take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201222. Nov. 2025 ·
04.10.2025 Von Marrakesch nach Essaouira - Teil 1 Jardin Majorelle
Unsere nächste Etappe führt uns an den Atlantik nach Essaouira. Es sind nur ca. 180 km zu fahren (etwa 2,5 – 3 Std.) und da wir dort 3 Nächte bleiben haben wir keine Eile. Zuvor besuchen wir nämlich noch den Jardin Majorelle. Glücklicherweise konnte ich gestern noch 2 Tickets für 8:30 Uhr ergattern. Der Eintritt ist nur online buchbar. (170 MAD / Person war total okay für das, was geboten wird.)
Wir verlassen das Hotel ohne Frühstück, da wir beizeiten losfahren wollen. Dies hat den Vorteil, dass der Verkehr noch verhältnismäßig überschaubar ist und wir auch noch einen (den letzten) Parkplatz direkt am Jardin Majorelle bekommen.
Da so früh morgens der Andrang noch überschaubar ist, dürfen wir schon um 8.15 Uhr hinein. Und nein – ich darf nicht mal gerade dort hinlaufen wo ich möchte 😮 – sondern die Gehrichtung ist strikt vorgegeben und wird an jeder Abzweigung „bewacht“. Dies macht in meinen Augen (um 8.15 Uhr) keinen Sinn. Doch eine Stunde später verstehe ich es vollkommen.
Die Anlage gilt als einer der schönsten Gärten weltweit und dies vollkommen zurecht.
Sehr interessante Wurzeln - sie lassen viel Spielraum für die eigene Phantasie
Mittlerweile ist es natürlich voll geworden. Es ist jetzt 11.00 Uhr und wir verlassen den Garten nach etwa 1 ½ Stunden.
Perfekter Zeitplan um nun nach Essaouira zu fahren.
Schnell unterwegs noch einen Kaffee trinken.
Nach knappen 3 Std. erreichen wir Essaouira.
Unser Hotel liegt direkt am Meer. Parken müssen wir auf einem der 3 Parkplätze außerhalb der Medina. Aber das wissen wir ja mittlerweile. 😗 Parkgebühren für 3 Tage 60 MAD (Ca. 6 Euro) - das sind doch mal angenehme Parkgebühren.
So, jetzt muss ich mich doch mal bedanken für deinen schönen Marokko Reisebericht! Die Fotos sind wirklich wunderschön und ich begleite euch sehr gerne auf dieser Tour! Marokko haben wir schon einige Male „angedacht“, aber bisher waren wir noch nie dort. Danke fürs Teilen!
HartmutBremen274 Beiträge · seit 201723. Nov. 2025 ·
Ja, auch ich muss mich bedanken. Ich bin im April 2024 mit dem Motorrad durch Marokko gefahren, habe schon das Eine oder Andere wiedererkannt. Ist schon auch ein tolles Land mit netten Leuten.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201223. Nov. 2025 ·
@Sue.ch
Marokko haben wir schon einige Male „angedacht“, aber bisher waren wir noch nie dort
So ging es uns auch. Und ich muss sagen, dass das Land uns sehr sehr gut gefallen hat.
@HartmutBremen
Ist schon auch ein tolles Land mit netten Leuten.
Genaus so ist es. Mit dem Motorrad bistimmt super toll zu bereisen.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201223. Nov. 2025 ·
04.10.2025 Von Marrakesch nach Essaouira - Teil 2 Essaouira - Erste Eindrücke
So rattern wir also mit unserem Gepäck durch die Altstadt und suchen unser Riad. Wir gehen durch eine enge Gasse und am Ende stehen wir vor dem „Riad Perle D’Eau“. Der Eingang ist die rechte Tür.
Natürlich überlege ich mir, was habe ich da gebucht? Wir klingeln und werden eingelassen – in ein kleines Paradies.
That’s Maroc !! Von außen nichtbedeutend und im Innern ein wundervoll hergerichtet Paradies. Mit einem sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal und der Hauskatze „Pearl“.
Unser Zimmer ist großzügig. Frühstück gibt es auf der Dachterrasse mit Blick auf das Meer. Herz was willst du mehr.
Nach der ersten Relax-Pause zieht es uns natürlich in die Medina. Was für ein Unterschied zu Marrakesch!!! Keine Mopeds, die lärmend durch die Gassen rasen. Hier schieben selbst die Fahrradfahrer ihr Fahrrad. Die Händler sind freundlich, aber nicht aufdringlich.
Es ist eine Stadt zum Entspannen mit marokkanischem Flair.
Impressionen
Überall im Hafen wird fangfrischer Fisch angeboten.
Überhaupt war der Hafen mein liebster Platz in diesen 3 Tagen.
Zufrieden kehren wir in unser Riad zurück, genießen noch die letzten Sonnenstrahlen auf der Dachterasse und sinken zufrieden in unser Bett. Morgen werden wir noch ein paar Ecken der Stadt erkunden.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201224. Nov. 2025 ·
05.10.2025 Essaouira – Impressionen
Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse streifen wir durch die engen Gässchen,
Irgendwie fühle ich mich beobachtet.
Essaouira ist nicht groß und so landen wir unweigerlich wieder an meinem Lieblingsplatz - dem Hafen. Es ist noch recht früh am Vormittag und die Fischer sind noch nicht allzu lange zurück. Die Möwen freuen sich darüber und warten darauf, dass etwas für sie abfällt.
Hier herrscht reges Treiben.
Die Fischer bereiten ihre Fangseile (falls das so heißt) für den nächsten Tag vor.
Wir reißen uns hier erstmal los und gehen auf die Festung
Nachmittags beschließen wir, einen Strandspaziergang zu machen.
Hier sind wir in den Markthallen, wo auch frischer Fisch verkauft wird. Und es scheint niemanden zu stören, dass die Katzen direkt auf dem Verkaufstresen liegen.
Natürlich zieht es uns zum Sonnenuntergang wieder an den Hafen.
Teeverkäufer am Strand
Zufrieden mit dem heutigen Tag schlendern wir zurück "nach Hause".
Toller Bericht und eindrucksvolle Bilder! Vielen Dank fürs Teilen! Es ist eben eine ganz andere Welt. Der Bericht motiviert richtig, denn bei mir steht noch eine geführte Motorradrundfahrt durch Marokko oben auf der Wunschliste! Heute kann man in einigen arabischen Ländern wenigstens fotografieren. Habe aus Anfang der 1980iger Jahre noch hunderte Dias aus Riyadh, Jeddah und Umgebung Mekka, die heimlich gemacht wurden, denn dort landete man damals ganz schnell im Knast, wenn jemandem das nicht paßte. Fotos entstanden ohne Sucher vom Bauch aus. Besonders in den Soukhs. Die Beschreibung der Feilscherei kann ich voll nachvollziehen, und wir erstanden damals so manche Dinge wie Goldschmuck, Uhren etc. Und die Geldwechsler dort hatten es uns angetan, denn wir kauften größere Beträge DM mit den Saudi Rial, womit wir für Planungsaufträge bezahlt wurden, und sparten unserer Firma große Geldbeträge außerhalb des Bankenkanals. Aber auch da mußten wir feilschen mit den Money Changers, die zwischen ihren Millionen an Geldscheinen auf ihren Teppichen hockten. Aber eines Tages wurden mein damaliger Chef und ich aus einem Koffer-Laden im Soukh von Jeddah hinausgeworfen, nach dem dieser sich das beste und teuerste Stück Samsonite ausgesucht hatte und den Preis bezahlen wollte. Aussage des Ladenbesitzers: Its no fun to sell to you. I am not selling to you. Go! Nur, weil er nicht feilschte.
Hallo Dagmar, also dein Bericht macht wirklich richtig Laune. Mir gefällt eure Tour ausnehmend gut. Marokko geisterte in den letzten Jahren immer mal wieder durch den Kopf, hat sich aber nicht so richtig festsetzen können. Dein wirklich anschaulich geschriebener und schön bebilderter Bericht könnte das ändern. Danke!
liebe Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
HartmutBremen274 Beiträge · seit 201725. Nov. 2025 ·
Der Bericht motiviert richtig, denn bei mir steht noch eine geführte Motorradrundfahrt durch Marokko oben auf der Wunschliste! @OceanView Mach es, unvergesslich.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201225. Nov. 2025 ·
Vielen Dank an alle die hier mitlesen. Ich bin schon überrascht, dass viele von euch den Bericht verfolgen. Ich erlebe die Reise nun zum 3.Mal und jedes Mal gefällt es mir besser. Zuerst natürlich die Live-Reise dann habe ich ein Fotobuch gestaltet und nun erlebe ich sie zum 3. Mal wieder.
Ein Reisebericht zu schreiben ist Arbeit, macht aber auch viel Spaß. Während ich beim Fotobuch "nur" die richtigen Fotos ausgewählt habe (mit wenig Erklärung dabei), erlebe ich die Reise nun wirklich noch einmal. So viele kleine Gesten, Gespräche und Begebenheiten sind plötzlich wieder ganz aktuell in meinem Gedächtnis. Dafür auch an euch ein herzliches Dank.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201225. Nov. 2025 ·
@Oceanview Wir waren 1987 mit Rucksack durch Ägypten unterwegs. Als wir dort ankamen und ich das Hotel verließ hatte ich schon Bedenken. Blonde (jetzt grau) Frau, lange Hosen .... die Blicke verunsicherten mich anfangs schon. Doch wenn man sich auf die Menschen einlässt, kein Problem. Und schon dort hat mein Mann es geliebt zu handeln.
Aussage des Ladenbesitzers: Its no fun to sell to you. I am not selling to you. Go! Nur, weil er nicht feilschte.
Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Es geht hier um den Akt des Handelns und nicht primär um den Preis.
@fiedlix Hallo Elke
Marokko geisterte in den letzten Jahren immer mal wieder durch den Kopf, hat sich aber nicht so richtig festsetzen können.
Nach unseren diesjährigen Erfahrungen ist es auf jeden Fall eine Reise wert.
@HartmutBremen
Mach es, unvergesslich.
Für uns ist es unvergesslich. Für dich musst du es selbst tun. Motorradfahren in Marokko ist auf bestimmten Strecken bestimmt richtig geil Bin früher (schon lange her) selbst gefahren. Für Biker sind der Hohe Atlas mit seine vielen Kurven bestimmt ein Highlight.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201225. Nov. 2025 ·
06.10.25 Kochkurs bei und mit Latifa
Der Gedanke 3 Tage in Essaouira zu bleiben hatte auch darin seinen Ursprung, dass wir vielleicht ins Meer baden gehen könnten. Bei genauerer Recherche hätte ich es wissen können, doch glaube ich ja nicht immer alles, was geschrieben wird 😄 Tatsächlich weht in Essaouira aber immer ein ständiger und auch kühler Wind.
Egal – wir hätten die 3 Tage auch so füllen können.
Doch dann kam das Geburtsgeschenk für meinen Mann dazwischen. „Sag mal Mama, wie lange seid ihr wo in Marokko?“ das war die Frage unseres Sohnes an mich.
Wir stellten schnell fest, dass sich für sein Vorhaben nur Essaouira eignen würde.
Und so kam es, dass das Geburtsgeschenk für meinen Mann ein Kochkurs in Marokko sein sollte. Dazu muss man wissen, dass Jürgen ein hervorragender Hobby-Koch ist. Was neu ist – sind die verwendeten Gewürze.
So weit so gut. Latifa schickt mir den Treffpunkt via Whatsapp. Doch wir laufen an besagtem Treffpunkt auf und ab. Nichts zu sehen von „Kochschule Latifa“ oder so ähnlich. Irgendwann spreche ich eine Frau an und frage, ob sie englisch spricht. (Für mich einfacher als französisch, weil geläufiger). Sie spricht es, kennt die Adresse aber auch nicht. So laufen wir mit ihr durch das ganze Viertel, überall klopft sie an Türen, welche natürlich nur einen Spalt geöffnet werden. Doch niemand kennt die Adresse. Letztendlich komme ich auf die gute Idee (hätte mir auch vorher einfallen können) Latifa einfach anzurufen. Die beiden reden miteinander und schon wissen wir, wo wir warten sollen.
Für diese Hilfe wollte die Frau kein Geld – Frauen ticken eben anders!!! 🙂
Latifa ist uns auf den ersten Blick sympathisch. Zuerst klären wir den Speiseplan. – Nun ja, da bin ich irgendwie überfordert mit den arabischen Namen der Gerichte. Wir sagen dann einfach ja – das kochen wir.
Zuerst gehen wir gemeinsam einkaufen.
Schon praktisch das Kopftuch. Handy einstecken und schon hat man beide Hände frei.
Gemeinsam gehen wir zu ihrer Wohnung, in der auch schon die Schwester auf uns wartet.
Gemeinsam bereiten wir das Essen vor.
Es gib Chakchouka (einen gekochten Salat) – sehr lecker Eine Fisch Tajine und einen Semoulina cake Kuchen
Alles war sehr lecker.
Es war ein sehr entspannter Nachmittag mit Latifa. Wir haben viel zusammen gelacht und ich habe sie auch über die Tradition des Kopftuchen (ihre Schwester trug es komplett anders) und über die Totalverschleierung gefragt. Ihre Erklärungen waren für uns sehr aufschlussreich. Möchte ich hier aber nicht diskutieren.
Wer’s glaubt oder nicht … wir sind ohne Abstecher zum Hafen „nach Hause“ gelaufen.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201226. Nov. 2025 ·
07.10.2025 Zwischenetappe
Unser letztes Ziel auf unserer Reise durch Marokko ist Fes. Dies ist allerdings zu weit, um es am Stück zu fahren.
Daher machen wir einen Zwischenstopp in Temara.
Bis Safi fahren wir an der Küste entlang.
Safi
Dann fahren wir auf die Autobahn. Diese sind zwar in Marokko auch mautpflichtig. Doch ist die Maut sehr überschaubar. Von Safi bis Casablanca zahlen wir 76 MAD (7,60 €)
Oh ….. so hatten wir das hier auch noch nicht erlebt! 🤩
Wo ???? sollen wir denn nun abfahren? 🙄
Das kleine Riad Alhambra ist für eine Nacht okay. Es liegt nur ca. 500 m vom Meer entfernt. Also legen wir uns noch etwas in den warmen Sand und schauen dem Treiben zu.
Zurück im Riad heißt es nun Auto ausräumen – alles muss in die Taschen !!! Denn wir werden morgen unser Auto am Flughafen in Fes abgeben.
Für Fes brauchen wir kein Auto und das Taxi kostet nur ca. 15,00 €.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201228. Nov. 2025 ·
08.10.2025 Fes – Teil 1 – Hier ging ich fast verloren
Am Flughafen Fes fällt mir auf, dass meine marokkanische Sim-Karte nicht mehr funktioniert. Beim Kauf hieß es für 4 Wochen. An den Schalter im Ankunftsbereich komme ich natürlich nicht. Ansonsten war der Support ziemlich schlecht … so dachte ich, ach für Fes benötigen wir diese ja auch nicht mehr.
Wir geben also unser Auto ab und halten Ausschau nach einem Taxi. Natürlich kommt auf unsere suchenden Blicke auch sofort ein Taxifahrer auf uns zu. Meine Frage, was die Fahrt kosten würde, hat er nicht beantwortet. So stelle ich sie noch des Öfteren und sage, dass ich bereit bin 150 MAD dafür zu zahlen. Keine Reaktion. Ein junger Mann, der die einseitige Diskussion wohl mitbekommen hat, sagt zu dem Taxi-Fahrer, dass er nun endlich mal meine Frage beantworten soll. Auch das ist Marokko - hilfsbereit. Wir einigen uns also auf 150 MAD und steigen ins Taxi. Außer uns fährt noch eine junge Marokkanerin mit. Und dann … das Auto springt nicht an. Er versucht es mehrfach … ohne Erfolg. Die Marokkanerin steigt inzwischen aus, da es im Auto sehr warm bis heiß wurde. Sie lacht uns an und sagt „Welcome in Maroc“. Nach etwa einer halben Stunde kommt ein Auto, das auch ein Ladekabel hat, überbrückt die Batterie … und nun endlich können wir los.
Unser Riad liegt ausnahmsweise mal nicht in der Medina. Fußläufig aber nur 5 Minuten davon entfernt.
Auch dieses ist sehr schön.
Nachmittags haben wir eine geführte Tour durch Fes gebucht. Dies hatte ich nach Gesprächen mit Touris in Essaouira gemacht, die uns erzählten, dass durch die engen Gassen in Fes das Navi nicht funktioniert. Dies wäre in unserem Fall auch egal gewesen, da ich sowieso kein marokkanisches Netz hatte.
Aber egal über „Get your guide“ habe ich für 16.00 Uhr eine deutschsprachige Tour gebucht. Und pünktlich um 16.00 Uhr wurden wir von Karim abgeholt. Auch hier hat die Chemie sofort gestimmt.
Gemeinsam ziehen wir los. Gehen durch Gässchen, die nur etwa 50 cm breit sind. Mit einem süffisantem Lächeln sagt er uns, dass er hier mit den meisten Amerikanern nicht durchgehen kann. Wenn uns hier jemand entgegengekommen wäre, hätten auch wir Probleme gehabt.
Gemeinsam erkunden wir einige der ca. 9000 Gassen und Gässchen. Die Medina von Fes ist voll, jedoch nicht so laut wie in Marrakesch. Hier fühlen wir uns wohl.
Kamelfleisch – Metzgerei
Färberei
Place Seffarine – die Kesselmacher
Und natürlich darf ein Besuch in der Tannerie Chouara nicht fehlen. Schon in etwas Entfernung „erriechen“ wir die Gerberei. Erstaunlicherweise kann ich mich an den Geruch schnell gewöhnen. Es ist ein Wahnsinn zu sehen, wie hier die Felle mehr oder weniger von Hand gefärbt werden. Da hatte ich beim späteren Handeln schon ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen.
Denn auch wenn wir mit Karim unterwegs sind, endet die Besichtigung meist in den Verkaufsräumen. Dort zieht er sich dann zurück. Ich erstehe hier eine wunderschöne Lederjacke – eigentlich wollte ich ja überhaupt nichts. Jedoch kann ich dieser Jacke nicht widerstehen. Als wir aus dem Verkaufsraum mit einer Tüte verlassen, fragt er mich, was ich dafür bezahlt habe. Ich nenne ihm den Anfangspreis und den, den wir gezahlt haben. Er lacht und sagt „Dein Mann handelt wie eine Berberfrau – immer bis zum letzten Anschlag“.
Und weiter geht’s.
Mosquée Al Qaraouiyine
Und beinahe wäre ich hier verloren gegangen. Jürgen und Karim gehen vor mir und ich bin natürlich immer auf der Suche nach schönen Fotomotiven. Dann entdecke ich in einer Seitengasse das Maultier. Im Prinzip nichts Besonderes. Ich wollte es aber ohne Touristen fotografieren, was etwas gedauert hat.
Als ich weitergehen will, sehe ich weder Jürgen noch Karim. Die beiden haben nicht bemerkt, dass ich nicht mehr hinter ihnen bin. Was also tun? Ich gehe die Gasse weiter hinunter, bis diese an eine Art T-Kreuzung stößt. Doch weder rechts noch links kann ich die beiden sehen. Mein Puls ist noch normal, doch mein Kopf fängt an zu denken. Ich habe kein Handy-Empfang hier – Ich weiß im Prinzip nicht wo ich bin – Es sind ja nur 9000 Gassen
OK – ich war zwar nie bei den Pfadfindern, doch weiß ich: Wenn man sich verliert, geht man an den Ausgangspunkt zurück. Also gehe ich die Gasse wieder hoch. Und wirklich kommt mir dort Karim winkend entgegen. Das ist dann ja mal wieder gut gegangen.
Auf diesen Schreck genehmigen wir uns erstmals einen frischen Mangosaft. Dann sucht Karim einen Kartenhändler, damit ich meine Handykarte wieder aufladen kann. Für alle Fälle.
Unterwegs trifft er einen älteren Herren, den er mit Hand- und Stirnkuss begrüßt. Es ist sein Vater (was mir natürlich klar war). Er stellt uns vor und wir erfahren, dass der ältere Herr einer der ersten Fremdenführer in Fes war. Die Geste des Hand- und Stirnkusses ist eine Geste des Respekts vor den Eltern.
Wir kommen auch noch an einer Weberei vorbei – doch ein Teppich haben wir nun wirklich nicht gekauft.
Alte Karawanserei
Wir sind schon länger unterwegs als eigentlich vereinbart und so machen wir uns auf den Rückweg.
Für den ersten halben Tag in Fes war dies ein schöner Einstieg und wir haben etwas den Überblick um morgen dort alleine hinzu gehen. Abends gehen wir dann noch in ein Lokal, welches direkt um die Ecke zu unserer Unterkunft liegt, essen. Dank Karim haben wir dort einen Tisch reserviert. Es scheint schon bekannt zu sein, da viele Touristenbusse davor stehen. Es gibt wirklich ein leckeres Essen und 1/2 l Wein für mich. Begleitet wird das Essen durch Live-Musik und einen Bauchtanz.
Es war ein rundum schöner und informtiver 1. Tag in Fes.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201201. Dez. 2025 ·
09.10.2025 Fes – Teil 2
Heute wollen wir die Medina nun alleine besuchen. Da ich mittlerweile ja wieder eine funktionierende Handy-Karte besitze, dürfte dies ja kein Problem sein.
Beginnen möchten wir am Königspalast. Hier rufen wir uns durch Handzeichen ein Taxi. Vom Königspalast gehen wir dann zu Fuß wieder Richtung Riad.
Königspalast
Durch kleine Gässchen
gelangen wir in das jüdische Viertel „Mellah“
Störche mitten in der Stadt.
Hier gibt es kein Handwerk sondern nur Handel
Und Stände mit leckeren frischen Säften.
Gelernt haben wir durch unsere geführte Tour gestern mit Karim, dass 6-eckige Schilder eine Sackgasse anzeigen,
Dies hat uns bei unserer Orientierung enorm geholfen.
Nun stehen wir an einer solchen Straße und müssen uns erstmal orientieren wohin wir wollen. Und dann sehe ich 4 Berberfrauen an dieser Ecke stehen. Eine von ihnen hat die typische Tätowierung. Doch traue ich mich nicht sie zu fotografieren. Fotografisch interessieren mich die beiden sitzenden Frauen. Doch verbietet es mir mein Respekt, ohne gefragt hier ein Bild zu machen Jürgen motiviert mich zu fragen. Also zeige ich auf die Kamera und mit der dazugehörigen Handbewegung frage (wortlos), ob ich sie fotografieren darf. Keine Reaktion. Daraufhin nimmt Jürgen einen 20 Dirham Schein. Schneller als ich schauen kann, ist dieser verschwunden und ich darf ein paar Bilder machen. Eigentlich mache ich das nie!!! Ich bezahle nicht für Bilder. Aber in Marokko ist alles anders. Sie hätten ja auch „nein“ sagen können. Ohne Zustimmung der betroffenen Personen mache ich solche Bilder nicht.
Dann schlendern wir entlang der Stadtmauer wieder zurück
Und morgen verbringen wir unseren letzten Tag in Marokko.
bevor eure Reise nun zu Ende geht, möchte ich mich noch schnell persönlich für diesen eindrucksvollen und klasse bebilderten Bericht bedanken. Die Tour hat mir so gut gefallen, dass ich sie, bis auf ein oder zwei Kleinigkeiten, 1:1 übernehmen würde. Es hat sehr viel Spaß gemacht, euch zu begleiten. Herzlichen Dank 😘