THEMA: Die Eulenmuckels in NAM-BOT-SAM
09 Nov 2011 19:50 #212547
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Samstag, 30. Juli 2011

Das Maun Rest Camp liegt unmittelbar am Thamalakane. Als die Sonne aufging, leuchtete das Gras auf einer kleinen Insel im Fluss.



Wir gönnten uns nach dem Aufstehen nur ein heißes Getränk, packten alle Sachen ein und bezahlten den Campingplatz. Dann fuhren wir mit den letzten Tropfen Benzin im Tank zur Shell Tankstelle und erfuhren, dass es dort kein bleifreies Benzin gab. Zum Glück bekamen wir es aber an der nächsten Puma Tankstelle. Zusätzlich füllten wir die zwei leeren Ersatzkanister.
Dann ging es weiter zu Toyota. Dort waren nur zwei Manager anwesend, die Bauarbeiten in den Verkaufsräumen beobachteten. Sonst waren keine Techniker anwesend, schließlich war Samstag. Die Herren waren aber so nett, einen Mechaniker herbeizutelefonieren. Dieser kam schnell und schaute sich unseren Blinker an. Zunächst tauschte er eine kaputte Sicherung aus. Danach funktionierte der Blinker rechts, links jedoch nicht. Er vermutete, dass ein Kurzschluss hinten links für den Defekt verantwortlich sei und bestellte einen weiteren Autoelektriker. Der könne das Problem wahrscheinlich in zwei bis drei Stunden beheben. Zunächst warteten wir, dann erfuhren wir aber, dass der Elektriker vielleicht auch erst in zwei bis drei Stunden da wäre. Damit wäre unser Plan, noch heute bis Kasane zu fahren, nicht mehr schaffbar gewesen. So entschieden wir, dass es uns genügte, lediglich rechts zu blinken, um den Kurzschluss zu umgehen, bedankten uns und fuhren weiter.
Bei einem Straßenhändler kauften wir eine wunderschöne Tischdecke für unseren Campingtisch. Dann wollten wir zu Frau Oake von Okavango Ceramics fahren, um noch ein paar der Porzellantassen zu besorgen, wie wir sie letztes Jahr bei ihr gekauft hatten. Dank der GPS-Aufzeichnung vom Vorjahr fanden wir exakt den Weg. Doch leider endete dieser nach wenigen hundert Metern im Wasser. Der Borofluss führt dieses Jahr wohl extrem viel Wasser, wir kehrten um und versuchten auf allen möglichen Umwegen unseren Zielpunkt zu erreichen, standen aber jedes Mal vor einem mehr oder weniger breiten und tiefen schwarzen Tümpel, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als ohne Einkauf umzukehren.
Bevor wir Maun verließen, kauften wir im Spar noch Brötchen und Getränke. Dann wurde es höchste Zeit. Auf der Teerstraße fuhren wir Richtung Osten nach Nata und von dort weiter nach Norden. Wir hatten wieder mit Kühen und Eseln zu kämpfen. Nach Nata erwartete uns dann aber ein Spektakel der ganz besonderen Art. Wir hatten plötzlich einen Schwertransport vor uns auf der Straße, den wir nicht sofort überholen konnten, und dann begann die wahrscheinlich längste Baustelle der Welt. Über etwa 135 Kilometer erstreckte sich dieser Alptraum. Die Hauptstraße war teilweise noch nicht vorhanden, auf manchen Abschnitten bereits geteert. Der Verkehr wurde über eine Umfahrung geleitet, die getrost zu den Meisterwerken afrikanischer Straßenbaukunst gezählt werden darf. Sie war zwar geteert, jedoch so schief und buckelig, dass man nicht schnell vorwärts kam. Außerdem wurden wir ja von diesem Schwertransport, der – wie wir in einer Kurve feststellten – auch noch ein paar Brüderchen dabei hatte, ausgebremst. Er zuckelte im Schritttempo vor uns durch die Baustelle und bestand aus riesigen Lastwagen, die wiederum Ladeflächen oder Fahrgestelle von großen Radladern transportierten.



Es war nahezu unmöglich zu überholen. Ein Begleitfahrzeug mit zwei roten Fähnchen zeigte uns an, dass das wohl auch nicht ratsam wäre.



Erst nach vielen Kilometern schafften wir es, durch ein waghalsiges Manöver auf dem sandigen Seitenstreifen mit ziemlich viel Schräglage. Juhu, geschafft! Blieben ja nur noch neun andere dieser Ungetüme vor uns. Dieses Spiel wiederholte sich im Laufe der nächsten geschätzten Stunden also noch ein paar Mal, denn in Afrika kommt man nicht auf die Idee, am Rand anzuhalten um die Autoschlange hinter sich vorbei zu lassen. Die Baustelle zog sich also unendlich lange hin, noch unendlicher, da wir mittlerweile beide dringend auf Toilette mussten. Das war natürlich auf gar keinen Fall drin, denn dann wären ja die bisher gewonnenen Meter wieder verloren gewesen, und wir hätten unsere Position verloren.



Trotzdem büßten wir durch diese Begegnung viel Zeit ein. Am Straßenrand sahen wir unsere ersten Elefanten in diesem Urlaub. Zuerst waren es zwei, dann eine ganze Herde.
Erst mit Sonnenuntergang erreichten wir Kasane. Bei der Garden Lodge meldeten wir uns für die morgige Bootstour am Nachmittag an. Dann versuchten wir unser Glück bei der Chobe Safari Lodge. Der Campingplatz war leider voll belegt, aber zum Abendessen bekamen wir noch einen Tisch. Bei der Thebe Lodge war auch noch eine Campsite frei. Wir überspielten ein paar Fotos und fuhren dann wieder zum Abendessen. Ruth war wie immer vom Buffet und vor allem der Suppe sehr begeistert. Obwohl uns die Lodge eigentlich zu groß ist, kommen wir immer wieder gerne her. Die Angestellten sind freundlich, und es ist zwischendrin schön, sich einmal bekochen zu lassen.
Zurück auf unserem Campingplatz krochen wir ziemlich bald todmüde in unser Zelt, da uns der Fahrtag sehr angestrengt hatte. An Schlaf war aber nur mit Einschränkung zu denken, denn laute Jugendgruppen lärmten und hörten noch stundenlang laut Musik.

Tageskilometer: 669
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09 Nov 2011 19:59 #212548
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Sonntag, 31. Juli 2011

Bereits im Dunkeln standen wir wieder auf, klappten das Dachzelt zusammen und machten uns auf den Weg zum Sedudu Gate des Chobe National Parks. Dort bezahlten wir den Tageseintritt und fuhren zur Chobe River Front. Man fährt unmittelbar am Fluss entlang und kann unzählige Tierarten entdecken und beobachten.



So sahen wir einen einzelnen jungen Elefanten, Sporengänse und eine enorme Ansammlung von Marabus und verschiedenen Geierarten. Sie pickten an einem verbrannten Haufen herum. Wir vermuten, dass dort ein verendetes Tier verbrannt worden war. Dennoch stank der Rest des Kadavers noch zum Himmel.






Als wir Richtung Serondela Rastplatz kamen, fuhren wir an einer riesigen Herde Impalas vorbei.



An der gleichen Stelle drängten unzählige Paviane vom Fluss herauf, wir schätzen über 200 Tiere.



Aber auch Giraffen, weitere Elefanten, Warzenschweine und Kudus trafen wir. Für uns war es ein gelungener Vormittag.
Gegen elf Uhr verließen wir den Park und bemühten uns erneut um einen Campingplatz in der Chobe Safari Lodge. Diesmal bekamen wir einen, jedoch so einen kleinen Stellplatz, dass wir dort nicht einmal komfortabel um das Auto herum gehen können.
In der Mittagspause wuschen wir Wäsche, duschten und machten Brotzeit. Dabei leistete uns eine Familie Warzenschweine Gesellschaft und durchwühlte den halben Campingplatz nach Essbarem.



Anschließend ging es zur Garden Lodge. Wir bekamen Kaffee, Tee und ein Stückchen Kuchen. Dann stiegen wir mit sieben anderen Gästen auf das kleine Boot für die Nachmittagstour. Wir schipperten den Chobe auf und ab und konnten viel entdecken und fotografieren. Zuerst zeigte der Fahrer uns einen großem Baum mitten im Fluss, auf dem unzählige Nimmersatt-Störche und Kormorane brüteten.



Letzte Änderung: 09 Nov 2011 20:01 von Eulenmuckel.
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09 Nov 2011 20:03 #212549
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Dann sahen wir noch Graueisvögel, die in hoher Geschwindigkeit unmittelbar über der Wasseroberfläche flogen, Elefantenherden, die den Fluss durchquerten, Flusspferde, Krokodile, Reiher und Störche. Es war eine wunderschöne Fahrt.









Uns fiel auf, dass relativ wenige Schreiseeadler zu sehen waren. Außerdem nimmt der Tourismus auf dem Chobe immer mehr zu. In der Regel sind acht oder mehr Boote zur Stelle, wenn zum Beispiel eine Elefantenherde durch das Wasser schwimmt. Das ist für die Tiere sicherlich anstrengend. Ganz speziell war ein kleines Boot, auf dem fünf Fotografen saßen. Jeder hatte einen eigenen Stuhl, den er um 360 Grad drehen konnte. Zum Drehstuhl gehörte ein stabiles Stativ, auf dem jeder sein riesiges Objektiv befestigt hatte. Wie Maschinengewehre brachten sie ihre Kameras in Anschlag und fotografierten ohne Pause.





Selbstverständlich gehörten zu einer gelungenen Sundowner-Bootstour auch die obligatorischen „Elefanten vor untergehender Sonne“. Es ist jedes Mal wieder eine ganz besonders friedliche Stimmung am Chobe.



Zum Abendessen gingen wir wieder in die Lodge. Kurz zuvor telefonierten wir mit Stefan und Gaby, die wir morgen in Livingstone treffen wollen. Das Abendessen bestand wieder aus dem riesigen Büffet. Immer wenn wir unseren Tisch verließen, lauerte bereits ein Kellner, um während unserer Abwesenheit die Servietten neu zu falten. Dabei verwendete er jedes Mal eine andere Falttechnik. Nach Suppe und Salat ließen wir uns Gemüse und Nudeln frisch zubereiten und aßen gegrilltes Schweinefleisch und Huhn dazu. Zum Nachtisch gab es noch ein Stück Apfelkuchen mit Vanillesoße. Pappsatt und zufrieden liefen wir den Weg zurück zu unserem Auto.

Tageskilometer: 63
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10 Nov 2011 13:26 #212620
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  • madmaddin am 10 Nov 2011 13:26
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Ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz großartige Aufnahmen!
Ich glaub, ich weiß jetzt was ich mir zu Weihnachten wünsche... B)

Mit welchem Foto-Equipment ward ihr unterwegs?
Unser Bericht vom August 2011, 14 Tage:
www.namibia-forum.ch...ibia-im-aug2011.html
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10 Nov 2011 13:47 #212622
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  • Guggu am 10 Nov 2011 13:47
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Hallo Madmaddin,
siehe weiter oben im Tread!
Grüßle
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia
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10 Nov 2011 16:20 #212644
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  • diangelika am 10 Nov 2011 16:20
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Liebe Eulenmuckels,
helle Begeisterung für den Bericht und die Fotos!!! :)
Aber schreibt mir doch bitte, was für ein Auto ihr hattet. Der stauraum in schubladen unter der Ladefläche ist toll.
LG
dingelika
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