Moin, ich hab ja selten so unmotivierte Mitarbeiter gesehen wie in der Twyfelfontein Country Lodge. Wir haben leider bei 2 Besuchen dort keine Elefanten gesehen. Vielleicht klappt es ja im November. Gruß Hartmut
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201321. Mai 2018 · #62
@ Netti: ja, die Lodge liegt landschaftlich wunderschön und die Anlage ist auch sehr nett und durchaus ansprechend, aber eben viel zu rummelig. Das ist der Preis, den wir für die Barrierefreiheit in Kombination mit Wüstenelefantentour zahlen "mussten". Dass es mit der Barrierefreiheit für uns nicht geklappt hat - shit happens. Und das intensive Wüstenelefanten-Erlebnis hat uns mit vielen Unzulänglichkeiten der Lodge weitestgehend versöhnt 🙂 . Die lebhaften und temperamentvollen, aber auch sehr netten Italiener verbuchen wir als Bestandteil unseres "Multikulti-Abenteuers" 😁 .
@ Esti: Diese Bilder und Erlebnisse teilen wir gerne 🙂 .
@ Elisabeth: Wir konnten richtig fühlen und den Elefanten ansehen, wie viel Spaß sie bei ihrer Wellness hatten. Und was deine guten Vorsätze angeht - vergiß es 😉 . Schließlich kommst du ja auch nach Büsnau ... 😈 🤩 😛 😉
@ Ingrid: Teilen wir gerne. So ein grünes Namibia und Wüstenelefanten beim Baden sieht man schließlich auch nicht alle Tage 🙂 .
@ Hartmut: Willkommen hier bei unserem Reisebericht 🙂 . Wirklich unmotiviert hatten wir die Mitarbeiter der Lodge eigentlich nicht erlebt. Wir hatten eher den Eindruck, dass sie überfordert waren mit allem, was irgendwie vom Standard abweicht ... Speziell die Mitarbeiter im Restaurant waren sehr nett und zuvorkommend. Wir drücken die Daumen für Wüstenelefanten im November 🙂 .
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201321. Mai 2018 · #63
FR, 27.4.2018: Aussicht auf Abenteuer mit Aussicht
Heute startet unser „Abenteuer mit Aussicht“ 🤩 . Vorher tanken wir noch an der kleinen Tankstelle unweit des Airstrips von Twyfelfontein.
Dann biegen wir ab auf die D2612 und die C39. Auch hier: Grüne und blühende Landschaften, eine Wohltat fürs Auge.
Im Gras versteckt, jede Menge kleiner roter Blumen:
Entlang der C43 ist es etwas belebter:
Aber auch hier ist alles herrlich grün:
Und so folgen wir dem Band der Gravelroad:
Spuren der Regenzeit sind aber auf der Straße allgegenwärtig:
In Palmwag fahren wir an der Tankstelle vorbei. Der Tank ist noch gut gefüllt, hinten lagern noch 15 Liter im Reservekanister. Das reicht auf jeden Fall bis Opuwo, selbst wenn es in Sesfontein nichts geben sollte.
Der Khowarib führt noch etwas Wasser:
In Sesfontein tanken wir. Noch schnell ein Foto mit der netten Tankwartin (die sich allerdings im Schatten „versteckt“ ) …
... dann wieder zurück auf die C43, die letzte Etappe auf unserem heutigen Weg ins „Abenteuer mit Aussicht“. Auch hier auf der Straße immer wieder Spuren der letzten Regenfälle. Kaum eine Senke, in der kein Wasser gelaufen ist und die Straße beschädigt hat. Alles in allem lässt sich das ganze aber recht problemlos fahren, man muss eben entsprechend aufmerksam sein und in den Senken den Fahrspuren der Vorgänger folgen.
Die ausgeschilderte Südzufahrt zu Camp Aussicht passieren wir. Unser Navi lotst uns auf die Nordzufahrt, die in Open Street Maps als Hauptzufahrt deklariert ist. Die Trockenflußbett-Durchfahrt gleich zu Beginn muss ich mir erst mal anschauen 😮 :
geschafft 🤩 :
Danach ist die Strecke zwar ziemlich rumpelig, mit dem Hilux aber kein wirkliches Problem. Mit einem Polo hätte ich die Zufahrt aber definitiv nicht fahren wollen … An den aus diversen Reiseberichten wohlbekannten Schildern vorbei hangeln wir uns den Berg hoch ...
... und dann sind wir da: Camp Aussicht !
Was haben wir recherchiert, hin und her überlegt – können wir es wirklich wagen, Camp Aussicht mit Rolli zu „machen“ ? Jetzt gibt es kein zurück mehr, jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit, wir sind ja sowas von gespannt und – zugegeben – auch ein wenig aufgeregt 😎 😕 😗 .
Die Begrüßung ist sehr herzlich, Marius in seiner ruhigen Art ist uns sofort sympathisch 🙂 . Er zeigt uns kurz das wichtigste und führt uns dann zu unserem Zimmer. Wir bekommen das erste Zimmer, vom Speiseraum aus gesehen. Nur eine einzige Stufe führt in den Raum, kein Problem mit dem Rolli. Auch das Zimmer selbst ist groß genug, um dort mit Rolli zu rangieren. Alles super, in diesem Zimmer werden wir zurechtkommen 🤩 .
Dass wir mit Rolli kommen, wusste Marius übrigens nicht – obwohl wir nicht nur über unsere Reiseagentur, sondern auch mit Eden Travel Consultancy Kontakt hatten 😗 . Egal, alles supi, und Marius ist dermaßen tiefenentspannt, es gibt wohl nichts, was ihn aus seiner Ruhe bringen kann.
Während mein Loeffelinchen sich ihrer Siesta widmet, schaue ich mich ein wenig um. Es ist wie ein Déjà-vu, als sei ich schon mal hier gewesen. Alles sieht genauso aus wie in unseren umfangreichen Recherchen gesehen.
Auch mit den übrigen Gästen, zwei gemeinsam reisenden holländischen Paaren im Rentenalter und einem deutschen Camper-Paar, halte ich ein Schwätzchen.
Später kommt Marius auf uns zu – er möchte uns ein anderes Zimmer zeigen, das möglicherweise für uns noch problemloser ist. Tatsächlich, ein Vierbettzimmer mit einem richtigen Doppelbett 🤩 (!) und einem Etagenbett, riesengroß, ebenerdig zugänglich, und mit einer Steckdose 🤩 (!). Da überlegen wir nicht lange, nehmen dieses Angebot gerne an und sind mit unserem Kram ruckzuck umgezogen 🤩 .
Wie Marius später erzählt, ist dies kein offizielles Gästezimmer, sondern wird eher für Verwandtenbesuche oder andere besondere Gelegenheiten genutzt. Momentan nutzt Marius das Zimmer eigentlich als Lagerraum für große Spanplatten. Die lehnen aber an der Wand, nehmen kaum Platz weg und stören uns überhaupt nicht.
Für mich wird es jetzt Zeit, die Dusche zu testen. Auch hier: einfach nur super. Das Wasser in den in der Sonne gelagerten schwarzen 10-Liter-Kanistern ist perfekt temperiert. Und erstaunlich, wie wenig Wasser man braucht. Mit einem halben Kanister kann ich eine gefühlte Ewigkeit duschen. Genial. Ich komme zu dem Schluss, dass das ganze auch für mein Loeffelinchen nutzbar ist. Das werden wir morgen gemeinsam testen.
Wir geniessen Abend und den Sonnenuntergang auf der Terrasse mit ein paar neuen Gästen …
… dann bittet Marius zu Tisch. Wir sind heute zu neunt, Marius, die vier Holländer und wir beide. Dazu gesellt sich das deutsche Camperpaar, das auch mitisst. Nach dem bei Marius üblichen Tischgebet gibt es einfache, gute Hausmannskost und lebhafte Unterhaltung in einer Mischung aus deutsch, holländisch und englisch, Eine gelöste und lockere Stimmung und sehr nette Atmosphäre. Im Laufe des Abends gesellen sich raschelnd noch weitere Stammgäste zu uns in den Speiseraum:
Die Stachelschweine sind seit Jahren an ihre tägliche (Riesen)Portion Polenta gewöhnt und kommen jeden Abend. Heute sind es vier Tiere, aber nur zwei trauen sich hinein. Je lauter die Unterhaltung, desto weniger fühlen sich die Tiere beobachtet, und die Polenta verschwindet jeden Abend kiloweise. Später gibt es draußen auch noch was für die "Feiglinge", die sich nicht reingetraut haben:
Nachdem die Riesenschüsseln geleert sind endet für alle auch der gemeinsame Abend auf Camp Aussicht.
Wir liegen im Bett und denken: Ja, mit der für Entscheidung für Camp Aussicht haben wir alles richtig gemacht 🙂 . Jetzt sind wir endlich so richtig in diesem Urlaub angekommen 🤩 🤩 🤩 .
Essen: Kudu-Hack-Curry, Reis, Tomatensalat Dazu heute mal Appletizer
sandra1903385 Beiträge · seit 201521. Mai 2018 · #64
Hallo Stefan,
ich hoffe, dass in den anderen Unterkünften der Rollstuhl nun bekannt ist und somit das Gespräch mit Deutschland Wirkung zeigt.
Die Bilder von den Elefanten sind spitze, so ein kleiner Dreckspatz 😄
Schöne Grüße
Sandra
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201321. Mai 2018 · #65
sandra1903 schrieb:Hallo Stefan,
ich hoffe, dass in den anderen Unterkünften der Rollstuhl nun bekannt ist und somit das Gespräch mit Deutschland Wirkung zeigt.
Die Bilder von den Elefanten sind spitze, so ein kleiner Dreckspatz 😄
Hallo Sandra, genau diese Bezeichnung hat Beate für den kleinen auch gebraucht 😉 . Tja ... und die Wirkung der Unterstützung aus Deutschland ... lass dich überraschen ... 😗
Superfanti807 Beiträge · seit 201721. Mai 2018 · #66
Hallo Löffels, Jetzt erst habe ich Euren Bericht bis hierher am Stück gelesen. Dieser kleine Schlammelefant ist wirklich mega. Wir sind im September in der Twyfelfonteinlodge und ich hatte innerlich die Tour abgeschrieben, da es doch oft hiess, dass die Elefanten doch meist zu arg weit weg seien. Kann man die Tour auch spontan buchen? Wann begann die Tour?
Zu Swakopmund: Wir wollen den Welwitschia Drive machen- kommt man da eig. Automatisch auch an der Mondlandschaft vorbei und darf das auch selbst fahren?
Ich bin gespannt wie es weitergeht. Finde es übrigens unmöglich. Dass die Agentur bei der Buchung den Rolli vergessen hat.
Viele Grüsse aus einem Zug mitten in Der Pfalz, Silke
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201321. Mai 2018 · #68
@ Silke: Hallo und willkommen! Ja, der kleine, in seiner Schlammpackung sieht er aus wie ein kleiner Elefanten-Golem 😉 . Ich drücke dir die Daumen, dass es auch im September noch Wüstenelefanten in der Nähe der Lodge gibt. Wir hatten nichts vorgebucht, sondern am Ankunftstag für den nächsten Tag reserviert. War bei uns kein Problem, obwohl die Lodge voll war. Wir sind direkt an der Lodge so gegen 15:30 Uhr gestartet und haben die Elefanten ein paar km entfernt vom Airstrip gefunden. Das Wasserloch ist ganz in der Nähe vom Airstrip. Auf dem Bild, auf dem alle vier Elefanten im Schlammloch sind, kann man den Airstrip im Hintergund erkennen. Bis September dürfte das Wasserloch allerdings verschwunden sein.
Zur Welwitschia-Drive/Mondlandschaft: Ja, kann man grundsätzlich selber fahren, man braucht aber ein Permit, das man sich vorher z.B. in Swakopmund besorgen muß. Hier gibt es zu dem ganzen eine Broschüre als pdf: https://www.namibweb.com/welwitschia-plains.pdf Wir haben uns aus "Komfortgründen" und wegen der Kenntnisse der Guides für eine geführte Tour entschieden und nicht bereut. An vielen Kleinigkeiten wären wir ohne Guide sicher achtlos vorbeigefahren. Allerdings sind wir geführt nicht exakt die beschriebenen Routen gefahren, sondern z,T, kreuz und quer. Das wird dann individuell ohne genaue Ortskenntnis schwierig.
@ Annick: Schön, das du auch dabei bist 🙂 Ein grünes Namibia und tolle Elefantenerlebnisse - davon lassen auch wir uns gerne begeistern 😁 .
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201321. Mai 2018 · #69
Liebe Beate und Stefan, da bin ich aber sehr froh, dass es euch schon von Beginn an in Camp Aussicht so gut gefallen hat! Und ich bin auch erleichtert, dass ihr gut zurecht kamt, denn ich war ja eine von denen, die euch zugeredet haben, dass ihr das "unbedingt" machen müsst. Bin gespannt, was ihr mit Marius noch alles erlebt habt!
Die Twyfelfontein Lodge fuhren wir auf unserer ersten Reise mit einem großen Bus an, es ist schon ein Massenbetrieb, aber sie ist wunderschön in die tolle Landschaft eingebettet, und dass ihr diese ausführliche Elefantensichtung hattet, entschädigt für manches.
Drives mit plappernden Mitfahrern - damit haben wir auch einige Erfahrungen. Z. B. wenn man den herrlichen Sundowner in Ruhe bewundern will, die anderen aber grölen und lauthals singen, oder wenn jedes Tier mit blöden Sprüchen kommentiert wird, oder wenn sich die anderen Gäste mit dem Guide über die Vorzüge diverser Safari-Autos unterhalten, so dass er nicht dazu kommt, etwas zu erklären, ... 🤢
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201322. Mai 2018 · #70
Hallo Gabriele, Camp Aussicht war eines DER Highlights unserer Tour und wir sind soo froh und dankbar für die ganzen Tipps, Bilder usw., die wir von dir, aber auch vielen anderen hier im Forum bekommen haben 😘 . Ich weiß nicht, ob wir uns Camp Aussicht ohne diesen ganzen Input zugetraut hätten. Am Ende war es relativ entspannt und unproblematisch, wir sind sehr gut zurechtgekommen.
Tja, die Italiener ... sie waren schon typisch italienisch lebhaft und temperamentvoll, aber auch sehr nett. Wie schon weiter oben mal gesagt, wir verbuchen sie einfach als einen Teil unseres Multikulti-Abenteuers 😁 😉 .
Old Women1'543 Beiträge · seit 201322. Mai 2018 · #72
Hallo Löffels,
die Twyfelfontein-Lodge empfanden wir auch als sehr rummelig, jedoch entschädigte uns eine Herde von Wüstenelefanten direkt vor unserer Haustür für die doch sehr unentspannte Atmosphäre. Wir hatten wirklich sehr viel Glück 🙂 . Eure Fotos gefallen mir ausgesprochen gut, besonders natürlich der kleine "Schlammracker". Einfach goldig. Bei Personenportraits kann man wirklich sehr viel falsch machen. Was du uns da aber als Appetizer von den Himbas präsentierst, ist richtig gut. Sehr zurückhaltend, keineswegs voyeuristisch., sondern perfekt eingefangen. Wunderbare Momentaufnahmen. Ich freue mich schon auf mehr 😎 .
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201323. Mai 2018 · #73
Hallo Beate, vielen Dank fürs Bilderlob. Ich gebe zu, ich habe immer Hemmungen, Menschen zu fotografieren und mache das normalerweise auch nicht (Ausnahme: Konzertfotos). Aber vor allem, wenn die Himbas sich unbeobachtet fühlen, lassen sie sich wunderbare Momente einfangen. Bei den gezeigten Portraits fand ich jetzt eine dezente, etwas auf "alt" getrimmte Nachbearbeitung in SW sehr passend, um die gezeigten Himbafrauen von ihrer schönsten und charaktervollsten Seite zu zeigen.
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201323. Mai 2018 · #74
SA, 28.4.2018: Teil 1: Zu Gast bei den Himbas
Gegen 8 Uhr gibt es ein gemeinsames Frühstück für die vier Holländer und uns beide. Die Holländer reisen heute weiter, ebenso das deutsche Camperpaar, das aber nicht mit uns frühstückt. Den Smalltalk am Frühstückstisch lassen sie sich aber nicht entgehen.
Marius erwartet heute keine neuen Gäste, damit hat er Zeit für uns und die Himbas, die wir – gestern schon besprochen – heute gerne besuchen möchten. Nachdem alle abgereist sind und Ruhe eingekehrt ist, brechen wir zu den Himbas auf. Wir müssen mit unserem Auto fahren, Marius hat momentan nur einen Pickup, da passen vorne keine drei Personen rein. Sein anderes Auto ist gerade kaputt, der Fehler noch nicht gefunden. Marius erklärt sich gerne bereit uns zu chauffieren. Beladen mit Rolli und den Gastgeschenken rumpeln wir runter zur C43, das Dorf ist knapp 30km von Camp Aussicht entfernt. Es gibt auch noch ein paar andere Dörfer, die Marius mit Gästen besucht, aber nur dann, wenn er mit eigenem Auto unterwegs ist.
Im Dorf angekommen, entpuppt sich dieses wie befürchtet als nahezu rollstuhluntauglich.
Aber die Himbas machen alles möglich: Zwei junge Männer helfen mit, und gemeinsam tragen wir mein Loeffelinchen mitsamt Rolli wie eine Sänfte durch das ganze Dorf. Auch der in Windeseile entstandene „Markt“ wird für sie auf diese Weise zugänglich, und es wird auch peinlich darauf geachtet, dass Beate das Angebot von jedem einzelnen Stand begutachtet.
Marius ermuntert mich, viele Fotos zu machen. Er ist der Überzeugung, dass die Kultur der Himbas dem Untergang geweiht ist und solche Fotos in zehn Jahren nicht mehr möglich sein werden.
Die Himbas sind Besucher gewohnt und haben keine Probleme damit, fotografiert zu werden. Dennoch habe ich zunächst Hemmungen, zumal ich generell nicht gerne Personen fotografiere. Daher frage ich zunächst jede(n), den ich fotografieren möchte, und zeige danach die Bilder. Daran besteht dann immer großes Interesse.
Der Kleine im blauen Anorak trägt übrigens nur diesen, sonst nichts 🙂 :
Auch die Dorfälteste darf ich fotografieren. Sie ist die Witwe des vor zwei Jahren verstorbenen Clanchefs. Eine stolze alte Dame mit sehr würdevoller Ausstrahlung, ich gebe mir alle Mühe, ihr mit dem Foto gerecht zu werden:
Sie bittet mich auch in ihre Hütte und ich darf dort einige Gegenstände fotografieren:
Natürlich dürfen auch Bilder der Verkaufsstände nicht fehlen:
Wie wir später von Marius erfahren, sind Loeffelinchen und ihr Rollstuhl ein großes Gesprächsthema bei den Frauen. Besonders eine der Frauen ist sehr aufgeschlossen und würde sich gerne mit Beate unterhalten. Leider scheitert dies an der Sprache, denn Marius ist anderweitig beschäftigt und steht als Dolmetscher nicht zur Verfügung. Schade, das wäre bestimmt eine sehr spannende und interessante Unterhaltung geworden. So bleibt es bei einigen netten Gesten, und sie hält sich viel in Beates Nähe auf und zeigt ihr alles mögliche von den Verkaufsständen, nicht nur von ihrem eigenen.
Am Ende schenkt sie Beate einen Armreif, eine Geste, die uns sehr berührt. Auch Marius ist davon sehr beeindruckt. Beate kämpft mit einigen Tränchen der Rührung:
Und hier ist er, gefertigt aus Rinderhorn:
Im Laufe der Zeit stelle ich fest, dass die besten Bilder dann entstehen, wenn die Himbas sich unbeobachtet fühlen. Da ich ausschließlich mit meiner kleinen Sony A6000 fotografiere und die dicke Spiegelreflex im Camp Aussicht gelassen habe, entstehen viele Bilder unbemerkt „aus der Hüfte“, mit Kontrolle über das Klappdisplay.
Zum Abschluß darf ein Gruppenbild mit Marius und "seinen" Himbas natürlich nicht fehlen:
Natürlich erwerben wir auch ein paar Gegenstände von den Himbas. Aber es ist schon ein fast peinliches Gefühl, wenn mir die Damen nach der Geldübergabe die Hand küssen …
Übrigens sind nicht alle der Frauen traditionell gekleidet und geschmückt, einige tragen auch westliche Kleidung und Frisuren:
Nach rund zwei Stunden verabschieden wir uns von den Dorfbewohnern, um viele Eindrücke reicher. Ein Besuch bei Menschen, die uns sehr berührt haben und uns noch lange beschäftigen. Auf der Rückfahrt diskutieren wir mit Marius über die Himbas. Der Wandel ist unabwendbar, und auch die äußerlich traditionell scheinenden Himbas leben nicht hinter dem Mond. Bei unserer Ankunft haben wir mehr als ein Handy unter den Röcken verschwinden sehen … Ob die Himbas wohl einen Weg zwischen ihren Traditionen und der westlichen Moderne finden werden ? Marius ist sehr skeptisch. Wie schon weiter oben erwähnt, er glaubt nicht, dass das traditionelle Leben der Himbas die nächsten zehn Jahre überdauert …
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201324. Mai 2018 · #75
Auch bei mir ist eben ein Tränchen geflossen. Zum einen freut es mich ungemein, dass du samt deiner lieben Frau diese wunderbaren Begegnungen mit den Himbas erleben konntest, zum anderen kamen die Erinnerungen an unseren Besuch des Dorfes ganz lebhaft hoch.
Auf einigen deiner Fotos erkannte ich die Wellblech-Klohäuschen wieder, die etwas außerhalb des Dorfes verteilt sind. Marius erzählte uns, sie seien von der EU gestiftet worden, die Himbas würden aber lieber in den Busch gehen wie vorher auch und würden sie als Vorratslager benutzen.
Zumindest eine der Frauen habe ich wiedererkannt, die mit der großen Muschel am Halsschmuck.
Wir waren damals kurz nach der Beerdigung des Clanchefs dort, überall standen kleine Igluzelte, in denen die Gäste nächtigten, die teilweise bis vom Kunene hergekommen waren, deshalb waren auch viele Männer im Dorf. Es brannte noch ein heiliges Feuer, in dessen Nähe wir nicht gehen sollten, und die Hütte der direkten Angehörigen sollten wir natürlich auch nicht betreten.
Mich hat die natürliche Würde und Gelassenheit der Himbas sehr beeindruckt, und dies kommt auch in deinen schönen Fotos zur Geltung, wundervolle Charakterstudien hast du gemacht - danke fürs Zeigen!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Lieber Stefan Wunderschön sind deine Aufnahmen von den Himbas und sehr berührend die Fotos mit der Himbafrau, Beate und dem Armreif. Wir waren 2014 übrigens mit Mario in einem anderen Dorf. Dort verkauften die Himbafrauen für ca. 100 € ihren Halsschmuck mit der Muschel. An deren Hals hing nun ein Schlüssel für die Vorratshäuschen. Bereits 2003 besuchten wir oberhalb Opuwo von der Rustic-Toko-Lodge aus ein Himbadorf. Schon damals wurde angekündigt, dass die Kultur der Himbas die nächsgten 10 Jahre nicht überdauern würde. Die Kinder wurden zweimal jährlich während drei Wochen mit einem Schulbus besucht. In der Zwischenzeit mussten sie Aufgaben lösen. Wir wurden eingeladen rsp. aufgefordert, ihnen dabei zu helfen. Unser Führer meinte, wenn die Himbakinder lernen wie die anderen Namibier leben, würden diese nicht mehr wie ihre Eltern leben wollen. Liebe Grüsse Irene
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201324. Mai 2018 · #78
vielen Dank für euer Bilderlob 😘 . Es freut mich, dass es mir offenbar gelungen ist, etwas von der Würde und Ausstrahlung dieser Frauen in den Bildern auszudrücken. Ich persönlich finde, gerade die behutsame, auf "historisch" getrimmte Schwarzweiss-Wandlung verstärkt diese Ausstrahlung noch, weil sie die Fotos auf das wesentliche reduziert. In Farbe wirken die Bilder auf mich z.T weniger aussagekräftig.
Wir haben darauf geachtet, von den Himbas keinen Schmuck, sondern nur Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Wir finden es schlimm, ihnen Dinge abzukaufen, die z.T. rituelle oder symbolische Bedeutung haben, wie es bei dem Schmuck ja oft der Fall ist. Und wir würden uns total schäbig fühlen, wenn wir ein Fell- oder Lederkrönchen in der Vitrine hätten, während die Vorbesitzerin sich mit einer Plastiktüte schmückt ... 🙁
Interessant, von euren ganz unterschiedlichen Erlebnissen bei den Himbas zu lesen. Dass die Himba-Kultur entgegen der Aussage von 2003 immer noch existiert, lässt vielleicht doch ein wenig für die weitere Zukunft der Himbas hoffen. Ich würde es mir (und ihnen) wünschen ...
Die Klohäuschen sind ein typisches Beispiel für gut gemeinte, aber letztlich unnütz verschwendete finanzielle Mittel. Besser wäre es gewesen, diese Gelder für Projekte einzusetzen, die den Himbas eine Perspektive bieten. Ein schwieriges Thema ...
piscator1'483 Beiträge · seit 200924. Mai 2018 · #79
Guten Abend Stefan, uneingescgränkte Zustimmung!
Einen schönen Abend! Piscator
Flash20101'425 Beiträge · seit 201525. Mai 2018 · #80
Lieber Stefan,
Netti kam mir zuvor - Hut ab vor dieser Aufnahme - GRANDIOS!!! Auch Petra und ich haben beim Lesen und darüber Nachdenken feuchte Augen bekommen. Was für eine tolle Begegnung ihr da hattet! Gerade die Frau, die Beate den Armreif geschenkt hat, einfach unglaublich. Den haltet ihr glaube ich jetzt für alle Zeiten in Ehren, was für ein Geschenk - ich kann's immer noch nicht glauben..