Zambia 2025: Zu den Flughunden von Kasanka

Reisebericht 40 Antworten · 3'333 Aufrufe · gestartet 27. Okt. 2025 von CarstenS
Themenstarter388 Beiträge · seit 201727. Okt. 2025 · #1
Zambia 2025

Hier mal wieder ein Reisebericht. Heute habe ich den Land Cruiser gepackt, obwohl es erst am 1. November Samstag losgehen wird. Aber die Woche davor ist viel los und keine Zeit. Donnerstag und Freitag organisieren wir ein Symposium im Goegap Nature Reserve, um 25 Jahre Forschung an der dortigen Succulent Karoo Research Station zu feiern: https://www.stripedmouse.com/symposium-25-years-skrs.html. Eine kleine Gruppe von 34 Wissenschaftlern und Leuten, die im Bereich Nature Conservation arbeiten wird kommen. Freitag Abend dann noch ein Braai mit allen, Samstag Morgen soll es dann losgehen, von Springbok im Northern Cape nach Namibia. Die Grenze ist ja nur 120km weit weg hier. Mal sehen, wie weit wir es am ersten Tag schaffen werden, mindestens Keetmanshoop, hoffentlich bis kurz vor Windhoek. Dann geht es nach Nyae Nyae, durch Khaudum und den Caprivi, zu unserem Hauptziel Zambia. Dort will ich endlich mal die größte Säugetierwanderung der Welt bewundern, gut 10 Millionen Flughunde im Kasanka National Park. Die Flughunde sind dort November und Dezember in einem kleinen Wäldchen versammelt, aus Zentralafrika kommend. Normaler Weise bin ich um die Jahreszeit nicht in Südafrika oder, so wie letzres Jahr, zu beschäftigt. Dieses Jahr hat sich die Gelegenheit ergeben. Wird zwar eine Riesenfahrerrei und auch recht teuer, aber ein Mal im Leben will ich das sehen!
Unterwegs bin ich mit meiner Partnerin Lindelani Makuya, die mit mir zusammen das Forschungsprojekt an der SKRS leitet. Fahren werden wir meinen Land Cruiser 4.2, langsam und viel Sprit schluckend, aber hoffentlich zuverlässig.). Ist erst 5 Jahre alt und hat nur 106 000km auf dem Tacho. Aber gerade ein neues Canopy bekommen, weil das alte (vom Vorbesitzet) Risse hatte. Die geplante Route ist unten dargestellt. Ich weiss, dass die für 95% der Leute hier viel zu stressig und zu anstrengend wäre, aber wir sind es gewohnt, viel zu fahren. Neben Kasanka sind noch Caprivi, Liuwa Plains, Mana Pools, und Victoria Falls highlights. Khaudum ist für uns ja fast schon Heimat, wir waren schon oft dort, unter anderem letztes Jahr im Mai für fast einen Monat auf einem Writing Retreat (irgendwo im Forum gibt es dazu einen Reisebericht; ich schreibe hier ohne Internetverbindung und kann daher den Link jetzt nicht finden
Ich werde versuchen, regelmässig während des Trips zu schreiben und dann den Text in Handyfotos hochladen. Die guten Fotos werden später in der Facebookgruppe „Mammals of the World“ zu sehen sein.

Day Date Start Destination kms hours Accomodation Costs in USD Costs in ZAR
1 1-Nov Saturday Goegap Keetmanshoop - Mariental - Windhoek 550 5 to 9 300
2 2-Nov Sunday Nyae Nyae 1300 9 to 13 300
3 3-Nov Monday Khaudum 400 800
4 4-Nov Tuesday Khaudum or Buffalo hunting ground Caprivi 400 800
5 5-Nov Wednesday Kwando, Bwabwata National Park 500 6 400
6 6-Nov Thursday Ngonye Falls 130 3 77 inc. customs
7 7-Nov Friday arrive Liuwa Plains NP 280 4 to 5 100
8 8-Nov Saturday Liuwa Plains NP 300 100
9 9-Nov Sunday depart Liuwa Kafue: Mapunga bush camp? 400 10-Dec 100
10 10-Nov Monday Kafue 400 100
11 11-Nov Tuesday arrive Camp in Zimbabwe, Chirundu safari lodge 400 9 plus time customs and shopping 120 inc. customs
12 12-Nov Wednesday Mana Pools 400 160
13 13-Nov Thursday depart Mana Pools Mana Pools 400 160
14 14-Nov Friday Mana Pools 400 170
15 15-Nov Saturday Camp at or after Lusaka 400 6 100
16 16-Nov Sunday arrive Kundalila Falls, Kasanka 500 6 30
17 17-Nov Monday Kasanka. Excursion to Kundalila Falls, 2 hours away, if not visited on way up 105
18 18-Nov Tuesday Kasanka 105
19 19-Nov Wednesday depart Kasanka Lusaka 521 8 30
20 20-Nov Thursday Livingstone and Victoria Falls 480 8 200 inc. customs and Zimbabwe
21 21-Nov Friday Kasane and Chobe 75 2 100
22 22-Nov Saturday Through Chobe into Caprivi to Kwando, Bwabwata National Park 350 10 Camp Kwando 700
23 23-Nov Sunday Caprivi, drive Buffalor Core area, camp Mahango Area 300 5 Mahango or Popa Falls 700
24 24-Nov Monday Khaudum 250 4 700
25 25-Nov Tuesday Nyae Nyae 300 6 300
26 26-Nov Wednesday Windhoek 750 8 300
27 27-Nov Thursday Goegap Goegap 920 9
8'055 Beiträge · seit 200828. Okt. 2025 · #2
Hallo Carsten,

Auf deine Reise bin ich echt gespannt. 😁

Das Programm gefällt mir nämlich sehr. 😎

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
299 Beiträge · seit 201829. Okt. 2025 · #4
Kornado schrieb:Hallo Carsten,

habe schon deinen letzten Bericht aus dem Khaudum verfolgt, bin wieder dabei.
9-Nov Wednesday depart Kasanka Lusaka 521 8 30
Was bedeutet bitte 521 8 30?
LG
Peter
Ich interpretiere Distanz 521km / Zeit 8Std. / Kosten 30USD 😎

Viele Grüsse
René
In der Schweiz daheim, auf der Welt zuhause
Themenstarter388 Beiträge · seit 201701. Nov. 2025 · #5
Genau.
Distanz in km, geschätzte Fahrtzeit (für Zambia wohl oft zu kurz geschätzt) und geschätzte Kosten.
Themenstarter388 Beiträge · seit 201701. Nov. 2025 · #6
Samstag 1. November: Windhoek
Gestern Abend hatten wir zum Ausklang unseres Symposiums einen Braai an der Forschungsstation mit etwas über 20 Teilnehmern aus Forschung und Conservation. Das Symposium war sehr schön gewesen und hat allen Spaß gemacht. Führung durch die Forschungsstation und zeigen des Field Sites um 17:00 Uhr, Feuer an um 18:00, und 20:00 waren 6kg Lamm, 6kg Hühnchen, und 5kg Gemsbok fertige. Gegen 22:00 Uhr kehrte dann Ruhe an der Station ein. Zwar spät für uns, aber die letzten drei Tage hatten wir ja immer bis um 6:00 ausschlafen können.
So viel es uns nicht schwer, um 5:00 wie immer aufzustehen. Duschen, Külhschrank leeren bzw. im Land Cruiser fülllen, noch letzte Sachen rein, un 5:45 ging es los. Das Auto war ja schon am Sonntag davor zum größten Teil gepackt worden.
Kurz nach 7:00 waren wir an der Grenze Violsdrift / Nordoower. Alles ging relativ schnell, war wenig los. Dann an die Shelltankstelle, wo wir MTC Simkarten bekamen, auch das unkompliziert. Das Auto getankt, wobei es nicht viel billiger als in Südafrika war.
Nach einer Stunde an der Grenze einschließlich Tankstelle ging es auf die weite Strecke: Grünau, Keetmanshoop. Hinter Keetmanshoop hielt mich die Polizei an. Angeblich war ich zu schnell gefahren, 133km/h, auf flacher Strecke. Das konnte ich mir zwar kaum vorstellen, da mein Land Cruiser 4.2 1hz kaum 120 schafft, und wenn ich auf den Tacho geschaut hatte, es immer zwischen 109 und 117 km/h gewesen waren. Aber was kann man machen. Strafzettel über 1000 NAM$, den ich irgendwo bei der Post zahlen muss.
Kurz nach 13:00 in Mariental. Da Samtag war, war die Metztgerei leider gerade geschlossen worden. Aber beim Spar gab es auch gutes Fleisch. Eine Mischung aus Rinderstecks, Lamm, und Schweinenackensteacks für gut 6 Tage kamen in den Gefrierer. Dann Mittagessen bei Wimpy. Leider nicht gut.
Und weiter kurz nach 14:00. Rehoboot, und kurz vor 17:00 beim Camp Monteiro 15km vor Windhoek, gleich neben der B1. Schön in der Natur gelegen und recht ruhig, wenn nicht gerade der Zug vorbeifährt. Nach 11 Stunden Fahrt konnten wir uns etwas ausruhen und die Route für morgen planen, wenn wir endlich in der Wildnis landen werden.

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zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2025
3'883 Beiträge · seit 201102. Nov. 2025 · #7
Monteiro habe ich auch in bester Erinnerung. Jetzt bin ich gespannt auf eure Tour!
LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
Themenstarter388 Beiträge · seit 201702. Nov. 2025 · #8
Sonntag 2. November: Nyae Nyae
Der zweite Tag war lang,viel erlebnisreicher als erwartet, und brachte leider auch die ersten Probleme.
6:00 Uhr gibg es los. Ok, 6:15, denn obwohl wir am Abend davor gesagt hatten, dass wie um Sechs gehen, war das Tor zu, und wir mussten jemanden finden, den wir aus dem Bett wefen konnten.
Eigentlich wollten wir nach Grootfontein und von dort auf die Gravel Road nach Tsumkwe. Aber da letztes Jahr die Gravel Road von Gobabis nach Tsumkwe so gut war und mehr zu Szenerie hatte, entschieden wir uns kurzfristg um. Wobei Garmin die Route entlang der C29 vorschlug, danach auf die D3806. War uns eigentlich zu unsicher, wie die Straßen auf der Rotute sind. Aber da Googel Maps meinte, das brauche nur 20min länger, entschieden wir uns dann doch für diese für uns neue Route.
Die Entscheidung war von Anfang an Richtig. Die C29 ist eine super Straße, super geschoben, fast kein Verkehr, und es gab sehr viel zu sehen: Unzählige Warzenschweine, Zebras, Kudus, red heartabeast, Gemsbok, Steinböckchen. Teilweise direkt an der Straße, teilweise hinter Game Fences. Highlight war aber ein Python, ein southern African python, auf der Straße. Zwar recht klein, nicht viel mehr als ein Meter lang (und nein, es war leider kein pygmy python), aber in 25 Jahren südliches Afrika tatsächlich mein ersten Python! Und wir konnten ihn sehr schön fotografieren!
In Otjinene tankten wir und kauften Milch beim Shoprite (für meinen Kaffee), was ich gestern vergessen hatte. Dann ging es weiter auf der D3806. Schlechter als die C29, aber ist halt ne D Straße, und dafür sehr gut und ohne Problem. Wir kamen schnell weiter.
Auch hier gab es viel zu sehen:Viele Schmetterlinge, riesige Mistkäfer, und sehr viele Vögel. An ein paar wenigegn Senken stand etwas Wasser, und dort waren die ganzen gefiderten Freunde (sorry, von vielen kenne ich nur die englischen Namen): Namaqua Dove, red billed Quella, Milan, tawny eagle, Perlhühner, roller, und vieles mehr.
Die Strecke war weit, wir hielten häufig zum Schauen und Fotografieren an, und so dauerte es trotz guter Straße lange, bis wir nach Gam kamen. Und länger als gedacht, denn 20km vor Gam platzte ein Reifen. Das ist immer äergerlich. Noch ärgerlicher war, dass ich meinen Highlift Jack nicht aus dem Auto bekam. Der ist hinten festgezurrrt, liegt quer über der Ladefläche. Letzte Woche habe ich ein neues Canopy bekommen, da das alte Risse hatte. Nun hhaben die beim Aufbau des neuen den Highlift jack nicht vorehr weggemacht, sondern diesen in das neue Canopy eingeklemmt. Nach viel Fluchen und drücken und heben war er draußen und das neue Canopy dort verbogen. So dauerte es ganze 45min, bis der Reifen gewechselt war, und gegen 14:15 waren wir in Gam.
Kurz danach durch den Game Fence und ins Nyae Nyae Conservancy. Zwar waren wir schon lange unterwegs, aber nicht müde, sondern wollten mehr sehen. So fuhren wir durch das Conservancy zum Hippo Pool, von dem ich zum Glück Mai 2024 einen GPS Punkt im Navi gespeichert hatte. Der Weg dorthin war lang, auch weil es viel zu sehen gab. Es war mein achtes Mal in Nyae Nyae, aber ich habe hier noch nie so viele Wildtiere gesehen, wie heute.
Die ersten Elefante sahen wir 16:00, drei Stück. Auf der Nyae Nyae Pfanne war eine große Herde aus Zebras, Gnus, Springböken, und ein paar Straußen. Die Pfanne war voll mit braunen Gras und wir bekamen ein Serengeti Feeling. Bei den Hippo Poosl waren immer noch 6 Flußpferde, wie 2024, die wir gut beobachten konnten.
Allerdings kam es hier zum zweiten Problem: Mein Nikon Coolpix P1000 Kamera gab den Geist auf. Defekt, tecnisch, elektronisch, ich sah erst blaue, dann grüne Streifen, dann nur noch das Licht am Ende des Tunnels, ein strahlend weißes Feld. Diese Kamera hat 125faches Zoom, dital noch dazu, so dasss es eienem 3000mm Obketiv entspricht. Bruacht zwar viel Licht, aber das haben wir hier in Afrika ja. Und jetzt ist sie kaputt! Als Ersatz habe ich nur noch meinen Canon EOS mit nur 300mm dabei, also 10x weniger. Sehr schade, so werde ich diesen Trip keine Tiere nahe heranzoomen können!
Weiter ging es zum Djokje Campsite. Auf dem Weg an einem Wasserloch sahen wir noch eine kleine Gruppe Elefanten herrlich im Sonnenuntergang, mit Boabab im Hintergrund! Diese haben übrigens bereits zarte junge, grüne Blätter. Der im Camp blüht sogar herrlich. Dort kamen wir 18:45 an und grillten schön. Eine Schleiereule flog ums Camp, und wir fanden Ochsenfrösche im Unterholz!
Also alles in allem haben wir heute wirklich unglaublich viel gesehen und erlebt!

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zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2025
Themenstarter388 Beiträge · seit 201703. Nov. 2025 · #9
Montag 3. November
Nach den anstrengenden ersten zwei Tagen schliefen wir heute bis um 6:00 aus und liesen es etwas langsamer angehen. Aber auch heute wollten wir viel sehen, d.h. viel Zeit im Auto verbringen.
Die gute Nachricht: Die Nikon Coolpix funktioniert wieder. Nur wie lange und was war los? Die Theorie nun ist, dass sie etwas feucht geworden ist, wegen der leckenden Cooler-Box, und das der Elektronik nicht gut tat. Mal schaun, ich hoffe sie hält den ganzen Trip!.
Kurt nach 7 waren wir am Buschmanndorf Djokwe, um unsere Campinggebühr zu zahlen. Wie immer hatten wir auch einiges an Kleidung dabei, die wir gegen Souvenirs eintauschten. Die Souvenirs brauchen wir nicht wirklich, an der Forschungsstation stapeln die sich schon. Aber wir wollen etwas zurück bekommen und nicht Almosen verteilen. Was und wieviel die uns geben, ist uns egal.

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Um 8:15 in Tsumkwe zum Tanken und einen Eisblock kaufen. Dann zum Dorsland Grotboom, einem riesigen Bobab, wo vor weit über 100 Jahren die Buren des Dosrland Trecks ein Jahr lang ihr Lager hatten. Zeit zum Frühstücken. Auf dem Weg dorthin fanden wir einen junge Leopardschiuldkröte, die ganz anders aussieht, als die adulten Tiere!

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Gegen 10:30 waren wir in Khaudum. Wir fuhren fast alle Wasserlöcher ab und fast überall gab es Elefanten oder viel Elefanten: Tsoana Fontein einige, Soncana einige, Shiyami trocken, Omuramba über 50, Dussi einige, Tari Kora einige, Leeupan über 50, Tsau nichts, Doringstraat trocken, Khaudum einige. Da die Elefanten alles domnierten, gab es nicht viel anderes zu sehen. Ein paar Impalas nahe Tsoana, später ein paar Roans, einige Warzenschweine. Die Vogelwelt war diverser, mit beiden Arten von Nashornvögeln, Barblers, Gaukler, white backed und lapped faced fulture, martial eagle, Wiedehopf und einiges andere.
Im Tal von Khaudum gab es dann noch eine Herde von über 30 Oryx zu sehen und zum Sonnenuntergang eine Giraffe. Am Wasserloch war es zum Sundowner zum Glück ruhig, nur wir, 6 Elefanten, die Giraffe und ein Schakal. Ansonsten war für Khaudum heute viel los, wir hatten während des Tages zwei Autos gesehen, am Camp war ein große Gruppe mit 13 Autos und ein großer Mercedes-Bus aus Deutschland.

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zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2025
87 Beiträge · seit 202203. Nov. 2025 · #10
CarstenS schrieb:Sonntag 2. November: Nyae Nyae
In Otjinene tankten wir und kauften Milch beim Shoprite (für meinen Kaffee), was ich gestern vergessen hatte.
Oha, hoffentlich schön angeschnallt auf dem Weg von der Tanke zum Supermarkt und perfekt gehalten am Stop-Schild?

Ein Freund im Mietcamper und ich haben das leider beim letzten Mal leider nicht so genau genommen auf den 50 Metern. Wir haben uns dann in der Folge aber 1,5h lang dermaßen blöd gestellt, dass dem Officer letztlich nur noch blieb, uns gute Fahrt zu wünschen - ohne die 2x 1000 NAD. Aber vermutlich hat er jetzt bis zu seiner Pensionierung auch genug von begriffsstutzigen deutschen Touries mit dickem Landcruiser, aber ohne einen einzigen Dollar in der Tasche und ohne funktionierende Kreditkarte 😄
zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2025
6'372 Beiträge · seit 201104. Nov. 2025 · #11
Hoi Carsten

Dann meld ich mich als bisher stiller MItleser auch noch!
Sambia und die Flughunde stehen auch noch auf meiner Wunschliste, darum bin ich schon sehr gespannt!
Nur würd ichs eher von Malawi oder Tansania herkommend machen wollen, mit Driverguide.
Sofern es diese Möglichkeit denn gibt.
Und nun: Hau in die Tasten! 🤩 😗 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter388 Beiträge · seit 201705. Nov. 2025 · #12
Dienstag, 4. November: Caprivi
Nachts hatten die Elefanten am Wasserloch trompetet, um 1:00 Uhr brüllten die Löwen unten im Tal. Um 5:45 verließen wir das Camp und fuhren zum Wasserloch sowie weiter den oberen Omuramba entlang. Natürlich gab es Elefanten zu sehen – und endlich schöne Fotos von den Roans.
„If you like to see elephants, visit Khaudum … You will see elephants until you get tired of them (or not). My third time here, and it almost feels like an injustice to just stay one night. But the road leads elsewhere …” (Lindelani on Facebook).

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Um 7:45, im starken Regen, verließen wir Khaudum auf der 45 km langen Nordstraße, die im tiefen Sand schnurstracks geradeaus zur B8 führt. Im low range heizte der Land Cruiser auf und kämpfte, und nach 1,5 Stunden waren wir durch. Vielleicht hätte ich den Reifendruck noch weiter erniedrigen sollen – es waren vorne 1,5 und hinten 2,0 Bar, wobei die Reifen hinten wegen des Gewichts stärker abgeflacht waren.

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Wir fuhren gleich in die Mahango Core Area des Bwabwata-Nationalparks. Auf der Hauptstraße hinunter gab es zunächst nichts zu sehen, aber entlang des Flusses, auf dem Rückweg, dann schon. Wir fuhren zwei Stunden lang und nachmittags ab 16:00 Uhr nochmals zwei Stunden. Am Ufer sammelte sich zahlreiches Wild: viele Hippos im und außerhalb des Wassers, Impalas, Lechwes, viele Zebras und Warzenschweine – und ganz am Ende, um 17:30 Uhr, noch eine Herde von rund 100 Büffeln. Dann war noch eine weitere Antilopenart da, wenn auch sehr selten, die von Statur, Farbe und Hörnern deutlich von den anderen abwich. Nach unserem Field Guide sollten das Pukus sein, doch deren Verbreitungsgebiet ist hier am westlichen Ende, und eigentlich kommt eine kleine Population erst weiter östlich am Chobe in Botswana vor, angrenzend an den Caprivi. Also vielleicht doch eher Reedbucks. Die Hörner scheinen aber doch eher auf Pukus zu deuten. Die Fotos zu Hause werden es im Endeffekt zeigen.
Auch zwei sehr schöne Warane waren in der Mittagssonne zu sehen, ebenso ein paar wenige, recht kleine Krokodile. Getoppt wurde alles von der Vogelwelt (Namen auf Englisch, da Lindelani mein Birder ist): vier Arten von Bienenfressern (Little, White-fronted, Swallow-tailed und Carmine), fünf Reiher (Little und Yellow-billed Egret, Goliath Heron, yellow billed heron, Löffler), Fischadler, Hammerkopf, Black-headed Oriole, Coucal, Jacanas …
Unser Lager schlugen wir im Ngepi Camp direkt am Kavango auf, mit Blick auf Hippos, Wasserböcke und mehr. Seit heute sind wir im potenziellen Malariagebiet und verwenden abends Insektenschutzmittel. Tabletten nehmen wir schon seit drei Tagen. Für den Caprivi allein würde ich das zwar nicht machen, aber in Sambia mag es anders sein – je nachdem, wie viel es schon geregnet hat.
Der Vollmond steigt schön über dem Kavango auf, während das Lagerfeuer brennt und die Kohlen für den Grill glühen. Die Kröten laben sich an den vom Licht angezogenen Termiten, die jetzt nach dem Regen schwärmen.

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zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2025
Themenstarter388 Beiträge · seit 201705. Nov. 2025 · #13
Mittwoch, 5. November: Immer noch Caprivi

Die Nacht war geprägt von dem Grunzen der Hippos, die im Kavango vor unserem Camp umhertrieben, aber kaum zu sehen waren. Als ich um 5:00 Uhr aufstand, konnte ich so zu einer ganz besonderen Melodie Frühsport machen.
Morgens kurz nach 6:00 Uhr fuhren wir in die Buffalo Core Area. Man sieht immer noch gut die Ruinen der SADF (South African Defence Force) aus dem Unabhängigkeitskrieg der SWAPO gegen Südafrika in den 1980er-Jahren. Als ich das letzte Mal, vor 15 Jahren, da war, gab es noch kein Gate – man fuhr einfach hinein, T4A folgend. Während Corona wurde hier, ebenso wie in Khaudum, jedoch die Infrastruktur verbessert und ein Gate gebaut. Die Zeit wurde also wirklich gut genutzt.
Im Vergleich zur Mahango Core Area gab es hier sehr wenig Wildtiere. Aber wir kamen dann doch noch auf unsere Kosten – mit zahlreichen, für diesen Trip neuen Vogelarten, darunter Marabu (zusammen mit zahlreichen Weißrückengeiern an einem kaum noch zu erkennenden Kadaver), Senegalliest (Woodland Kingfisher), Klaffschnabel (Open-billed Stork), Sattelstorch (Saddled-billed Stork), Meves Starlings, Haubenbartvogel (Crested Barbet) und mehr. Und auch unsere erste Sitatunga, die Sumpfantilope, sahen wir – sowie drei Löwen unter einem Baum, nicht weit von der Straße: zwei Weibchen und ein blondes Männchen mit kurzer Mähne.

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Um 9:30 Uhr waren wir wieder unterwegs, auf der B8 durch den Caprivistreifen. Die schönen, traditionellen Dörfer der Kavango-Bewohner neben der Straße gefielen uns gut. Um kurz nach 11:00 waren wir an der Rezeption der Kwando Core Area – zunächst nur für Informationen, da ich mir nicht sicher war, wie viel Zeit wir für den Nachmittag einplanen sollten. Dann suchten wir auf der T4A-App nach einem geeigneten Campingplatz und entschieden uns für das Mbezi Camp. Eine gute Wahl: Für nur 200 NAM$ pro Person bekamen wir einen riesigen Platz mit Schatten spendenden Bäumen und Rasen, privaten Sanitäranlagen und Blick auf die Überschwemmungsflächen. Wobei alles trocken und braun ist – es wird also wohl nichts zu sehen geben. Am Nachmittag wollen wir dann auf Pirsch zum Horseshoe gehen.

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zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2025
Themenstarter388 Beiträge · seit 201705. Nov. 2025 · #14
Wir hatten einen gemütlichen Vormittag im Camp. Lindelani räumte das Auto auf. Die Cadac-Kühlertasche hatte von Anfang an ständig getropft und die Rückbank sowie vieles andere nass gemacht. In Divundu hatten wir sie durch eine Kühlbox von Shoprite ersetzt, nun wurden die Bücher und andere Dinge getrocknet. Ich wusch Wäsche – einfach, weil Zeit dafür war –, schrieb und tat das, was ich eigentlich nicht im Urlaub machen wollte: Ich beantwortete die drei wichtigsten E-Mails. (Darunter eine von Check24: Meine Buchung eines Wohnmobils in Australien für Mai 2026 – Annahme in Darwin, Rückgabe in Cairns – wurde storniert. Jucy schließt seine Filiale in Darwin. Bei der Konkurrenz würde es doppelt so viel kosten. Flüge sind schon gebucht. Was ich jetzt machen soll, ist mir ein Rätsel. Entweder alles stornieren oder alles umplanen, denn 4000 Euro anstatt 1800 für ein Wohnmobil – das ist zu viel!).
Gegen 15:30 fuhren wir los und waren um 15:45 beim Gate der Kwando Core Area. Berühmt ist hier der Horseshoe, ein See in Form eines Hufeisens. Auf dem Weg dorthin sahen wir von Elefanten zerstörte Bäume und Vegetation, ein paar Zebras und ein paar Kudus – sonst nicht viel. Stellenweise jedoch durchbrachen grüne Stiele mit leuchtend roten Blüten den braunen, vom Laub bedeckten Waldboden unter den noch kahlen Bäumen – ein fast surrealer Anblick. Zuerst dachte ich, es seien Plastiktüten, Müll im Wald.
Wegen Lindelani musste ich mehrmals anhalten – wegen mehrerer Vögel, die auf ihrer Liste fehlten, und jetzt immer noch nicht in meinem Gedächtnis fehlen.
Höhepunkt für uns war eine Gruppe Paviane. Hier am Caprivi treffen der südliche Chacam Baboon, der einzigen Art in Südafrika, und der Yellow Baboon aufeinander. Den Chackma Pavian kennen wir gut von zu Hause, vom Goegap Nature Reserve. Die Paviane hier sehen aber ganz anders aus: Viel helleres, ins Gelbliche gehende Fell, längere Schnauze, und allgemein ein graziellerer, weniger gedrungener Körperbau. Wir sind deshalb überzeugt, dass es sich um Yellow Baboons handelt. Aber vielleicht sind es auch Hybriden, oder die Chacmas sehen hier anders aus. Tatsächlich haben ja erst genetische Analysen vor 20 Jahren (zu denen wir Proben aus Goegap beigesteuert hatten) die Systematik der Pavio Arten entschlüsselt.
Am Horseshoe angekommen, sahen wir zwei Elefantenherden – eine aus Junggesellen und eine Zuchtherde – und vier andere Autos, was für uns schon fast zu viel war. Aber die Szenerie war dann doch schön.
Auf dem Rückweg wollte ich mich bereits beschweren, dass sich der Afternoon Drive wegen der paar Elefanten kaum gelohnt hatte, als Lindelani mir sagte, ich solle anhalten. Wieder irgendein Vogel, dachte ich mir. Aber es waren Wildhunde! Ein riesiges Rudel – zwanzig Tiere auf einmal. Und nicht, wie meist, hektisch unterwegs, sondern ruhig auf grünem Gras in einem Tal liegend! Wir verbrachten 20 Minuten mit den Tieren, ohne andere Autos, und machten zahlreiche Fotos und Videoaufnahmen (hier nur die vom Handy). Die mit Abstand beste Wildhundsichtung, die ich je hatte.
Um 18:30 zurück im Camp grillten wir unser letztes Fleisch. Eigentlich wollten wir heute Gemüsereis essen, aber morgen geht es nach Sambia. Und während meine Reiseführer sagen, Fleisch einzuführen sei kein Problem, meint die KI, wegen Maul- und Klauenseuche sei das streng verboten. Google weiß hier gar nichts. Also gehen wir lieber auf Nummer sicher.
Vom Licht angezogen sahen wir noch tolle Insekten und, in der Flutebene vor uns, Ziegenmelker auf der Jagd, während rechts von uns die Frösche quakten. Morgen können wir ausschlafen – und dann geht es in aller Ruhe nach Sambia.

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zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2025
2'519 Beiträge · seit 200906. Nov. 2025 · #15
Hallo Carsten,

eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben, aber da Du als Wissenschaftler ganz betont darauf eingegangen bist, gibt es jetzt doch einen Kommentar von mir.
Klar, Streifenmäuse sind keine Affen oder Paarhufer, aber es wundert mich schon, wie Du wiederholt Arten findest, die es in den von dir hier beschriebenen Gegenden gar nicht gibt. Pukus gibt es in ganz Namibia nicht, ebenso wie Yellow Baboons, die wirst Du dann in Zambia zur Genüge kennen lernen.

Nichts für Ungut, Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
6'372 Beiträge · seit 201107. Nov. 2025 · #16
Hoi zämä
fotomatte schrieb:Klar, Streifenmäuse sind keine Affen oder Paarhufer, aber es wundert mich schon, wie Du wiederholt Arten findest, die es in den von dir hier beschriebenen Gegenden gar nicht gibt. Pukus gibt es in ganz Namibia nicht...
Also will uns hier jemand einen Bären aufbinden, ist es das was du uns sagen willst?

Hmmm...
Ich bin zwar kein Wissenschaftler und in Namibia kenn ich mich überhaupt nicht aus, aber zumindest gemäss Wikipedia gibts Puku's in Namibia und auch Streifenmäuse sind gemäss Wiki im südlich der Sahara liegenden Teil Afrikas zwischen Guinea und Uganda beheimatet. Und meines Wissens liegt Namibia auch südlich der Sahara irgendwo zwischen Guinea und Uganda.

Da fragt man sich doch ob wirklich Wiki und Carsten falsch liegen und wenn nein weshalb so ein Einwand geschrieben wird.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter388 Beiträge · seit 201707. Nov. 2025 · #17
Nun, bei den Pukus bin ich mir auch nicht sicher, wegen der Verbreitungskarte. Aber nach dem Mammal Guide sollte es das gewesen sein.
Yellow Baboons gibts hier nach unserem guide und die sehen auf jeden Fall ganz anders aus, als unsere Chacmas.
Themenstarter388 Beiträge · seit 201707. Nov. 2025 · #18
Donnerstag, 6. November: Endlich Sambia!
Heute sollte eigentlich der bisher ruhigste und entspannteste Tag werden, mit weniger als 300 Kilometern Fahrstrecke vor uns: 110 km nach Katima, um einen Ersatzreifen zu kaufen, dann über die Grenze nach Sambia – der Grenzposten hier gilt als der ruhigste und schnellste – und anschließend rund 150 km bis zu den Ngonye Falls, wo wir vor 14 Uhr eintreffen wollten.

Immerhin das Ausschlafen hat geklappt. Nachts gewitterte es heftig, und ich fragte mich, ob man das im Dachzelt überhaupt überleben kann. Theoretisch nein – wenn der Blitz einschlägt, ist es vorbei. Praktisch ja – ich habe noch nie von einem Fall gehört, bei dem das passiert wäre. Um 5:30 Uhr wollte mein Körper aufstehen, ich zwang ihn jedoch bis kurz vor 7 Uhr liegen zu bleiben. Lindelani konnte ab 6 Uhr nicht mehr schlafen.

Gegen 8 Uhr fuhren wir los, kurz nach 9 Uhr erreichten wir Katima Mulilo. „Trentyre“ war – wie schon in Springbok – geschlossen. Ich vermute, die Firma ist pleite. Bei Zambezi Auto City hatte ich jedoch „Glück“ und bekam einen neuen Goodyear-Reifen. Das Unglück folgte prompt: Beim Rückwärtsfahren touchierte ich mit dem Ersatzreifen einen alten LKW. Ich hatte dort gehalten, wo man mir sagte, ich solle um die Ecke fahren – den Schrott-LKW auf dem vermeintlich freien Platz hatte ich nicht auf dem Schirm. Fünfzehn Minuten später bat man mich, wieder zurückzufahren. Am Cruiser war kein Schaden, am abgemeldeten LKW war das Vorderlicht zersplittert. Die Leute nahmen es gelassen, ich hinterließ meine Versicherungsunterlagen und gehe davon aus, dass ich nie wieder etwas davon höre.

Das Aufziehen des Reifens zog sich in die Länge. Dann noch die Rechnung: Die Reifenverkäuferin hatte mir den Preis inklusive Mehrwertsteuer genannt, die Kassiererin berechnete die Steuer dann nochmals obendrauf. Ich protestierte, und nach Rücksprache sollte es korrigiert werden. Nur wusste niemand, wie hoch der Preis ohne Mehrwertsteuer war. Als man mir sagte, die VAT betrage 15 %, konnte ich das immerhin schnell für sie ausrechnen. Insgesamt dauerte die ganze Aktion mit Werkstattsuche satte zwei Stunden.

Danach wollte ich zur Post, um meinen Strafzettel zu bezahlen. Vor mir standen jedoch mehr als 50 Leute in der Schlange – Monatsanfang, vermutlich Sozialhilfeauszahlung. Also ließ ich es bleiben.

Um 11:15 Uhr erreichten wir die Grenze. Vor uns stand die Riesenschlange eines Reisebusses. Freundlicherweise winkte man uns auf der namibischen Seite vorbei, sodass wir nach 20 Minuten bei der sambischen Seite ankamen. Dort war kaum etwas los, weshalb viele Schalter unbesetzt waren. Zuerst wollten wir Geld am Automaten holen, der laut Reiseführer vorhanden sein sollte – war er aber nicht mehr. Also wechselten wir auf der Straße genügend Bargeld für die Gebühren.

Der Pass war schnell gestempelt, die Fahrzeugabfertigung dauerte länger. Die Interpol-Mitarbeiterin war zunächst nicht da, verglich dann aber die Fahrgestellnummer mit den Papieren. Das überprüften später noch zweimal Polizisten. Da kaum jemand anderes anwesend war, kamen wir „sofort“ dran. Obwohl meine SANTAM-Versicherung auch für Sambia gültig ist, musste ich eine lokale Versicherung für 650 Kwacha abschließen, dazu knapp 600 Kwacha Road Tax und 20 US-Dollar Carbon Tax. Bis alle Daten im System waren, verging Zeit – dann fiel das System komplett aus. Nach über zwei Stunden waren wir schließlich fertig. Und das, obwohl außer uns kaum jemand dort war. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das abläuft, wenn an der Grenze wirklich Betrieb herrscht.

Nach Fleisch oder Obst fragte uns niemand. Auf Nachfrage hieß es, das wäre kein Problem gewesen. Die KI im Internet hatte also wieder einmal Unsinn erzählt – offenbar basierend auf einem Facebook-Post.

Weiter ging es nach Sesheke. Der Geldautomat akzeptierte keine unserer Karten, also standen wir fast ohne Kwacha da. Hätte ich doch an der Grenze mehr getauscht. Es reichte gerade für zwei SIM-Karten mit je 10 GB für 30 Tage. Ein junger Mann half uns freundlich und erledigte alles so schnell wie möglich – also in etwa einer halben Stunde.

Um 14:30 Uhr waren wir endlich wieder unterwegs. Die „einfache“ Grenze hatte uns also etwas mehr als drei Stunden gekostet.

Die Fahrt entlang des Sambesi ist berauschend. Der Fluss ist ein Traum. In Deutschland wohne ich am Rhein, aber das ist kein Vergleich. Vor allem am Anfang säumen prachtvolle Baobabs die Straße, dazwischen riesige, leuchtend rote Blütenbäume – alles mit dem Sambesi im Hintergrund. Wir sind im Herzen Afrikas angekommen.

Dann begann der Ärger mit den falschen Straßen auf der neuen T4A-Karte für mein Navi. Schon im Caprivi waren viele Camps nicht eingezeichnet, in Khaudum fehlte eine Strecke, und nun wieder Probleme. Ich war überzeugt, versehentlich meine alte Karte von 2003 installiert zu haben – dem war aber nicht so. Im Camp überprüfte ich: Es ist tatsächlich die aktuelle Version 25.05.01. Auf der App „T4A“ stimmt dagegen alles. Warum also nicht auf der Garmin-Karte? Ärgerlich.

Dazu kam ein Denkfehler meinerseits: Laut Reiseführer Zambia Self-Drive Guide und den Angaben in der App hatte ich die Route falsch im Kopf. Statt direkt zum Camp des Nationalparks bei den Ngonye Falls zu fahren, steuerten wir den Aussichtspunkt an der M10 an. Laut Buch ist der Blick von dort zwar besser, aber die Zufahrt führt über eine schwer auffindbare Sandpiste, die in einem vermüllten, menschenleeren Areal endet. Vermutlich hätten wir die Trampelpfade weitergehen sollen, aber wir waren genervt – und mir war noch nicht klar, wo genau mein Navigationsfehler lag.

Statt um 14 Uhr wie geplant erreichten wir erst nach 17 Uhr das Office des Nationalparks. Der Nachmittag war also alles andere als entspannt. Die Fälle selbst sind sehenswert, wenn auch nicht besonders hoch. Die ganze Szenerie ist bezaubernd – mehrere kleine Wasserfälle und Stromschnellen, umgeben von sattem Grün. Der Sambesi führt derzeit allerdings wenig Wasser, man sieht deutlich, dass der Pegel stellenweise fünf Meter höher stehen kann.

Am Park trafen wir auf einen Bus voller junger Sambier, die hier ebenfalls zelteten. Großartig, dass sie ihr eigenes Land bereisen – lebhaft und fröhlich. Für uns bedeutete das allerdings: Wir suchten einen ruhigeren Platz. Nur wenige Kilometer entfernt fanden wir im Whispering Sands Camp Unterkunft (450 Kwacha für uns beide) – ein schöner Platz mit fantastischer Aussicht. Ruhig war es dank der Frösche und Zikaden zwar nicht, aber das störte uns nicht. Außerdem waren wir die einzigen Gäste.


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zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2025
Themenstarter388 Beiträge · seit 201709. Nov. 2025 · #19
Freitag, 7. November, und Samstag, 8. November: Liuwa Plain National Park
Kurz vor 6:00 ging es los. Eigentlich wollte ich nach links zurück zur gut ausgebauten M10, aber mein Navi meinte, rechts lang wäre es 20 Minuten schneller. Nun gut, ist ja auch eine gute Teerstraße, dachte ich, die wir gestern zu den Ngonye Falls gefahren waren.
Schwerer Fehler. Die gute Teerstraße wurde zu einer guten Gravel Road, dann zu einer schlechten Gravel Road und schließlich zu einer schrecklichen Gravel Road mit viel zu vielen Schlaglöchern – und endete dann bei einem Pontoon. Für die 90 km auf dieser Straße brauchten wir gut zweieinhalb Stunden, während es auf der M10 weniger als eine gewesen wäre. Aber mein Navi meint ja, die M10 sei immer noch eine Gravel Road, obwohl sie das seit über fünf Jahren nicht mehr ist. Im Zambia Self-Drive Guide ist die Fahrzeit für beide Straßen hingegen richtig angegeben – das fand ich allerdings erst am Abend heraus. In Zukunft wissen wir die sehr guten Karten darin besser zu lesen!

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Nun rächte sich wieder, dass wir unterwegs kein Kwacha getauscht hatten. Denn hier in der Provinz konnten die Leute natürlich nichts mit Fremdwährung anfangen. Trotzdem brachte uns der Fährmann hinüber, für 10 US-Dollar statt 150 Kwacha. Danach nochmals 20 km langsame Sandpiste. Immerhin sahen wir hier nochmals – nach dem Caprivi – zwei Coucals und konnten sie auch gut fotografieren.
Anstatt wie geplant um 8:00 kamen wir um 9:30 beim Shoprite in Mongu an. Dieser war aber geschlossen: Stromausfall! Die vielen vor dem Supermarkt Wartenden wussten auch nicht, wann dieser denn aufmachen würde. Also erst mal Cash organisieren. Wieder lehnten die meisten ATMs unsere Karten ab – erst bei ABSA waren wir endlich erfolgreich, mit 200 Kwacha Gebühr für das Abheben von 3000. Shoprite war immer noch zu. Also zu Nam Beef, zum Metzger, um Fleisch einzukaufen – Rind, Schwein und Huhn. Dann zur Tankstelle: Es gab kein Diesel! Zurück beim Shoprite brannten inzwischen die Lichter, er war aber immer noch zu, und die Schlange davor unangenehm lang. Da wir alles Essentielle hatten, entschlossen wir uns weiterzufahren. Und bei der nächsten Tankstelle gab es auch Diesel.
Mein Navi kennt die sehr gut ausgebaute Teerstraße nach Kalabo nicht. Nach wenig mehr als einer Stunde waren wir dort – und auch über den Fluss führt inzwischen eine gute Brücke, so dass es keine Fähre mehr braucht. In Kalabo kauften wir noch Chips für die Afternoon Drives in einem Mini-Market, bekamen aber nirgends Feuerholz. Im T4A-Reiseführer stand, man müsse das hier besorgen. Aber wir bekamen es später am Office des Nationalparks.
Die Straße von der Grenze bis Kalabo ist also hervorragend, und so sind es nur wenige Stunden vom Caprivi zum Liuwa Plain National Park, wo im November und Dezember die weltweit zweitgrößte Gnuwanderung stattfindet. In Zukunft wird das wohl deutlich mehr Touristen in diesen abgelegenen Nationalpark bringen.
Sofort nach Kalabo hört die gute Straße auf, und dann sind es 10 km in tiefem Sand – Khaudum-Style – bis zum Park Office. Wir reduzierten den Reifendruck wieder auf deutlich unter 2 Bar und kamen so im tiefen heißen Sand gut voran. Nach weniger als einer halben Stunde waren wir am Office, wo wir uns registrierten. Ganz billig ist es hier nicht: Die einfache Faltkarte 6 Dollar, der Aufkleber fürs Auto 5 Dollar. Für zwei Tage Parkgebühren und Camping hatte ich 190 US-Dollar im Voraus überweisen müssen (80 Parkgebühren, 80 Camping, 30 Auto), wozu aber noch 2 × 20 US-Dollar Bankgebühren kamen. Also kein billiges Unterfangen – und die Banküberweisung hinzubekommen war auch nicht einfach. Für Kasanka hatte ich dann Wise benutzt, was deutlich billiger und einfacher war. (Für Mana Pools in Simbabwe geht Wise aber nicht; von meinem deutschen Konto aus funktionierte es nicht, aber von meinem südafrikanischen aus.)
Der Weg zum Office führt durch Wald, aber wenige Kilometer nach dem Office kommt man in die offenen Liuwa Plains – ein Gebiet von 3600 Quadratkilometern, das ab Januar unter Wasser steht. Anfang November, zu Beginn der Regenzeit, wandern hierher über 40 000 Gnus und 4500 Steppenzebras aus Angola (Zambia Self-Drive). Während im Prospekt des Parks steht, die Gnus würden im Laufe des Jahres im Uhrzeigersinn durch den Park ziehen. Wahrscheinlich stimmt beides: Einige Gnus bleiben das ganze Jahr über im Park, andere ziehen in der Trockenzeit ins nahe Angola.
Im Oktober und November kalben die Gnus hier – Futter für vier große Hyänenclans und die Löwen, die hier vor einiger Zeit ausgesetzt wurden. Im Januar füllt sich die Ebene mit Wasser, die Gnus bleiben aber hier, bis die Pfannen im Juni austrocknen und sie zurück nach Angola ziehen. Während der Regenzeit ist der Park nicht befahrbar; die beste Zeit für einen Besuch ist jetzt, im November.
Es gibt mehrere Campingplätze, wobei das zentral gelegene Katoyana bei weitem der beliebteste ist. Deshalb hatte ich schon früh im Jahr gebucht, als noch alles frei war. Half aber nichts: Als ich ankam, waren alle offiziellen Plätze belegt, da überbucht war, und wir bekamen eines der weniger schönen Overflow-Camps. Wobei das zweite Overflow-Camp, direkt hinter den Toiletten (die Leute dort konnten das Geschäft der Toilettenbesucher problemlos hören), später auch noch belegt wurde. Aber am Samstag konnten wir dann auf einen offiziellen Platz umziehen – sehr groß und schön, mit Unterstand als Schutz vor Sonne und Regen. Unser Overflow-Camp direkt daneben wurde am Nachmittag dann von sechs Autos aus Südafrika belegt, so dass auch bei uns keine Einsamkeit mehr einkehrte. Immerhin: Die Campinggebühren gehen direkt an die Community, die noch im Park lebt. Es gibt dort mehrere Dörfer mit insgesamt immerhin 10 000 Bewohnern.
Die Gnus wandern hier nicht wie in der Serengeti in großen, Flüsse durchquerenden Herden, sondern sickern quasi vom Norden her kontinuierlich ein. Deshalb sind die Fotos der Wanderung hier weniger spektakulär. Vor meinem Besuch fragte ich mich, ob es sich wirklich lohne, hierher zu kommen, denn tolle Fotos sah ich keine – und selbst das offizielle Video des Parks war nicht berauschend. Aber das Erlebnis selbst ist dann doch äußerst beeindruckend. An manchen Stellen sieht man überall Gnus; sie sitzen wie schwarze Läuse im Grasfell der Ebene, mit ein paar Zebras mittendrin. Die jungen Kälber springen übermütig hin und her, trainieren ihre Muskeln, um den Raubtieren zu entkommen. So steht man in der Ebene, umzingelt von Gnus. Man darf das Auto verlassen und kann so schöne Aufnahmen machen. Die Gnus sind aber etwas scheu und halten immer einen Sicherheitsabstand von etwa 20 Metern ein. Dann fährt man aus der Ansammlung heraus in tierleere Teile der Ebene – und ein paar Kilometer weiter in die nächste Gruppe hinein. Ein faszinierendes Naturwunder, und ich kann allen den Besuch hier sehr empfehlen.
Am ersten Nachmittag fuhren wir weiter in den Norden zu den Miyanda Pools, aber desto weiter wir in den Norden kamen, desto weniger Tiere sahen wir. Doch eine andere Wanderung, Trek-Touristen, eine Karawane von sieben Autos, kam uns entgegen. Die meisten Tiere sind tatsächlich direkt beim Katoyana-Camp, das überbucht ist, während im Mukalabumbu-Camp niemand war.
Es gibt hier etwa 10 Löwen, 15–20 Geparden, ein paar Wildhunde und hunderte Hyänen. Nachts hörten wir die Hyänen vom Camp aus. Zwei davon sahen wir Samstagmorgen in der Nähe von Lone Palm. Freitag Nachmittag hatten wir bereits eine einsame Löwin gesehen. Als wir Samstagvormittag um 9:00 zurück auf dem Weg zum Camp waren, sahen wir vor uns auf einem Hügel ein Game-Viewing-Vehicle, von dem aus man uns hektisch zuwinkte, als ob wir verschwinden sollten. Das Auto stand 100 m offroad von der Straße, während ich ganz langsam den Main Track weiterfuhr. Dann sahen wir eine herrliche Löwin direkt neben der Straße sitzen. Wir hielten an, und nach einiger Zeit kamen von rechts zwei weitere Löwinnen dazu.
Dann kam von hinten das Game-Viewing-Auto herangefahren und hielt neben uns. Der Fahrer beschwerte sich – seiner Meinung nach hätten die Löwen jagen wollen, und wir hätten das verhindert. Ich fragte ihn nur, ob er eine Genehmigung habe, offroad zu fahren, was hier streng verboten ist. Zudem sah ich keinerlei Hinweise darauf, dass die Löwen jagen wollten – und wenn, dann hätte unser Auto die Aufmerksamkeit der Gnus auf uns gelenkt. Die Tatsache, dass hier überall Gnus herumstehen, bedeutet nicht, dass die Löwen ständig jagen wollen. Aber den reichen Gästen der Lodge wird das halt erzählt – in der Hoffnung auf mehr Trinkgeld. Die Konsequenz sind illegales Offroading, herablassendes Verhalten der reichen Lodge-Gäste uns gegenüber (eine Dame hatte uns den Vogel gezeigt) und die Meinung, wir dürften nicht den Main Track entlangfahren, wenn das den reichen Leuten nicht passt.
Neben den Säugetieren gibt es auch an Vögeln einiges zu sehen. Der herrliche Kronenkranich, der Pfau Afrikas, bei dem das Weibchen fast so bunt ist und genauso gekrönt wie das Männchen, ist sehr häufig, in Gruppen von zwei bis zehn Tieren. Kleine braune Vögel waren nach Lone Palm häufig – aber was war das? Gerade als Lindelani im Prospekt las, dass hier „Africa’s entire population of black-winged pratincoles cross through the park between June and December on their way from northern Europe …“ verdunkelte sich der Himmel, und ein riesiger Schwarm tausender dieser Vögel flog über uns hinweg. Auf Deutsch heißen sie Schwarzflügelige Brachschwalben! Einen Sekretär, Klunkerkraniche und einiges an Wasservögeln sahen wir auch noch.
So verbrachten wir zwei schöne Tage im Park. Am Freitag war die Fahrt durch die Gnuherden zum Camp beeindruckend, die Nachmittagsfahrt in den Norden mit der einsamen Löwin dagegen unspektakulär. Am Samstagmorgen fuhren wir zu Lone Palm, insgesamt gut drei Stunden, hatten eine lange Pause im Camp und dann wieder von 15:00 bis 17:45 eine ähnliche Route wie am Morgen.

Bilder des ersten Tages

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zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2025
Themenstarter388 Beiträge · seit 201709. Nov. 2025 · #20
Bilder des zweiten Tages in Liuwa

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