THEMA: Vom Kidepo bis zum Lake Kivu, Uganda und Ruanda
16 Sep 2014 19:50 #354117
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  • ANNICK am 16 Sep 2014 19:50
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Coucou Chris,

Endlich sind wir in Ruanda angekommen! B)

Der Bloke freut sich bestimmt auch..... :P

Bin gespannt wie es weitergeht. Sind nächstes Jahr nämlich auch dort unterwegs. :)

Liebe Grüsse
Annick
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17 Sep 2014 18:03 #354202
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Mittwoch, 31.07.2014

Nach dem Frühstück auf dem Zimmer fahren wir zu den südlich von Kigali gelegenen Kirchen in Nyamata und Ntamara wo vor 20 Jahren 10-15.000 Tutsi ermordet wurden und die heute als Gedenkstätten eingerichtet wurden.
Zuerst geht es aber wieder zum Place de l'Unite Nationale wo wir das Auto abstellen und ein wenig rumlaufen.









Dann geht es quer durch Kigali zu der Kirche in Nyamata, wo wir von einem Guide rumgeführt werden.



Hier sind zwischen dem 11. und 12. April 1994 über 10.000 Tutsis grausam ermordet worden. Auf den Bänken innerhalb der Kirche liegen die Kleidungsstücke vieler Opfer und man erkennt in den Türen, Fenstern und Wänden wie die Angreifer versucht haben in das innere der Kirche zu gelangen.
Auf dem Aussengelände befinden sich in einer Krypta Kleidungsstücke der Kirchenangehörigen und die menschlichen Überreste der Opfer.









Wir können es einfach nicht begreifen wie das damals alles so geschehen konnte, das Schlimme ist, das der Mensch nicht aus solchen Ereignissen lernt.

Ein paar Kilometer weiter liegt die Kirche von Ntamara, Nele ist bedient und bleibt lieber im Auto.
In Ntamara, wo am 15. April 1994 5.000 Tutsis ums Leben kamen. werden wir von einem Tutsi, der den Genozid miterlebt hat, durch die Gedenkstätte geführt.





In der Kirche sind einige Kleidungsstücke aufgehängt und in den vielen Särgen sollen sich die Überreste von einigen hundert nicht identifizierter Opfer liegen. Direkt neben dem Eingang stehen noch grosse Regale auf denen die Knochen und Schädel, unter anderem auch Kinderschädel, aufgebahrt sind.







Neben der eigentlichen Kirche sind noch die Küche und die Sonntagsschule zu besichtigen in denen damals auch viele Kinder getötet wurden.
Bei den Erzählungen läuft es uns kalt den Rücken runter und wir haben Tränen in den Augen. Der Guide erzählt uns noch von seinen Erlebnissen und wir fragen ihn wie es heute mit den Hutus und Tutsis aussieht. Er sagt, heute fühlen sich alle nur noch als Ruander und alle versuchen gemeinsam diese schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten.
Sehr beeindruckt und nachdenklich verlassen wir die Gedenkstätte und stellen fest, das Ruanda die Kehrtwende geschafft, in nur 20 Jahren nach dem Völkermord scheint das Land zusammen gewachsen zu sein, das merken wir als Touristen daran wie die Ruander mit den Geschehnissen von damals umgehen. Wir haben das Gefühl, Ruanda ist eines der besser organisierten Länder in Afrika, deswegen ist es auch für uns Touristen ein tolles Gefühl durch dieses Land mit seiner schmerzvollen Geschichte zu reisen.
Nele hat in der Zwischenzeit mit anderen Problemen zu kämpfen, sie musste sich die ganze Zeit von den Kindern "Gimme Football, Gimme Pen, Gimme Money, Gimme Choclate" anhören, auch das gehört zu Ruanda.
Auf dem Rückweg halten wir an einem grossen Markt an und kaufen uns noch einen Beutel voll Kartoffeln und fahren kreuz und quer durch die Stadt, die uns allen ziemlich gut gefällt, es ist überall sauber und es herrscht diese afrikanische, aber geordnete Durcheinander, und es macht grossen Spass mittendrin zu sein.









Von weitem können wir dann die Flutlichtmasten vom Nationalstadion erkennen, da wir Zeit haben versuchen wir da mal hinzukommen.
Als wir dort ankommen leuchten die Nationalfarben Ruandas so toll, das wir mal fragen wollen, ob wir nicht kurz hinein dürfen.
Vom Seiteneingang werden wir dann zum Haupteingang geschickt, die Polizisten sind super freundlich und lassen uns dann rein. Wir gehen zuerst auf die Tribüne, dann in den Innenraum und anschließend durch die Haupttribüne wieder zurück.






Die Polizisten freuen sich immer noch über die Abwechslung und als wir gemeinsame Fotos machen und diese auch noch ausdrucken werden wir gedrückt und umarmt, das sind so die kleinen Geschichten die das Reisen in Uganda und Ruanda so besonders machen.



Auf dem Rückweg in die City fahren wir noch durch das Regierungsviertel und dann wollen wir im Nakumatt einkaufen. Die Parkplatzsuche ist ziemlich schwierig, wir kurven 2 x im Kreis finden aber an der Strasse keinen Platz. Im Kigali City Tower, wo auch einer der beiden Nakumatt Supermärkte ist, gibt es auch ein Parkhaus, da quälen wir uns mit unserer Kiste rein und laufen dann ein wenig durch die Stadt.
Zuerst gehen wir aber zum Fantastic Restaurant, einem kleinem Laden im 1. Stock mit tollem Blick auf die Hauptgeschäftsstrasse hier in Kigali. Hier kann man sich für gute 2 € am an einem Buffet mit hauptsächlich ruandanischen Essen bedienen.
Es gibt Fleischspiesse, Reis, Nudeln, Pommes, Gemüse und Matoke mit einer ziemlich leckeren Sauce.
Im Nakumatt kaufen wir für die nächsten Tage ein, leider ist die Auswahl an Fleisch und Aufschnitt nicht wirklich gross.
In La Galette gibt es noch ein paar Croissants, Körnerbrötchen und Baguette und dann geht es zurück zum Guesthouse .






Tageskilometer : 109 km
Letzte Änderung: 17 Sep 2014 18:14 von chris p.
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17 Sep 2014 19:03 #354208
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  • ANNICK am 16 Sep 2014 19:50
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Hallo Chris,

Ja wie du sagst, die Menschen werden nie lernen! B)

Da wir den Sommer 2015 auch in Ruanda verbringen werden, lese ich gerade die ganze Geschichte mit dem Genocide. Da falle ich gerade vom Hocker. Die Franzosen haben da auch Ihre Schuld an dem Massaker.... :blush:

Das Murambi Genocide Memorial Center bei Butare soll man gesehen haben. Wir werden es bestimmt besuchen.

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüsse
Annick
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20 Sep 2014 10:46 #354543
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@Annick, nicht nur die Franzosen haben damals in den ersten Wochen des Völkermords weggeschaut, die Weltgemeinschaft im allgemeinen hat viel zu spät reagiert.

Donnerstag, 01.08.2014

Nach 2 doch sehr intensiven und nachdenklichen Tagen geht es heute weiter an den Lake Kivu.
Wir umrunden noch mal den Kreisverkehr und verlassen dann Kigali in Richtung Westen. Kigali hat uns sehr gut gefallen, wir haben es als saubere, freundliche und organisierte Stadt erlebt, wir können uns vorstellen hier noch einmal hinzukommen um weiter in das Leben in Kigali einzutauchen.
Die Strasse ist in einem sehr guten Zustand, es geht hoch und runter aber wir kommen recht zügig voran, in Muhanga versuchen wir noch in einem kleinen Supermarkt Fleisch zu finden, doch auch hier gibt es nur die Grundnahrungsmittel zu kaufen.









30 km vor Kibuye ist direkt an der Strasse ein kleiner Wasserfall, der Chutes de Ndaba. Wir halten kurz an und sofort kommen ein paar Kinder angerannt, die uns wieder mal nach money oder pen fragen.



Ein paar Kilometer vor Kibuye können wir dann das erste Mal die Ausläufer vom Lake Kivu sehen.





Wir hatten von einem Landyfahrer aus Irland am Lake Bunyoni den Tip bekommen, das man am Centre Bethanie wohl zelten kann, also fahren wir dort als erstes hin. Hier in Kibuye führt eine Einbahnstrasse um die Halbinsel zum Bethanie, das Navi kennt diese wohl noch nicht und wir fahren falsch herum. Da kein Auto entgegen kommt, werden wir nur freundlich von den Fussgängern auf unseren Fehler hingewiesen.
Am Centre Bethanie ist das Camping wohl mit Dachzelten möglich, aber einen schönen Platz für unser Bodenzelt haben wir nicht gesehen, also fahren wir zum Home St. Jean, einer kirchlich Unterkunft toll auf einem Felsen gelegen.





Wir nehmen 2 Doppelzimmer und haben von hier aus einen tollen Blick auf den See. Hier gibt es auch einen kleinen Steinstrand, der über einen steilen Weg zu erreichen ist und wir nutzen mal wieder die Gelegenheit um in den See zu springen.











Zum Abendessen gehen wir in das kleine Restaurant und bestellen leckeren Fisch, Makkaroniauflauf und Spaghetti. Hier sind viele freiwillige Helfer untergebracht und somit ist es ein wenig lauter hier, trotzdem gefällt uns uns hier ziemlich gut auf der Terrasse bei Mondschein und Sternenhimmel zu sitzen und das Essen zu geniessen.

Tageskilometer : 139 km
Letzte Änderung: 20 Sep 2014 10:49 von chris p.
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20 Sep 2014 11:38 #354553
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  • Bernd am 20 Sep 2014 11:38
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Hallo Chris,

sehr beeindruckend Dein Bericht und auch Deine Bilder vor allem von den Gedenkstätten, die an den grausamen Völkermord vor 20 Jahren anschaulich erinnern. Es ist gut zu erfahren, dass sich heute alle für Ruander halten und gut miteinander auskommen.

Wir haben im vorigen Jahr in SA eine Holländerin getroffen, die mit ihrer Familie in Kigali lebt. Sie hat uns schon mit Begeisterung sehr viel Gutes über das Land und die Leute berichtet. Das deckt sich offensichtlich mit dem, was Ihr erlebt habt.

Vielen Dank für Deinen Bericht - zumal man leider nur sehr selten über Ruanda informiert wird. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung.

Gruß,
Bernd

PS: Ich habe kürzlich gehört, dass es in Ruanda verboten sein soll, Plastiktüten einzuführen und/oder zu benutzen. Alle Achtung!
Letzte Änderung: 20 Sep 2014 11:49 von Bernd. Begründung: Ergänzung
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20 Sep 2014 14:02 #354570
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  • picco am 20 Sep 2014 14:02
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Hoi Chris

Danke für Deinen schönen Bericht!
Uganda, Ruanda und vor allem die Region am Lake Kivu bis zum Bwindi sind einfach ein Traum, aber auch der Rest der Länder ist wunderschön!!!
Darfst ruhig ein paar Bilder mehr einstellen... ;) :whistle: :)
Bernd schrieb:
Ich habe kürzlich gehört, dass es in Ruanda verboten sein soll, Plastiktüten einzuführen und/oder zu benutzen. Alle Achtung!
Ja, dass ist so!
Deshalb erschrickt man auch richtiggehend wenn man von Ruanda nach Uganda fährt, obwohl Uganda ja auch ein recht sauberes Land ist, aber Ruanda braucht sich was die Sauberkeit angeht nicht hinter der Schweiz zu verstecken!
Manchmal eher umgekehrt... :blush:
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