THEMA: Ecuador-Der Evolutionstheorie auf der Spur + Fotos
16 Apr 2021 17:53 #612900
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  • Sabine26 am 16 Apr 2021 17:53
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Hallo Birgit,

schön, dass Du dabei bist.
Ich freue mich, wenn ich in diesen Zeiten für eine willkommene Abwechslung sorgen kann und vielleicht sogar den Anstoß für eine Reise dorthin geben kann.

Liebe Grüße
Sabine
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16 Apr 2021 17:59 #612902
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Tag 18 – Puerto Ayora (Charles Darwin Station)
Zu Besuch bei Lonesome George


Der Seegang hatte die letzten Tage stetig zugenommen, ebenso auch mein Konsum an Reisetabletten. Mr. Seasick will mich aber nicht ohne letzten Gruß gehen lassen. Ich könnte auch sehr gerne darauf verzichten. Einzig und alleine wegen diesem Kerl sind wir beide froh, die La Pinta verlassen zu können. Alles andere lieferte uns keinen Grund, im Gegenteil, die Kabine ist super, das Essen hervorragend, die Guides unglaublich kompetent und freundlich sowie als Krönung die Landgänge, die unsere ohnehin hohen Erwartungen noch übertroffen haben. Besonders gut fanden wir auch die Steigerung von den kleinen netten Inselbesuchen hin zu den spektakulären bei Punta Pitt, Cerro Brujo, Punta Suarez und der Bahía Gardner.

Würde ich doch meine unsägliche Begleitung, Mr. Seasick, abschütteln können, könnte ich mir sofort eine weitere Reise auf einer anderen Route durch das Archipel an Bord der La Pinta vorstellen. Aber dieses Mal kündigt mir mein Mann bereits mehrmals auf dem Schiff an, dass dies nun wirklich die allerletzte Schiffsreise mit mir und Mr. Seasick gewesen wäre. Keine schönen Aussichten …

Offiziell haben wir aber noch einen Programmpunkt. So legen wir am Vormittag in der Bucht vor Puerto Ayora an, unser Gepäck wurde bereits zuvor vom Schiff ins Hotel Ikala gebracht. Wir steigen ein letztes Mal ins Panga ein. Vom Hafen fahren wir zur Charles Darwin Station, wo wir mit unserem Guide eine Führung machen. Es ist gar nicht schlecht, hier mit Guide unterwegs zu sein, da wir noch einmal das eine oder andere erfahren, was wir jetzt nicht wüssten, wären wir nur alleine hier durchspaziert.

Die Panzerformen der Landschildkröten haben sich unterschiedlich entwickelt, je nachdem, von was sie sich ernähren. Schildkröten, die ihre Nahrung auf dem Boden finden, deren Panzer wölbt sich vorne ähnlich wie hinten. Die Panzer derer, die ihre Nahrung eher an Bäumen und Sträuchern finden, sind im vorderen Bereich wesentlich mehr gewölbt, sodass das Tier sich viel besser nach der Nahrung strecken kann – ja, die Evolutionstheorie ist hier hautnah zu sehen.

Der recht berühmte Lonesome George, einzig Überlebender seiner Art von der Insel Pinta, verstarb im Juni 2012. Lange hatte man gehofft, noch ein Weibchen seiner Art zu finden, um den Fortbestand retten zu können, leider gelang dies nicht. Lonesome George ist aber nicht ganz verschwunden, er wurde präpariert und wird jetzt in einem klimatisierten Gebäude auf dem Gelände ausgestellt. Ich bin mir immer noch unschlüssig, ob ich das gut oder schlecht finden soll.

Tja und dann gibt es das krasse Gegenbeispiel zu Lonesome George und zwar in Form von Diego. Diego lebt scheinbar glücklich und zufrieden und hat bereits für 800 Nachkommen gesorgt. Es ist geplant, ihn bald wieder zurück auf seine Herkunftsinsel zu bringen. Ich würde sagen, er hat es sich wahrlich verdient.

Heute haben wir mehr unserem Guide gelauscht, um viele Hintergrundinfos zur Charles Darwin Station zu erhalten. Da wir in den nächsten Tagen noch Zeit haben werden, beschließen wir noch einmal alleine hierher zu kommen, um dann mit dem heute erworbenen Wissen intensiver den Tieren zuzuschauen.


Charles Darwin Station


















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16 Apr 2021 18:15 #612906
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Tag 19 – Puerto Ayora
Alle wollen frischen Fisch


Im Ikala haben wir wieder ein sehr schönes Zimmer mit Balkon erhalten. Wir wollen es die nächsten Tage wieder etwas ruhiger angehen lassen. Auf Tagesausflüge zu einer der vorgelagerten Inseln nach dieser wunderbaren Kreuzfahrt haben wir keine Lust. Zwar hatten wir uns noch erkundigt, was eine Tour nach Bartolomé kosten würde, aber für mehr als 200 USD pro Person, um dann nicht allzu lange Zeit auf der Insel selbst zur Verfügung zu haben, stattdessen dann aber mehrere Stunden im Bus und in einem engen, kleinen Boot zu sitzen, nein, wir entschieden uns dagegen.

So frühstücken wir erst einmal ausgiebig auf der wunderschönen Dachterrasse des Hotels mit prima Weitblick über den Hafen und die Bucht von Puerto Ayora. Danach machen wir uns auf Richtung Charles Darwin Station. Auf dem Weg dorthin liegt ein Bereich, an dem der Tagesfang Fisch verkauft wird. Alleine hier eine Weile zuzuschauen, macht schon einen großen Spaß und zwar nicht wegen des Fisches, der zugegebenermaßen für sich alleine schon eine Attraktion ist, sondern wegen der Pelikane, Fregattvögel und Seelöwen. Die Verkäuferinnen haben alle Hände – und auch Füße - voll zu tun, ständig ihren Fisch zu verteidigen. Zwischen ihren Beinen lungern ständig Pelikane, dazwischen immer wieder Seelöwen und wäre das nicht schon genug, müssen sie zusätzlich die immer wiederkehrenden Angriffe der Fregattvögel aus der Luft abwehren. Es ist bewundernswert, mit welcher Gelassenheit die Frauen auf die Versuche der Tiere reagieren, den einen oder anderen Leckerbissen zu ergattern; für uns als Zuschauer ist es auf alle Fälle ein Schauspiel mit ganz hohem Unterhaltungswert. Jedes Mal, wenn wir hier vorbeikommen, machen wir einen Stopp, denn es gibt immer wieder einen neuen Trick der Tiere zu entdecken.
Besonders lustig finden wir, als einmal ein Seelöwe auf der neben dem Verkaufstresen stehenden Bank sich so richtig breit macht, sodass der ältere Mann, der neben ihm sitzt, auf die äußerste Kante rutschen muss.






Anstehen, in der Hoffnung auf einen Leckerbissen







Wir verbringen dann noch eine ganze Weile in der Charles Darwin Station und schauen den Tieren bei der Fütterung zu, machen Fotos und gehen im Anschluss wieder in unser Stammlokal im Red Mangrove. Für heute hat sich jeder einen Lobster ausgewählt, dieser schmeckt ganz hervorragend.




































Letzte Änderung: 16 Apr 2021 18:40 von Sabine26.
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16 Apr 2021 20:22 #612918
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Tag 20 – Puerto Ayora (Tortuga Bay)
Eine schöne, aber schweißtreibende Angelegenheit und die Erkenntnis, dass es einfach besser ist, Besuche für bestimmte Orte zu reglementieren


Nach einem weiteren sehr guten Frühstück auf der wunderschönen Dachterrasse mit Ausblick starten wir zur Tortuga Bay. Es ist heute sehr warm, und es weht kein Lüftchen, so verspricht das Ganze, eine schweißtreibende Angelegenheit zu werden.

Nicht allzu weit entfernt vom Hotel beginnt der Abzweig Richtung Tortuga Bay. Bis wir den Strand erreichen, laufen wir 40 Minuten über einen gut angelegten Weg durch Opuntienwald. Am Strand angekommen, bläst uns warmer Wind entgegen. Da hier die Strömungen viel zu gefährlich sind, ist hier auch Baden verboten. Dieser raue Strandabschnitt heißt Playa Brava. Der Strand ist sehr schön und auch recht breit, überall sieht man Echsen liegen oder laufen. Wir laufen eine ganze Weile den Strand entlang, am Ende dieses Abschnittes befinden sich Mangroven, unter denen sich kleinere Berge von Echsen zusammengefunden haben. Diese sehen wieder ganz anders aus als alle, die wir bisher auf den Galápagos Inseln gesehen haben. Sie sind hier eher schwarz, haben eine gewisse Ähnlichkeit zu denen, die uns immer in unserem Stammlokal Gesellschaft leisten, jedoch deutlich größer.

An der Playa Tortuga sind wir nicht alleine, sicherlich kann von Überfüllung nicht die Rede sein, aber man merkt deutlich, dass es keine Begrenzung der Besucherzahlen gibt. Leider stelle ich bei den unter den Mangroven liegenden Leguanen fest, dass es zum Schutz der Natur besser wäre, auch hier zu reglementieren. Während wir, dabei peinlichst genau darauf achtend die Tiere nicht zu stören, diese fotografieren, sind leider einige der Touristen nicht so rücksichtsvoll. Sie legen sich direkt vor und teilweise sogar zwischen die Tiere, um sich anschließend fotografieren zu lassen oder Selfies zu machen. Ich möchte nicht wissen, wie es auf den von uns während der Kreuzfahrt besuchten Inseln aussehen würde, wären diese nicht so stark reglementiert und dürfte man diese auch alleine ohne vom Nationalpark zertifizierten Guide besuchen. Sicherlich ist es schöner und individueller, man könnte dies alleine tun, aber das Verhalten hier an der Tortuga Bay zeigt mir, dass die jetzige Lösung eindeutig besser für diesen Naturschatz ist.

Ein kleiner Pfad führt zum hinteren Strandabschnitt der Tortuga Bay, dieser trägt den Namen Playa Mansa. So rau der vordere Bereich ist, so ruhig und glatt ist das Wasser im hinteren. Perfekt zum Baden, das auch hier erlaubt ist. Eigentlich ist es kaum zu glauben, wie unterschiedlich die Gegebenheiten der beiden so dicht nebeneinanderliegenden Strandabschnitte sind.

Zurück im Hotel läuft uns der Schweiß aus allen Poren. Trotzdem war es eine schöne Tour, die man bei einem Aufenthalt auf Santa Cruz nicht auslassen sollte.



Tortuga Bay - Playa Brava




























Tortuga Bay - Playa Mansa












Letzte Änderung: 16 Apr 2021 20:26 von Sabine26.
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16 Apr 2021 20:49 #612925
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  • Katma1722 am 16 Apr 2021 20:49
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Liebe Sabine!
Sooo schöne Bilder, so richtig zum Träumen! Danke dass du uns mitnimmst auf diese Traumreise!
Ich will auch :( :( :( Weiß nur nicht ob ich mich das mal trauen soll... Mir wird schon im Kinderkarussell schlecht :sick:
Umso schöner mit dir zu reisen!
Viele Grüße,
Kathrin
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16 Apr 2021 21:00 #612929
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  • Sabine26 am 16 Apr 2021 17:53
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Hallo liebe Kathrin,

vielen lieben Dank für Dein Lob zu den Bildern. Du glaubst nicht, wie sehr mich das freut! :kiss: :kiss: :kiss:

Leider bin ich ja auch so gebeutelt, was Seekrankheit angeht und das ist wahrlich kein Vergnügen, aber ich wollte es unbedingt sehen, wie auch bei unserer anderen Kreuzfahrt (Südgeorgien/antarktische Halbinsel) ... ich stehe dann komplett unter Mittelchen: Pflaster, Tabletten und habe schon, vom Schiffsarzt verordnet, Zäpfchen genommen (Nachteil: dann bin ich zu absolut nichts mehr zu gebrauchen).
Wir waren mal auf dem Sydney Tower, keine 5 Minuten hat es gedauert, bis mir so dermaßen schlecht wurde, weil es geschwankt hat, dass ich wieder runter musste, sonst hätte ich zur Tüte greifen müssen. Darauf war ich nicht vorbereitet, sonst hätte ich auch dafür eine Tablette nehmen müssen. In einem Baumhaus in Chile, in dem wir gewohnt haben, war mir auch übel ... mein Mann hat nichts davon gemerkt, dass irgendetwas schwankt.

Ich sage immer, wenn es mal beruflich schlecht aussieht, kann ich mich immer noch als Seismograph anbieten. :woohoo:

Viele Grüße
Sabine
Letzte Änderung: 16 Apr 2021 21:01 von Sabine26.
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