Abschied vom Grasland Namibia

Reisebericht 100 Antworten · 7'565 Aufrufe · gestartet 18. Apr. 2026 von Burschi
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200901. Mai 2026 · #61
Auch die nächsten beiden Tage schreibe ich als Zusammenfassung, denn der weitere Verlauf musste geändert werden. Schon auf Onguma hatte ich in Richtung Norden einige heftige Gewitter am Horizont gesehen. Auf diese musste ich jetzt zufahren. Ziel war Tsumkwe mit einer Zwischenübernachtung nördlich Grootfontain auf der „Fiume Game Lodge“. Diese steuerte ich dann auch als nächstes an.
Nach dem Abschied von Onguma fuhr ich Richtung Tsumeb, dann durch Grootfontein, wo ich meinen Tank nachfüllte und dann ohne Unterbrechung nach Fiume, wo ich kurz vor Mittag ankomme. Ich war hier schon einmal, doch die Besitzer haben inzwischen gewechselt und ich war gespannt, was sich verändert hat.
Fiume sollte ja nur ein Zwischenstopp sein auf dem Weg zum „Pangolin Conservation and Research Fund“ (PCRF) bei Tsumkwe. Dort wollte ich mich mit Kelsey Prediger, die diesen Fund leitet, treffen. Nun gab es aber eine Reihe von Hindernissen. Kelsey konnte nicht nach Tsumkwe kommen, da sie in Windhoek und Otjiwarongo aufgehalten wurde. Außerdem sagte der Wetterbericht für die nördliche Region heftige Regenfälle voraus. Da die Straße nach Tsumkwe durch ein Vlei führt, wie ich auf der Karte recherchierte, bestand die Gefahr, dass das Vlei vielleicht unpassierbar wurde und ich dann in Tsumkwe festsaß. Das wollte ich nicht riskieren und blieb deshalb auf Fiume, was ich im Nachhinein auch nicht bereute.
Ich wurde sehr freundlich begrüßt und bekam das Haus Nr. 5. Schon eine Umstellung, denn die Wohnung auf Onguma war mehr als dreimal so groß. Aber es war alles da, was ich brauchte.

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Ich buche zwei Aktivitäten, einen Bushwalk mit den San und einen Gamedrive. Den Bushwalk mache ich noch am Ankunftstag. Ich bekomme einen Begleiter als Übersetzer zur Seite gestellt, namens Augustin, mit dem ich mich im Anschluss an den Walk noch lange über alle möglichen Themen unterhalte, besonders aber über die Zukunft der San. Die Mannschaft zum Bushwalk besteht aus einem älteren Mann und seinen zwei Söhnen. Allerdings hatten die beiden keinerlei Funktion und waren nur Mitläufer. Zuerst das unvermeidliche Feuermachen mit den Holzstäbchen.

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Es dauert dieses Mal sehr lange, bis es endlich glückt und das Werkzeug muss auch erst gewechselt werden. Dann aber erbarmt sich das Flämmchen doch und entzündet das trockene Gras. Danach kommt ein Lauf durch den Busch, wobei der Alte immer wieder stehen bleibt und einige Pflanzen und ihre medizinische Wirkung – die meisten waren für die Verdauung – gestenreich und mit ulkigen Grimassen erklärt. An einer Wasserstelle im Busch ist der Walk zu Ende. Ganz ehrlich, viel hat er nicht gebracht. Es hat mich mehr an Comedy im Busch erinnert.
Am aufregendsten war die Sichtung eines jungen, etwa fünf Monate alten Python an der Wasserstelle.

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Wortlos ging es dann zurück, während ich mit meinem Begleiter über das Leben bzw. Überleben der Sankultur diskutierte.
Erstaunlich vielseitig ist dagegen der Gamedrive. Es finden sich auch noch Tiere, die ich hier nicht erwartet hätte, wie Lechwe Antilopen und Buntbock. Auch darüber könnte man noch diskutieren, ob man denn Tiere, deren Lebensraum in anderen Regionen eigentlich liegt, hier halten sollte. Aber sie stammen noch vom Vorbesitzer und der jetzige lässt sie einfach. Werbung macht er damit nicht. Interessant aber auch das Farmleben. Hier wird viel entbuscht, was eine extreme und mühevolle Arbeit ist. Die dünnen, blattreichen Äste werden fein gehäckselt und zu Pellets gepresst, die in Notzeiten als Futter verwendet werden können. Die dickeren Äste werden zu Hackschnitzeln verarbeitet, die dann als Bodenbelag von Wegen und dergleichen dienen, und aus dem dicken Holz wird schließlich noch Holzkohle hergestellt. So haben die hier vorkommenden Antilopen wie Oryx, Impala, Elandantilopen, Gnus, Kuhantilopen oder Kudu bessere Weidebedingungen. Auch Giraffen und Strauße befinden sich auf der Farm. Zu sehen sind die Tiere auch von der Farm aus, wenn sie an das nahegelegene Wasserloch kommen. Die Sicht war zu dieser Zeit allerdings auch durch das hohe Gras eingeschränkt. Dieses muss allerdings bald gemäht werden, bevor die Saison der Veldfeuer anfängt.

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Neben den Elands ließ sich eine Giraffe beim Sundownerstopp schön im Abendlich fotografieren.
Weiter besteht eine Möglichkeit, sich auf einen Hochsitz mit Sicht auf ein Wasserloch brin-gen zu lassen, um dort die Tiere und auch Vögel zu beobachten. Mit ausreichend Getränken versorgt habe ich mich zwei Stunden dort aufgehalten. Pech nur, dass mein Besteigen des Hochsitzes von einem Graulärmvogel beobachtet wurde, der sein „Go away“ deutlich längere Zeit mitteilte. Häufig aber schwirrten etliche Paradieswitwenmännchen mit Balzflug vorbei, gefolgt von einer Schar Weibchen, die sich dann um die schönsten Männer streiten. Das kommentiere ich mal nicht! 😗 😗 😄

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Neben den Paradieswitwen war auch für die Königswitwe (rechts im Bild ein Männchen) Balzzeit.

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Immer wieder konnte ich auch andere Vögel im Garten der Lodge, in dem viele verschiedene Bäume gepflanzt sind, beobachten. Man kann übrigens schön in der Nähe des Pools im Schatten liegen und die Vögelchen kommen, um im Gras Nistmaterial zu sammeln oder um nach Insekten zu jagen oder in Pfützen zu trinken.

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Kardinalspecht

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Die Maricoschnäpper waren ständig sehr aktiv.
Und neben den Vögeln sind viele Eidechsen unterwegs.

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Aber das Beste kommt zum Schluss, das Essen. Schon das Frühstück war mehr als reichlich und mein Tisch war schön dekoriert und mit Blick auf das Wasserloch ausgerichtet. Das Diner aber war überragend!
Als Beispiel mal eine Abendkarte:

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Und um euch mal ein wenig Wasser auf die Zunge zu zaubern ein paar Tellerbeispiele!

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Da hat alles gestimmt! Abstimmung zwischen den Gängen, Zubereitung, Garnitur, Ge-schmack und Frische. Z.B. Ein Elandsteak vom Feinsten, auf den Punkt gebraten mit rosanem Kern und keine NWR-Schuhsohle!
Das Menü hat auf jeden Fall einen Stern verdient. Ich bin denn auch in die Küche gegangen, und habe den Koch aufgesucht und mich mit ihm über eine sehr delikate Sauce ausgetauscht. Tatsächlich hat er in einem Sternehotel in Johannesburg gelernt. Für mich war hier der Genusshöhepunkt der Reise.
Und wie gesagt, das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Auf der Terrasse mir Blick auf das Wasserloch. (Gras leider zu hoch! 😵 )

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Dass ich hier drei Tage war habe ich nicht bereut.
Liebe Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 01. Mai 2026
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200902. Mai 2026 · #62
Wegen der unkalkulierbaren Wettersituation geht die Weiterfahrt also nicht nach Norden, sondern nach Süden. Ich habe inzwischen einige Unterkünfte umgebucht und einen neuen Plan erstellt. Dieser führt mich zunächst nach Grootfontain und dort biege ich Richtung Otjinene ab. Die C22 geht fast schnurgerade dahin, einige Pfützen auf der Straße belegen, dass es nachts geregnet hat.
Nach einiger Zeit muss ich nach rechts abbiegen Richtung Coblenz. Nun ist es eine Gravelro-ad, die an manchen Stellen größere Schlaglöcher und Pfützen aufweist. Noch mehr als Schlaglöcher sind aber Kuhfladen auf der Straße. Ich durchfahre auch immer wieder kleinere Dörfer. Es ist typisches Hereroland. Häufig wechseln Rinder- oder Schafherden die Straßen-seiten. Die Strecke ist gut zu fahren und so gelange ich nach Okakarara. Kurz zuvor ist wieder Teerpad. Hier muss es viel geregnet haben, denn es sind immer wieder große Tümpel entstanden. In Okakarara wuselt es auf allen Seiten. So fahre ich durch den Ort und danach weiter zum Waterberg, wo ich noch einmal gebucht habe. Etwa 40km nach Okakarara muss man nach rechts auf die rote Teerpad abbiegen und noch 30 km weiterfahren, bis man zur Abzweigung der Wildernes-Lodges kommt. Vorher ist ein neu installiertes Schutztor zu passieren, wo die Fahrzeugnummer notiert wird. Das soll Wilderer, die es auf dort lebende Nashörner abgesehen haben, abschrecken.
In das Wildernesgebiet ist ein weiteres Tor, nochmals eine Fahrzeugkontrolle und schließlich die Rezeption. Ich bekomme eine ausführliche Einweisung und den Schlüssel für Haus Nr. 6.

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Das ist schon wieder das letzte und weit zu laufen bis zum Restaurant, wo man Essen bekommt und WiFi hat. Ob ich ein Haus weiter vorne bekommen könne, beantwortet sie mit dem Hinweis, dass ich auch mit dem Auto fahren darf. Sie verständigt die Straßenwache oben am Plateau und dann kann ich in engen, steilen Kurven hinauf auf das Waterbergplateau fahren. Das Häuschen ist fertig zum Einzug und ich schleppe mein Gepäck in die Unterkunft. Neben jedem Häuschen ist ein Tauchbecken, in dem man sich erfrischen kann. In meinem schwimmt ein verzweifelter Bülbül und ich rette ihn vor dem Ertrinken, hole ihn heraus und setze ihn ins Trockene. Der völlig durchnässte Vogel trocknet in der warmen Sonne und fliegt dann davon.
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In dem Häuschen ist kein Kühlschrank und auch kein Schreibtisch, lediglich ein Ventilator, der aber kaum Abkühlung bringt. Für den Nachmittag habe ich einen Rhino-Drive gebucht und morgen möchte ich eine Wanderung machen.
Die ersten Fotomotive aber sind Schmetterlinge, die endlich mal einigermaßen still an einer Pfütze sitzen und sich fotografieren lassen. Eigentlich hatte ich angesichts der Wettersituation auf viel mehr Schmetterlinge gehofft. Aber entweder waren es meist Monarchfalter oder sie taten mir nicht den Gefallen und setzten sich ruhig hin. Von aufgeklappten Flügeln ganz zu schweigen.
Ich stelle hier einige ein, bei den Namen bin ich mir aber keineswegs sicher. Verbesserungen nehme ich gerne an.

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Monarchfalter. Er scheint überall vorzukommen, auch bei uns im Mittelmeerraum.

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Randpunktierter Weißling

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Kapweißling und Orangenspitzenfalter

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Babuk-Bläuling

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Gefleckter Joker

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Charaxes (aber welche Art?)

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Baronet

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Gelber Pansy
Da sich diese unmittelbar neben meinem Häuschen befanden, hatte ich ausreichend Abwechslung.
Aber ich hatte auch Mitbewohner, direkt über der Haustüte hatten sich unter dem Dach zwei Fledermäuse eingenistet. Diese, die "Mauritius-Grabfledermaus" soll angeblich recht selten in Namibia sein.

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Schwieriger war es mit den Vögeln. Sie waren alle sehr scheu, besonders die Love-Birds, die oft zu hören aber selten zu sehen waren. Zwei möchte ich aber noch erwähnen:

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Das Pärchen Buntastrilde

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und den Piritschnäpper.
Das muss dann mal für heute genügen, mal sehen, was der morgige Tag auf Waterberg bringt.
Viele Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2026
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200903. Mai 2026 · #63
Am Nachmittag fand der Rhino Drive statt. Außer mir stieg noch ein weiteres Ehepaar zu, auf das wir noch 20 Minuten warten müssen. Okay, das können wir dann in Ruhe angehen. Zuerst vom Plateau runter und dann noch ein Halt bei der Rezeption. Da steigen noch vier Personen zu! Oh Gott, schlimmer hätte es nicht kommen können! Ein junger Vater, der ein etwa halb-jähriges Baby auf den Bauch geschnallt hat und eine junge Frau mit einem etwa vier Jahre alten Kind an der Hand. Horror-Szenario für mich! Nicht, dass ich was gegen Kinder hätte, aber auf einem Gamedrive, wo ich gerne Tiere in Ruhe und manchmal auch mit Geduld beobachten möchte, brauche ich keine Kleinkindkommentare oder Ungeduldsgequieke!
Da wir sowieso schon Verspätung hatten, fuhren wir mit Tempo zu den Rhinos, die sich normalerweise gut sichtbar auf einer Lichtung befinden. Sie werden dort pünktlich von Rangern mit Futter-Leckerlis versorgt und sind immer pünktlich anwesend. Nun aber waren sie schon in den Busch gezogen und wir im Eilschritt hinterher. Mit Kleinstkind auf dem Arm, nur mit Sandalen an den Füßen durch die Dornsträucher! Mutig!

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Ein Nashornbulle war von so einer wilden Horde überhaupt nicht begeistert. Mein vollstes Verständnis! Die beiden Ranger aber trieben uns voran, vom Bullen weg auf die Nashorn-Damen zu, die sich nun auch schneller in Bewegung setzten.

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Das bringt nichts mehr, also kehren wir um, Bilder sind im Kasten, wenn gleich in einer für mich überhaupt nicht erfüllenden Atmosphäre. Da kommt uns ein zweiter etwa 15 Personen starker Trupp entgegen, die auch noch hinter den Rhinos her sind. Da beginnt für mich die ganze Inszenierung fragwürdig zu werden. Das war schon kein Rhino-Tracking mehr, sondern ein Rhino-Run mit Garantie auf verschreckte Rhinos. Waterberg Wildernes wirbt für ihre Drives ja mit „Nashorngarantie“ und lässt sich das auch fürstlich bezahlen. Gut, dafür habe ich Verständnis, auch wenn man sagt, damit Nashornschutz zu betreiben. Aber doch nicht mit so einem Massenansturm!
Weitere Sichtungen anderer Tiere waren schon noch gegeben, aber ausgerechnet bei einer an einem Salzstock lutschenden Giraffe war dann die Geduld der Kinder endgültig am Ende.

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Ganz am Schluss gibt es dann doch noch eine interessante Sichtung, wenngleich wieder ohne Geduld: Zwei Dikdiks!

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Also in rasender Fahrt zurück zur Lodge. Schließlich wartet ja auch schon das Abendessen.
Die Elandsteaks bruzzelten schon auf dem Grill. Wer weiß, wie lange schon? Vom Fleischzerlegen hatte der Koch keine Ahnung, riesige Steaks wild mit Knochen aus dem Fleisch geschlagen, gebraten bis jeder Saft draußen war, Schuhsohle well done, Beilagen zerkocht und völlig geschmacklos. NWR-Niveau! Da habe ich vor drei Jahren hier viel besser gegessen.
Und der Service? Mittags wollte ich im Restaurant ein Sandwich essen. Wartezeit 50 Minuten! Dazu ein alkoholfreies Windhoek Bier. (Das hat es beim Letzten Mal noch nicht gegeben, schmeckt aber recht gut.) Der Kellner bringt ein Radler! Zurück! Beim zweiten Mal bringt er ein Windhoek Lager! Zurück! Ich zeige ihm ein Bild auf dem Handy. Beim dritten Anlauf klappt es nach 20 Minuten! Das Personal bräuchte dringend mal eine Schulung!
Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen eine Wanderung machen. Aber erstens schmerzte mein Fuß und zweitens war in der Nacht ein Gewittersturm, sodass alle Wege im Tal matschig waren und auf den Weg hinauf wollte ich nicht klettern. Also bleibe ich noch ein wenig bei meinem Häuschen, der Sonnenaufgang war nicht fotogen und so widme ich mich den kleineren Tieren.
Kleine Auswahl:

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Klippschliefer sind ständig um das Restaurant unterwegs.

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Ein Ölkäfer, den ich aus dem Pool gerettet habe.

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Ein Dickkopffalter - Kleiner Branded Swift
Also dann Abreise! Ich muss leider sagen: Waterberg Plateau Park hatte ich schon mal in besserer Erinnerung!
Bei der Ausreise stellt sich dann noch eine kleine Herde Giraffen zum Shooting.

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Gruß:
Burschi
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2026
383 Beiträge · seit 201203. Mai 2026 · #64
Danke für die Berichtung deiner Erfahrungen am Waterberg, Burschi.

Ähnlich wie du sehe ich es auch kritisch kleine Kinder und Babys mit auf eine Safari-Abendteuerreise durch Afrika mitzunehmen. Und das jetzt nicht unbedingt wegen der anderen Gäste im Game-Drive-Wagen.
Ich sehe das eher aus den Augen der Kinder. Gut, das Baby wird glücklich sein, wenn es nur bei Mama und Papa sein kann. Aber der Flug und die langen Autofahrten sind bestimmt auch nicht ganz unstressig für das Baby.
Und bei Kleinkindern finde ich es auch irgendwie schade. Zum einen auch wegen den teils langen Reisestrecken. Aber vorallem können die sich in spätestens in einem Jahr kaum und vielleicht in 5 Jahren gar nicht mehr an solch eine tolle Reise erinnern. 🙁
Zumindest geht es mir so, dass ich heute gar keine Erinnerungen an Ereignisse vor meinem 6-7 Lebensjahr habe.

Es würde mich nicht wundern, wenn von der 4-köpfigen Familie in deinem Bericht, vielleicht nur einer einen schönen Urlaub hatte.

Aber mal noch was anderes...
Warum sind die beiden Dikdiks auf deinem Foto blau?
Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2026
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200903. Mai 2026 · #65
Hallo Black Lion,
Das mit den Kindern sehe ich auch aus deren Sicht genau so. Es gibt ja auch Lodges, die Gamedrives erst ab 12 Jahren erlauben. Aber über dieses strittige Theme ist im Forum schon genügend gestritten worden. Dieses Fass will ich nicht wieder aufmachen.
Auf die Frage mit der Farbe der Dikdiks habe ich gewartet. Die ist wirklich echt! Ich habe vorher noch nie Dikdiks in dieser Farbe gesehen. Daher habe ich mich besonders geärgert, dass es schnell wieder weiter ging. Vielleicht weiß jeand iom Forum was dazu. Irgeneine spezielle Unterart?
LG Burschi
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1'942 Beiträge · seit 201103. Mai 2026 · #66
Danke Burschi für die vielen Fotos der Schmetterlinge samt Namen.
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
16 Beiträge · seit 202003. Mai 2026 · #67
  • Fiume sollte ja nur ein Zwischenstopp sein auf dem Weg zum „Pangolin Conservation and Research Fund“ (PCRF) bei Tsumkwe. Dort wollte ich mich mit Kelsey Prediger, die diesen Fund leitet, treffen. Nun gab es aber eine Reihe von Hindernissen. Kelsey konnte nicht nach Tsumkwe kommen, da sie in Windhoek und Otjiwarongo aufgehalten wurde. Außerdem sagte der Wetterbericht für die nördliche Region heftige Regenfälle voraus.


  • Hallo Burschi,
    Ich lese Deinen gutgeschriebenen Beitrag gerne. Nur kurz einen Zusatz zur PCRF research station in den Aha Bergen im Nyae Nyae. Nur fall jetzt mancher meint, man könne einfach so vorbeifahren um dort zu wohnen und nebenher Pangoline zu schauen. Ich zitiere mal Kelsey aus dem PCRF WA Forum:
    "We aren’t open for general public visits. Sometimes we can host supporters if it fits into our schedule ...."
    Die Station ist inzwischen ausgebaut für die Forschung, Unterkünfte für die San Ranger und auch für Forscher und Studenten. Es gibt aber nur eine Toilette und eine Dusche, die beide bei Fehlbenutzung auch mal ausfallen und es gibt niemanden der "Gäste" betreuen könnte. Das kann Kelsey nicht auch noch einfach soeben nebenher stemmen.
    Aber die gute Nachricht ist. Es gibt Pläne für den weiteren Ausbau. Neue abolutions, mehr plots für Zelte. Aber es fehlt noch an Geld und einen "field manager", der das mitbetreuen könnte.
    Daher die zweite gute Nachricht. Seit diesem Jahr gibt es P C R F D E U T S C H L A N D E .V. . Man kann also Spenden und bekommt eine Spendenquittung gür die Steuer. 🙂
    Und falls jemand ein abgeschlossenens Studium hat, und nicht weiss, was zu tun. Die könnten bestimmt einen guten "field manager" gebrauchen, der die Forschung steuert, mit den San Rangern arbeiten kann und nebenher noch Gäste managt.
    Bis jetzt gibt es aber noch die Möglichkeit nebenan ( für namibische Verhältnisse 😄 nur ein paar km entfernt, auf der anderen Seite vom Berg) in der Nähe vom San Dorf unter einem wunderschönen Baobab zu campen. Wie der heutige Zustand ist, weiss ich nicht, Vor ein paar Jahren waren aber noch die Kenntnisse über die Nutzung des Spatens bei Toilettengängen und ein paar Liter Wasser im Auto zum "Duschen" notwendig.
    Es gibt noch keine deutsche PCRF Seite - in Arbeit- , aber bei Bwana ist ein PDF verlinkt über den deutschen Verein.
    Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200903. Mai 2026 · #68
    Hallo Tübinger,
    Für den Aufenhalt bei Tsumkwe beim PCRF war ich schon vorbereitet. Wollte mich ja auch mit Kelsey dort treffen. Aber die Wettersituation war mir zu riskant.
    Was den PCRF betrifft, so haben sie in den letzten beiden Jahren jeweils Spenden aus dem Klanderverkauf bekommen. Gut ist, dass es jetzt ein deutsches Konto gibt,das du erwähnt hast.
    Hier die Verbindung:

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    Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200904. Mai 2026 · #69
    Das nächste Ziel ist nicht weit entfernt, deshalb konnte ich noch ein wenig trödeln. Ich fahre langsam die rote Gravelroad zurück. Gleich zu Beginn stehen wieder etliche Giraffen auf der Straße, die auch schon bei meiner Ankunft da waren .Dann aber kommt die große Überraschung! Ich sehe aus der Ferne, dass sich etwas Kleineres neben der Straße befindet, was ich zuerst für einen Pavian hielt. Ich fahre langsam heran und stelle überrascht fest, dass es sich um einen relativ jungen Leoparden handelt. Doch alle Vorsicht nützt nichts. Als er mich erblickt, ist er mit einem großen Sprung im Dickicht verschwunden, noch bevor ich überhaupt zur Kamera greifen kann.
    So geht es also zum nächsten Ziel. Es ist Otjiwarongo. Dort ist das KaMaKu Guesthouse für mich gebucht. Es liegt es etwas abgelegen in einer ruhigen Seitenstraße, hat einen sicheren Parkplatz für das Auto im Hof. Das Zimmer ist nicht sehr groß, aber mit allem für mich Wichtigem ausgestattet. Leider wird nur Frühstück und kein Abendessen angeboten. Ich fahre noch am Vormittag zum CCF (Cheetah Conservation Fund) Die Gravelroad ist ganz frisch planiert und ich kann gut auf der neuen Pad fahren.
    Hier möchte ich noch Geparden sehen. Zuerst bin ich aber völlig platt, wie sich die Anlage entwickelt hat. Etliche Gebäude mit modernen Labors und verschiedene Einrichtungen für Touristen sind dazu gekommen. Inzwischen ein riesiger Betrieb. Ich gehe in den Curio-Shop und buche den Cheetah Drive. Zuerst aber muss ich mir eine halbe Stunde einen Film über das Unternehmen anschauen. Als ich herauskomme erschrecke ich. Eine etwa 20köpfige chinesische Reisegruppe wuselt im Shop und Restaurant herum. Mit denen werde ich doch nicht auf den Drive gehen müssen? Zum Glück bleibt mir das erspart, sie sind schon bei der Abreise und mein Fahrer holt mich ab, denn ich bin nur noch allein für den nächsten Drive zu den Geparden. Wir fahren in ein nicht allzu großes, doppelt gesichertes Gehege, in dem sich drei Gepardendamen befinden. Die erste lümmelt schon müde am Zaun. Da lässt sich mit Zaun im Hintergrund kein sinnvolles Foto machen. Kurz darauf begegnen wir der zweiten Gepardin an einem Termitenhügel. Es ist genau dieselbe Stelle, an der die Geparden schon beim letzten Besuch lagen. Wohl ein Lieblingsplatz. Gut, da macht wenigstens ein Foto Sinn.

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    Nach einer weiteren Minute Fahrt findet der Guide auch noch den dritten Geparden, der etwas hinter Gras im Busch liegt. Zwei schnelle Fotos, dann wird aus dem himmlischen Gegrummel ein Getöse und der Himmel öffnet die Schleusen und schüttet badewannenweise Wasser herunter. Im Eiltempo – der ganze Gepardendrive hat nicht länger als 15 Minuten gedauert – rast der Fahrer zurück zum Restaurant und die wenigen Schritte dort hin reichen aus, dass ich nass bis auf die Haut bin. Zum Glück blieb der Foto trocken.
    Im Restaurant warten schon zwei Jungs vom PCRF auf mich, die mich abholen sollen. Wir trinken zuerst mal einen Kaffee, zu dem wir eingeladen werden und unterhalten uns. Dabei trockne ich schon wieder leicht ab.
    Als wir uns dann zur Station des PCRF aufmachen, regnet es nur noch ganz leicht, aber die schöne neu gehobelte Straße ist total matschig und es fährt sich drauf wie auf Seife. Die Station liegt etwas versteckt auf einer anderen Farm. Dort werden verletzte Pangoline versorgt und beschlagnahmte Tiere mit Sendern versehen und wieder ausgewildert. Seit zwei Jahren unterstütze ich diesen Fund mit Spenden, denn die Pangoline haben die Zeit seit den Sauriern problemlos überstanden und sind jetzt die meistgewildertsten Tiere der Welt und kurz vor dem Aussterben. gegen den Homo erectus stupidus, der diesen Planeten beherrscht ist eben kein Kraut gewachsen. Dabei sind Pangoline völlig harmlos, können sich zu ihrem Schutz nur zusammenrollen und können auch nicht beißen, weil sie nicht über Zähne verfügen. Mit ihrer langen, borstigen Zunge holen sie als Speise Termiten aus den Bauen.
    Endlich sehe ich mein erstes Pangolin!

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    So bekommt man es wohl seltenst zu Gesicht, da die Pangoline in der Regel nachtaktiv sind. Den Tag über verschlafen sie in der Regel als Kugel, wobei ihnen ihr Schuppenpanzer optimalen Schutz bietet. Nur eben gegen die Menschen nicht.
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    Zurzeit befindet sich auf der Station gerade ein Pangolin, das in einen Elektrozaun geraten ist und schwer verletzt wurde, Es kann nur im Kreis laufen und frisst nicht. In der Natur nicht überlebensfähig. Hier versucht man es gesund zu pflegen. Dazu muss das Tier jeden Tag in die 40 km entfernte Tierklinik nach Otjiwarongo gebracht werden, wo Tierärzte es betreuen können. Ich kann mitfahren und den aufwendigen Prozess beobachten.
    Zuerst muss es mit Chloroform betäubt werden, sonst kann man das Tier nicht aufrollen. Dann erhält es einen vielfältigen Mix aus Medikamenten in eine Bauchvene gespritzt und schließlich wird ihm ein Schlauch in den Magen geschoben und eine speziell angerührte Flüssignahrung wird eingeflößt. Dann wird das Pangolin wieder mit gymnastischen Übungen und Sauerstoffzufuhr aus seiner Narkose geweckt, nach der es sich umgehend wieder zusammenrollt. Die ganze Prozedur dauert über eine Stunde.

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    Hier mal ein Foto, wie ihr das Pangolin wohl kaum sehen könnt. Man kann sehr gut den Unterschied zwischen den Vorderbeinen - sind zum Graben geeignet - und den Hinterbeinen -dienen zum Laufen - sehen. Dadurch, dass es bei schneller Fortbewegung nur auf den Hinterbeinen läuft, hat es einen recht ulkigen Gang.

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    Dass es sich um einMännchen handelt, ist auch gut zu sehen. 😉
    Damit hat sich also ein Ziel meiner letzten Namibia-Reise erfüllt, mal ein Pangolin zu sehen. Inzwischen geht es ihm besser und es kann schon wieder Termiten als Nahrung aufnehmen. Bis zur Auswilderung wird es aber noch eine Weile dauern.
    Nach dem Aufenthalt in der Veterinärstation, bei der ich zufällig noch einen alten Freund getroffen habe, fahre ich in die Unterkunft zurück und frage die Besitzerin nach einem guten Lokal. Ich wollte dort am nächsten Tag nach meinem Treffen mit meinem Freund auf der Farm noch einmal zum Essen gehen. Doch leider erhalte ich wegen der Erkrankung der Frau eine Absage und so verbringe ich den Vormittag im Guesthouse.
    Es hat sich nämlich am Auto ein Problem ergeben. Das Roofdach war an einer Stelle nicht dicht und da es in der Nacht heftig geregnet hatte, steht auf der Ladefläche ca. 1 cm Wasser. Ich bitte den Gärtner des Hauses mit Genehmigung der Hausfrau, ob er nicht das Wasser rauswischen könne. Das erledigt er schnell und ordentlich und spritzt dann auch noch den Wagen von außen ab, denn nach der gestrigen Fahrt vom CCF nach Hause hat sich durch den Matsch die untere Hälfte des Autos rot gefärbt. So ist es sicher besser, denn völlig verdreckt will ich das Auto auch nicht abgeben.
    Die Besitzerin des Guesthauses hat mir zum Essen die Crocodile Ranch empfohlen. Man könne dort nicht nur die Krokodile besuchen, sondern als Gast auch gut essen. So sitze ich kurz darauf in dem schönen Biergarten der Ranch und bestelle „Crocodile-Ripple“. Geschmacklich ist das Gericht recht gut, das Fleisch schmeckt eher wie ein Hühnchen, aber die Rippen ähneln großen Gräten. Aber auch wieder mal eine neue Erfahrung.

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    Am späten Nachmittag klappt dann doch noch das Treffen mit Kelsey Prediger, der Organisatorin der PCRF. Sie hat mir ein kleines geschnitztes Pangolin als Dankeschön für die Spenden mitgebracht. Wir diskutieren lange über den Naturschutz in Namibia. Zurzeit betreut sie auch ein Projekt, das sich mit Arterfassung aller Lebewesen hier befasst. In kurzer Zeit sind schon etliche neue Arten für Namibia erfasst worden, besonders bei Insekten.
    Als sie sich verabschiedet, ist es schon fast dunkel und sie möchte noch zum Projekt fahren.
    Für mich ist es Zeit ins Bett zu gehen. Im Prinzip sind die Ziele meiner Reise damit abgehakt.
    Gruß:
    Burschi
    21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
    zuletzt bearbeitet 04. Mai 2026
    Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200904. Mai 2026 · #70
    Nun geht es wirklich dem Ende der Reise zu. Ich fahre von Otjiwarongo aus nach Süden, an den Omatako-Bergen vorbei, wo Paviane die Straße kreuzen und dann über den Farmzaun klettern. Noch vor Okahandja beginnt die neugebaute A1. Nun muss man nicht mehr durch den Ort fahren, sondern wird auf einer völlig neuen Trasse außen herum geführt und fährt nun auf einem breiten Highway direkt nach Windhoek. Eigentlich wollte ich ja noch einen Kaffeestopp in Okahandja machen, doch nun bin ich auch schon vorbei. Je mehr ich mich Windhoek nähere, umso mehr nehmen neue Industriebetriebe entlang der Autobahn zu, z.B. eine Geflügelfabrik oder ein großer Autohandel. Noch vor 11.00 Uhr komme ich dank der schnellen Zielführung des Navis in der Winterstraße im „Londiningi Guesthouse“ an und kann sofort Zimmer Nr. 5 beziehen.

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    Vor Windhoek hat es zu regnen begonnen und es nieselt noch immer. Es muss sehr heftig geregnet haben und es hat auch abgekühlt. Mit dem Poolbesuch wird es wohl nichts werden. Aber im Zimmer ist alles ok und ich kann einen ausgedehnten Mittagsschlaf machen. Zu Mittag esse ich die letzten Reste meines Vorrates und für den Abend bestelle ich Abendessen. Das Personal am Empfang und in der Küche erkennt mich wieder – was habe ich vor drei Jahren bloß für einen Eindruck hinterlassen 😗 – und wir plaudern ein wenig zusammen. Mit dem Küchenpersonal plaudere ich immer gerne und nehme Rezepte mit nach Hause. Mit einem habe ich sogar mal einen Preis bei einem Rezeptwettbewerb gewonnen. 😄
    Zu Abend gibt es Dreigang-Menü mit Tierverzierung wie gewünscht zum Nachtisch. 😄

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    Ein ausgezeichnetes, saftiges Fischfilet und ein hübsch dekorierter Nachtisch.
    Die Schablonen für die Tiere kann man an der Rezeption kaufen, es sind sog. "Kühlschrankmagneten", uind ich setze sie zuhause gerne ein wenn mal Gäste kommen. Es trägt immer zur Erheiterung bei.
    Das Londiningi ist als Unterkunft beim Start oder Ende einer Reise durchaus zu empfehlen.
    Da der Flieger am nächsten Tag erst um 20.00 Uhr geht und ich das Auto erst um 15.00 Uhr abgeben muss, habe ich am Vormittag noch mehr als genug Zeit, um den Koffer ganz auszuleeren und neu zu packen. Aber auch das dauert nur eine Stunde und so beschließe ich dann doch noch einmal nach Windhoek zum Craft Center rein zu fahren.
    Auf der Fahrt komme ich direkt an der Kaiser-Wilhelm-Kirche und dem monströsem Museum vorbei und kann dann im Hof des Craft Centers parken. Für meinen Sohn finde ich noch ein Mitbringsel und im Restaurant esse ich ein letztes Mal – wohl für immer – Eland. Gut, aber kein Vergleich zu Fiume. Auch einen Abschieds-Rockshandy gönne ich mir.
    Um 14.00 Uhr steuere ich ASCO an. Das Navi führt mich auf einer völlig neuen Umgehungsstraße schnell hin. Ich tanke an der Shell-Tankstelle, die unmittelbar vor ASCO liegt voll und begebe mich dann zur Fahrzeugabgabe. Es gibt nichts zu beanstanden, kein Kratzer oder dergleichen am neuen Fahrzeug. Ich reklamiere das undichte Dach und eine Resonanzfrequenz am Auto zwischen Tempo 100 und 120. Sie nehmen das zur Kenntnis, mehr aber nicht.
    Ca. eine Stunde unterhalte ich mich mit einem Ehepaar, das ebenfalls auf den Shuttle zum Flughafen wartet. Dieser bringt uns mit etlichen anderen auf der neuen Autobahn dann um 15.00 Uhr zum Flughafen. Auch der ist umgestaltet. Außen befindet sich nun ein großes Restaurant. Ich gehe aber gleich mal zum Checkin, wo schon einige wenige anstehen. Ich stelle fest, dass bereits nicht nur für Businesclass ein extra Schalter geöffnet ist, sondern auf für Premium economy. Dort bin ich schon nach wenigen Minuten durch und kann mich zum Securitycheck begeben, wo es noch schneller geht.
    So komme ich als einer der ersten in die Abflughalle, laufe mal an den Shops entlang, versorge mich mit einer Flasche Wasser und setze mich dann ich ein Restaurant. Noch zwei Stunden bis zum Boarding! Ich schreibe noch ein wenig im Tagebuch und trinke und esse eine Kleinigkeit.
    Alles Weitere, den Rückflug betreffend erspare ich euch.
    Ich hoffe, dass euch das Mitfahren ein wenig Spaß gemacht hat, und ihr mal ein paar Tiere gesehen habt, die nicht in jedem Reisebericht sind. Ich habe auch einige Passagen ausgespart, wo ich rein private Erlebnisse und Abschiede hatte. Alle sprachen sich dafür aus, dass ich doch wieder kommen sollte, aber das wird wohl nicht der Fall sein. Bei manchen ist es mir sehr schwer gefallen, einen Abschied für immer zu nehmen. Und auch beim Wegfahren von mancher Lokalität, die ich liebgewonnen hatte, wurde schon mal die Augen feucht.
    Aber einige Erlebnisse haben mich doch sehr gefreut und werden mir unvergesslich bleiben. Dazu gehört nicht nur das Erlebnis mit den Elefanten am Wasserloch Klein Okevi sondern vor allem die Begegnung mit dem Pangolin und z.B. auch die Sichtung der Blauracke.
    Einige Dinge haben mir den Abschied auch erleichtert: Die Hektik und der Lärm in der Hauptstadt Windhoek, die sich immer weiter entwickelnde Unpersönlichkeit auf manchen Lodgen, die Routine, mit denen Walks oder Drives abgespult werden, wobei es eben nur mehr touristisch ist. Dass ich manchmal die Autentizität vermisse, liegt wohl daran, dass ich Namibia auch schon anders kennen gelernt habe. Mein erster Besuch vor vielen Jahren in einem Himbadorf war von Vorsicht und Respekt (Heiliges Feuer"!) geprägt und ich habe mich dann gefreut, wenn ich über einen Dolmetscher ins Gespräch gekommen bin. Heute wird in den Living Museums ein Programm abgespult. Verstehe ich natürlich! Wenn man das jeden Tag macht, dann wird es zur Routine, dann wird das manchmal zum schauspielerischen Beruf. Ist den Menschen nicht zu verdenken.
    Aber alles ist eben einem Wandel unterworfen, wie das bei uns auch der Fall ist. Auch hier übe ich immer Kritik und stelle entsetzt fest, wenn mein Sohn sagt: "Früher war das besser!" Aber das haben meine Großeltern auch schon gesagt.
    Ich muss mich am Schluss noch entschuldigen:
    1. Für manche unnötige Abschweifung
    2. Für die schlechtere Qualität mancher Bilder, bedingt durch schlechtes Wetter, zu große Distanz, nachlassende Präzision des Sensors am Foto und nicht mehr so ruhige Hand. 🙁
    3. Für etliche Tippfehler, die ich nicht ausgebessert habe. 🙁 🙁 Mangelnde Konzentration und Unsicherheit beim Einschlagen auf die Tasten!
    Ich wünsche allen noch viele schöne Erlebnisse in Namibia, es ist noch immer ein Land, das zu bereisen sich lohnt.
    Viele liebe Grüße:
    Burschi
    Wenn ihr jetzt auf den allerallerallerallerletzten Bericht wartet, muss ich euch enttäuschen. Sicher nicht mehr Namibia, aber vielleicht noch ein anderes afrikanisches Land.
    21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
    3'883 Beiträge · seit 201104. Mai 2026 · #71
    Hi Burschi,
    schade, dass dein Bericht vorbei ist. Du hast also ferdisch, um es wie ein Fussballer zu schreiben 😉 !

    Du trägst Namibia fest in deinem Herzen, das klingt im Bericht immer wieder an. Herzlichen Dank, dass ich mitgehen durfte auf deine Abschiedsreise. Falls du uns tatsächlich auf eine weitere allerallerallerletzte 😄 Reise mitnehmen möchtest, ich melde mich an, denn das tiefgehende Reiseerlebnis, dass du uns vermittelst, vermisse ich bei vielen anderen Berichten in diesem Forum. Herzliche Grüße auch an deine Frau, vor allem aber an dich

    sendet freshy
    Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
    897 Beiträge · seit 201705. Mai 2026 · #72
    Hallo Burschi,

    herzlichen Dank für deinen emotionalen und interessanten Bericht. Wir waren 1994 in Namibia, seither nicht mehr und würden wohl gar nichts mehr wiedererkennen.

    Dir und deiner Frau alles Gute - und vielleicht doch noch eine weitere Reise ins Südliche Afrika.
    Liebe Grüße Makra
    548 Beiträge · seit 201605. Mai 2026 · #73
    Hallo Burschi,
    herzlichen Dank für den kurzweiligen und sehr interessanten Reisebericht. Abschied nehmen ist immer so schwer und ein endgültiger Abschied noch viel mehr. Das war sicher nicht leicht, auch wenn es durchaus vieles gab, was es vielleicht leichter für dich machte.
    Mal sehen, welche Tür sich jetzt öffnet und wohin es dich treibt.

    viele Grüße
    Elke
    Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
    67 Beiträge · seit 202205. Mai 2026 · #74
    Hallo Burschi,

    ich bin zwar nicht offiziell mit aufgesprungen, habe Deinen Reisebericht aber trotzdem mit großem Interesse und ebenso großer Begeisterung gelesen. Vielen dank dafür!!!
    Nachdem wir 2023 als Ersttäter in Namibia waren, geht es im Jahr 2027 endlich wieder runter. Dein Reisebericht hat meine Vorfreude auf dieses wunderschöne Land auf jeden Fall nochmal gesteigert.

    Dir alles Gute!

    D70 (Karsten)
    768 Beiträge · seit 201705. Mai 2026 · #75
    Hallo Burschi, herzlichen Dank, dass wir dich auf deiner Namibiaabschiedsreise begleiten durften und für diesen schönen Bericht. Ich hatte immer mal wieder einen Kloss im Hals und stelle es mir sehr schwer vor, so bewusst Abschied zu nehmen. Man spürt deine Liebe zu Namibia. Erinnerungen trägt man tief im Herzen und diese kann einem niemand mehr nehmen. Deine Idee mit dem verzierten Dessertteller gefällt mir richtig gut, das werde ich bei Gelegenheit nachmachen 😉
    Liebe Grüsse und alles Gute, Caroline
    2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
    Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200905. Mai 2026 · #76
    Hallo Caroline,
    man kann alles Mögliche damit verzieren, entweder mit Kakaopulver oder Staubzucker. 😄 😄

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    LG Burschi
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    8'684 Beiträge · seit 201005. Mai 2026 · #77
    Hallo Burschi,

    ich habe hier auch mitgelesen und kann viele Punkte nachvollziehen. Und ich hoffe sehr, dass du noch ein paar Afrikareisen (muss ja wirklich nicht Namibia sein, hier wird ja über viele Länder berichtet) vor dir hast und davon berichten wirst.

    Ich bin einmal mehr erstaunt, was Tierärzte so alles können, ein Pangolin ist ja kein alltäglicher Patient und woher haben sie das Wissen, wie man ihn optimal versorgt? 🙄 Schön, dasss es ihm besser geht!

    Die Verzierungen finde ich klasse - ich bin so gar nicht die Kühlschrankmagnetsammlerin, aber vielleicht sollte ich mal drüber nachdenken? 🤨

    Danke für diesen Input und für die ganze Mühe - und ich werde mich demnächst mal zu dem einen Thema, das uns ja verbindet, per E-Mail bei dir melden, hab eben nachgeschaut, die Mail-Adresse hab ich noch von damals 🙂 .

    Liebe Grüße von Bele
    Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
    298 Beiträge · seit 200705. Mai 2026 · #78
    Hallo lieber Burschi,

    ich habe auch mit tränenden Augen mitgelesen. So ähnlich lebendig, wie du die Reise beschrieben hast, ist es mir vor 2 Jahren gegangen.
    Ich war zwar nur 7 mal in Namibia in Urlaub, habe aber die ersten 12 Jahre meines Lebens in Tsumeb und Walfischbay verbracht. Für mich ist es wirklich wie eine zweite Heimat und es war ziemlich schwer, meinen Mann von meiner Begeisterung für dieses wunderschöne Land zu überzeugen, bis er das erste Mal mit dabei war (1974!!). Wir sind immer selber gefahren, haben Freunde auf deren Farm besucht und jedes mal war ich total traurig, dass ich wieder "nach Hause" fliegen musste.

    Vor 2 Jahren haben wir unsere letzte Reise auf den Spuren meiner Kindheit gemacht. Das war sehr berührend zu wissen, dass ich an vielen Lieblingsorten zum letzten Mal gewesen bin...vor dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, vor meiner Schule...in Etoscha usw..
    Aber gleichzeitig hat sich soviel verändert, dass ich relativ leicht Abschied genommen habe. mit der Erkenntnis, dass ich in diesem Land nicht mehr für immer leben möchte. Dazu gehören auch die oft unschönen Erlebnisse unserer Freunde auf der Farm.

    Du hast das in deinem Bericht sehr treffend beschrieben....und doch bekomme ich unendliche Sehnsucht, wenn ich die Reise-Berichte hier im Forum lese mit den Fotos der traumhaften Landschaft .
    Vielleicht wage ich es doch nochmal - wenn der lange Nachtflug nicht wäre.

    Ich wünsche dir weiterhin wunderschöne Reisen, wo immer es dich hintreibt, und freue mich auf die Berichte davon.

    Herzliche Grüße aus München
    Silvy
    383 Beiträge · seit 201205. Mai 2026 · #79
    Ich möchte dir auch danken für deinen Reisebericht. Habe gerne mitgelesen und auch mitgefühlt.

    Und auch wenn es schwerfällt sich von Namibia zu verabschieden, so kann man auf der anderen Seite auch Dankbar sein, dass man viel schönes dort erleben durfte! Und gerade da du ja einen Reisebericht geschrieben hast, kannst du ja, zumindest in deinen Gedanken und Erinnerungen, immer wieder dorthin zurück reisen. 🙂

    Was mich aber immer noch am meisten interessiert. Warum waren deine Dikdiks blau? 🙄
    Falls du noch rausfinden solltest, so lass es uns bitte wissen!
    Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
    Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200905. Mai 2026 · #80
    @ Black Lion,
    ich habe mal im Internet recherchiert und es scheint nicht ungewöhnlich zu sein, dass das Damara Dikdik am hinteren Rückenbereich bläuliches Fell hat. Vielleicht wurde das dadurch noch verstärkt, dass das Bild schon nach Sonnenuntergang aufgenommen wurde.
    Aber mir ist es vor Ort auch sofort aufgefallen, dass diese beiden Tiere außergewöhnlich stark bläulich waren. Vielleicht sind auch die Tiere während der Brunftzeit besonders kräftig gefärbt. 😐 😐
    Vielen Dank für dein Interesse.
    Liebe Grüße:
    Burschi
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