THEMA: Serengeti in der Regenzeit / Ist das noch Urlaub?
22 Feb 2016 20:45 #420664
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Am nächsten Tag fuhren wir nach Moshi und ich ich war erstaunt, wie viele Personen in einen alten Toyota Minibus passten. Es waren genau 16 Passagiere. Auf der Fahrt sangen die Kinder fröhlich Lieder und klatschten im Takt. Wir gingen auf den Markt, um für das Waisenhaus einzukaufen. Danach luden wir alle zum Essen ein. Die Kinder freuten sich über Cola und Pommes als willkommene Abwechslung zur sonst eintönigen Ernährung, die hauptsächlich aus Maisbrei oder Reis besteht.








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22 Feb 2016 20:48 #420665
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An einem anderen Tag guckten wir uns eine lokale Schulen an und unternahmen einen Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall. Die Kinder genossen die Abwechslung und hatten Spass im Wasser zu plantschen. Die Natur war herrlich grün, aber der Boden aufgrund der Regenzeit sehr aufgeweicht. Ich habe niemals in meinem Leben einen klebrigeren und zäheren Schlamm erlebt wie hier. Er klebte an unseren Schuhen wie Zement und nur nach langem Putzen bekamen wir die Solen wieder einigermaßen frei. Abends zeigten die Mädchen meiner Frau, wie man ein typisches tansanisches Gemüsegerichte zubereitet. Dieses Wissen wendete Sie im Laufe der Reise fast täglich an :).









Insgesamt verlebten wir hier drei tolle und interessante Tage. Hier habe ich Afrika von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Trotz der relativ armen Verhältnisse haben die Menschen und vor allem die Kinder einen Lebensmut, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Die Zeit verging wie im Flug und wir waren traurig, die Kinder wieder zu verlassen.

Morgen beginnt die Safari!

Letzte Änderung: 22 Feb 2016 20:58 von Wilson96.
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22 Feb 2016 20:57 #420666
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@ Picco: Leider habe ich erst zum Feierabend-Bier geschafft :silly: Danke das Du den Bericht in die Zusammenfassung eingefügt hast!

@ Topobär: Ja ein Abenteure war es wirklich und ein wunderschöne Reise. Aber es war lange nicht so erholsam, wie unsere anderen Afrika-Reise. Ich sage nur soviel: Wir haben nicht viel Schlaf bekommen. :angry:

@BMW: Den black cotton soap haben wir wirklich kennengelernt...
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22 Feb 2016 21:26 #420673
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Hier habe ich Afrika von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Trotz der relativ armen Verhältnisse haben die Menschen und vor allem die Kinder einen Lebensmut, der mich nachhaltig beeindruckt hat.
Hallo Wilson,

prima, dass du uns einlädst dein Afrika mit uns zu teilen. Die Fröhlichkeit und Aufgeschlossenheit der Ostafrikaner bereiten auch uns immer wieder sehr viel Freude und so reisen wir gerne ein Stück gemeinsam mit dir durch Tansania.

Herzlichen Dank für diesen vielversprechenden Bericht und Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

www.butterblume-in-afrika.de
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23 Feb 2016 20:09 #420852
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Nach einem ausgiebigen Frühstück brachte uns unser Bekannter nach Arusha zu Fortes, wo wir unseren Wagen entgegennehmen wollten. Die Straßen waren in einem guten Zustand und wir kamen zügig voran. Wir hatten uns aufgrund der hohen Mietpreise in Tansania für das günstigste Model entschieden, einen Land Rover Defender 90, die kurze Version. Dachzelt und Campingequipment waren im Mietpreis enthalten. Den Engel Fridge mussten wir dazu buchen. Generell kann man sagen, dass die Autos in Tansania nicht mit denen im südlichen Afrika mithalten können – kein Doppeltank, keine Doppelbatterie, kein Schubladensystem etc. Die Autos sind eigentlich nicht für Selfdriver gedacht. Wir bekamen schließlich einen rüstigen 20 Jahre alten Defender. Während der Übernahme wurden wir sehr kompetent in die üblichen Krankheiten eines Defenders eingewiesen. Etwas überrascht bzw. erschrocken waren wir über den kleinen Tank von 40 Litern, sodass wir direkt noch einen Ersatzkanister mitgenommen haben. Wie jedoch oben erwähnt, sind die Entfernungen nicht so groß und das Tankstellennetz ist gut ausgebaut. Selbst in der Serengeti (Seronera) und am Krater gibt es Tankstellen. Man muss seine Route halt etwas genauer planen.

Bei Fortes wies man uns noch darauf hin, dass ab dem 1.04.2015 die Krater-Gebühren pro Auto von 200 USD auf 300 USD angehoben werden. Ein Aufenthalt im Krater schlägt somit mit 420 USD (300 USD pro Fahrzeug plus 60 USD Eintritt pro Person) pro Tag zu Buche. Die Gebühren müssen vorab bei der Exim Bank gezahlt werden, wo man dann sein Permit ausgestellt bekommt. Die Exim Bank liegt praktischerweise direkt neben dem Nakumat Supermarkt, der uns sowohl im Forum sowie von Einheimischen empfohlen wurde. Zudem liegt der Supermarkt direkt an der Ausfahrtsstraße Richtung Krater. Der Verkehr in Arusha ist sehr dicht und schon auf den ersten Metern zum Supermarkt kann man sehr schön die angenehme Langsamkeit Afrikas spüren. ☺

Vor dem Einkauf kommt die Pflicht (Einkaufen macht mir in Afrika immer besonders Spaß – Ich liebe den SuperSpar in Windhoek, einer der besten Supermärkte weltweit wie ich finde). Also erstmal zur Exim Bank und das Krater-Permit kaufen. Wir hatten Glück und konnten das Permit noch zum alten Preis von insgesamt 320 USD bekommen, obwohl wir ja genau am 1.April in den Krater wollten. Wir dachten uns: „Sagen wir mal nichts, mal schauen was Sie am Gate sagen“. Die Exim-Bank-Filialen waren übrigens die einzigen ATMs, die unsere EC-Karten akzeptierten. Bei allen anderen Banken nur VISA!
Der Nakumat Supermarkt ist sehr gut sortiert und man findet alles, was man für eine Selbstfahrerreise braucht. Wie erwartet waren das Frischfleisch, Backwaren sowie Obst und Gemüse nicht so qualitativ hochwertig wie in Namibia oder Südafrika. Da wir ja keine Doppelbatterie hatten, war der kulinarische Anspruch an die Reise sowieso etwas geringer. Im südlichen Afrika lege ich sehr viel Wert auf eine gute Busch-Küche. Morgens nach dem Morning Drive ein deftiges Frühstück mit frisch gebackenem Brot, Eiern und Speck und abends ein leckeres Braai mit einer guten Flasche Wein. In diesem „Urlaub“ gab es morgens Müsli mit H-Milch, mittags auf dem Game Drive ne Tüte Chips oder Kekse und abends Pasta mit Tomatensauce oder frisches Gemüse mit Reis. Meine Frau war ganz glücklich über die quasi vegetarische Ernährung. Zudem freute es Sie, dass es Savanah Dry gab und ich stattete mich mit verschiedenen Sorten Bier aus. In Tansania gibt es herrlich viele Sorten mit so schönen Namen wie Safari, Kilimanjaro oder Serengeti. Beim Verstauen der Einkäufe in unserem kleinen 90er Defender merkten wir schnell, dass das Auto bzw. der Gepäckteil aufgrund fehlender Staumöglichkeiten völlig chaotisch wird! Wir sind eh nicht so die Ordentlichsten ☺ . Nachdem dann alle Einkäufe verstaut waren, gingen wir mit unserem Bekannten in einen Burger Laden eines Kanadiers kenianischer Herkunft, der direkt am Naukomat Komplex liegt. Die Burger waren wirklich super und ich genoss das letzte Fleischgericht für die nächsten zehn Tage.



Zudem gibt es hier 2 tolle Kaffee-Läden, der eine sogar mit eigener Rösterei. Hier kauften wir sehr guten Kaffee für die Reise. Auch wenn der Urlaub kulinarisch nicht so viel zu bieten hatte, der Kaffee war wirklich exzellent. Wir bereiten unseren Kaffee immer in einer French Press zu, Instant Kaffee kommt für uns nicht in Frage. Danach mussten wir noch kurz rüber auf den gegenüberliegenden Markt. Neben 2 günstigen Decken (bei Fortes gibt es lediglich Kissen / Bezüge haben wir von zu Hause mitgebracht) musste ich mir noch das obligatorische Nationaltrikot kaufen, welches ich auf allen Reisen von dem jeweiligen Land versuche zu bekommen. Nach kurzer Verhandlung war auch das erledigt.
Letzte Änderung: 23 Feb 2016 20:29 von Wilson96.
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23 Feb 2016 20:16 #420855
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Los geht’s. Unsere heutige Route sollte uns bis zur Simba Campsite am Rande des Kraters führen. Da wir blöderweise von der der Reisegeschwindigkeit eines Toyoty Hilux 3.0 Diesel ausgingen, lies uns die Entfernung von knapp 200 KM sehr entspannt bleiben, leider zu unrecht. Nachdem es die ersten 15 KM aus der Stadt raus noch recht voll war, wurde es dann deutlich leerer. Jedoch stellte ich schnell fest, dass eine Reisegeschwindigkeit von über 90 KM/H mit dem alten Defender mit kurzem Radstand nicht zu empfehlen ist. Zudem mussten wir aufgrund der der häufigen „Geschwindigkeitsschweller“ etwa alle 5 KM abbremsen und Beschleunigen zählt sicherlich nicht zu den Stärken eines 20 Jahre alten Defenders. Wir kamen also deutlich langsamer voran als gedacht. Da uns zudem das Obst/Gemüse Angebot bei Naukomat nicht richtig gefallen hatte, wollten wir Obst und Gemüse unterwegs auf einem Markt einkaufen. Dies erledigten wir auf etwa halber Strecke auf einem Maasai-Markt. Meine Frau, die schon sehr viel Zeit in Afrika verbracht hat, freundete sich direkt mit 3 Maasai Frauen an, die sie beim Einkaufen unterstützten. Die Waren sahen wirklich alle super lecker und Frisch aus und meine Frau verbrachte fast ein Stunde auf dem Markt während ich das Auto hütete ;) .

Mittlerweile war es schon ziemlich spät, so dass es fast unmöglich war, das Gate zur Ngorogoro Conservation Area bis 18 Uhr zu erreichen. Ein paar Kilometer nach dem Massai Markt fiel uns zudem auf, dass es sehr heiß im Auto wurde. Dies lag zum einen daran, dass das Getriebe und die Kurbelwelle sehr starke Hitze abstrahlten, da der Wagen quasi gar nicht gedämmt ist. Vor allem lag es aber daran, dass die Heizung volle Pulle aufgedreht war. Die Heizung wird über einen Schieberegler rechts neben dem Lenkrad geregelt. Leider war der Regler auf Heizen eingestellt und verklemmt. Er ließ sich auch mit Hilfe einer Zange nicht bewegen. Unsere Vermutung ist, dass der Regler vom Vermieter extra so eingestellt wurde, um den Motor zu entlasten. Dies wurde natürlich von Fortes abgestritten. Wir überlegten uns kurz umzudrehen, haben die Idee aber schnell verworfen. Wir dachten uns, dass der Wagen auf Game Drives eh nicht so gefordert - sprich heiß - werden würde und wir ohnehin die ganze Zeit mit offenem Fenster fahren. Im Prinzip stimmte das auch, lediglich auf längeren Etappen war die Hitze bzw. der immer stärker werdende Benzingeruch etwas nervig. Wie gesagt, es ist halt kein vollausgestatteter Hilux.
Kurz vor Lake Manyara, in Mto wa Mbu, haben wir noch mal kurz zum Tanken angehalten und stellten fest, dass der Verbrauch bei ca. 14 Litern lag. Deutlich höher als von Fortes (ca. 10 Liter) veranschlagt. Aber auch das sollte auf Game Drives mit niedrigerem Tempo besser werden. ☺

Beim Anstieg Richtung Karatu haben wir kurz angehalten und das spektakuläre Panorama auf den Lake Manyara genossen.





Es war mittlerweile 18 Uhr und es dämmerte bereits. Wir wollten trotzdem noch versuchen in die Ngorongoro Conservation Area zu gelangen und die Nacht auf der Simba Campite zu verbringen. Als wir durch Karatu fuhren, war es bereits dunkel und eine weitere Schwäche des Defenders trat zu Tage. Die Scheinwerfer waren in etwa so hell wie die von meiner 20 Jahre alten Vespa. Es war wirklich kaum etwas zu sehen und wir verringerten unser Tempo weiter, da nach wie vor sehr viele Fußgänger unterwegs waren. Gegen 18:45 Uhr erreichten wir endlich das Police Gate vor dem Gate zur Conservation Area. Der Polizist war sehr freundlich und fragte uns, warum wir so spät wären. Wir erklärten ihm, dass wir einige Probleme mit dem Wagen hatten und er ließ uns passieren. Nach ca. 2 KM kamen wir zum eigentlichen Gate zur Ngorongoro Crater Conservation Area. Das Gate war natürlich schon geschlossen und 2 Ranger hatten Nachtwache. Der eine Ranger sprach sehr gut Englisch und wir erklärten ihm, warum wir so spät wären. Wir fragten, ob es noch eine Chance gäbe, zur Simba Campsite zu gelangen. Er beratschlagte sich lange mit seinem Kollegen und meinte dann, dass es keine gute Idee wäre, den kurvigen Anstieg zum Kraterrand bei Dunkelheit zu fahren. Zudem wären noch einige Logistikfahrzeuge der großen Lodges unterwegs und diese würden nicht mit Gegenverkehr rechnen. Er bat uns dafür an, direkt am Gate zu übernachten, unter ihrem persönlichen Schutz. ☺ Ich denke, wenn wir hartnäckig geblieben wären, hätten Sie uns noch fahren lassen, aber wir wollten ihre Gastfreundschaft nicht ausnutzen und auch nicht mutwillig Regeln brechen. Wir stellten unseren Wagen also direkt neben das Gate, bauten unser Dachzelt auf und bereiteten ein einfaches Abendessen zu: Brot mit Avocado als Hauptspeise und Erdnussbutter mit Marmelade als Nachspeise. Danach gaben uns die Ranger eine private Führung in das Touristenzentrum, in welchem ein Modell des Kraters ausgestellt ist. Wir kamen ins Plaudern und verbrachten noch einige Stunden mit Geschichtenerzählen und einer privaten Suaheli-Lektion auf den Treppen des Besucherzentrums; ein wirklich toller erster Abend.



Die Gastfreundschaft der Ranger sowie die Leidenschaft und Aufrichtigkeit, mit der die beiden ihren Job gemacht haben, beeindruckten uns sehr. Wir haben noch nie so passionierte, bewanderte und integere Ranger an einem Nationalpark-Gate erlebt. Der Abend war ein Highlight der Reise. Um 1 Uhr nachts gingen wir viel zu spät ins Bett.
Letzte Änderung: 23 Feb 2016 20:25 von Wilson96.
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