THEMA: Goodluck - der Name ist in Tansania Programm
09 Feb 2017 00:21 #463017
  • Patoucha
  • Patouchas Avatar
  • Beiträge: 63
  • Dank erhalten: 228
  • Patoucha am 09 Feb 2017 00:21
  • Patouchas Avatar
Hallo zusammen,

seit einiger Zeit habe ich hier still mitgelesen, da ich bald wieder nach Afrika möchte. Und die Berichte haben meine Sehnsucht nach Afrika noch gesteigert. Meine erste Reise (Ägypten, Tunesien und Marokko sind irgendwie nicht so „richtig“ Afrika) ging nach Südafrika, eine klassische Bus-Rundreise. Die zweite nach Tansania mit Badeurlaub auf Sansibar anschließend. Mein nächstes Ziel soll Namibia sein, aber auch Botswana/Simbabwe, Kenia und die große Migration stehen auf dem Programm. Und hier erhoffe ich mir Infos, welche Route für mich am besten ist in Namibia.

Da ich immer alleine reise, muss ich leider organisierte Rundreisen machen. Alles andere wäre mir auch einfach zu viel Aufwand in der Kürze der Zeit. Deshalb habe ich hier auch so viele um ihre individuellen Abenteuer beneidet. Und vor allem um die Freiheit, die Strecken, Aufenthalte und vor allem deren Dauer selbst zu bestimmen. Allerdings bin ich zugegebenermaßen auch kein Camper und koche auch nicht so gerne, so dass ich den Luxus, mich abends an den gedeckten Tisch zu setzen und in ein gemachtes Bett zu fallen, genieße. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Da es durch Tansania aber mit einem Safariwagen ging, in den sechs Leute – oder maximal ein siebter neben dem Fahrer – reingingen, war das ja dann keine Massenabfertigung. Und wir waren dann auch zu fünft plus Fahrer und haben uns prächtig verstanden.

Meine erste Tansania-Tour war daher natürlich „Standard“ im Vergleich zu euren Reisen. Trotzdem würde ich euch zum Einstand mit ein paar Bildern daran teilhaben lassen, wenn ihr möchtet. Länger hatte ich überlegt, zu welcher Jahreszeit ich in die Serengeti möchte – und ich denke, der Juni (konkret 23. Juni bis 7. Juli) nach der Regenzeit war für den Einstieg perfekt. Es war noch nicht ganz vertrocknet, aber das Gras auch nicht zu hoch. Und was für mich ganz wichtig war, die Löwen fanden noch genug Futter. In einigen TV-Berichten vor der Rückkehr der Herden hatte ich nämlich Bilder von verhungernden Löwen gesehen – und das wollte ich mir als Löwen-Liebhaberin nicht antun. Da es deutlich über eine Million Gnus in der Region gibt, bin ich (zudem selbst genüsslicher Fleischesser) bei denen deutlich mitleidloser.

Ich begebe mich also mal auf die Reise nach Tansania - und starte auch gleich.

Gruß Helga


Tag 1 - 23. Juni
Ich hatte mich für den Tagflug mit KLM von Düsseldorf über Amsterdam und Kilimandscharo-Airport und einer Vorübernachtung entschieden, damit ich am nächsten Tag fit sein würde. Da ich nachts im Flugzeug selten schlafen kann, finde ich am Tag zu fliegen entspannter. Pünktlich ging es in Düsseldorf mit einem kleinen Zubringerflug los – und dann hieß es mal wieder: rennen. Das kannte ich schon aus dem Jahr davor. Man landet in Schiphol am einen Flughafenende – und der Afrika-Flieger startet am anderen. Und dazwischen war nur eine halbe Stunde Zeit.

Sehr „hilfreich“ ist es da, dass einem alle paar Meter mitgeteilt wird, wie viele Minuten Fußweg es noch bis zu besagtem Gate sind – vor allem, wenn die Zeit eigentlich nicht reicht. Im Jahr zuvor hatte ich rennen müssen, hatte noch richtig Zeit an der Passkontrolle verloren und war verschwitzt und schwer atmend am Gate angekommen, wo das Borden dann fünf Minuten später wegen eines Defekts gestoppt wurde und wir zwei Stunden Verspätung hatten. Doch das ist eine andere Geschichte. Da ich den Weg kannte, war ich diesmal nicht so besorgt, kam aber wieder erst abgehetzt am Gate an, als die Hälfte der Passagiere schon an Bord war.

Nach einem ruhigen Flug landete ich am frühen Abend in Tansania. Dort ging alles ganz schnell: Visum gekauft, ab durch die Passkontrolle, das Gepäck kam sofort, Und draußen wurde ich bereits vom Fahrer erwartet. Es ging gleich weiter nach Moshi, wo der afrikanische Veranstalter im Springland-Hotel alle seine Reisenden – vornehmlich die, die auf den Kilimandscharo wollen - zusammenzieht. Verständlich aus Veranstaltersicht, dumm für mich, da wir am nächsten Morgen die Stunde auch wieder zum Flugplatz zurück mussten, um Mitreisende abzuholen.

Das Hotel war einfach, aber sauber – für eine Nacht ganz okay, mehr aber auch nicht. Aber es war herrlich, nach der Ankunft erst mal einen kühlen Drink bei warmen Temperaturen im Garten zu sich zu nehmen und via kostenloses Wlan die Daheimgebliebenen über die gute Ankunft zu informieren.

Letzte Änderung: 19 Apr 2017 16:37 von Patoucha.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Pete, Fluchtmann, Topobär, picco, Uli.S, Papa Kenia, NOGRILA, Daxiang, Tenorio, sphinx und weitere 5
09 Feb 2017 11:30 #463048
  • Patoucha
  • Patouchas Avatar
  • Beiträge: 63
  • Dank erhalten: 228
  • Patoucha am 09 Feb 2017 00:21
  • Patouchas Avatar
Tag 2 – 24. Juni

Um 9 Uhr sollte es losgehen. Im Garten warteten die Veranstalter-Mitarbeiter, um die Reisenden zu verteilen. Mein Guide würde gleich kommen, hieß es. Und das tat er auch – sagte „ich heiße Goodluck“. Den Namen hatte ich in einigen Reiseberichten schon gelesen, und immer waren die Leute voll des Lobes gewesen. Zudem war er mir gleich super sympathisch – sein Name ist quasi Programm: Wir hatten echt Glück, ihn dabeizuhaben.

Zurück zum Flugplatz, ein Pärchen nach dem Nachtflug aufgabeln - das zweite (stellte sich als Mutter und Tochter heraus) sollte ins nächste Hotel nachkommen. Vom Kilimandscharo-Airport ging es dann über Mto wa Mbu, wo wir Mittagspause machten, Richtung Karatu, wo das Hotel lag.
Und auch erste Tiere säumten unseren Weg.





Natürlich wurde an den herrlichen Aussichtspunkten oberhalb des Lake Manyara NP ein Stopp eingelegt. In der Ferne sah man die Flamingos als kleine Punkte stehen.





Dann ging es hinaufnach Karatu zum Highview-Hotel, bei dem der Name Programm ist. Herrlich gelegen, mit einem schönen Blick, einem Pool zur Abkühlung. Zimmer, Essen – war alles okay, aber jetzt auch kein Luxus. Diese „Tagesstrapaze“ hätte ich auch bequem nach einem Nachtflug bewältigt, zumal es sich vorne neben Goodluck herrlich schlafen ließ. Irgendwie hatte er eine beruhigende Wirkung auf mich :)

Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Fluchtmann, Topobär, picco, Uli.S, NOGRILA, Daxiang, sphinx, Kleo1962, Sasa, AnjaundStephan
09 Feb 2017 11:59 #463056
  • Patoucha
  • Patouchas Avatar
  • Beiträge: 63
  • Dank erhalten: 228
  • Patoucha am 09 Feb 2017 00:21
  • Patouchas Avatar
Tag 3 – 25. Juni

Heute ging es in den Tarangire NP. Doof nur, dazu musste man wieder den Berg von Karatu runter über Mtowa Mbu und noch ein Stück weiter – den rund eineinhalbstündigen Weg fuhr man somit quasi doppelt. Aber auch hier zog der afrikanische Organisator die Reisenden in seinem Hotel zusammen – verständlich zwar, aber das sollte man überdenken, denn es ist verschenkte Zeit. Die haben wir dann genutzt, um uns ein bisschen kennenzulernen: ein junges Pärchen aus München, Mutter und Tochter aus Wien und ich, aus dem schönen Aachen. Dazu unser Juwel – Goodluck! Es zeigte sich sofort, dass wir es gut angetroffen hatten und uns gut verstanden.

Die ersten Tiere unterwegs..... natürlich wieder Paviane. Auf dem Weg zum Tarangire NP – noch in einiger Ferne – das erste Gnu … hurra. Was freute man sich da drüber.





Landschaftlich ist der Park auf rund 1000 bis 1500 Meter Höhe sehr schön und abwechslungsreich, Grasland wechselt sich mit Baumsavanne und Buschland ab, zudem ist der Park sehr reliefiert mit Hügeln und Felsen. Da der Tarangire-Fluss ständig Wasser führt, wandern in der - zu unserer Reisezeit gerade begonnenen - Trockenzeit viele Tiere aus trockeneren Regionen ein, so dass hier dann die höchste Großtierdichte in Tansania nach dem Ngorongoro-Krater herrscht.

Herrliche Baobab-Bäume zierten unseren Weg, schnell sahen wir zahlreiche Zebras, Giraffen, Elefanten und zahlreiche Antilopen-Arten. Ich mag Zebras, und irgendwie hatten es mir die Streifen angetan. Meine Mitreisenden mutmassten aber auch, ich wäre irgend wie auf Hinterteile fixiert..... Aber nur auf solche mit Streifen :P










Und wie gesagt Streifen ohne Ende - und ja, auch Hinterteile....












Nur Raubtiere sichteten wir nicht, obwohl wir die Geier schon kreisen sahen, dort also irgendwo Aas lag. Eine Elefantenherde mit Nachwuchs tröstete uns aber darüber hinweg. Mit herrlichem Ausblick machten wir Mittagspause, dazu gab es die Lunchpakete aus dem Hotel, die man sich – eine gute Idee - selbst packen durfte, so hatte der eine mehr Obst dabei, der andere mehr Fleisch (ich :) ) in Form von Hähnchen.











Dumm war nur, dass wir nachmittags den Weg nach Karatu ins Highview-Hotel wieder zurück machen mussten – aber ich habe mich dann einfach im Safariwagen, bei dem man das Dach zum fotografieren nach oben drücken konnte, nach vorne neben Goodluck verzogen und ein bisschen gedöst.
Anhang:
Letzte Änderung: 19 Apr 2017 16:22 von Patoucha.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Fluchtmann, Topobär, picco, Uli.S, tiggi, Papa Kenia, Daxiang, Fortuna77, Lois, sphinx und weitere 4
09 Feb 2017 15:17 #463085
  • Topobär
  • Topobärs Avatar
  • Beiträge: 5317
  • Dank erhalten: 8004
  • Topobär am 09 Feb 2017 15:17
  • Topobärs Avatar
Ich lese interessiert mit, muss aber sagen, dass ich die Streckenplanung gelinde gesagt für eine Katastrophe halte. Dass man in Karatu übernachtet, um den Tarangire NP zu besuchen ist der größte Unsinn, den ich seit langem gehört habe. So verbringt man die besten Gamedrive-Stunden am frühen Morgen und späten Nachmittag auf der Straße anstatt im Nationalpark und es ist ja nicht so, dass es im und beim Tarangire NP keine Unterkünfte gäbe.

Wenn Geier kreisen deutet das in den allermeisten Fällen nicht auf Aas, sondern auf eine gute Thermik hin. Wo Aas zu finden ist, sitzen die Geier in der Nähe auf den Bäumen oder am Boden.
Letzte Änderung: 09 Feb 2017 15:19 von Topobär.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
24 Mär 2017 16:21 #468848
  • sphinx
  • sphinxs Avatar
  • Beiträge: 1304
  • Dank erhalten: 3540
  • sphinx am 24 Mär 2017 16:21
  • sphinxs Avatar
Hallo Patoucha
bin erst gerade über Deinen Reisebericht gestolpert. Ich hoffe, Du hast nicht wegen zuwenig Interesse nicht weitergeschrieben. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.
Liebe Grüße
Elisabeth
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
24 Mär 2017 18:30 #468865
  • _Matthias_
  • _Matthias_s Avatar
  • Beiträge: 284
  • Dank erhalten: 277
  • _Matthias_ am 24 Mär 2017 18:30
  • _Matthias_s Avatar
Hallo Patoucha,

ich hatte den Bericht auch übersehen und würde mich freuen wenn du weiter schreibst, ich bin mir sicher da kommen mit der Zeit noch weitere Mitleser dazu.
Besonders toll finde ich, dass du, wie ich auch immer, in einer organisierten Gruppe unterwegs bist und davon gibt es ja nicht so oft Reiseberichte.

Gruß,
Matthias
franzastische Reisen, Fotos und mehr - franzastisch.de
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.