travelNAMIBIA schrieb:
Interressant ist auch der zweite Artikel von dpa 28.06.21
=Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf =
ASA-Arbeitsgemeinschaft
Afrika-Experten werfen Auswärtigem Amt Ungleichbehandlung vor
von Georg Kern
Mittwoch, 07. Juli 2021
Die Arbeitsgemeinschaft südliches und östliches Afrika (ASA) wirft dem Auswärtigen Amt vor, Zielgebiete ungleich einzustufen. Staaten wie Südafrika und Namibia würden überhart bewertet – im Vergleich etwa zu Indien oder Großbritannien.
Mit der Beibehaltung der Einstufung des südlichen Afrikas als Virusvariantengebiet, werde die Region "stigmatisiert", sagt ASA-Vorsitzender Werner Gordes. "Das kann so nicht weitergehen."
Zuvor hatte das Auswärtige Amt zahlreiche Länder wie Großbritannien, Indien und Portugal vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Die Begründung: Die Delta-Variante verbreitet sich inzwischen auch in Deutschland, sodass die Aufrechterhaltung der Einstufung als Virusvariantengebiet nicht mehr sinnvoll sei.
Die Delta-Variante herrsche inzwischen aber auch im südlichen Afrika erwiesenermaßen vor, teilte die ASA mit. Angaben des namibischen Gesundheitsministeriums zufolge sei bei 17 von 18 Genom-Sequenzierungen im Mai und Juni 2021 die Delta-Variante festgestellt worden. Die Tests seien in Zusammenarbeit mit dem RKI erfolgt.
Auch in Südafrika hat die Delta-Variante die Beta-Variante laut ASA verdrängt. Als Beispiel führt die Arbeitsgemeinschaft die Provinz Gauteng an: Im Mai habe die Beta-Variante noch 64 Prozent der sequenzierten Proben ausgemacht, im Juni seien es nur noch 37 gewesen. Im gleichen Monat sei der Anteil der Delta-Variante in der Provinz auf 53 Prozent gestiegen.
"Wo bleibt die Gleichbehandlung der Länder?", fragt Gordes. "Die ASA fördert seit über 30 Jahren den Tourismus in diese Region und fordert von den Verantwortlichen, dass hier endlich eine Gleichbehandlung in der Bewertung erfolgt. Wenn es um sicheres Reisen im Sinne von Abstand geht, gibt es wohl keine andere Region, die sicherer ist."
Heimische Bevölkerung leidet schwer
Ohne Touristen steige zudem die Arbeitslosigkeit im südlichen Afrika weiter und der Naturschutz sei gefährdet. Eine Zurückstufung sei insofern auch kostenlose Entwicklungshilfe für die Region.
Jörg Ehrlich, Geschäftsführer des Reiseveranstalters Diamir Erlebnisreisen und ASA-Vorstandsmitglied sagt: "Es ist völlig unerklärlich, wie man vollständig geimpfte Personen, mit einer Rückreisequarantäne-Pflicht abstraft und so das Reisen in sogenannte Virusvariantengebiete komplett zum Erliegen kommt. Ich kann es keinem Kunden erklären, wieso jetzt plötzlich Reisen nach Indien und Großbritannien sicher möglich sind und nach Namibia oder Südafrika nicht."
Wegen Delta-Variante
Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf
von dpa
Montag, 28. Juni 2021
Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika die Corona-Beschränkungen deutlich.
Präsident Cyril Ramaphosa setzte den Alarmzustand am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Samstag war bekanntgeworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kapstaat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa. "Wir sind im Griff einer verheerenden Welle."
Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden. Die Gesundheitsinfrastruktur befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Reisen sind dort nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die neuen Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor.
Südafrika ist zahlenmäßig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Afrikas. Bislang wurden dort 1,9 Mio. Fälle dokumentiert. Kapp 60.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Geimpft sind 2,7 Millionen der insgesamt knapp 60 Mio. Südafrikaner.
Die bisherigen Einschränkungen haben verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Millionen Menschen kämpfen ums Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschärft. Bereits vor der Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage.
Afrika-Experten werfen Auswärtigem Amt Ungleichbehandlung vorFür Alle die den Link nicht öffnen können.
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Interressant ist auch der zweite Artikel von dpa 28.06.21
=Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf =
ASA-Arbeitsgemeinschaft
Afrika-Experten werfen Auswärtigem Amt Ungleichbehandlung vor
von Georg Kern
Mittwoch, 07. Juli 2021
Die Arbeitsgemeinschaft südliches und östliches Afrika (ASA) wirft dem Auswärtigen Amt vor, Zielgebiete ungleich einzustufen. Staaten wie Südafrika und Namibia würden überhart bewertet – im Vergleich etwa zu Indien oder Großbritannien.
Mit der Beibehaltung der Einstufung des südlichen Afrikas als Virusvariantengebiet, werde die Region "stigmatisiert", sagt ASA-Vorsitzender Werner Gordes. "Das kann so nicht weitergehen."
Zuvor hatte das Auswärtige Amt zahlreiche Länder wie Großbritannien, Indien und Portugal vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Die Begründung: Die Delta-Variante verbreitet sich inzwischen auch in Deutschland, sodass die Aufrechterhaltung der Einstufung als Virusvariantengebiet nicht mehr sinnvoll sei.
Die Delta-Variante herrsche inzwischen aber auch im südlichen Afrika erwiesenermaßen vor, teilte die ASA mit. Angaben des namibischen Gesundheitsministeriums zufolge sei bei 17 von 18 Genom-Sequenzierungen im Mai und Juni 2021 die Delta-Variante festgestellt worden. Die Tests seien in Zusammenarbeit mit dem RKI erfolgt.
Auch in Südafrika hat die Delta-Variante die Beta-Variante laut ASA verdrängt. Als Beispiel führt die Arbeitsgemeinschaft die Provinz Gauteng an: Im Mai habe die Beta-Variante noch 64 Prozent der sequenzierten Proben ausgemacht, im Juni seien es nur noch 37 gewesen. Im gleichen Monat sei der Anteil der Delta-Variante in der Provinz auf 53 Prozent gestiegen.
"Wo bleibt die Gleichbehandlung der Länder?", fragt Gordes. "Die ASA fördert seit über 30 Jahren den Tourismus in diese Region und fordert von den Verantwortlichen, dass hier endlich eine Gleichbehandlung in der Bewertung erfolgt. Wenn es um sicheres Reisen im Sinne von Abstand geht, gibt es wohl keine andere Region, die sicherer ist."
Heimische Bevölkerung leidet schwer
Ohne Touristen steige zudem die Arbeitslosigkeit im südlichen Afrika weiter und der Naturschutz sei gefährdet. Eine Zurückstufung sei insofern auch kostenlose Entwicklungshilfe für die Region.
Jörg Ehrlich, Geschäftsführer des Reiseveranstalters Diamir Erlebnisreisen und ASA-Vorstandsmitglied sagt: "Es ist völlig unerklärlich, wie man vollständig geimpfte Personen, mit einer Rückreisequarantäne-Pflicht abstraft und so das Reisen in sogenannte Virusvariantengebiete komplett zum Erliegen kommt. Ich kann es keinem Kunden erklären, wieso jetzt plötzlich Reisen nach Indien und Großbritannien sicher möglich sind und nach Namibia oder Südafrika nicht."
Wegen Delta-Variante
Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf
von dpa
Montag, 28. Juni 2021
Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika die Corona-Beschränkungen deutlich.
Präsident Cyril Ramaphosa setzte den Alarmzustand am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Samstag war bekanntgeworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kapstaat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa. "Wir sind im Griff einer verheerenden Welle."
Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden. Die Gesundheitsinfrastruktur befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Reisen sind dort nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die neuen Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor.
Südafrika ist zahlenmäßig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Afrikas. Bislang wurden dort 1,9 Mio. Fälle dokumentiert. Kapp 60.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Geimpft sind 2,7 Millionen der insgesamt knapp 60 Mio. Südafrikaner.
Die bisherigen Einschränkungen haben verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Millionen Menschen kämpfen ums Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschärft. Bereits vor der Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage.
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