Sehr schöner Auftakt in der Serengeti. Mir gefallen auch Katzen am besten und du kannst ruhig 2-3 Posen pro Tier einstellen. Vor allem von so einem Prachtskerl wie dein Leo in Tree. Ihr hattet ja richtig Glück mit Geparden. Mein Mann gab sich eine fast unmögliche Aufgabe. Er wollte ein offenes Hippo Maul mit der Abendsonne im Maul photographieren. Bis jetzt gab es nur Hippo mit offenem Maul und Sonne daneben, nicht aber im Maul! 🤩 Daher müssen wir dieses Jahr zurück und mehr üben. Ich sehe dass ihr sehr nahe bei Seronera wohnt und es wirklich eine ideale Lage ist um das Zentrum zu erkunden. Freue mich auf mehr. Grüsse aus dem sehr warmen, 28C, Florida von Katrin
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202111. Feb. 2021 ·
@BMW - damit hast Du aber noch nicht meine Frage beantwortet. Es gibt morgen nochmal schwarze Hippo-Zähne, heute sind Katzen dran. @Sadie - auf die Idee mit der Sonne bin ich gar nicht gekommen. Ich glaub ich muss da nochmal hinfahren...
13. Tag Central Serengeti – wieder ein Katzentag
Wir waren die einzigen Gäste, da kann man ja schon mal sich um die kümmern. Wir haben einen Tisch im Gras vor dem eigentlichen Restaurant erhalten bei blauem Himmel und hatten ein herrliches Frühstück, unsere Bedienung Andrew hat sich mächtig ins Zeug gelegt, es war uns schon fast unangenehm. Insgesamt können wir beide sagen, dass uns das Essen, incl. Lunchbox, hier im Tanzania Bush Camp am besten von allen Lodges gefallen hat, es war einfach liebevoller gewürzt – vom Prinzip gab es nichts anderes als in anderen Lodges auch, zum Dinner als Vorspeise eine X-Geschmack-Cremeuppe, dann Hauptgang und danach Dessert, in der Lunchbox befand sich der obligatorische Hänchenschenkel. Der sehr junge Koch hats aber besser drauf gehabt als die anderen.
Wir haben im Elefantenzelt übernachtet.
Los gings mit Lunchbox, den Grant Gazellen und einem professionellen Filmteam, das uns nach 20 Minuten entgegenkam. Es wird ein langer Tag, wir kommen erst gegen 18 Uhr zurück, auch die Strecke war seit weit, ich kann aber nicht sagen, wohin wir gefahren sind, jedenfalls war es raus aus Seronera. Und ja, wie auch bei Nadine und Partner war die Fahrt für den Fahrer anspruchsvoll, wir sind aber überall durchgekommen, auch wenn wir manchmal auf dem black cotton soil rumgerutscht sind.
Weiter gings zu diversen Kopjes, die wir eins nach dem anderen abklapperten. An den ersten Kopjes gabs eine Löwin, die sich aber nicht fotogen machte, daher kein Foto. Die nächsten Kopjes hielten das Highlight dieses Tages bereit:
Leoparden ziehen ihre Jungen in den Büschen der Kopjes auf, um vor den Löwen in Sicherheit zu sein. Mit Jungen sind sie sehr scheu und versuchen sich unsichtbar zu machen. Die Kinder sind aber neugierig. Die Leoparden lagen bei den ersten Sonnenstrahlen auf dem Felsen, um ihr Fell zu trocknen.
Schlagt mich, aber ohne falsche Bescheidenheit möchte ich mal jetzt anmerken, dass dies meine bisher sehenswertesten Katzenbilder sind, die ich in meinem Leben geschossen habe, ich find sie gut. Der Mutter ist unser Fahrzeug nicht geheuer und hat ihre Kleinen zu sich gerufen.
Ein letzter prüfender Blick, dann waren sie verschwunden.
Wir fuhren um die Kopje rum auf dem ausgefahrenen Track, und sichteten die Speisekammer der Leos. Wie nicht sehr überraschend, gab es Gnu, immerhin dry-aged.
Ob der Klippschliefer sich gerne andere Nachbarn ausgesucht hätte?
Weiter gings zu den nächsten Kopjes, dort gab es zwei prächtige schwarze Löwenmähnen. Die faulenzten dort den ganzen Tag, abends auf dem Rückweg lagen sie immer noch dort, und zwar fast genau so.
Zwischen durch, wie kann es auch anders sein, gab es immer mal wieder Gnus zu sehen.
Kurz vor den nächsten Kopjes lagen zwei goldglänzende Mähnen im Gras. Sie waren nicht goldig, sondern schimmerten auffallend golden im Sonnenschein, kein Ansatz eines schwarzen Haares. Leider hatte keiner von ihnen auch nur ansatzweise Lust, auf dem roten Teppich für uns zu posen, so dass nur dieses lustlose Gesicht möglich war.
Auf den nahe gelegenen Kopjes lagen vier Löwinnen und hätten die ganze Gegend zu vollen 360 Grad im Blick haben können, wenn ihnen nicht ständig die Augen zugefallen wären. Es war heiss, warum suchten sie keinen Schatten auf?
Der Schatten der Kopjes war belegt mit einer Mutter und ihren 5 oder 6 Kindern. Ob es ein Wurf war oder ob sie die Babysitterin von mehreren Würfen ist, konnten wir nicht rausfinden
Vor irgendeinen der Kopjes hatten wir auch diese Spotted Eagle-Owl (Fleckenuhu) entdeckt, sie lies sich ebenso wenig durch unsere Anwesenheit stören wie die Löwen.
Zwischendurch gab es auf den Steinen der Kopjes massenweise Eidechsen zu sehen. Wahrscheinlich gehen Löwen und Eidechsen eine Symbiose ein, die Eidechsen fressen den Löwen so gut es geht die Fliegen weg in gebührendem Abstand.
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202111. Feb. 2021 ·
Andere Tiere gabs natürlich auch noch, angesichts der Katzenfülle geraten sie hier schnell in den Hintergrund. Einzelne bzw. paarweise Strausse trafen wir immer wieder an, …
…auch kleinere Gruppen von Hartebeest (Kuhantilopen) waren zu sehen. Soweit ich mich erinnere, sagte Dennis, dass die Hartebees sehr gut riechen und hören können, dafür weniger gut sehen. Daher stehen sie immer mit dem Rücken zum Wind, denn dann können sie Raubtiere von hinten riechen, während sie vorne angestrengt sehen.
Es wurd Mittag, und wir nahmen unsere Lunchbox aus dem Kühlschrank im Fahrzeug.
Danach und nach einem Happy-Time-Stop zogen wir weiter. Dennis wollte uns unbedingt Geparden zeigen und fuhr ewig in der Ebene mit kurzem Gras rum, ohne dass sich auch nur ein geflecktes Fell zeigte. Dafür besetzten Hyänen die Pools und hielten Zebras und Topi vom Trinken ab. Rechts des Weges gab es ein Wasserloch mit 10 Hyänen.
Auf der gegenüber liegenden linken Wegseite gab es einen weiteren Pool, im Gras daneben lagen 8 Hyänen. Im und am Pool lagen nochmal 11 Hyänen, alles zusammen waren auf den Photos knapp 30 Hyänen zu erkennen.
Nachdem wir einige Zeit erfolglos nach Geparden Ausschau gehalten hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Dabei kam uns in der Nähe eines Wasserlochs, das von Zebras besetzt war, dieser einzelne Löwe in die Quere. Er lag einsam im Gras, auch er ein gold-scheinender Löwe, der zumindest ein paar Mal für uns blinzelte, auch er machte lieber die Augen zu.
Am Horizont eine endlose Kette Gnus, hier nur ein Ausschnitt dieses Treks ins verheissungsvolle Land (des Ndutu Triangle).
Es fing an immer mal wieder zu regnen für jeweils 10 bis 15 Minuten. In dieser Zeit habe ich gelernt, das Verdeck zu bedienen, was sonst durch Dennis immer vorbereitet wurde. Das Verdeck ging nur sehr schwer auf und zu, ein wenig Öl in den Scharnieren täte dem Verdeck gut, es bedurfte meines vollen Körpereinsatzes, das Verdeck zu heben und zu senken.
Wir kamen wieder an den Kopjes vorbei mit den beiden Löwen. Hier einer davon, er lies den Regen teilnahmslos über sich ergehen.
Am Wegesrand sassen noch ein erwachsener und ein junger Tawny Eagle auf einem abgestorbenen Baum, die auch nicht wegflogen, als wir anhielten um Fotos von ihnen zu machen. So sind mir ein paar scharfe Bilder von diesen mächtigen Vögeln gelungen.
Ein glänzendes Fell duckte sich neben uns im Gras weg, während wir weiterfuhren. Als wir abrupt stoppten, rannte dieser Serval schnell weg, so dass nur noch eine Hinteransicht möglich war.
Wie es sich für eine richtige Marsch gehört, gehören Marsh Owls dort hinein, wir sahen ca. 30 auf einem Haufen.
Zum Schluss, die Kopjesfelsen waren schon nass vom vielen Regen, fanden wir auf den vorletzten Kopjes diese beiden Kinder, die sich ausgiebig mit einem Stöckchen beschäftigten. Von der Mutter weit und breit keine Spur zu sehen.
Die letzten Kopjes, die Löwinnen zu bieten hatten, war wieder im Lodgegebiet der Seronera. Wir waren aber so übersättigt von den vielen Katzen am heutigen Tag, dass wir den Fotoapparat nicht mehr anhoben. Gute Nacht allerseits.
JP K schrieb:Wir haben im Elefantenzelt übernachtet.
Schnarchen Elefanten? 😎 😛 😄
JP K schrieb:...er lies den Regen teilnahmslos über sich ergehen.
Na ja, so teilnamslos ist er ja nicht wirklich, immerhin hat er seine Mähne zu einem wasserabweisenden Vordach umfrisiert! Seine Freunde über diese Idee steht ihm richtiggehend ins Gesicht geschrieben! 🤩
Ach, diese Leobilder sind doch wohl der Traum eines jeden Safarifahrers. Wunderbar getroffen!
Clawi
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202113. Feb. 2021 ·
Vielen Dank, 2x Claudia
14. Tag Central Serengeti
Heute fahren wir ein bisschen in der Gegend rum, wir hatten schon in den Vortagen viele Wege abgefahren und heute machten wir einen Morning und einen Afternoon Drive, so dass wir uns nur in Seronera aufhielten und Wege befuhren, die wir schon kannten. Wir machten uns früh morgens auf, und das Lodgepersonal musste für uns ebenfalls früh aufstehen, denn zuerst musste das Wasser für die warme Dusche vorbereitet werden. Anruf beim Hauptcottage, dann kam jemand und machte von aussen an unserem Zelt was, und nach 15 Minuten hies es: water is ready, ma’am. Nach einer schnellen Dusche fuhren wir los. Zuerst schlug Dennis vor, doch mal ein paar Bilder vom tollen Sonnenaufgang zu machen. Ich: da brauchen wir aber einen entsprechend fotogenen Baum dafür, und er muss auch gegen das Licht mit vollem Stamm sichtbar sein. Puh, diese Anforderungen waren echt nicht leicht so auf die Schnelle hinzubekommen, denn entweder war nicht der richtige Baum zur Stelle, oder aber der Baum stand in einer Senke bzw. unser Fahrzeug viel zu hoch. Die Sonne stieg immer steiler auf, ich hatte schon fast aufgegeben, da standen ein paar Fahrzeuge zusammen und schauten sich Hyänen an, und Dennis gesellte sich dazu. Schwuppdiwupp, das war zufällig genau die richtige Stelle, mit den richtigen Bäumen in der richtigen Richtung und das Fahrzeug stand in der richtigen Höhe zu den Bäumen. Hier der Sonnenaufgang:
Tatsächlich war es in Natura schon viel heller, an den Fotos sieht man auch dass die Sonne schon im Baum stand. Da ich aber immer wieder bei meiner Kamera zwischen P und Automatik gewechselt habe und bei Automatik offensichtlich eine andere Farbtemperatur eingestellt ist, wurden die Bilder eben so schön gelbstichig bei der Automatik-Einstellung. Ich bin kein Foto-Profi, solche Einstellungslogik überfordert mich intellektuell, aber mit dem zufällig entstandenen Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Und hier auf der anderen Seite unseres Toyotas die von mir zuerst vernachlässigten Hyänen, nur 5 Minuten danach. Kein sehenswertes Foto, ich zeige es nur, damit ihr seht wie hell es wirklich war.
Kurze Zeit später fanden wir noch diese Schakale.
Ich wollte nochmals mein Glück beim Leopard des Vortages versuchen, also fuhren wir zu den Leoparden-Kopjes. Auf dem Weg dorthin stellten sich uns eine kleine Gruppe Elefanten in den Weg. Einer davon knickte ein und suhlte sich auf dem Weg. Was macht der? Er versucht, die Mineralien aufzunehmen, die dieser lehmige Boden für ihn bereit hält.
Bei den Leoparden-Kopjes angekommen, wurden wir leider enttäuscht. Wir konnten die Leoparden-Mutter hinter den Büschen erkennen, wie sie mit den Kleinen hin und her ging, aber leider wollte sie sich nicht wirklich zeigen, sie versteckte sich und beobachtete uns und die Savanne.
Wieder die Klippschliefer (Rock Hyrax) und ein Klippspringer, der einzige, den wir auf der ganzen Reise sahen, und er drehte uns seinen Rücken zu.
Wir fuhren weiter, natürlich kein Tag ohne Gnus.
Black Coucal (Grillkuckuck)
Northern White-crowned Shrike
Das war auch schon die Ausbeute für den Vormittag.
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202113. Feb. 2021 ·
Nachmittags gings wieder los an den Fluss, mal sehen was es dort zu sehen gibt, und natürlich standen nochmals die Hippos auf dem Programm. Wir kamen an einer Gruppe von 6 Löwinnen vorbei, die augenscheinlich keine Lust auf jagen hatten, sie waren vollgefressen und liessen die Impala-Herde in der Nähe gewähren.
Eine weitere Löwin, alleine am gegenüberliegenden Ufer, war schon etwas unruhiger, sie stromerte alleine durchs Gras, bis sie sich einen Überblick von einem Baum verschaffte. Dann aber machte sie es sich auf dem Ast gemütlich und es war keine weitere Aktivität von ihr zu erwarten, also fuhren wir weiter.
Ins Auto hat sich ein Acrida Acuminata (silent slant-faced grasshopper) verirrt. Der war gar nicht mal so klein, wird wohl um die 8cm +/- lang gewesen sein.
Der Ground Hornbill suchte im kurzen Gras nach etwas Essbaren.
Der red-billed oxpecker tat das gleiche, nur im Fell einer Giraffe.
Und auch der Nachmittag ging relativ ereignislos rum, so dass wir als letzte Amts-Tat zum Hippopool fuhren.
Die meisten Gähner
Das breiteste Gähnen - leider nicht ganz die optimale Pose, die ich mir vorgestellt hatte (180 Grad waagerecht)
Das längste Gähnen
Ausgegähnt und davon gezogen
Mehr gibt’s für heute wirklich nicht zu berichten.
Was für schöne Sichtungen und was für ein Katzenglück! Herzlichen Dank für die schönen Fotos!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202116. Feb. 2021 ·
Vielen Dank, Enilorac65, ich bin stets bemüht.
15. Tag Abfahrt aus der Central Serengeti
Da wir in Seronera wohl viele ausgetretene Pfade in der Ebene befahren haben, ging es heute in die Hügel, nochmal auf Landschaft machen, bevor wir aus der Serengeti heute mittags ausfahren müssen, unser Permit geht bis ich glaube 14 Uhr. Es gibt nicht viel zu erzählen, die Bilder sprechen für sich.
Irgendwo hinter den Hügeln kamen wir an zwei Fahrzeugen vorbei, die Löwen nah bei der Strasse entdeckt hatten, wir stellten uns dazu. Es waren ca. 5 Löwinnen, die aufgrund des hohen Grases schlecht alle zusammen fotogen aufs Bild passten.
Wir sind auch am Lake Magadi vorbei gekommen, aber die Flamingos konnten uns nicht wirklich begeistern, da hatte der Lake Natron einfach mehr zu bieten. Das Wetter wurde auch zunehmend düsterer, und wenig später hat es lang andauernd geregnet, Bilder kamen da nicht mehr zustande. Zuvor aber noch ein Gepardenpaar im hohen Gras, da sie weiter weg waren, gibt es kein besseres Bild, sie duckten sich auch schnell weg.
Am Lake Magadi
In der Nähe des Lake Magadi gibt es wohl ein Gebiet, in dem Spitzmaul-Nashörner (black rhino) leben und eng durch die Ranger überwacht werden, wir sind dort aber nicht hingefahren. Dennis meinte, die Nashörner seien recht agressiv im Umgang mit Fahrzeugen, da die Ranger die Nashörner mit ihren Fahrzeugen mit robuster Fahrweise daran hindern, dieses Gebiet zu verlassen, um eine lückenlose Überwachung und Schutz vor Wilderern zu gewährleisten.
Die Hauptstrasse zu den Naabi Hills wurden von den üblichen Verdächtigen bevölkert, Gnus, Zebras, Hyänen. Allerdings auch dieses Löwenrudel, das im Schatten eines einzelnen Baums Schutz vor der Sonne suchte. Es müssen so um die 6 Löwen gewesen sein.
Ich glaub das sind wieder die Simba Kopjes mit ihren Löwen.
Fazit Central Serengeti Seronera im Ende November / Anfang Dezember: eine wahnsinnig hohe Löwendichte, allein dies macht Seronera zu einem Must-See. Wir haben so um die 50 verschiedene Löwen in grossen und kleinen Rudeln angetroffen oder als Einzelgänger. Kein Kill in Action gesehen, was natürlich enttäuschend ist bei so vielen Safari-Tagen insgesamt. Die ganzen Ausschilderungen zu den einzelnen Camps durch nummerierte Fahrtwege lassen Seronera wie ein dicht besiedeltes gut organisiertes Dorf erscheinen. Da ist die Ndutu-Gegend viel intimer und ursprünglicher, das Offroad Fahren dort mit den Büschen und Zweigen, die gegen das Fahrzeug schlagen, gibt einem das Gefühl von mehr Nähe zu seiner wilden Umgebung. Ndutu ist sehr abwechslungsreich auf relativ kleiner Fläche, mit Wald, Marsch, Flussbett, Senken, Savanne, während Serengeti große weite Geländeflächen hat. Beide Safari-Gebiete zusammen ergänzen sich toll. Und dass sich die Great Migration der Gnus gerade zu diesem Zeitpunkt zwischen Central Serengeti und Ndutu abspielte, war natürlich ein Volltreffer. Um es vorweg zu nehmen: Ngorongoro Crater war m.E. jetzt keine Steigerung dazu, man muss ihn gemacht haben, weil er so berühmt ist, aber ein zweites Mal würde ich den Krater nicht als notwendig erachten.
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202116. Feb. 2021 ·
Wir fuhren die langgezogene Strecke, die wir vor ein paar Tagen in entgegengesetzter Richtung abfuhren, zum Kraterrand und schauten wieder vom View Point in den Krater hinein.
Ngorongoro Crater
Das obligatorische Bild vom Gedenkstein an Prof. Grzimek darf nicht fehlen. Tatsächlich ist es ihm ja wohl zu verdanken, dass die Serengeti bis heute nicht eingezäunt ist, um die Great Migration sowie andere Tierwanderungen nicht zu unterbrechen. Unser Guide meinte, nur die deutschen Touristen interessieren sich überhaupt für diesen Gedenkstein, den anderen Nationen sagt der Name nichts. Vom View Point aus kann man tatsächlich mit dem Fernglas die Nashörner erkennen und fotografieren geht natürlich auch, allerdings nur zu dokumentationszwecken, gute Bilder kommen dabei nicht zustande. Hier ein Ausschnitt aus einem Foto mit 840mm Brennweite
Die Welt ist ja manchmal sehr ungerecht. An dem View Point hielt auch eine Safari-Gesellschaft mit russischen Touristen. Ein jüngeres Mitglied dieser Gruppe zeigte den umstehenden anderen Touristen, und auch ich habe voller Neid auf sein Handy-Video geschaut, wie eine Löwin direkt neben deren Wagen ein Gnu gerissen hatte. Warum ist dies nicht uns passiert, mit meiner hochgezüchteten für alle Szenen bereiten Kameraausrüstung, mit unserem ausgeklügelt langen Safariprogramm? Warum hat jemand das Glück, der mit Jogginghose und Badelatschen für 2 Tage in die Wildnis fährt und dafür nur ein Handy mitnimmt, weil er eigentlich nach Zanzibar möchte? Ich weiss, meine tendenziöse Beschreibung dieses Mitmenschen ist nicht fair, aber mein Schicksal fand ich auch nicht fair!
Schluchz… Weiter gings nach Karatu zu unserer Marera Valley Lodge. Dort angekommen fielen sofort die verschiedenen Sunbirds auf, die ich noch am selben Tag mit der Kamera einfing.
Bronze Sunbird
Variable Sunbird
Golden-winged Sunbird
Keine Ahnung, welcher Sunbird dies ist
Spotted Palm Thrush juv.
Die Lodge selber war neu, sehr großzügig angelegt in Doppelhäusern auf einer ebenfalls neu angelegten Kaffeeplantage, die Zimmer waren sehr groß.
Nachdenklich, noch immer das Video des russischen Touristen im Kopf, dessen Weg sich mit unserem am Crater View Point kreuzte, bin ich schweren Herzens eingeschlafen.
Ja, schade....aber...dafür hat der Russe keine Bilder von den drei Leokindern auf den Felsen und und und... Du hast ja so viele andere und wunderschöne Tierbilder und Erlebnisse, so dass dich dieser Kill nicht weiter neidisch machen sollte. Wir sahen unseren ersten Kill im Krüger auch neben dem Auto als 5 Löwen ein Impala zerrrissen und vertilgt haben. Als ich das unserm Zeltnachbarn erzählte, sagte der, “ I have been coming to the Kruger for 15 years and I have never seen a kill. You are here for your second visit and witnessed a kill. Unbelievable”. So geht es eben im Leben. Life is not fair! Und die Glücksfee kann man nicht bestechen. Danke für die wunderschöne Bilder. Ihr wart also in der Moru Gegend, dort ist der Lake Magadi gelegen und die Nashörner sind dort zu Hause. Dort sahen wir 2018 die Migration als die Gnus im Juni spät dran waren und eigentlich bim Grumeti hätten sein sollen. Dort hatten wir Reisenglück und ihr ja auch. Danke für allen Aufwand mit deinem Bericht. Für mich ist die Serengeti my promised land.. LG von Katrin
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202118. Feb. 2021 ·
Ja Katrin, ich weiss. Die Safari ist ein Spiel, man hechelt den Sichtungserfolgen hinterher, deswegen fahren wir ja alle auf Safari, es ist ein Nervenkitzel. Würde alles einfach zu sehen sein, würde eine Safari auch nur den halben Reiz haben. Daher ist eigentlich alles gut, wir können uns auch nicht beschweren über das was wir gesehen haben.
16. Tag Besuch der Hadzabe und Datoga
Heute standen keine Tiere auf dem Safari-Programm, sondern Menschen. Wir werden zwei unterschiedliche Stämme besuchen, die jeweils für unterschiedliche Lebensweisen stehen. Beide Menschengruppen leben am Lake Eyasi, und die Familien, die ein Touristenbesuch organisieren und die wir besuchen, leben keine Autostunde voneinander entfernt. Während die Hadza anscheined eine jahrtausendalte Präsenz in Tanzania haben, sind die Datoga wie die Massai zugewandert, allerdings früher als die Massai. Das Programm war vorgeschlagen, ausgearbeitet und durchgeführt von unseren Reiseveranstaltern. Wie viele dieser Hadzabe- und Datoga-Familien von diesen Touristenprogrammen leben, weiss ich nicht, jedenfalls gehören Ausflüge zu diesen Stämmen zum Standardrepertoire der Veranstalter. Ob die Familien, die wir besuchten, sich überwiegend von der Jagd (Hadzabe) und dem Eisen-Handwerk (Datoga) ernähren oder von den Touristeneinnahmen, vermag ich nicht zu sagen. Ich spekuliere aber mal, dass auch hier das Smartphone eine Rolle in deren Leben spielen dürfte, jedenfalls ist mir dies bei früheren Besuchen bei Namibischen Stämmen erläutert worden. Was so ursprünglich aussieht, mag nur Fassade für Touristen sein – diese Überlegung ist auch abgeleitet aus den Trinkgelderwartungen, mit denen wir konfrontiert wurden. Doch erst einmal zu den Bildern.
Am Anfang stand ein Stop in einem lokalen Kultur-Touristenbüro an, bei dem wir angemeldet wurden und wo wir einen lokalen Guide ins Auto luden. Er war 22 Jahre alt und sprach die Sprachen dieser beiden Volksgruppen.
Wir fuhren zuerst zu den Hadzabe. Nachdem wir das Auto im Nirgendwo abstellten, kamen wir nach 3-minütiger Wanderung bei der Familie an. Zuerst sahen wir nur die Männer und männlichen Kinder, später kamen die Frauen dazu, insgesamt würde ich den Familienverbund auf ca. 15 Personen schätzen. Es war eine ausgetretene Fläche unter Bäumen, eine Behausung stand sichtbar am Rande. Von den Männern wurde uns zuerst die unterschiedlichen Pfeile gezeigt und erläutert, danach wurde gezeigt wie sie Feuer machten (nicht überraschend durch Reibung zweier verschiedener Hölzer). Der Pfeil mit dem Maiskolben dient zum Knock-Out von Klein-Vögeln, die mit den eisernen Spitzen für Baboons und größeres Wild. Die Hadzabe sind ein jagendes Nomadenvolk, und errichten ihr Nachtlager dort, wo sie die Jagd hintreibt.
Dann nahmen sie uns mit auf die Jagd. Sie erbeuteten einige kleinere Vögel mit ihren Pfeilen, entfachten ein Feuer und schmissen die gerupften Vögel auf das Feuerholz, um sie an Ort und Stelle zu verspeisen.
Diese Pflanze stinkt gewaltig, den Namen habe ich wieder vergessen.
Die verschossenen Pfeile wurden wieder eingesammelt und über dem Feuer und mit den Zähnen im Mund begradigt.
Dies war die Zeit, als wir alle zusammen um das Feuer sassen, zu der uns der lokale junge Guide fragte, ob wir bereit seien, die Hadza-Familie zu unterstützen. Auf meine Frage, wie ich dies verstehen solle, schob er nach, ob wir ein Trinkgeld geben, dies wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, wo ihre Frauen noch nicht dabei wären. Die Männer würden sich um die Verwaltung des Geldes kümmern. Ich darauf hin: welche Höhe an Trinkgeld ist denn angemessen? Er: so 20 bis 30 Dollar würden genügen. Ab jetzt begann der Tag, für uns keinen Spass mehr zu machen, wir fühlten uns sehr unwohl, weil wir erstens diesen Betrag für völlig unangemessen hielten, und zweitens eine aktive Frage nach Trinkgeld ebenso. Wir hatten vor, am Ende ein Trinkgeld zu geben, keine Frage, aber sein Ansprechen darauf empfanden wir verstörend. Dieser Besuch war ja vom Reiseveranstalter organisiert worden, und wir gingen davon aus, dass das auch Geld kostet, das wir durch den Reisepreis bereits bezahlt hatten. Mittlerweile spekuliere ich mal, dass Reiseveranstalter den Stämmen nichts zahlen, sondern den Hadzabe und Datoga die Chance in Aussicht stellen, üppige Trinkgelder kassieren zu können, und die Guides helfen dabei gegen einen Anteil davon mit. Ich mag falsch liegen, aber solche Gedanken kommen einem am Lagerfeuer bei Menschen, die angeblich von nichts anderem leben als von ihren erlegten Tieren. Wenn man sich mal ausmalt, dass in normalen Jahren mehrere auch grössere Touristengruppen pro Tag kommen, die diese Trinkgelderwartungen möglicherweise auch erfüllen, dann kann man schon sehr gut davon leben. Wir übergaben dann 12.000 Shilling an den Ältesten, den Datoga hinterher den gleichen Betrag. Hier habe ich dann auch kundgetan, dass wir nicht zusätzlich für den durch Corona ausbleibenden Touristenstrom mitbezahlen werden. Wir wurden das Gefühl nicht los, dass wir zwei mal bezahlen sollten, einmal an unseren Reiseveranstalter und einmal vor Ort durch ein hohes Trinkgeld.
Wie seht ihr das?
Nachdem das Finanzielle geklärt war, ging es zügig zurück zum Lager, wo uns das Training des Bogenschiessens gezeigt wurde. Wir hatten die Möglichkeit mitzumachen, lehnten aber ab aus Corona-Gründen, und auch weil wir die Lust verloren hatten.
Zum Schluss kamen die Frauen dazu, und zusammen führten sie ein Tänzchen auf. Hinterher hatten wir die Möglichkeit, Schmuck wie Armreifen oder Ketten zu kaufen, was wir aber nicht nutzten.
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202118. Feb. 2021 ·
Alles in allem war der Aufenthalt bei den Hadzabe weniger als 2 Stunden lang. Weiter ging es zu den Datoga. Diese leben wohl von der Verarbeitung allen metallischen Schotts wie Nägel und Fahrradlenkern etc, und nachdem wir von den Frauen das Mahlen von Mais gezeigt bekamen, ging es zum Hochofen. Schrott wurde eingeschmolzen zu einem Stück, das dann weiter geformt werden kann. Ein anderes Familienmitglied wandelte mit Hammer, Bolzen und Feile währenddessen einen ca. 10cm langen Nagel zu einer mit Widerhaken besetzten Pfeilspitze um.
Nach einem kleineren Ausflug an den Eyasi-See gings wieder zurück, auch der junge lokale Guide hat von uns ein Trinkgeld erhalten sowie einige Teile unserer Lunchbox. Auf dem Hin- und Rückweg sahen wir auf den vorbeifliegenden Feldern die Zwiebelernte, die im vollen Gang war. Darauf hin schaute ich erst einmal, woher wir in Deutschland unsere Zwiebeln erhalten und wohin Tanzania seine Zwiebeln exportiert, aber es gab dabei keine Überschneidungen. Der Kaffee aus Tanzania wird allerdings auch nach Deutschland exportiert, u.a. durch Tschibo.
Zurück in der Lodge gabs erst noch eine kleine Runde zum Vogelfotografieren, bevor ich mich in die Fluten des Lodgepools stürzte. Mousebird
Bronze Sunbird
Golden-winged Sunbird
White-browed Robin-Chat
Wir waren nicht die einzigen Gäste in der Lodge. Neben zwei weiteren Touristenpaaren hat sich auch die kenyanische Fussball-Junioren-Nationalmannschaft in die Marera Valley Lodge einquartiert. Das Turnier in Karatu, an dem noch verschiedene andere afrikanische Länder teilnahmen, verlief mit dem vierten von neun Plätzen nicht sehr erfolgreich für sie, während Tanzania den zweiten Platz belegte, es verlor im Endspiel gegen Uganda.
Arbeiter auf der Kaffeeplantage der Lodge
Der Abend war dann wieder ein nachdenklicher, wegen der Trinkgelder. Möglicherweise prallen hier deutsche Gepflogenheiten auf tanzanische Maximalansprüche, die durch US-amerikanische Trinkgeldsitten geprägt werden, aufeinander.
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202120. Feb. 2021 ·
17. Tag Ngorongoro Crater
Die Vorfreude auf den Krater war gross. Viel ist geschrieben über die Raubtierdichte, laut Wikipedia die höchste Afrikas. Andere Webseiten sagen, die größte Tierdichte an Grossäugern usw. usw. Kein Wunder, dass alle dort hin möchten, und wir sind keine Ausnahme. Frühes Frühstück um 6 Uhr, Abfahrt 6:30 Uhr. Geplante Ankunft am Katerrand war 8:00 Uhr, es wurde schliesslich 8:30 Uhr, als wir das Gate am Kraterrand passierten und hinabfuhren. Wir sind gut durchgekommen durch KAratu und die Kraterstrasse machte keine Probleme. An der Talsohle angekommen, erst einmal rechts rum in den Lerai-Wald. Sehr schön anzuschauen. Mit Elefanten noch schöner anzuschauen.
Weiter gings. Plötzlich hatte ich links etwas aus dem Augenwinkel gesehen. What is that? Dennis Where? On the left. Dennis tritt auf die Bremsen: This is a Leopard. Keep quiet and enjoy the sight!
Meine erste eigene Leoparden-Sichtung. Er lag doch relativ weit weg, das erste Bild mit dem vollen Baumstamm war mit Kleinbildäquivalent 200mm aufgenommen, die Folgebilder sind alles Bildausschnitte aus 840mm-Bildern. Der Motor war aus, niemand sonst um uns herum, nur die Geräusche des Kraters und ein stiller, sanfter Leo. Nach einer Minute drehte er sich auf seinem Baumstamm um, und ich befürchtete schon, er würde sich aus dem Staub machen. Aber er blieb. So langsam füllte sich die Sichtung mit weiteren Fahrzeugen, aber mehr als sechs oder sieben wurden es nicht. Dennis erläuterte uns wieder, dass in einem normalen Jahr zu Hochsaison-Zeiten auch mal gerne 50 Fahrzeuge bei einer Sichtung im Krater sein würden - wie froh sind wir, dass wir kein normales Jahr erwischt haben.
Wir hatten wohl über 30 Minuten diesen Anblick, die anderen Fahrzeugen fuhren mittlerweile einer nach dem anderen weiter, wir sind die einzigen, die bis zum Ende blieben. Irgend etwas schien unter dem Leopard vorzugehen, er zog immer mal wieder seine Beine an und legte den Schwanz auf den Stamm, um nicht gesehen zu werden. Letztendlich war es aber für ihn nicht lohnenswert, er blieb wo er war. Wir fuhren etwas vor, um einen anderen Blickwinkel auszuprobieren. Irgendwann stieg der Leopard ab und verzog sich in einen Baum.
Schön war das. Dies waren auch gleichzeitig unsere letzten Fotoes einer Grosskatzensichtung. Wer jetzt von Euch allerdings abspringen möchte – am letzten Tag gibt es noch eine eher seltene Tiersichtung, dranbleiben lohnt sich also.
Apropos Katzensichtung im Krater: wir hatten noch einen einzelnen Löwenherren gesichtet, aber zu weit weg und die Luft flimmerte, sowie ein ganzes Löwenrudel konnten wir aus der Ferne auf einem Hügel sehen, aber an ein Foto war nicht zu denken, viel zu weit weg. Näherfahren wollten wir nicht, wir hatten genug Löwen in der Serengeti gesehen. Ebenso konnten wir in der Ferne einen Serval auf dem Weg sehen, den wir auch verfolgten, aber als wir näher kamen, verschwand er. Einen weiteren Löwen konnten wir nur erahnen, ein paar Zebras gaben Warnschnauber ab und schauten angestrengt in die Richtung, wo er im hohen Gras versteckt liegen musste.
Auf dem Weg zum Mittagessen gab es noch eine Familie Fuchs zu sehen und eine sich in misslicher Lage befindliche Maus.
Auf dem Picknickplatz am See gab es wieder Raubvögel, die sich auf das Essen von Touristen spezialisiert haben. Bei uns waren sie nicht erfolgreich. Hier versammelten sich recht viele Fahrzeuge, ich denke es wurden bis zu 10.
Ein kleines Werbefoto für unsere Reiseveranstalter TerraVista und Predators Safari
Fan-tailed Widowbird
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202120. Feb. 2021 ·
Weiter ging es nach der Lunchbox, wir fuhren erst einmal kreuz und quer ohne wirkliches Ziel und Plan.
Abdim’s Stork
Goldschakal Elternteil 1
Kinderhort der Goldschakale
Goldschakal Elternteil 2
Dieser Reiher hat eine ganze Weile mit seiner Schlange gekämpft, bis er sie für ausreichend niedergerungen hielt sie im Ganzen zu verschlingen, da lebte sie aber noch und zuckte mit dem herausschauenden kurzen Ende.
Wie wir so planlos fuhren, kreuzte eine Büffelherde unseren Weg, von rechtsk kommend nach links führend. Wir sahen der Herde hinterher und standen noch eher gelangweilt rum und beratschlagten, welchen Weg wir einschlagen sollten, da sahen wir drei Hyänen den gleichen Weg wie die Büffel längs trotten. Ab und zu schauten sie sich um, und wir sahen in der Ferne eine weitere Hyäne, die es nicht eilig hatte hinterherzukommen. Wir hatten 3 Optionen an dieser Weggabelung: geradeaus weiterfahren in der Hoffnung es kommt was interessantes Neues, rechtsabbiegen wo die Hyänen herkamen, um einem Rudel Löwen näher zu kommen, das gelangweilt auf einer Hügelkuppe Ausschau haltend lag, oder wir fahren nach links in die Richtung der Büffel.
So langsam entwickelte sich eine Story in unserem Kopf. Was, wenn die Hyänen die Büffel verfolgten? Die Büffelherde wurde langsamer und kam zum Halt, und die Hyänen latschten auffällig desinteressiert den gleichen Weg, legten sich auch mal hin um sich auszuruhen. Wir fuhren den Büffeln hinterher, die 3 der 4 Hyänen inzwischen vor uns, die vierte Hyäne hinter uns. Alle waren recht ausser Atmen, das Spiel musste also schon eine Weile gehen. Da es anscheinend ansonsten nicht viel im Krater zu sehen gab, schlossen sich drei weitere Fahrzeuge unserer Pirsch an.
Langsam aber sicher erreichten die Verfolger die Büffelherde und wir hinterher, inzwischen hatte auch die Nachzügler-Hyäne zu den anderen aufgeschlossen.
Irgendwann blieben die Büffel stehen, anscheinend waren einige ihrer Mitglieder sehr erschöpft und konnten nicht mehr weiter. Das Adrenalin wallte hoch, die Büffel hatten Rotz vor der Nase und sabberten. Die Hyänen sabberten auch. Die Büffel bildeten eine Wagenburg, Hörner nach aussen, in ihrer Mitte legten sich zwei junge Kälber und ein älterer Büffel hin.
Dennis meinte, diese Jagd würde noch weitere Stunden so gehen, die Hyänen werden nicht aufgeben sondern so lange weiter machen, bis sie ein schwaches Mitglied der Herde separiert haben und überfallen können. Die Büffelherde war nicht in die Enge getrieben, sie stand in der Mitte des Kraters auf der großen Grasfläche und konnte jede Richtung die sie wollte einschlagen.
Während unseres Wartens lies sich ein Augur Buzzard sehr nah am Auto fotografieren.
Es gab in der Herde Büffel mit recht stattlichen Hörnern
JP KThemenstarter389 Beiträge · seit 202120. Feb. 2021 ·
Unsere Geduld war aber irgendwann am Ende, der Kill würde wohl erst sehr viel später, möglicherweise nachts stattfinden, also zogen wir weiter. Insgesamt blieben wir ca. 7 Stunden im Krater, die Zeitbegrenzung von 6 Stunden wurde nicht kontrolliert, anscheinend eine Folge der geringen Fahrzeugdichte in diesen Corona-Zeiten.
Nashörner, von denen es etwa 25 Tiere im Krater geben soll, haben wir leider nur aus sehr weiter Ferne sehen können. Sie halten sich anscheinend mit Vorliebe am Kraterrand auf.
Die Kraterrandstrasse – sie war trocken und gut befahrbar. Sie ist eingesäumt auf einer Seite des Kraters von einem sehr blickdichten, undurchdringlichen Regenwald. Fährt man weiter, weicht der Regenwald einer kurzen Graslandschaft, über die man kilometerweit hinwegblicken kann.