heute bin ich etwas später dran, aber hier kommt jetzt
Türchen Nummer 08
Seite 31 Zeitpunkt: April
Am Nachmittag sind wir im Madikwe Reservat unterwegs. Unser Ziel ist ein Gehege, in dem sich ein Geparden Weibchen befindet. Es ist neu hier und soll sich eingewöhnen. Plötzlich tauchen drei andere Geparde auf. Guide Jaques erklärt uns, dass diese drei Brüder mit der Lady Bekanntschaft schließen sollen, um zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht einmal für Nachwuchs zu sorgen. Das ist nicht ungefährlich für die Lady, denn die Brüder könnten sehr aggressiv reagieren und sie schwer verletzen. Deshalb sollen sie sich erst einmal am Zaun des Geheges kennen lernen. Die Brüder sind so aufgeregt, dass sie sogar gegeneinander kämpfen. Allerdings bleibt das Spektakel unblutig. Auch hier wird unser Fahrzeug, das in unmittelbarer Nähe steht, einfach ignoriert. Als einer der Brüder bei gutem Licht direkt neben dem Auto steht, kann ich in aller Ruhe das gewünschte Foto machen.
Seite 32 Zeitpunkt: März
Es ist Abend geworden in der Savute Region. Die Dämmerung legt sich über das Land und wir sind auf dem Heimweg zur Lodge. Jemand meldet sich am Funkgerät. Baba hört sich die Meldung an und schon fahren wir querfeldein. Es dauert nicht lange und wir haben die zwei Cheetah-Brüder eingeholt. Baba fährt an ihnen vorbei und hält in der Nähe eines umgestürzten Baums an. Mein Herz schlägt schneller. Die beiden Katzen werden doch nicht… Aber genau das passiert. Sie klettern auf den Baumstamm, um eine bessere Aussicht zu haben. Im Grunde ist es ein wirklich tolles Bild, aber leider – wie gesagt – ist es schon sehr dunkel. Ich bin verzweifelt, knipse aber trotzdem. Als ich die Bilder kontrolliere, sehe ich im Display der Kamera eigentlich nur schwarz. Oh Mann! Das darf doch nicht wahr sein! Da habe ich die Chance auf eine tolle Szene, aber die Lichtverhältnisse sind absolut miserabel. Zum Glück gelingt es mir nach unserer Rückkehr nach Deutschland, zumindest die RAW-Bilder etwas aufzuhellen. Ja, das Foto ist sehr grobkörnig, aber ich konnte trotzdem nicht widerstehen, dieses Bild ins Fotobuch zu nehmen.
Seite 33 Zeitpunkt: Juni
Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wir haben einen tollen Sundowner am Ufer des Luangwa zelebriert. Es ist dunkel geworden, Zeit für den Rückweg. Unser Tracker hat die Lampe ausgepackt und wir fahren langsam die Piste entlang. Ein kurzer Kommentar des Trackers an Guide Prior, ein kurzes deuten auf die linke Seite. Stimmt, da hinten bewegen sich Tiere! Ein Blick durchs Fernglas, dann ist alles klar. „Dort sind Hyänen, lasst uns doch mal hinfahren“, sagt Prior. Natürlich, damit sind wir sofort einverstanden. Wir hoppeln querfeldein zum Ort des Geschehens. Außer 8 Hyänen an einem toten Impala sehen wir einen einzelnen Wildhund. Prior spricht mit dem Guide eines zweiten Fahrzeugs, dann analysiert er die Lage: „Das ist wirklich ungewöhnlich! Ich kenne den Wilddog, er hat vor ein paar Tagen – aus welchen Gründen auch immer – sein Rudel verloren. Jetzt bleibt er hier vor Ort und wartet, dass sie zurückkommen. Schaut, das tote Impala wurde von ihm gerissen, das hat er ganz alleine geschafft. Leider war er zur falschen Zeit am falschen Ort, denn die Hyänen waren in der Nähe, haben seinen Jagderfolg mitbekommen und ihn von der Beute vertrieben.“ Der arme Kerl tut uns leid. Das ist nicht fair! Auf der anderen Seite sind wir von ihm beeindruckt, denn der Hund bleibt weiter in der Nähe der Hyänen. Immer wieder kommt eine auf ihn zu, um ihm zu drohen, aber er gibt einfach nicht auf, sie umkreisen sich und fletschen die Zähne. Unser Adrenalinspiegel ist jetzt ganz oben, so eine Situation ist absolut neu für uns. Während die Hyänen sich heulend und winselnd um die Beute balgen, erscheint plötzlich eine Löwin auf „der Bühne“. Sie schaut sich die Angelegenheit an und beschließt, dass sie keine Lust hat, sich mit acht Hyänen anzulegen, also wandert sie weiter. Wir folgen ihr eine Weile, aber kein weiterer Löwe lässt sich blicken. Also fahren wir zurück zum Nsefu Camp, aber vorher drücken wir dem mutigen Wilddog die Daumen, damit er hoffentlich bald wieder mit seinem Rudel vereint ist.
Seite 34 Zeitpunkt: November
Kurz nach dem Passieren des Sedudu Gates führt die Schotterpiste den Hügel hinab ins gleichnamige Tal. Es folgt eine Abzweigung. Nach links fährt man zu einem nahegelegenen Wasserloch, nach rechts geht es zum Ufer des Chobe. Wir entscheiden uns für die Piste, welche durch das Hinterland führt. Etwas oberhalb am Hang entdecken wir zwei Hyänen, die sich unserem Fahrzeug nähern. Während das eine Tier etwas zögerlich den Hang hinunterkommt, läuft Nummer zwei zielgerichtet auf unser Auto zu, stoppt dicht neben uns und fängt an, sich im Sand herumzuwälzen. Genau bei dieser Aktion mache ich dieses Foto. Warum die Hyäne sich scheinbar extra in unserer Nähe im Sand wälzen will und mich dabei irgendwie herausfordernd anschaut (wollte sie Applaus bekommen?) kann ich so gar nicht nachvollziehen. Wie dem auch sei, ein etwas ungewöhnliches Bild springt dabei für mich heraus 🙂
… Fortsetzung folgt …
Türchen Nummer 08

Am Nachmittag sind wir im Madikwe Reservat unterwegs. Unser Ziel ist ein Gehege, in dem sich ein Geparden Weibchen befindet. Es ist neu hier und soll sich eingewöhnen. Plötzlich tauchen drei andere Geparde auf. Guide Jaques erklärt uns, dass diese drei Brüder mit der Lady Bekanntschaft schließen sollen, um zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht einmal für Nachwuchs zu sorgen. Das ist nicht ungefährlich für die Lady, denn die Brüder könnten sehr aggressiv reagieren und sie schwer verletzen. Deshalb sollen sie sich erst einmal am Zaun des Geheges kennen lernen. Die Brüder sind so aufgeregt, dass sie sogar gegeneinander kämpfen. Allerdings bleibt das Spektakel unblutig. Auch hier wird unser Fahrzeug, das in unmittelbarer Nähe steht, einfach ignoriert. Als einer der Brüder bei gutem Licht direkt neben dem Auto steht, kann ich in aller Ruhe das gewünschte Foto machen.

Es ist Abend geworden in der Savute Region. Die Dämmerung legt sich über das Land und wir sind auf dem Heimweg zur Lodge. Jemand meldet sich am Funkgerät. Baba hört sich die Meldung an und schon fahren wir querfeldein. Es dauert nicht lange und wir haben die zwei Cheetah-Brüder eingeholt. Baba fährt an ihnen vorbei und hält in der Nähe eines umgestürzten Baums an. Mein Herz schlägt schneller. Die beiden Katzen werden doch nicht… Aber genau das passiert. Sie klettern auf den Baumstamm, um eine bessere Aussicht zu haben. Im Grunde ist es ein wirklich tolles Bild, aber leider – wie gesagt – ist es schon sehr dunkel. Ich bin verzweifelt, knipse aber trotzdem. Als ich die Bilder kontrolliere, sehe ich im Display der Kamera eigentlich nur schwarz. Oh Mann! Das darf doch nicht wahr sein! Da habe ich die Chance auf eine tolle Szene, aber die Lichtverhältnisse sind absolut miserabel. Zum Glück gelingt es mir nach unserer Rückkehr nach Deutschland, zumindest die RAW-Bilder etwas aufzuhellen. Ja, das Foto ist sehr grobkörnig, aber ich konnte trotzdem nicht widerstehen, dieses Bild ins Fotobuch zu nehmen.

Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wir haben einen tollen Sundowner am Ufer des Luangwa zelebriert. Es ist dunkel geworden, Zeit für den Rückweg. Unser Tracker hat die Lampe ausgepackt und wir fahren langsam die Piste entlang. Ein kurzer Kommentar des Trackers an Guide Prior, ein kurzes deuten auf die linke Seite. Stimmt, da hinten bewegen sich Tiere! Ein Blick durchs Fernglas, dann ist alles klar. „Dort sind Hyänen, lasst uns doch mal hinfahren“, sagt Prior. Natürlich, damit sind wir sofort einverstanden. Wir hoppeln querfeldein zum Ort des Geschehens. Außer 8 Hyänen an einem toten Impala sehen wir einen einzelnen Wildhund. Prior spricht mit dem Guide eines zweiten Fahrzeugs, dann analysiert er die Lage: „Das ist wirklich ungewöhnlich! Ich kenne den Wilddog, er hat vor ein paar Tagen – aus welchen Gründen auch immer – sein Rudel verloren. Jetzt bleibt er hier vor Ort und wartet, dass sie zurückkommen. Schaut, das tote Impala wurde von ihm gerissen, das hat er ganz alleine geschafft. Leider war er zur falschen Zeit am falschen Ort, denn die Hyänen waren in der Nähe, haben seinen Jagderfolg mitbekommen und ihn von der Beute vertrieben.“ Der arme Kerl tut uns leid. Das ist nicht fair! Auf der anderen Seite sind wir von ihm beeindruckt, denn der Hund bleibt weiter in der Nähe der Hyänen. Immer wieder kommt eine auf ihn zu, um ihm zu drohen, aber er gibt einfach nicht auf, sie umkreisen sich und fletschen die Zähne. Unser Adrenalinspiegel ist jetzt ganz oben, so eine Situation ist absolut neu für uns. Während die Hyänen sich heulend und winselnd um die Beute balgen, erscheint plötzlich eine Löwin auf „der Bühne“. Sie schaut sich die Angelegenheit an und beschließt, dass sie keine Lust hat, sich mit acht Hyänen anzulegen, also wandert sie weiter. Wir folgen ihr eine Weile, aber kein weiterer Löwe lässt sich blicken. Also fahren wir zurück zum Nsefu Camp, aber vorher drücken wir dem mutigen Wilddog die Daumen, damit er hoffentlich bald wieder mit seinem Rudel vereint ist.

Kurz nach dem Passieren des Sedudu Gates führt die Schotterpiste den Hügel hinab ins gleichnamige Tal. Es folgt eine Abzweigung. Nach links fährt man zu einem nahegelegenen Wasserloch, nach rechts geht es zum Ufer des Chobe. Wir entscheiden uns für die Piste, welche durch das Hinterland führt. Etwas oberhalb am Hang entdecken wir zwei Hyänen, die sich unserem Fahrzeug nähern. Während das eine Tier etwas zögerlich den Hang hinunterkommt, läuft Nummer zwei zielgerichtet auf unser Auto zu, stoppt dicht neben uns und fängt an, sich im Sand herumzuwälzen. Genau bei dieser Aktion mache ich dieses Foto. Warum die Hyäne sich scheinbar extra in unserer Nähe im Sand wälzen will und mich dabei irgendwie herausfordernd anschaut (wollte sie Applaus bekommen?) kann ich so gar nicht nachvollziehen. Wie dem auch sei, ein etwas ungewöhnliches Bild springt dabei für mich heraus 🙂
… Fortsetzung folgt …
Zambia Juni 2018
Botswana April 2017 Mixed Emotions
Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper
Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015
Botswana im Frühjahr 2014
Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari
Zimbabwe im Frühjahr 2012
Botswana im Frühjahr 2011





















































