BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200920. Apr. 2026 · #22
Guten Abend, der nächste Tag ist rasch erzählt. Heute steht die Delphin-Tour auf dem Programm. Um 8.00 Uhr holt mich eine Bekannte am Hotel ab und wir fahren nach Walvis Bay. Wie hat sich diese Stadt verändert! Schon Langstrand ist explodiert und hat nun Tankstellen und Einkaufsmöglichkeit. Es wird nicht mehr lange dauern und es wächst mit Walvis Bay zusammen, dessen Townships und Industriegebiete sich entlang der Einfallstraße (angeblich die längste Palmenallee der Welt!) krakenartig ausbreiten. Auch die Bootsanlegestelle für die Touriboote hat sich komplett verändert. Es ist eine Fress- und Souvenirmeile geworden und die Catamarane der verschiedenen Anbieter drängen sich. Eigentlich hatte ich ja ein kleines Boot gebucht, aber darauf wird keine Rücksicht genommen, denn auf unser Boot muss noch eine größere Gruppe einer Würzburger studentischen Burschenschaft. Einige davon liegen bereits jetzt flach, andere haben schon die Bierbüchsen in der Hand. Grauen steigt in mir hoch! Aber um es vorweg zu nehmen, sie haben zwar viel gesoffen, sind aber nicht durch undiszipliniertes Verhalten aufgefallen und waren erstaunlich ruhig. Es ist schon vor Abfahrt ziemlich warm. Nebenan wird ein Boot mit Asiaten beladen. Dick eingepackt in Regenmäntel mit Kapuzen über dem Kopf und alle maskiert. Nur die Schlitzaugen waren sichtbar. Unglaublich, wie man so bei über 30 Grad überleben kann! Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen sehe ich die große Veränderung des Hafens. Riesige Ladekräne für Containerschiffe und ebensolche im Hafen.
Dafür sind die künstlichen Brutinseln für Kormorane zur Guanoerzeugung verschwunden. Gibt es sie überhaupt noch?Jedenfalls haben wir auf dieser Fahrt keine gesehen. Die obligatorischen Robben stellen sich bald ein, ebenso die Pelikane und die Dominikanermöwe. Sie erhalten ihre erwartete Fischration.
Unter der Mütze war wahrscheinlich schon zuviel Alkohol im Kopf. 😄 Wir fahren zur Robbenbank, wo sich einige Hundert Kappelzrobben tummeln, darunter auch einige Tote, an denen Schakal und Möwen sich gütlich tun.
Vom Leuchtturm aus geht es dann Richtung Langstrand, doch statt der erwarteten Delfine zeigt sich ein riesiger Mondfisch.
Da zeigt der Mondfisch seine Rückenflosse und dann drehte er sich auf den Bauch und verschwand.
Und dann geht es auch schon wieder zurück mit der leckeren Bordverpflegung als Büfett mit Austern und allen möglichen Fischdelikatessen.
Als dann die Sektkorken knallten, war die Mütze übrigens wieder hellwach. Da war dann nach Rückkehr kein Mittagessen mehr nötig, vielmehr ein kleiner Verdauungsspaziergang durch das Zentrum von Swakopmund, um mal zu sehen, ob die Häuser aus der deutschen Kolonialzeit und das Denkmal noch da sind. Ich will hier keine weiteren Bilder der historischen Gebäude einfügen, denn sie sind ja meist bekannt. Ein neues turmähnliches Gebäude an der Mole erregte aber doch meine Aufmerksamkeit. Er soll dem alten Leutturm in Swakopmund ähneln. Ob das stimmt, da kann man darüberstreiten. Welche Funktion er bekommen soll, weiß ich noch nicht. Hier noch ein Bild vom alten von 1912. Am Abend habe ich eine weitere Einladung: Eine Freundin lädt mich zusammen mit Anja Rohwer, der Betreuerin des Projektes in Mondesa DRC in das Hansa Hotel ein. Ein kulinarischer Leckerbissen! Mit Abschiedsbeigeschmack. 🙁 Guten Abend noch Burschi
... Im Inneren des Holzturms werden vier Toiletten untergebracht; ein Raum dient dem Sicherheitspersonal und es wird auch eine Zentrale für die Seenotretter dort eingerichtet werden. ...
Dafür sind die künstlichen Brutinseln für Kormorane zur Guanoerzeugung verschwunden. Gibt es sie überhaupt noch?Jedenfalls haben wir auf dieser Fahrt keine gesehen.
Ja, gibt es noch wie gehabt.
Ein neues turmähnliches Gebäude an der Mole erregte aber doch meine Aufmerksamkeit.
Öffentliche Toiletten, Räumlichkeiten für Sicherheit und die Lifeguards ("Baywatch") und Verwaltung für die Bootseinstiegstelle weiter westlich.
Viele Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200921. Apr. 2026 · #25
Heute gehte s zur nichttouristischen Seite von Swakopmund. Auch über die Siedlungen der "einfachen" Bevölkerung hinaus nach Mondesa DRC "Mondesa Democratic Resettlement". Als vor vielen Jahren Frau Jutta Rohwer mir dort einen Container mit kleinem Umfeld zeigte, in dem sie einen Kindergarten und eine Selbsthilfegruppe für Frauen untergebracht hatte, beschloss ich angesichts der Lage, dieses Projekt zu unterstützen. Was aber ist DRC? Mondesa ist der Siedlungsbereich der nichtwohlhabenden schwarzen Bevölkerung. Einfachste kleine Häuser dienen als Unterkunft und meist besteht auch schon Anschluss zur Infrastruktur. Hier kann man auch als Tourist an sogenannten "Townshiptours" teilnehmen. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, denn ich habe noch keine gemacht. "DRC" schließt sich an Mondesa an und ist eigentlich kein Township mehr, sondern man muss es wohl als "Slum" bezeichnen. Als ich vor Jahren das erste Mal dort war, lebten etwa 4000 Menschen dort. Inzwischen - es weiß wohl niemend so genau - sollen es zehn mal soviel sein. Diese Siedlung scheint endlos in die Wüste hineinzureichen.
Die Unterkünfte sind wohl aus allem zusammengezimmert, was man irgendwo als Abfall entsorgt hat.
Die Versorgung mit Wasser, Entsorgung von Abwasser, Toiletten ist weit unzureichend. Meist sind es öffentliche Stellen, die von vielen Menschen zusammen genutzt werden müssen. Z.B. Hier eine Wasserstelle, an der man sich Wasser in rationierter Menge kaufen kann.
Findet man mal ein "Dixiklo" ist das schon Komfort. Hier liegt nun das "DRC Womens Community Project", das von Frau Anja Rohwer, der Tochter der verstorbenen Jutte Rohwer geleitet und betreut wird. Dank einer Erbschaft aus Deutschland konnte ein größeres Grundstück erworben werden, auf dem nun in festen Bauten die Frauenselbsthilfegruppe mit Kindergarten und Vorschule untergebracht sind. Es gibt auch einige fest angestellte Lehrerinnen, die für die Ausbildung der Kinder sorgen. Unterhalten wird das Projekt durch Spenden, wie z.B. durch den Erlös des Kalenders, den ich seit 27 Jahren herausgebe. Hier noch ein paar Bilder zu dem Projekt:
Schulklasse, die bei meinem Eintreffen ein Tänzchen und Gesang aufführten.
Frau Anja Rohwer inmitten der Kinder. Spielplatz für die Kinder
Klassenzimmer
Verkehrsübungsplatz
Teil des Gemüsegartens
Bastelstube für die Frauen, in denen Schmuck und andere Dinge für den Verkauf an Touristen hergestellt werden.
Nähstube für Frauen, die Schuluniformen nähen, die bei den Kindern sehr beliebt sind.
Fast den ganzen Vormittag verbringe ich hier, bevor mich Anja zurück ins Hotel fährt. Auf dem Rückweg kaufe ich in dem Laden „Kubatsirana“ noch einige Mitbringsel ein. Das ist der Laden, in dem die Produkte des Projektes verkauft werden. Er liegt an der Straße vom Hohenzollernhaus zum Strand.
Das hat mich dann doch angestrengt, zumal es sehr heiß war und ich habe nicht nur Durst, sondern auch Hunger. In der Nähe des Hotels gibt es „Opas Steckel“, die früher nur Souvenirs hatten, jetzt aber eine gut gehende Bäckerei, Spezialitäten-Angebote und auch jeden Tag ein gutes Essen. Heute gab es Oryx, dazu ein kühles Bier.
Hier gibt es das beste Brot in Swakopmund. Früher Ramschladen, heute Geheimtipp. Kurzer Mittagsschlaf, bevor das nächste Abschiedstreffen ansteht. Um 16.00 Uhr besucht mich Joel Nambouli, der Leiter der „African Vocals“ und wir plaudern bei einem Bier im lauschigen Garten des Hotels in einem schattigen Plätzchen. Für die Vocals hatte ich bei den ersten beiden Toureen Konzerte in Oberfranken organisiert. Hauptthema heute ist der Tod ihrer Managerin Regine Hink, die vor wenigen Wochen an Krebs verstarb und die bereits Anzeichen ihrer Krankheit schon bei der letzten Deutschlandtournee der Gruppe hatte. Die Vocals haben zwar noch etliche Auftritte in Namibia, aber ob es je noch mal eine Deutschlandtournee geben wird, ist fraglich. Kurz vor Sonnenuntergang verabschiede ich mich wieder von einem Freund. Dann gehe ich noch einmal zum Strand an die alte Mole, um bei einem schönen Sonnenuntergang Abschied von Swakopmund zu nehmen. Eine kleine Gesangsgruppe tanzt und singt bekannte afrikanische Lieder. Wieder drücken sich Tränchen ins Auge.
bin gerade über Deinen Bericht gestolpert und auch von mir herzlichen Dank für diesen emotionalen Reisebericht.
Gleich zum Einstieg hast Du mir ein Lächeln verpasst, denn
Burschi schrieb: ... Ich habe es in allen Nuancen zu allen Jahreszeiten erlebt, zuletzt 2022 als einer der ersten Gäste nach Covid. Da waren außer mir in Okaukuejo nur 5 weitere Gäste und auf etlichen Lodges wurde ich als einziger und erster Gast nach der Pandemie freudig begrüßt.
Anfang 2022 waren wir nach meiner Erinnerung in derselben Maschine. Du wurdest am Gate ausgerufen (Name ist uns von Kalender- und Buchversand bekannt) und ich sagte noch zu meiner Frau: "Sieh an, Burschi ist heute auch in der Maschine." 😉
Viele Grüße aus dem hohen Norden Henning
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200921. Apr. 2026 · #28
@ BMW Ich bin eigentlich nicht so der Gefühlsduseler. Aber ich hatte in den vielen Besuchen in Namibia so viele schöne Momente, tolle Sichtungen und habe wirklich echte Freunde gewonnen, sodass mir der Abschied, der dieses Mal wohl der endgültige sein wird, schon sehr schwer gefallen ist. Ganz ehrlich, der Abschied von den Tieren und den Menschen fällt mir schwer, aber der Massentourismus an vielen Orten erleichtert ihn mir auch. LG Burschi
solitaire1'941 Beiträge · seit 201121. Apr. 2026 · #29
Sehr berührend, Burschi.
Liebe Grüße Solitaire
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Enilorac65768 Beiträge · seit 201721. Apr. 2026 · #30
Hallo Burschi, vielen Dank, dass wir dich auf dieser emotionalen Reise begleiten dürfen. Es ist traurig und schön zugleich. Wie oft warst du insgesamt schon in Afrika? Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200921. Apr. 2026 · #31
Hallo Caroline, wenn du unten auf die letzte Zeile schaust, da stehen alle meine Afrikaaufenthalte. LG Burschi
Enilorac65768 Beiträge · seit 201721. Apr. 2026 · #32
Oh, wer lesen kann ist klar im Vorteil 😉
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200622. Apr. 2026 · #33
Burschi schrieb: Um 16.00 Uhr besucht mich Joel Nambouli, der Leiter der „African Vocals“ und wir plaudern bei einem Bier im lauschigen Garten des Hotels in einem schattigen Plätzchen. Für die Vocals hatte ich bei den ersten beiden Toureen Konzerte in Oberfranken organisiert. Hauptthema heute ist der Tod ihrer Managerin Regine Hink, die vor wenigen Wochen an Krebs verstarb und die bereits Anzeichen ihrer Krankheit schon bei der letzten Deutschlandtournee der Gruppe hatte.
Das ging komplett an mir vorbei, dass Regine verstorben ist. Ich bin gerade völlig geschockt. Mir fehlen gerade die Worte ...
Traurige Grüße Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200922. Apr. 2026 · #34
Wie gesagt, also Tschüß, ich fliege weiter wie die Vögel.
Mein nächstes Ziel ist der Erongo, eine Landschaft, die mir mit am besten in Namibia gefällt, weil hier die Schöpfung mit den Verwitterungsformen des Granit so phantasievolle Landschaften geschaffen hat, dass man zu gedankenvollen Exkursionen angeregt wird.
Hier könnte man einen schlafenden Saurier sehen. 😄 Noch vor dem Frühstück habe ich mein Auto beladen und danach kann ich dann um 8.00 Uhr Swakopmund verlassen. Seit meinem letzten Besuch hier ist eine neue Umgehungsstraße gebaut worden, die ich nicht kenne, das Navi aber schon und so komme ich problemlos auf die B2. Die Baustelle muss ich nicht mehr umfahren, denn kurz vor Usakos biege ich auf die D1900 ab und von da an ist die Gravelroad mit „Ai Aiba Lodge“ ausgeschildert. Die Gravelroad ist mal besser, mal schlechter aber insgesamt ist die Fahrt problemlos und Schäden durch den Regen sind keine festzustellen, aber die Landschaft ist sehr grün, gelegentlich blühen sogar einige Blumen am Wegesrand. Gegen 11.00 Uhr erreiche ich die Lodge und kann einchecken. Ein wenig muss ich nach der ausführlichen Einweisung noch warten. Ich vertreibe mir die Zeit mit Kaffee und ein paar Keksen und erhalte bald Gesellschaft. Ein Rotschwingenglanzstar setzt sich erwartungsvoll neben mich und als ich nach Beendigung des Kekses die verbliebenen Krümel auf dem Teller freigebe, bedient er sich. Dann setzt er sich neben meiner Schulter auf die Lehne des Sessels und bedankt sich mit einem Liedchen höflich dafür, dass ich ihn nicht wie andere Gäste verscheucht habe. Ein Hausmädchen, das genau dies tun wollte, scheuche ich wiederum weg.
Rotschwingenglanzstar
Fahlflügelstar Nicht dass ihr jetzt auf falsche Gedanken kommt, ich würde zusammen mit den Vögeln essen, nein erst wenn ich meine Mahlzeit abgeschlossen habe, dürfen sie sich an ein paar Krümeln bedienen und gefüttert werden sie auch nicht. Dass der Star nur etwa 40cm neben meiner Schulter saß und sich dafür mit einem Lied bedankte, war dann für mich einbesonderes Erlebnis, das ich auch in einem kleinen Video festhalten konnte. 🙂
Dann bekomme ich den Schlüssel für das Haus Nr. 15. Ich ärgere mich ein wenig, weil ich alter Mann mal wieder eines mit einem langen Laufweg, fast das letzte in der Reihe der Häuschen, erhalte. Laufen soll ja gesund sein, besonders nach den Mahlzeiten, aber im Alter plagt halt das eine oder andere Zipperlein. Und wenn man den Pool aufsuchen will oder mal WiFi benutzen, das nur bei der Rezeption geht, dann häufen sich halt leider die Märsche. Das Haus ist gut eingerichtet, alles was ich brauche (gute Dusche, Schreibtisch und Bett) sind da. Von der Terrasse aus hat man einen Blick auf den Busch. Dort kann man mit etwas Glück, das eine oder andere Tier beobachten.
Sperlingskauz, dessen Tonleitergesang ich auch immer wieder hörte und der bei uns leider erloschen ist. Monteirotoko Den Rest des Tages verbringe ich damit, um nach einer Erfrischung bei einem Poolbesuch ein wenig herumzustrolchen und das eine oder andere kleine Tier mit dem Foto einzufangen. Das Abendessen (Elandsteak mit Gemüse und Gitterkartoffeln) wird im Restaurant serviert und ist sehr gut.
Leider hat sich er Bindennektarvogel nicht von der Sonne bescheinen lassen.
Der Bergschmätzer kommt hier in verschiedenen Farbvarianten vor.
Hier bin ich mir nicht sicher, ob es ein Streifenskink ist.
Das Abendessen kann man auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang einnehmen. Bis bald: Burschi
ich lese hier auch mit und habe teilweise einen Kloß im Hals. Vielen Dank, dass wir Dich auf deiner emotionalen Abschiedstour begleiten dürfen. Namibia ist ein Traumland, mit Schattenseiten. Du hattest tolle und bestimmt auch nachdenkliche Erlebnisse mit Menschen, Tieren und Landschaften. Leider konnte ich es nicht so kennenlernen wie Du.
Viele Grüße Andrea
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200923. Apr. 2026 · #37
Guten Morgen, na heute beginnt der Tag aber gut! Ich bekomme ein Frühstücksbrett serviert, das keine Wünsche offen laässt.
Jeder bekommt eine große Auswahl, die mehr als ausgiebig ist. Auch wenn ich alles Süße weglasse, werde ich dennoch ausreichend satt und ein gutes Brot gibt es ebenfalls dazu. Kaffee, andere Getränke und Obst kann man sich selbst holen. Ich bin inzwischen am Morgen auf Tee umgestiegen, und auch hier gibt es eine reichliche Auswahl. Für den heutigen Tag habe ich einen Besuch bei den Buschleuten gebucht. Zusammen mit zwei anderen Gästen marschieren wir los und bekommen unterwegs schon einige Felszeichnungen der alten San gezeigt und erklärt.
Mich faszinieren auch immer wieder die verschiedensten Felsformationen. Eigentlich sind es wissenschaftlich ja nur tropische Verwitterungsformen des Granit. Aber ich frage mich immer wieder,warum gerade so? 😵
Granitburger! 😄 Und in die Felsen zwängen sich immer wieder Pflanzen, nützen die engsten Spalten und doch können diese verletzlichen grünen Wesen eine solche Gewalt entwickeln, dass sie die Felsen sprengen. Welch Wunder der Natur!
Dann kommen wir zum „Bushman Village“ und werden von einigen Männern in traditioneller Bekleidung empfangen. Sie führen uns einige handwerkliche Tätigkeiten vor. Zuerst natürlich das Feuermachen mit den Holzstäbchen. Klappt relativ schnell!
Dann drehen sie aus den Fäden der Sansevieria Schnüre für den Bogen.
Und ein bisschen Spaß muss auch sein! 😄 Auch der Bau einer Falle für Perlhühner wird anschaulich geschildert. Schließlich zeigt uns der Jäger, wie man sich vorsichtig gegen den Wind anschleicht und das Wild auf kurze Distanz erlegt.
Inzwischen sind auch die Frauen und Kinder erschienen. Sie sitzen abseits zusammen und die Kinder toben auf einem Hügel herum. Den Abschluss der Veranstaltung bildet dann ein Tanz mit Gesang, den die Frauen zusammen mit den Männern aufführen. Insgesamt war die Darbietung recht nett, der älteste Mann hat uns beigebracht, dass wir nach jeder gelungenen Darbietung „Katscha“ (=ok) sagen sollen.
Von den angebotenen Bastelarbeiten aus dem „Curioshop“ kann ich für mich nichts Brauchbares entdecken und gebe dafür lieber ein Trinkgeld. Auf einem weniger anstrengenden ebenen Weg geht es zurück – es ist inzwischen 13.00 Uhr - in die Lodge. Hier muss ich erst einmal den Feuchtigkeitsverlust mit einem Rockshandy ausgleichen. Der gesamte Nachmittag dient der Entspannung und dem Ausruhen,Kaffeetrinken, Lesen, ein paar Schwimmzüge im Pool und ein ausgedehnter Mittagsschlaf. Dann aber sind mal die Felsnagamen drann, wenn sie schon ständig überall herumwuseln.
solitaire1'941 Beiträge · seit 201123. Apr. 2026 · #38
Hallo Burschi, deine Schilderungen an den busman walk wecken auch bei mir schöne Erinnerungen. Ich war vor 2 Jahren dort und war mit dem Bushcamper auf der campsite "gleich um die Ecke" .
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FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200923. Apr. 2026 · #39
Ja, bei den Vorführungen der Buschleute habe ich auch sehr schöne Erinnerungen. Ich war kurz nach der Eröffnung des ersten "Living Museums" in Grashoek dort und auch kurz darauf noch einmal. Ich habe einen ganzen Tag bei den Buschleuten dort verbracht. Was mich damals erschüttert hat, war die Diskrepanz zwischen dem Leben in dem Dorf, in dem sie wirklich gehaust haben und dem Leben in den Vorführungen. Dort in Lumpen gehüllt, hier im Lendenschutz in einer ganz natürlichen Würde. Aber sie haben die Vorführungen mit viel Freude und Engagement ausgeführt. Da unterscheiden sich dann die Gesichter der Darsteller, wenn ich ein altes Fotobuch hervorziehe. Heute sind die Gruppen von Grashoek ausgeschwärmt und bieten ihre Kultur auf den verschiedensten Farmen an, oft auch im Wechsel. Mir scheint, die Begeisterung ist dabei verflogen. Sie spulen ihr Programm ab und in ein Gespräch kommt man nur mit den "Moderatoren" der Show. Ich verstehe das schon, aber hier wandelt sich eine Gesellschaft, wie bei uns auch. In Gedanken versunken wandere ich zur Lodge zurück. Ich habe ja ausreichend Zeit um selbst noch ein wenig auf den Wanderwegen spaziere zu gehen. Ganz wichtiger Tipp: Bucht niemals Einmalübernachtungen, dann habt ihr keine Zeit Namibia zu erleben. Das kann man am Anfang und am Ende in Windhoek machen, aber sonst muss man mindestens zwei Tage, besser drei bleiben, wenn man das Land "erleben" will und nicht nur die Sehenswürdigkeiten abhaken. Den nächsten Vormittag bis nahezu 15.00 Uhr war ich allein auf der Lodge, denn die "Lodgehopper" mussten ja alle schon weiter. Ich schlendere auch mal in aller Ruhe durch den Curio-Shop, der mit allem bestückt ist, was ich schon mehrfach zu Hause herumstehen oder herumliegen habe. Meine Frau hat mich gewarnt: „Bring ja nichts „zum Hinstellen“ mit. Einmal habe ich ja schon dagegen verstoßen, als ich am Holzmarkt in Swakopmund ein geschnitztes Pangolin erworben habe. Es hat übrigens einen guten Platz gefunden. 😄 Also schaue ich mal, was es bei den Büchern gibt. Mein am Flughafen in Nürnberg gekaufter Franken-Krimi wird für die ganze Reise nicht reichen. Bestimmungsbücher oder Bildbände kommen nicht in Frage, davon habe ich mehr als genug, und so bleibe ich an „Locker vom Hocker“ von Susann Klinghorn hängen. Das sind amüsante, mit afrikaansen Kraftausdrücken gespickte Glossen, die in der Namib Times erschienen sind. Leider habe ich mir nur den ers-ten Band gekauft, denn die Themen der kleinen Geschichten treffen ganz meinen Weltge-schmack. Spätere Versuche, einen Fortsetzungsband zu bekommen waren leider vergeblich. Inzwischen habe ich sie bei Namibiana entdeckt und auch schon zwei davon bestellt. „Locker vom Hocker“ aber hat mich auf der Reise über so manche leere Minute hinweg geholfen, mich aber auch zum Nachdenken angeregt. Das heutige Tagesprogramm beginnt erst am Nachmittag, ein Gamedrive zum Sonnenunter-gang. Ich bin der einzige Fahrgast und so kann ich mich gut mit dem Guide unterhalten. Die Fahrt durch die Felsen des Erongo ist recht interessant.
Manchmal halten wir an, um eine Felszeichnung zu besichtigen oder auch Tiere, wie z.B. Giraffen oder Springböcke in aller Ruhe zu beobachten.
Der Höhepunkt aber ist die Sichtung eines Afrikanischen Wiedehopfes, der auf der Pad gerade ein Staubbad nimmt.
Eine Beobachtung hätte ich fast vergessen. Ein kleiner Käfer! Auf dem Felsen ist er kaum zu entdecken. Eine perfekte Anpassung! Wäre schön, könnte sich der Mensch an die Natur auch so gut anpassen. 😎 😵
Zum Sonnenuntergang fahren wir dann auf einen Felsen hinauf um dort eine schöne Aussicht zu haben.
Stets ein erhabener Moment, wenn man die Sonne am rotglühenden Horizont untergehen sieht, dabei ein „Savanna dry“ in der Hand hat und auf einem leckeren Biltong herumkaut. Doch dazu muss man eben allein, oder höchstens zu zweit sein, nicht zusammen mit einer angetrunkenen Kegelbrüdertruppe oder quietschenden Kleinkindern oder einer schnatternden italienischen (Kann auch andere Nationalität sein!) Großfamilie. Habe ich alles schon erlebt! 😈 Mit Ai Aiba war ich bis auf die abgelegene Unterkunft recht zufrieden. Für mich war es eine neue Lodge, doch für meine Abschiedsreise eine schöne Destination. Liebe Grüße: Burschi
Dandelion547 Beiträge · seit 201723. Apr. 2026 · #40
Hallo Burschi, bei unserer letzten Namibiareise zu Weihnachten sind wir in der Sophienhof Lodge mit unserer sympathischen Zimmernachbarin ins Gespräch gekommen. Wir haben uns länger angeregt ausgetauscht und im Verlauf der Unterhaltung hat sie erzählt, dass sie Geschichten, die in der Namib Times erschienen sind, zu kleinen Büchern zusammengetragen hat. Die nette Nachbarin war Susann Kinghorn. Natürlich haben wir uns sogleich eins der Bücher mit persönlicher Widmung gesichert, leider war im Koffer einfach kein Platz für mehr. Ich musste sofort an diese schöne Begegnung denken, als ich deine Zeilen las. Liebe Grüße Kordula 🙂