THEMA: Uganda 2015 - Eine affenstarke Tour
18 Jul 2015 17:45 #392140
  • pedro62
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  • pedro62 am 18 Jul 2015 17:45
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Noch ausgiebig frühstücken, dann gings zurück nach Entebbe (über Kampala mit seinem schrecklichen Verkehr) zum Ausgangspunkt meiner Reise dem ‚Airport Guesthouse‘.
Von nun an war nur noch Erholung angesagt. Fotos sichten, auf Notebook überspielen, etc.
Am Vormittag des nächsten Tages habe ich dem ‚Wildlife Education Center‘ einen Besuch abgestattet, einer Art Zoo wo auch den Einheimischen (speziell den Kindern) die artenreiche Tierwelt Ugandas nahegebracht wird. Für mich war es die letzte Chance zumindest in Gefangenschaft einen Schuhschnabel, diesen komischen urzeitlichen Vogel mit seinem ungewöhnlichen Schnabel zu sehen.







Da ich, dank ausgebliebener größerer Pannen, einen ganzen Tag früher mit meiner Rundreise fertig war, buchte ich meinen Flug zurück nach Dubai um, damit ich dort zwei Tage zur Verfügung hatte. Meinen Mietwagen, der im Großen und Ganzen sehr zuverlässig war, wurde von Patrick, dem Fahrer von ‚Alpha Rent a Car‘ vorzeitig abgeholt und nach Kampala zurück überstellt. Die Rückgabe war äußerst unkompliziert und ging schnell über die Bühne. Die ausstehenden 100000,-- UGX die ich für die Bremsenreparatur ausgegeben hatte wurden mir ohne Rechnung und ohne Aufforderung ausgehändigt. Ich kann ‚Alpha Rent a Car‘ guten Gewissens weiterempfehlen.

Am 26.6 trat ich pünktlich meinen Rückflug mit Emirates nach Dubai an, um dort den krassen Unterschied zwischen Arm und Reich vor Augen geführt zu bekommen…

Das Resümee meiner Reise:
Uganda ist ein wahnsinnig interessantes Land, wobei das Hauptaugenmerk für mich auf der hohen Primatendichte lag. Wer einmal Schimpansen, Gorillas und andere Affenarten hautnah sehen will wird in Uganda nicht enttäuscht. Wer allerdings in den Nationalparks erwartet eine ähnliche Tierdichte wie in NPs anderer Länder anzutreffen, wird wohl enttäuscht sein. Die Herrschaft Idi Amins hat den Tierbeständen extrem zugesetzt, damals wurde wohl alles abgeknallt was sich bewegt hat und es wird noch Jahrzehnte dauern um wieder den ursprünglichen Bestand zu erreichen. Ich hatte nie das Gefühl nicht sicher zu sein, die Menschen waren überwiegend freundlich und hilfsbereit. Beim nächsten Mal würde ich vermutlich einen Fahrer nehmen oder mich einer organisierten Tour anschließen, selbst zu fahren ist teilweise anstrengend und nicht ungefährlich zumindest wenn man alleine unterwegs ist.
Der Tourismus ist noch immer in den Kinderschuhen und man muss ganz schön tief ins Portemonnaie greifen um ein wenig Luxus bei den Unterkünften zu erhalten. Auch die NP-Gebühren (und ganz speziell das Gorillatrekking) sind nicht von schlechten Eltern. Es ist schon ein sehr hochpreisiges Land, wo viel Geld bei der korrupten Elite Kampalas versiegt, wie leider auch in vielen anderen afrikanische Ländern aber auf jeden Fall eine Reise wert. Hoffen wir, dass die bevorstehenden Wahlen in Uganda den friedlichen Weg des Zusammenlebens der Menschen untereinander fortsetzt und damit auch der Tierwelt einen Fortbestand sichert.

Ich hoffe es war der eine oder andere Tipp, die eine oder andere Anregung dabei, um das Reiseland Uganda auf so manche Todo oder Tosee-Liste zu setzen.



Unterkünfte während der Reise mit kurzer (subjektiver) Bewertung:


Entebbe – Airport Guesthouse
: Beliebte und sehr empfehlenswerte Unterkunft am Beginn und/oder Ende einer Uganda-Rundreise. Gutes Essen, hilfsbereite Mannschaft. Hier passt das Preis/Leistungsverhältnis.

Masindi – Masindi Hotel: Für eine Nacht empfehlenswert auf dem Weg in den Murchison Falls National Park. Altes Hotel im Kolonialstil das schon berühmte Persönlichkeiten wie Humphrey Bogart und Katharine Hepburn beherbergte. Die besten Zeiten hat das Hotel aber schon gesehen. Tipp: Ruhiges Zimmer im hinteren Trakt wenn möglich verlangen, der Verkehr lässt einen sonst nicht schlafen.

MFNP – Paraa Safari Lodge: Direkt nach der Fähre über dem Nil auf der nördlichen Seite des NP. Luxusunterkunft mit entsprechenden Preisen. Sehr schöne Lage, gutes Essen. Hier ist alles geboten um es sich gut gehen zu lassen.

MFNP – Murchison River Lodge: Sehr nett gelegene Lodge im südlichen Teil des NP, knapp außerhalb des NP. Von hier sind es rund 4 km zur Fähre in Paraa. Ich hatte ein Zelt fast am Fluss, hier steigen manchmal auch Nilpferde aus dem Wasser und spazieren umher – sehr idyllisch. Vom Haupthaus und dem vorgelagerten Garten hat man einen schönen Blick über den Nil und den nördlichen Teil des NP.
Fort Portal – Kluges Guestfarm: Rund 18 km außerhalb der Stadt gelegen in einem schönen Waldgebiet. Wirklich schön angelegter großzügiger Garten. Besitzer ist ein Deutscher mit seiner ugandischen Frau. Die Farm ist auch bei betuchteren Einheimischen aus Fort Portal für einen Wochenendaufenthalt sehr beliebt. Absolut empfehlenswert.

Kibale Forrest – Kibale Forrest Camp: Das Camp liegt in einem sehr dichten Waldgebiet rund 5 km vom Nationalparkeingang , von wo die Schimpansen-Trekkings durchgeführt werden. Die schlichten Zelte liegen weit verstreut auf dem Areal. Die nächtliche Geräuschkulisse ist atemberaubend. Affen findet man ständig irgendwo in den Bäumen.

Queen Elisabeth NP – Queen Elisabeth Bush Lodge: Die netten Häuschen stehen auf der Anhöhe über dem Kazinga Kanal. Das abendliche Essen war ausgesprochen schmackhaft auf dem sehr idyllischen Vorplatz bei offener Feuerstelle und vorbei spazierenden Nilpferden. Alleine sollte man während der Nacht nur bedingt herumlaufen, da Nilpferde und sogar Elefanten das Camp aufsuchen können. Weniger gut fand ich die Toiletten im Häuschen (geruchsbelästigend) und die im freien liegende Dusche mit sehr spartanischer Dusch- und Waschmöglichkeit. Das Preis/Leistungsverhältnis passte für meinen Geschmack hier nicht.

QENP-Ishasha Jungle Lodge: 2 km gegenüber dem Eingangstor zum Ishasha Teil des QENP. Ich war dort der einzige Gast aber die Lodge ist absolut empfehlenswert. Küche hervorragend, nett eingerichtete Zimmer in kleinen verstreuten Häuschen. Würde ich jederzeit wieder nehmen.

Bwindi NP – Buhoma Community Rest Camp: Einfache Unterkunft in mitten einer grandiosen Landschaft mitten im undurchdringlichen Regenwald, Affenbesuch auf der Veranda garantiert. Hier beginnen die Touren zu den Gorillas in Buhoma. Die Einkünfte aus dieser Unterkunft kommen der Community zugute (eine der wenigen Einnahmequellen aus dem ‚Gorillageschäft‘, ein großer Teil des Permitgeldes fließt leider nach Kampala in die diversen Kanäle). Preislich wird man nichts Günstigeres in der Umgebung finden.

Lake Bunyonyi – Bunyonyi Safari Lodge: Leicht überdimensioniertes Hotel, direkt am See gelegen. Man war sehr bemüht, obwohl oder gerade weil ich der einzige (!) Gast war. Es war alles nötige vorhanden aber der Brüller war es auch nicht gerade.

Lake Mburo NP – Eagle‘s Nest: Hoch über dem Lake Mburo NP auf einem Berg mit herrlichem Ausblick. Zelte mit außen liegenden Sanitäreinrichtungen. Die An- und Abfahrt ist etwas ‚gewöhnungsbedürftig‘ da ein ziemlich steiler Weg nach oben zur Lodge führt. Ansonsten sehr zu empfehlen.
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18 Jul 2015 17:57 #392142
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Hallo Marina

Ich muss gestehen, dies ist das einzige Foto das ich wirklich nachbearbeitet habe, denn der Himmel war ursprünglich grau in grau. Alle anderen Aufnahmen haben nur den normalen Entwicklungsprozess aus einem digitalen Negativ zu einem JPG durchlaufen :)

Danke dass Dir mein Bericht gefällt, Du hast ja auch einen nicht unwesentlichen Teil zu meiner Planung beigetragen ;)

LG Peter
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18 Jul 2015 18:16 #392147
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  • Clamat am 18 Jul 2015 18:16
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Hi Peter,

ein toller Reisebericht mit genialen Bildern, hättest ruhig noch länger reisen dürfen :lol:

Gibts vielleicht noch so einen klitzekleinen Bildernachschlag, büüüütttteee :kiss:

LG

Claudia
Unsere Reisen findet man unter: clamat.de/
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18 Jul 2015 18:28 #392152
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Danke für Dein Lob, ja wäre gerne länger unterwegs gewesen, wobei für Uganda hat mir die Zeit gereicht, aber es gäbe ja noch genug andere Ziele. Letztes Jahr hatte ich das absolute Kontrastprogramm - Island - und es war auch megastark.
Ich bastle ja schon an meiner nächsten Reise, die mich ev. in die Arktis oder Antarktis führt, mal sehn...
Afrika ist ein wunderbarer Kontinent und es gäbe noch genug Länder zu entdecken, leider ist das Leben viel zu kurz um alles sehen zu können...

Tja mit dem Nachschlag... mehr Fotos hab ich nicht gemacht, naja ein paar schon noch, aber es fehlt mir momentan die Zeit für die Nachbearbeitung, mal sehen vielleicht finde ich nochmal ein paar....
LG Peter
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18 Jul 2015 18:36 #392153
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  • Butterblume am 18 Jul 2015 18:36
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Hallo Peter,

vielen, herzlichen Dank für deinen wunderbaren Bericht, der sehr angenehm zu lesen war und die wesentlichen Infos nicht usgeklammert hat (Resümee und Unterkunftsbeschreibung). Kurz ein Reisebericht, der ganz auf meiner Wellenlänge lag. Vor allem danke ich dir, dass du aus diesem Bericht keine monatelange (jahrelange) Endlosstory gemacht hast. So war man beim Lesen immer noch Bilde, was in den Reisetagen zuvor passiert ist!

Letztes Jahr hatte ich das absolute Kontrastprogramm - Island - und es war auch megastark.
Ist ja witzig. Island haben wir nächstes Jahr im Programm. :woohoo:

Ich hoffe es war der eine oder andere Tipp, die eine oder andere Anregung dabei, um das Reiseland Uganda auf so manche Todo oder Tosee-Liste zu setzen.

Da wir im Oktober relativ flexibel reisen, werden wir nach deinem Bericht versuchen, das Buhoma Community Camp noch einzubauen. Mal schauen, ob uns die Baumlöwen in Ishasha gehen lassen. :whistle:

Der Tourismus ist noch immer in den Kinderschuhen und man muss ganz schön tief ins Portemonnaie greifen um ein wenig Luxus bei den Unterkünften zu erhalten.

Gott sei Dank steckt der Tourismus in den Kinderschuhen!!! Für meine (egoistischen) Bedürfnisse ist das genau passend, denn den recht europäischen Massentourismus im südlichen Afrika in vielen Nationalparks mögen wir nicht so sehr. Den Einheimischen wäre jedoch eine verlässliche Einkommensquelle zu wünschen. Die Medaille hat leider zwei Seiten.

Unterm Strich empfinde ich Uganda als das preiswerteste der drei ostafrikanischen Länder Kenia, Tansania und Uganda. Vor allem weil man gut gewartete preiswerte Allradfahrzeuge in Uganda mieten kann und die Unterkünfte in den Nationalparks oder direkt davor wesentlich preiswerter sind wie in Kenia und Tansania. Die Nationalparkgebühr ist durchschnittlich niedriger und die internationalen Flüge nach Entebbe sind auch kurzfristig gebucht noch bezahlbar. Das größte Loch in die Reisekasse reißt sicherlich das Gorilla-Trekking. Aber m. E. ist die Gebühr gerechtfertigt.

Wir lieben Uganda vor allem wegen der unglaublich netten und offenen Menschen, die uns leicht Einblick in ihre Lebensweise geben und gerne Kontakt mit uns aufnehmen. :)

Herzlichen Dank und Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

www.butterblume-in-afrika.de
Letzte Änderung: 18 Jul 2015 18:38 von Butterblume.
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