THEMA: Noch ein Reisebericht - Tanzania April 2012
14 Jun 2012 18:29 #239301
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  • baobab2 am 14 Jun 2012 18:29
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Ich hatte es ja bereits angedroht, hier ist er nun:


Reisebericht Tansania 31.03. – 13.04.2012

Unterkünfte:
3 Nächte Meru View Lodge
3 Nächte Ndutu Safari Lodge
2 Nächte Seronera Wildlife Lodge
1 Nacht Arumeru River Lodge
4 Nächte Mullers Mountain Lodge


Samstag, 31.03.12

Die Nacht zum Samstag ist kurz. Um 3.45 Uhr fahren wir mit Liane zum Flughafen Tegel. Mutti und Papa werden von Tilo gebracht und stoßen am Check-in Schalter dazu. Unser KLM-Flieger hebt 6 Uhr in Richtung Amsterdam ab. Dort ist es kühl, windig und regnerisch wie in Berlin.
Der Flug nach Kilimanjaro Airport verläuft planmäßig von 10.05 bis 19.20 Uhr (+1h) und einigermaßen angenehm dank gutem Service. Für Andre sind die Sitzabstände mit seinen zwei Metern trotzdem eine Herausforderung. Neben der Tragfläche sind Alpen, Italiens Küste, griechische Inseln und die Sahara schön zu sehen. In Äquatornähe tauchen Wolkentürme auf. Bei der Landung ist es schon dunkel, aber noch 30°C warm. Wir begeben uns in das Chaos an den Visa-Schaltern. Neu sind Foto und Fingerscan. Das Gepäck ist vollständig da, nur Andres Tasche kommt verspätet mit Zollvermerk und um einige Feuerzeuge leichter an.
Draußen wartet der Fahrer der Meru View Lodge. 45 Minuten dauert die Fahrt, wir sehen mehr Autos und Gebäude als vor drei Jahren. Waghalsige Überholmanöver diverser Verkehrsteilnehmer lassen uns hoffen, nachts nicht mehr im Auto sitzen zu müssen. Wir beziehen müde, aber wohlbehalten die Zimmer 10 und 11 der Lodge und fühlen uns gleich zuhause, nur für Andre ist alles noch Neuland. Beim späten Abendbrot verzichten wir auf den Nachtisch und fallen sofort in die Betten.

Sonntag, 01.04.12

Gut erholt trotz überpünktlichem Hahnenkrähen und Hundebellen. Der geliebte „Bushsound“ sowie mein Laien - Tai Chi auf der Terrasse sind der perfekte Start in den Tag. Smalltalk mit Touristen aus dem Bungalow nebenan. Wir treffen uns mit den Eltern am Frühstückstisch. Mutti schickt uns erfolgreich in den April. Die Geschichte, von wegen stundenlang per Handy mit Oma telefoniert, sorgt nach Übersetzung auch beim Personal für große Heiterkeit.
Es ist ungewöhnlich warm und schwül, der beste Platz ist die überdachte Poolterrasse. Einfach nur sitzen und genießen. Bald schon nehme ich den neuen Fotoapparat der Eltern mit Superzoom in Beschlag und gehe auf Vogelpirsch. Vom Dorf klingen Gesänge und Partystimmung herüber. Die Tochter der deutschen Lodgebesitzer erklärt, dass heute eine wichtige politische Wahl stattfindet und plaudert mit uns.
Ein Gewitter bringt etwas Abkühlung, ein kurzer Regenguss Glanz und Farbe in die Blumenrabatten. Irgendwann vermissen wir Andre. Er ist allein die Dorfstraße entlang geschlendert, hat sich bei den Kindern mit Bonbons beliebt gemacht und diskret schöne Fotomotive gefunden. Ergebnis sind tolle ungestellte Bilder vom Dorf und dessen Bewohnern.
Ein Gärtner bemerkt mein Interesse an allem was sich bewegt und bringt ein Chamäleon auf einem Stock, das wir auf einen Baum setzen und lange beobachten. Wir ahnen noch nicht, dass uns noch viele Chamäleons auf dieser Reise begegnen werden, das nächste bereits beim Spaziergang zum Eingang des Arusha-Nationalparks. Es ist ein völlig platt gefahrenes Exemplar auf der Sandpiste. Traurig, aber originell, weil jedes Detail zu erkennen ist, selbst die dicke Zungenspitze. Die Leute sind zurückhaltend und freundlich. Die Dorfschule bleibt leider morgen wegen Ferien geschlossen. Es werden sich andere Abnehmer für Muttis Beutel mit Sachspenden und Süßigkeiten finden. Im Eingangsbereich des Arusha-Parks entdecken wir interessante Insekten und Vögel, hören eine Hyäne rufen und sehen den weißen Hintern irgendeines Paarhufers durchs Gebüsch hüpfen.
Für morgen verabreden wir eine Ganztagestour mit Auto und Guide der Lodge durch den uns noch unbekannten Park. Das Abendessen ist lecker. Auf der Terrasse der Eltern erbeutet einer der blassen Geckos, die an jeder Wand in Lampennähe lauern, eine fette Motte. Schnappschuss. Beim Duschen wundern wir uns über rätselhafte leichte Stromschläge beim Berühren der Armaturen. Zum Glück haben wir Gummilatschen an. Lala salama.
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14 Jun 2012 20:40 #239314
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  • ANNICK am 14 Jun 2012 20:40
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Hallo Baobab,

Nett dass Du über Tanzania berichtest!B)

Gibt es da auch noch Bilder zur Ergänzung??? Würde mich da super freuen!:)

Es grüsst
Annick
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15 Jun 2012 14:56 #239382
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  • kobra2 am 15 Jun 2012 14:56
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Hallo Ina,

schön daß du doch noch deinen informativen und kurzweiligen Bericht bringst. Bin auf die Fortsetzung gespannt und auf ein paar schöne Bilder. Chamäleons haben wir leider auf unserer Tour nicht gesehen..
Uns hat es auch gut auf Meru View Lodge gefallen.

Schönes Wochenende B)

Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.
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16 Jun 2012 06:50 #239450
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  • baobab2 am 14 Jun 2012 18:29
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Guten Morgen,
Annick und Uli, ihr habt natürlich recht, Fotos gehören auch dazu. Ich freue mich schon mal, dass ihr den Berichtsanfang überhaupt gefunden habt, die Rubrik ist unbeabsichtigt falsch gewählt. Hier nun Fotos von den beiden ersten Tagen. LG Ina

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16 Jun 2012 09:53 #239474
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  • baobab2 am 14 Jun 2012 18:29
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Und weiter geht's:


Montag, 02.04.12

In der Nacht regnet es eine Stunde sintflutartig. Durch die Wellblechdächer ist der Krach enorm. Mutti rechnet bei plötzlichem Aufwachen mit Erdbeben oder Schlimmerem. Vor dem Frühstück nieselt es noch. Am Boden sind kaum Pfützen zu sehen, die Erde saugt alles auf wie ein Schwamm. Die Leute sind froh über die Niederschläge, wir aber hoffen auf schönes Wetter für den Besuch des Nationalparks.
Pünktlich bei der Abfahrt um 9.00 Uhr reißt der Himmel auf. Wir halten auf dem Parkplatz am Gate. Tom, unser Guide, erledigt den Papierkram. Der Kilimandscharo ist erstmalig zu sehen. Ich hole schnell die Videokamera aus der Tasche, aber sie lässt sich nicht einschalten. Das Gehäuse ist ganz heiß. Das fehlte gerade noch, gleich zu Beginn der Reise! Mit dem Ersatzakku funktioniert alles wieder, aber die Karte ist voll. (?) Neue Karte und Aufatmen.
Der Nationalpark entpuppt sich als landschaftlich überaus reizvoll und abwechslungs- reich. Im Areal der sogenannten kleinen Serengeti sehen wir Büffel, Zebras, Giraffen und Warzenschweine. Im Wald des Meru-Berghanges turnen Colobusaffen, Paviane und Blue Monkeys in den Bäumen. Farbenfrohe Schmetterlinge zieren den Aufstieg zum Aussichtspunkt in den Ngurdoto Krater. Viele Vögel präsentieren sich, darunter ein laut rufender Hadada-Ibis, Fisch- und Schopfadler. Unsere schönste Beobachtung: ein Kronenkranichpaar mit zwei Jungen in unmittelbarer Nähe bei der Futtersuche. Sie trampeln im Gras herum und fangen die auffliegenden Insekten. An den Momella Lakes werden gerade Picknickplätze frei. Wir plündern die Lunchpakete und genießen den Rundblick – Flamingos, andere Wasservögel und gewagte Wolkengebilde inklusive. Bei der Weiterfahrt kommen wir drei älteren männlichen Büffeln sehr nahe, Elipsen-Wasserböcke erklimmen einen Hügel, ein Buschbock flüchtet. Wir sehen die weißen Gebäude der Momella Lodge (bekannt durch Hatari – Hardy Krüger) in der Ferne. Das Wetter ist noch immer schön, während sich der Meru bereits den ganzen Tag hinter einem schwarzen Wolkenvorhang versteckt. Donnern ist zu hören und wir machen uns auf den Rückweg. Tom bittet uns, einen anderen Guide mitnehmen zu dürfen. Wir haben natürlich nichts dagegen, sind aber unseren Guide in dem Moment los und haben nur noch einen Fahrer. Die Beiden unterhalten sich bis zum Gate pausenlos.
Als wir in der Meru View Lodge ankommen, hat der Regen gerade aufgehört und ein Regenbogen spannt sich quer über den Garten. Weil es so schön ist, gleich noch ein zweiter. Auf dem Gipfel des Meru ist Schnee zu sehen. Handy- und e-Mail Kontakt mit Romy und Oma – alles in Ordnung daheim. Taschenpacken nach dem Abendbrot. Das Rätsel mit dem Strom an der Dusche ist nicht gelöst. Diesmal kriegt Andre richtig einen gewischt – autsch. Das volle-Karte-Rätsel dagegen klärt sich auf. Eine unabsichtliche Endlosaufnahme in der Tasche. Der Originalakku der Videokamera ist wohl kaputt. Wegen der ominösen Stromverhältnisse? Akkus laden mit bangem Gefühl.

Fotos folgen.
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16 Jun 2012 20:57 #239523
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Hier sind die Fotos vom 2. April.
Gute Nacht und morgen geht es weiter.
Ina

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