Abenteuer Grenze Botswana - Zambia

38 Antworten · 12,8k Aufrufe · gestartet 24. März 2009 von siggi
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Themenstarter387 Beiträge · seit 200924. März 2009 ·

Du willst ein ganz besonderes Abenteuer erleben?
Ein Abenteuer wo alles, aber auch alles gefordert wird?
Das Blut kocht und die Nerven blank liegen?
Willst wissen, ob Du ein ganzer Kerl bist?
Willst die Grenzen deiner Leidensfähigkeit kennenlernen?
Am Ende wirst du sagen – wer bitte ist schon John Rambo?
Hier der ultimative Tipp:
Der Genzübergang von Kazungula in Botswana nach Zambia.


Wir, das sind Uli und ich, auf dem Weg aus dem Chobe nach Zambia in den Lower Zambezi National Park. Der Zambezi wird mit einer Motorfähre überquert. Auf der Botswanaseite des Flusses geht die Ausreise für Individualreisende mit eigenem Fahrzeug flott. Lkws stehen kilometerlang sauber aufgereiht am Strassenrand.



Die Motorfähre wird von Zambia betrieben und macht einen soliden Eindruck. Auch das auf die Fähre fahren, in Afrika häufig ein Problem, klappt gut. Die leichteren Fahrzeuge zuerst. Das sind nur wir. Dann ein Riesentruck. Sehen uns ein wenig um. Auf die Reifen der Lkw darf man nicht schauen, sonst wird einem Angst und Bange. Von Profil teilweise nur geringe Spuren. Wenn der bremsen muss. Wenn Wasser auf der Strasse ist. Nicht dran denken. Der Regen beginnt erst im nächsten oder übernächsten Monat.







Kaum die Fähre verlassen beginnt das Drama. Das Ufer ist relativ steil und manche Lkw schaffen es beim ersten Anlauf nicht.
Geduld, Geduld. Wohin?
Vor uns eine Wand aus Lastwagen. Alles kreuz und quer. Da bewegt sich nichts. Teilweise sind die Fahrer nicht in den Fahrzeugen, beim Zoll, besuchen ihre Freundin, oder sonstwo. Lassen einfach die Fahrzeuge stehen. Einige bereiten zwischen den Fahrzeugen auf Gaskochern ihr Essen.



Dieses kleine Mädchen wartet seit Stunden mit ihrem Vater auf die Abfertigung? Sie haben nichts zu trinken und zu essen.
Wir vesorgen beide. Selbstverständlich haben wir den Vater gefragt, ob wir das Kind fotografieren dürfen.



Gestresste hätten hier bereits den ersten Infarkt. Doch Rettung naht. Die jungen Zambier bieten sich als Lotsen an. Wir unternehmen erst gar nicht den Versuch uns selbst zum Abfertigungsgebäude durch zu kämpfen. Unser Lotse hat zwar auch Probleme. Zunächst fahren wir am Ufer entlang flussaufwärts. Im kleinsten Geländegang wühlen wir uns durch Sand, Schlick und Gebüsch. Der Lotse läuft vor uns. Dann geht es wieder landeinwärts.



Oh Wunder, irgendwo zwischen der chaotischen Anhäufung von Lkws ist das Immigrations,- und Zollgebäude. Ohne unseren Führer, der intensiv zwischen den Trucks eine Lücke sucht damit wir zum Gebäude kommen, hätten wir es nicht geschafft. Vor, zurück und so weiter. Lkws müssen bewegt werden. Teilweise müssen wir die Außenspiegel anklappen um durchzukommen. Zum Glück sind einige Fahrer da. Das eingeschossige Gebäude zwischen den riesigen Lastwagen hätten wir allein sicherlich erst nach langer Suche gefunden. Wir entlohnen den Lotsen.
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Ein anderer junger Afrikaner bietet sich als Guide für die Abfertigung an.
Eigentlich müssten wir geläutert sein, aber nein - wir lehnen dankbar ab. Jetzt geht es zum Fährbüro um die Gebühr für die Überfahrt zu bezahlen. Wenn wir nicht selbst hingegangen wären, wäre wohl auch in Ordnung?
Der Guide, den wir nicht engagiert haben weicht nicht von der Seite. Rein in das Immigrationsbüro in dem flachen Betonkasten. Die Luft steht trotz des traurigen sich knirschend drehenden Deckenventilators, der nichts bewegt außer sich selbst und das sehr mühsam.
Die Temperatur im Gebäude bestimmt an die vierzig Grad. Der Immigrationsbeamte sitzt auf einer Art Barhocker mit dem Rücken zum Schalter und liest Zeitung (so sieht es jedenfalls aus).
Wer jetzt an die Scheibe klopft, oder hallo Sir, oder sich bemerkbar macht hat verloren und kann sich auf eine längere Wartezeit einrichten.
Das kennen wir, in Ehrfurcht stehen wir still vor dem Schalter. Die Pässe in den Händen. Das Einzige was hier läuft ist der Schweiß.
Der Beamte im schneeweißen extrem gestärkten Hemd rührt sich nicht. Vielleicht kann er sich nicht bewegen, sonst bricht das Hemd? Aber wie ist er dann hineingekommen? Egal ist nicht unser Problem.
Schläft er vielleicht? Die Zeitung hat er bisher nicht umgeblättert. Uli meint, der macht bestimmt Mittagspause. Wie bitte? Es ist zehn Uhr vormittags. Na und, kann doch seine Mittagspause machen wann immer er will. Natürlich sprechen wir ganz leise. Dürfen nicht stören, würden sonst garantiert die Arschkarte bekommen.

Nun erforschen wir mit den Augen die Räumlichkeiten.
Überall liegen gebündelt die postkartengroßen Ein,- und Ausreiseformulare. Zu einem Raum steht die Tür offen, der mit ebenfalls gebündelten Formularen fast bis an die Decke gefüllt ist. Uli fragt mich, zu was die Dinger überhaupt ausgefüllt werden?
Uli, - ist Afrika. Hurra (aber leise), der Beamte lebt und dreht sich freundlich lächelnd um und alles geht sehr schnell.
Siehste Uli, Geduld ist der erste Schritt zum Erfolg.

Dann zum Zoll im gleichen Gebäude. Die Lady hinter der Glasscheibe sitzt tiefer. Wir schauen von oben auf sie herab. Das ist psychologisch unklug. Wir gehen in die Hocke auf Augenhöhe. Nun lächelt sie freundlich. Was man nicht alles tut um die Gunst der holden Weiblichkeit. Ein paar kleine Missverständnisse sind schnell ausgeräumt und schon ist die Zollabfertigung erledigt. Wir bekommen einen Zettel, den sie irgendwo abreist und etwas darauf schreibt.
Your gatepass.

Alles überstanden, weit gefehlt. Jetzt geht es erst richtig los. Bitte an Uli stell dich in den Schatten und beobachte unser Auto. Ich sehe ein, ohne Hilfe eines Guide bin ich verloren.

Zur Bank. Ein Plastikcontainer in dem maximal 3 Personen Platz haben. Luft zum Atmen muss von draußen mitgebracht werden, sonst droht der Erstickungstod. Ich glaube der hat sich bei der Hitze ziemlich verzogen. Für 300 Euro werde ich in einheimischer Währung Millionär.

Draußen knallt die Sonne erbarmungslos aufs Haupt. Die Frage ob es drinnen oder draußen heißer ist, hat keine Bedeutung mehr.
Weiter zur Versicherung einem aus Wellblechplatten zusammengestelltes Behältnis. Nur in einem eingeschalteten Backofen wird es kühler sein. Es dauert eine Weile bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Ich erkenne mehrere Frauen, einen Tisch und eine Art Bank.
No problem, alles geht relativ schnell.
Dann zum Office um die Strassenbenutzungsgebühr zu entrichten. Folterkammer Nummer zwei? Nein, der Angestellte sitzt vor seinem Blechkasten im Schatten. Auch hier sehr freundlich. Ein paar Scherze und schon erledigt.

Der ständig von der Stirn rinnende Schweiß brennt in den Augen. Die Stirn abwischen – nein, jede Bewegung vermeiden.
Wow, das Drama ist noch nicht zu Ende. Wenn ich mich recht erinnere musste ich noch zwei Stellen anlaufen. Irgendwie registriere ich das alles nicht mehr so richtig. Der Wunsch nach einem mannsgroßen Kühlschrank wird immer heftiger, um darin zu verschwinden und von innen die Tür zuhalten.

Die Sorge um Uli, ist der arme Kerl noch am Leben, oder suizidgefährdet, treibt mich. Nichts dergleichen, sitzt fröhlich im Schatten auf einer Bank und schäkert mit den Schönen.

Endlich, können wir fahren. Irrtum das Auto ist innen so heiß, das Lenkrad kannst du mit bloßen Händen nicht anfassen. Also Türen auf und Ventilator auf volle Pulle. Lenkrad abdecken.



Unglaublich, wir fahren, zunächst auf dem Strassenrand an den Trucks vorbei, dann auf guter Asphaltstrasse in ein wundervolles Land. Die Scheiben sind unten. Der Fahrtwind bringt Kühlung. Das Abenteuer Lower Zambezi beginnt.
Nun, wirst du vielleicht fragen, warum schaltet ihr die vorhandene Klimaanlage nicht ein?
Regel 1. Keine Klimaanlage einschalten.
Regel 2. Kein Radio einschalten.
Auch wenn Du es nicht glaubst, es gibt eine Steigerung von Zambia über den Korridor durch den Kongo nach Zambia. Schikane in Vollendung.



Vor über zehn Jahren gab es im Lower Zambezi National Park nicht einen Löwen. Nach und nach haben Löwen aus dem Mana Pool Park in Zimbabwe, den Fluss überquert und sind hier geblieben. Vor der Hitze am Boden und den Fliegen flüchten die Löwen auf Bäume.

Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 24. März 2009
8’057 Beiträge · seit 200824. März 2009 ·
Hallo Siggi,

Habe deinen Bericht verschlungen. Du schreibst es so, dass man das Gefühl hat man ist einfach dabei. Die Bilder tragen natürlich dazu bei.

Danke

Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
413 Beiträge · seit 200624. März 2009 ·
Hallo siggi,

kann Deine Geschichte total nachvollziehen. So aehnlich erging es auch uns. Wir wurden allerdings schon auf Botswanischer Seite von Maennern aus Sambia belagert, welche uns alle helfen wollten. Das einzige was sie schliesslich wirklich wollten, war illegal Kwacha tauschen. Und so mancher Tourist ist dabei tuechtig ueber den Tisch gezogen worden.
Wie dem auch sei, man ist richtig stolz auf sich selbst wenn man endlich das Gate passieren darf.

viele Gruesse
Kitty
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1’723 Beiträge · seit 200924. März 2009 ·
wow.. ich lach mich hier halb schlapp..
schade das mein schatz kein deutsch spricht...
das sind die erinnerungen die haften bleiben

viele gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
2’168 Beiträge · seit 200924. März 2009 ·
Hallo siggi,

Phantastisch, danke!!
Hast Du schon mal in Erwaegung gezogen, ein Buch zu schreiben?
Wenn nicht, solltest Du unbedingt! Das wuerde bestimmt ein bestseller!

Viele Gruesse
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
Themenstarter387 Beiträge · seit 200924. März 2009 ·
Hallo Kitty,
auf Botswanaseite konnten wir das nicht beobachten. Die Situation kann sich aber täglich ändern.
Auf Zambia-Seite hat der Lotse der uns aus dem Chaos der Lkw herausgebracht und der Helfer für die Einreise/Abfertgigung korrekt gearbeitet/geholfen. Ich meine ich habe jedem 10 US Dollar gegeben.

Ein Canadier, der ebenfalls mit der Fähre herüberkam, gab auf und fuhr mit der nächsten Fähre nach Botswana zurück. D.h. wenn er dann einen Weg auf die Fähre gefunden hatte.

Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 24. März 2009
Themenstarter387 Beiträge · seit 200924. März 2009 ·
Hallo Maddy,
das hat zwar mit dem Thema relativ wenig zu tun.
Das bei Dir kein eigener Avatar ist schade. Sage mir welches Tier Du möchtest und Du erhälst es als Minibildchen. Brauchst es dann nur noch in Dein Profil hochladen.

Gruß
Sigi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
85 Beiträge · seit 200825. März 2009 ·
Hallo, siggi,

Dank für deinen tollen Bericht.

Du wirst es vielleicht nicht glauben; aber aus diesem Grund liebe ich Afrika.
Ich war es gewohnt, 38 Berufsjahre lang nur nach meinem Terminkalender zu leben.
Da geniese ich die Gelassenheit vieler Afrikaner und kann mich da sehr schnell anpassen.
Ist man als Europäer beruflich dort tätig, wird es wohl viel mehr Probleme geben, sich anzupassen.
Ich aber bereise Afrika als Tourist (Gast) und liebe die kleinen und großen Unzulänglichkeiten.
Liebe Grüsse von mirabilis alias Hans Joachim Wallek Die Europaeer haben die Uhr; die Afrikaner haben die Zeit.
Themenstarter387 Beiträge · seit 200925. März 2009 ·
Hallo mirabillis,
da liegen wir ganz nah beieinander. Sollte in meinem Bericht der Eindruck entstanden sein ich würde mich nachhaltig über die Gelassenheit beklagen, dann ist das nicht beabsichtigt (obwohl zugegeben sie manchmal schon nervig sein kann).
Ich habe versucht das Ganze homorvoll zu schildern.
Es gibt einen schönen Satz der alles ausdrückt.
Die Afrikaner haben die Zeit - wir haben die Uhren.
Irgendwie geht das nicht zusammen.

Was mich nervt ist die afrikanische Schlammperei. Im Chobe/Savute liegt in dem einem Wasserloch (Harvys Pan) seit Monaten ein toter Elefant. Savutes Elefanenbullen nehmen das Wasser direkt aus dem einen Zufluß. Das Rohr ist Tag und Nacht besetzt. Trinkmöglichkeiten für die anderen Tiere gibt es nur sehr selten. Wir haben dem Minister Hon. Kitso Onkokame Mokaila am 20.02.09 geschrieben und Hilfe angeboten. Eine Antwort bisher nicht erhalten, aber das besagt noch nichts.

Ich liebe Afrika seit über vierzig Jahren. Eine Liebe die sich durch ein paar Unzulänglichkeiten nicht erschüttern lässt.

Es gibt nachtürlich auch viele Schikanen u.Ä. und da hört mein Verständnis auf.



Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 25. März 2009
630 Beiträge · seit 200825. März 2009 ·
Hallo Siggi,

wollte Dir nur mal sagen, dass Du hier tolle Bilder einstellt. Respekt!

Gruß

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
2’168 Beiträge · seit 200925. März 2009 ·
Hallo mirabilis,
Da geniese ich die Gelassenheit vieler Afrikaner und kann mich da sehr schnell anpassen.
Ist man als Europäer beruflich dort tätig, wird es wohl viel mehr Probleme geben, sich anzupassen.
Nicht ganz richtig: wir muessen uns dauernd Muehe geben, uns nicht zu stark anzupassen! Vor allem wenn man in der Touristenindustrie arbeitet kann das gefaehrlich werden.
Ob das nun Gelassenheit ist, sei dahingestellt - ich denke es ist mehr Gleichgueltigkeit. Und an die 'afrikanische Schlamperei' werde ich mich wohl nie gewoehnen. Das ist allerdings auch regional bedingt - nicht alle Voelker sind gleich. Hier in unserer Ecke sind wohl die Schlimmsten, die beissen auch die Hand die sie fuettert. Oder vielleicht bilde ich mir das nur ein und nehme alles viel Gelassener wenn ich mal als 'Tourist' in einer anderen Gegend unterwegs bin?

Hallo siggi,
von wegen Avatar: ich denke ich kriege das auch hin, muss mir nur mal die Muehe geben und rausfinden, wie das geht. Und dann eine Entscheidung treffen, welches von meinen zehntausenden von Fotos ich waehlen will... aber danke fuer das Angebot!

Liebe Gruesse
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
Themenstarter387 Beiträge · seit 200925. März 2009 ·
Hallo Klaus,
das freut mich und danke.
Ich möchte, wenn es nicht schon so ist, das Du mindestens genauso gute Fotos machst.
Ist keine Frage des Fotoequipments.

Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
1’061 Beiträge · seit 200626. März 2009 ·
Hallo Siggi

Vielen Dank für diesen spannenden Bericht.

Ja, die Grenzübergänge in Afrika sind schon was besonderes. Allerdings haben wir bei der Kazungula-Fähre ganz andere Erfahrungen gemacht. Das ist aber schon vier Jahre her und wir sind damals in rekordverdächtiger Zeit von Zambia nach Botswana eingereist bzw. übergesetzt.

So verschieden sind die Erfahrungen. Dafür haben wir vorher von Moçambique nach Malawi drei Stunden an der Grenze verbracht. Die Grenzer haben wohl mit einem kleinen "Zustupf" gerechnet, aber ich besteche niemals und dann hat das halt ein bisschen Diskussionen gegeben.

Wie vorhin schon jemand schrieb, liebe ich Afrika unter anderem auch genau wegen diesen für uns so ungewöhnlichen, unverständlichen Situationen.

Diesen Januar in Uganda, nach sechs Stunden in einem hoffnungslos überfüllten Matatu (Minibustaxi mit eigentlich 14 Sitzplätzen, ich habe exkl. Fahrer 26 Leute gezählt...), kurz vor Mbarara. Er hält alle paar hundert Meter an, lässt Gäste aussteigen. Wir fragen ihn, ob er uns bei der Post gleich am Stadteingang rauslassen kann. Antwort ist nein, wir fahren zum Taxipark. Aber wirklich, fünfhundert Meter vorher hat er nochmals angehalten und Leute rausgelassen. Es ging einfach nicht, Erklärung gab es keine. Da sitzt du da und verstehst es einfach nicht. Aber er will es so und fertig. Man ärgert sich natürlich, aber jetzt im Nachhinein finde ich es einfach nur noch lustig.

Afrika wie es leibt und lebt. I'm loving it!

Beste Grüsse,
Samuel.
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter387 Beiträge · seit 200926. März 2009 ·
Hallo kalachee,
was heute so war, kann morgen völlig anders sein. Ist eben Afrika. Aussagen im Umgang mit Behörden in Afrika würde ich niemals als verbindlich ansehen. Kann sich morgen schon völlig verändert haben. Ich denke jeder hat seine individuellen Erfahrungen.
In Kazungula ist das Problem durch die vielen Lkw entstanden. Warum es so viele geworden sind?
Sehr freundlich, zuvorkommend, korrekt die Abfertigung bei der Ein.- und Ausreise aus Zimbabwe. Das war vor 40 Jahren so und daran hat sich offensichtlich nichts geändert, trotz der Probleme im Land.

Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
1’155 Beiträge · seit 200628. März 2009 ·
Hallo Siggi

Es kligt vielleicht verrückt, aber ich geniesse das Chaos jeweils an der
Zambia Grenze 🙂

Dort fäng für mich das "Richtige" Afrika an. Es dauert halt etwas, aber schikanös finde ich es nicht, eher lustig, bis man alle Stempel, Zettelchen usw. hat ...

Gruss Beat
Gast28. März 2009 ·
moin,

folgendes Erlebnis hatte ich bei meinem 1. Besuch in Zambia:

Nach dem üblichen TamTam an den Grenzen und an der Fähre war ich froh, endlich Richtung Livingston fahren zu können. Auf der Hauptstrasse wurde ich durch eine Polizeikontrolle aufgehalten. Der Boss bat mich in eine kleine Hütte, wo ich mich auf ein Kantholz (Kante nach oben) setzen sollte. Dann ging es los: er zählte alle meine Missachtungen der zambischen Gesetze auf und addierte meine Strafzahlungen -> es waren schliesslich mehrere Tausend Kwachas:(
Da ich überhaupt keine Kwachas bei mir hatte, sondern nur DM, US-Dollar, Kenia Shilling, Bots.Pula etc., machten wir einen Deal. Ich bot ihm 50 DM. Er aber meinte, er müsse erst seine Kumpels fragen. Als er wiederkam, sagte er zu mir, dass die 50 DM für seine Kumpels reichten und er bekäme 100 DM.
Mir blieb ja nichts anderes übrig, als zu zahlen.
Er bestätigte mir dann, dass nun alles ok wäre und ich weiterfahren könnte. Ach ja, er gab mir auch so etwas wie ein Permit.
Ich habe ihn dann noch ein paar Mal an der gleichen Stelle getroffen. Probleme gab es nie wieder, weil ich ihm jedes Mal sagte, er solle abends sein Bier im "48" abholen😄
Themenstarter387 Beiträge · seit 200928. März 2009 ·
Hallo Beat,
dass ist überhaupt nicht verrückt (auch wenn es so klingen mag).
Ich sage dann immer:
Ist eben Afrika.
Ich habe versucht, es ein wenig lustig zu verpacken.
Die meisten Menschen regen sich dann fürchterlich auf. Ich habe schon Dramen erlebt, dass die Touris nicht nur die Arschkarte bekamen sondern aus feidenscheinigen Gründen die Einreise verweigert wurde, oder die Ausreise zum Tagesprogramm wurde.
Erhalte Dir Deine Gelassenheit, hoffentlich auch hier in Europa, und Du wirst bestimmt Hundert Jahre alt.

In diesem Sinne.

Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
1 Beiträge · seit 200928. März 2009 ·
Hallo Gernot,

kommt es oft vor, dass man hilflos der örtlichen Polizei ausgeliefert ist und einfach zahlen muss? Ich stelle mir das sehr schwer, oder?
Gruß
Erick
Gast28. März 2009 ·
EricHerzlich schrieb:
Hallo Gernot,

kommt es oft vor, dass man hilflos der örtlichen Polizei ausgeliefert ist und einfach zahlen muss? Ich stelle mir das sehr schwer, oder?
Gruß
Erick
moin Erik,

"ich war jung und hatte Zeit" Da ich allein fuhr, hatte auch keiner was zu meckern.
Und so ganz unrecht hatte der Polizist ja auch nicht. Mein komplett offener Unimog 404S hatte eben nicht die vorgeschriebenen Reflektoren an allen Ecken und Kanten. Dann war der ja auch noch linksgesteuert, keine Türen, keine Gurte und was weiss ich, was noch alles nicht richtig war. Ich war im Busch und da fiel mir ein, dass ich mal gerade nach Livingston fahren könnte, um fehlgeleitete Sachen (Ersatzteile, Ersatzzelte etc.) abzuholen, weil der Fahrer der Spedition "vergessen" hatte, meine Sachen in Maun auszuladen. Maun wäre ja auch ein ziemlicher Umweg gewesen.
Na ja, so war ich wenigstens das 1. Mal in Zambia. Weitere Male folgten, und den Polizisten habe ich auch wiedergesehen und wurde mit dem Zauberwort "48" durchgewunken😃 😄
148 Beiträge · seit 200628. März 2009 ·
Hallo Gernot,

deine weiteren Erläuterungen hier halt ich für sehr notwendig, denn wenn man sich an die Regeln hält (2 Reflektoren vorn und hinten, 2 Warndreiecke, zusätzliche Versicherung für Zambia, Feuerlöscher) habe wir die Polizisten in Sambia als korrekt erlebt. Als einzige Willkür haben wir die "Steuer zur Einfahrt nach Mpika" und diese Local Tax bei der Einreise von Katima Mulilo nach Seseheke.

Was ist unter dem Zauberwort "48" zu verstehen?

Torsten
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