FluffyThemenstarter174 Beiträge · seit 200622. Dez. 2018 ·
12.05.2018 Wieder ein langer Fahrtag durch das Hochland von Antsirabe nach Andasibe. 300 km klingt gar nicht sooo viel, aber die Routen durch das Hochland sind kurvig, man muss durch die Peripherie von Tana (und den Stau), auf der Strecke von Tana Richtung Tamatave, dem größten Hafen an der Ostküste, herrscht viel Schwerverkehr, der sich durch enge Serpentinen Richtung Küste quält.
Unterwegs bekomme ich noch eine Nachricht vom deutschen Projektleiter von Mitsinjo, dass er eine Nachtführung für eine Gruppe von Primatologen organisiert hat und ich mich, wenn ich es rechtzeitig schaffe, gerne anschließen könne. Also los 😁 schnell im Hotel Feon' ny Ala eingecheckt und gleich wieder los.
Leider ist direkt vor uns eine große Gruppe unter lautem Geschrei und soviel Licht, mit dem man problemlos einen Flughafen hätte ausleuchten können, in den Wald... wir haben dann etwas gewartet und uns nett unterhalten - die Wissenschaftler kamen von einem Kongress in Tana und waren teilweise zum ersten Mal auf Madagaskar. Die Sichtungen waren dann nicht so toll, allerdings habe ich zum ersten Mal einen Tenrek in freier Wildbahn gesehen, aber leider nicht fotografieren können.
Frisch gehäutete Baumboa
Die Primatologen waren alle im gleichen Hotel wie ich abgestiegen und wir hatten anschließend noch einen schönen und interessanten Abend.
FluffyThemenstarter174 Beiträge · seit 200623. Dez. 2018 ·
...oops, wohl aus Versehen abgeschickt
FluffyThemenstarter174 Beiträge · seit 200623. Dez. 2018 ·
13. und 14.05.2015
Ich habe mich bei meinem - wenn ich mich nicht verzählt habe - vierten Besuch in Andasibe auf das Mitsinjo Community Reserve beschränkt. Weil nicht ganz so einfach zu finden im Netz hier der Link klick
DIE Hauptattraktion in Andasibe ist zweifellos Indri indri, der größte lebende Lemur:
Von meinem Hotel aus kann man mit Glück morgens die Indris "singen" hören (Feon' ny Ala bedeutet "der Ruf des Waldes"). Diesen Weckruf liebe ich genauso wie mit Flußpferdgrunzen geweckt zu werden. Wenn man direkt unter einem singenden Indri steht ist es allerdings weniger romantisch sondern eher ohrenbetäubend 😄
Natürlich gab es auch andere Bewohner des Bergnebelwaldes zu sehen
Ein schon relativ großes Parsonii Männchen, aber eben noch nicht richtig groß
Vermutlich Achrioptera
Uroplatus Suchbild
Uroplatus sikorae
auch schöne Augen 😄
die Orchideen-Saison ist zwar um, es blüht aber doch gelegentlich noch etwas
FluffyThemenstarter174 Beiträge · seit 200623. Dez. 2018 ·
Die Rückfahrt am 15. nach Tana und den Rückflug spare ich mal aus. Für mich ist nach wie vor Air France die beste Gesellschaft, um nach Madagaskar zu reisen. Zuverlässig, schnelle Verbindung mit gelegentlich sehr günstigen Angeboten.
Fazit Reise allgemein Ich habe etwas mit mir gerungen, ob ich ein so persönliches Fazit schreiben soll und in welcher Form. Vielleicht ist es ja aber doch für den einen oder anderen hilfreich und/oder informativ.
Der Trip hatte und hat einen bittersüßen Nachgeschmack. Zum einen habe ich viele nette Leute kennengelernt und alte Freunde getroffen, hatte super Wetter, tolle Sichtungen und einen entspannten und abwechslungsreichen Urlaub. Andererseits sind mir sehr viele Dinge negativ aufgefallen, die - so zumindest mein subjektiver Eindruck - vor Jahren noch nicht so ausgeprägt waren.
Noch nie war es so einfach sich Informationen auch über die entlegensten Gebiete zu beschaffen wie heutzutage, trotzdem habe ich überall unterwegs Leute getroffen - vor allem junge Leute - die nicht wussten in welchem Reservat sie gerade sind, welche Tierarten dort zu erwarten sind, zur falschen Jahreszeit für ihr "Wunschtier" da waren etc. Anfangs dachte ich noch "ich treff' halt die Deppen" aber verschiedene Guides haben mir bestätigt, dass die Erwartungshaltung der Besucher sich geändert hat, weniger Zeit aufgewendet wird pro Park und schnell enttäuscht reagiert wird, wenn ein bestimmtes Tier innerhalb von 2 h nicht aufzufinden ist. Teilweise werden die Nationalparks und Community Reserves erst gar nicht mehr aufgesucht und die Touristen gleich durch die "Peyrieras" und "Vakonas" Madagaskars geschleust, wo die Tiere natürlich artgerecht gehalten werden und ganz sicher nicht aus dubiosen Quellen stammen *hüstel hüstel* Hauptsache man hat ein schönes Foto. Früher war ich der Meinung, dass Tourismus und das Interesse an der Tierwelt im Reiseland zum Artenschutz beiträgt. Im Fall Madagaskar bin ich mir da nicht mehr so sicher. Dazu kommt, dass der Staat seinen Aufgaben nicht nachkommt - nicht umsonst wird Selbstjustiz von vielen Madagassen als feine Sache angesehen - in vormals sicheren Gebieten kommt es zu Überfällen, Plünderungen und Zerstörung von Einrichtungen von NGOs, illegalen Brandrodungen, Wilderei... ohne ernsthafte Konsequenzen für die Täter.
Versteht mich nicht falsch - ich liebe diese Insel - und deshalb macht es mich traurig in wie vielen Bereichen die falschen Wege eingeschlagen werden. Ich möchte nur darum bitten, etwas genauer hinzusehen und im Zweifelsfall lieber doch einen Nationalpark oder Community Reserve zu besuchen, auch wenn es dort keine Garantien gibt.
Hallo Carmen vielen Dank für die vielen Infos, die Fotos, für Erinnerungen wecken und die Anregungen für eine weitere Madagaskarreise. Ein spezielles Dankeschön für Dein persönliches Fazit. Frohe Weihnachten wünscht Elisabeth
ich danke Dir für Deinen schönen Bericht mit den phantastischen Fotos. Mein Mann und ich waren 2012 und 2014 auf der Insel und wollen auch demnächst ein weiteres Mal dorthin. Der Westen steht dabei auf unserer Liste ganz oben. Dein Fazit ist sehr interessant. Ich fürchte halt auch, dass sich einige Dinge zum negativen verändert haben. Dennoch hat die rote Insel mit den kleinen und noch kleineren Tierchen einen grossen Platz in unseren Herzen sicher. LG,
FluffyThemenstarter174 Beiträge · seit 200627. Dez. 2018 ·
Vielen Dank für Eurer Feedback 🙂
Madagaskar ist großartig und ich werde auch sicher wieder hinfliegen. Als Wiederholungstäter fallen einem aber auch mehr Unstimmigkeiten und Missstände auf, die man als Erstbesucher vor lauter Begeisterung über Tierwelt etc. eben nicht oder nicht so schnell wahrnimmt.
Und für Annick habe ich noch ein kleines Fundstück: Augen auf - liegt auf Deiner Route gen Westen 😄