetzt. Und ab heute vielleicht einen Tisch weniger, weil wir uns verabschieden.

Die Verabschiedung folgt bald. Zuerst geht es aber noch ans Bezahlen, aber dank unseren Erfahrungen vom ersten Mal verläuft der Geldtausch heute reibungslos. Um 10:00 Uhr steht schon unser Taxi bereit, ein asiatischer Kleinbus, bei dem die Klimaanlage sehr gut funktioniert. Jedenfalls frieren wir sofort als wir einsteigen. Der junge Fahrer steuert uns gekonnt durch Moshi raus und wir unterhalten uns zu Beginn ein wenig mit ihm. Anschliessend ist mehrheitlich Ruhe im Wagen und wir beobachten die Szenerie links und rechts der Strasse. Der Verkehr kommt eher schleppend vorwärts, eigentlich ist man es ja gewohnt, dass da irgendein Lastwagen im Schneckentempo den kleinen Anstieg hoch keucht und zum Überholen die Sichtweite fehlt. Das hält aber den öffentlichen Verkehr, vornehmlich die Kleinbusse (Dala-Dalas), nicht davon ab, abenteuerlich auf der Gegenfahrbahn im vollen Garacho die Autoschlange zu überholen und gekonnt (oder glückhaft) eine sich öffnende Lücke zu fahren, wenn’s mal knapp werden sollte. Kurz vor Arusha biegen wir von der Hauptstrasse ab und fahren durch eher dünn besiedeltes Gebiet. Dann wechselt die Strasse von Asphalt zu Schotter und ich denke, für eine Grossstadt wie Arusha eher ungewöhnlich. Hat sich unser Fahrer verfahren?

Gut 10 Minuten später weiss ich die Antwort: hat er nicht, wir treffen um die Mittagszeit bei der Moivaro Coffee Lodge ein. Nach dem Gepäckauslad werden wir mit einem Erfrischungstuch und Drink begrüsst, ehe wir in der weitläufigen Anlage zu unserem Zimmer geführt werden.

Verzierte Bettenanlage

Badbereich, auch verziert

Anschliessend wird’s Zeit für einen kleinen Lunch, wo wir das Tagesmenu wählen (Kürbissuppe, Fisch mit Kokossauce und Kartoffeln und als süssen Abschluss ein Tiramisu). Und es schmeckt ausgezeichnet.

Fisch unter Kokossauce und freistehende Kartoffeln

Auch das italienische Dessert schmeckt ausgezeichnet

Es ist heute bewölkt und kühl. Ein Sprung in den Pool stellt momentan keine Motivation dar. So fragen wir an der Rezeption an, was man hier so machen kann. Die nette Dame erklärt uns, man kann gegen Bezahlung eine geführte Tour durch die Kaffeeplantage unternehmen oder auf eigene Faust eine Rundtour unternehmen. Wir entscheiden uns für zweiteres und marschieren auf dem ausgeschilderten Weg los. Der Weg führt grundsätzlich entlang der «Aussengrenze» der Lodge, mitten im Grün unter Bäumen und umsäumt von Sträuchern. Es ist echt schön hier zwischen Bananenbäumen und Kaffeesträuchern zu laufen. Tierisch sehen wir die ersten Meerkatzen und Ibise. Kurz bevor die Rundstrecke endet, sehen wir noch einen Posten, wo offenbar die Kaffeeproduktion erklärt wird.

Nach dem Rundgang zieht es uns doch noch an den Pool, jedoch ohne reinzuhüpfen, sondern nur um uns ein wenig auf den Liegestühlen auszuruhen. Aber eigentlich ist es auch dafür zu kalt und wir gehen in unsere Zimmer zurück.

Am Abend gibt’s ein kleines Apero, gefolgt von einem Snack. Wir warten anschliessend in unseren Zimmern auf die Nachzüglern, die heute noch eintreffen soll(t)en. Und um 22:00 Uhr dürfen wir Sibylle, Janis und Aline bei uns begrüssen. Wir unterhalten uns ein wenig von unseren Erlebnissen (wir am Berg, die Nachzügler am Zoll bei der Einreise, wo sie gut eine Stunde lang ignoriert wurden), geht’s dann auch ins Bett, in freudiger Erwartung, morgen endlich die ersten grossen Tiere zu sehen.

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Themenstarter254 Beiträge · seit 201028. Sept. 2026 ·
😄 Ja, es gibt nichts was es nicht gibt...

Aber danke für den Hinweis, der freudsche Begriffs-Verschreiber ist mir erst jetzt aufgefallen...

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Themenstarter254 Beiträge · seit 201028. Sept. 2026 ·

05.07.2026 – Duftmarken liegen in der Luft

Es ist mitten in der Nacht und es poltert und scheppert an unserem Gebäude. Genauer gesagt kommt das Geräusch vom Dach. Und plötzlich ist alles wieder ruhig. Ich vermute mal, da haben sich die Meerkatzen ausgetobt, welche wir tagsüber auf dem Areal gesehen haben. Aber das die nachtaktiv sind, war mir nicht bewusst – oder es waren halt andere Tiere, welche mich geweckt haben.

Trotz der Nachtruhestörung bin ich ausgeruht und freue mich auf den Tag, endlich wieder mal Tiere zu sehen (und nicht nur zu hören). Das Frühstück wird im Hauptgebäude eingenommen. Es gibt ein ausserordentlich grosses und sehr gutes Buffet. Da haben die Köche Grossartiges geleistet. Jetzt gehen sie mit Steinschleudern ihrer Nebentätigkeit vor: das Verscheuchen der Meerkatzen, die sich immer wieder nahe ans Gebäude wagen und hoffen, einen Happen zu stibitzen.

Wir packen unterdessen unsere Sachen, welche von den Lodge-Mitarbeitern abgeholt werden und warten bei der Rezeption auf unseren Fahrer. Der taucht dann bald schon auf und stellt sich als Edwin vor. Das Verladen unserer Taschen in den Kofferraum des Jeep erfordert ein wenig Tetris-Erfahrung. Ein zusätzlicher Koffer hätte den Platzbedarf gesprengt. Bevor’s losgeht, gibt’s ein kurzes Briefing von Edwin über seine Person und die kommenden Tage, die wir gemeinsam verbringen. Er spricht auch noch ein wenig Deutsch. Zu 90% sprechen wir aber englisch miteinander. Und schon fahren wir los, aus Arusha in Richtung Westen zum Tarangire-Nationalpark. Da der Verkehr eher schleppend vorankommt, nutzt Edwin die Gelegenheit, uns Tansania näherzubringen und zählt 12 (oder waren es 15?) Gründe auf, warum Tansania das beste Land für eine Safari ist. Da es im Jeep recht laut ist, schreit er manchmal nach hinten, damit es auch die hintersten in der Reihe verstehen. Manchmal überschlägt sich dabei auch seine Stimme. Ich hoffe mal, dass die mehrheitlich monologe Unterhaltung nicht die ganze Fahrt dauert. Wird sie nicht, je länger die Fahrt, umso ruhiger wird es.

Unterwegs halten wir ein erstes Mal bei einem grossen „Reise-/Touristen-/Souvenircenter“. Edwin sagt, dass wir hier von Katrin (oder Karin?) empfangen werden. Sie geht mit uns nochmals das Reiseprogramm durch, welches wir bereits schriftlich erhalten haben. Es gibt nichts Neues oder Ausgewöhnliches zu berichten und wir nehmen die 7 Minuten an Informationen eher mit einem müden Nicken zur Kenntnis. Wichtiger erscheint uns der Gang zur Toilette, die wir alle in Anspruch nehmen. Danach werden wir ermuntert, vor der Weiterfahrt den grossen Souvenirladen zu besuchen. So müssen wir irgendwie 20 Minuten Zeit totschlagen. Aber nach 5 Minuten sind alle draussen und hoffen bald, dass es weitergeht. Naja, aus meiner Sicht war dieses Intermezzo überflüssig. Vielleicht hat Edwin uns gesehen, dass wir bereits beim Auto warten und er kommt auch bald mal um die Ecke. Es geht weiter vorwärts, nun ohne Zwischenhalt zu unserer Unterkunft (Lake Burunge Tented Lodge), die wir um die Mittagszeit erreichen. Drinnen in der Lodge werden wir mit Begrüssungsdrink, Erfrischungstuch und Cookies empfangen und draussen vor der grossen Terrasse begrüssen uns ein Elefant, mehrere Zebras und eine Giraffe. Da wird für die Familie Wyss die Begrüssungsutensilien der Lodge zur Nebensache, da sie nun zum ersten Mal Tiere in freier Wildbahn sehen.

Nach gut 10 Minuten haben wir uns mal sattgesehen und es geht zum Lunch. Nebst uns ist noch ein weiterer Tisch besetzt, ansonsten ist die Lodge zur Mittagszeit ziemlich leer.

Blick in den offene Restaurant-/Rezeptionsbereich

Terrasse mit Pool. Wäre sehr einladend, wenn nur die Gier auf den Gamedrive nicht wäre...

Unser Lunch - von allem hat es ein bisschen...

Um ca. 13:30 Uhr fahren wir los zu unserem ersten Gamedrive. Auf der Sandpiste erspäht Edwin kurz nach der Abfahrt Pfotenabdrücke eines Leoparden. Er meint, hier ist mit den Büschen und Felsen ein gutes Leopardengebiet und so folgen wir im Schrittempo den Spuren. Offenbar herrscht Paarungszeit, denn Edwin meint, er rieche den Urin (oder was auch immer Leoparden ausdünsten während sie scharf sind) in der Luft. Ich schmecke keine Duftmarken heraus, sondern einfach die frische Naturluft, wie ich sie immer in Afrika rieche… So fahren wir gut eine halbe Stunde in einem kleinen Areal herum, suchen in den Büschen und auf den Felsen nach Hinweisen. Erblicken lässt sich die Grosskatze nicht – wäre ein Top-Einstand gewesen für den Gamedrive.

Wir fahren nun Richtung Süden und fahren um den Lake Burungi herum. Offenbar gibt es auch ein Süd-Gate; beim ersten Besuch des Parks fuhren wir von Norden her hinein. Aber bevor wir das Gate erreichen, hält Edwin in der Pampa. In der näheren Entfernung sehen wir Hütten. Hier, erklärt Edwin, gab’s vor einiger Zeit ein Zwischenfall mit Elefanten, wo eine Person getötet wurde. Wie ein Lehrer doziert er gut 20 Minuten, wie es zum Zwischenfall gekommen ist. Mmmhhh…, ist ja alles interessant, aber die Zeit ist schon weit fortgeschritten und ich befürchte langsam, dass wir vom Tarangire nicht viel sehen werden… Nach gut geschätzten weiteren 20 Minuten erreichen wir endlich das Gate und zum Glück geht’s mit dem Permit relativ schnell. Ich bin gespannt, ob wir wieder grosse Elefantenherden sehen wie bei meinem ersten Besuch. Spoiler: nein! Dafür eine kleine Herde Impalas, gefolgt von Strausse, Zebras und Giraffen. Elefanten sehen wir auch, aber meist nur in kleinen Gruppen oder als Einzelgänger.

Voilà, die Impala"herde". Mehr gibts nicht....

Die Strausse sind ein wenig entfernt der Strasse zu beobachten

Zebras, auch sie nicht gerade am Wegesrand

Und dann noch Giraffen, wenigstens genug gross um auch in Entfernung formatfüllend zu fotografieren

Ach ja, Elefanten gibt's ja auch noch...

Ich habe den Eindruck, dass die Tierdichte hier im Süden eher kleiner ist als dazumals im Norden. Oftmals fahren wir ein langes Wegstück ohne Sichtungen oder dann sind sie in weiter Ferne zu erkennen. Wir fahren weiter nordwärts und werden auf eine stehende Autokolonne aufmerksam. Wie es sich gehört, reihen wir uns ein und warten auf weitere Infos. Edwin zeigt auf ein Tier, welches sich auf einem Baumast bequem gemacht hat. Und tatsächlich: da liegt gemütlich ein Leo und döst seelenruhig, ohne sich vom Rummel beeindrucken zu lassen. Trotzdem top, ein erstes Highlight. Das wird ausgekostet und wir bleiben gut 15 Minuten an Ort, obwohl sich die Action in Grenzen hält.

Wer sieht die Katze?

Vielleicht jetzt?

Aber jetzt... näher komme ich mit dem Tele nicht....

 Nachdem nun einige Bilder im Kasten sind, fahren wir nochmals weiter nach Norden und halten vor einem grossen Baobab. Der kommt mir ziemlich bekannt vor; hier war ich auch schon letztes Jahr. Somit habe ich nun den Park vom Norden bis Süden offiziell abgeklappert… Der Baum markiert unseren nördlichsten Punkt, denn nun geht es wieder zurück. Wir fahren den gleichen Weg zurück wie wir gekommen sind. Mein Eindruck täuschte also nicht, dass wir den Park nicht voll auskosten und auf den Nebenwegen nach weiteren Tieren suchen konnten.

In der Dämmerung kommt uns noch ein einsamer Elefant entgegen

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unsere Lodge und machen uns nach einer kleinen Erfrischung in unseren Zimmer auf zum Diner. Diesmal sind alle Tische belegt, die Lodge scheint ausgebucht zu sein. Es gibt Vorspeise, Hauptgang und Dessert, alles vom Buffet. Und es schmeckt ausgezeichnet. Nach dem Nachtessen werden wir von Mitarbeitern der Lodge zu unseren Zimmern geführt, wo bald schon das Bett auf mich wartet.

Hier noch ein paar weitere Fotos der Lodge.

Die Zimmer sind als einzelne überdachte Tents erstellt

Zimmerterrasse

Grosszügige Betten, im hinteren Bereich die Nasszelle

Ein Untermieter

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zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2026
Themenstarter254 Beiträge · seit 201030. Sept. 2026 ·
Hoi Picco

Leider nein. Ich habe vergessen, unsere Tour mit dem GPS aufzuzeichnen.

Es ist das Sangaiwe Gate (Koordinaten -3.948327, 35.870693)

Unsere Fahrt dorthin war vermutlich so:

Gruss, Sven

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Themenstarter254 Beiträge · seit 201030. Sept. 2026 ·

06.07.26 – auf Souvenirjagd

Waren es gestern Nacht die Meerkatzen auf dem Dach, die mich geweckt haben, ist es diese Nacht ein grasendes Zebra vor unserem Zelt. Es scheint ganz entspannt zu sein, denn oft hört man ein leises Wiehern.

Morgenstimmung - aufgenommen auf der Zimmerveranda

Der Tagesablauf heute ist ganz entspannt geplant. Nach einem opulenten Frühstück mit allem Drum und Dran verabschieden wir uns von der Lake Burunge Tented Lodge und nehmen Kurs Richtung Ngorongoro / Serengeti. Eigentlich schade, dass wir heute nicht nochmals in den Tarangire fahren, zumal wir ja eigentlich genügend Zeit dafür hätten. Die gefühlt 3 Stunden gestern waren somit ein ziemlich kurzes Intermezzo… unterwegs erwische ich noch den einen oder anderen Baobab.

Das wir heute keine Eile haben, merken wir auch am entspannten Fahrtstil von Edwin. Er nimmt es heute auf der Strasse sehr locker. Damit er jetzt aber nicht im Schneckentempo herumfahren muss, hat er für uns extra noch zwei Programmpunkte eingebaut.

Beim ersten „Bonusprogramm“ halten wir bei einem Schmuckladen. Zuerst dürfen wir einen gut 9-minütigen Film schauen, wie der „weltberühmte“ Tanzanite-Edelstein gewonnen und hergestellt wird (tatsächlich höre und sehe ich zum ersten Mal von diesem Stein). Der deutsche Untertitel ist noch optimierungsfähig, oder aber es ist tatsächlich so, dass die Minenarbeiter in einem Müllbeutel in die Mine herunterfahren (und ich Trottel dachte immer, es wäre ein Lift, der die Arbeiter nach unten bringt). Gleich neben dem Vorführraum ist ein kleiner Gang als Mine dekoriert, den man erforschen kann. Die Forschung endet aber nach gut 20 Metern wieder im Eingangsbereich des Gebäudes und viel zu entdecken gab es während dem kurzen Abschnitt auch nicht.

Vorführraun und Minenkorridor sind in der Mitte des Gebäudes angeordnet. Zur Seite hin separat sind Verkaufsläden platziert. Der einer Laden präsentiert die Klunker in seiner besten Pracht. Schön sind die Dinger schon anzuschauen, sie dürfen aber auch entsprechend was kosten. Die Preisschilder wurden vermutlich deshalb nicht angebracht.

Der Laden nebenan bietet typische Souvenirs an, wie man sie überall im Land erhält. Einmal umrundet und für ok befunden, steigen wir ins Auto ein und fahren weiter. Nach ca. 10 Minuten halten wir wiederum an. Diesmal vor einem dieser unzähligen Läden, welche Malereien verkaufen. Edwin meint, hier kann man zuschauen, wie die Bilder hergestellt werden. Wir werden von einem Mitarbeiter zur Hand genommen und er führt uns ins Atelier sowie in die Hinterzimmer, wo sich weitere Arbeiter aufhalten und entweder malen, schnitzen oder sonstwie beschäftigt aussehen. Dabei werden wir von einem weiteren Mitarbeiter begleitet, der uns scharf beobachtet und bei geringstem „Interesse“, resp. längerem Verweilen vor einem Kunstwerk, sofort in die Kaufverhandlung einsteigen möchte. Zum Glück lässt man mich einigermassen in Ruhe, die Konzentration liegt eher bei Markus, der sich dann zu einem Bild plus zwei geschnitzte Holzfiguren überreden lässt. Allzu spannend ist es nicht, aber irgendwie müssen wir den 20-minütigen Aufenthalt hinter uns bringen. Also latsche ich noch die restliche Zeit ausserhalb des Gebäudes hin und her, mit gutem Abstand zu den Verkäufern und schaue mich ein wenig in der Gegend rum – mein Desinteresse rettet mich vor einem Kauf…

Endlich haben wir auch diese Pflichtlektüre hinter uns und können uns unserem eigentlichen Ziel widmen – die nächste Unterkunft anzusteuern. Die Zufahrt ist sehr abenteuerlich. Das Crater Forest Tented Camp befindet sich nämlich abseits der Strasse, welche nur über eine holprige Rumpelpiste erreichbar ist. Die Fahrt auf der afrikanischen Massagestrasse dauert rund 10-15 Minuten und führt mitten durch Wald. Ich spiele schon mit dem Gedanken, dass wir uns irgendwo in der Pampa verfahren haben, da öffnet sich eine grosse Lichtung und wir sind tatsächlich an unserem Ziel angekommen. Wie gewöhnlich werden wir von den Mtarbeitern mit einem Erfrischungstuch und Drink begrüsst und sogleich folgt durch den Mitarbeiter Chedi eine kurze Einführung. Nach dem Zimmerbezug gibt’s Lunch, welcher ausgezeichnet schmeckt. Den Nachmittag verbringen wir auf der Zimmerveranda und geniessen die Aussicht. Die Lodge befindet sich auf einer Anhöhe und gleich nach den Zimmer geht’s topografisch runter, nur um auf der anderen Seite wieder hochzugehen. So sieht die Unterkunft von aussen aus:

Und so von innen:

Da die Lodge sehr abgelegen ist, ist es entsprechend ruhig hier, abgesehen von Vogelgezwitscher. So stelle ich mir das Paradies vor. Auf der gegenüberliegenden Seite futtern sich 7 Elefanten durchs dichte Gebüsch.

Die Aussicht von der Veranda aus

Am Abend folgt das Diner – so ein zartes und „nichtböckelndes“ Lamm hatte ich noch nie gegessen. Und dann das Dessert – ein grosses Biskuit mit einer Mandelfüllung und Schokoladensauce! Herrlich. Die mit Abstand bis jetzt beste Küche, die wir geniessen durften. Gut genährt und vor dem Schlafengehen versuche ich es noch mit ein paar Sternenbilder.

Bald aber geht’s auch für mich ins bequeme und warme Bett. Lala salama!

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zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2026
6’404 Beiträge · seit 201101. Okt. 2026 ·
Hoi Sven


Auf die Gefahr hin mühsam zu werden...wenn ich das Crater Forest Tented Camp im Google Maps suche finde ich nur eines knapp neben der Hauptstrasse, das wirds nicht sein...oder doch?
Oder hast Du Koordinaten?
Auf der HP finde ich auch keinen Standort.

Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter254 Beiträge · seit 201001. Okt. 2026 ·
Hoi Picco

No problemo, gerne fragen 🙂

Hier sind die Koordinaten: -3.302231, 35.557818

Gruess Sven

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248 Beiträge · seit 2021gestern 07:37 ·

Guten Morgen Sven, mit Intresse habe ich den bericht von Deiner Kilimanscharo Tour gelesen. Ich hätte sehr viel Respekt vor der Höhenkrankheit!

Aber da ihr heil wieder zurück gekommen seit war es bestimmt ein eindrucksvolles Erlebniss.

Wir liebäugeln mit einer mehrtägigen Mountainbike Tour rund um den Kilimanscharo für februar nächsten Jahres.

Wenn das Gesamtpaket mit anschließender Safari stimmt, werden wir das wahrscheinlich machen.

Das wäre für uns das erste Mal Tansania und ich bin sehr gespannt.

Ich freue mich auf den weiteren Bericht!

Liebe Grüße Kirsten