tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201108. Nov. 2019 · #1
😈 PS: Kann man die Kategorie ändern? Warum taucht hier Botswana, statt Uganda auf? 😈
Liebe Fomis, irgendwie fehlt die Zeit für ausführliche Reisebericht aus dem letzten Jahr. Es liegt wohl daran, dass wir immer mal wieder in der Welt unterwegs sind 😁 🙂 , wenn wir nicht gerade arbeiten müssen 🤩 Oder ich denke, das und das wurde hier schon so oft geschrieben. Im Frühjahr haben wir Usbekistan bereist. Ich war mir sicher, einen Bericht zu schreiben, aber dann saßen wir schon wieder im Flieger nach Namibia. Es folgte Sambia und Malawi. Wir erlebten 6 traumhafte Wochen, wenn auch mit gefährlichen Situationen in Malawi. Das ist aber inzwischen verdrängt, denn nach einer Arbeitspause in Deutschland sind wir am 3. Oktober für 2,5 Wochen nach Uganda geflogen. Und das war in jeder Hinsicht überwältigend und viele bewegende Momente möchte ich mit euch teilen. Einige Tipps sind vielleicht auch für zukünftige Reisende interessant. 😉
Uganda in der Regenzeit
🤩 🤩 Herzlichen Willkommen in Uganda! 🤩 🤩
Selbstfahrertour als Ersttäter Route: Entebbe- nödlich des Murchinson NP, Durchfahrt - Fort Portal - Queen Elizabeth NP- Ishasharegion - (Nein, es folgt kein Gorillatrekking!) - Lake Mburo -zurück nach Entebbe! Unterkünfte Papyrus Guesthouse, Heritage Safari Lodge, Pakuba Lodge, Budongo Eco Lodge, Kluges Guestfarm, Simba Safari Camp, Marafiki Lodge, Savannah Safari Hotel in Kihihi, Eagles Nest und Rwakobo Lodge, 2 Friends Beach Hotel/Entebbe
Nun ist es soweit, wir wollen das Toro Babies Home in Fort Portal besuchen und damit auch gleich einen Eindruck von Uganda gewinnen. Leider bietet sich für uns nur der Oktober an und somit auch die Regenzeit. Die Statistik beschreibt diese Zeit als sogenannte „kleine Regenzeit“, es soll mal einen Schauer geben, der 1-2 Stunden anhält. Aber mit Statistiken ist es ja bekanntlich so ein Problem und mit dem Wetter und irgendeinem Klimawandel auch. 😈 Wir fliegen am 3. Oktober
mit Turkish Airlines von Hamburg nach Istanbul und weiter nach Entebbe. Unser Gepäck beinhaltet u.a. zwei große Taschen, die mit Babykleidung, Schuhen und Spielsachen gefüllt sind. Eine Tasche brachte uns Marina (www.butterblume-in-afrika), die andere besteht aus Spenden aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis.
Beide Taschen müssen wir als Sperrgepäck aufgeben. Das Freigepäck beläuft sich auf 40 kg/Person, so dass wir wirklich viele Spenden mitnehmen können.
Ein besonderes Erlebnis stellt für uns der neue Flughafen in Istanbul dar. Die Türken haben es geschafft innerhalb weniger Jahre einen großen, neuen und funktionsfähigen Flughafen zu bauen! Viele teure Geschäfte bieten allerhand Dinge, die der Mensch nicht benötigt, aber trotzdem kauft. Beeinflusst durch viel Lichtanimationen und Preise im vertrauten Euro, zückt man sein Portomonaie.
Irgendwann starten wir dann aber nach Entebbe. Mit einer kurzen Zwischenlandung in Kigali/Ruanda landen wir morgens um 3.00 Uhr. Es ist der 4. Oktober 2019. Unsere Visa hatten wir bereits über Bridge Corporation in Berlin besorgt, somit mussten wir nicht in der langen Schlange am Immigration-Schalter warten und erhielten einfach unseren Einreisestempel. Für Uganda reicht eigentlich ein Genehmigungsschreiben, mit dem man am Immigration-Schalter sein Visum erhält und dort zahlt. Dieses nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Bestellt man das Visum über Bridge Corporation, so zahlt man noch 35 € Gebühren. Unsere Ankunftszeit liegt in der Nacht und da wollten wir uns das Warten ersparen.
Wir stehen recht schnell am Baggage Claim und es dauert auch nicht lange, da erscheinen unsere 4 Taschen und Koffer.
Nach dem erneuten Durchleuchten des Gepäcks stehen wir bald in der Empfangshalle. Ich laß mir eine SIM Karte ins Handy einsetzen und freischalten und quetsche aus dem Barclays ATM die ersten ugandischen Schillinge. Beim ersten Versuch gebe ich eine Null zu wenig ein und erhalte nur 100 000 Schillinge. Solche Beträge sind mir eigentlich fremd! 100 000 ist kaum etwas wert, somit probiere ich es mit dem Höchstbetrag von 1.200000 Schillinge. Dieses entspricht ungefähr 300 €. Vor dem Gebäude wartet bereits ein Fahrer des Papyrus Guesthouses, der uns in der Nacht abholen muss. Bis zum Gästehaus sind es nur ca. 20 Minuten Fahrt.
Wir erhalten gleich unser Zimmer, werden eingewiesen,
bestellen das Frühstück für 10.00 Uhr und fallen für ein paar Stunden in die ersten ugandischen Träume. Geweckt werden wir durch Blitz, Donner und heftigen Regen - das fängt schon einmal gut an!! Es ist 8.30 Uhr. Draußen gießt es aus allen Wolken, es ist dunkel und ich bin wach. Eine Dusche verzaubert sogar den Himmel und es hört wieder auf zu regnen. Dennoch hole ich meine Gummistiefel aus dem Gepäck und um kurz vor 10.00 Uhr gehen wir zur Terrasse zum Frühstücken. Es gibt ein englisches Breakfast mit Eiern, Bacon, Beans, Kartoffeln und Würstchen, aber auch Toast mit Marmelade, frischem Obst und Tee/ Saft. Es schmeckt sehr lecker. Wir bleiben noch etwas sitzen, schauen den ersten Vögeln zu und müssen erst einmal begreifen, dass dieses Uganda ist.
Zu unserem Zimmer gehört eine kleine Terrasse mit dem Blick in den Garten. Alle Pflanzen sind üppig grün und sehen sehr groß aus. Kleine Vögelchen verirren sich an der Tränke oder verschwinden im Blätterwald. Erinnerungen an Thailand werden wach.
Für 12.00 Uhr sind wir mit einem Mitarbeiter von Alpha Car Rent verabredet, der uns den Mietwagen bringt. Pünktlich erscheint Patrick mit einem sauberen Toyota Hillux Surf. Es findet keine große Einweisung statt, wie wir es aus Namibia gewohnt sind. „Das ist der Wagen, hier der Schlüssel, braucht ihr ein Zelt?“, „Nein!“ , …. Dann sitzen wir auf der Terrasse unterschreiben eine Art Vertrag (viel einfacher als in SA oder NAM), wir geben Patrick das Geld in Euroscheinen. Er wollte nur neue Dollarscheine zu je 50 oder 100er Einheiten oder Euros zu 50 Scheinen. Eigentlich hatte ich den Toyota Prado bestellt, aber bestellen kann man viel, hier nimmt man, was bekommt. Glücklicherweise stellt sich noch heraus, dass der Surf besser als der Prado ist – Regenzeit!!-. Außerdem kostet es täglich 10 € weniger. Patrick fragt, ob wir ihn zur Straße zu einem Bodaboda (Motorradtaxi) bringen können, dabei zeigt er uns gleich eine Meru Tankstelle. Der Tank ist hier leer bei der Wagenübergabe! Benzin kostet ca. 1,00€/pro Liter. Hier zahlen wir 4140 ugandische Schillinge = UGX, später konnten wir auch günstiger tanken. Patrick fährt nun die 30 KM bis KAMPALA mit dem Bodaboda zurück und wir besuchen die Victoria Mall, um ein paar Einkäufe zu tätigen.
Heute gib es einen Ausflug in die Mall! 😄 Die Einkaufsmall ist gut bewacht und jedes Fahrzeug wird bei der Einfahrt kontrolliert, Fußgänger durchlaufen einen Scanner, Taschen werden durchleuchtet. Da fragt man sich doch, wozu? Ein großer Shoperite verrät uns, dass auch in Uganda Weihnachten nicht mehr fern zu sein scheint.
Viele bunte Tannenbäume schmücken den Laden. Getränke, Joghurt, ein paar Kekse und Bananen füllen unseren Einkaufswagen. Wir suchen in der Campingabteilung noch eine kleine Gaskartusche, müssen aber feststellen, dass man in Uganda so etwas nicht kennt. Die Tankstellen verkaufen Gas in großen Flaschen ab 3 L Inhalt.
Im JAVAS Café trinken wir einen Cappuccino und Latte. Das machen die Leute hier wirklich gut. Schwarzwälder Kirschtorte kann man übrigens auch erhalten!
Nach Auskunft der Shoperite Mitarbeiter soll es in einem größeren Laden in Kampala die gesuchten Gaskartuschen geben. Bis zum dortigen Shoperite sind es nur 30 KM und wie wir es aus anderen afrikanischen Städten kennen, hat jeder größere Supermarkt auch einen Parkplatz. Nichts ahnend, dass in Uganda andere Regeln gelten, fahren wir über den leeren und super gut ausgebauten Expressway bis Kampala.
Die Mauthäuschen werden gerade installiert und haben nur einen Probelauf. Wir dürfen noch ohne Zahlung den Expressway nutzen. Dieses wird sich aber demnächst ändern. Links und rechts sind die Hügel mit hübschen und sehr gepflegten Häusern bebaut, hin und wieder fallen uns die Ziegelhütten zur Herstellung von Holzkohle auf, Teeplantagen lassen das Grün fast kitschig im Sonnenlicht wirken und die Menschen wirken irgendwie ganz entspannt.
Wir erreichen das Zentrum von Kampala.
Unser Autonavi weicht leider etwas von „Maps me“ auf meinem Handy ab und schon ist es passiert. Wir sehen die Flaggen des Shoperite und folgen nicht mehr nach dem Navi, ein verheerender Fehler! Das Navi kannte keinen Weg in dieser Großbaustelle! Schnell stellen wir fest, dass der Shoperite für uns unerreichbar ist. Ein Zaun umgibt den Supermarkt, keine Einfahrt für einen PKW und irgendwie ist es dann auch schon passiert … Wir sitzen fest, mitten in Kampala. Der Supermarkt entfernt sich immer mehr in diesem Einbahnstraßengewirr. Baustellen, Gräben und endlos viele Bodabodas und Matatus (Minibusse) blockieren die Straßen. Links und rechts hocken die Frauen und versuchen ein paar Früchte zu verkaufen, es klopft an unsere Scheibe. Ein junger Mann ist der Meinung, Manfred braucht dringend eine neue Hose. Körbe, Uhren, Schüsseln oder Särge, alles was man so benötigt, kann man hier kaufen. Gerade quetscht sich ein Bodaboda an uns vorbei, vollbeladen mit Möbeln. Dann stehen wir wieder, nichts geht mehr, das Treiben ist ja ganz lustig, aber irgendwann möchte ich hier raus. Manfred hat inzwischen sein Vorhaben, nach einer Gaskartusche zu suchen, aufgegeben. Nur noch hier raus, aber es dauert, eine Stunde verstreicht, dann erscheint die Polizei und versucht den Weg als Straße wiederherzustellen.
Das Gedrängel lüftet sich! 🤩
Über genau solche Szenen habe ich vorher in einem Reisebericht gelesen und meinen Mann gewarnt, nicht ins Zentrum zu fahren. Aber für seinen Cappuccino tut er alles und dafür braucht er eine Gaskartusche. Später kaufen wir einen Wasserkocher, nichts ahnend, dass wir die meiste Zeit ohne Elektrizität verbringen werden.
Aber Rettung naht auf den Lodges… Alles wird gut, auch in Uganda!
Wenigstens habe ich den schönen Bahai`Tempel gesehen. Er liegt gegenüber dem Shoperite auf einem Hügel. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, zwischen Bodabodas, Matatus und Klein-LKWs hindurch zu gelangen, aber wir haben aus diesem Irrgarten noch bei Tageslicht herausgefunden und dabei auch noch eine hübsche Moschee gesehen. Das Ende des Expressways befindet sich auch unsere Auffahrt nach Entebbe, vorbei an Trockenfischanlagen (es riecht!) und vielen Straßenständen. Unversehrt erreichen wir unser Gästehaus. Es grenzt an ein Wunder, dass alle Motorradtaxis an uns vorbeifahren, ohne auch nur den kleinsten Kratzer zu hinterlassen. Nie wieder Kampala, aber spannend war es schon! Wir richten unser Auto für die morgige Fahrt her, die Kühlbox läuft nur, wenn der Motor läuft, aber vorerst funktioniert sie. Das Abendessen nehmen wir im Gästehaus ein. Es ist nichts Besonderes, aber ganz ok. Manfred hat Steak mit Pommes bestellt, für mich gibt es einen Chickenburger. Wir kommen mit einer Familie aus Australien ins Gespräch. Der erwachsene Sohn hat eine 3-monatige Overlander-Tour von Nairobi bis Kapstadt hinter sich, gemeinsam mit den Eltern bereist er Uganda und eine Woche Sansibar zum Entspannen folgt noch, bevor es nach Down Under zurück geht. Der Vater hat vor einigen Jahren in Botswana gearbeitet und wollte jetzt noch einmal Uganda kennenlernen. Auf unserer Reise treffen wir immer wieder auf Australier, deutlich mehr als Deutsche. Das war unser erster ereignisreicher Tag in Uganda, ob wir mit Uganda Freunschaft schließen, erfahrt ihr demnächst! 😊
Liebe Biggi , vor ca. 1 Jahr war ich bei einem Reisebericht einer Bekannten , die mit ihrem Sohn eine Pauschalreise in Uganda unternommen hat ( mit Gorillatrecking - Grund der Reise ) .Der Bericht war sehr interessant - aber ich bin mehr der Individualist . Deshalb freut es mich sehr , von dir eine andere Sicht auf dieses Land zu erhalten . Sag mal : wie kann man denn so viel in einem Jahr reisen ? Wir kriegen max. 1 Woche Skiurlaub und dann 3 Wochen Haupturlaub hin , wobei auch nur 3 Wochenenden dabei sind , weil mein Mann jeden Samstag und ich auch Wochenenden ( ca 27 im Jahr )arbeiten müssen . Dann ist aber " Ritze " Freue mich auf die Fortsetzung
LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Martina56573 Beiträge · seit 201408. Nov. 2019 · #3
Liebe Biggi, Gerade habe ich deinen Bericht entdeckt und sogleich abonniert. Schon der erste Teil klingt sehr interessant. Sehr gerne begleite ich euch bei dieser Tour. Danke für die ausführlichen Schilderungen. Ganz liebe Grüße Martina
der Bericht kommt mir grade recht und ich nimm schon mal Platz zwischen Euch Beiden. Uganda haben wir ja immer noch nicht geschafft und von daher sind wir sehr gespannt auf Deine Berichterstattung.
....sagt Bayern Schorsch, liebe Biggi, und das gilt auch für uns. Vermutlich werden wir es eh nicht mehr schaffen, von daher freue ich mich riesig auf Euren Erfahrungsbericht. Es fing ja schon mal gut an 😎 😎 😎 Viele Grüße Friederike
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201109. Nov. 2019 · #8
Liebe Mitreisende, ich freue mich, dass es doch einige unter euch gibt, die Uganda-soft ohne Guide kennenlernen möchten. 😉 🙂 Es ist bestimmt nicht so spannend für diejenigen, die hauptsächlich zum Gorilla Trekking dorthin reisen. Uganda geht aber auch ohne Gorillas und schließlcih benötigen wir noch einen Grund, um ein weiteres Mal in dieses Land zu kommen. 🤩 😘
@Conny - wir sind bestimmt privilegiert, dass wir oft und viel reisen können, aber dafür muss ich ein lebenlang zur Schule gehen. 😈 @Picco - du wirst bestimmt viele Plätze wieder erkennen, aber vielleicht manchmal wehmütig an ein Uganda ohne Chinesen denken! @ Konny, Bayern schorsch, Martina und Friederike - es ist schön, nicht allein reisen zu müssen und hoffe euch ein wenig zu unterhalten 😄 Wenn es Leser und Mitreisende gibt, ist man doch gleich viel motivierter die Bilder hochzuladen.
Biggi
und so wollen wir doch gleich weiterfahren.... 😉 😎 Von Entebbe über Kampala zum Nordrand des Murchinson National Parks
Wir haben gut geschlafen und sind durch ein leckeres Frühstück gestärkt, um heute den langen Weg in Richtung Gulu und nach Pakwach zur Heritage Safari Lodge an der Nordseite des Murchinson Falls NP auf uns zu nehmen. Der Wagen ist nun mit all unseren Taschen bepackt, aber bis wir das Toro Babies Home besuchen, vergehen noch ein paar Tage. Von Entebbe bis Kampala sind wir schnell auf dem Expressway unterwegs, doch dann stehen wir wieder in einem unvermeidbaren Chaos aus LKWs, Matatus und Bodabodas. Eine Umgehungsringstraße um Kampala nach Nordwesten befindet sich noch im Bau. Mit viel Geduld (oder auch nicht), bahnen wir uns einen Weg. Mal überholen wir einfach, so wie die Einheimischen, mal warten wir brav und lassen den Gegenverkehr passieren. Hier sollte man sich nicht verfahren. Die Bauabschnitte, die bereits einen festen Bodenbelag haben, werden von den Bodabodas oder Fußgängern benutzt. Als Fremder ist es nicht ratsam, dort entlang zu fahren, man weiß nie, wo man wieder zurück auf den Hauptstrom gelangt. Ein paar Fotos sind aus dem Auto enstanden:
Ein einladendes Restaurant! 🤩
Es wird fleißig geschafft! 🤪
..auch mit dem Taxi... 🤪 😊
Mülltrennung auf ugandisch 🙁 😉
Waschtag!
Graffitti am Rande von Kampala 🙄
Jeder macht, was er kann!
Ein Roundabout...
Hier entspannt sich der Verkehr langsam
Es dauert 2 Stunden, bis wir endlich Kampala und alle Randgebiete verlassen können. Dann geht es schnurgeradeaus. Mal bergauf, mal bergab, immer umgeben von einer grünen saftigen Landschaft.
Aus Zeitgründen lassen wir das Rhino Sanctuary links liegen und folgen der Straße in Richtung Gulu. In Kiyumbo stillen wir den Durst unseres Boliden und müssen dafür 149 000 UGX zahlen. Das war nur eine halbe Tankfüllung. Ich frage auf der Tankstelle als erstes, ob ich mit Kreditkarte bezahlen kann und das bringt uns prompt eine Einladung in eine ugandische Familie ein. Wie es dazu kam? Die junge Frau an der Tanksäule muss erst einen Vorgesetzten fragen, ob wir heute mit KK zahlen können. Das WLAN funktioniert nicht zuverlässig und die Einheimischen besitzen oftmals keine Kreditkarten. So eine Frage ist eher selten. Der Vorgesetzte erscheint persönlich und stellt fest, dass wir weiß sind. Ja, wir können mit Karte zahlen. Er fragt woher wir kommen, was wir hier machen und warum wir alleine durchs Land fahren. Dann meint er, er muss uns seiner Familie vorstellen, aber die müssen erst über unseren Besuch informiert werden. Es muss genug Essen für Gäste vorbereitet werden. Er fragt, wann wir wieder zurückfahren, dann sollen wir unbedingt bei seiner Familie in seinem Haus vorbeischauen. Wir können dort auch übernachten. Freundlich bedanken wir uns für die Einladung, müssen aber erklären, dass wir dieses Jahr hier nicht mehr vorbeikommen.
Opa oder Oma zieht um! Die letzte Fahrt auf einem Matatu.
Es fängt an zu regnen, hört aber bald wieder auf. Endlich finden wir eine Einfahrt zu einem Plätzchen, wo wir mal unsere Blasen entleeren können und bei einem Joghurt und einem Muffin unsere Mägen füllen. Eine Herde von Ankole Rindern zieht vorüber und frisst ganz in der Nähe von dem frischen Gras. Ich mache ein paar Fotos von den Rindern und werde gleich von einigen jungen Männern gefragt, was ich hier fotografiere. In Uganda ist man sehr vorsichtig, wie wir später noch erfahren werden.
Pause!
Wir fahren weiter zum Victoria Nile, zu den Karuma Falls. Eine große Brücke überquert die Stromschnellen und Fälle. Es sieht sehr imposant aus, doch leider geht genau in dem Moment ein so heftiger Schauer nieder, dass das Fotografieren nicht möglich ist.
Wir öffnen kurz das Fenster und sind schon nass. Wenige Kilometer weiter ist es bereits trocken. Wir verlassen die Hauptroute nach Gulu, um der Straße nach Pakwach zu folgen. Die ersten Kilometer lässt sich die Straße gut befahren, dann erscheinen immer häufiger Potholes. So etwas sieht man sehr häufig auf den Straßen! 🤢
Kleine Dörfchen liegen an unserem Weg
Gegen 16.00 Uhr biegen wir in die Gravelroad zur Heritage Safari Lodge ab.
Hinter der Wand befinden sich Dusche: Toilette und Waschbecken
Nach wenigen Sand- und Lochkilometern werden wir vom Personal der Lodge begrüßt. Sie stehen bereits am Auto, bevor wir aussteigen können. Wir bleiben nur eine Nacht und deshalb nehmen wir nur kleines Gepäck, sprich unsere Trolleys, mit. Die Rezeption befindet sich in einem traditionellen offenen Gebäude mit Strohdach. Nach der Reinigung mit einem weißen Tuch und einem Erfrischungsdrink, werden wir zu unserem Bungalow geführt. Die Unterkünfte sind sehr rustikal, sauber und einfach, aber mit Stromanschluss. Ein kurzer Spaziergang zum Albert Nile und durch den sehr gepflegten Garten folgt. Viel gibt es hier nicht zu sehen. Die Lodge eignet sich nur für Besuche des Murchinson Parks.
Mit unserem neuen Wasserkocher zaubern wir einen Tüten - Cappuccino mit Marzipanaroma von Niederegger (welch ein Luxus!?) und sitzen vor unseren Bungi bei Vogelgezwitscher. Viele Wolken verhindern einen besonderen Sonnenuntergang, aber es regnet nicht! Strom wird über ein Aggregat von 18.00 – 8.00 Uhr erzeugt. Haare fönen, Akkus aufladen oder Wasser kochen ist nur in dieser Zeit möglich. Allerdings läuft in der Bar der Fernseher rund um die Uhr. Das Abendessen ist ganz passabel, es ist auch hier nichts Besonderes, Pommes und Beef, mit Vorsuppe und Kuchen zum Dessert, alles für 79.000 UGX. Eine Reisegruppe mit englischsprechenden jungen Erwachsenen erscheint sehr spät und setzt sich ebenfalls ins Restaurant, so wird es hier sehr lebhaft.
(eine Handyaufnahme) Mit den netten Mädchen aus dem Service unterhalten wir uns noch über ihre Arbeit in dieser abgelegenen Gegend. Sie arbeiten 7 Tage in der Woche und haben alle drei Monate ein paar Tage frei. Morgen geht es endlich ein bisschen tierisch weiter!
auch ich werde euren Reisebericht aufmerksam verfolgen. Für mich geht es im Januar 2020 zum 1. Mal nach Uganda. Einige Unterkünfte von euch habe ich auch gebucht, und bin sehr gespannt was ihr schreibt. Danke auch für die Info zur Visumbeschaffung vorab, ich hatte bisher nur von der Onlinebeantragung gelesen. Ich werde das auch so machen, die 35 Euro zusätzlich sind sicher gut investiert. Eine Frage habe ich noch, gab es in Uganda Peaceful Sleep, letztes Jahr in Tansania gab es keins und ich habe meine Vorräte fast aufgebraucht.
Viele Grüße Cora
Da dieser Post von mir, wie schon macher vorher ignoriert wird, werde ich mich nur noch auf Lesen in diesem Forum beschränken. Schade eigendlich ...
picco6'369 Beiträge · seit 201110. Nov. 2019 · #10
Hoi Biggi
tiggi schrieb: Kleine Dörfchen liegen an unserem Weg
Gemäss unserem Guide Paul und auch einigen Angestellten der neuen Pakuba-Lodge handelt es sich bei diesen Dörfchen um Flüchtlingsunterkünfte, vornehmlich für Leute aus dem Südsudan.
auch ich werde ganz gespannt Euren Bericht von Uganda verfolgen, da dieses Land noch ganz oben auf meiner Wunschliste steht. ich bin schon mächtig gespannt auf die nächsten Berichte. In dem Verkehrsgewühl der Stadt wäre ich nicht so ruhig geblieben.
Ganz liebe Grüße Paula
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201110. Nov. 2019 · #12
@ Picco, da zeigt sich das Wissen eines Einheimischen! 😉 Natürlich unterscheiden sich diese Dörfer nicht von anderen, die südlich des Parks liegen. Es ist aber interessant zu wissen, dass es Flüchtlingsdörfer gibt und nicht nur die großen Lager an der Grenze. @ Paul, ich möchte dich ganz herzlich begrüßen - du wirst bald merken, Uganda ist etwas anders als Namibia 🤩
Im Murchinson Park
6.Oktober 19 Das Frühstück beginnt wieder mit leckerem frischen Obst, frischem Mangosaft, Tee, Toast und Omelett. Marmelade oder anderer Toastaufstrich ist hier nicht bekannt, es gibt nur Ahornsirup zum Pancake. Um 8.15 Uhr verlassen wir die Lodge, unser Ziel ist die Brücke nach Pakwach. Sie sieht aus der Ferne so aus, als müsste man den Blick über den Albert Nile einfangen. Der Blick von der Heritage Safari Lodge zur Brücke
Nach wenigen Minuten sind wir an der Brücke. Wir überqueren diese, parken den Wagen und gehen mit Kameras zu Fuß weiter. Mein Interesse gilt den Fischern unter der Brücke, Manfred fotografiert u.a. auch die Brücke. Oh je, das ist nicht gut!
Die Ausbeute ist wriklich nicht viel!
Es dauert nicht lange und wir werden von bewaffneten Soldaten umringt. Sie fordern Manfreds Kamera, dabei werden sie fordernd und Manfred sehr aufgebracht. Ich versuche, wie oft in solchen Situationen, alle zu beruhigen und muss erst einmal klären, worum es geht. Diese Brücke gilt als ein militärisches Objekt und darf nicht fotografiert werden. Ich zeige den Offizieren die Bilder in der Kamera. Leider haben sie gar keine Ahnung von einer Digitalkamera und begreifen auch nicht, dass das Bild sofort gelöscht wurde. Schließlich bitten sie uns, in ihr Büro (Office) zu kommen. Wir gehen über die Brücke, ca. 50 m weiter und stehen vor einer primitiven Grashütte, die von einem alten Lappen als „Tür“ geziert wird. In dieser Hütte liegt eine Matte, man kann nicht aufrecht stehen. Es gibt weder einen Schreibtisch, noch kommt diese Unterkunft einem Büro gleich. 😈 Meine Verwirrtheit über das angebliche Büro merken die Leute. Die Männer wollen irgendetwas was wir aber nicht verstehen. Der eine Soldat versucht uns einzuschüchtern und fordert Pässe und spricht von einer Strafe. Er kann aber weder Strafzettel ausstellen, noch kann er etwas mit unserem Pass anfangen. Zwei weitere Männer, nicht in Uniform kommen hinzu und es stellt sich heraus, dass die Soldaten nur Geld wollen. Ich erkläre, dass ich weder Bettelei noch Korruption unterstütze. Einer der zwei hinzugekommenen Männer versteht alles und letzten Endes dürfen wir ohne irgendwelche Repressalien fahren. Die Fischer oder die Soldaten unter der Brücke zu fotografieren ist kein Problem, es ist wohl nicht erlaubt, die Brücke zu fotografieren. Für die Soldaten waren wir als Touristen eine gute Gelegenheit, um das Taschengeld aufzubessern. Leider funktionierte es nicht! Während unserer Anwesenheit an der Straße haben sie ein weiteres Opfer gefunden. Ein Passant, der auf einen Bus wartete wurde sher barsch des Platzes verwiesen, nachdem seine Papiere gesichtet wurden. Die Soldaten wollen ganz offensichtlich niemanden in der Nähe wissen, der mitbekommt, wie sie versuchen aus uns Geld heraus zu pressen! Diese Brücke nach Pakwach ist für den Verkehr in den Kongo von großer Bedeutung, daher ist es zu verstehen, dass man sie nicht fotografieren darf.
Dieses Foto über Albert Nile ist erlaubt 😊
Wir fahren zurück und suchen die neue Abfahrt in den Murchison NP. Bereits auf dem Weg dorthin sehen wir Kobs und Elefanten. Am Gate müssen wir unsere Buchung der Lodge vorzeigen und zahlen für drei Tage die Parkgebühr (tgl. 80 US$/2Personen, zgl. einmalig 30000 UGX für das Auto). Ich bezahle mit der Kreditkarte, US$ oder Euros werden auch genommen. Leider findet man nur selten oder in den größeren Städten einen ATM für europäische Kreditkarten, sodass man sich immer mit ausreichend UGX eindecken sollte. Wir fahren um 9.08 Uhr in den Park und müssen diesen auf die Minute genau in drei Tagen verlassen. Das wird noch sehr spaßig werden! Es ist trocken und bleibt auch den ganzen Tag über trocken, aber bewölkt! Kaum im Park, erwartet uns eine sehr breite (Autobahn!) Straße. Man soll es nicht glauben, aber auch hier bauen die Chinesen eine Rennstrecke durch den Park. Zum Glück ist das Projekt noch nicht allzu weit vorangeschritten.
Da wir erst um 14.00 Uhr auf der Lodge einchecken können, beginnen wir mit einem Gamedrive. Nach Südosten befahren wir eine der Gravelroads. Vom letzten Regen stehen noch Pfützen, teilweise ist es matschig und auch rutschig. Links und rechts des Weges steht das Gras saftig und in einem fast kitschigen Grün 1,5 bis 2 m hoch. Viele Tiere, vor allem ruhende oder schlafende Tiere sind nicht zu erkennen.
Immer wieder liegen Oribis auf dem Weg, sie sind so klein, dass die Sonnenstrahlen sie nicht im hohen Gras erreichen.
Und manchmal dauert dieser Roadblock eben .... etwas länger
Die kleinen Antilopen sind nicht sehr scheu und haben wirklich die Ruhe in sich!
Warane nutzen ebenso das wärmende Sonnenlicht auf den Pisten,
zuerst denkt man, das Tier lebt nicht mehr, aber dann ...
Waterbucks und Topis schauen uns neugierig an,
Büffel liegen träge in den kleinen Schlammpools und die Vögel zeigen sich immer mal wieder kurz.
Wunderhübsche Kobs beäugen uns, während der Blick über die tolle Landschaft in die Ferne gerichtet ist. Hier und da sehen wir Elefanten, wie sie die Palmen zerrupfen oder das Gras reinigen. Viele Tiere sind weit entfernt, da man wirklich weit schauen kann.
Neugierig schaut er um die Ecke! 🤩
Und dann sind es zwei.. Gegen Mittag fahren wir zur Lodge. Es scheint, wir sind die einzigen Gäste, jedoch soll sich das gegen Abend ändern. Die Lodge ist ausgebucht!
Wir erhalten ein schönes Zimmer mit einem Weitblick auf die Blue Mountains im Kongo. Strom gibt es auch hier erst ab 18.00 Uhr, jedenfalls nur wenn der Generator funktioniert. Da wird noch ein Problem. Für uns ist das kein Problem. In der Bar steht immer heißes Wasser für Tee oder Kaffee mit Keksen bereit. Wir setzen uns gemütlich in die Loungesessel mit unserem Tütencappuccino und träumen von Uganda. Die Sache mit den Soldaten an der Brücke geht uns noch einmal durch den Kopf und irgendwie habe ich hier gar nicht mit „Abzockern“ gerechnet. Übrigens waren weitere Brücken nicht bewacht und man durfte sie auch fotografieren.
Wie es am Nachmittag weitergeht und wie die Vögel hier aussehen... demnächst
vielen Dank für deinen Bericht 🙂 Es ist sehr schön, auch so viele Bilder vom Straßenrand etc. zu sehen. Es ist Wahnsinn, wie schnell sich manches entwickelt in Uganda.
Etwas entsetzt habe ich die Riesen-Schneise im Nordteil gesehen - ich fürchte, dass der Park in relativ kurzer Zeit seinen einzigartigen Charakter verlieren wird.. Bisher war ich davon ausgegangen, dass die neue Straße nur im Südteil gebaut wurde und der Norden somit etwas "Ruhe" hat. Ich habe zum Vergleich mal ein Bild der früheren Straße angehängt..
Topobär5'479 Beiträge · seit 200911. Nov. 2019 · #14
Hallo Biggi,
Eure Selbstfahrerreise durch Uganda hat natürlich sofort mein Interesse geweckt.
Fotografierverbote von Brücken und Gebäuden sind in Zeiten von Google Maps und Google Earth sowie den allgegenwärtigen Smartphones einfach nur lächerlich.
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201112. Nov. 2019 · #15
Liebe Fomis, ich finde es schon interessant, wie sich die Landschaften verändern, wenn der Regen fehlt, die Chinesen eingreifen oder zu viel Regen kommt. 🙂 Innerhalb weniger Monate werden tolle und gewohnte Ungebungen zerstört, es ist nicht unbedingt immer alles schön, was neu erstellt wird. 😘 @Danke, Fidel für dein Foto! @Topobär, schön , dass ich euch
Biggi
Inzwischen sind wir in unserem Zimmer, welches wir für drei Tage gebucht haben. Es ist 12.00 Uhr und ein frühes Einchecken ist völlig unkompliziert.
Vor dem Zimmer befindet sich eine Art Balkon, mit zwei Safaristühlen und einem Tischchen. Nach ein paar Stunden der Entspannung entschließen wir uns, erneut zu einem Gamedrive aufzubrechen. Zuerst umfahren wir die Ruinen der alten Lodge von Idi Amin, die sich unmittelbar vor der jetzigen Pakuba Lodge befinden. Von anderen Ugandareisenden hörte ich, dass sich ein Rudel Hyänen und ein Leopard regelmäßig hier aufhält. Die Enttäuschung war schon sehr groß, als wir feststellen mussten, dass es die Ruinen nicht mehr so gibt, wie sie noch vor einem Jahr aussahen.
Sie werden abgerissen und es liegt nur noch der Bauschutt, mit ein paar unteren Teilen, da. Die Pakuba Lodge wird neu gebaut, an genau dieser Stelle. 😮 🤪 Die jetzige Lodge soll als Unterkünfte für das Personal dienen. Die Welt verändert sich rasant, auch in den National Parks Ugandas. Somit waren weder Hyänen, noch der Leo zu entdecken. 😣 😠
Der Pakuba Track entlang des Albert Niles führte uns zu vielen Elefanten und Giraffen, die hier übrigens ein sehr hübsches Muster aufweisen.
Kleines Machtspiel 😉
Der Klügere gibt nach... 😮
Auch dieser Weg hat links und rechts des Weges sehr hohes Gras, zum Glück sind die Giraffen ein bisschen größer 🤩 Eine Brücke ist provisorisch repariert und erfordert ein gutes Augenmaß, um genau die Steine zu treffen, über die man sicher an die andere Seite gelangt. Der Waran nimmt gerade ein Bad, als wir ihn stören 😈
Wir sind einige Kilometer gefahren, als es bedrohlich dunkel wurde und wir uns zur Umkehr entschliessen. An den Fluss gelangt man nie direkt, es ist immer viel Gras und Dickicht zwischen uns und dem Wasser. Leider sieht man die Tiere dann auch nur immer aus der Ferne, aber die Ausblicke über den Fluss von höhergelegenen Stellen sind wundervoll.
Die Pakuba Lodge erreichen wir etwas später, nachdem wir noch einige Zeit Kontakt zu einer großen Giraffenherde aufgenommen haben. Sie grasen an der Hauptzuwegung zur Lodge.
Die Kleine mit krummen Hörnern. 😮 😕 Ganz in der Nähe befindet sich eine Sandgrube, aus der permanent die chinesischen LKWs mit Sand fahren. Das stört schon sehr bei der Tierbeobachtung oder auch den Verkehr.
Mehrere Sudanhornraben suchen im Gras nach Würmern oder Termiten
Das Männchen möchte dem Weibchen imponieren und versucht ihr einen Wurm zu schenken, jedoch muss er erst noch einen Rivalen bekämpfen.
Es ist vollbracht, sie hat den Wurm ! 😉 🙂 Vor unserer Terrasse grasen neben den großen Warthogs ...
auch ganz kleine Tierchen...
Heute funktioniert der Generator nicht, es gibt ab 18.00 Uhr keinen Strom, nur viele Kerzen. Das Abenddinner kann nicht pünktlich serviert werden. Wir genießen die heimelige Ruhe vor unserem Zimmer. Wir haben das Glück, dass sich direkt vor unserem Zimmer zwei Safaristühle und ein Tischchen befindet. Hier sitzen wir gemütlich. Gegen 20.30 Uhr ist der Strom in einigen Bereichen wieder da, Dinner gibt es eine Viertelstunde später. Ein schmackhaftes Büffet erwartet uns. Anschließend nutze ich in der Bar das WLAN, mein Blick fällt auf die dunkle Wiese davor und eine Herde Wasserböcke sucht sich gerade einen Schlafplatz. Sie sollen fast jeden Abend hier grasen und nächtigen.
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201114. Nov. 2019 · #16
Uganda, auf zu den Murchinson Falls
7.Oktober 2019 Wir stellen unseren Wecker auf 6.00 Uhr, begeben uns bald zum Frühstücksbüffet und sind somit fast die letzten Gäste, die hier ihr Frühstück genießen. Die Reisegruppen sind ab 6.00 Uhr auf Tour. Eigentlich sehen wir keine Notwendigkeit so früh aufzubrechen, da Raubkatzen ohnehin nur schwer im Gras zu finden sind und alle anderen Tiere tagsüber herumlaufen. Wir verlassen die Lodge gegen 7.00 Uhr, um langsam bis zur Paara Lodge zu fahren. Unterwegs am Wegesrand oder auf Bäumen...
Der Geier wartet wohl noch auf die richtige Thermik 🤪
Dieses Mal frisst er den Wurm selber 😮
Eine echte Alternative zum Auto, besonders umweltfreundlich! 😊
Die Paara Lodge befindet sich am Fähranleger und somit am Südgate. Dort wollen wir uns ein Ticket für eine Flussfahrt zu den Murchinson Falls besorgen. Die Fahrt startet um 14.00 Uhr, dauert 3 Stunden, wenn man auch wieder mit dem Boot zurückfährt. Wir wollen aber nur bei gutem Wetter unterwegs sein und klären ab, ob wir auch bei Regen fahren müssen. Es sind die Plätze im Boot reserviert und wir brauchen erst mittags zu zahlen, so dass wir bei Regen einen Rückziehen machen können. Unser Tank zeigt wenig Benzin an und die einzige erreichbare Tankstelle im Park gehört der Paara Lodge. Also besorgen wir uns einen Voucher für 35 Liter Benzin und fahren zur Tankstelle. Danach folgen wir den Parkwegen zu den Tieren.
Die Vielfalt an unterschiedlichen Arten ist nicht sehr groß, immer wieder treffen wir auf Büffel, Elefanten, Giraffen und Kobs und Oribis.
Große Elefantenherde kreuzt unseren Weg Ein Jungtier ist auch dabei und wird gut beschützt.
Irgendwo halten wir zu einem Mittagsimbiss, bevor wir gegen 12.30 Uhr zur Paara Lodge zurückkehren und dort noch etwas zum Trinken bestellen. Im Curio Shop bekommen wir Postkarten und Briefmarken, die wir hier auch gleich schreiben und absenden können. In Uganda kennt man solche touristische Eigenart sonst wohl nicht. Wir haben auf keiner weiteren Lodge Karten und Briefmarken finden können. Die Pakuba Lodge verfügt auch über einen Souvenirshop, dort werden aber keine Postkarten angeboten. Im Zeitalter von What`s App und Co ist das wohl auch nicht mehr „in“. Im Restaurant lernen wir ein niederländisches Paar kennen. Tochter und Vater, sie erforscht die Billharziose in Uganda für eine schottische Universität und bereist mit ihrem Vater, vor Abschluss der Arbeiten, das Land. In dieser Lodge treffen wir auch auf deutschsprachige Gäste, die allerdings an der International School of Uganda in Kampala arbeiten und hier ein verlängertes Wochenende verbringen. Es ist Independence Day-Ferien! Die Lodge ist in den Nationalfarben zum Independce Day geschmückt.
Pünktlich um 13.30 Uhr öffnet der Himmel seine Tore. Es regnet und wir überlegen, was wir tun sollen. Lohnt eine Bootstour? Ein wenig Blau ist schon wieder zu sehen und zusammen mit den Niederländern entschließen wir uns zu fahren. Bis zum Anleger ist es guter Kilometer bergab. Unser Auto parkt direkt vor den Booten. Bis 14.00 Uhr füllt sich der Platz. Diverse Touranbieter und Guides kommen mit ihren Gästen. Mehrere Boote starten zu den Falls.
Schon ein bisschen durch Wind und Regen zerzaust 🙁 , aber glücklich in Uganda zu sein! Mit dem Boot kann man zu einem Anlegepunkt bringen lassen und von dort zu Fuß zu den „Top of the Falls“ laufen oder mit dem Boot wieder zurückfahren. Wir entscheiden uns für die Hin- und Rückfahrt mit dem Boot, werden aber übermorgen zu „Top of the Falls“ fahren und laufen. Man kann vom Südteil des Parks über eine neue, von Chinesen gebaute, Straße zu einem großen Parkplatz gelangen. Die Chinesen planen übrigens einen Staudamm zu bauen!!! Unser Boot tuckert langsam am Regenwald entlang, verschiedene Vögel, Hippos, Waterbucks oder Elefanten sind zu sehen. Unser Guide erzählt das ein oder andere Interessante über die Tier -und Pflanzenwelt am Fluss.
Diese Hippomutter hat gerade ein Kalb geboren (eine Woche alt!), sie lässt sich gar nicht von dem Boot stören 😘
Kingfisher sind sehr zahlreich vorhanden
Dann ziehen schwarze Wolken auf und in Sekundenschnelle platzt der Himmel über uns. Im Boot gibt es zum Glück Regenumhänge für jeden.
Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei und der Himmel reißt wieder auf und bald sehen wir den Murchinson Fall.
Wir bekommen Trinkwasser und eine Platte mit kleinen Snacks der Lodge gereicht. So kann man es aushalten und sich gemütlich über den Fluss schippern lassen. Bis auf eine weitere Frau und uns verlassen alle das Boot an der Anlegestelle vor den Falls. Wir haben aber die Chance, um einen Felsen herum, noch einen besonderen Blick auf die Spalte mit dem Wasserfall zu richten, bevor wir langsam zurückfahren.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir trocken unser Auto,
die Fähre über den Fluss wird in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören, der Brückenbau geht schnell voran. Gute 30 Minuten später erreichen wir die Pakuba Lodge. Es bleibt noch genügend Zeit zum Duschen und für einen Sundowner. Der ugandische Gin „Varangi“ ist etwas leichter, als der London Gin oder Bombaysapphire, aber man kann ihn trinken!
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200915. Nov. 2019 · #17
Hallo Biggi, auch ich habe deinen RB im Abo. Ich liebe solche, etwas außergewöhnliche, Reiseberichte, auch wenn Uganda noch nicht auf meiner to-do-list steht. Sehr schön gibst du deine Eindrücke und mit tollen Fotos wieder. Freue mich auf deine Fortsetzung. PS: Übrigens besitzen wir die gleichen Kettenanhänger (sieht zumindest so aus, wie mein Andenken (Känguru mit Opal) an unsere 1. Australienreise 1994) 🙂
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201116. Nov. 2019 · #19
Noch ein Tag zur Entspannung im Murchinson Falls NP
8.10.19 Heute Morgen sind wir früh unterwegs und verlassen auch gegen 6.00 Uhr die Lodge. Über den Pakuba Track folgen wir den Spuren nach Süden zum Delta Point.
Sonnenaufgang zwischen Wolken!
Zwei Fischer im Mekoro unterwegs zwischen dem entfernten Schilf.
Es sind aber auch heute keine Löwen oder Leos zu sehen. Die Tiere sind alle ganz entspannt und man sieht immer wieder die gleichen Tiergruppen, neue Tiere sind nicht zu entdecken. Der Austausch mit anderen Safarifahrzeuge ergibt immer die gleichen Verdächtigen.
Husarenaffen sind sehr hübsch..
...aber auch scheu!
Egrets im Fluge 🙂 Scharlachspinte tauchen immer paarweise auf ..,
sie sind so hübsch! 😘
Nilgänse kommen hier auch ganz zahlreich vor
Hübsch sind auch die Trappen anzusehen.
Schwarzkopfkiebitz
Und ein paar Zebramangusten laufen schnell vor uns weg
Kurz vor der Lodge kreuzt wieder eine Elefantenherde unseren Weg mit Vögeln! 🤩
Gegen 10.00 Uhr sind wir wieder auf der Lodge. Die Sonne scheint, Zeit für einen Cappuccino im Schatten, danach lege ich mich in die Sonne an den Pool, schwimme ein paar Runden und lese. Der Vormittag ist zum Faulenzen. Manfred bestellt später zwei Amarula, die eisgekühlt mit Nüssen serviert werden. Lange hält man es nicht in der Sonne aus, das Schattendach wird von uns eingeweiht, aber für mich kommt es zu spät. Trotz Sonnenschutz zeigen sich verdächtige rote Stellen. Gut eincremen!!
Dieses Bild entstand schon einen Tag eher Vom Pool blickt man über den Nil zu einem sehr traditionellen Dorf Ein paar Vögelchen oder Agamen huschen vorbei...
Feuerweber
Am Nachmittag starten wir erneut zu einer Tour. Wir wollen zu den Nysamika Cliffs. Laut Reiseführer muss der Blick von den Cliffs sehr schön sein, dumm ist nur, dass außer uns niemand die Idee hatte dorthin zu fahren. Die direkte Zufahrt ist leider so zugebuscht, dass man sie nicht befahren kann, schon gar nicht bei Regen. Es wurde jetzt nämlich wieder so dunkel, dass wir befürchten, die Wege nicht mehr befahren zu können.
Einfahrt zu den Cliffs! Wenige Minuten später fallen bereits die ersten Tropfen auf unser Auto und dann stehen wir mitten in einem Sturzbach. Es geht unglaublich schnell und der dicke Regen ist da. Wenn die Wolken erst einmal zum Guss geöffnet sind, hat man keine Chance mehr sich auch nur ein bisschen fortzubewegen. Also bleiben wir am Rand stehen und tuen das, was auch die Tiere tuen, sie sammeln sich und warten. Was für ein Schauspiel!
Augen zu und durch.....! 😈
Heute Mittag erzählte ein Guide, dass sich auf einem Baum an einer bestimmten Stelle ein Leopard befinden soll. Eigentlich wollten wir noch dort hin, nach diesem Regen sind die Wege aber kaum noch passierbar. So dass wir darauf verzichten und den Weg zur Lodge einschlagen. Das ist schon rutschig genug, denken wir. Noch ahnen wir aber nicht, dass dieses erst der Anfang ist und manche Wege in einem noch schlimmeren Zustand sind.
Erosion vor dem Regen, aber durch viel Wasser verursacht. Auf dem Weg zur Lodge, noch ein paar Vögel...:
Schuppenkopfweber
Die Pakuba Lodge erreichen wir einigermaßen trocken mit einem braunen Auto, voll mit Schlamm. Wir sitzen gemütlich vor unserem Zimmer und beobachten die Umgebung – entschleunigen! Ein paar Regentropfen, Blitz und Donner tanzen über dem Nil und das gegenüberliegende Ufer taucht im Dunst und Nebel unter. Wir sitzen aber im Trockenen und betrachten dieses Schauspiel.
Vor uns auf der Wiese tummeln sich die Agamen und Warthogs. Das Restaurant erreichen wir später wieder trocken.
Morgen verlassen wir diesen Teil des Parks, eigentlich hätten auch zwei Nächte gereicht, doch muss man erst die Erfahrung sammeln, was uns hier erwartet.
tiggiThemenstarter1'557 Beiträge · seit 201117. Nov. 2019 · #20
Mit der Fähre über den Murchinson Fluss zur Budongo Lodge
Wir verlassen gegen 7.00 Uhr die Lodge. Hier hat es uns sehr gut gefallen, nettes Personal, netter Sevice, gutes Essen, tolle Ausblicke! 😘 🙂 Wir fahren zuerst zur Paara Lodge, um erneut einen Tankvoucher zu besorgen, ein Angestellter muss bis zur Tankstelle mitgenommen werden, damit er uns betankt. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Tickethäuschen für die Fähre. Gegen 8.30 Uhr stehe ich am Schalter. Die Fähre soll um 9.00 Uhr ablegen. Manfred ordnet sich schon einmal in die Warteschlange vor den Anleger.
Hier erlebe ich nun eine echte Bürokratiecomedy auf ugandisch. 😈 🤩 😈 Ich muss ein paar Mal nach Luft schnappen und bin mir sicher, die Frau im Schalterhäuschen meint es nicht ernst, was ich gerade verstanden habe. 🤢 Aber es ist tatsächlich so: Unser Parkpermit endet um 9.08 Uhr. Jetzt erklärt die Frau, dass die Fähre um 9.00 Uhr ablegt, 5 Minuten bis zum anderen Ufer benötigt und wir nicht sofort herunterfahren können. Das Gate befindet sich kurz dahinter, aber in drei Minuten schaffen wir es nicht pünktlich am Gate zu sein. Also muss ich noch einmal 80 US$ für einen weiteren Tag nachzahlen. Ich schaue die Frau an und versuche zu verstehen, was sie gerade gesagt hat. Schnappatmung setzt ein! 😣 🤢 Dann frage ich noch, ob ich nicht anteilig für eine Stunde zahlen kann. Keine Chance! Ich glaube es nicht! 😐 Nun fügt sich aber doch noch alles zum Rechten... 😮 😉 und nur, weil wir auf der Budongo Lodge übernachten. Wir haben somit Glück und ich muss tatsächlich für einen weiteren Tag zahlen. Wir übernachten in der Budongo Eco Lodge, die sich noch im Park befindet. Die Parkgrenze ist nicht am Fluss! 😛 Gäste, die den Park entgültig verlassen, zahlen tatsächlich die volle Gebühr, wenn sie nur 3 Minuten später diesen verlassen. Hier ist man ganz genau! 😊 Jetzt wird es aber besonders lustig: Die Fähre soll um 9.00 Uhr ablegen, es ist 8.50 Uhr und wir verlassen bereits das Ufer, sind um 8.55 Uhr und weitere drei Minuten später am ersten Gate. Nun stelle man sich mal vor, ich hätte für einen ganzen weiteren Tag bezahlt! Die Tante im Ticketoffice musste wohl ihre Macht ausspielen - grrrrr! 🤩 🤩 😏 Das Fährticket fürs Auto kostet 8 US$.
Zur Unterhaltung der Wartenden machen die Jungs ein bisschen Musik, um ihren Geldbeutel aufzufüllen 😘
Damit ihr wisst, wo man sich befindet!!!
Auf geht es!!
Die Fähre hält den Zeitplan nie so genau ein, mal fährt sie 10 Minuten eher, mal fährt sie 10 Minuten später, je nachdem wie sie belegt ist. Bitte beachten, wenn ihr als Selbstfahrer unterwegs seid.
Nun haben wir ein weiteres Permit und dürfen uns frei bewegen. Also fahren wir zu „Top of the Falls“...über die fast fertige neue Straße.
(von den Chinesen erbaut)
.....und laufen über die Plattform zum Wasser.
Schöne Ausblicke werden fototechnisch festgehalten.
Bald sind wir allerdings durchnässt, da der Sprühnebel keine Rücksicht nimmt. Aber es ist kein Regen, der von oben fällt! 😘
Ausblicke vom Wanderweg - hinunter..
Gegen Mittag erreichen wir die Budongo Eco Lodge. Von hier ist ein Schimpansen Trecking geplant. Der Empfang ist sehr nett, mit Erfrischungsdrink und feuchten Tüchern. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen die Cabin Duiker, die am weitesten vom Hauptgebäude entfernt ist. Eine Holzhütte mitten im Wald mit tierischen Mitbewohnern. Auch hier steht den Gästen immer heißes Wasser, Tee und Kaffee zur Verfügung.
Wir setzen uns mit einem Cappuccino, Joghurt und Keksen auf die Terrasse unserer Cabin und schauen in den Wald, hören die Affen kreischen und beobachten Schmetterlinge und die wenig fotogenen Vögel. Ein Rotschwanzcolobus wagt sich nahe an uns heran und erlaubt ein paar Fotos.
Die Paviane streiten lautstark und schauen grimmig drein, kein Fotoobjekt! Hier ist einiges los, die Geräusche lassen erahnen, dass der Wald lebt. Gegen 13.30 Uhr gehen wir mit Trekkingstiefeln, langen Hosen und Wasser zur Lodge. Unser Guide Don erwartet uns zum Briefing. Kurz danach sind wir soweit und voller Vorfreude auf die Chimpis. Wir folgen dem Gewirr des Regenwaldes, finden Schlafnester der Chimpis, ihre Kacke und viele Bauten, die Röhren der lauten Grillen.
Don versucht herauszulesen, wie alt sie ist und wann sie hier waren. Ein weiterer Guide ist ebenfalls auf der Suche nach den Affen und gibt regelmäßig per Funk seinen Standpunkt durch. Heute Morgen wurde eine Familie an der Straße gesehen, nun wollte Don aber einen anderen Weg einschlagen, um eine weitere Gruppe Schimpansen zu finden, es geht immer tiefer in den Busch, durch Bäche, über Wurzeln und unter feuchten Riesenblättern hindurch. Das ist alles ganz schön, aber wir hören und sehen keine Schimpansen. Ein Buschböckchen taucht vor uns auf, verschwindet aber auch ebenso schnell wieder. Wir laufen weiter. Es vergehen die Stunden. Don sucht die Fig-Trees, die Feigenbäume, auf denen die Früchte reif sind und den Tieren als Nahrung gelten. Wir finden frischen Kot, aber weiterhin keine Schimpansen. Dann stehen wir auf einem Platz, der eine besondere Zusammensetzung des Sandes aufweist und Salze beinhaltet, ein Platz an dem alle Tiere irgendwann einmal zu Lecken erscheinen. Nach 4 Stunden ist mein Mann am Ende seiner Fähigkeiten weiter zu laufen, sein Knie schmerzt und es besteht keine Aussicht auf Schimpansen. Ich spreche Don an, warum wir nicht der Gruppe von heute Morgen gefolgt sind, er erklärt es so, dass die Guides immer andere Gruppe aufsuchen, damit nicht eine Gruppe zu stark durch die Touristen in ihrem Lebensraum gestört wird. 😏 Wir folgen den Pfaden an die Straße und müssen noch 3 Kilometer zur Lodge laufen. 🤢 Ich schlage Manfred vor, dass er hier wartet und ich ihn mit dem Auto abhole. Don gefällt das gar nicht, er möchte mit uns gemeinsam zurück zur Lodge, trotzdem gehe ich mit ihm und erkläre, dass Manfred ein künstliches Kniegelenk hat und immer noch Probleme beim längeren Laufen. Nach kurzer Zeit wartet ein Mann mit Motorrad am Wegesrand, ich schlage vor, Manfred mit dem Motorrad abzuholen, meine es aber gar nicht so ernst. 😄 Don ist jedoch sehr entschlussfreudig und schon ist er weg, hat er Manfred eingeladen und die beiden rasen an mir vorbei. Selbst die Aufnahmen mit dem Handy sind rasend 😄 😄 😄
Der nette Eigentümer des Motorrades begleitet mich zur Lodge, er sei ein Freund von Don und wohne auch im Angestellten-Village von Budongo. Er arbeitet für den Forest. Von ihm erfahre ich, dass der Ausbau der Straße nicht gewünscht ist, dass die Chinesen im Westteil des Waldes nach Öl suchen und fündig wurden und von dem großen Staudammprojekt. Er ist gar nicht glücklich über diese Invasion der Chinesen. Das hören wir auch von anderen Leuten.
Es ist bereits 18.00 Uhr als wir die Lodge erreichen und heute haben wir den teuersten Waldspaziergang ever unternommen. 🤩 🤩 🤩 Eine warme Dusche erfrischt uns, das Licht funktioniert gerade, es ist noch trocken und … unsere tierischen Mitbewohner begrüßen uns in der Cabin. Ich öffne meine Koffer, der Reißverschluss war offen und der Deckel lag locker drauf, da sehe ich (ohne Brille) aus dem Augenwinkel etwas auf den Rand des Koffers hüpfen und schreie :“Ein Frosch!“. Dieser Frosch stellt sich bei näherer Betrachtung durch meine Brille als Maus heraus. Sie hat es sich zwischen Socken und T-shirts bequem gemacht und nagte an einem Paket mit Keksen. Ich glaube, sie ist aber nicht bis zu den Keksen vorgedrungen und hat nur die äußere Verpackung angenagt. Ich habe sie offensichtlich noch rechtzeitig gestört. Ich nehme die Verfolgung auf, sie flüchtet in das offene Regal und verschwindet in einem Loch im Holz. Ich glaube, diese Maus hätte ich besser nicht verfolgt, denn direkt im Regal lebt eine große Spinne, die nicht sehr freundlich aussieht. Zum Glück schlafen wir unter Moskitonetzen! Wir sind eben mitten im Regenwald in einer spartanischen Holzhütte.
Zum Dinner erwartet uns ein Candellightessen.
Aus Briefumschlägen wurde Kerzenhalter erstellt, die alle um unseren Tisch im Garten aufgestellt waren. Die junge Angestellte hat sich wirklich viel Mühe gegeben, kommt jedoch nicht mit den Getränken zurecht. Wir wollen einen Gin Tonic bestellen, den gibt es nicht, obwohl die Bar gut gefühlt aussieht. Als wir nach Cola fragen, antwortet sie, dass es nur Cola Zero gibt. Wir erhalten später aber keine Zero, sondern eine Normale. Das Essen ist nicht der Brüller, aber ok. Insgesamt ist das Essen in Uganda einfacher als im übrigen Afrika der Südhalbkugel. Ein paar Überraschungen sollen wir dennoch in den nächsten Tagen erleben.
Nach dem Essen genießen wir noch einen Gin Tonic aus unserem Auto, beobachten die trockenen Blitze am Himmel und fallen bald ins Reich der Träume.