THEMA: Die Eulenmuckels in NAM-BOT-SAM
10 Nov 2011 18:46 #212668
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  • Eulenmuckel am 10 Nov 2011 18:46
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@madmaddin: Die meisten Tieraufnahmen machen wir mit der Kombination Canon EOS 7D und Canon EF 100-400mm. Mit der Qualität der Aufnahmen sind wir zufrieden, und diese Kombination ist einigermaßen handlich, man braucht z. B. nicht unbedingt ein Einbein-Stativ. Daneben gibt es noch weitere Kameras und Objektive, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Wir sortieren immer wieder ein wenig aus, und das ein oder andere Teil kommt auch wieder zur Fotoausrüstung dazu. So wird es nie langweilig. Aber Equipment ist nicht das Wichtigste. Es braucht immer ein wenig Glück, den richtigen Moment zu erwischen.

@Angelika: Wir mieten unser Auto bei Savanna Car in Windhoek. Dort gibt es den Toyota Hilux Double Cabin in einer Ausstattungsvariante, die diese unglaublich praktischen Schubladen auf der Ladefläche hat. Das ist aber auch keine Seltenheit. Bei anderen Autovermietern habe ich die auch schon gesehen. In Kombination mit einem Canopy, das rundherum aufklappbar ist, muss man praktisch nie mehr auf die Ladefläche klettern, um an irgendwelche Sachen zu kommen. Das ist schon sehr komfortabel.

Viele Grüße,
Uwe
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11 Nov 2011 16:30 #212804
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  • lilytrotter am 11 Nov 2011 16:30
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Hallo, Eulenmuckel!
„Aber Equipment ist nicht das Wichtigste. Es braucht immer ein wenig Glück, den richtigen Moment zu erwischen.“
Das haste aber lieb gesagt, - ihr seid aber auch sehr bescheiden!
Wir sagen es mal etwas anders:
Das Können steht, liegt und kauert hinter der Kamera!
Und ihr könnt es eben. Kompliment!

Vielen Dank für euren schönen Reisebericht, den wir begeistert verfolgen. Ihr seid ja echte Vielfahrer und steckt die Kalamitäten gut weg. Das ist eine sehr gute Grundlage für Spaß am Reisen. Ihr konzentriert euch einfach auf das, was für euch das Wesentliche ist.
Vielen Dank dafür, dass wir daran teilhaben dürfen!
Gruß lilytrotters
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11 Nov 2011 20:40 #212837
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  • Eulenmuckel am 10 Nov 2011 18:46
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Montag, 1. August 2011

In der Nacht windete es stark, und morgens war es ein wenig bewölkt. Wir frühstückten aus Mangel an Platz neben unserem kleinen Stellplatz auf dem Durchgangsweg. Dies war ziemlich ungemütlich, denn es kam uns so vor, als ob die anderen Campinggäste zwischen unseren Stühlen und dem Tisch hindurchliefen. Außerdem würzte der aufgewirbelte Staub der ersten abfahrenden Autos unser Müsli. Deswegen beeilten wir uns mit dem Aufbruch. Im Supermarkt kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten und behielten einige Pulas übrig, die wir bei unserem nächsten Besuch in Botswana gut gebrauchen können. Dann ging es Richtung Grenze.
In Kazungula kamen wir an die Fähre und wussten zuerst nicht genau, wo wir uns anzustellen hatten. Nur, dass wir an den vielen wartenden Lastwagen vorbeifahren durften, war uns klar. Uwe fragte einen anderen Weißen mit einem Toyota und Anhänger. Der sagte, dass die aktuelle Beladung der Fähre von verschiedenen Dingen abhänge, z. B. von der Größe des Autos und der Wartezeit. Er stehe schon seit fast zwei Stunden hier.



Doch als die Fähre angelegt hatte und entladen war, winkte uns der Angestellte beide als erstes auf das Boot. Das war etwa 30 Meter lang und bot in jedem Fall immer nur einem großen Lastwagen und ein paar PKWs Platz. Außerdem fuhren noch viele Fußgänger mit, und es wurden Unmengen an Bier aufgeladen.







Während der Überfahrt bezahlten wir die Gebühr. Ruth durfte als Passagier nicht im Auto sitzen, während Uwe auf bzw. von der Fähre fuhr. Auf der Sambiaseite begannen die Grenzformalitäten. Während die Ausreise in Botswana mit einer guten halben Stunde noch recht schnell geklappt hatte, brauchten wir nun etwa zwei Stunden. Zunächst bekamen wir ein Einmalvisum für je 50 US-Dollar und entsprechende Stempel in die Pässe. Dann ging es an zwei Schaltern vorbei in ein weiteres Büro zur Entrichtung der Carbon Tax, einer staatlichen Gebühr, die je nach Hubraum des Motors erhoben wird. Diese musste in Kwachas – der sambischen Währung – bezahlt werden, die man jedoch weder einführen darf, noch an der Grenze auf legale Weise tauschen oder aus einem Automaten bekommen kann. Wir hatten das große Glück, dass die Grenzbeamtin ein wenig deutsch sprach. Sie hatte ein Jahr lang in Deutschland gelebt, und so konnte sie uns erklären, was wir zu tun hatten. Sie stellte uns einen ihrer Kollegen zur Seite, der uns zuerst Geld wechselte und später bei der Versicherung half. Dazwischen mussten wir noch zur Polizei, um die Straßengebühr zu bezahlen.
Das Polizeigebäude bestand aus einem kleinen Raum, in dem ein Schreibtisch und zwei Bänke standen. Auf der einen Bank lag ein weißer Mann, der aussah, als hätte er einen Kreislaufzusammenbruch gehabt und müsse sich nun ausruhen. An der Kopfseite des Raums plärrte ein Fernseher, auf der anderen Bank saßen drei Leute ohne erkennbare Aktivität. Am Schreibtisch saßen zwei Beamte. Nach einiger Zeit höflichen Wartens nahm sich einer von ihnen uns an und das geforderte Geld ab und stellte eine Quittung aus. In einem weiteren Gebäude gab es noch eine Gebühr zu bezahlen (wir wissen nicht mehr so genau, wofür eigentlich).



Auf unserer Pilgerreise von Haus zu Haus wuchs die Traube von Leuten, die sich an unsere Fersen heftete und uns eine Autoversicherung verkaufen wollte. Denn im Gegensatz zu den offiziellen Gebühren und Kosten herrscht bei der Versicherung ein freier Markt. Hier half uns wieder der Kollege der Grenzbeamtin, indem er uns sehr bestimmt zu einem alten Container brachte, in dessen Inneren ein Versicherungsbüro eingerichtet war. Es war ein wenig einfacher ausgestattet als ein Versicherungsbüro in Deutschland, aber mindestens so vertrauenerweckend. Innerhalb weniger Minuten hatten wir die notwendige Autoversicherung mit vielen Durchschlägen, Stempeln (beides in Afrika sehr wichtig) und natürlich Bezahlung abgeschlossen.
Als wir alle Papiere zusammen hatten, unterhielten wir uns noch ein wenig mit dem Pärchen aus Sambia, das in dem anderen Toyota mit uns auf der Fähre gewesen war. Sie rieten uns, die zusätzlichen Reflektoren (vorne weiß, hinten rot) sofort ans Auto zu kleben. Oft werden diese bei Polizeikontrollen überprüft.
Auf dem Weg nach Livingstone gab es drei Kontrollen. Bei der ersten standen lediglich mehrere Polizisten am Straßenrand, sie hielten uns jedoch nicht an. Bei der zweiten mussten wir anhalten und plauderten mit den Beamten über unverfängliche Dinge, die möglichst wenig mit defekten Blinkern zu tun hatten. Ein wenig Sorgen machten wir uns nämlich doch, denn mittlerweile funktionierte der rechte Blinker auch nicht mehr. So konnten wir unbehelligt weiterfahren. Die dritte Kontrolle verlief ähnlich.
In Livingstone holten wir an der Bank Geld und fuhren dann zu den Victoria Fällen. Dort trafen wir Stefan und Gaby, die für die nächsten Tage unsere Reisebegleiter sein sollten. Wir liefen ein wenig oberhalb der Wasserfälle herum, dann machten wir uns auf in Richtung Campingplatz, um etwas zu Mittag zu essen. Ruth machte leckeren Wurstsalat.





Zum Sonnenuntergang fuhren wir noch mal zu den Fällen und spazierten zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Auf die angebotenen Regenmäntel verzichteten wir diesmal. Hatten wir sie 2007 doch umsonst geliehen. Und wir sind ja lernfähig! Die aufsteigende Gischt war mit der damals allerdings nicht zu vergleichen und sorgte fast auf sämtlichen Wegen für einen feinen Nebel oder Regen. Jede Deckung nutzend sprangen wir von Baum zu Baum und waren innerhalb weniger Minuten bis auf die Haut durchnässt. Die Kameras hatten wir glücklicherweise in Plastiktüten verpackt. Besonders auf einer schmalen Brücke über dem Wasser war es besonders nass. Plötzlich kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und zauberte einen wunderschönen Regenbogen über die Victoria-Fälle. Wir genossen das beeindruckende Naturschauspiel, während unter uns die Wassermassen in die Tiefe stürzten.





Nach Sonnenuntergang fuhren wir wieder auf die Campsite der Livingstone Safari Lodge. Dort machten wir Feuer und richteten das Lager. Zum Abendessen gab es Rosmarinkartoffeln aus dem Potije, das letzte Oryxfleisch vom Grill, und Gaby machte Salat mit Balsamico-Honig-Dressing und frisch gerösteten Croutons. Es war sehr lecker. Dabei unterhielten wir uns nett. Es ist schön, die beiden getroffen zu haben. Wir freuen uns auf die kommenden Tage.

Tageskilometer: 119
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12 Nov 2011 07:14 #212851
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  • Lil am 12 Nov 2011 07:14
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Hallo Uwe,

also ich muss mich dem Kompliment von lilytrotter anschliessen. "Ihr könnt fotografieren".

Ich liebe eure Bilder. :laugh: :laugh: :laugh: . Weiter so.

Freue mich auf die Fortsetzung

Liebe Grüsse aus Luxembourg
Lil
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12 Nov 2011 11:26 #212879
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  • diangelika am 12 Nov 2011 11:26
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Hallo Uwe,
du empfiehlst den Hilux Double Cabin. Da hat man doch 2 Zelte, ist da auch im Auto mehr Platz?
Angelika
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12 Nov 2011 12:47 #212886
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  • Eulenmuckel am 10 Nov 2011 18:46
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Liebe Angelika,

"Double Cabin" bedeutet "Doppel-Kabine", d. h., das "Fahrerhaus" vor der Ladefläche des Pick-Ups besteht aus zwei Sitzreihen (wie in einem PKW). Man kann also auch mit vier Personen fahren. Für zwei Personen würde auch ein sog. Single Cabin genügen, dann ist die Ladefläche entsprechend länger.
Wir nehmen immer den Doppelkabiner, weil wir dann auf den Rücksitzen unseren ganzen Krempel (Jacken, Fotoausrüstung, Klamotten, die nicht einstauben sollen) lassen können.

Man kann auf einen Double Cabin ein oder zwei Dachzelte montieren (eines auf dem Fahrerhaus, das zweite auf dem Canopy). Da wir nur zu zweit fahren, nehmen wir natürlich nur ein Dachzelt und davor (oder dahinter) einen Dachgepäckträger zum Transportieren von Reservekanistern und Feuerholz.

Ich hoffe, das hilft dir bei der Planung weiter.

Viele Grüße
Uwe
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