BOT 2023: Wo geht's denn hier nach Kubu Island?

Reisebericht 193 Antworten · 18,8k Aufrufe · gestartet 22. Nov. 2023 von Beatnick
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201629. Nov. 2023 · #42
picco schrieb:Hoi Betti und Thomas
Wer ist denn Berti??? Hab ich was verpasst? 🙄
Sorry Picco, dieser kleine Sidekick wird immer wieder (von mir und anderen) aufgegriffen und natürlich kann das nicht jeder parat haben. Daher zur Erklärung ein Auszug aus meinem Reisebericht Namibia 2019:

Nun aber ist ein neuer Spitzname auf den Plan getreten. Ein purer Zufall, ein simpler Vertipper einer Forumsfreundin auf der Tastatur - die Geburtsstunde von Berti. Kleiner Fehler, große Wirkung, der Name hat jedenfalls verfangen, und ich bin nicht undankbar dafür, setze ich doch große Hoffnungen in diese Kreation. Schließlich ist so ein Alter Ego eine prima Sache, und wer weiß, was da noch für Charaktereigenschaften schlummern. Vielleicht ist Berti ein Eins-A-Tiefsandfahrer, vielleicht ein Draufgänger, wie es Beat in ihrer Jugend war? Auf jeden Fall liebt Berti Afrika, wie auch nicht, ist er doch ein Kind des Forums und Bele seine Hebamme. Und weil das so ist, bin ich ein Riesenfan von Berti, der meine größte Leidenschaft teilt: Wenn es um Afrika geht, sitzen wir im selben Boot.

LG, Betti (oder eben auch Berti) 😉
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8'705 Beiträge · seit 201029. Nov. 2023 · #43
Beatnick schrieb: und Bele seine Hebamme.
Jaja, Bele mit den dicken Fingern, die mit dem Fahrrad unterwegs meinte, irgendeine gaaanz wichtige Botschaft (habs nicht mehr parat, um was es da ging) vom Handy in unsere Gruppe schicken zu müssen. Dabei weiß ich doch, dass ich das mit dem smarten Phone nicht so gut kann 🤩 .


Aber dies nur nebenbei, zurück zum Boteti: eure wundervollen Bilder lassen mein Herz höher schlagen! Ganz vorne dabei natürlich die Zebras im Abendlicht, ich habe (meine ich mich zu erinnern) an anderer Stelle schon geschrieben, dass dies der Boteti besonders gut kann 🙂 . Leider sind wir dieses Mal nicht in den Genuss gekommen, wegen nur einer Nacht. Aber egal, schau ich mir das eben bei euch an 😄 .

Nach den Zebras fand ich die Elefanten-Kroko-Story spannend, das hätte ich gerne auch gesehen! Und dann noch die Meerkatze auf dem Wartebänkchen mit ihrem treudoofen Blick 😛 . Immer was los bei euch.... 😉 !

Von daher wäre ich nicht abgeneigt, ein weiteres Kapitel zu lesen!

Bis dahin liebe Grüße von der kleenen Hebamme 🤪 .

Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2023
1'558 Beiträge · seit 201129. Nov. 2023 · #44
Hallo Betti,
zur Zeit sind so viele spannende Reiseberichte im Forum, dass ich gar nicht hinterher reisen kann.
Nun bin ich bei dir angekommen und völlig begeistert von den tollen Bildern.

Liebe Grüße
Biggi
Meine Reiseberichte
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201630. Nov. 2023 · #45
Hallo ihr Lieben,
Champagner schrieb:eure wundervollen Bilder lassen mein Herz höher schlagen!
Das ist schön! 🙂
Champagner schrieb:Von daher wäre ich nicht abgeneigt, ein weiteres Kapitel zu lesen!
Es kommt, es kommt, bin dabei (hechel...).
Champagner schrieb:Bis dahin liebe Grüße von der kleenen Hebamme
😄 😘
tiggi schrieb:zur Zeit sind so viele spannende Reiseberichte im Forum, dass ich gar nicht hinterher reisen kann.
Hi Biggi, das geht mir ähnlich...
tiggi schrieb:Nun bin ich bei dir angekommen und völlig begeistert von den tollen Bildern.
🙂 Vielen lieben Dank, wir freuen uns!

So, jetzt muss ich erstmal wieder ran an den Speck, sonst kommt Bele mit dem Zaunpföschdle (man ist ja lernfähig...).

Bis hoffentlich gleich,
Betti
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Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201630. Nov. 2023 · #46
6. September: Bye-bye Boteti, hello Outer Space

Zeit verhält sich auf Reisen anders als im Alltag. An unserem zweiten Morgen im Boteti River Camp fühlten wir uns, als wären wir schon ewig hier. Als hätten wir eine Routine entwickelt, und zwar eine sehr schöne. Dazu zählte auch, wieder kurz vor Sonnenaufgang die Stiege zur Lounge mit der tollen Aussicht hinauf zu stiefeln.

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Danach gingen wir zum Frühstück, das mit Eiern, Saft und Pancakes erneut keine Wünsche offen ließ. Weil ich jedoch morgens ein sehr schlechter Esser bin, war ich vor Thomas und den beiden Darmstädtern fertig, die eigentlich länger hatten schlafen wollen, sich dann aber nach dem schönen Nachmittag kurzerhand ebenfalls für die Morgentour entschieden.

Ich nutzte die Zeit für einen schnellen Abstecher zum großen Baum bei den Campsites, wo ich am Vortag unter anderem Papageien erspäht hatte. Kaum war ich dort angekommen, machte ich auf dem Absatz kehrt und holte die anderen, die mittlerweile fertig und zusammen mit Gabriel auf dem Weg zum Auto waren. "Wollt ihr Eulen sehen?", rief ich. Wohl eine rhetorische Frage, natürlich wollten das alle.

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Stolz präsentierte ich meinen Fund, der allerdings auch nicht zu übersehen war, so richtige Spotter-Qualitäten hatte ich also nicht unter Beweis gestellt. Zumal ich den zweiten Kapkauz etwas tiefer im Baum erst wahrnahm, als uns Gabriel auf ihn aufmerksam machte - ein Pärchen also. Wahrscheinlich hatte ich bereits am Vortag einen der beiden Vögel von unserem Bad aus erspäht.

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Die Käuzchen beäugten uns ein wenig herablassend von ihrem Hochsitz, nahmen unsere Anwesenheit aber insgesamt eher ungerührt zur Kenntnis. Als Dauercamper wird sie das Treiben ihrer menschlichen Nachbarn wohl längst nicht mehr wundern.

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Schließlich hieß es wieder: rein ins Auto, rüber über den (trockenen) Fluss, rauf in den Park und dann durch den Sand.

Vor allem Vögel sahen wir zu Beginn, darunter ein hübsches Perlkäuzchen, das uns ein wenig träge hinterherschaute, wie wir uns da schlingernd den Weg durch sein Territorium bahnten. Eulentag.

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Unten im Flussbett war noch wenig los, Schakale, Krokodile, Vögel, doch das sollte sich bald ändern.

Wiedersehen macht Freude: Ein junger Schakal kriegt sich nicht mehr ein bei der Rückkehr seines Erziehungsberechtigten.
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Schon von Weitem kündigten Staubwolken die Ankunft der Zebra- und Gnuherden an, die zum verbliebenen Wasser zogen.

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Gabriel bewies ein feines Gespür dafür, was uns gefiel und ließ uns viel Zeit. Wir warteten geduldig, bis die Tiere angekommen waren und freuten uns, dass sie anders als am Vortag nicht ans andere Ufer verschwanden, sondern ins unserer Nähe blieben.

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Zebras gingen und neue Gruppen kamen, wir blieben eine gute Stunde, dann trennten wir uns schweren Herzens von dem schönen Anblick.

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Zwischendurch legten wir im Schatten eines Baumes eine Kaffeepause ein. Zugegebenermaßen in etwas makabrer Umgebung, eine Antilope hatte einst ihr Leben gelassen, wo wir nun so idyllisch an unseren Keksen knabberten.

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Schließlich verließen wir das Flussbett, den Park und damit das Land der Zebras, das uns so gut gefallen hatte.

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Wir waren aber auch bereit für Neues. Zurück im Camp drehten wir noch eine letzte Runde im Garten, dann packten wir unsere Sachen ins Auto und rollten winkend vom Hof.

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Gerade einmal 110 Kilometer lagen an diesem Tag vor uns, die A3 führt nicht nur mitten durch den Nationalpark, sondern war auch ziemlich ergiebig. Giraffen, Strauße, Zebras und alle naselang Elefanten, das kam unerwartet und ließ die Etappe zum Mini-Gamedrive werden. Die Dickhäuter hatten gleich reihenweise Pumpstationen entlang der Strecke zerstört und in ein Badeparadies für Elefanten verwandelt.

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Im verschlafenen und staubigen Nest Gweta tankten wir, kurz danach bogen wir ab zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage: Planet Baobab.

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17 riesige Baobabs auf dem Gelände geben der Lodge ihren Namen, die Bäume sind so eindrucksvoll wie das Design der Anlage und ihrer Häuschen eigenwillig. Irgendetwas zwischen futuristisch und traditionell, es gibt schöne Bereiche wie die Feuerstelle und die Bar, aber auch eher dunkle Hütten zum Wohnen. Die Lodge ist ein Sammelbecken für Camper, Individualtouristen sowie große Gruppen und kann nicht ansatzweise mit der persönlichen Atmosphäre im Boteti River Camp mithalten.

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Alles ist jedoch zweckmäßig und sauber, und besonders stolz ist man auf den "größten Pool der Kalahari". Ob man den in der Wüste so dringend braucht, sei dahingestellt, aber tatsächlich ist er riesig und auch kommunikativ. Lief schwappend das Wasser über - und das tat es oft -, schlürfte er lautstark und gab durchdringende Rülpser von sich, ein steter Quell der Erheiterung.

Für Planet Baobab sprach in unserem Fall nicht nur der Preis, sondern auch die Lage, von hier war es nicht mehr allzu weit zum Abzweig nach Kubu Island. Die Lodge bietet außerdem Ausflüge zu einer Erdmännchen-Kolonie in den Makgadikgadi Salzpfannen an, und das wollten wir gerne machen. Wir entschieden uns allerdings bewusst gegen den angebotenen Sleepout in der Ntwetwe Pan, also unter freiem Himmel, weil ja schon in der Folgenacht die mutmaßlich strapaziöse Übernachtung im Auto folgen würde - und zuvor die mutmaßlich noch viel strapaziösere Anreise nach Kubu Island. Das war mir alles zuviel.

Bei unserer Ankunft empfing uns eine adrett gekleidete Rezeptionistin, die ebenso freundlich wie unverbindlich die Abläufe auf diesem uns noch fremden Planeten herunterleierte. Sie sprach monoton und lächelte dabei so gleichbleibend, dass ich mich fragte, ob man wohl Kabel und Schaltsysteme fände, wenn man ihr unter die Haube (äh Haut) schaute.

Ihr Singsang versetzte mich leicht in Trance, doch dann ging es um eine Quadbike-Tour auf den Pfannen, und ich schreckte hoch. "Das haben wir nicht gebucht", intervenierte ich, und das Lächeln gefror.

Tatsächlich werden unterschiedliche Unternehmungen angeboten, darunter Sleepout, Ermännchen und Quadbiking oder Kombinationen aus diesen Möglichkeiten. Ich hatte mich im Vorfeld gleich zweimal rückversichert, dass wir ausschließlich die Erdmännchen besuchen würden, und zwar ganz früh am Morgen.

Doch alles nackte Theorie, praktisch war das nicht der Plan. Der sah vor, dass wir morgens nach einem gemütlichen Frühstück mit vier anderen Gästen und einem Guide die lange Fahrt zu den Pfannen aufnehmen, dort Quadbiken und die Erdmännchen besuchen und dann wieder zurückkehren sollten.

Natürlich ging es darum, den Aufwand so gering wie möglich zu halten. Das leuchtete uns schon ein. Doch wir blieben hart. Wir wollten morgens bei den Erdmännchen sein, und nur das. Wie gebucht. Die Dame lächelte unverdrossen, wenn auch leicht säuerlich. Sie müsse das mit dem Chef-Guide besprechen. Das war alles nicht gut und mir schwante Böses.

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Sie kehrte mit dem Guide zurück, ein Mann von großer Präsenz, spürbarer Autorität und mit kellertiefer Stimme. Wir erklärten unser Anliegen und er runzelte seine zerfurchte Stirn, das lief nicht, ich konnte es spüren. Es folgte ein Palaver, das wir nicht verstanden, und dann schließlich die Ansage des Guides: "I go with the two of you. Five o' clock sharp. It's far." Wir waren baff und bedankten uns, doch er war schon fast weg, anscheinend nicht sehr happy. Egal. Wir freuten uns für Drei auf die Tour am Morgen.

Den Rest des Tages faulenzten wir am Pool, schauten uns die eindrucksvollen Bäume an und ließen ihn schließlich am Feuer ausklingen.

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Drei Paare aus Österreich in waschechter Abenteurerkluft kamen dazu und unterhielten sich über Kubu Island, da horchte ich sofort auf. Seit wir im Land waren, hatte ich immer wieder andere Touristen nach ihren Erfahrungen gefragt, aber bis auf Martin und Claudia niemanden getroffen, der welche hatte. Meine Frage an der Rezeption, ob geführte Touren angeboten wurden, war verneint worden. Wir waren also auf uns allein gestellt.

Die Österreicher waren am Vortag von Nata aus die Strecke nicht über, sondern entlang der Pfanne gefahren, die wir auch im Auge hatten. Sie berichteten von Tiefsand und dass eins ihrer Autos steckengeblieben war, sie hatten es zu Sechst mühsam wieder befreit. "Die Strecke hat es in sich", sagten sie und zeigten mir ein Video. Mir wurde flau. Das hatte ich vor wenigen Tagen schon einmal gehört, von Martin und Claudia nämlich. Zwei Erfahrungsberichte, zweimal Probleme. Ich fand, das war ein wirklich mieser Schnitt.

Thomas und ich diskutierten. Er fühlte sich gut vorbereitet mit seinem eigens besorgten GPS und den vielen Wegpunkten, die er in mühsamer Kleinarbeit gesetzt hatte. Ich sah mittlerweile ein ganz anderes Problem, als dass wir uns verirren könnten. Ich ahnte fahrerische Grenzen, wir waren unerfahren und wir waren allein. Innerlich war ich durch mit der Nummer, und todtraurig dazu. Ich hatte mich so darauf gefreut, die gesamte Route darum entwickelt. Thomas wollte unbedingt, doch ich, voller Respekt und schlimmster Befürchtungen, wollte und konnte nicht nachgeben.

Dann kam mir eine letzte Idee, ein letzter Strohhalm. Hinter uns machte der Pool sein Bäuerchen.

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zuletzt bearbeitet 01. Dez. 2023
779 Beiträge · seit 200601. Dez. 2023 · #47
Liebe Betti,

jetzt bin ich aber sehr gespannt, wie das mit euch und Kubu Island weitergeht!!

Und bin schwer beeindruckt von den herrlichen Aufnahmen, die ihr hier zeigt. Die Zebras mit den Spiegelungen im Wasser, die Käuzchen, ich könnte gar nicht sagen, was mir am besten gefällt. Jedenfalls heitert euer Bericht gerade meinen November-, ach nee, Dezember-Blues etwas auf.

Danke und macht schnell weiter!
Viele Grüße von Tanja
547 Beiträge · seit 201201. Dez. 2023 · #48
Liebe Betti

Nach sechs Wochen Südafrika sind wir nun wieder zu Hause, aber mit deinem Reisebericht doch wieder zurück im südlichen Afrika!
Herzlichen Dank für die wunderschönen, stimmungsvollen Bilder! Herrlich, die unzähligen Zebras im Boteti!
Nun bin ich gespannt, was ihr auf Kubu Island erlebt habt!

Liebe Grüße,
Sue
2025 Reisebericht Johannesburg bis Maun: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/306515-in-5-wo-von-joburg-nach-maun-im-aug-sept-25.html?start=0 2023 Reisebericht Johannesburg bis Kapstadt: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/304305-in-42-tagen-von-joburg-nach-kapstadt-okt-nov-23.html 2022 Reisebericht Westküste bis Etosha: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/302652-kapstadt-etosha-retour-bitte.html 2017 Reisebericht Richtersveld: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/294971-richtersveld-richtersveld.html
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201602. Dez. 2023 · #49
Hallo ihr Lieben,

erst einmal vielen lieben Dank für euer Interesse, die Dankes und Kommentare. Wir freuen uns über jede einzelne Reaktion sehr!
Tanja schrieb:jetzt bin ich aber sehr gespannt, wie das mit euch und Kubu Island weitergeht!
Wir waren damals auch sehr gespannt. 😣
Tanja schrieb:Jedenfalls heitert euer Bericht gerade meinen November-, ach nee, Dezember-Blues etwas auf.
Das ist schön, liebe Tanja - und gilt für uns selbst ganz genauso...
Sue.ch schrieb:Nach sechs Wochen Südafrika sind wir nun wieder zu Hause


😮 😮 😮 Sechs Wochen, wow! So toll! Ich hoffe, es war so großartig, wie es klingt.
Herzlich willkommen zurück und an Bord, Sue!
Sue.ch schrieb:Herrlich, die unzähligen Zebras im Boteti!


Seufz... Ja, das hat uns wirklich auch extrem gut gefallen...

Ich sitze schon am nächsten Kapitel und arbeite an der Weiterfahrt.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Betti
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84 Beiträge · seit 202302. Dez. 2023 · #50
Hallo Betti
Vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Wir waren letztes Jahr am Boteti und haben uns auch über die extrem vielen Zebras gefreut und anschliessend auf Kubu Island, wo uns ein Gewitter überrascht hat und wir fast gestrandet wären.
Ich bin nun sehr gespannt, wie’s bei Euch weitergeht.
Liebe Grüsse
Susanne
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201603. Dez. 2023 · #51
SuMa schrieb:Vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Wir waren letztes Jahr am Boteti und haben uns auch über die extrem vielen Zebras gefreut und anschliessend auf Kubu Island, wo uns ein Gewitter überrascht hat und wir fast gestrandet wären.
Hallo Susanne, vielen Dank für das Danke! Gewitter auf Kubu, das klingt nicht so gut. Dürfte alles schön aufgeweicht gewesen sein?! Aber offenbar hat es für euch ja noch geklappt, puh!

Liebe Grüße, jetzt geht es weiter. 🙂
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Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201603. Dez. 2023 · #52
7. September: Die Erdmännchen

Um 4 Uhr klingelte der Wecker, puh, aber ich sprang sofort aus dem moskitonetzumhüllten Bett. Auf keinen Fall wollten wir zu spät sein, nachdem wir am Vortag so vehement für eine Sonnenaufgangstour zu den Pfannen gekämpft hatten.

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Als ich die Tür zum Außenband öffnete, war es zwar merklich frischer als in der stickigen Hütte, in der ich bei brüllender Hitze nur schwer in den Schlaf gefunden hatte. Doch es war deutlich milder als am Boteti und auch Insekten waren keine unterwegs; mal abgesehen von einer imposant großen, aber auch harmlos aussehenden Spinne, die nachts aus ihrem Versteck hinter der Wasserspülung hervorgekrochen war und sich nun eilends wieder dorthin zurückzog.

In der offenen Küche beim Restaurant sahen wir schon unseren Guide und einige Mitarbeiter geschäftig werkeln. Sie packten einen Picknickkorb und servierten uns Kaffee, Tee, Eier und Pancakes. Ich war gerührt und auch beschämt, bereute ich doch mein vorschnelles Urteil vom Vortag, dass in dieser Lodge wohl ausschließlich nach Schema F verfahren würde. Ich trank meinen Tee und aß zwei Pancakes, schon allein, damit sich der zusätzliche Aufwand des trotz früher (Über)stunde freundlichen Küchenpersonals gelohnt hatte.

Um kurz nach Fünf gingen wir zum Auto. Shabba, dessen Namen wir nun erfuhren, mahnte zur Eile, wir hatten eine eineinhalbstündige Fahrt vor uns. Wir hatten nicht gewusst, in was für einem Gefährt wir unterwegs sein würden und uns vorsorglich im Zwiebellock gekleidet. Das war auch bitter nötig, denn wir saßen exponiert auf einem offenen Gamedrive-Wagen und der morgendlich frische Fahrtwind blies uns gnadenlos um die Ohren, die ich in Schal und Kapuze verpackte.

Bei YouTube ansehen ↗



Shabba bretterte versiert durch die Nacht, er kennt die Strecke wie seine Westentasche. An Wildwechsel mochte ich nicht denken und sehen konnten wir ohnehin nicht viel im Finstern, doch der schmale Weg, über den wir düsten, war steinig und ruppig. Wir wurden gehörig durchgerüttelt. Ich schloss die Augen und döste so gut es ging ein wenig vor mich hin.

Als eineinhalb Stunden später der Morgen dämmerte, nahm Shabba Funkkontakt zu dem Guide auf, der mehrere Monate im Jahr bei der Erdmännchen-Kolonie verbringt, die zwar am Pfannenrand wild lebt, aber auch an Menschen gewöhnt ist. Er beobachtet genau, in welchem der vielen Tunnel zu ihren Höhlensystemen die Tiere am Abend verschwinden, denn am Morgen tauchen sie aus demselben wieder auf. Wir hatten schon im Januar eine Erdmännchen-Tour in Südafrika unternommen, wo es Kolonien in der Little Karoo gibt, und dort wird genauso verfahren.

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Als wir die Stelle gefunden hatten, erzählte uns der sehr nette Guide von seinem Leben hier draußen und von den Erdmännchen, die sich noch nicht blicken ließen. Langsam kroch die Sonne über den Horizont. Shabba goss uns Tee und Kaffee ein, wir aßen ein Sandwich und nun war die Gelegenheit gekommen, auf die ich gewartet hatte. Ich berichtete Shabba kurz und knapp von unserem Plänen für Kubu Island am nächsten Tag, von unseren Befürchtungen und dass wir es für das Beste hielten, wenn uns ein Einheimischer begleiten beziehungsweise fahren könnte. Ob ihm vielleicht jemand einfiele?

Shabba sagte nicht viel. Er fragte nach unserem Auto (geländegängig, 4x4?) und versprach dann, über mögliche Kandidaten nachzudenken. Das war auf jeden Fall schon mal nicht schlecht und alles andere als ein klares "Nein". Ich sah Thomas an, verhalten optimistisch.

Danach waren wir erst einmal abgelenkt: Die Erdmännchen steckten ihre kleinen Köpfe aus dem Bau.

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Sie schauen anders aus als ihre Artgenossen in Südafrika, wie hätten sie fast übersehen. Kleiner und schlanker, vielleicht aber auch nur weniger Fell. Auch das Verhalten unterschied sich zumindest an diesem Tag. Sie stellten sich nicht erst einmal zur Sonne gewandt zum Aufwärmen auf ihren Bau, sondern legten gleich los mit ihrem Tagesgeschäft. Was aus nicht viel mehr als buddeln und fressen, buddeln und fressen und immer mehr buddeln und fressen besteht.

Auf die Plätze, fertig...
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Es war auch niedlicher Nachwuchs dabei, erst wenige Wochen alt, der schon tapfer über die spärlich bewachsene Ebene flitzte und an ihrer Oberfläche kratzte. Mit ihrer laienhaften Buddelei konnte die Tierchen aber noch nicht wirklich etwas ausrichten.

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Unentwegt quiekten sie vor sich hin, was klang wie einst mein Meerschweinchen, das ich wenig phantasievoll Porky getauft hatte. Es sollte wohl auch eine Aufforderung sein, die nicht unbeträchtliche Beute der Erwachsenen mit den Kleinen zu teilen. Doch die fetten Engerlinge und Skorpione, die die eifrigen Erdmännchen mit großer Beharrlichkeit aus den tiefen Löchern zerrten, verschwanden allesamt im Maul des jeweiligen Finders.

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Lecker Skorpion - übrigens der erste Skorpion meines Lebens und quasi eine Erstsichtung 😎
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In Südafrika hatten wir die Erdmännchen an ihrem Bau bis zu ihrem Aufbruch in den Tag beobachten dürfen, dabei aber sitzenbleiben müssen. Scharrte jemand mit den Füßen, verschwanden sie im Bau - oder waren schlimmstenfalls über alle Berge. Hier durften wir nun zwischen der Kolonie umherlaufen, die zwar ausschwärmte, sich aber nur langsam fortbewegte. Die Tiere hatten einfach zu viel zu tun, um wirklich Meter zu machen.

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Natürlich hielten wir Abstand, und der Guide ermutigte uns, näher ranzugehen. Doch meist kamen sie ohnehin über kurz oder lang zu uns. Ich suchte mir also eine Stelle, in deren Richtung sie sich bewegten, und wartete einfach still ab. Manchmal liefen sie uns fast über die Füße; wir waren nichts als Luft für sie.

Es war fantastisch. Aus der Distanz sah ich, wie uns Shabba amüsiert, aber auch zufrieden beobachtete. Ich sah ihn erstmals lächeln, er hatte wohl Freude an unserer Freude. Immerhin, so dachte er bestimmt, hatte die Extratour tatsächlich ihren Zweck erfüllt. Wir schauten, staunten und fotografierten.

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Rund eineinhalb Stunden nach uns kam ein zweites Auto an mit vier weiteren Gästen. Das wäre unsere eigentliche Tour gewesen. Der Guide, der als einziger die Erdmännchen sogar anfassen kann, machte irgendwelche Mätzchen mit den Tieren. Wir hatten zuvor relativ klar demonstriert, dass wir daran kein Interesse hätten und machten weiter unser Ding.

Nach gut zwei Stunden gingen wir schließlich zurück zu den Autos, randvoll mit Eindrücken und viel zu vielen Fotos. Noch einmal gab es Kaffee, Tee und Kekse, dann packten die vier Österreicher und ihr Guide ihren Kram von dem einen Jeep in unseren, denn ihr Wagen hatte unterwegs geschwächelt und musste repariert werden.

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Im Tageslicht genossen wir nun auch die Fahrt durch die karge Landschaft. An einem einsamen, winzigen Gehöft stoppten wir. Die auf Hochglanz polierten Quad Bikes wirkten dort zwischen Hühnern, Ziegen und Staub irgendwie fehl am Platze.

Shabba und sein Kollege drehten ein paar Proberunden, und beide schienen Spaß daran zu haben, doch wir waren froh über unsere Entscheidung, denn wir mochten schon den Lärm der Motoren in dieser stillen Landschaft nicht.

Später auf dem Rückweg waren wir überrascht zu erfahren, dass auch Shabba die Quads nicht schätzt - sich aber natürlich berufsbedingt damit auskennt. Dieser etwas distanzierte, zupackende und patente Typ wurde mir immer sympathischer.

Die Quadbike-Gruppe sollte später mit dem reparierten Auto wieder abgeholt werden, wir mussten also nicht warten. Gegen Mittag waren wir zurück bei der Lodge und ich fragte mich, ob Shabba wohl noch an meine Bitte dachte. Doch kaum waren wir aus dem Wagen geklettert, bat er uns, in der Bar auf ihn zu warten. Er müsse ein paar Telefonate führen, was in der Pfanne mangels Empfang nicht möglich gewesen war.

Wir waren mittlerweile beide relativ überzeugt von der Lösung unseres Problems. Shabba würde sie finden. Nur wie die aussehen konnte, ahnten wir nicht. Wir fanden beide, dass Shabba der ideale Begleiter wäre. Wussten aber, dass er sehr eingespannt war. Seit dem Stotterstart am Vortag hatte sich spürbar ein gegenseitiger Respekt entwickelt.

Wir schlürften unsere kühlen Getränke und saßen dabei auf heißen Kohlen. Dann bog Shabba breit grinsend um die Ecke und erlöste uns. "I'll go with you." Wahnsinn! Glücklich strahlten wir uns an, alle drei.

Shabba hatte das Lodge-Management darum gebeten, seine am nächsten Tag beginnende zehntägige Freizeit ein wenig vorziehen zu können und dafür das Go bekommen. Wir besprachen die Details, 4x4 war unerlässlich und behagte ihm, Automatik nicht so sehr, wir wollten im Auto schlafen, er seine Bettrolle mitbringen. Ich berichtete von unserer überschaubaren Versorgungslage, was er äußerst stoisch zur Kenntnis nahm.

Er würde nach Hause fahren, seine Ausrüstung holen und uns am nächsten Morgen in Nata treffen. Großartig! Wir freuten uns, freuten uns den ganzen Tag und nun auch so richtig auf Kubu Island.

Den Rest des Tages verbrachten wir relaxt am Pool, es war viel weniger los als am Vortag, als mehrere große Gruppen in der Lodge übernachtet hatten. Wir schliefen und lasen, genossen das faule Leben und auch die Gedanken daran, was alles schon hinter, vor allem aber noch vor uns lag.

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Vor dem Abendessen zogen wir noch einmal mit den Kameras los, die riesigen Baobabs waren einfach zu schön, über mir sprang ein Bushbaby leichtfüßig von Ast zu Ast.

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Im Restaurant beobachtete ich dann ein Trio, das auf einem Laptop offenbar ebenfalls die Strecke nach Kubu begutachtete. Der eine, um den sich spürbar alles drehte, war außerdem auf einer Homepage unterwegs, die herausragende Fotos zeigte. Das konnte ich schon aus der Distanz sehen. Ob das wohl seine waren? Es gab nicht so recht die Gelegenheit, ihn danach zu fragen, und als wir den tollen Tag bei einem Amarula am Feuer ausklingen ließen, hatte ich die Episode auch schon wieder vergessen. Doch wir sollten ihn wiedersehen.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2023
898 Beiträge · seit 201603. Dez. 2023 · #53
Ihr Lieben,

Viel zu spät klettere ich noch mit auf Euer Gefährt! Die letzten Wochen waren aus privaten Gründen etwas fordernd, daher habe ich das Forum sträflich vernachlässigt.

Menno, sooo tolle Bilder wiedermal! Großes Kino, und ich mag kaum glauben, dass wir wenige Tage vor Euch am Boteti waren. So viele Zebras hatten wir nicht, das sieht bei Euch großartig aus.

Unser spontnes Treffen im The Waterfront war wirklich wunderbar und überraschend. Nach unserem Pech und den technischen Problemen war die Unterkunft ja komplett ungeplant, und dann treffen wir uns da! 🤩 🤩

Jetzt bin ich auf Kubu gespannt!

Liebe Grüße
Martin
Im Land der grünen Wiesen! - Namibia 2018 Wir sehen uns am Boteti! - Namibia/Botswana 2021 Botswana 2025 - Erholungsurlaub mit der Familie
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2023
897 Beiträge · seit 201703. Dez. 2023 · #54
Super Fotos, spannender Bericht!
Ist das Erde, was dem Erdmännchen an der Schnauze klebt oder ist es verletzt ?
Liebe Grüße Makra
5'052 Beiträge · seit 201403. Dez. 2023 · #55
Hi Betti,

für eine so tolle Begegnung mit Erdmännchen steht man gerne um 4 Uhr auf! Jetzt bin ich ganz gespannt auf Kubu Island - mit Shabba als Guide kann es ja nur toll werden!

Liebe Grüße und einen schönen ersten Advent
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2023
1'824 Beiträge · seit 201603. Dez. 2023 · #56
Hallo Betti,
sehr schöne Erdmännchenfotos sind das. Da habt ihr es gut gemacht, als ihr auf eure Tour bestanden habt.
Aber mein Fotofavorit bleibt der Kapkauz.

Lieber Gruß
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
3'385 Beiträge · seit 200903. Dez. 2023 · #57
Hallo Beatnick, hallo Thomas,
moin moin,

ich kann mich nur wiederholen - das ist ein ganz genialer Reisebericht der besonderen Art. Vielen Dank wie immer dafür.

2024 ist bei uns vollständig verplant, da geht urlaubstechnisch so gut als gar nichts mehr. Aber 2025, das sind wir schon am Überlegen und der Caprivi mit Botswana als Höhepunkt schwirrt arg in unseren Köpfen. Und da kommt Dein Bericht natürlich grad zur rechten Zeit.

Sagt mal, eine Frage hätte ich doch: das Sango Camp - Ihr hattet doch einen 4x4. Und es war Trockenzeit. Warum seid Ihr denn nicht selbst gefahren?

Herzliche Grüße von Süd nach Nord! 🙂
der bayern schorsch
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1'651 Beiträge · seit 201403. Dez. 2023 · #58
Hallo ihr Beiden, wir haben uns so einigermaßen akklimatisiert, kein leichtes Unterfangen bei einem Temperaturunterschied von 50 Grad vom KTP zu uns daheim. Gerne fahren wir bei Euch noch mit.
Insbesondere interessieren uns Eure Erlebnisse auf Kubu. Bald seid ihr ja mit Shabba’s Hilfe dort, obwohl wir denken ihr hättet das locker auch alleine geschafft. Nichts desto trotz finden wir es einen wahnsinnigen Zufall, dass ihr Shabba kennengelernt habt. Mit ihm waren wir letztes Jahr 5 Tage unterwegs. Er arbeitete für bushways im Khwai Guesthouse und wir fuhren die Gamedrives mit ihm, da wir wegen Hochwasser nur begrenzt selbst fahren konnten. Mit Shabba stehen wir noch heute im Kontakt. Wir mochten ihn sehr und die Chemie stimmte. Vielleicht hat er noch den kleinen Vogelführer auf deutsch benutzt, den wir ihm geschenkt haben. Er hat öfters deutsche Gäste und die wollte daher die Namen der Vögel lernen. Vielleicht konnte er bei Euch schon sein Wissen testen 😛
Wir sind gespannt wie es weiter geht.
Liebe Grüße
Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201604. Dez. 2023 · #59
Hallo ihr Lieben,

Post für Berti, immer wieder schön! 🙂 Vielen Dank!
TinuHH schrieb:Viel zu spät klettere ich noch mit auf Euer Gefährt!
Immer ein Platz frei für euch!!!
TinuHH schrieb:Die letzten Wochen waren aus privaten Gründen etwas fordernd
🙁 Wir hoffen, es ist alles wieder gut! Liebe Grüße an euch beide.
TinuHH schrieb:Menno, sooo tolle Bilder wiedermal!
😊 😘
TinuHH schrieb:Unser spontnes Treffen im The Waterfront war wirklich wunderbar und überraschend.
Wir wiederholen das!!! 🙂 🤪
Makra schrieb:Super Fotos, spannender Bericht!
Vielen lieben Dank!
Makra schrieb:Ist das Erde, was dem Erdmännchen an der Schnauze klebt oder ist es verletzt ?
Das war nur Erde. Seeeeehr viel gebuddelt...
Daxiang schrieb:für eine so tolle Begegnung mit Erdmännchen steht man gerne um 4 Uhr auf!
Das ist wahr. In Afrika ist das eh alles ganz anders, da macht es auch (fast) nix aus...
H.Badger schrieb:Aber mein Fotofavorit bleibt der Kapkauz.
🙂 😘 Ich hatte es mir fast gedacht. 😉
bayern schorsch schrieb:ich kann mich nur wiederholen - das ist ein ganz genialer Reisebericht der besonderen Art.
Wow, vielen Dank mein Lieber!
bayern schorsch schrieb:Aber 2025, das sind wir schon am Überlegen und der Caprivi mit Botswana als Höhepunkt schwirrt arg in unseren Köpfen.
Wir können es nur empfehlen, da ist ja doch einiges geboten in der Ecke. Wenn ihr Fragen habt, immer gern!
bayern schorsch schrieb:das Sango Camp - Ihr hattet doch einen 4x4. Und es war Trockenzeit. Warum seid Ihr denn nicht selbst gefahren?
Das hatte verschiedene Gründe. Erst einmal soll die Strecke dahin auch fordernd sein und dann für 3 Tage? Wenn man da reinfährt, müsste man vielleicht auch noch mehr in der Gegend bleiben oder von dort weiterfahren, dachten wir. Außerdem war klar, dass wir mit Sango geführte Gamedrives machen (in Khwai ist ja z.B. auch offroad erlaubt, das würden wir eh nicht selbst durchziehen und wir kennen uns im Moremi auch gar nicht aus), dann hätte das Auto da mehrere Tage rumgestanden, was auch Geld kostet. Es passte zeitlich besser, wir hätten sonst noch einen Tag am Ende mehr gebraucht, und es wurde so schon knapp. Ich wollte keinen Tag an anderer Stelle missen. Und dann ist der Flug eben schon auch sehr attraktiv so übers Delta. 2014 sind wir sogar noch niedriger geflogen als diesmal, das sparte praktisch den Rundflug. Diesmal sind wir auf dem Rückweg erst tiefer ins Delta reingeflogen, weil wir noch Leute eingesammelt haben. bevor es dann nach Maun ging. Das sind schon tolle Ansichten von da oben. Liebe Grüße in den verschneiten Süden! (Schnee sogar in Hamburg!)
Tinochika schrieb:Hallo ihr Beiden, wir haben uns so einigermaßen akklimatisiert, kein leichtes Unterfangen bei einem Temperaturunterschied von 50 Grad vom KTP zu uns daheim.
Oh ja, das denk ich mir! Willkommen zurück! 😘 Ich bin sehr gespannt auf eure KTP-Erlebnisse!
Tinochika schrieb:Bald seid ihr ja mit Shabba’s Hilfe dort, obwohl wir denken ihr hättet das locker auch alleine geschafft.
Euer Vertrauen ehrt uns, aber wir sind nicht so überzeugt...
Tinochika schrieb:Mit ihm waren wir letztes Jahr 5 Tage unterwegs. Er arbeitete für bushways im Khwai Guesthouse
Das wäre wirklich ein unglaublicher Zufall gewesen, aber ich glaube, es war ein anderer Shabba. Zumindest kennt Bele einen anderen.

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Liebe Grüße und eine schöne Woche,
Betti
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zuletzt bearbeitet 04. Dez. 2023
Themenstarter1'718 Beiträge · seit 201605. Dez. 2023 · #60
8. September: Kubu, wir kommen!

Morgens war ich voller Vorfreude, aber auch entspannt. Wie es mir wohl gegangen wäre, wenn wir auf eigene Faust losgefahren wären? So jedenfalls frühstückten wir erst einmal in aller Ruhe und trafen das Trio vom Vorabend wieder, das ebenfalls an diesem Tag nach Kubu Island wollte.

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Ich sprach den offensichtlichen Kopf des Grüppchens an, er stellte sich als Vikas Chander vor, ein preisgekrönter Astro-(Hobby)fotograf aus Neu-Delhi, der die Welt bereist und eigens mitsamt 100 Kilo (!) Equipment nach Botswana gekommen war, um auf Kubu zu fotografieren. Die anderen beiden waren sein Assistent sowie ein namibischer Fahrer, den er angeheuert hatte, und sie wollten dieselbe Route nehmen wie wir.

https://www.vikaschander.com/desert-rose/

https://www.vikaschander.com/timelapse/ (auch viel Namibia dabei!)

https://www.vikaschander.com/wustenquell/

Wir hatten uns mit Shabba in Nata verabredet, wir sollten uns bei ihm melden, wenn wir losfuhren. Um 8.15 Uhr schrieben wir ihm und rollten voller Erwartungen und euphorisch vom Hof. Kurz vor uns hatte sich auch die kleine Gruppe des Inders mitsamt eines kleinen Hängers auf den Weg gemacht, in dem sich das umfangreiche Gepäck befand.

Es waren nur gut 100 Kilometer bis Nata und die Straße war bis auf wenige Stellen in gutem Zustand. Nur an wenigen Abschnitten war der Asphalt plötzlich verschwunden und es reihte sich Schlagloch an Schlagloch, doch sie waren kurz und so kamen wir schon nach einer Stunde in Nata an. Shabba hatte nicht auf unsere Nachricht geantwortet und war auch noch nicht an unserem Treffpunkt bei einer Tankstelle. Wir konnten ihn zunächst nicht erreichen, doch dann meldete er sich zurück, er brauche noch eine ganze Weile. Ich wunderte mich, wir hatten ihn instinktiv in Nata verortet, tatsächlich aber reiste er aus dem 200 Kilometer entfernten Francistown an, wie wir später erfuhren.

Wir verspürten wenig Lust, länger bei der Tankstelle herumzuhängen und mir fiel die Nata Lodge ein, die etwas außerhalb des Ortes liegt und wo wir am nächsten Tag übernachten würden.

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Wir wurden dort freundlich empfangen, holten uns Getränke in der Bar und setzten uns in den Schatten der vielen hohen Bäume, die der Lodge etwas Oasenhaftes geben. Es war schon wieder heiß geworden. Es gefiel uns hier, ein Platz zum Wohlfühlen mit sehr viel Grün und Vögeln, die uns wunderbar die Zeit vertrieben.

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Eine Stunde später brachen wir wieder auf, warteten noch etwas und dann tauchte schließlich auch Shabba auf, der noch in eine Radarfalle geraten war und sich entschuldigte. Er parkte sein Auto bei einer Tankstelle, dann tauschten wir die Plätze und ich verzog mich auf die Rückbank. Es war 11.30 Uhr, also noch gut in der Zeit, und es ging los. Wir fuhren wieder raus aus Nata in Richtung Gewta und bogen nach wenigen Kilometern bei einem Wegweiser nach links ab. Hier begannen die 91 Kilometer, die mir solchen Respekt eingeflößt hatten.

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Die Strecke war easy, und ich schalt mich stumm wegen meiner Übervorsicht. An einem der Stände am Wegesrand packten wir zwei Bündel Holz für die Gemütlichkeit am Abend ein, und warfen 100 Pula in die dafür vorgesehene Honesty Box.

Von Zeit zu Zeit war linkerhand die Pfanne zu sehen, und die Beschaffenheit der Piste änderte sich. Eine Mischung aus Sand und Bulldust, in dieser tief ausgefahrenen Spur mit hoher Mitte waren die Österreicher wohl irgendwo steckengeblieben. Shabba wollte nicht dort hineingeraten und suchte sich seinen eigenen Weg durch die Pampa. Thomas beobachtete, wie unser virtuelles Auto im GPS jenseits des markierten Weges durchs vermeintliche Nichts im Zickzack fuhr und drehte sich fragend zu mir um. Ich ahnte seine Gedanken: Ob wir wohl auch auf diese Lösung gekommen wären? Wohl eher nicht.

Als wir wegen dichterer Vegetation auf dem Weg bleiben mussten, balancierten wir kilometerlang mit dem den rechten Reifen auf dem erhöhten Mittelteil der eigentlichen Strecke und mit den linken auf einem schmalen Sims, der sich herauszubilden begann. Dann wieder gerieten wir in einen Schlamassel aus tiefen und sandigen Löchern, die Shabba geschickt umkurvte. Er wunderte sich, wie sehr der Weg gelitten hatte, er war seit Jahren nicht mehr hier gewesen.

Vielleicht hätten wir die Tour problemlos bewältigt. Vielleicht aber auch nicht. Auch Thomas teilte mittlerweile meine Bedenken. Insgesamt konnte man an mehreren Stellen falsche Entscheidungen treffen, die möglicherweise zu Problemen geführt hätten.

Ganz sicher aber hätte uns die Strecke gestresst, denn die Herausforderungen rissen kaum ab und sie zog sich. Mit einem zweiten Auto hätten wir uns wohl anders entschieden, nun aber waren wir heilfroh. Ganz nebenbei schaute ich genau hin und ließ mir von Shabba immer wieder Dinge erklären. Ein kleines Offroad-Training quasi - wenn auch in der Theorie.

Langsam, aber stetig näherten wir uns dem Ziel. Nach dreieinhalb Stunden waren wir da. An der Rezeption stiegen wir aus und wurden vom Campwart begrüßt, dem ich eine in Ermangelung eines Kühlschranks warme Dose Cola in die Hand drückte. Er freute sich sehr darüber und bedankte sich ein ums andere Mal. Ein winziger Luxus in seiner schlichten Welt fernab von Supermärkten und Infrastruktur.

Wir hatten uns Kubu von der einzigen bewachsenen Seite der Pfanne genähert. Als wir nun auf dem Weg zu den Campsites auf die riesige weiße Leere hinaus- und an der Längsseite der Ergebung entlang rollten, wurden auf einen Schlag alle meine Träume wahr. Genau so hatte ich mir das vorgestellt; den blauen Himmel und die Salzkruse mit dem flimmernden Band am Horizont.

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Wir hatten vorab einen Platz gebucht, dann aber die freie Wahl. Von den 14 Campsites, die zwischen Affenbrotbäumen und großen Granitfelsen verstreut liegen, waren fünf belegt. Wir hofften auf die Nummer fünf, die uns die Tinochikas empfohlen hatten.

Aus gutem Grund, denn wie sie bei ihren bisherigen Besuchen hatten wir keinerlei Camping-Ausrüstung dabei, also auch keine Stühle oder einen Tisch. Nummer fünf verfügt praktischerweise über terrassenförmige Felsen, die uns nicht nur als Sofa und Regal dienten, sondern auch Shabba als Bett. Er warf direkt seine Bettrolle auf das unterste Plateau, denn wir hatten Glück und die Fünf war tatsächlich noch frei.

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Zufrieden schaute mich um. Und entdeckte etwa 100 Meter weiter auf einer leeren Campsite einen Verschlag, in dem ich eins der Plumpsklos vermutete, von denen ich nicht viel Gutes gehört hatte. Tatsächlich kann ich zur Verbesserung ihres Rufs nichts beitragen; konnte aber immerhin die Tür sperrangelweit geöffnet lassen, denn weit und breit war niemand zu sehen. Das erleichterte nicht nur das Atmen, sondern sorgte auch für ein schönes Panorama selbst in der Abfahrtshocke.

Kaum angekommen, waren wir alle drei direkt im Forschermodus. Lekhubu ist ein Nationalmonument und für die Einheimischen eine heilige Stätte, und auch für Shabba hat der Ort eine besondere Bedeutung. Wir schwärmten aus. Er auf den Spuren seiner Vorfahren und seiner Kindheit, Thomas und ich der Nase nach.

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Wir kletterten über die Felsen und zwischen den Bäumen umher, die endlose Weite der topfebenen Sowa Pan immer im Blick, und genossen in vollen Zügen, hier zu sein. Keine zwei Tage zuvor hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt.

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Nach einer Weile kehrten Thomas und ich um, schnappten uns das Auto, fuhren auf die Pfanne und dann an der rund einen Kilometer langen Felsinsel entlang. Wo es uns gefiel, stiegen wir aus und gingen weiter auf Entdeckungstour.

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Wie liebten die Weite, die archaische Landschaft und die Einsamkeit. Fast durchgängig waren wir unter uns.

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Lekhubu war einst von einem großen Binnenmeer umgeben. Viele der Felsen sind von versteinertem Guano bedeckt, auf denen Wasservögel hockten. Auch wenn die Szenerie heute eine ganz andere ist, fiel es mir nicht schwer, mir das vorzustellen.

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Als die Sonne sank, wollte Thomas die Aussicht genießen und zurück zum großen Baobab direkt oberhalb unserer Campsite. Er ging zu Fuß, weit war es nicht.

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Ich dagegen fuhr auf den deutlich erkennbaren Fahrspuren ein ganzes Stück auf die Pfanne hinaus.

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Ich genoss die Stille, die von nichts unterbrochen wurde, außer von mir selbst. Ein magischer Moment, der nur mir gehörte.

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Zurück an der Campsite hatte Shabba schon Feuer gemacht, schließlich gesellte sich auch Thomas dazu. Wir setzten uns auf die natürliche Felsbank und es gab ein überschaubares Abendbrot mit Biltong, Salami, Obst, Nüssen, Oliven und Knäckebrot mit Kürbiskernen und eingebackenem Käse, das Shabba liebte und sich fast vollständig einverleibte. Das eingeschränkte Angebot nahm er gelassen: "It's part of the adventure" - und so sahen wir das auch.

Shabba, der sich am Abend in langärmelige Kleidung und Mütze verpackt hatte, legte sich früh aufs Ohr, er hatte einen langen Tag hinter sich. Auch Thomas und ich versuchten uns so gut wie möglich im Auto einzurichten. Ich wollte mich erst auf die Rückbank quetschen, was mit meinen 1,82 m aber nicht gelang. Also kurbelten wir beide Vordersitze herunter, das war schon viel besser. Meine mitgebrachte Decke war auf merkwürdige Weise verschwunden, wir fanden sie erst am nächsten Tag unter einem der Sitze wieder. Am Ende reichte aber auch ein großes Tuch, das ich irgendwo im Chaos fand, denn es war eine milde Nacht.

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Shabba hatte bei seinem bis dato letzten Kubu-Besuch offenbar ein Trauma erlitten und uns von Moskitos "big as elephants" berichtet, die sich seinerzeit über ihn hergemacht hätten. Aus schierer Angst vor einer Wiederholung hatte er sich am Abend so dick eingemummelt, doch es waren keinerlei Insekten unterwegs. Wie überhaupt (zumindest sichtbar) keine Tiere. Keine Esel, keine Kühe, keine Vögel, keine Monster-Moskitos. Es war wahrscheinlich einfach zu trocken. Gut für uns, denn so konnten wir die Autofenster geöffnet lassen.

Vom Komfort eines Bettes waren wir weit entfernt. Aber auch besser dran als bei einer Nacht im Flugzeug. Schlafen konnte ich trotzdem nicht. Ich stieg noch einmal aus und drehte eine Runde, da war Thomas schon längst im Lummerland. Auch die Nachbarn schlummerten. Das Mondlicht schimmerte auf der weiße Pfanne. Kein Wind, keine Geräusche, der Sternenhimmel - eine mystische Atmosphäre.

Schließlich ging ich zurück zum Auto, schloss die Augen und dämmerte vor mich hin, bis plötzlich etwas nicht stimmte. Ich schaute auf die Uhr: Es war Eins - und taghell!

Oben am Baobab leuchtete gleißendes Licht. Keine Invasion aus dem All, sondern der Inder und sein Assistent, die mit riesigen Scheinwerfern den Baum und die Umgebung scannten. Sie bewegten das Licht wie beim Fensterputzen, das war faszinierend, doch in erster Linie war ich froh, dass sie mitten in der Nacht da draußen zwischen den Felsen rumkraxelten und nicht ich. Erleichtert drehte ich mich um. Und schlief endlich tief und fest ein.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 06. Dez. 2023