Routenplanung 6 Monate südliches Afrika

12 Antworten · 2’014 Aufrufe · gestartet 17. März 2023 von mruni
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Themenstarter172 Beiträge · seit 201017. März 2023 ·
Hallo zusammen,
obwohl es mehrere Länder betrifft, nutze ich einfach mal die Kategorie "Namibia".

Nach jahrelanger Vorbereitung ist es bald soweit, wir fliegen Mitte April nach Kapstadt wo unser Auto (zu dem Zeitpunkt) bereits auf uns wartet! Wir haben 11 Monate Elternzeit und möchten minimal 6 Monate davon im südlichen Afrika verbringen. Reiseerfahrung beschränken sich auf Namibia und Botswana. Wir reisen zu viert mit zwei kleinen Kindern in unserem 130er Defender Bushcamper.

Nachdem die letzten Monate zum Teil nächtelang am Auto gearbeitet wurde und 100 Sachen erledigt, geplant und vorbereitet wurden, kommt jetzt langsam das Thema "Route" an die Reihe. Einen Monat vor Abflug könnte man sich ja mal Gedanken machen 🙂

Hier ein paar Eckdaten
- Die Reise startet und endet in Kapstadt, weil unser Auto per Container reist
- Wir werden zum Großteil campen, ab und zu mal eine feste Unterkunft beziehen (auch aus finanzieller Sicht)
- Wir haben bisher nichts gebucht
- Wir möchten auf jeden Fall SA, Nam, Bots bereisen, evtl Lesotho
- Wir versuchen die Malaria Risikogebiete wegen den Kindern nach Möglichkeit zu meiden (Bereich Caprivi/Moremi), ich würde sie aber (noch) nicht kategorisch ausschließen, auch wegen dem Zeitpunkt
- Vorbuchungen NPs haben wir keine vorgenommen, weil 1) die Route noch nicht feststeht und 2) wir auch bewusst flexibel bleiben wollen. Wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir einfach länger
- Dadurch ergibt sich, dass wir NPs nur kurz vorher buchen können, und viel Glück brauchen einen freien Stellplatz zu bekommen

Meine erste Idee war:
- Ankunft Kapstadt
- nach Osten über die Garden Route durch Lesotho, Panorama Route, und von dort nach Norden (Nam oder Bots)

Dann ist mir aufgefallen, dass wir ungefähr im Juni im Bereich Lesotho wären, und es gerade da im afrikanischem Winter sehr kalt werden kann. Wir haben zwar eine Heizung im Auto, aber gemütlich geht anderes.

Daher die zweite Variante,
nach der Ankunft direkt nach Namibia (oder Botswana) zu fahren, um dort zu "überwintern". Ich habe mir bereits viele Klimatabellen von verschiedenen Orten angesehen, aber da geht ja auch nicht alles draus hervor.
Meine erste Frage wäre, wo sind die Temperaturen / Klima / Wind im afrikanischen Winter am erträglichsten? Ist ja auch wieder ein Unterschied ob ich an der Küste bin, z.b. Swakopmund oder im Inland (Hochplateau) bin.

Evtl wäre das dann der Faktor, nach dem wir die reste Route ausrichten würden.

Danke im Voraus für die tolle Unterstützung!
69 Beiträge · seit 202218. März 2023 ·
Hi mruni,

wir sind seit Anfang Mai letzten Jahres hier unten unterwegs.
Wir sind, startend in PE, die südafrikanische Ostküste hoch, um Lesotho drum rum gefahren, zum Krüger. Dann Botswana, Sambia, Simbabwe, wieder Südafrika, Botswana und aktuell Namibia.

Es war im Juni in SA schon frisch, auch mal einstellige Plusgrade. In der Zeit gab es Tage in Windhoek mit zweistelligen Minusgraden, und, grad heute gelernt, im Damarsland gab es auch Tage / Plätze mit bis zu minus 10 Grad.

Denke daher es wird auf beiden Routen Tage geben, wo es frisch ist. Lesotho war, als wir in der Nähe waren sichtbar weiß. Einer der Gründe warum wir es ausgelassen haben.

Bzgl Buchungen. Wir buchen I.d.R. Nix vor. Einzig beim Krüger haben wir da zwei Wochen vorher geguckt und gebucht, weil da war es wirklich voll.

Trotz Malaria würd ich überlegen Sambia dazu zu nehmen. Ist schon sehr anders als SA, Botswana und Namibia. Uns hat es am meisten angesprochen, grad weil so anders.
Die meisten Tiere haben wir in SA gesehen, am nähesten dran waren wir Ihnen in Botswana. Wobei Elefanten zwei Meter hinter dem zur Nacht geparkten Auto muss man mögen.

Hier mal unsere Reiseroute

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VG Uli
7’355 Beiträge · seit 200618. März 2023 ·
Hallo mruni

Temperaturmässig ist es im Winter in der Region Kwa Zulu Natal und im Lowveld (Krüger NP) am angenehmsten. Das sind aber gleichzeitig auch die Regionen, wo die Südafrikaner sehr gerne ihre Winterferien verbringen. Da werdet ihr ums Buchen nicht herum kommen. Während der Schulferien, kann es sogar sein, dass du nicht als Tagesbesucher in den Krüger eingelassen wirst, weil der Park zu voll ist.

Ansonsten einfach warm anziehen. Unsere Teletubby Anzüge haben sich da bewährt.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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Themenstarter172 Beiträge · seit 201019. März 2023 ·
Hallo Chrigu,
beziehst du dich mit den Orten auf SA alleine, oder auf das ganze südliche Afrika inkl Nam und Bots?
Eure Anzüge sind... speziell :-D

Auch an 1743, wie genau verhält sich das mit den Temperaturen morgens uns abends, wie schnell wird das kalt? (vermutlich sofort wenn die Sonne weg ist?) Hält man es morgens wieder draußen aus, sobald die Sonne raus kommt? Wir haben zwar auch eine Standheizung und warme Klamotten, aber beim Campen ist man ja trotzdem immer draußen.

@1743
Habt ihr viele Parks besucht, bzw dann immer z.B. auf sanparks kurz vorher geschaut ob was frei ist und dann gebucht? Oder war das ausssichtslos?

Und mich würde noch interessieren wie aggressiv die Mücken im Norden waren, und ob es in der Regenzeit merklich mehr waren als in der Trockenzeit. Konntet ihr euch eingermaßen gut schützen mit Sparys und langen Klamotten oder hilft nur die Flucht nach drinnen?
1’113 Beiträge · seit 200919. März 2023 ·
Hallo Mruni,

wir sind ebenfalls seit Mai 22 unterwegs und haben in der Zeit bis Anfang März Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und Südafrika bereist. Aktuell sind wir im Familienurlaub in der Schweiz und fliegen bald wieder zurück um weiterzureisen.

Egal wo, wenn es nachts kalt war (wir hatten max. -5° in Windhoek und im KTP und um 0° am Kap), wurde es warm sobald die Sonne rauskam. In der Sonne ist es dann umgehend angenehm, selbst wenn die Temperatur noch niedrig ist. Am Abend wird es nach Sonnenuntergang schnell frisch, wenn du in der entsprechenden Region unterwegs bist. Wir haben das bewährte Zwiebelprinzip genutzt.

Was die Mücken betrifft, so hätte ich persönlich in der Trockenzeit keine Bedenken. Wir haben zu keiner Zeit eine Vorsorge eingenommen und haben mit den Viechern gelebt. Peaceful Sleep, Doom und eine Creme aus Tansania haben uns ausgereicht um gut und ohne Probleme durch die Zeit zu kommen. Allerdings sieht das jeder anders. Ich kann mit den Begriffen aggressiv nichts anfangen. Ich habe nirgends Unterschiede im Verhalten von Stechmücken erlebt. In der Schweiz versuchen dich die weiblichen Stechmücken genauso zu stechen wie in Botswana oder Sambia. Die Anzahl ist manchmal unterschiedlich und die Grösse...
Ihr könntet als Kompromiss überlegen eine Vorsorge einzunehmen für die zeit wo Ihr in "Risikogebieten" nach eurer Definition untergwegs seid. In "" deshalb, weil streng genommen der grösste Teil eures geplanten Reisegebietes Malariagebiet ist.

Liebe Grüsse
Guido
1’162 Beiträge · seit 202219. März 2023 ·
Ab Mitte April geht per Camping in/ab Kapstadt über Gardenroute temperaturmäßig alles noch komfortabel. Stelle es dir wie Toscana im Frühsommer vor. Bei Schönwetter bis 30 Grad möglich, bei Schlechtwetter braucht man gute Kleidung. Wie von dir schon gesagt, beim Campieren kühlt man schneller aus als in festen Unterkünften. Und mit Kleinkindern gelten auch noch andere Kriterien als für Erwachsene.

Bevor du dir oder irgendjemand hier sich Arbeit mit Details machen, solltest/musst du dich entscheiden: Im oder gegen den Uhrzeigersinn?
Da du als Wintertour startest, käme (für mich) vom Campingkomfort her wohl nur eine Tour im Gegenuhrzeigersinn in Frage und das nur im Tiefland (low veld). Das Hochland und Berge würde ich im Winter meiden. Das kann beim Campieren ungemütlich sein. Eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang wird es, wenn man ungeschützt ist, kalt und die Tage sind kurz … die Nächte lang und ziehen sich.
Also: Garden Route, Ostküste, KZN Süd- und Nordküste, KZN-Parks bis Kruger.
Du startest nach den Osterferien und hast bis 23. Juni „ferienfrei“ sollte also für Camping kein Unterbringungsproblem sein. Wie weiter siehe hier
https://www.gov.za/about-sa/school-calendar
Für die dortigen Ferien solltest du etwas vorausplanen.
Obig reicht für ein paar Monate, auch die südliche Küste von Mozambique wäre drin, mit Übertritt nach Zimbabwe.
Das reicht fürs Erste. Wie weiter ist eine Frage des Geschmacks und wie viele Elefanten ihr noch sehen wollt 😎 und wie viel euch mehr davon in Botswana wert sind 😉 .... und auch wie gut ihr Hitze verträgt. Oktober ist heiß!!
Grüße
zuletzt bearbeitet 19. März 2023
69 Beiträge · seit 202219. März 2023 ·
mruni schrieb:
Auch an 1743, wie genau verhält sich das mit den Temperaturen morgens uns abends, wie schnell wird das kalt?
Es war schon kühl. Gradzahlen weiss ich nicht mehr wirklich. Aber als Indikator. Wir haben ja eine recht geräumige Wohnkabine. D.h., wenn es draussen ungemütlich wird sitzen wir halt drin. In den ersten zwei Monaten haben wir zum heizen zwei Gasflaschenfüllungen gebraucht. (seit dem brauchen wir nix mehr).
mruni schrieb:
Habt ihr viele Parks besucht, bzw dann immer z.B. auf sanparks kurz vorher geschaut ob was frei ist und dann gebucht? Oder war das ausssichtslos?
Wir waren in einer ganzen Reihe von Parks (Addo, Mountain Zebra, Golden Gate Highlands, Agulhas, Augrabies, Garden Route, KTP, Krüger, ...) und haben ausser beim Krüger nie lange vorher reserviert. Meist 1-2 Tage vorab auf den SanPark Seiten geguckt und gebucht. Da war immer etwas frei.
mruni schrieb:
Und mich würde noch interessieren wie aggressiv die Mücken im Norden waren, und ob es in der Regenzeit merklich mehr waren als in der Trockenzeit. Konntet ihr euch eingermaßen gut schützen mit Sparys und langen Klamotten oder hilft nur die Flucht nach drinnen?
Nicht anders als in Europa, wenn man an Gewässern steht sind da recht viele, in extrem trockenen Regionen meist weniger.
Das mit dem schützen ist so ein Thema. Wir haben in den Malaria Risikogebieten schon Aufwand getrieben, Moskitonetz über dem Bett, Abends lange Kleidung (auch wenn warm), Creme zu einreiben als Abschreckung und auch Malarone genommen.
Wir stehen grad vor der Frage, ob wir das jetzt wieder so machen (fahren in Kürze wieder in Malaria Risikogebiete). Evtl lassen wir das Malarone jetzt weg und nehmen es nur für den Fall mit, dass wir Symptome haben und nehmen dann die hohe Dosis... mal sehen

VG

Uli
VG Uli
1’162 Beiträge · seit 202219. März 2023 ·
Guten Tag mruni, noch ein Nachtrag @
mruni schrieb:...wie schnell wird das kalt? (vermutlich sofort wenn die Sonne weg ist?)
Im Hochwinter in Höhenlage im Freien: Sobald die Sonne weg ist eigentlich sofort. Wie stark man davon gleich betroffen ist, hängt aber stark davon ab, ob man einen Unterstand hat oder nicht. Bäume, Büsche … Vorzelt …. Veranda verzögern eine Zeit lang die Abstrahlung des von der Sonne aufgeheizten Bodens. So hat man u. U. noch ein paar „erträgliche“ Stunden.
Aber wenn man ganz frei steht, kann es sehr rasch recht ungemütlich werden. Meine unangenehmsten Erinnerungen waren im Bodenzelt bei solchen Bedingungen.
Ein weiterer Grund, solche Umstände zu meiden, zumal es klimatisch angenehmere Optionen gibt.
Der, Z. B. iSimangaliso Wetland Park ist sowieso landschaftlich für Europäer viel attraktiver als z. B. der Golden Gate. Für diesen oder die Drakensberge musst du nicht nach Afrika.

Und noch etwas fällt mir ein, weil ihr mit Kleinkindern reist und euch viel an der Küste aufhalten werdet. Sucht euch Plätze mit sicheren Stränden, wo Kleinkinder auch mal sicher planschen können (Gezeitenpools … Kinderpools … geschützte Flachwasser … ). GxxxMaps macht’s möglich. Ausgesetzte Strände können gefährlich sein, auch für Erwachsene, wenn man sorglos ist.
zuletzt bearbeitet 19. März 2023
Themenstarter172 Beiträge · seit 201024. März 2023 ·
Hallo zusammen,
danke für die ganzen Tipps, ich habe mich die letzten Tage nochmal intensiv mit dem südafrikanischen Klima auseinadergesetzt.
Ich muss zugeben, das Thema "Kälte" habe ich vorher nicht ganz auf dem Schirm gehabt. Mir ist aufgefallen, dass selbst wenn ich versuche in der kältesten Zeit (Juli) z.b. in SA im Lowveld / Kwa Zulu zu sein, bekomme ich ein anderes Problem:
wir reisen am 19. April in SA ein, d.h. unser Visum geht in SA nur bis 18. Juli. Also spätestens dann müssen wir über eine Grenze.

Alternativ schaue ich mir gerade Klimakarte von Namibia an, die Nachtemperaturen sinken Richtung Süd-Ost (Kalahari) und steigen im Nord-West (Kaokoveld). Siehe hier als Grafik.
Evtl halten wir uns in der Gegend auf? Ich ziehe auch in Betracht evtl mal für vier Wochen eine Wohnung über z.b. airbnb zu nehmen, um Urlaub vom Campen zu machen und die kälteste Zeit auszusitzen.
1’162 Beiträge · seit 202225. März 2023 ·
Entspanne dich doch!! Weil es doch passt, passen wird 😄
Für (Camping) Komfort müsst ihr nur das „high veld“ bis Magalies und andere Berge meiden. Daher wurde von Golden Gate, Drakens … abgeraten, weil andererseits empfohlen. Das heißt aber nicht, dass es generell unangenehm ist. Ihr müsst nur die Höhenlagen meiden. In RSA wird es im high veld nördlich von Magalies im Winter zunehmend milder. Das ist eine andere Klimazone, wie du an der Vegetation merken wirst/würdest.
Ihr habt fast drei (Winter)Monate für die „Ostseite“ im Tiefland, welche mehr als reichen. Und dann folgt ihr der Regel: Je weiter nördlich und je weniger Höhenmeter, desto „angenehmer“ wird es.
Meine Empfehlung, nochmals: Start RSA im Osten nach Norden, mit oder ohne ein bisschen Mozambique, dann nach Zimbabwe. Great Zimbabwe und Matopos würde ich nicht auslassen, auch wenn Nächtens etwas kühler, aber erträglich. Und dann nach Hwange, Victoria Fälle. Das geht alles komfortabel im dortigen Winter.
Dann nach Botswana und/oder Namibia, je nach Sattheit von „Tieren“ und Budget und da wird es schon wärmer, auch in der Saison.
Ihr werdet 6 Monate unterwegs sein. Kurz vor Abreise werdet ihr nicht jedes Detail durchplanen können.
Ihr habt jetzt zwei bis drei Monate, in denen das auch gar nicht notwendig ist. Der Rest ergibt sich.
Over and out
und genießt die Reise
zuletzt bearbeitet 25. März 2023
Themenstarter172 Beiträge · seit 201030. März 2023 ·
Hallo tacitus,
habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen. Danke für die detaillierte Beschreibung!
Werde mir nochmal Zeit nehmen, deinen Vorschlag auf der Karte nachzuvollziehen, aber das hört sich (glaube ich) schlüssig an.

Einen kurzen Abstecher nach eSwatini könnte ich mir auch vorstellen, gibt es dazu Erfahrungen?
Zimbabwe soll man ja $ mitbringen weil die ATMs nichts auswerfen, wie ist denn dort das Preisgefüge für Lebensmittel und Campen?
1’113 Beiträge · seit 200930. März 2023 ·
Simbabwe:

Jede Menge ATMs, wo USD-Bezug möglich ist.
Campingkosten meist um 10 USD pP, manchmal bis 15 USD. Lebensmittel sind in vollem Umfang erhältlich. Die Kosten sind auf leicht erhöhtem Normalniveau - von einigen Ausreissern abgesehen. Die Verfügbarkeit ist wie in den umliegenden Ländern. Die Tankstellendichte hat erheblich zugenommen. Für ZIM reicht ein 40 L Tank im durch das Land zu kommen.

Liebe Grüsse
Guido

PS: Kreditkarten werden in allen Pick n Pay akzeptiert, in sehr vielen Restaurants und in allen ZIM Park Stellen.
zuletzt bearbeitet 30. März 2023
930 Beiträge · seit 201631. März 2023 ·
Hallo,

da wir letztes Jahr zu ähnlicher Zeit 2 Monate mit Kleinkind unterwegs waren, vielleicht kurz meinen Senf dazu:

April-Mitte Mai kann je nach Gegend superschön sein (tagsüber 25°C, nachts 10C°), je höher du kommst (das ist in Südafrika im Landesinneren leider schnell der Fall), desto kälter, vor allem nachts. Angenehm (d.h. gesichert über 5°C nachts) wird eigentlich nur in KZN. Richtig ist auch, dass die Tagestemperaturen deutlich angenehmer sind als bei uns im Winter. Das nützt die aber nichts, wenn um 5/6 die Sonne untergeht und es ab dann arschkalt wird, außer du möchtest von 18:00 - 08:00 im Zelt sein.

Die Route von Tacitus macht durchaus Sinn. Wir selbst sind ab Ende April von Kapstadt immer Richtung Nordosten vor dem Winter/Herbst geflohen. An der Küste waren die Temperaturen nie ein Thema, im Landesinneren (auch Kruger) wurde es nachts schon ziemlich kalt (<5°C).

Alternative Idee: Ihr macht erst die Kapgegend, dann Westküste/Karoo - Anfang Mai seid ihr dann im südlichen Namibia, vl. mit etwas Glück kurzfristig im KTP (zumindest Twee Rivieren, Two River o. Mata Mata haben öfers kurzfristig Campsites frei). Wenn ihr nicht in eine Kaltfront kommt (was immer mal vorkommen kann), sollten die Nachtemperaturen meist erträglich sein. Dann entweder noch rauf bis Etosha, Damaraland etc. oder gleich rüber nach Botswana - wobei man davon je nach Alter der Kinder vl. nicht so viel hat - auf jeden Fall dann für Juli/August Richtung Nordosten Südafrikas, ggf. Zimbabwe/Mosambik. Ab September dann die Küste wieder runter, ggf. inkl. Drakensberge. Wie du das mit den 90 Tagen Visum hinbekommst, bedarf vl. noch genauerer Planung.

Ingesamt sind 6 Monate im südlichen Afrika mit kleineren Kindern problematisch, wenn man mindestens 3 Monate davon außerhalb Südafrikas verbringen "muss". Außer Namibia, KTP und CKGR ist alles Malaria-Hochrisikogebiet. Wenn du mal die Risiken von Malaria insbesondere für kleinere Kinder nachgelesen hast, kannst du dir ja über die Sinnhaftigkeit eine Meinung bilden. Den Nordosten Südafrikas inkl. Kruger halte ich da insbesondere im August/September für "relativ" gut vertretbar, alles andere nur mit Prophylaxe.

Wir waren im Juni im Kruger, haben natürlich umfassend Expositionsprophylaxe etc. betrieben, aber keine Tabletten. Mücken waren keine feststellbar (das muss aber nichts heißen. Als eine Woche nach der Heimkehr plötzlich >40°C Fieber kam, war die Panik natürlich trotzdem groß. Und da hilft dir leider auch unsere tolle medizinische Versorgung dann mit etwas Pech nichts. Wir hatten - mitten in München, unter der Woche - nachmittags irgendwann das hohe Fieber bemerkt und sofort wegen eines Malariatests alles in Bewegung gesetzt. Letztlich konnte dieser erst fast 24h später durchgeführt werden. Wenn es tatsächlich Malaria gewesen wäre, hätte bei einem Kleinkind jede Stunde gezählt. Aufgrund dieser Erfahrung würde ich mit (kleineren) Kindern definitiv nicht mehr ohne Chemo-Prophylaxe in Malaria-Gebiete fahren, einzig z.B. Kruger im August/September erscheint mir aufgrund der Trockenheit u. Nachttemperaturen vertretbar. Ihr campiert noch dazu, d.h. ihr seid fast zwingend nach Dämmerung noch draußen..

Es bleibt somit primär Südafrika u. Namibia als Option, z.T. Botswana. Ich bezweifle aber etwas, dass man- je nach Alter der Kinder - z.B. im CKGR oder in der Mabua Section mit Kinder einen entspannten Urlaub verbringen kann. Da kannst du nichts machen, außer mit dem Auto herumfahren, am Feuer sitzen und mit Stöckchen im Sand spielen, hast aber - gerade mit Kleinkindern - immer das Risiko von Wildtieren. Das ist natürlich immer eine persönliche Risikoabwägung, mir wäre es das - jedenfalls ohne weitere Mitfahrer auf der selben Campsite - zu heikel, jedenfalls bis jedes Kind klare Regeln befolgen und sich im Busch korrekt verhalten kann. Je nach Alter der Kinder und persönlicher Haltung gegenüber Erkrankungen/Verletzungen der Kinder musst du dort auch berücksichtigen, dass es oftmals bis zum nächsten Arzt >5h Fahrt sein können.. Da sollte man ehrlich zu sich selbst sein und die eigen Haltung ehrlich bewerten; die Schwelle, ab der jemand zum Arzt geht, ist ja sehr sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Long Story Short: Ich würde mich auf Namibia u. Südafrika konzentrieren; wie du das mit Temperaturen, Fahrtstecken und 90-Tage Regeln optimal hinbekommst, muss man sich wohl zumindest dme Grunde nach überlegen. Ich glaube, dass man als Camper fast überall kurzfristig was bekommt, auch in den Parks. Höchstens im Kruger könnte es in der Hauptferienzeit eng werden, aber selbst da wird sich - wenn auch nicht das Wunschcamp - doch irgendwas finden lassen.

Nochmal andere Idee: Die ersten 2,5 Monate Südafrika die Küste rauf (dann ist Ende Juni/Anfang Juli) und dann in ein paar Etappen direkt rauf in den Norden Namibias (Etosha, Damaraland, Erongo). Je weiter nördlich, desto wärmer. Caprivi ist wieder ganzjährig Malaria-Gebiet. Dann mal ne Woche Pause in einer Ferienwohnung in Swakopmund und je nach Perspektive bzgl. Kaltwetterfronten durch den Süden Namibias u. die Westküste zurück nach Kapstadt. Ab Mitte August sinkt das Risiko von sehr kalten (< 0°C) Nächten deutlich.

Viele Grüße
fidel
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025