Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201307. Apr. 2019 ·
Hallo Swea Danke für dein Feedback! Ja, diese Leo Sichtung war genial und hatten wir ganz für uns alleine. Ich wünsche euch auch ne tolle Reise, wenn es im Sommer nach Namibia geht. Viel Spass! Liebe Grüsse Nicole
Hallo Nicole Gespannt habe ich eure Fahrt durch den Kaudum verfolgt. Das ging ja „hudihup“. 2016 fuhren wir zusammen mit 7 Fahrzeugen im Konvoi durch den Kaudum. Facit: 2 Autos sind im Tiefsand steckengeblieben und 1 Reifenpanne, zudem hatte es Waldbrände und wir konnten nicht die vorgesehene Route fahren. Auch war es schwierig, mit 7 Fahrzeuge an den div. Elefantengruppen vorbeizufahren. Ich bin weiter bei eurer Reise dabei. Liebe Grüsse Grosi
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201307. Apr. 2019 ·
Hallo Grosi Auch wir mussten immer uns mal wieder in Geduld üben, wenn wir die Wege einer Herde kreuzen wollten. Es war wahnsinnig, wie viele Elefanten wir gesehen haben. Es waren Hunderte! Pannen, nicht von uns, kommen noch..... Liebe Grüsse Nicole
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201308. Apr. 2019 ·
Sodeli, das nächste Kapitel ist bereit!
Zuerst eine kleine Korrektur zu den Kosten vom Khaudum Camp. 330 N$ pro Person + 110 N$ für das Fahrzeug – echt happig, auch wenn der Platz für 10 Fahrzeuge ausgereicht hätte.
Tag 10 (immer noch) Khaudum Camp
Wir erfahren vom Receptionisten, dass ein Tourist in einem Fahrzeug mit Zebramuster eine Panne hatte und die Nacht umzingelt von 9 Löwen verbringen musste. Da er erlaubterweise nicht auf einem offiziellen Weg war, hätten ihn auch die wenigen Touristen oder die Zähler der Pupkewitz Foundation nicht sehen können…..
Wir sinnieren darüber, dass es wirklich Sinn macht, im Konvoi den Kahudum NP zu besuchen, auch wenn es beim Eingang nicht (mehr) kontrolliert wird. Ein Satellitentelefon wäre eine Alternative. Auch sollte man genügend Wasser und Nahrung dabei haben. In der ganzen Zeit im Khaudum sehen wir nur 2 andere Touristenfahrzeuge…… Wenn man Pech hat, bleibt man tagelang mit einer Panne ungesehen liegen.
Nach einem ausgiebigen Apéro, wohlverdient nach der Schaukelstrecke, kochen wir im riesengrossen Unterstand Oryx-Geschnetzteltes mit Reis und Hubi’s Zwiebelsauce mit Gurkensalat. Gepresste Trauben, irgendetwas Gesundes sollte ja dabei sein, rinnt grosszügig die Kehle herunter.
Wir bewundern den Blutmond im dunstigen Licht, es gelingt uns jedoch nicht, ihn zu fotografieren.
Fazit des Tages: Einreise- und Ausreisepapiere gehören ins Altpapier.
Tag 11 Khaudum – Ngepi Camp
Wir fahren früh los, um die kühlen Morgenstunden zu nutzen, da dann die tiefsandigen Pads einfacher zu fahren sind. Nach wenigen Kilometern kommt der Parkausgang, wo wir zwar mit dem Wärter plaudern, jedoch uns nicht austragen müssen….. würde eh nichts nützen. Sie könnten es vom Südgate zum Nordgate nicht mal funken, da keine Geräte vorhanden seien.
Während 45 km schwanken und holpern wir auf tiefsandigen Sandpisten durch Gebüsch, Wälder und offene Landschaften bis zur B8. Nur ein paar Affen, Giraffen und Kudus kreuzen unsere Wege.
Kurz vor der B8 treffen wir auf das sehr langsam fahrende Zebramusterauto. Es wir gezogen von einem Traktor. An der B8 wird gehalten. Ben ist seit einem ½ Jahr alleine in Afrika unterwegs. Was er dann von den letzten 2 Tagen zu erzählen weiss, ist abenteuerlich!
Kurzfassung: er half den Rangern ein totes Elefantenbaby aus einem Wasserloch zu ziehen und ins nahe gelegene offene Gelände zu bringen. Als Dank durfte er anderntags dorthin fahren, um vermutlich auftauchende Löwen aus der Nähe zu fotografieren. Was er auch tat. Dummerweise sprang sein Fahrzeug nicht mehr an, als er zurückwollte. Umzingelt von 9 Löwen richtete er sich behelfsmässig ein, in der Hoffnung, dass ihn die Ranger suchen und holen kommen. Doch ein Ranger hatte einen schweren Unfall. Er musste sofort versorgt und die Stadt gebracht werden. Ein weiteres Fahrzeug blieb im Tiefsand stecken. So blieben den Rangern keine weiteren Fahrzeuge zu Verfügung. Nach einer Nacht inmitten der Löwen beschliesst Ben, zum Wasserloch bzw. der Pumpe zu laufen in der Hoffnung, dass die Ranger ihn bei der nächsten Kontrolle dort finden könnten. Was dann auch geschah. Zurück beim Zebraauto sprang dieses ohne weiteres an! Später dann wieder nicht mehr, sodass er mit dem Traktor abgeschleppt werden musste.
Eine längere und ausführlichere Fassung könnt ihr auf seiner Webseite www.travelswithben.com nachlesen. Ich habe ihn für die Veröffentlichung der Webseite nicht angefragt. Da es jedoch eine offizielle ist, denke ich, dass es ok ist.
Während Ben tiefenentspannt uns die ganze Story erzählt, erst in englisch, dann in deutsch, versuchen Markus und Hubi sein Auto wieder startklar zu bekommen. Leider ohne Erfolg. So kümmern wir um unsere Fahrzeuge und pumpen unsere Pneus für die Teerstrassen wieder auf. Ein paar Selfies später sind wir wieder on the road.
Wir passieren Divundu und statten den Popa Falls gegen ein kleines Entgeld einen Kurzbesuch ab. Sorry, aber bei uns in der Schweiz gibt es Imposanteres an jeder Ecke. Nichtsdestotrotz ist die Holzterrasse mit Bar sehr schön gelegen, so schön, dass ein Bierchen getrunken werden muss.
Das Ngepi Camp kündigt sich mit lustigen Schildern an. Die Anlage erstreckt sich über einen Kilometer dem Okavango entlang. Wir erhalten, dank Vorbuchung, die letzten beiden am nördlichsten Ende gelegenen Bungalows: das Spiralhaus und die Nummer 17. Einzigartig, phänomenal, unbedingt wieder!!! Es sind offene Häuser mit Dusche im Wohnzimmer und riesiger, heimelig eingerichteter Terrasse über dem Okavango.
Im Wasser grunzen Hypos und am gegenüber liegenden Ufer und auf der Terrasse ist ständig etwas los: Löffler, (Giant)Kingfisher, Schreiseeadler, Krokodile, Kudus, Impalas (Springböcke?), Graufischer-Vögel, Echsen und viele nicht identifizierbare Vögel.
Die Anlage ist uns etwas zu busy nach der Abgeschiedenheit. Viele Gruppenreisende kehren hier ein, die dank Gruppendynamik sich im Croc Pool im Okavango abkühlen. Wir lassen es aus.
Wir wollen uns im Restaurant verwöhnen lassen. Naja, wir haben gegessen und unsere Mägen gefüllt, Spass hat es nicht gemacht. So ziehen wir uns schon bald an die Bar zurück. Das zähe Fleisch will herunter gespült werden und so trinken wir uns durch die Shot-Liste…… ups, da sind es bald zu viele und wir wanken zurück zum Bungalow. Nachts kommt ein starker Wind auf und weht durchs offene Haus. Es gewittert: ein mulmiges Gefühl im offenen Haus!
Fazit des Tages: Auf die Technik ist nicht immer verlass und bei Shots sollte man den Überblick behalten.
Tag 12 Ngebi
Da das Frühstück inbegriffen ist, essen wir vor Ort. Das hätten wir besser hinbekommen. Anschliessend testen Karin und ich die Fusspflege. O-Ton von Karin’s Tagebuch: Das Massage House ist schön gelegen am Ufer. Die junge Frau weiss nicht wirklich, was zu tun ist und raffelt mir so lange an den Zehennägel herum, bis es blutet. Dann pinselt sie noch etwas drauf. Als ich sie frage, was das sei, liest sie was auf dem Fläschen steht – irgend eine Art Nagellack ohne Farbe….
Den Rest des Nachmittags relaxen wir und geniessen das Nichtstun, bis zum (allzu) frühen Start mit Weisswein, Bier und Chips. Gut, lustig und auch wenig aufgedreht kochen wir im wunderschönen Spiral House unser Nachtessen und plaudern ununterbrochen bis spät abends.
Bis uns ein starker Taschenlampenkegel unvermittelt blendet. Völlig geblendet und erschrocken vernehmen wir eine laute Stimme: Das ist die letzte Warnung, seit endlich still, hier ist Nachruhe um 22.00 Uhr!! Erst denken wir an einen Überfall, doch wir vermuten, es war ein verärgerter Nachbar…… Er hatte ja recht, wir waren viel zu laut, sorry! Kleinlaut schlüpfen wir in unsere weichen Betten und schlafen bald, begleitet von Hypogrunzen, ein.
Fazit des Tages: So etwas einmalig Schönes wie das Spiral House muss man erlebt haben.
Tag 13 Ngepi – Camp Kwando
Wir verlassen später als gewollt das Ngebi Camp (Warten fürs Frühstück, Internetausfall somit keine Kartenzahlung, Shopping) auf der B8 in Richtung Kongola. Wir passieren viele Siedlungen und für unsere Verhältnisse wimmelt es hier von Menschen.
Etwa 20km vor Kongola biegen wir südlich in Richtung Susuwe Triangle ab mit Ziel Horse Shoe. Kaum weg von der Teerstrasse finden wir uns in einem Zoo wieder. Die meisten Tier flüchten schnell oder verstecken sich hinter den Büschen. Doch Impalas, Kuhantilopen, Springböcke und endlich auch die ersten Zebras entgehen nicht unseren Augen.
Kurz vor dem Horse Shoe werden wir jäh gestoppt. Wir sind von 50-60 Elefanten zu drei-viertel umzingelt. Je länger wir in die Büsche starrren, desto mehr werden es. Es bleibt uns nur der Rückzug übrig.
So landen wir beim Bird Hide, steigen aus und beobachten erneut Dutzende Elefanten, die diesen See (?) als Spielwiese entern. Ganz gemütlich verbringen wir eine Stunde mit den Feldstechern.
Das Camp Kwando erreicht man nur über die B8 und M125. So passieren wir Kongola, tanken erneut voll und kaufen am Markt, es sind nur ein paar Stände, frisches Gemüse ein. Die Auswahl ist nicht wirklich gross….. Im Supermarkt ergattern wir ein paar Würste und Toastbrot.
Das Camp Kwando ist sehr gross mit vielen Chalets und einigen Stellplätzen. Es hat nur wenige Gäste. Auch die Stellplätze sind grosszügig eingerichtet mit eigener Open Air Dusche und eigener Toilette und einer grossen Grillstelle. Die vielen Eindrücke vom heutigen Tag haben uns müde gemacht, Markus sogar magenkrank, uns so geht’s schon kurz nach dem Nachtessen ins Dachzelt.
Auch heute bleibt uns der Sternenhimmel hinter den Bäumen und Wolken verborgen.Ein heftiges Gewitter mit Regen weckt uns kurz. Doch am morgen ist alles wieder ok.
Fazit des Tages: Ziele sind gut, doch sollte man Alternativen im Köcher haben.
Tag 14 Camp Kwando – Rupara Community Rest Camp
Die Fahrt führt uns im Zickzack durch den Mudumu NP. Das Zoofeeling geht weiter. Überall tauchen Impalas, Gnus, Kuhantilopen, Affen auf sowie einmalig eine grosse Büffelherde.
Im Maziba Waterhole, östlich der C49, liegt ein totes Hypo. Wir wundern uns, scheint dieses Wasserloch nicht wirklich tief genug für Hypos und der nächstgrössere Fluss, der tief genug wäre, ist sehr weit entfernt. Was macht das Hypo hier? Stinken!! Und wie! Wir halten es nicht zu lange aus, obwohl es interessant wäre, den Geiern und Marabus zuzusehen, wie sie die dicke Haut knacken.
Bei Sangwali biegen wir von der C49 südlich ab und fahren durch Community Land am Livingston Museum vorbei – wir hatte keine Lust drauf – und erreichen nach schöner Fahrt um 16.30 Uhr das Rupara Community Rest Camp. Wir sind ganz alleine und können uns den Platz aussuchen. Wir nehmen den, der am direktesten am Wasser gelegenen ist (Nr 3?) und richten uns für 2 Tage ein.
Ein herrlicher Platz! Mit Buch, Kamera und Bier bewaffnet ziehen wir unsere Stühle an die Böschung des Kanals und lauschen den feinen Geräuschen der Insekten zu. Insbesondere ein lustiges helles Klikklikklik von Fröschen, so vermuten wir, erinnert uns an Windspiele, die man auf Terrassen sieht und hört. Die schöne Abendlichtstimmung bleibt uns nur kurz erhalten.
In der Ferne zieht ein Gewitter auf und erste Ausläufer vom starken Wind zerzausen uns die Haare und wirbeln Sand in unsere Gläser. Und schon beginnts zu tröpfeln. Schnell verstauen wir unsere Siebensachen in den Fahrzeugen, klappen die Metallleiter vom Boden weg, fixieren sie mit Kabelbinder, parkieren nochmal um, da wir unter einem Baum stehen und hüpfen, bevor es richtig los geht, in die Führerkabinen der Autos. Es schüttet und schüttet, rüttelt am Dachzelt von Hubi und Karin, das quer zum Wind steht. Paff, es klappt zusammen! Unseres steht im Wind und bleibt unversehrt.
Nach einer guten Stunde ist das Unwetter vorbei. Glücklicherweise hat sich das Gestänge des Dachezeltes nicht so stark verbogen, dass es nicht mehr gerichtet werden konnte. Die Matratze jedoch ist nass. So wird sie in Plastik verpackt, was scheinbar ganz gut ging. Als wir zu kochen beginnen, das Feuer kaum entfacht, regnet es erneut. Zum Glück hat das Waschhäuschen ein Vordach.
ganz hinten links das Waschhäuschen
So verschieben wir die Kocherei dorthin. Woher nur all die flugfähigen Insekten kommen und uns das Kochen schwer machen, wissen wir nicht. Die vegetarische Pastasauce wird unfreiwillig durch tierische Proteine ergänzt. Der Wind verstärkt sich und der Regen peitscht quer unters Dach. Nur in der Dusche bleiben wir trocken (!). Wie man sieht, lassen wir uns den Abend nicht verderben.
Fazit des Tages: Auch in der Dusche kann man trocken bleiben.
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201317. Apr. 2019 ·
So, die nächste Etappe ist bereit:
Tag 15 Rupara Community Rest Camp
Nach ausgiebigem Frühstück fahren wir in den nahe gelegenen Nkasa Lupala NP, früher Mamili NP. Am Eingang sieht man eine enorme Infrastruktur mit vielen Gebäuden, unzähligen Sendemasten …. Doch niemand am Gate. Wir irren umher und suchen. Da wir keine Infos über den Park haben, warten wir eine Weile, bis eine freundliche Frau zur Reception kommt, die uns auf einer Kopie einer Karte ein paar Erläuterungen und Tipps gibt.
Mit seinen natürlichen Teichen und teils sehr offenen Landschaft gefällt uns der NP sehr gut. Er ist nicht eingehagt und so ist es Glücksache, ob man Tiere sieht. Die Stimmung könnte man als gechilled beschreiben. Wir sehen Zebras, Gnus, Impalas, Wasserantilopen (Letchwes), jede Menge Warzenschweine sowie viele verschiedene Vögel (Hammerkopf, Schreiseeadler, Scharlachspint, Gelbschnabeltocko, Gabelracke). Die Vögel sind leider nicht sehr kooperativ oder ich bin einfach zu langsam und so habe ich nur wenige Bilder, nicht mal als Beweisfoto.....
Die Sprunggewalt der Tiere ist enorm!
Und hier gleich im Doppelpack:
Wir tuckern bis in den frühen Nachmittag gemütlich durch den Park und, zurück auf dem Campsite, buchen wir eine 1-stündige Mokorofahrt. Da nur ein Guide, Sarwar, verfügbar ist, starten wir nacheinander. Es tut gut, in der Stille, ganz ohne Motorengeräusch, durch die Landschaft geschippert zu werden. Wir sehen nicht viele Tiere, was aber dem Ausflug keinen Abbruch tut. Nach einem kurzen Halt auf der Höhe einer Lodge geht es wieder zurück in den Sonnenuntergang hinein, vorbei an unseren Freunden, die fröhlich am Ufer sitzend mit einem Bier winken.
Glücklicherweise verziehen sich die aufziehenden und bedrohlichen Wolken wieder und wir können gemütlich kochen und grillieren. Allerdings bleibt es bewölkt und so ist auch heute abend nichts mit Sternenhimmel. Einige Warzenschweine ziehen in der Nähe durch, flüchten aber bei der kleinsten Bewegung unsererseits.
In der Hoffnung, dass wenigsten diese sich nachts zeigen, wird erneut die Nachtkamera montiert – doch auch dieses Mal löst sie nicht aus.
Fazit des Tages: Auch ohne Tiersichtungen ist eine Mokorofahrt bei Sonnenuntergang empfehlenswert.
Tag 16 Rupara Community Rest Camp – Muchenje
Sarwar bittet uns, ihn bis zu seinem Dorf mitzunehmen – was wir natürlich machen – und so kommen wir zu einer privaten Führung im Village Museum von Sangwali. Während wir mit einer Lehrerin, die Schlüsselverwalterin des Museums, weiter hinten im Dorf zu ihrem Haus fahren, um den Schlüssel zu holen, besuchen Karin und Hubi eine Schule. Die acht kleinen Kinder essen gerade Tomatenreis und kichern, als sie die grossen Weissen sehen.
Im Museum wird uns die Lebensweise erklärt, welche Hütte für was gemacht ist und einige Gebrauchsgegenstände sowie eine Art Xylophon. Im Craft Shop wechseln ein paar Ketten den Besitzer …..
Auf der C49 (Gravel) geht’s nordwärts. Kurz vor Katima Mulilo biegen wir nach Osten zur B8 ab in Richtung Ngoma Bridge und Grenzübergang nach Botswana.
Man liest und hört ja viel über die Grenzbeamten und deren Effizienz und Freundlichkeit….. wir werden herrisch von einer Beamtin, die, zurückgelehnt im vergammelten Bürostuhl, uns nur einzeln am Schalter haben will, ausgefragt mit woher und wohin wir wollen. Am zweiten Schalter, genauso unfreundlich, bezahlen wir nach weiteren Formalitäten, je 30 Dollar. Das Prozedere dauert eine Stunde! Um in Botswana einzureisen gilt es nur noch mit den Schuhen durch eine braune Suppe zu waten. Was ist eigentlich mit den Schuhen, die im Auto sind?
Wir erreichen das Muchenje Camp am frühen Nachmittag und erhalten eine kleine Campsite in der zweiten Reihe, direkt an einem Zaun. Der Blick auf den Fluss, der kein Wasser führt und die Kühe mit Glocken – sind wir in der Schweiz? – ergänzt durch Strassenlärm, enttäuscht uns. Da wir hier 2 Nächte gebucht haben, aber nicht so lange bleiben wollen, beratschlagen wir uns kurz.
Der Entscheid ist schnell gefällt und die nächste Nacht wird in Kasana (Kubu Loge Campsite) gebucht. Die zweite Nacht in Muchenje wird leider nicht zurück vergütet.
Auf der Nachbarcampsite richten Simba und Senior für eine Gruppe die Zelte auf und kochen für die Gäste, die noch auf Safari sind, ein mehrgängiges Menu. Wir kommen bald schon ins Gespräch und erhalten die Empfehlung, eine private Bootstour in Kasane zu buchen. Natürlich kennen sie jemanden der jemanden kennt und so vereinbaren sie für uns einen Bootstrip zu viert für den übernächsten Nachmittag.
Später sitzen wir alle bei Bier und Wein zusammen und erneut ist das Thema der Fussballer Momo Salah. Simba ist aus dem Häuschein, da er jetzt jemanden kennt, der ein Selfie mit Momo Salah hat. So ist Fussball das Hauptthema des Abends.
Fazit des Tages: die besten Tipps bekommt man von Einheimischen.
Tag 17 Muchenje – Kubu Lodge Campsite
Am Eingang zum Chobe NP ist nur eine Putzfrau vor Ort. Sie kommt direkt von den Toiletten und trägt Plastikhandschuhe. Mit denselben Handschuhen schiebt sie die aufliegenden Bücher von links nach rechts und von rechts nach links, nicht wissend was sie damit tun soll. Wir tragen uns dann in irgendeinem Buch ein, doch bezahlen können wir nicht.
Die ersten Kilometer sind sehr tiefsandig und es schaukelt recht stark. Doch kaum an der Chobe River Front wird es einfacher und ruhiger.
Bald schon sind die letzten Kühe Geschichte und die ersten Wildtiere zu sehen. Im und am Wasser tummeln sich hunderte Pelikane, am gegenüberliegenden Ufer sind es dutzende von Impalas und ein wenig später die ersten Hypos. Flusspferde.
Perlhüner, Schreiseeadler, Nimmersatt, Scharlachspint, afrikanische Enten, Sekretäre, Ibisse, Reiher, Bienenfresser und viele weiter Vögel bevölkern die Ufer.
Als wir einen Halt machen kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Immer mehr Tiere tauchen auf bzw. können wir erkennen: Krokodile, Warane, Zebras, Kraniche, Kudus, Letchwes, und viele verschiedene Vogelarten. Die Chobe River Front ist ein Traum! Im südlichen Teil hat es kaum andere Touristen. Gegen Norden allerdings steigt das Verkehrsaufkommen stark an. Genauso die Elefantenpopulation.
Schatten suchend verstecken sie sich unter grossen Bäumen oder tauchen unvermittelt hinter kleineren Büschen auf. Nicht nur einmal müssen wir klein beigeben und den Rückwartsgang einlegen. Man merkt aber, dass sie hier deutlich entspannter sind als im Khaudum NP.
In einer tiefsandigen steileren Passage steckt ein Safarifahrzeug fest. Die Pneus sind wie Slicks: komplett ohne Profil. Ein anderes Safarifahrzeug hat zu wenig Kraft, den anderen rauszuziehen. So spannen wir unsere beiden Land Cruiser hintereinander zusammen und ziehen den Unglücklichen raus. Dabei stehen wir alle ausserhalb der Fahrzeuge und hinter uns kreuzt eine Elefantenherde die Spur, ups! Als Dank versprechen sie uns, dass wir am Gate nicht bezahlen müssen. Dort weiss allerdings niemand von unserer Hilfe 😉 . Und so liefern wir unseren Obulus beim Ausgang ab.
Wir sehen nur Felsen im Wasser.... doch es sind Hypos Flusspferde!
Wenig später sehen wir ein paar Fahrzeuge stehend und in die gleiche Richtung blickend. Das Objekt der Begierde: ein wunderschöner Leopard! Die zweite und letzte frei lebende Grosskatze auf dieser Reise. Löwen zeigen sich leider nicht. Aber für unseren Hubi, der eigens nach Afrika gekommen ist, um Löwen in freier Wildbahn zu sehen, habe ich ja noch eine Idee.
Geflasht vom Chobe NP erreichen wir Kasane, tanken auf, besorgen uns noch ein paar Biere sowie Souvenirs. Auch ein kleiner Löwe aus Holz wandert in unsere Taschen. Danach fahren wir zur Kubu Lodge, die etwas ausserhalb Kasanes liegt. Der Eingang und die Gartenanlage verheisst Gutes. Alles ist sehr gepflegt. Die Campsite liegt leider nicht sehr schön im vertrockneten Wald. Kein Grashalm, alles ist sandig. Zum Glück sind nur 2 weitere Plätze vergeben, sonst würde man echt eng zusammen stehen.
Aber wir haben netten Besuch
Heute kochen wir zum letzten Mal am und auf dem Feuer. Dabei kommt ein bisschen Wehmut auf, sind wir doch in den letzten Wochen ein super eingespieltes Team geworden.
Am Lagerfeuer schwärmen wir noch lange von der Chobe River Front und seiner vielfältigen Tierwelt und der schönen Landschaften. Sie ist einfach ein Augenschmaus.
Wir packen die restlichen Fressalien zusammen und übergeben sie dem Nachtwächter. Der freut sich sichtlich und verspricht ein gutes Auge auf unsere Fahrzeuge zu haben.
Fazit des Tages: Hinter jedem Kirschbaum Zwetschgenbaum könnte sich ein Elefant verstecken - man sieht sie nicht wegen der blauen Augen 😄
Wild Dog schrieb:Wir sehen nur Felsen im Wasser.... doch es sind Hypos!
Danke für die tollen Bilder und Sichtungen: Der Leo ist klasse. Übrigens: Hypos sind Hipp. Um Hippos wir ein riesen Hype gemacht. Und Hypos nennen Diabetiker eine spontane Unterzuckerung-Attacke. Nicht zu verwechseln mit einer spontanen Hippo-Attacke bei Afrikavirusinfizierten. 😎 Und auch nicht mit der Hippopotamus-Eröffnung, denn da handelt es sich um eine selten gespielte Eröffnung beim Schach. 😉 Christoph
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201317. Apr. 2019 ·
Hallo Christoph
Laut Wikipedia wäre auch noch dies: Hippos war eine griechisch-römische Stadt in der Dekapolis, erbaut auf einem flachen Hügel am Fuß der Golanhöhen, etwa 350 m über und 2 km östlich des See Genezareth. 🤪 Sind das jetzt die Flusspferde 🤪 ?
Ich dachte immer, dass ich nicht sattelfest bei den Vögeln wäre.... und jetzt dies. Ich entschuldige mich in aller Form, die ulkigen Flusspferde fälschlicherweise als Hypos bezeichnet zu haben..... 🙂 . Nicole
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201322. Apr. 2019 ·
Und hier das viel zitierte Selfie von Hubi und Momo Salah, das uns viele interessante Kontakte und lustige Momente beschert hat sowie freie Durchfahrt an einem Vet-Fence und eine wunderbare private Bootsfahrt auf dem Chobe.
Bild von Hubi, natürlich! PS: Hubi steht nicht auf einem Stuhl …. er misst über 1.95, Momo Salah, naja, dürfte meinen 1.60 entsprechen 🤪
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201322. Apr. 2019 ·
nun noch die letzte Etappe unserer Reise ohne Sternenhimmel......
Tag 18 Kubu Lodge Campsite
Wir vermuten, dass der gestrige Tag am Chobe nicht getopt werden kann. So bleiben wir auf der Campsite bzw. im schönen Areal der Lodge, um auszuspannen, statt auf Safari zu gehen. Auch bereiten wir uns auf Rückgabe der Fahrzeuge am Folgetag vor, sortieren unsere Siebensachen und verschenken die restlichen Getränke ans Personal der Lodge.
Telefonisch haben wir die Bootstour gebucht, die uns von Simba empfohlen wurde. Gespannt ob es klappt, fahren wir ins Zentrum von Kasane, suchen die Agentur Dream Tours, werden in einer wackeligen Baracke fündig und werden bald schon an den baufälligen Bootssteg gebracht, wo uns ein schnuggeliges kleines Boot (hätte Platz für 10 Personen) erwartet.
Unser Guide, leider habe ich den Namen nicht notiert, wird von einer Hostess begleitet. Auch hier erschliesst sich uns der Zweck nicht….. Er, der Guide, trumpft souverän mit seinem Wissen über Flora und Fauna auf. Auch ist er gierig, uns auch die kleinsten Dinge zu zeigen. Mit seinen Sperberaugen sieht er alles. Manchmal dauerts Minuten, bis wir das erwähnte Tier erkennen können.
Wenn wir sehen, wie die anderen Boote vollgepackt mit Touristen sind, schätzen wir uns glücklich, ein kleines für uns alleine zu haben. Zumal es brütend heiss ist und wir ständig zwischen guter Aussicht mit der Sonne im Gesicht und Schattenplatz hin- und herrutschen.
der 4-Ohr Wasserbock
Elefantencrossing: ein besonderes Schauspiel zum Sonnenuntergang! Die Bilder sind oberkitschig, aber da müsst ihr jetzt durch.
Zurück im Camp, so gegen halb acht, steuern wir direkt das Restaurant der Lodge an, wo wir zum Essen reserviert haben. Das Personal ist witzig und aufmerksam ohne aufdringlich zu sein und wir essen sehr gut, ohne einen Finger rühren zu müssen. Luxus pur!
Doch halt, ich muss noch ein Versprechen bei Hubi einlösen: Im Vorfeld habe ich hoch und heilig versprochen, dass er Löwen sehen wird. Naja, es waren leider nur Leoparden. So übergebe ich mit einem Zwinkern den kleinen Holzlöwen….. Sichtlich gerührt, steckt er ihn in seinen Hosensack.
Den Absacker gibt es noch bei der Campsite, bevor wir uns schlafen legen.
Fazit des Tages: Für einen kleinen Aufpreis hast du ein Boot für dich.
Und hier mein Lieblingsbild:
Tag 19 Kubu Lodge Campsite – Victoria Falls
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit den letzten Eiern und Speck, geht es nicht mehr lange, bis wir überpünktlich zur Reception gerufen werden, denn die Fahrer von Asco sind bereits eingetroffen. Es erklärt sich jetzt von selbst, warum die One-Way Gebühr von rund 500.—Franken erhoben wird. Die beiden sind mit den öffentlichen Verkehrsmittel fast zwei Tage von Windhoek bis Kasane unterwegs und fahren die ganze Strecke mit unseren beiden Land Cruisern noch zurück. Das dauert bestimmt nochmals 2 Tage.
Sie laufen einmal ums Fahrzeug herum, geben uns ein paar Papiere zum unterschreiben und weg sind sie. Das Prozedere dauert kaum 10 Minuten. Wir sind versucht, eine Diskussion über die Effizienz von Privatwirtschaft und Beamtentum anzustossen, lassen es dann aber sein.
Auch überpünktlich erscheint die Fahrerin Matilda, die uns nach Victoria Falls ins Hotel Kingdom Victoria Falls fährt. Die Einreise nach Zimbabwe, oder war es die Ausreise aus Botswana, ist nervenaufreibend lange. Dank Matilda, sie macht das jeden (!) Tag, benötigen wir nur eine Stunde.
Auf der restlichen, ca 1-stündigen Fahrt, begegnen uns noch ein paar Elefanten und Giraffen. Als wir beim Hotel eintreffen, haben wir einen Kulturschock! Sind wir im Disneyland gelandet? Woher kommen all die Leute? Wo sind denn unsere Zimmer in diesem Riesenhotelkomplex?
Mir verschlägt es nach all der Einsamkeit und Ruhe die Sprache und nimmt mir buchstäblich die Luft. So unwohl habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Gegen Abend, oder war es später Nachmittag, genehmigen wir uns den einen und anderen Gin Tonic am Pool. Das Nachtessen in einem grossen Saal wird als Buffet angeboten. An den einzelnen Bereichen wird vieles frisch zubereitet und auch freundlich serviert. Es hat für jeden etwas, so grosszügig ist die Auswahl. Eine Tanzshow rundet den Abend ab. Für uns gibt es noch einen Absacker an der Bar…. Ich sehne mich bereits nach der Stille zurück.
Fazit des Tages : Grosse Hotelanlagen sind nicht mein Ding.
Tag 20 Victoria Falls
Nach einem reichlichen Frühstück, wird auch in Buffetform angeboten, werden wir abgeholt, um einen Helikopterrundflug über die Vic Falls zu machen (ohne Hubi). Im Office sollen wir bar bezahlen (135 US$), was wir aber nicht können. Mit Kartenzahlung würde sich der Tarif erhöhen…… was wir nicht akzeptieren wollen. Und so geht es doch mit der Karte!
Eine kurze Fahrt zum Startplatz, eine kurze Einweisung, eine Gewichtskontrolle und schwups sind wir in der Luft. Karin hat die Pole Position neben dem Piloten, zu Füssen eine Glaskuppel mit Rundumsicht. Hinten verrenken wir uns die Hälse, um mal links oder rechts durch die kleinen Fenster zu spähen. Doch der Pilot macht das ganz geschickt und kurvt so herum, dass alle die Vic Falls in voller Grösse, Länge und Mächtigkeit mal sehen können. Die Dimension der Fälle ist gigantisch und für uns nur schwer vorstellbar, wie es sein könnte bei Hochwasser. Bei Niedrigwasser, wie wir sie erleben, sieht man vermutlich fast mehr als bei Hochwasser, wenn alles von der Gischt überdeckt wird.
Vom Hotel aus hätte man einen fast direkten Zugang zu den Fällen. Jedoch ist zur Zeit der Weg gesperrt, da vor 1-2 Tagen ein Tourist von einem Elefanten angegriffen und verletzt wurde. Wir nehmen später gerne den Umweg…..
Am Nachmittag besuchen wir die Fälle zu Fuss. Der Weg ist bestens gepflegt und führt durch dschungelähnlichen Wald. Immer wieder gibt es Aussichtsplattformen zu den Fällen hin, die immer wieder eine andere Sicht auf die Fälle ergeben, mal mit mal ohne Regenbogen. Das beständige Rauschen ist eindrücklich, genauso die Wucht, wie das Wasser bis zu 108m tief fällt. Der Rundweg führt uns nach guten 2 Stunden zum Rainforest Café (soll zwischenzeitlich abgebrannt sein?) für einen Drink, dabei werden wir von klauenden Affen unterhalten.
Der letzte Abend bricht an!
Als Dank für die Organisation sind wir von Hubi und Karin zum letzten gemeinsamen Abendessen im südlichen Afrika eingeladen – Danke!
Wir versuchen die Eindrücke der letzten 3 Wochen auf die Reihe zu bekommen. Doch es gelingt uns nur bedingt. Es ist so viel passiert, wir haben so viele Tiere in ihrem natürlichen Habitat erleben dürfen, haben Landschaften gesehen, die unverwechselbar und tief beeindruckend sind, haben überall freundliche und hilsbereite Menschen kennen gelernt (ok, lassen wir die Beamten aussen vor), haben einen richtig hellen Vollmond erlebt, dafür keinen Sternenhimmel (!), fuhren pannenfrei durch missliche Gegenden, mussten in eine Dusche flüchten wegen Starkregens und haben es trocken überlebt, kochten hervorragend unter bescheidenen Bedingungen, checkten jeden Morgen die Nightcam - ohne Erfolg und last but not least, verbrachten eine wunderbare Zeit mit unseren Freunden mit vielen, vielen lustigen Momenten und gemütlichen Abenden bei Kerzenlicht und dem einen oder anderen Fläschen afrikanischen Weins.
Fazit der Reise: Defintiv vom Afrikavirus befallen!
Tag 21 Vic Falls - Basel
Mit dem Rückflug von Vic Falls nach Johannesburg und via Doha nach Zürich und Basel geht die Reise leider schon zu Ende. Namibia, Afrika, wir sehen uns wieder!
Wenn ich euch mit meinem Bericht die Warterei auf die nächste Reise ein wenig verkürzen konnte, so freut es mich. Und wenn ihr zu unserer Route oder den Stellplätzen Fragen habt, bitte, einfach drauflos.
Und weil es so schön ist, nochmals mein Lieblingsbild zum Schluss. Es ziert auch auf meinem Fotobuch die Titelseite.
Nun ist zwar diese Reise Geschichte, doch wir sind sicher, wir kommen wieder!
Hallo Nicole Mit grosser Freude habe ich eure Reise mitverfolgt. Die Sichtungsfee hat es gut gemeint mit euch. Vielen Dank für die wunderschönen Aufnahmen. Dein Elefantenfoto vom Chobe ist auch mein Favorit. Liebe Grüsse Grosi
Wild DogThemenstarter102 Beiträge · seit 201323. Apr. 2019 ·
Danke Grosi für dein Interesse am RB! Leider blieben uns weitere Katzen als die beiden Leoparden verwehrt. An Elefanten jedoch und allem, was sich sonst noch bewegte, mangelte es wahrhaftig nicht 🙂 Liebe Grüsse Nicole
Hallo Nicole Nun habe ich fast in einem Rutsch eure Reise nachverfolgt und bin sehr ins Träumen geraten. Vielen Dank für den tollen kurzweiligen Bericht mit den wunderschönen Fotos 😁 Viele Grüsse Vanessa