Ich habe den Eindruck, dass ihr die gleichen Straßen gefahren seid, wie wir. Wenn man alleine fährt, hat man doch irgendwie immer Angst, dass man zu doof ist, Straßen zu finden, die nicht gesperrt waren. Daher bin ich nun doch etwas beruhigt. 😄
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202121. Feb. 2021 ·
Naja, wenigstens wird man sich wohl nicht verfahren können im Krater, wenn man sich einen Fixpunkt ausgesucht hat, Nadine, oder? Ja danke, eigentlich bin ich auch zufrieden mit den Leopardenbildern, aber man merkt an der Bildqualität schon, dass er für top Bilder zu weit weg war. 300mm x 1.4 Teleconverter x 2 Cropfaktor und davon einen Bildausschnitt ist schon heftig. Mit ISO 400 zumindest keine Verwackler in den Bildern.
18. Tag Fahrt ins Usambara-Gebirge
Heute fahren wir aus Karatu um 8 Uhr ab mit dem Ziel Mambo View Point Eco Lodge in den Usambara Mountains, wir bekommen eine Lunchbox mit. Wir machen nichts anderes diesen Tag, und obwohl Google uns eine Entfernung von ca. 540km anzeigt, sind wir 11 Stunden bis 19 Uhr unterwegs mit einer kleinen Mittagspause. Der Grund für diesen immensen Zeitaufwand sind die katastrophalen Wegeverhältnisse im Gebirge. Von Mombo bis Lushoto (33km) ist es eine ganz normale geteerte Strasse, wir kommen gut voran, auch wenn wir dafür wegen der ganzen Kurven und den vielen Menschen auf der Strasse etwa eine Stunde benötigen. Danach ist es nur noch Gestochere, Verhältnisse wie von Mto wa Mbu zum Lake Natron im letzten Drittel. Für die knapp 60 km ab Lushoto bis zur Lodge sind wir über 3 Stunden unterwegs. Glücklicherweise war alles trocken, wäre es verschlammt gewesen, hätten wir noch länger gebraucht. Wenigstens wartete schon ein Abendessen auf uns bei der Ankunft. Die Mambo View Point Eco Lodge ist etwas bodenständiger als die bisherigen Lodges, Selbstbedienung aus Blechnäpfen. Geschmeckt hat es sehr gut.
Unterwegs nach Arusha
Es ist Karotten-Erntezeit in Arusha.
Geschäftiges Treiben am Strassenrand
Gaaanz ursprüngliches Fortbewegungsmittel
Ab diesem letzten Hinweisschild (aufgenommen bei Tageslicht am Folgetag) sind es nur noch wenige steile Minuten bergauf.
Das Innere der Lodge, etwas schummriges Licht, aber es reichte zum Lesen. Das Wasser in der Dusche reichte zum Duschen, der Strahl war wie in fast allen Lodges nicht wirklich stark, es tröpfelte eher.
Dennis wird am nächsten Morgen zurück nach Arusha fahren mit dem Toyota und uns ein paar Tage später wieder vom Kijongo Bay Beach Hotel abholen. Eigentlich war geplant, nach dem Kijongo-Aufenthalt von Pangani zum Kilimanjaro-Airport zu fliegen. Wegen des geringen Touristenaufkommens wurde dieser Flug ersatzlos gestrichen, stattdessen wurden wir umgebucht auf die Flüge Tanger – Daressalam – Kilimanjaro. Diese Flugkombi hätte von Tür (Kijongo) zu Tür (Kambi ya Tembo) über 16 Stunden Zeit beansprucht, wir konnten uns mit Predators Safari kurzfristig einigen, dass uns Dennis von Kijongo abholen kommt, um mit dem Auto zum West-Kili zu fahren.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202124. Feb. 2021 ·
19. Usambara-Gebirge
Die Mambo View Point Eco Lodge ist mehr basic als die anderen Unterkünfte in denen wir übernachtet haben. Auf deren Website wird die Honeymoon Suite, die wir hatten, für 80 USD angeboten, ist also auch etwas für den schmalen Geldbeutel bzw. für längere Aufenthalte zum Entspannen geeignet. Der bisherige holländische Eigentümer, der die Lodge vor Kurzem verkauft hat an eine jüngere Holländerin, lebt in einem eigenen Cottage auf dem Gelände und ist sehr sozial im nahegelegenen Dorf Mambo engagiert mit diversen auch international geförderten Entwicklungsmassnahmen. Das Essen ist eher spartanisch, kleines Buffet mit Selbstbedienung. Es kann schon mal vorkommen, dass die Milch aus ist und man bis zum nächsten Tag dafür warten muss. Dafür essen alle Gäste zusammen an einem grossen Tisch, man kommt schnell ins Gespräch.
Haupthaus mit Speisesaal und abendliche offene Feuerstelle
Wir waren hier nicht die einzigen Gäste, es übernachtete ein weiterer Holländer, Nick, Anfang 60er Jahre, der ebenfalls early retired ist, ehemaliger Beruf Wasserbau-Ingenieur, und fast sein ganzes Berufsleben mit WHO-Entwicklungsprojekten beschäftigt war. Nick hilft ebenfalls im Mambo Dorf beim Bewässerungssystem und Beratung der Waldwirtschaft, um den Grundwasserspiegel zu halten, der wohl wegen des Pinienanbaus im Usambara Gebirge stark gesunken ist in den letzten Jahrzehnten.
In Lushoto im Usambara Gebirge war zu Kolonialzeiten ein Bezirksamt eingerichtet, die Stadt wurde als Wilhelmstal von den Deutschen gegründet. Überhaupt wird sehr positiv von den Deutschen gesprochen, obwohl wir dort eine koloniale Vergangenheit haben, aber die Leistungen der deutschen Entwicklungshilfe scheinen die Unterdrückung durch die Kolonialmacht vor mehr als 100 Jahren zu überlagern. Bei den deutschen Kolonialisten war das Usambara Gebirge auch deshalb beliebt, weil das Klima nicht so unbarmherzig heiss wie in der Ebene ist. Dies kann ich bestätigen, es ist tagsüber angenehm warm und nachts recht kühl.
Wir haben vormittags mit einem lokalen Guide einen Spaziergang zum Dorf Mambo gemacht. Sehr schön entspannend nach all den Tagen, in denen wir nur im Geländewagen Ausschau nach Tieren hielten und ansonsten zur Passivität verdammt waren.
Man merkt an der hohen Anzahl von Kindern, die wir sahen, dass das Durchschnittsalter in Tanzania nur etwa 18 Jahre beträgt, über 43% der Bevölkerung befindet sich noch im Kindesalter von 14 Jahren und darunter.
Auf der Lodge leben ungefähr 6 Hunde, vier davon durften mit auf unseren Spaziergang kommen.
Ganz ohne Tiere geht es im Usambara Gebirge auch nicht, hier ein Usambara-Chamäleon, das an der Nase stilbildend zwei Hörner aufweist. Das hat der Guide in der Böschung neben dem Weg für uns gefunden.
Wir haben eine Töpferei besucht. Dort konnte man für je 2 Dollar ein Stück Töpferware jeglicher Größe erwerben oder sich das Töpfern zeigen lassen. Da wir unser Reisegepäck nicht mit Souvenirs beschweren wollten, haben wir uns für das Töpfern entschieden.
Weiter gings durch das Dorf
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202124. Feb. 2021 ·
Das Dorf-Mahlwerk
Der Dorf-Schlachter
Das Dorfkino, hier werden manchmal Spielfilme oder auch Fussballübertragungen gezeigt. Es gehört einem reichen Dorfbewohner, der nebenan wohnt
Die Dorfschule
Über 70% der Bevölkerung im Usambara Gebirge sowie in der angrenzenden Küstenregion ist muslimisch geprägt, der arabische Einfluss ist hier größer als im Landesinneren. Insgesamt ist das Usambara Gebirge stark bevölkert und stark landwirtschaftlich genutzt.
Der Dorf-Sportplatz mit lebenden Rasenmähern
Der Sportplatz liegt direkt am Aufgang zur Lodge, ich bin mehrfach daran vorbei gekommen. Ab mittags wurde hier tatsächlich Fussball gespielt und schulischer Sportunterricht durchgeführt, in dem auch die Mädchen kopfbedeckt Fussball spielten.
Am späten Nachmittag präsentierte sich unsere Lodge am Kliff im milden Licht. Unsere Honeymoon Suite seht ihr ganz oben, das Cottage des ehemaligen Besitzers liegt darunter. Auf dem zweiten Bild also rechts oben.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202126. Feb. 2021 ·
20. Tag Usambara-Gebirge
Für den heutigen Tag hatten wir einen Ausflug in den lokalen Regenwald gebucht, der aus einer Wanderung von je nach gewünschter Streckenführung zwischen 5 und 8 Stunden besteht, zusammen mit dem lokalen Guide des Vortages. Letztendlich wurde es ein Ausflug der gesamten Lodge, denn es schlossen sich noch der andere zahlende Gast, eine Spanierin, sowie Nick, der Wasserbau-Ingenieur (siehe Bericht über den Vortag) der nicht für sein Bett in der Lodge zahlen muss, an. Mit dem Guide waren wir 5 Personen, und es war recht schön, auch mal andere Leute zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Das eigentlich Abenteuerliche an diesem Tag war, dass Nick uns alle – inklusive 2 Hunde hinten im Kofferraum – mit seinem 42 Jahre alten Peugeot 504 von der Lodge in den Wald gefahren hat. Das Auto hat gequietscht und geächzt, Nick hat unentwegt in den Gängen gewühlt, und wir kamen vorwärts in einer Geschwindigkeit, die ein Überholen von Fussgängern fast entbehrlich machte. Der Weg war auch wirklich nicht gemacht für ein Non-4x4WD, aber der Peugeot hat durchgehalten. Es machte zwar den Anschein, dass jederzeit eine Tür abfallen oder eine Fensterscheibe herausfluppen könnte, die man durchaus mit den noch rudimentär vorhandenen manuellen Fensterkurbeln bewegen durfte, aber Nick versicherte uns, dass er schon wesentlich autofeindlichere Wege gefahren ist, und er gedenkt, sein Gefährt noch viele Jahre länger zu fahren.
Wir parkten in einer kleinen Ausbuchtung neben ein paar Häusern nicht weit vom Wald. Viele kleine Kinder verfolgten uns eine Weile, bis unser Guide (Name leider vergessen) sie zurück beorderte, sie waren folgsam.
Man könnte denken, der Wald strotzt nur so von tierischem Leben, und gleich kommt Tarzan auf seiner Liane mit vielen Affen angeschwungen. Seit dem Frühstück hatte ich dem Guide in den Ohren gelegen, er möge uns bitte nochmals Chamäleons zeigen. Tatsächlich sieht man im Wald fast nichts, die Ausbeute war fast null komma null, auch kein Chamäleon. Anscheinend war das Wetter nicht gut genug für diese Mimosen, die Chamäleons sind anscheinend aus Zucker und verkriechen sich bei Regen oder Feuchtigkeit. Es hatte kurz vorher geregnet und der Himmel blieb die ganze Zeit bewölkt, zu kalt, zu nass, och nööö, komm lass uns drin bleiben. So wird das nichts mit einem Treffen mit Euch, liebe Chamäleons.
Einen Colobus Monkey haben wir dann doch gesehen, mehrere andere gehört. In dem Dickicht sind sie aber sehr schwer auszumachen, sie verziehen sich sofort in die Baumkronen. Auffällig war, dass die Colobus Monkeys im Arusha Nationalpark viel buschigere Schwänze haben als im Usambara Gebirge.
Am Fasserfall gabs die Lunchbox. Der Untergrund war sehr nass und rutschig, so dass auch eine Lunchbox den Abflug machte.
Diese Beeren sind essbar und sehen auch vom Gestrüpp her wie deutsche Brombeeren aus, sie sind etwas fester beim Biss und nicht so süss.
Einen Frosch gabs noch zu begutachten, er war nicht größer als 2 - 3cm.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202126. Feb. 2021 ·
Zurück aus dem Urwald und auf dem Weg zu unserem Auto erinnerte ich den Guide an meinen Wunsch nach Chamäleons. Er fand keins, dafür fanden viele Kinder uns. Sie machten ein Spiel daraus, so zu tun als ob sie fotografiert werden möchten und da,, als wir die Kameras in Anschlag brachten, schnell davon liefen. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass Kinder ab dem Teen-Alter und Erwachsene tatsächlich nicht fotografiert werden wollten, insbesondere Muslime. Unser Guide, ein Christ, meinte wir sollten darauf keine Rücksicht nehmen und trotzdem fotografieren.
Endlich wusste sich der Guide zu helfen, und bat die Kinder uns zu helfen bei der Suche nach einem Chamäleon, denn so ein blöder Deutscher möchte unbedingt noch mehr von diesen Tieren sehen. In nicht einmal 1 Minute hatten die Kinder eines aus dem Gebüsch gezogen.
Ich war glücklich, und auf dem weiteren Weg sah unser Guide doch tatsächlich noch eines, das wir nach der Fotosession wieder an seinen Farn zurücksetzten.
Der Guide hat mich dann beruhigt, an unserer Lodge leben weitere Chamäleons, er wird sie mir bei der Rückkehr zeigen. Hier ist das Lodge-Ehepaar:
Nun hatte ich genug Chamäleons gesehen, auch wenn alle leider nur aus einer Art waren, dem Usambara Chamäleon mit seinen zwei Hörnern. Es leben verschiedene Arten dort im Gebirge, blieben aber leider für uns unsichtbar. Dafür gab es einen schönen Sundowner von unserer Hochzeits-Suite aus zu sehen.
Mir gefallen die Kinderfotos besonders gut! Das Chamäleon mit den Höckern sieht irgendwie seltsam aus. Schon unglaublich, dass das Durchschnittsalter nur bei 18 Jahren liegt. Das kann man sich nicht vorstellen!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Gutes Timing! Der große Markt in Karatu ist nämlich nur 1x im Monat. Bin oft auf eurer Route gefahren - wenn auch meist in anderen Lodgen. Die tolle Bilderschau lässt Erinnerungen aufleben ...
Die Mambo View Point Eco Lodge ist mehr basic als die anderen Unterkünfte in denen wir übernachtet haben. Auf deren Website wird die Honeymoon Suite, die wir hatten, für 80 USD angeboten, ist also auch etwas für den schmalen Geldbeutel bzw. für längere Aufenthalte zum Entspannen geeignet. Der bisherige holländische Eigentümer, der die Lodge vor Kurzem verkauft hat an eine jüngere Holländerin, lebt in einem eigenen Cottage auf dem Gelände und ist sehr sozial im nahegelegenen Dorf Mambo engagiert mit diversen auch international geförderten Entwicklungsmassnahmen. Das Essen ist eher spartanisch, kleines Buffet mit Selbstbedienung. Es kann schon mal vorkommen, dass die Milch aus ist und man bis zum nächsten Tag dafür warten muss.
Habe die Mambo View Point Eco Lodge mal angeschaut als sie noch nicht ganz fertig war aber schon ein paar Öko-Freaks beherbergte. An den Holländer kann ich mich gut erinnern. Er wollte uns zum Lunch ein "Special Local Food" verkaufen da wir für das reguläre Speisenangebot der Lodge - nun sagen wir mal - nicht hungrig genug waren bzw. es das meiste auf der Menu-Karte auch gar nicht gab. Auf Nachfrage stellte sich dann heraus, beim Local Food handelt es sich um Reis mit roten Bohnen (übliches Staff Food in TZ; 1000 TSH). Kann man essen - aber nicht für 8 USD 😉 Wir haben dankend abgelehnt, unser Bier ausgetrunken und sind wieder abgefahren. Verstörend finde ich, dass euer Reiseveranstalter bei dieser ohnehin schon langen Fahrstrecke von Karatu bis Usambara die entlegenste Lodge ausgesucht hat. Es gibt gute Alternativen, die viel näher an Lushoto und sicherlich nicht teurer als die Eco-Mambo sind. Z.B. Müller's Mountain Lodge oder Irente View Cliff Lodge auf dem gleichnamigen Viewpoint - letztere nur 7 km von Lushoto und auf guter Erdstraße zu erreichen. Meiner Ansicht nach die beste Unterkunft zwischen Kilimanjaro und Tanga. Andererseits hat sich durch die Bekanntschaft mit Nick und seinem Peugeot alles gut für Euch gefügt! Wünsche weiterhin erlebnisreiche Reisen!
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202128. Feb. 2021 ·
ja Lugawe, die Fahrt dorthin war schon sehr weit, wenn ich nochmal ins Usambara Gebirge fahren würde, würde ich tatsächlich mehr auf die Lage der Lodge achten, ich hatte dem Reiseanbieter die Lodgeauswahl überlassen. Die Lodge selber fand ich aber recht urig, also ich habe eine positive Erinnerung an die Lodge und kann sie durchaus empfehlen.
21. - 23. Tag Fahrt vom Usambara-Gebirge an die Küste
Heute fahren wir ab zum nächsten Stop, wo wir 5 Nächte bleiben werden - Strand und ausspannen. Daher fasse ich mal die folgenden 3 Tage zusammen, denn es passiert nichts weiter als Strandgänge und Buch lesen am Pool, Schwitzen und hinüber zum Horizont starren.
Zum Abschluss in der Mambo View Point Eco Lodge gibt es noch ein Foto mit allen Angestellten der Lodge, vorne links ist der lokale Guide dessen Name verschollen ist.
Die Lodge hat ein privates Taxi bestellt, das uns den ganzen Tag fahren wird, wir starten um 9 Uhr morgens und kommen so gegen 17 Uhr im Kijongo Bay Beach Resort an. Wir haben wieder 3 Stunden Fahrt von der Lodge nach Lushoto, 1 Stunde von Lushoto bis zur Fernstrasse in der Ebene bei Mombo, von dort geht es nach Pangani. Da wir unsere Lunchboxes vergessen hatten bzw die Lodge vergessen hatte sie uns zu geben, sind wir an einer der Fernstrassenraststätten eingekehrt, die auf Massenabfertigung der Busreisenden eingestellt sind. So haben wir dort Reis aus einer riesigen Waschschüssel bekommen und irgend etwas Fleischgeschnetzeltes, hab es vergessen. Jedenfalls wars essbar und billig, die Lodge hat es bezahlt.
In Pangani angekommen, mussten wir auf die Fähre. Die Überfahrt auf dem Pangani-Fluss dauerte 10 Minuten, wofür wir aus dem Auto steigen mussten, der Taxifahrer musste nach Vorschrift leer auf die Fähre fahren, wir zu Fuss hinterher. Auf der anderen Seite eingekommen, zu Fuss von der Fähre runter und wieder ins Taxi gestiegen. Fotos an und auf der Fähre waren nicht erlaubt - aus militär-strategischen Gründen? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Ich konnte nichts Aufregendes erkennen, was sich lohnen würde geheim zu halten. Es ging weiter auf einer elendig langen Schotterstrasse zum Hotel. Die Strasse zog sich so lange hin, dass auch unser Taxifahrer Zweifel bekam ob wir noch auf dem richtigen Weg waren und fragte ein paar mal nach dem Weg, aber es ging immer weiter gradeaus. Irgendwann kamen wir zum Hinweisschild für die Lodge, links abbiegen Richtung Meer und dann waren es nur noch 6km, und wir waren angekommen.
Dies ist unser Cottage. Es ist zweistöckig, und es sind 3 Doppelbetten vorhanden, man hätte auch mit einer großen Familie einziehen können. Eines der Betten war auf der Dachterrasse. Die Einrichtung des Cottage war einfach und zweckmässig, aber sehr gepflegt.
Zum Glück ist mir nix auf den Dötz gefallen in den fünf Tagen.
Die Lodge hatte im Restaurantbereich genügend Platz für uns, wir waren die ersten beiden Nächte die einzigen Gäste, danach kam eine Familie mit zwei Kindern sowie Großeltern, als 6 Personen.
Die Lodge wird seit einem knappen Jahr von einem jungen amerikanischen Paar geleitet im Angestelltenverhältnis, die beide schon in den USA Erfahrung mit Outdoor-Tourismus gesammelt hatten. Der Pool sah schön aus, jedenfalls auf diesem Foto. Das Wasser war wohl so um die 30 Grad und hatte einen leicht grünlichen Schimmer. Der Pool bot also keine wirkliche Erfrischung, wir gingen trotzdem ab und zu rein, weil die Luft noch heisser war, ich denke es war um die 35 Grad heiss. Klimaanlage gibt es nicht in der Lodge, der Ventilator lief nachts die ganze Zeit bei uns am Bett. Es war brüllend heiss, nochmals würde ich im Dezember nicht mehr hierher kommen wollen.
Das Frühstück war nicht sehr reichhaltig, aber bot alles was wir brauchten (Toast, Marmelade, Obst, Joghurt, Müsli-Cereals) und auf Bestellung gab es die üblichen Eierspeisen.
Am ersten Tag haben wir einen kleinen Spaziergang am Strand gemacht hin zu einer kleinen Flussmündung, auf diesem Fluss werden wir ein paar Tage später noch kajaken. Es gibt Ebbe und Flut, aber es benötigt keinen hohen Tiedenhub um ein paar hundert Meter Watt freizulegen, denn auch bei Hochwasser kann man knietief weit ins Meer hinaus gehen. Vor Haien braucht man also keine große Angst zu haben.
Auch wenn wir am Arsch der Welt sind, ist es doch nicht weit genug weg, um der üblichen Zivilisations-Strandverschmutzung zu entgehen.
Crab Plover (Reiherläufer)
Es waren einige Vögel im Camp unterwegs, aber die Fotos sind so schlecht geworden dass auch die Bestimmung schwer fällt, die erspare ich Euch.
Jeden Tag konnte man im all-inclusive Angebot eine Tea/Coffee-Time bestellen, die wir täglich auch nutzten.
Im Hintergrund im Pool schwammen die anderen Gäste, das Foto ist also schon am 3. Tag aufgenommen. Es war ein britisch-kenianisches Ehepaar, die Großeltern waren aus England eingeflogen, wo zu dieser Zeit schon die zweite Corona-Welle am Abebben war. Die kenianische Frau erzählte uns, dass es ihr auch schleierhaft sei, wie Tanzania bisher so glimpflich durch die Corona-Pandemie kommt, in ihrem Heimatland gäbe es deutlich mehr sichtbare Fälle und staatlich angeordnete Vorsichtsmassnahmen. Sie ist Lehrerin in Arusha und dort scheint es zu dieser Zeit tatsächlich keine Fälle in ihrer Schulumgebung gegeben zu haben. Sie führte das allerdings nicht auf das gemeinsame Beten zurück, darüber hat sie sich auch mit einem Augenzwinkern mokiert.
Da es schon Dezember war, hat die Lodge auf Weihnachten geschmückt.
Nach einem der Abendessen besuchte uns noch eine Gottesanbeterin.
In Pangani gibt es tatsächlich außer dem alten Zollhaus und der ehemaligen deutschen Boma nix zu sehen... Habt ihr zufällig erfahren wie es Mike's Fishing Lodge bei dem Dorf Ushongo Mtoni derzeit geht? Habe vor Jahren seinen ersten Gäste-Bungolow bewohnt und bin mit dem netten Schweizer-Tansanier zum Angeln und Schnorcheln zu 'ner Sandbank raus gefahren ... Gibt es "The Tides" Lodge noch? Die haben ursprünglich Freunde von mir gebaut. Nachdem sie zweimal ausgeraubt wurden sind sie allerdings nach Usa River umgezogen und machen Safari-Business.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202102. März 2021 ·
Hallo Lugawe, Mike's Fishing Lodge ist mir nicht über den Weg gelaufen. An einem Hinweisschild zu The Tides scheint es noch zu geben, ein Hinweisschild haben wir gesehen und im Internet wird es auch ziemlich hochpreisig beworben. Hätten wir buchen können, wäre preislich nochmals etwas höher als Kijongo Bay Beach gewesen.
24. - 25. Tag Kijongo Bay Beach Resort
Auch die nächsten beiden Tage wird nicht viel passieren, so dass ich sie zusammenfasse. Immerhin fahren wir den einen Tag zusammen auf dem Doppelkajak für rund 2 Stunden auf dem Fluss, und ein weiteres Mal am Folgetag setze ich mich für 3 ½ Stunden alleine ins Kajak.
Dazu müssen wir die Gezeiten abpassen, da ein zu niedriger Wasserstand im Fluss das Paddelvergnügen trüben würde, es würde zu flach sein und überall Sandbänke freigelegt werden. Die Lodge-Betreiber kennen die Gezeiten und empfehlen uns um 10 Uhr loszulegen.
Woolly-necked stork (Wollhalsstorch)
Pied Kingfischer (Graufischer)
Irgend etwas haben wir falsch gemacht, denn das Kajak läuft in der Trockenkammer voll Wasser, wir müssen schöpfen, sonst gehen wir unter. Ist recht schwierig, denn der Untergrund beim Aussteigen in Ufernähe erweist sich als unangenehmer Schlick, in dem ich immer wieder versinke. Wir kehren etwas frustriert um, das wars für heute auf dem Fluss.
Im Beach Resort stelle ich den Vögeln nach, das einzige halbwegs brauchbare Bild ist von einem Spot-flanked Barbet
An diesem Abend wird für uns am Strand ein Tisch bereitet für das Abendessen. Gerade jetzt allerdings windet es ziemlich unangenehm, so dass wir nach dem wir fertig gegessen haben, uns schnell verziehen.
Am nächsten Tag versuche ich es nochmal alleine im Einer-Kajak und hatte dabei keine Probleme, daher bin ich länger auf dem Fluss als den Tag zuvor. Am Ufer im Schlick winken die Krabben um die Wette. Irgendwie sehen die ja immer aus wie die Maschinen in den Transformer-Filmen, oder auch Arnold Schwarzenegger’s Terminator Maschinengewehre in Miniaturausgabe.
Ein paar Eindrücke vom Fluss
Common Sandpiper
Mangrove Kingfisher – den habe ich wohl 20 Minuten belästigt im Boot, aber er hielt die ganze Zeit still. Mit den Bildern bin ich trotzdem nicht zufrieden, es fehlt die letzte Schäfre. Das liegt wohl daran, dass natürlich das Kajak sich auf dem Waller bewegt hat und ich eine zu niedrige ISO-Einstellung (ISO 400) gewählt hatte.
Sonnenuntergang im Kijongo Bay Beach Resort
Wir wären in dieser Zeit auch gerne Tauchen gegangen, aber anscheinend hat die Tauchschule in der Nähe wegen ausbleibender Touristen geschlossen und sich alternative Arbeit gesucht.
Ja, The Tides war immer schon deutlich teurer als alles andere in der Region Tanga. Zumindest in der Anfagsphase (vor ca. 20 Jahren) aber auch erstklassig - sie hatten mehrere Jahre die Auszeichnung "Bestes Restaurant in Nord-Tanzania". Damals ging die Sonne immer aus dem Meer auf und hinter den Bäumen unter. Schöne Erinnerungen ...
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202104. März 2021 ·
26. - 27. West Kilimanjaro Gebiet
Wir machen uns auf den über 500km langen Weg zurück, zum West Kilimanjaro Gebiet, genauer gesagt in die Enduimet Wildlife Management Area, wo unsere Lodge Kambi ya Tembo liegt. Da der 26. Tag als Fahrtag nicht so ereignisreicht ist, beschreibe ich den Folgetag auch gleich mit. Auf der Teerstrasse von Pangani fahrend angekommen, sahen die Bananen an den Ständen unwiderstehlich aus, wir haben welche gekauft. Die erste Banane haben wir sofort wieder ausgespuckt, sie war ungeniessbar und haben das Bündel sofort umgetauscht. Der zweite Versuch war nur etwas besser, wir haben sie im Laufe des Tages runtergewürgt. In Tanzania werden Bananen anscheinend zumeist gekocht und nicht roh gegessen, wir haben das heute auf die harte Tour erfahren müssen.
Ich habe die ganze Zeit vergessen bzw. war unmotiviert, ein Bild zu schiessen von der Sisalpflanze, daher habe ich nur dieses verschwommene Bild. Aus der Sisal-Agave werden u.a. Seile, Taue und Garne produziert, da die Sisal-Faser sehr zugfest ist. Tanzania ist hinter Brasilien zweitgrößter Sisalfaser-Produzent, Brasilien produziert allerdings die 10-fache Menge, die Pflanze kommt ursprünglich aus Südamerika und wurde von den Deutschen nach Tanzania eingeführt.
Ebenso habe ich ein Plakat, mit dem ganz Tanzania zugepflastert ist, erst jetzt fotografiert. Dieses Plakat sieht man alle paar Kilometer am Strassenrand, überall. Es hat den am 28. Oktober 2020 wiedergewählten Präsidenten Magufuli als Wahlkampfwerbung gedient und hängt seitdem überall. Vom Herausforderer Lissu ist uns keine einzige Wahlkampfwerbung aufgefallen. Von den Wahlen wurde ja gesagt, dass sie nicht fair waren.
Angekommen in der Enduiment Wildlife Management Area, kurz nach der Kontrollschranke, stand diese einzelne Giraffe in der Gegend herum. Die Wolken, die den Kilimanjaro bedeckten, schoben sich langsam nach oben, so dass ich der Giraffe den Gefallen tat, sie abzulichten vor dem akazischen und gebirgigen Hintergrund.
Die beiden Moped-Jungs haben extra für mich angehalten, damit sie die Giraffe mit ihrem Geknatter nicht verschrecken, dafür war ich ihnen sehr dankbar.
Es dauerte noch recht lange, bis wir an der Lodge ankamen, da Dennis, der uns im Kijongo Bay Beach Resort abgeholt hatte, ein Wegweiserschild falsch interpretiert hat und links anstatt rechts abgebogen ist. Dieser Weg führte uns in die Sinya-Depression, und so kamen wir noch in den Genuss eines unbeabsichtigten halben Gamedrives, bei dem es allerdings nicht viel interessantes zu sehen gab – oder doch? Wir sahen ein Tier, selten in diesem Forum gezeigt, aber das Foto ist nicht herzeigenswert. Zwei Tage später gelangen mir etwas bessere Bilder, ihr müsst Euch also noch etwas gedulden. Wir kamen dann bereits im Dunkeln an der Lodge an, als es Zeit zum Abendessen war.
Unser Zelt am nächsten Morgen
Das Frühstück wurde uns serviert bei herrlichem Blick über die Sinya-Ebene. Wir haben einen weiten Blick bis zum Mount Meru auf der einen Seite (es war diesig und der Berg daher nur schemenhaft zu erkennen), dem Amboseli Park auf kenianischer Seite, und im Rücken den Kilimanjaro.
Das Frühstück war ganz o.k., nur eine Sorte Marmelade, Eierspeisen wie Scrambled Eggs und Pfannkuchen, Mango Juice. Das Abendessen allerdings liessen wir zu mehr als der Hälfte liegen, zum einen weil wir schon zum Mittag gut gegessen haben als auch weil wir nicht so übezeugt von den Kochkünsten des Chefs waren. Es war kulinarisch hier die schlechteste Lodge von allen Neunen, die wir hatten.
Nach dem Frühstück ging es in den Kilimanjaro National Park, wir gehen heute Wandern auf dem Shira-Plateau mit einem lokalen Führer, der früher als Porter ständig den Kili bestiegen hatte. Jetzt ist er ein alter Mann in meinem Alter, muss immer noch sein Geld mit dem Kili verdienen, inzwischen ist er zum Guide aufgestiegen und träumt davon, seine eigene Tourunternehmung zu gründen.
Am Kilimanjaro Nationalpark Londorosi-Eingang, hier geht eine der Bergbesteigungsrouten los.
Das Kilimanjaro-Bergmassiv, volkstümlich als der Berg Kilimanjaro bekannt, besteht aus drei erloschenen Vulkanen mit eigenständigen Gipfeln: der Kibo („Der Helle“) oder auch Uhuru Peak genannt, der Mawenzi („Der Dunkle“) und Shira. Der Kibo ist mit 5.895m der höchste und teilweise mit Gletschern bedeckte Gipfel, den wir vor Augen haben wenn wir vom Kilimanjaro sprechen.
Wir sind heute am Shira-Plateau unterwegs und bewegen uns unterhalb des Gipfels (3.962m) auf zwischen 3.100 und 3.500m. Leider ist der Kibo bei unserer Wanderung hinter den Wolken versteckt, wir sind zu spät losgefahren, es gab mal für ein paar Sekunden bei der Anfahrt einen freien Blick auf seinen Gipfel.
Es gibt 6 unterschiedlich Trails, die zum Gipfel des Kibo führen, wir stolperten auf der Londorosi-/Lemosho Route umher, sie zählt als eine (im unteren Stück parallel laufende) Route. Zwei andere bekannte Routen sind die Machame Route und die Marangu-Route, die auch Whiskey- bzw. Coca Cola Route genannt werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade.
Hier ein Zeltcamp mit zwei Bergsteiger-Gesellschaften. Jede Bergsteiger-Gesellschaft benötigt anscheinend zumindest einen Guide, einen Porter und einen Koch. Ein Träger darf maximal 20kg tragen, je mehr Teilnehmer, desto mehr Porter und auch die Anzahl der Guides und Köche kann entsprechend steigen, was wiederum mehr Porter notwendig macht usw. So wird eine Bergbesteigung schnell zu einem teuren Vergnügen, denn auf dem Shira-Trail dauert die Tour 6 bis 8 Tage.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202104. März 2021 ·
Viel zu sehen ausser den Bergsteigern gab es für uns an diesem Tag leider nicht. Tiere waren nicht zu sehen, obwohl sogar Elefanten ab und zu das Shira-Plateau besuchen kommen sollen auf ihrer Suche nach Nahrung und Wasser, verschiedene Antilopen-Arten und diverse Klein-Säuger sollen hier leben. Niemanden davon haben wir hier angetroffen. Stattdessen Heide, Moor und Wind. An den unteren Hängen des Kili gab es Regenwald und Pinienwald-Plantagen.
Hier ein paar Träger bei ihrem Aufstieg. Der dazugehörige Koch trug eine leicht zerbrechliche Fracht mit den Händen vor dem Körper: eine Palette roher Eier.
Wir verbrachten ca 5 Stunden auf dem Plateau, das Wandern war aufgrund des wenigen Sauerstoffs auf der Höhe schon recht anstrengend.
Unser Kambi ya Tembo Camp in der schönsten Nachmittagssonne
In Tanzania werden Bananen anscheinend zumeist gekocht und nicht roh gegessen
So ist es. Im ganzen tropischen Afrika werden weit überwiegend "Kochbananen" kultiviert und sind oft wichtiges Grundnahrungsmittel. Es gibt viele verschiedenen Sorten und viele Namen - manche eignen sich zum Kochen ("Matoke"), andere mehr zum Grillen ("Plantains") oder zum Bier brauen. Von wieder anderen wird nur die Schale als Faserrohstoff verwertet. Obstbananen sind für Touristen, für Kinder wohlhabender Eltern - und Vogelfutter. Sie sind zumeist deutlich kleiner als Kochbananen. Schon fast Berühmheitsgrad haben die roten Bananen von Mto WaMbu an der Haupt-Safariroute von Arusha nach Ngorongoro.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202106. März 2021 ·
Lugawe und picco, leider hat uns unser Guide nicht so viel Guidance gegeben bei den Bananen, er hat uns nicht auf die roten Bananen hingewiesen. Für das nächste Mal wissen wir es nun dank Euch besser, vielen Dank dafür. Gibt es die roten Bananen eigentlich auch in Deutschland in einem Supermarkt oder einem Spezialmarkt zu kaufen?
28. Tag West Kilimanjaro Gebiet
Da ganz früh morgens die Wolken noch nicht da sein sollen, stelle ich mir den Wecker zum Sonnenaufgang, um ein paar Fotos vom Berg zu schiessen. Tatsächlich, keine Wolke am Himmel. Allerdings scheint die Luft nicht klar zu sein, der Berg zu weit weg oder was auch immer. Die Ergebnisse sind ernüchternd, es gelingt kein annähernd interessantes Foto. Hier mal etwas zur Dokumentation des Sonnenaufgangs am Kilimanjaro.
Die Sonne stieg immer höher, nach dem Frühstück wird der Berg immer unsichtbarer im Dunst.
Die Wolken allerdings bilden einen klassischen Kranz um das ganze Massiv herum, wir sind mit unserer Lodge in diesem Kranz drin, man sieht die Wolken in einem Bogen um uns herum.
Heute fahren wir zu einem touristischen Massai-Boma, dem Olpopongi-Boma, ca. 40km von der Lodge entfernt. Ein Boma ist eine Ansammlung von Gebäuden oder Hütten, die in der Regel durch einen Wall aus Akazienzweigen nach aussen gesichert ist, u.a. gegen Raubtierangriffe auf das eigene Vieh, das zur Nacht innerhalb des Boma-Kreises eingepfercht wird. Es ist ein Boma, das errichtet wurde um Touristen die Massai-Kultur näher zu bringen, die Idee dazu kam von einem Deutschen, der das Boma weiterhin unterstützt, und traf anscheinend auf geschäftstüchtige und lernwillige Massai. Auf dem Weg dorthin sahen wir
African Pygmy Falcon mit seiner Beute
Crowned Cranes
Am Boma angekommen, versammelten sich deren Bewohner vor dem Eingang, um uns als einzige Tagesgäste mit einem Ständchen zu begrüßen. Es klang so ein bißchen wie das „Heyananna heyananna“ aus den Winnetou-Filmen.
Wir wurden dann hineingebeten, und dort führten die Jungen ihren berühmten Sprungtanz (adumu) vor. Die hohen Sprünge sollen die jungen Frauen beeindrucken.
Großmutter sei angeblich 102 Jahre alt und hat zig Nachkommen. Sie sei die Großmutter des Stammesvorstehers Freddy, der selbst Anfang 50 Jahre ist und Kinder und glaube ich auch Enkel hat. Ich hab das alles im Konjunktiv geschrieben, weil ich nicht so ganz dahinter schauen kann, ob dies eine Story für die Besucher ist oder echtes Leben. Jedenfalls steht auf der Website nichts davon https://www.maasai-village.com/our-team
Ein Mann kann traditionell mehrere Frauen haben und mit ihnen jeweils mehrere Kinder. Der derzeitige Stammesvorsteher Freddy hat glaube ich mich zu erinnern aktuell 4 Frauen – so die uns erzählte Story. Jede Frau lebt in ihrer eigenen Hütte innerhalb des Boma. Unsere Monogamie ist ja manchmal schon nervig, aber sich mit vier Frauen zu arrangieren stelle ich mir ebenfalls anstrengend vor… Wir sind mit den Massai in den Busch gegangen und haben einige Erklärungen zu der Viehwirtschaft und den Bäumen und Sträuchern erhalten. Das Englisch der beiden Massai-Wortführer war sehr gut, und auch deutsche Wörter konnten sie gekonnt einflechten.
Massai sind keine Jäger, sondern Viehhirten. Vor ca. 500 Jahren kamen sie aus dem Gebiet des heutigen Äthiopiens in die Region Kenia/Tansania, hatten eine nomadische und auch durchaus kriegerische Lebensweise. Heute sind die Massai sesshaft und friedlich. Die Tradition besagt, dass ein junger Massai als Heranwachsener zum Übertritt in das Erwachsenenleben ein gefährliches Raubtier töten muss. Über diese Vorstellung wird auch unter den Touristen weiter sinniert. Uns wurde die suggestive Frage gestellt, wieviele Löwen heutzutage noch leben würden, wenn dieser Tradition weiter nachgegangen würde. Also, es werden keine Raubtiere mehr getötet von den jungen Massai. Weiterhin sollen die jungen Massai allerdings für ein paar Tage sich im Busch selbst zurecht finden und das von den Eltern Erlernte anwenden. Späher werden heimlich ausgesandt um sicherzustellen, dass den Jungens nichts passiert im wilden Busch.
Grey-capped Social Weaver
Hier wurde uns die Belüftung eines Termitenbaus erklärt und wer sich noch so externes dort einnistet, z.B. Mangusten
Hier wurde uns erklärt, wie sich die Massai Zähne putzen, nämlich mit einem Zweig des Salvadora Persica Buschs
Das Latex des Euphorbia Candelabrum ist giftig. Das Holz wird gerne zur Dachkonstruktion der Hütten verwendet. In der Sprache der Massai heisst der Baum Olbobongi, daher der abgeleitete Name des Boma.
Ein Massai hält Ausschau über die weite Ebene
Dieser Saft von einer Akazie hatte auch eine medizinische Wirkung, habe es aber wieder vergessen. Insektizid?
Uns wurden sehr viele Pflanzen und ihre Heilwirkung vorgestellt, fanden wir sehr interessant. Aber wenn wir es nicht selbst anwenden, geraten die Erläuterungen leider sehr schnell in Vergessenheit, so dass ich hier und jetzt nicht mehr schreiben kann.
Speerwerfen will geübt sein
Zurück im Boma wurden uns die Hütten gezeigt. Einige davon sind Hotel für Touristen eingerichtet mit Dusche und westlichen Sitz-Toiletten mit fliessendem Wasser, es schaute gemütlich und gepflegt aus. Wie in der Schule sind bei einem Unterstand Stühle aufgereit, dort wurde uns die Kultur in einer Art Unterricht erklärt, unterbrochen vom Mittagessen.
JP KThemenstarter387 Beiträge · seit 202106. März 2021 ·
Das war das beste Mittagessen unserer Reise, sehr schmackhaft. Es war das einzige Ma(h)l, bei dem wir Nachschlag verlangten. Top, thumbs up! Hinterher setzten wir unseren Unterricht fort.
Zum Schluss duften wir Großmutter zuhause besuchen. Auch hier gibt es ein Ritual mit Anklopfen, Frage ob man eintreten darf, und dem Smalltalk zu Beginn des Treffens. Wir wurden vom Stammesvorsteher Freddy vorher eingewiesen.
Zu Besuch bei Großmutter war Freddy’s Schwester, sie wohnt auf der kenyanischen Seite und war 3 Tage zu Fuss unterwegs nach Olpopongi, einen Reisepass benötigen die Massai nicht.
Zum Abschied wurden uns wieder Gesang und Tänze vorgeführt. Insgesamt blieben wir wohl 4 oder 5 Stunden in Olpopongi, und wir waren riesig beeindruckt. Absolute Empfehlung für diesen Programmbaustein, es war das völlige Gegenteil zu unseren Eindrücken bei den Hadzabe und Datoga. Olpopongi war offen touristisch und professionell gemanagt und vorgetragen, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Und: kein Betteln um Trinkgelder.
Nach diesem Boma-Besuch sind wir zurück zu unserem Lodge-Gebiet gefahren und haben einen letzten Game-Drive gemacht, auch um das seltene Tier nochmals zu sehen. Zuerst gab es aber Gnus, die letzten auf unserer Reise. Die Gnus hier sind wesentlich heller als in der Serengeti, es soll durch die zur Serengeti unterschiedlichen Gräser hervorgerufen sein.
Ein Straussen-Mann jagt seiner Angebeteten hinterher
D’Arnaud’s Barbet
White-browed Sparrow Weaver
Wir fuhren bis zum kenianischen Grenzposten am Amboseli NP, kehrten dann um. Katzen bekamen wir leider nicht mehr zu sehen. Insgesamt war die Tierdichte zur Zeit nicht besonders hoch, anscheinend wandern zur großen Regenzeit mehr Tiere aus dem Amboseli NP hinüber zum Kilimanjaro.
Chestnut-bellied Sandgoose
Wattled Starlings. Die gelben Zöpfe entstehen nur zur Brutzeit, daher war zur Zeit kaum Gelb zu sehen.
Yellow-necked Spurfowl
Lesser Grey Shrike
Die Sonne sank immer mehr dem Horizont entgegen und ging schliesslich unter, gerade noch rechtzeitig sahen wir die Tiere, denen wir nachgestellt hatten: Gerenuks. Ich habe hier im Forum nur eine knappe Handvoll von Fotos gefunden von Gerenuks, hier kommen also wieder zwei Fotos.
Gerenuks, auch Giraffengazellen genannt wegen ihres langen Halses, stellen sich gerne auf die Hinterläufe um an die begehrten Akazienblätter zu gelangen, hier hatten sie aber im niedrigeren Geäst ausreichend leckere Nahrung und taten uns nicht den Gefallen, sich auf zwei Beine zu stellen. Es gibt nur 70.000 Exemplare ihrer Art in Afrika, die meisten in Äthiopien, Somalia und Kenia.
Beruhigt, auch diese Sichtung nun abgehakt zu haben, fuhren wir zurück zur Lodge.