TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201428. Apr. 2024 ·
Immer noch der 20.11.23
Abschied von Jstor in Rooibrak
Kurz vor 14 Uhr hält uns nichts mehr in unserem heißen Honeymoonchalet. Auch der Deckenventilator schafft nicht so richtig Abhilfe. Wir sind froh wieder in unserem Auto mit Klimaanlage zu sitzen. Da es noch früh am Nachmittag ist, erwarten wir um diese Zeit nicht viel und so wollen wir bei Kieliekrankie über die untere Dünenstrasse ins Nossob Tal wechseln und weiter nach Twee Rivieren fahren. Also die große Runde drehen. Als wir bei Eric unseren Laufzettel abholen, fragt er uns, in welche Richtung wir geplant haben zu fahren. Als er hört, dass wir nach Twee Rivieren kommen werden, bittet er uns, für ihn aus dem Shop eine Flasche Cola, ein kleines Päckchen Zucker und Milch mitzubringen. Das machen wir doch gerne. Wir wollen sowieso in den Shop, weil wir ja für unseren sechstägigen Aufenthalt in Uri keine WiFi Gutscheine in Mata Mata besorgen konnten. Kurz hinter Kamqua sehen wir im Auob Tal eine kleine Straußenfamilie.
Viele Jungtiere sind nicht mehr zu sehen. Oft sind die Straußengelege viel größer; im Schnitt bestehen sie aus 20 bis 24 Eiern. Eine so große Familie durchzubringen ist schier unmöglich. Es gibt genug Raubtiere, für die Straußenkinder eine leichte Beute sind. Zeiten der Dürre verschärfen noch den Überlebenskampf. Es gibt dann zusätzlich auch noch wenig Nahrung für diese großen Vögel. Unsere Fahrt endet aber ziemlich abrupt. Ein Roadblock bei Rooibrak zwingt uns zu Stoppen. Eine Ansammlung von 5- 6 Autos auf der Pad verhindert die Weiterfahrt.
Hier gibt es kein durchkommen mehr. Einige Autos davon stehen sogar quer auf der Straße. Alle Insassen richten gespannt die Augen auf einen Busch auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserlochs. Jstor ist wieder da. Aber im Gegensatz zu heute Vormittag hat er mehr Bewunderer. Nachdem er, kurz nach unserer Ankunft, seinen Blick auf uns richtet, dauert es nicht mehr lange.
Als hätte er auf uns gewartet, steht er jetzt auf und beginnt seine nachmittags Vorstellung vor ausgebuchtem „Theater“.
Jstor wendet sich zur Begrüßung in unsere Richtung.
Anschließend läuft er direkt auf ein vor uns stehendes Auto zu. Unter diesem findet er ein schattiges Plätzchen.
Wir bleiben mit ihm immer in Augenkontakt. Er bleibt eine Weile unter dem Pick-up liegen, bevor er sich auf den Weg zum Wasserloch macht.
Auch jetzt tut uns Jstor wieder den Gefallen, in unsere Richtung zu gehen, um dann direkt an uns vorbei aufs Wasserloch zuzugehen.
Da wir wissen, welchen Weg er anschließend nehmen wird, fahren wir schon mal vor allen anderen in eine gute Position.
Alles geschieht, als sei es von uns geplant. Er läuft wieder wie heute Morgen zu den Bäumen, um sich die Krallen zu schärfen (warum macht er das wohl? 🙂
Anschließend legt er sich noch eine Weile beim Wasserbehälter in den Schatten. Er findet aber bei einigem Hin-und Herdrehen nicht so richtig Gefallen an diesem Platz. Es ist die gleiche Stelle, wo gestern noch „unser“ altbekannter Löwe lag.
Vielleicht wird ja auch Jstor wie dieser Löwe für zukünftige Aufenthalte zu „unserem“ Leo. Wir würden uns freuen, ihn noch viele Jahre zu sehen, um seine Entwicklung zu verfolgen. Jetzt beendet er seine Vorstellung und läuft ein Stück die Düne hoch, um dann hinter einem großen Gebüsch zu verschwinden.
Wir setzen unsere Fahrt fort. Unter einem schattigen Baum sehen wir einen Kaptriel.
Beim Montrose Wasserloch werfen wir wieder einen Blick zum Vogelbaum. Das Baumloch des Stirn-Bartvogels ist leer...
.... nein doch nicht, der tolle Vogel streckt nun seinen Kopf heraus. Die Szene erinnert uns an eine Kuckucksuhr.
Auf einem anderen Baum sitzt im Geäst ein Rotschulter-Glanzstar.
Bis Twee Rivieren kommen wir heute nicht mehr. Leider müssen wir dann Eric enttäuschen und die Besorgungen auf den nächsten Tag verschieben. Für uns heißt das auch ein weiterer Tag ohne Wi-Fi. Aber wenn es so mit unserem Glück weitergeht, verzichten wir gerne darauf. Auf der Rückfahrt sehen wir am Gnu-Kadaver von heute Morgen zwei von den drei Löwinnen. Sie liegen faul am Straßenrand und wir halten uns hier nicht länger auf.
Ein paar Kilometer weiter kommt es noch zu einer schönen Begegnung, welche wir so auch noch nie beobachten konnten. „Erdmanns“ und Erdhörnchen scheinen einen nachbarschaftlichen Plausch zu halten.
Als wir in Uri ankommen, geben wir Eric den Laufzettel und entschuldigen uns, weil wir ohne seine Bestellung ankommen. Wir erzählen ihm von unserer erneuten Begegnung mit dem Leo. Er grinst und zeigt großes Verständnis für den Lieferverzug. Wir setzen uns noch auf die Terrasse und schauen auf den farbenfrohen Abendhimmel.
Am Wasserloch sehen wir einen Schakal und als es später dunkel wird, noch eine Elenantilope und einige Kaptriele.
Der vierte Tag in Uri war wieder spannend und unvergesslich.
Liebe Tinochikas, vielen herzlichen Dank für eure ausführliche Antwort auf meine Fragen. Wieder was dazugelernt! Im Moment gibt es so viele Reiseberichte vom KTP im Forum, dass ich schon ganz angefixt bin und am liebsten schon die Koffer packen würde. Leider ist das frühestens 26 möglich. Vorher stehen aber zum Glück noch zwei andere schöne Reisen an.
Darf ich noch eine Frage stellen? Wenn ich lese wie schwierig es ist, eine Unterkunft im KTP zu buchen, verlässt mich ein bisschen der Mut. Ich habe irgendwo gelesen, dass man auf den Tag genau 11 Monate vor Reiseantritt nachts um zwei buchen soll. Hätte ich überhaupt eine Chance online zu buchen? Mein Englisch ist so grottenschlecht, dass ich mir nicht zutraue die Buchung telefonisch anzugehen. Wenn ich einen Reiseanbieter beauftrage, wird der ja nur einmal das buchen was gerade zur Verfügung steht. Wobei ich sicherlich für die 8 Tage KTP einen Zeitraum von zwei oder drei Wochen angeben und dann den Rest der Reise drum rum buchen könnte. Mit der Umbucherei bis es passt, müsste ich mich ja wahrscheinlich selbst rumschlagen. Aber die Frage ist eben, ob man online überhaupt eine Chance hat.
Vielleicht muss ich mich damit zufriedengeben, eure wunderbaren Schilderungen und Fotos zu genießen. Liebe Grüße, Silvia
Tinochika schrieb:Er läuft wieder wie heute Morgen zu den Bäumen, um sich die Krallen zu schärfen (warum macht er das wohl? 🙂
Er markiert damit den Baum als sein persönliches Eigentum. 😉 Katzen haben an den Pfoten nämlich ebenfalls Duftdrüsen und so zeigt er anderen (insbesondere dem Löwen, der diesen Platz offensichtlich ja auch super findet) "das ist meins".
Logi schrieb: Er markiert damit den Baum als sein persönliches Eigentum. 😉 Katzen haben an den Pfoten nämlich ebenfalls Duftdrüsen und so zeigt er anderen (insbesondere dem Löwen, der diesen Platz offensichtlich ja auch super findet) "das ist meins".
LG Logi
Wie bei Menschenkindern! Das erinnert mich intensiv an die Nutellagläser meiner Töchter im Kühlschrank. Auf jedem stand: "meins" .😄 LG freshy
Nacho schrieb: Wenn ich lese wie schwierig es ist, eine Unterkunft im KTP zu buchen, verlässt mich ein bisschen der Mut. Ich habe irgendwo gelesen, dass man auf den Tag genau 11 Monate vor Reiseantritt nachts um zwei buchen soll. Hätte ich überhaupt eine Chance online zu buchen?
nein das ist nicht nötig. früh buchen ist wichtig, aber nach meiner bisherigen Erfahrung wird immer wieder was frei, auch noch kurz (mehrere Wochen) vor der Reise. vielleicht nicht in allen Camps aber da geht schon immer mal was. man muss im Zweifel halt am Ball bleiben und täglich mal ins System schauen.
Lotusblume1’947 Beiträge · seit 200930. Apr. 2024 ·
Hallo liebe Tinochikas, ich finde gar nicht die richtigen Worte zu euren Fotos einfach grandios, Oberhammer! Der Leopard, Jstor, ist tatsächlich makellos schön. Aber auch die Löwenbilder einfach genial. 🤩
Euer Reisebericht fesselt mich regelrecht an den PC und ich musste im Portugal Urlaub sehr mit mir hadern nicht kurz online ins Forum nach euren Bericht zu schauen. 😎
seid lieber mal ein bisschen sparsamer mit Eueren Katzenfotos, denn ich schätze mal, dass deswegen das halbe Forum in den KTP will, und zwar genau zur gleichen Zeit wie Ihr beide. Das wird eine schöne Autoschlange, die Euch dann verfolgt. 😉
Herzliche Grüße, und die Bilder von Euch sind wirklich sensationell! 🙂
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201403. Mai 2024 ·
casimodo schrieb:
Ich will hier gemütlich lesen und du kommst mit dem Bilder Einstellen nicht nach
Lieber Carsten,
bitte in Zukunft etwas Geduld. Wir versprechen dir, dass sich das Warten lohnt.
Nacho schrieb:
Wenn ich lese wie schwierig es ist, eine Unterkunft im KTP zu buchen, verlässt mich ein bisschen der Mut.
Hallo Silvia,
Wir haben unsere bisherigen 5 Aufenthalte noch nie über eine Agentur gebucht. Vor ein paar Jahren war es noch einfacher, Wilderness Camps zu erhalten. Der Park wird aber zunehmend beliebter. Von April bis September verbringen sehr viele Südafrikaner ihren Urlaub dort. Es ist nicht so heiß und viele genießen das Campingleben bzw. ihren Braai am Abend in den Wilderness Camps. Für Fotografen und Tierliebhaber bieten sich die Monate ab Oktober bis März an. Die Öffnungszeiten sind dann optimaler.
Zum Buchungsablauf: Wir wählen uns am Tag der Online-Buchungsfreigabe sofort gegen Mitternacht bei San Parks ein und buchen unsere Rundtour in der Hoffnung, dass auch Wilderness Camps frei sind. Sollten andere schneller sein als wir, schauen wir im Laufe des Jahres immer wieder bei San Parks nach und buchen gegebenenfalls um. Leider ist die Auswahl in der Nacht bei den Wilderness Camps nicht mehr groß, denn die telefonische Buchungsmöglichkeit ist schon morgens ab 08:00 Uhr geöffnet.
Etwa 4 Wochen vor Reiseantritt endet die Frist der kostenlosen Umbuchung und Stornierung. In dieser Zeit geben noch einige ihre Buchung wieder zurück und die Chancen, ein begehrtes Camp zu erhalten, steigen wieder. Telefonisch haben wir es auch schon versucht zu buchen. Aber hier scheitert es nicht am Englisch, sondern eher an der Ungeduld der Mitarbeiter. Sobald man das erste Camp bei ihnen einbuchen läßt, folgt wie aus der Pistole geschossen next, next, next. So schnell kann niemand einen Reiseplan basteln.
Logi schrieb:
Er markiert damit den Baum als sein persönliches Eigentum.
Hallo Logi,
als Katzenmenschen war uns das bekannt. Was du schreibst, ist natürlich zutreffend. Wir haben zwei Stubentiger, daher haben wir es für sie spezielle Kratzbretter und Kratzbäume in der Wohnung. Es gibt aber noch einen zweiten Grund für dieses Verhalten. Beim Kratzen werden die Krallen gleichzeitig noch geschärft und gereinigt. Nur bei Jstor ist es etwas anderes. Er reagiert zusätzlich auch auf ein gewisses“klebriges Zeug“ 🙂
freshy schrieb:
Wie bei Menschenkindern! Das erinnert mich intensiv an die Nutellagläser meiner Töchter im Kühlschrank. Auf jedem stand: „meins"
Hallo Gertraude,
so eine Erziehung ändert sich auch bei Erwachsenen nicht 😄
Hallo jekabemu,
du sagst es!
Wir haben jetzt Nacho’s fragen noch einmal ausführlich beantwortet.
Lotosblume schrieb:
ich finde gar nicht die richtigen Worte zu euren Fotos einfach grandios, Oberhammer!
Hallo Lotusblume,
danke für das tolle Kompliment und dass wir dich mit unseren Fotos sprachlos machen.
ANNICK schrieb:
Ihr habt echt eine Katzenanziehungskraft………
Hallo Annick,
die hat auch bis zum Ende unserer Reise nicht nachgelassen.
bayern schorsch schrieb:
seid lieber mal ein bisschen sparsamer mit Eueren Katzenfotos, denn ich schätze mal, dass deswegen das halbe Forum in den KTP will, und zwar genau zur gleichen Zeit wie Ihr beide. Das wird eine schöne Autoschlange, die Euch dann verfolgt.
Hallo Claus,
so lange wir in der Poleposition bleiben und die Katzen uns weiter wohlgesonnen sind, ist uns das egal. Wenn du willst, kannst du dir schon mal den 09. Januar bis 01. Februar vormerken. 🙂
Vielen lieben Dank euch beiden, für die ausführliche Beschreibung wie ihr bei den Buchungen für den KTP vorgegangen seid. Auch für eure Hinweise bezüglich Reisezeit bin ich sehr dankbar. Dieses und nächstes Jahr sind bereits verplant. Den KTP haben wir für Januar oder Februar 2026 ins Auge gefasst. Aber vorerst verschlinge ich alle Reiseberichte die gerade eingestellt werden, lasse mich inspirieren und träume mich schon mal ins Jahr 26 🤩 Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Silvia
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201406. Mai 2024 ·
21.11.23
Ein perfekter Vormittag
In den Wilderness Camps ist es ein großer Vorteil, dass man morgens zu den Öffnungszeiten sofort losfahren kann. Lange Warteschlangen wie z. B. in Nossob gibt es hier nicht. Um 05:30 Uhr sind wir bei Eric am Office, erhalten unseren Laufzettel und können sofort durchstarten. Wie gestern schon geplant wollen wir heute die große Runde nachholen. Hoffentlich hält uns nicht wieder ein Leo auf, 🙂 🙂 🙂 sodass wir ein Stückchen weiter als bis Rooibrak kommen. Geplant ist, entlang des Auobtals zu fahren, um dann bei Auchterlonie auf die untere Dünenstrasse einzubiegen und bei Kij Kij in Richtung Twee Rivieren abzubiegen. Der Rückweg soll entlang der Wasserlöcher im südlichen Auobtal gehen, um dann gegen Mittag zu einem späten Frühstück wieder hier in Uri zu sein. Die Wasserlöcher bis Rooibrak sind heute Morgen verwaist und kein, zumindest sichtbares Lebewesen hält sich hier auf. Jetzt sind wir gespannt, ob sich die Löwinnen, die wir gestern knapp einen Kilometer weiter bei einem Gnu-Riss gesehen haben, auch heute noch da sind. Tatsächlich, die Beute liegt immer noch unter dem Baum. Das Gnu ist schon gut abgeknabbert. Die ersten Sonnenstrahlen beleuchten die einzelnen Rippen. Das hat schon fast etwas Ästhetisches.
Die Löwinnen sind immer noch ganz in der Nähe und bewachen ihre Mahlzeit.
Das Gnu haben sie noch nicht für die Leichenfledderer freigegeben. Hyänen, Schakale und Geier müssen sich wohl oder übel noch etwas gedulden.
Die drei Löwendamen liegen faul am Straßenrand. Sie sind aber jetzt frühmorgens noch ausgeruht und wach.
Es gibt kaum etwas Langweiligeres, als schlafende Löwen zu beobachten und darauf zu warten, dass sie sich bewegen und gnädigerweise mal den Kopf heben. Wir haben aber heute zu früher Stunde Glück und so kommen ein paar schöne Löwenporträts zustande.
Wir bleiben eine Weile bei ihnen stehen und wie es im Leben so ist, vor dem Schlafengehen sucht man erst noch einmal die Toilette auf. Das ist bei Löwen auch nicht anders.
Als sich die Damen anschließend zum Schlafen legen, fahren wir weiter.
Die Wasserlöcher Montrose, Bataluma und Gemsbokplein passieren wir, ohne anzuhalten. Kurz vor Auchterlonie biegen wir auf die untere Dünenstrasse ab. Diese Strecke fahren wir trotz Bodenwellen und sandigen Abschnitten sehr gerne. Mit dem Ranger ist das auch kein Problem, denn das Auto hat eine super Straßenlage auf allen Belägen. Hier auf der Dünenstraße und ebenso auf der Strecke rund um Gharagab sind im Park häufig Steinböckchen zu sehen. Leider sind sie immer etwas scheu. So ist es auch heute. Bevor wir stoppen können, ist eine kleine Familie schon verschwunden. So bleibt das schöne Bild von einer säugenden Mutter mit ihrem Kitz und dem Bock nur in unserem Gedächtnis haften. Es wäre zwar das schönste Bild geworden aber leider müssen wir uns mit anderen Aufnahmen von diesen kleinen Wesen begnügen.
Ebenso häufig trifft man hier in den Dünen auf Weißflügeltrappen. Eine davon läuft nahe am Straßenrand entlang. Leider ist sie nicht so gesprächig, wie die, welche wir vor ein paar Tagen hier in unserem Bericht in einem kleinen Video-Clip gezeigt haben.
Am Wasserloch von Kij Gamies ist es ruhig, selbst das Windrad dreht sich nicht.
Aus Erfahrung wissen wir, dass man an den Wasserstellen der Dünenstrasse lieber etwas langsamer vorbeifährt. Es gibt hier auch bei größter Trockenheit noch Gras. Die harten Halme des Dünengrases sind sicher für viele Tiere einfach ungenießbar. Wir beobachten die Umgebung ganz genau, man weiß nie, was sich hier im hohen Gras versteckt. Auch jetzt verlässt uns die Katzenfee nicht. In weiter Entfernung sehen wir eine Löwin.
Wie magisch angezogen läuft sie in unsere Richtung und zeigt sich von ihrer schönsten Seite.
Wir können es selbst kaum glauben, sie geht nicht zum Wasserloch, sondern kommt direkt auf unser Auto zu.
Anschließend verabschiedet sie sich hinter den Dünen.
Noch lange nach dieser tollen Sichtung überlegen wir woher die Löwin gekommen sein mag und wohin sie gehen wird. Am vorletzten Tag unseres KTP Aufenthalts löst sich das Rätsel. Im gebührenden Abstand wird die Löwin von einem Schakal verfolgt, dieses Verhalten haben wir schon oft bei Schakalen beobachtet.
Sie sind wahre Künstler im Abstauben von Beutestücken. Gar manchem kostet das sicher sein Leben. No risk no fun ! Auf dem weiteren Weg durch das Dünengebiet begegnen uns abwechselnd Riesentrappen und immer wieder Steinböckchen.
Eine Leopard-Schildkröte entdeckt ein kleines Pflänzchen.
Wie weit ist sie wohl in ihrem angeborenen Tempo gelaufen, um in dieser Landschaft etwas Fressbares zu finden? Auch ein Sekretär hat es schwer. Allerdings kann er schneller mit seinen langen Beinen ein großes Gebiet absuchen.
Bei unserem nächsten Vogel ist die Bestimmung mal wieder nicht ganz einfach. Es handelt sich entweder um einen Weißbürzel-Singhabicht oder um einen Gabar. Wahrscheinlich ist es ein Weißbürzel-Singhabicht, weil er sich in Bodennähe aufhält und von dort nach Mäusen, Echsen und anderem Kleingetier jagt. Gabare haben es meistens auf kleine Vögelchen abgesehen und bevorzugen es hoch in den Bäumen zu sitzen, um von dort auf Vogeljagd zu gehen.
Am Wasserloch von Kij Kij sehen wir nichts. Ohne zu stoppen, biegen wir in Richtung Twee Rivieren ab. Ein ziemlich großer Grader kommt uns entgegen.
Er ist uns auf jeden Fall überlegen. Wir fahren sofort an den Straßenrand und geben die Pad frei. Hier entlang des Nossobtals befinden sich die Wasserstellen Rooiputs und Leeuwdril. Keines der beiden lohnt sich für einen Stopp. Vielleicht liegt es auch an der Uhrzeit, dass es hier nichts mehr zu sehen gibt. Auf der weiteren Strecke wuselt eine Fuchsmanguste im Gestrüpp herum. Dieses Tierchen haben wir auch schon besser fotografiert.
Dafür gelingen uns etwas später schöne Aufnahmen von einer großen Straußenfamilie.
Es freut uns, dass wir einen Pygmy Falken entdecken. Allerdings ist dieser nicht so kooperativ wie die großen Katzen der letzten Tage. Er versteckt sich im Geäst von einem Kameldornbaum und es gelingt uns nur eine Beweisaufnahme von dem Zwergfalken.
Gleiches gilt für die Perlhühner, die wir kurz vor Twee Rivieren sehen. Wir zeigen sie hier auch nur, weil wir sie zuvor noch nie im KTP gesehen haben.
In Twee Rivieren angekommen, stöbern wir ein wenig im Shop herum. Wir kaufen uns zwei WiFi-Gutscheine für Urikaruus, damit wir nach Tagen der Abstinenz mal wieder online sind. Eric haben wir natürlich auch nicht vergessen. Wir erledigen seinen Auftrag und holen für ihn Cola, Zucker und Milch. An der Sichtungstafel, die direkt neben dem Shop hängt, sind gegen 09:30 Uhr noch keine Sichtungen eingetragen. Wahrscheinlich ist noch niemand vom Game Drive zurück im Camp, um die Punkte auf die Tafel zu setzen.
Wir fahren an die Tankstelle und füttern unseren Ranger. Anschließend machen wir uns auf den Rückweg durchs Auobtal nach Uri. Das Licht wird wieder gleißender und die Temperaturen steigen am Vormittag schon auf über 35 Grad . Auf unserer Rückfahrt passieren wir die Wasserlöcher von Humoed, Monro, Kampfersboom, Auchterlonie, Gemsbokplein, Bataluma und Montrose. Sie liegen mittlerweile in der prallen Sonne und kein Tier zeigt sich hier bei diesen Temperaturen. Lediglich ein fotogener Gemsbock lässt uns kurz die Fahrt unterbrechen. Er steht auf einer Abbruchkante und überblickt von dort auf das Auobtal.
Am Gnuriß kurz vor Rooibrak halten wir bei den Löwinnen, die jetzt vor sich hin dösen. Eine Löwin liegt mitten auf der Pad im Schatten eines Baumes. Wir müssen aufpassen, dass wir ihr nicht über die Pfoten fahren.
Vom Hunger haben wir bis jetzt nicht gesprochen. Das ist auch besser so, denn wir können es beide kaum erwarten, auf unserem Balkon im Hooneymooner zu sitzen und zu brunchen. Nach dieser großen Runde haben wir es uns verdient.
dass ihr mit der Sichtungsfee per Du seid, ist ja inzwischen hinlänglich bekannt, von daher überrascht die morgendliche Löwensichtung nicht, aber dass die Katzen jetzt schon auf euch zulaufen und quasi darum betteln von euch im Morgenlicht fotografiert zu werden, grenzt ja schon fast an Frechheit 😉 Unsereins muss sich jede Katzensichtung durch stundenlanges Herumgekurve und Suchen mühselig erarbeiten, während sich euch die Löwen quasi vors Auto werfen 🤩
Spaß beiseite, da sind euch erneut wirklich wunderbare Aufnahmen gelungen, herzlichen Dank fürs Teilen 😘
Bei aller Begeisterung für die Löwen ist mein heutiger Favorit jedoch die kleine Schildkröte, die gerade im Begriff ist, sich über das Pflänzchen herzumachen. Solch ein Foto sieht man nun wirklich nicht oft.
Ich freue mich auf eure Fortsetzung.
Schönen Start in die Woche und liebe Grüße Kordula 🙂
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201412. Mai 2024 ·
Gabi-Muc schrieb:
Bei den Straußen-Babys sieht es so aus, als ob ihr auf der Straße gelegen habt.
Hallo Gabi,
ja, das könnte man denken. Wie schon öfters hatten wir das Glück, dass die Straße tiefer lag als das Motiv. Auch wir freuen uns jedes Mal über solche Aufnahmen.
Dandelion schrieb:
dass ihr mit der Sichtungsfee per Du seid, ist ja inzwischen hinlänglich bekannt, von daher überrascht die morgendliche Löwensichtung nicht, aber dass die Katzen jetzt schon auf euch zulaufen und quasi darum betteln von euch im Morgenlicht fotografiert zu werden, grenzt ja schon fast an Frechheit
Hallo Kordula,
das stimmt. Egal wo wir uns hingestellt haben, ob als Erster oder letzter in der Reihe, die Katzen haben immer erst geschaut, wo wir mit unserem Auto stehen und sind dann auf und zu gekommen. 🙂
Daxiang schrieb:
kein Wunder, dass ihr immer so lange im KTP seid - bei eurem Sichtungsglück kommt ihr ja sonst vor lauter Katzen nicht voran!
Hallo Konni,
dieses Jahr im Oktober sind wir länger in Namibia und Botswana. Mal sehen, ob wir unsere geplante Route schaffen, oder ob du Recht behältst, dass wir in 4 Wochen nicht weiter als Etosha kommen. 🙂
ANNICK schrieb:
Da würde ich es im Park bestimmt auch längere Zeit aushalten.
Hallo Annick,
so wie wir dich aus deinen Berichten kennen, würdest du es sicher noch länger aushalten.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201413. Mai 2024 ·
21.11.23
Mahlzeiten
Nach diesem tollen Vormittag haben wir es nicht so eilig. Wir genießen die Stille in Urikaruus. Wir denken an die Zeit zu Hause, die Zeit des Wartens und die Zeit der Vorfreude. Jetzt sind wir in Uri und einfach nur glücklich. Das Leben kann so schön sein. Wir genießen jede Minute, die wir hier verbringen dürfen. Auch die Zeit des Nichttuns ist für uns wichtig und gehört zu einem schönen Urlaub und einer entspannten Reise einfach dazu.Selbst unsere Kameras liegen im Bungalow und nicht griffbereit neben uns und das soll schon was heißen.
Es ist gegen 16:00 Uhr und das Licht wird immer besser. Jetzt hält uns nichts mehr. Das Gefühl, etwas zu verpassen, bleibt immer bestehen und dieses können wir auch bei jeglicher Entspannung wahrscheinlich nie ausschalten. Die Wildnis ruft, da gibt es kein entrinnen. Nach einem kurzen Schlangen-Check rund um unser Auto kann’s losgehen. In Richtung Kamqua und Rooibrak zu fahren ist eigentlich vorprogrammiert, schließlich hatten wir die letzten Tage auf dieser Strecke durchs Auobtal unsere besten Sichtungen. Ein erstes schönes Motiv zeigt sich in Form einer Giraffe.
Erstaunlich, wie gut getarnt diese Tiere sind. Sie hebt sich kaum von der Umgebung ab.Kurz hinter Rooibrak liegen immer noch die Löwinnen bei ihrem erbeuteten Gnu.Es sieht fast so aus, als hätte sich die Löwin, welche die Pad heute Vormittag blockierte, kaum vom Fleck bewegt.
Wir fahren langsam auf sie zu. Das Katzenglück hat uns auch jetzt nicht verlassen. Kaum kommen wir näher, macht sie eine Rolle und räkelt sich im Sand.
Dann schaut sie desinteressiert an uns vorbei, irgendetwas scheint wichtiger zu sein.
Das geht ja gar nicht. 🙂 🙂 🙂 🙂 So verlassen wir die Lioness nicht. Wir warten noch einen kurzen Moment und sie zeigt sich gnädig, so dass wir noch ein paar schöne Fotos von ihr machen können, bevor sie ihr Haupt wieder niederlegt.
Schlaf schön weiter, wir besuchen dich auf der Rückfahrt wieder. Anscheinend ist die Sandstraße ein beliebter Ort zum Ausruhen. Kurz vor Montrose sucht eine kleine Giraffe Schutz vor der prallen Sonne.
Sie liegt friedlich im Schatten eines Baumes auf der Pad. So sieht man Giraffen eher selten und es ist sicher der großen Hitze geschuldet, dass sich die Tiere tagsüber ohne großen Schutz auf der Straße ausruhen. Sie suchen einfach jedes schattige Fleckchen auf und verlieren dabei jegliche Vorsicht, die ihnen sonst zu eigen ist.
Etwas weiter entdecken wir ein Erdhörnchen. Eigentlich nichts Besonderes, aber wenn man seine Mahlzeit betrachtet, könnte man denken, es wäre an einer Kebab-Bude gewesen. Auf jeden Fall scheint der Imbiss am Spieß gut zu schmecken.
Es ist mittlerweile fast 18:00 Uhr und wir möchten heute nicht mehr weiter fahren. Kurz nach Montrose drehen wir wieder um und machen uns auf den Rückweg. Der heutige Nachmittag scheint auch ein Giraffentag zu sein. Jetzt sehen wir im Tal eine kleine Gruppe im schönen Abendlicht.
Die Blätter eines Kameldornbaums sind eine leckere Mahlzeit für die Langhälse.
Wir haben bewusst viel Zeit für den Rückweg eingeplant. Schließlich wollen wir die Löwinnen am Gnu-Riss noch etwas länger beobachten. Morgen sind sie sicher nicht mehr dort anzutreffen. Also nutzen wir diese Gelegenheit, um die Großkatzen wieder in unmittelbarer Nähe fotografieren zu können. Jetzt wo die Hitze des Tages nachlässt, erwachen sie tatsächlich aus ihrem Dämmerschlaf.
Wir bleiben gerne hier und verfolgen ihre Fressgewohnheiten. Wie unterschiedlich sie doch ihre Mahlzeit genießen und das alles in einer anscheinend festgelegten Reihenfolge. Fast schon menschlich. Die eine Löwin kniet sich regelrecht ins Essen. Die Andere leckt sich, die Finger, nein eher doch die Pfoten und die Dritte verschlingt alles gierig, als sei es das Letzte, was sie bekommen könnte.
Solche Fotos sind sicher nicht für alle Betrachter einfach anzuschauen, denn man erkennt noch das arme Gnu, wie es mit Haut und Haaren verspeist wird. Die Jagdszene, wie die Löwinnen das Gnu erlegt haben, konnten wir nicht beobachten und wir sind eigentlich auch froh darüber, nicht dabei gewesen zu sein. „Kills“ live zu sehen, ist nicht so unser Ding. Sehen wir die Beute aber bereits tot, ist der Anblick für uns nicht mehr ganz so tragisch. Die entstandenen Motive von dem Fressverhalten der Löwen hier zu zeigen ist daher für uns völlig in Ordnung. Manchmal sieht es sogar liebevoll aus, wie die Tiere mit ihrer Beute umgehen und wie sie ihre Mahlzeit genießen.
Es ist spät geworden und wir fahren ohne weiteren Stopp zurück in unser Honeymoon-Chalet. Hartwig macht ein schönes Grillfeuer und würzt das Rinderfilet. Ingrid bereitet einen Gurkensalat zu (typische Rollenverteilung).
Das Essen genießen wir allerdings etwas kultivierter als die Löwendamen und natürlich auch gemeinsam. Hintereinander wie die Löwinnen zu essen, würde uns auch keinen Spaß machen. Ganz abgesehen davon, wie die Reihenfolge dann festzulegen wäre. An unserem Filet hängt auch Gott sei Dank kein Kopf mehr dran und es sieht daher sehr appetitlich aus.
Wieder vergeht ein perfekter Kalahari-Tag. Während wir essen sehen wir zum Abschluss des Tages noch einmal Giraffen am Wasserloch.
Morgen sind wir zum letzten Mal auf unserer Reise im Urikaruus Wilderness Camp. Über den Abschied von diesem schönen Fleckchen Erde wollen wir aber jetzt nicht nachdenken.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201420. Mai 2024 ·
22.11.23
Ein heißer Sommertag
Der letzte Tag in Urikaarus bricht an. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Als wir das Glück hatten, diesen Aufenthalt am Stück buchen zu können, dachten wir, wow sechs lange Tage in diesem schönen Camp zu verbringen, das ist ja schon fast eine Ewigkeit. Aber wie immer läuft die Uhr auf Reisen doppelt so schnell wie an der Arbeit oder im Wartesaal einer Praxis oder Behörde. Wir haben das Glück, zur richtigen Zeit hier zu sein. Auch die Löwen und Leoparden (und leider auch Schlangen) finden momentan das Gebiet rund um Uri so genial wie wir. Also starten wir jetzt zu unserem vorletzten Morning-Game-Drive von diesem tollen Ort. Nach dem üblichen Schlangen-Check rund um unser Auto herum fahren wir zum Office und holen bei Eric den Laufzettel ab. Auf dem Weg nach Rooibrak ist es ruhig. Um kurz vor sechs kommen wir gerade noch rechtzeitig an der Wasserstelle an und sehen eine wohlgenährte Löwin. Sie muss kurz zuvor hier Wasser getrunken haben.
Das Glück der letzten Tage haben wir bei ihr nicht. Sie kommt uns nicht entgegen, sondern entfernt sich immer weiter in Richtung der Bäume, die hier im Tal entlang der Abbruchkanten bzw. der Dünen wachsen. Einige schöne Blicke in ihr Gesicht, gönnt sie uns dennoch.
Wir sind froh, dass mit ihr unsere Serie der täglichen Katzensichtungen eine Fortsetzung erfährt. Wir wollen noch ein kurzes Stück weiter fahren. Mal sehen, was vom Gnu-Riss der letzten Tage übrig geblieben ist.
Von der Sonne angestrahlt, fliegt ein Raubadler an uns vorbei. Im Schnabel hält er etwas nicht definierbares fest. Auf jeden Fall kann das Teil nicht ausreichen, um ihn satt zu machen.
Unter dem Baum nahe der Straße, wo die Reste des toten Gnus gestern noch von den Löwinnen bewacht wurden, ist nichts mehr zu sehen. Unsere Nase sagt uns aber, es muss noch etwas von ihm da sein. Wir schauen uns um und entdecken etwas oberhalb der Stelle wahrlich nicht mehr viel von dieser bedauernswerten Kreatur.
Die Löwinnen sind verschwunden und auch sonst scheint sich niemand außer uns für den Kadaver zu interessieren. Aber so schön, um hier zu verweilen ist der Anblick und vor allem der Gestank auch nicht. Wir fahren noch bis Bataluma. Dort trinkt ein Schakal am Wasserloch.
und verrichtet anschließend gleich seinen morgendlichen Toilettengang.
Wir beschließen hier umzudrehen um noch einmal an Urikaruus vorbei bis Dertiende Boorgat zu fahren. Bei Rooibrak grinst uns die Löwin aus der Ferne an. Sie denkt, die schon wieder, sie haben wohl nichts Besonderes mehr gesehen und kommen daher zu mir zurück.
Aber eher ist es so, dass sie dort liegt und zwei Gnus im Auge behält. Die wären sicher ein willkommenes Frühstück für sie.
Wir dagegen spielen in ihrem Leben keine Rolle.
Wir fahren jetzt auch los, denn es sieht nicht so aus, als würde sich heute Morgen hier noch etwas ereignen.
Bei Kamqua sehen wir passend zum weichen Licht, friedliche Giraffen auf ihrem Weg durchs Tal.
Zwei Kuhantilopen suchen auf dem spärlich bewachsenen Boden nach Nahrung.
Sie sind ziemlich abgemagert. Es ist schon Ende November und der Regen lässt auch dieses Jahr auf sich warten. Wir erfahren aber später aus anderen Reiseberichten und aus KTP-Foren, dass es von Ende Dezember bis weit im März immer wieder und gebietsweise auch ausgiebig geregnet hat. Ein Segen für die darbende Tierwelt, denn es wurde höchste Zeit, da die vorhergehende Regenzeit so gut wie ausgefallen war. Am 14. Bohrloch hält sich eine kleine Herde Gemsböcke auf.
Etwas weiter hinter dieser Wasserstelle sitzt ein Geier auf einem großen Baum und schüttelt lose Federn in den stahlblauen Himmel.
Weißrückengeier
Von seinem Hochsitz überblickt er das gesamte Tal.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201420. Mai 2024 ·
Wir fahren weiter in Richtung Mata Mata. Außer einem Bienenfresser sehen wir nur noch zwei Mahaliweber bei der Morgengymnastik.
Schwalbenschwanzspint
Mahaliweber
Auf langen Beinen stolziert ein Kronenkiebitz an uns vorbei.
Er fühlt sich wohl gestört und hockt sich auf den Boden und beginnt dann lauthals zu schimpfen. Merkwürdig was manchmal den Tieren so durch den Kopf geht.
Gegen 09:30 Uhr sind wir schon in Mata Mata und gehen kurz in den Shop. Hier hat sich nach wie vor nichts getan. Irgendwie scheint Mata Mata zu weit vom Schuss. Frisches Obst oder Gemüse, Fehlanzeige. Auch sonst gibt es hier kaum etwas, was unser Interesse wecken könnte. Wo wir gerade im Camp sind, suchen wir noch vergeblich nach der Erdmännchen-Kolonie, die hier sesshaft ist.
Wir tanken nur noch und dann machen uns wieder auf den Rückweg nach Urikaruus.
Jetzt gibt es kaum noch einen Grund zu stoppen. Das Tal liegt wie ausgestorben vor uns und die Sonne brennt erbarmungslos auf das Land. Nur in Dertiende Boorgart stehen ein paar Oryx und Strauße am Wasserloch.
Die 40 Grad Marke ist auch schon wieder geknackt. In unserem Chalet angekommen, machen wir es uns bei einem guten Frühstück wieder gemütlich und genießen die Annehmlichkeiten des Faulenzens.
Um kurz vor vier starten wir zu unserer letzten Nachmittagsfahrt von Uri. Glücklicherweise ist es nicht der letzte Game-Drive unseres Urlaubes, den wir am Nachmittag unternehmen. Morgen fahren wir weiter nach Kieliekrankie und haben dort noch zwei Aufenthaltstage. Die Klimaanlage im Auto kommt jetzt, nach der Hitze im Chalet und auf dem Balkon gerade richtig. Da wird die Fahrt geradezu zur Erholung. Wenn die Straßen hier im Park nicht so staubig wären, hätten wir natürlich bei offenem Fenster lieber den Fahrtwind genossen. Aber das hätte unserer Fotoausrüstung sicher nicht so gut getan. Je weniger Staub im Auto, desto besser. Leider ist es auch den Tieren zu heiß. Auf unserem Weg Richtung Kamfersboom sehen wir gerade einmal einen Kaptriel im Schatten eines Baumes.
Der englische Name des Vogels, Thick-knee, gefällt uns eigentlich viel besser und ist auch einfach zu merken. Das dicke „Knie“ ist deutlich zu sehen, obwohl es sich dabei nicht wirklich um das Knie des Vogels handelt, sondern um ein anderes Gelenk.
Eine Weißflügeltrappe verschwindet schnell im Gestrüpp.
In Kamfersboom beobachten wir einen Raubadler wie er ständig auf und ab hüpft, bevor er sich in die Lüfte schwingt.
Ein Erdhörnchen kratzt die Kurve.
Wir drehen hier schließlich um, heute bei der unerträglichen Hitze ist von der Tierwelt am Tage nicht mehr viel zu erwarten. In Rooibrak entdecken wir wieder die Löwin und beobachten sie dabei, wie sie die Dünen hinauf geht und an einer bestimmten Stelle mitten im Sonnenlicht stehen bleibt.
Das ist eher ungewöhnlich, denn eigentlich lieben die Löwen ein schattiges Plätzchen unter einem Baum viel mehr. Plötzlich sehen wir, wie sie an etwas herumzerrt.
Die Hufe einer Antilope ragen aufrecht nach oben und die Löwin beginnt zu fressen.
Leider ist diesmal die Beute weit entfernt und wir vermuten, es handelt sich wieder um ein Gnu oder auch eine Kuhantilope, die diese Löwin erwischt hat. Auf jeden Fall gut zu wissen, dass hier ein Riss liegt. Morgen früh wollen wir uns gleich auf den Weg hierher machen. Mal sehen, was uns alles erwartet. Heute grillen wir nicht, sondern essen noch das restliche Fleisch von gestern. Dieses braten wir kurz in der Pfanne an. Wir haben noch Rote Beete im Glas und Brot als Beilage. Der Tag war nicht so ereignisreich wie viele andere Tage zuvor, aber er war trotzdem einfach nur schön. Unsere letzte Nacht im Hooneymoon Chalet vergeht ruhig. Kein Jaulen von Schakalen oder Brüllen von Löwen „stört“ unseren Schlaf. Gute Nacht bis morgen.