take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201206. Nov. 2025 ·
Hallo Ralf und Martina,
freut mich sehr, dass ihr dabei seid. Natürlich haben wir in den 19 Tagen nicht alle Facetten des Landes kennenlernen können. Doch ist unser Favorit einfach das Atlas-Gebirge. Die Reihenfolge der Städte folgt dann noch. LG Dagmar
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201207. Nov. 2025 ·
25.09.25 und 26.09.25 El Khorbat - Wir übernachten in einer Kasbah
Von Larbi erfahren wir, dass es eine neue Straße gibt und wir nicht „außenrum“ über Rich und Errachadia fahren müssen. Auch erfahren wir, dass wir die von uns bevorzugte „Querverbindung“ zwischen der Todra Schlucht und der Dades Schlucht nicht fahren können, da es in den Bergen viel Regen gab. Aber dazu später mehr.
Wir verlassen also die Auberge Palacio Sidi Hamza gegen 13.00 Uhr.
Die besagte neue Straße finden wir und fahren durch eine schöne Landschaft unserem Ziel entgegen.
Es ist für das Auge immer wieder faszinierend, wie sich die Dörfer fast unsichtbar an die Felsen schmiegen.
Nach mehreren Stopps erreichen wir Tinejdad und nach etwas Suchen auch unsere Unterkunft. Diese war eigentlich nur als Zwischenstopp zu den Schluchten gedacht.
Doch Gite El Khorbat erweist sich als Juwel.
Unsere Unterkunft liegt in einer Kasbah. Und auch diese ist bewohnt.
Unser Zimmer
Einfach zum Wohlfühlen schön. Doch habe ich Bedenken, es auch wieder zu finden. Treppe hoch, links, Gang rechts, noch eine kleine Treppe, dann ist es rechts. Die typische Bauweise einer Kasbah. Mit etwas Orientierung ist es allerdings auch wieder einfach zu finden. Die Fenster unseres Zimmers zeigen typisch zum beschatteten Innenhof und so herrscht hier auch ein sehr angenehmes Klima.
Empfangen werden wir von sehr sympathischen jungen Frauen, die so wie wir es sehen, das Gite leiten.
Alles ist sehr schön und gepflegt.
Die Kasbah
Das Abendessen nehmen wir im Garten ein.
Relativ früh gehen wir schlafen und erwachen erst fast 12 Stunden später wieder. Die Ruhe und das durch die Bauweise fehlende Sonnenlicht lässt uns wunderbar schlummern.
In der Kasbah gibt es auch ein Oasen-Museum. Für 20 MAD = 2 Euro können wir dieses besichtigen.
Es ist sehr interessant und teilweise sogar in deutscher Sprache beschriftet.
War das mit dem Parken nie ein Problem bzw. habt ihr da nie Sicherheitsbedenken gehabt? - Bei unseren zwei Aufenthalten hatte ich bzgl Sicherheit eigentlich nie auch nur ansatzweise ein Problem ... Auto irgendwo über Nacht abstellen aber evtl. was anders?
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201207. Nov. 2025 ·
@MatzeHH es freut mich sehr, dass du zugestiegen bist.
Wir planen den Jahreswechsel 26/27 mit dem HiLux in Marokko zu sein.
Ihr werdet es nicht bereuen.
@pero65
War das mit dem Parken nie ein Problem bzw. habt ihr da nie Sicherheitsbedenken gehabt?
Definitves und ganz klares NEIN. Ich hatte im Vorfeld bei der Buchung der einzelnen Unterkünfte schon darauf geachtet, dass in der Nähe ein Parkplatz ist. Sicherheitsbedenken hatten wir nie.
nach Marokko begleite ich Euch wirklich gerne! Wir waren zweimal dort und begannen mit dem hohen Atlas. Ich liebe Marokko un dmöchte unbedingt noch einmal hin.
Tolle Eindrücke schilderst Du da gleich am Anfang. Nur in der Höhle hätte ich gestreikt 😐
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201207. Nov. 2025 ·
26.09.2025 Todra Schlucht und Dades Schlucht
Kurz vor Mittag verlassen wir nun Gite El Khorbat und fahren Richtung Todra Schlucht.
Hier wartet jemand auf Touristen
Und durch schöne Landschaft
Todra Schlucht Wie nicht anders zu erwarten sind wir hier nicht alleine. Wir fahren durch die Schlucht, vorbei an vielen Bussen und parken unser Auto am Ende der Schlucht. Dann gehen wir die Schlucht zu Fuß ab.
Es ist schön sie gesehen zu haben und zählt sicherlich zu den Attraktionen einer Marokko-Reise. Uns sind allerdings eine einsamere Landschaft lieber.
Und hier kommen wir nun zu dem Punkt, der mir in der Planung (übrigens mit Tracks4africa geplant) Kopfzerbrechen bereitet hat. Am Liebsten wären wir die Verbindung zwischen Tamtatoucht und Msemir gefahren. Doch in den Marokko-Foren wurde diese Strecke stets als schwierig beschrieben und bei Regen nicht befahrbar. Hinzu kommt, dass Larbi uns sagte, dass die Strecke nicht befahrbar sei, da es in den Bergen viel Regen gab.
Was nun tun? Zurück und über die Hauptstraße zur Dades Schlucht?
Aber … wir und hier speziell Jürgen 😗 ... glauben nur das war wir sehen.
Und so fahren wir aus der Schlucht Richtung Tamtatoucht weiter. Gute Entscheidung. Sehr schöne Landschaft und keine Touristenaufläufe.
Zu unserer Verwunderung war die Straße in einem exzellenten Zustand. Wir wagen den Abzweig Richtung Msemir.
Und die Straße bleibt in diesem Zustand. Wir passieren einen Stausee (inT4A nicht eingezeichnet) und denken uns, dass dieser vielleicht neu ist und die Straße deswegen so gut ausgebaut ist.
Die Straße ist neu … hier und da sind noch Bauarbeiten … ab und an sehen wir Reste der „alten“ Straße und diese wären wir mit diesem Auto wirklich nicht gefahren.
Die Landschaft die sich uns bietet ist sensationell.
Diese Strecke hat uns wahnsinnig gut gefallen.
Und schon erreichen wie die Dodra Schlucht.
Auf den ersten Blick nicht spektakulär, wenn man von dieser Seite aus anreist.
Wir parken unser Auto vor unserer Unterkunft. Und diese liegt genau an dieser Aussicht.
Liebe Dagmar, da hat sich doch einiges verändert, seit unserem Aufenthalt im Jahre ???. In den Schluchten gab es damals nur Gravelroads! Fotografierverbot in der Bibliothek wird nicht ernst genommen. 😎 Meine Bewunderung gilt eurer Höhlentour, woow! 🤩 Das Übernachten in den Kashbas ist einfach toll. So eine altes (neues) Hotel hatten wir in Saudi-Arabien auch. Ich liebe die alten Lehmgemäuer! Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht!
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201208. Nov. 2025 ·
@Biggi
In den Schluchten gab es damals nur Gravelroads!
Ja in den Straßenbau wird hier richtig investiert. Der Hintergrund soll die Fußball WM sein, welche 2030 in Marokko stattfindet. Allerdings wird dies nicht von allen Marokkaner/innen gut geheißen. Die junge Generation bemängelt, dass das Geld nicht in Bildung und das Gesundheitswesen investiert wird. Es gab hier ja auch einige Demonstrationen.
Fotografierverbot in der Bibliothek wird nicht ernst genommen. 😎
Das kann ich nun nicht so stehen lassen. Du hast vollkommen recht, dass dort Fotografierverbot ist. ich halte mich in der Regel an solche Verbote und machte auch keinerlei Anstalten zu fotografieren. Doch die beiden Herren, haben mich dazu aufgefordert. Mein Hinweis auf das Fotografierverbot wurde mit einer Handbewegung und einem Lächeln abgetan.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201208. Nov. 2025 ·
27.09.2025 Wir drehen mal ne Runde
Irgendwie habe ich hier einen Planungsfehler gemacht.
Das kleine Riad liegt zwar wunderschön mit Blick auf die Serpentinen der Dades Schlucht. Doch habe ich es für 2 Nächte gebucht. Es waren die Wandermöglichkeiten von denen ich las, welche uns hier vor Ort aber nicht wirklich überzeugen.
Was nun tun? Dann drehen wir mal ne Runde. (Ich hoffe, auch Nicht-Saarländer verstehen diesen Ausdruck)
Da wir die Dades Schlucht von Norden angefahren haben, haben wir auch noch nicht die Serpentinenstraße gefahren.
Diese fahren wir nun in Richtung Skoura herunter.
Verfallene Kasbah Imzzoudar
Monkey Fingers
Skoura – Kasbah Amridill Es ist eine wirklich beeindruckende Baukunst.
Noor Complex Größte Solar-Spiegel Anlage der Welt
Und dann wieder zurück über den Tizi N’Tazazert
Insgesamt sind wir 423 km gefahren und wurden für diese Runde mit schönen Ausblicken belohnt.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201209. Nov. 2025 ·
Zwischenkapitel: Abenteuerlicher Verkehr ...
Grundsätzlich ist Marokko ein einfach zu bereisendes Land. Die meisten Straßen sind in einem Top-Zustand und es herrscht Rechtsverkehr. Also alles kein Problem. Auf den vielen „einsamen Straßen“ im Hohen Atlas ist das Verkehrsaufkommen auch überschaubar.
Etwas anders sieht es dann in den kleinen Dörfern und Städten aus. Hier tummeln sich Eselskarren, Fußgänger, Mopeds, Pkw’s und Lkw’s auf der Straße.
Verkehrsregeln scheinen eher nur eine Empfehlung zu sein. Mithin ist die Hupe ein wichtiger, wenn neben der Bremse nicht der wichtigste Bestandteil des Autos. Wer zuerst geht oder fährt hat Vorfahrt.
Ich muss schon sagen, Jürgen hat sich sehr schnell an diese Fahrweise gewöhnt. Und ich auch Fußgänger auch, denn sonst kommt man nie auf die andere Straßenseite.
Was uns besonders auffiel:
... Eselskarren mitten im Straßenbild
... überladene LKW's
... nicht gesicherte Ladungen
Aber: es funktioniert !!! Wir haben in den 19 Tagen keinen einzigen Unfall gesehen. Hier passt jeder auf jeden auf.
Stimmt, die Sraßenbeschaffenheit ist im Allgemeinen "super", doch Vorsicht, die Polizeit ist (fast) überall. Am Beginn fast jeder Ortschaft und auch am Ende steht die Polizei. Wir sind in 3 Wochen bestimmt 5 Mal angehalten worden. Zwei Mal wurden wir zur Kasse gebeten (durchgezogene Mittelline = umgerechnet € 30) und geringfügiger Tempoverstoß, ebenfalls umgerechnet € 30. Drei Mal wollten sie nur die Papiere. Möchte man eine Quittung, dann dauert das Schreiben des Protokolls eine gefühlte Ewigkeit, - Also, schön aufpassen - man überschreitet schnell mal die Geschwindigkeitsbegrenzung, vor allen Dingen wenn's bergab geht, und die Kollegen arbeiten mit Laserpistolen. Sie sind aber alle nett und höflich. Gruß, Dieter
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201211. Nov. 2025 ·
Hallo Dieter
doch Vorsicht, die Polizeit ist (fast) überall.
Gut, dass du das ansprichst. Genauso ist es. Wir hatten Glück und wurden nicht angehalten. Aber gesehen haben wir sie mit ihren Laserpistolen oft. 30€ etwa 300 Dirham ist nach meinem Gefühl sehr teuer für Marokko. Vielleicht fahren sie deshalb eher geschwindigkeitsangepasst. 😁 Auch wenn die Überladung kein Thema ist. Gruß Dagmar
Vor allem, weil ich genau diesen Abschnitt gerade plane für 2026. Jetzt zeigst du hier, dass man sehr wohl von MSemrir nach Tamteoucht fahren kann. Kannst du vielleicht noch ungefähre Zeitangaben machen? Zb. gemütliche Fahrzeit von Tinghir - Boumlane Dades ? Könnte man das als Rundfahrt an einem Tag machen oder wäre das zu stressig? Da ich leider nur knapp 2 Wochen Zeit habe, würde ich aktuell die Todra Schlucht in meiner Planung weglassen, weil es dort so touristisch voll ist.
Gibt es bei Monkeys finger nicht eine schöne 3-stündige Wanderung? Warum habt ihr die nicht gemacht?
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201211. Nov. 2025 ·
@yp-travel-photography
Hallo Ivy, ich versuche mal einige deiner Fragen zu beantworten.
Jetzt zeigst du hier, dass man sehr wohl von MSemrir nach Tamteoucht fahren kann. Kannst du vielleicht noch ungefähre Zeitangaben machen?
Die Zeiten hatte ich natürlich nicht notiert. Ich habe mal versucht es an Hand der gemachten Bilder etwas einzugrenzen. Das letzte Bild aus der touristischen Todra Schlucht hab ich um15.00 Uhr gemacht. Dann sind wir weiter Richtung Norden. Landschaftlich auch richtig schön und man ist so gut wie alleine. Hinter Tamtatouchte dann links ab. Msemir haben wir nicht angefahren, sondern sind gleich zu unserem Riad, von dem man einen Blick auf die Serpentinenstraße hat. Aber wie schon beschrieben, müssten hier 2 Nächte nicht sein. Insgesamt liegen zwischen den Bilder 2.40 Std. Also von der Todra Schlucht zur Dadesschlucht über die "Querverbindung" mit Fotostopps knappe 3 Stunden.
gemütliche Fahrzeit von Tinghir - Boumlane Dades ?
Ich hab jetzt mal die Fahrzeit von Tinerhir nach Boumlane eingegeben. Die wären lt, T4A über die N10 , 41 Minuten.
Gibt es bei Monkeys finger nicht eine schöne 3-stündige Wanderung?
keine Ahnung, warum nicht. Man kann einfach in 19 Tagen nicht alles sehen und machen. Es soll ja evtl. auch noch ein nächstes Mal geben.
Bei weiteren Fragen - gerne her damit oder über PN
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201211. Nov. 2025 ·
28.09.25 – Teil 1 Auf geht’s zur Oase Fint – Zwischenstopp in Ouarzazate
Nach einem ausgiebigen Frühstück – immer mit frisch gepresstem Orangensaft – fahren wir schon gegen 9.00 Uhr los. Bis zu unserem nächsten Endziel sind es zwar nur a. 2,5 Std. zu fahren, doch wollen wir in Ourazazate noch einen Zwischenstopp einlegen.
Außerdem fahren wir nun wieder ein Teil der gleichen Strecke, wie gestern.
Doch heute sehen wir die ersten und einzigen freilebende Dromedare auf unserer Reise.
Ouarzazate Ourazazate ist unter anderem auch bekannt durch seine Filmstudios.
Doch diese interessieren uns nicht und so stöbern wir lieber durch das Kasbah-Viertel mit seinen vielen Händlern und Gassen. Diese sind hier nicht aufdringlich. Sobald man jedoch länger als 5 Sekunden etwas im Auge hat, hat man auch sofort ein Verkaufsgespräch. Im Grund mag ich das und Jürgen ist im Verhandeln wirklich gut.
Und natürlich werden wir fündig (obwohl ich ja nichts brauche 😗 ) Da ich es sowieso leid bin immer die große Reisetasche zu unseren Unterkünften mitzunehmen, erstehe ich hier eine kleine Tasche, in die alles für 1 Nacht hineinpasst.
Katzen gibt es immer und überall
Nur leider waren diese schönen Türen etwas zu groß für unser Handgepäck. 😄
Von Thami El Glaoui erbaute "Kasbah Taourirt" – diesem Namen sollten wir nochmals begegnen.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201212. Nov. 2025 ·
26.09 2025 – Teil 2 Oase Fint
Wir verlassen Ouarzazate in südlicher Richtung. Die erste Abzweigung ist einfach, doch wo müssen wir nun nach links abbiegen, um zur Oase zu kommen? Wir fahren etwas hin und her, bis wir die richtige Straße finden.
Ein Auto, das am Straßenrand steht, deutet uns an anzuhalten. „Wollt ihr in die Oase Fint?“ Ich kann euch den Weg zeigen!“
Oh nein denke ich, nicht schon wieder. Wir finden den Weg auch „ohne Weggebühr“. Es sind zwar immer nur ca. 20 Dirham (2 Euro) – doch manchmal nervt‘s.
So sage ich freundlich aber bestimmt, dass wir den Weg schon finden.
Er dann weiter „Bist du Dagmar?“
Erstaunt schaue ich ihn an und bejahe die Frage. „Ah, dann wohnt ihr bei mir – fahrt mir einfach nach“
Unsere Unterkunft in der Oase ist mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Das Appartement ist ausreichend groß und das Bad wunderschön.
Nach dem obligatorischen Willkommens-Tee ziehen wir los, um die Oase zu erkunden.
Irgendwann steht ein junger Mann neben uns und fragt, ob er uns die Oase zeigen darf. Er wirkt sehr sympathisch. Nach der Frage, was er dafür haben mag, kommt die Antwort: „Egal, was ihr mir gebt“. Ich liebe solche Antworten 🤩 - weiß aber auch, was normalerweise für eine 2-stündige Tour bezahlt wird.
Wir willigen ein – und dies ist nur dem sympathischen Erscheinen geschuldet und stellt sich schnell als „Haupttreffer“ heraus
Sein Name ist Abul, er ist nach eigenen Angaben 20 Jahre alt.
Sein gewinnendes Lachen und seine Natürlichkeit lassen direkt ein gutes Gefühl aufkommen. Er erzählt, wir hören gespannt zu und wir lachen viel gemeinsam.
Über den Fluss führt er uns in den alten Teil der Oase. Hier gibt es wieder etwas Wildlife - Frösche. Familie Frosch
Während wir über Steine den Fluss überqueren, waschen die Oase-Bewohner hier ihre Autos. Vielleicht wären wir hier ohne Führung umgekehrt. Man will ja nicht stören.
Der alte Teil der Oase ist nicht mehr bewohnt, wird jedoch des Öfteren für Filmaufnahmen besucht. Dann zeigt er uns Bilder, in denen er hier als Komparse fungiert.
Am Ende der Führung nimmt er uns mit zu sich nach Hause. Er führt uns durch das Haus. Riesengroße Räume … Salon, Küche, Bad und viele Zimmer. Auch dein Viehstall für Hühner, Ziegen und Schafe sind hier untergebracht.
Außerhalb befindet sich auch noch ein Hamam. Wieder im Haus bittet er uns die Schuhe auszuziehen und Platz zu nehmen. Mit viel Freude zelebriert er die Zubereitung des obligatorischen Tees für uns.
Dann nimmt er seine Trommel und singt noch einige marokkanische Lieder für uns.
Er hat noch 6 Schwester, von denen noch 5 hier wohnen. Sein Großvater so erzählt er uns, war ein Tuareg.
Auf die Frage, ob er als einziger Sohn das Haus übernehmen würde, antwortet er, dass er nicht hier in der Oase bleiben wolle, sondern er möchte sich die Welt anschauen. Ein Wunsch, den wahrscheinlich viele jungen Leute teilen.
Gemeinsam gehen wir zurück zu unserer Unterkunft. Wir entlohnen ihn und wünschen diesem Strahlemann viel Glück. Falls er wirklich nach Deutschland kommen sollte, ist er uns herzlich willkommen. Inshallah!
Wir ruhen uns etwas aus. Dann gehen wir zum Abendessen. Mittags hatte ich einen Angestellten gefragt, ob es evtl. einen marokkanischen Geheimtipp bei Magenproblemen gibt. Irgendwie verträgt mein Magen nicht alles und reagiert mit leichtem Durchfall. Er meinte „Reis“ wäre hier das Mittel der Wahl.
Zum Essen gibt es eine leckere Maissuppe, eine Tajine und als Nachspeise Obst. Ich staune nicht schlecht, als er mir zur Tajine eine Schüssel Reis dazustellt. Sehr aufmerksam. Marokkanische Gastfreundschaft.
Dann beginnen die Angestellten für sich und die wenigen Gäste zu trommeln. Schnell wird klar, dass es nicht nur zur Unterhaltung der Gäste dienen soll, sondern dass sie es auch für sich tun. Ein herrlicher Tag geht zu Ende.
Ich kann gar nicht glauben, dass wir erst heute Mittag hier angekommen sind. Es fühlt sich an, als ob wir schon Tage hier wären.
take-offThemenstarter1’674 Beiträge · seit 201213. Nov. 2025 ·
29.09.2025 Ait Ben Haddou
Wir können uns Zeit lassen. Bis zu unserem nächsten Stopp haben wir nicht weit. Nur knappe 50 km und 1 Std. Fahrtzeit. Dies mag für den ein oder anderen ein unnötiger Stopp sein. Ich hatte es so geplant, dass wir abends das Ksar Ait Ben Haddou besuchen können, wenn die Busladungen an Touristen schon wieder abgereist sind.
Und so verlassen wir gemütlich um kurz nach 10.00 Uhr die Oase.
Wie erwartet ist unser Zimmer noch nicht bezugsfertig, als wir kurz nach 12.00 Uhr ankommen. Doch bereits ½ Stunde später können wir es beziehen.
„La Kasbah du jardin“ hat einen schönen Garten mit Pool. Hier machen wir es uns im Schatten gemütlich und faulenzen mal einfach so vor uns hin.
Gegen 17.00 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nach ca 15 Minuten Fußweg erreichen wir das Ksar. Auf eine Führung haben wir hier verzichtet.
Kurz etwas zur Geschichte: Das Ksar (=befestigtes Dorf) Ait Ben Haddou ist eine alte Karawanenstadt am Rande des Hohen Atlas und ist seit Jahrhunderten im Besitz der Berbersippe Ben Haddou. Sie war schon im 11. Jahrhundert als eine wichtige Station auf der Handelsroute zwischen Timbuktu und Marrakesch bekannt.
Die Siedlung ist seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus ineinander verschachtelten Wohntürmen („Tighremts“) mit aufwendigen Verzierungen.
In dem Ksar wohnen noch etwa 2500 Menschen. Doch ist es größtenteils touristisch.
Hier beobachten wir Gruppen von Influencer, die hieraus eine Fotosession mit Kostümen und der richtigen Mimik machen.
Vielleicht gehört es ja zu einer Marokko-Rundreise dazu. Doch uns ist es zu touristisch. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es hier aussieht, wenn die Menschenmengen aus den Bussen ausgespuckt werden.
Und hier noch ein Blick von ganz oben auf die andere Seite.