jazzicaThemenstarter83 Beiträge · seit 201629. März 2018 · #21
05.02.2018 Claratal – Spitzkoppe Kochen mit Aussicht
Auch in der Nacht hatte es zeitweise echt heftig geschüttet, so war ich doch froh, dass mein Zelt trotz der kleineren Löcher komplett dichthielt und nicht einer Tropfsteinhöhle glich. Die Sonne strahlte schon wieder vom stahlblauen Himmel als die letzten aus ihren Zelten krochen.
Juhuuuuuuu heute ging es endlich ab auf die Straße. Geplant war eigentlich bis zur Farm Ameib zu fahren. Aber da diese ja leider nun für den Touristenbetrieb geschlossen ist, musste eine Alternative her. Sehr schwer in der Region einen Platz für 11 Autos zu bekommen. So entschlossen wir uns, die doch recht lange Fahrt direkt zur Spitzkoppe in Angriff zu nehmen.
Über die Fahrt an sich lässt sich nicht viel berichten. Von Claratal aus ging es über die D1982, D1980 und die C32 nach Karibib, um dort noch die vergessenen Sachen einzukaufen. Von dort aus dann weiter über die unspektakuläre B2 und D1918/D3716 zur Spitzkoppe.
Gute Nachrichten dann erst einmal an der Rezeption: wir sind die einzigen auf den sehr weitläufig verteilten Campsites, d. h. komplett freie Platzwahl. Auf die Nachfrage welche Campsite denn die schönste sei, schickte er uns in Richtung den Campsites 10 und 11 direkt am „großen Berg“ (wenn man es auf der Karte anschaut, gaaaaanz links außen). Duschen und Toiletten mit Spülung gibt es nur direkt an der Rezeption, auf den einzelnen Campsites sind nur Plumpsklos vorhanden (dafür aber komplett sauber und alles intakt).
Wir richteten unser Camp ein und was soll man sagen: der Ausblick war einfach nur gigantisch. Ja dafür liebe ich Namibia!! Diese endlose Weite, einfach nur traumhaft. Wie soll da nachher nur der Sonnenuntergang werden? Ihr werdet es sehen. Aber erst einmal ging es ans Kochen. Wir hatten uns ganz einfach für Bratkartoffeln mit Schmelzzwiebeln, Salat und verschiedene Dips entschieden. Die einfachsten Sachen sind schlichtweg immer die leckersten.
Während das Spülteam schon wieder fleißig war, machten sich einige schon auf den Weg und streuten aus um den besten Platz für den Sonnenuntergang zu suchen. Unser kleines Grüppchen machte es sich auf einem kleinen Hügel gemütlich mit Blick in die Ferne. Was soll ich sagen. Ich lass einfach nur die Bilder sprechen.
jazzicaThemenstarter83 Beiträge · seit 201604. Apr. 2018 · #22
Nach einer kurzen Auszeit über die Ostertage hinweg und ein paar Schokohasen später, kann es mit der Reise weiter gehen!
06.02.2018 Spitzkoppe – Brandberg „Der Wind geht weg wenn die Sonne untergegangen ist … haben sie gesagt! „
Die dritte Nacht im Dachzelt und wieder hatte ich das große Los gezogen, genau in unmittelbarer Nähe des Autos zu stehen mit den größten Schnarchern drin. Da halfen leider auch keine Oropax weiter. Mit den Augenringen am Morgen hätte man mich fast mit einem Panda verwechseln können. Wie gut, dass ich an dem Tag nicht fahren musste durch den täglichen Fahrerwechsel bei uns im Auto. Die Option bestand ein bisschen auf dem Beifahrersitz zu dösen, aber bei der Landschaft die Augen zubekommen? Pustekuchen!
Daher gab’s zum Frühstück erst einmal die volle Vitaminpower mit frischem Obstsalat, Rührei und meinem heiß und innig geliebten Nutella. Otto, unser Borstenhörnchen das wir auf den Namen tauften, schlich auch schon die ganze Zeit um unser Lager, in der Hoffnung ein paar Brösel abzubekommen. Otto lies seinen ganzen Charme fließen und die Damen der Tour schmolzen nur so dahin, trotzdem bekam der kleine Racker von uns nichts zu essen. Sieht man leider immer wieder was passiert, wenn Tiere bewusst von Touristen angefüttert werden.
Das Zelt zusammenklappen funktionierte auch schon wieder wie am Schnürchen, obwohl wir zwei Mädels eher zu der Gattung „Hobbit“ zählten. In den letzten drei Jahren hatten wir da so unsere eigene Technik entwickelt und damit lief das super. Von außen sah das wohl immer nach einer lustigen Kombination von Kunstturnen und Gewichtheben aus …. allerdings von Zwergen. Nachdem das ganze Lager picobello aufgeräumt war, stand der Vormittag ganz im Zeichen der Erkundung der Spitzkoppe. Jeder konnte selber entscheiden, was er unternehmen wollte. Da in unserer Truppe einige Geocacher dabei waren (unter anderem meine Mitfahrerin) und es in der unmittelbaren Umgebung einige Caches gab, entschlossen wir uns als kleines Grüppchen die Caches zu holen. Für mich als Hobby-Fotografin stand aber natürlich auch unbedingt der Bogenfels ganz oben auf meiner To-Do Liste. Wie gut traf es sich dann, dass genau dort ein Cache vorhanden war. Von der Campsite aus (glaube es war Nr. 5) ging es durch einen längeren, engen Felsspalt zum Bogen. Was hatte ich nicht im Voraus für spektakuläre Bilder von diesem Ort gesehen und hatte zugegebenermaßen auch Angst richtig enttäuscht zu werden, was leider oftmals auch der Fall war. Aber das traf hier definitiv nicht zu. Die Steinbrücke ist echt ein Ort, den man einmal in Namibia besucht haben muss. Um direkt unter die Brücke zu kommen, ist festes Schuhwerk auf jeden Fall Pflicht, denn es geht eine leichte Steigung die Steinwand hoch. Ja ich habe nun mal ein paar Kilos mehr oder auch zu viel auf den Rippen und für mich war das schon echte Höchstleistung da hochzukommen. Aber was macht man nicht alles um schöne Bilder zu bekommen?
Ich war happy und so konnte es weiter gehen. Wir erkundeten noch ein bisschen die Gegend bevor es zum Treffpunkt zur Rezeption ging. Als Tagesziel hatten wir uns den Brandberg gesetzt, der in den Wochen vor unserer Abreise im Brennpunkt stand aufgrund des Löwenvorfalls. Im Forum gab es hierzu auch einige hitzige Diskussionen. Das Gebiet um den Brandberg war teilweise komplett für touristische Aktivitäten gesperrt worden. Aber zum Glück wurde die Warnung wieder aufgehoben vor unserem Besuch und so konnten wir uns von der Spitzkoppe aufmachen in Richtung Brandberg. Da wir absolut keine Fans der Campingplätze am Brandberg sind, entschlossen wir uns wieder auf der Westseite des Brandbergs an einer geeigneten Stelle ein wildes Camp aufzuschlagen. Die Fahrt ging über die D3716 und der D1930 (ja immer noch total unspektakulär) nach Uis und über das kurze Stück C35 auf die D2359 Richtung Parkplatz. Gerade die D2359 war diesmal in einem echt verheerend schlechten Zustand. Die hatte ich deutlich besser in Erinnerung aus 2017! Nach einer kurzen Trink- und Geocache-Pause ging es dann die Offroad-Piste direkt am Brandberg entlang. Ich liebe den Ausblick von dort und auch einige Zebras begrüßten uns, was unsere Neulinge zu ausschweifenden Hysterie-Anfällen über die Funkgeräte verleitete. Mit Schmunzeln musste ich an meine erste Afrika-Reise 2015 zurückdenken, als auch für mich jedes erblickte Tier ein Highlight war, sogar eine Impala. Mittlerweile aber hatte auch ich ein Impala-Tourette-Syndrom entwickelt, bei dem manchmal sämtliche Flüche über die Lippen kommen, wenn mal wieder eine Herde minutenlang die Straße versperrt, oder man beim Anblick eines Oryx denkt „LECKER!“. Äääähm ja ich bin nun einmal ein bekennender Fleisch-Fresser.
Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für unser Camp ging es immer weiter um den Brandberg herum, bis wir auf die Westseite gelangten und dort ein hübsches ebenes Plätzchen fanden. Der Aufbau gestaltete sich aber doch etwas schwieriger, da wie 2017 auch schon, doch ein ordentlicher Wind ging. Einige Leitern mussten sogar mit Wasserkanistern beschwert werden, damit die Zelte nicht hochklappten. „Ach der Wind hört sofort auf, wenn die Sonne untergegangen ist!“, schallte es durch das Camp, „war letztes Jahr auch schon so hier!“ Da wir aber alle einen mega Kohldampf hatten, musste ein Tisch als Windschutz für unsere Gaskocher herhalten. Da noch Kartoffeln vom Vortag übrig waren, kreierte unser Meisterkoch daraus FRITTIERTE! Kartoffelspalten mit Soße, Dips und Salaten. Bin ich aus Versehen auf der Vegetarier-Tour gelandet? Ich will Fleisch! Doch der Anblick des Sonnenuntergangs beim Abendessen machte das Fehlen des Fleisches wieder wett.
Sonnenuntergang, da war was. Achja der Wind sollte ja sofort aufhören, wenn die Sonne untergegangen war. Tja nur der Wind dachte sich wohl: „Hehe euch verarsche ich mal schön und puste die ganze Zeit weiter!“ So kam es, dass ich doch wieder die lange Hose aus dem Koffer kramen musste, denn es war richtig frisch geworden! Da halfen auch das wärmende Lagerfeuer und der Alkohol nicht groß. Alle verschwanden doch recht schnell in den Zelten und kuschelten sich in sämtliche Decken die vorhanden waren. Nachts schlichen auf jeden Fall Tiere durch unser Lager, denn man hörte immer wieder Geräusche und ein Quieken/Kichern. Ob es Hyänen waren kann ich nicht sagen, denn ein typisches Hyänen-Kichern war das nicht. Auch beim Ausblick vom Zelt durch das Netz sah man nichts. Trotz Neugier übermannte mich dann schließlich irgendwann die Müdigkeit und so ging ein weiterer Tag vorbei.
hallo Jessy, das sind aber ausgedehnte Ostertage - ich würde sagen der Mai ist gekommen und ich würde mich freuen, wenn es weiter ginge. Sonnige Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
und da hatte ich mich schon gefreut dass es hier weiter geht. 😗 Würde mich auch freuen, wenn du bald wieder ein bisschen Zeit finden würdest hier weiter zu schreiben. 🤪
Finde deine Reise mit so einer großen Gruppe sehr spannend.
Viele Grüße Caro
jazzicaThemenstarter83 Beiträge · seit 201610. Mai 2018 · #25
Hallo Hanne und Caro
das ist ja lieb von euch dass ihr meinen Reisebericht vermisst. Ja leider war ich die letzten Wochen durch eine schwere Krankheit außer Gefecht gesetzt und bin einfach nicht in der Lage gewesen weiterzuschreiben.
Aaaaaaber bin auf dem Weg der Besserung und kann hoffentlich nächste Woche wieder los legen. Hab doch noch so tolle Stories zu erzählen.
Da wünsche ich dir baldige Genesung , denn auch ich bin gespannt auf euere weiteren Erlebnisse. In so einer großen Gruppe zu reisen ist ja noch mal was ganz anderes.
LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
binca751'567 Beiträge · seit 201511. Mai 2018 · #27
Gute Besserung! Ich bin auch ganz gespannt, wie’s weitergeht.... Lieben Gruß Bianca
jazzicaThemenstarter83 Beiträge · seit 201616. Mai 2018 · #28
Ihr Lieben viiiiiiiiiielen Dank für eure Geduld!! Es geht mir mittlerweile wieder besser und habe es endlich geschafft, einen neuen Tag meinem Reisebericht hinzuzufügen. Viel Spaß damit!
Ich versuche nun wieder in regelmäßigen Abständen euch was Neues zu bieten 😁
Der Morgen am Brandberg fühlte sich komisch an. Die ganze Nacht hatte ich echt gefroren im Zelt und wünschte mir meine geliebte Wärmflasche aus Deutschland herbei. Hatte ich den Afrika-Urlaub nur geträumt, oder war ich wirklich hier? Nein ich lag tatsächlich in meinem Dachzelt am Fuße des Brandbergs und alles fühlte sich klamm und kalt an. Beim ersten vorsichtigen Blick aus dem Zelt heraus konnte ich auch verstehen warum: Nebel, überall Nebel! Vom Brandberg war weit und breit nichts zu sehen, von der Sonne erst gar nicht zu sprechen. Naja all das Motzen half nichts und so zwängte ich mich in die klammen Klamotten (bäääääh) und raus aus dem Zelt. Die ganze Truppe war schon wieder emsig auf den Beinen und bereitete den Frühstückstisch vor und unser Koch kümmerte sich um leckeres Rührei. Die Kaffeejunkies hingen an ihrem Kaffee und ich war froh über meine heiße Tasse Rooibos-Tee. Immerhin etwas um sich ein wenig innerlich aufzuwärmen.
Nach dem Frühstück liefen die Vorbereitungen für die nächste Tagesetappe. Es sollte in Richtung Doros Krater gehen, ist er doch auf der Tracks4Africa Karte mit einem fetten Stern gekennzeichnet. Muss ja wirklich etwas Sensationelles sein. Da wollten wir hin! Unser Navi-Team tüftelte eine schöne Strecke aus. Es sollte noch ein kleines Stückchen am Brandberg entlang gehen bis es in Richtung Westen zum Ugab ging. Danach durch den Ugab und über den Divorce-Pass zum Doros-Krater. Wie immer lagen Theorie und Praxis mal wieder weit auseinander. Aber alles der Reihe nach.
Während die Zelte zusammengeklappt und das Camp picobello aufgeräumt wurde, lichtete sich tatsächlich so langsam der Nebel und der Brandberg kam hinter der weißen Wand hervor. Echt ein faszinierendes Schauspiel! Auch die Sonne kämpfte sich so langsam durch die Nebeldecke und sofort wurde es merklich wärmer und die Sweatjacke konnte wieder in den Koffer verbannt werden.
Vor Abfahrt überprüfte jeder noch schnell sein Auto und dann konnte es losgehen. Immer weiter am Brandberg entlang durch eine traumhafte Stein-Landschaft schlängelte sich unsere Kolonne die kleinen Hügel rauf und runter. Hier und da ließen sich ein paar Gazellen blicken, sehr zur Freude unserer Neulinge, die sehnsüchtig auf typische Afrika-Tierchen warteten. Dabei hatten wir extra im Vorfeld darauf hingewiesen, dass bei der Kaokoveld-Tour definitiv die Landschaften im Vordergrund stünden, nicht die Tiere. Aber da mussten wir uns selber an die eigene Nase fassen, denn vor drei Jahren bei unserer ersten Namibia-Tour waren wir doch genauso. Deswegen konnten wir sie auch gut verstehen und hielten brav bei jedem Tierchen an, damit fleißig Fotos geschossen werden konnten.
Nach gut eineinhalb Stunden erreichten wir dann die Abzweigung zum Ugab. Endlich eine anspruchsvollere Piste mit Tiefsand und über Stock und Stein erwartete uns. Jipiiiie! Bevor der Spaß aber losgehen konnte, wurden unsere Neulinge erst noch einmal instruiert wie man sich auf so einer Piste in einer Kolonne zu verhalten hat. Genügend Abstand halten, aber nicht den Kontakt zum Vordermann verlieren, an schwierigen Stellen gibt der Vordermann per Funk Bescheid, wann das nächste Auto die Stelle passieren kann, an Auffahrten warten bis der Vordermann den Berg komplett rauf ist, die Neuen fahren in der Mitte usw. Dass das noch nicht ganz so gut klappte, sollte sich bald schon zeigen.
Am Anfang der Strecke erwartete uns eine schöne Tiefsand-Piste mit ausgetrockneten Elefantenköteln übersät. Hier war aber scheinbar leider schon länger kein Elefant mehr unterwegs. Die Piste meisterten alle bravourös bis der Funkspruch kam, dass der hintere Teil der Kolonne in einer Sackgasse steckte. Wie Sackgasse, wir vorne fuhren doch alle ganz normal? Ein Auto hatte wohl den Kontakt zum Vordermann verloren, ist in eine falsche Spur geraten und steckte nun in einer Sackgasse mit dem Rest der Kolonne fest, die natürlich dem falsch fahrenden Fahrzeug folgten. Na toll, also mussten zwei Autos zurückfahren und unsere verloren gegangenen Schäfchen wieder einsammeln. Das gelang uns doch ziemlich schnell und so konnte es auf dieser genialen Piste weiter gehen. So viel Spaß beim Autofahren hatte ich schon lange nicht mehr. Ich bin halt eine kleine Pistensau! Geniale Streckenabschnitte durch hohes Gebüsch, enge Durchfahrten mit riesigen Steinen links und rechts, Hüfel rauf, Hügel runter, über Stock und Stein, kleineren Pfützen, Tiefsand … alles was ein 4x4 Herz so begehrt.
Obwohl die Streckenführung meistens doch sehr eindeutig war, sollte man sein GPS trotzdem nicht aus dem Auge verlieren, denn zack standen wir vor einer großen Pfütze. Wir hatten tatsächlich die einzige größere Wasseransammlung im ganz Ugab gefunden. Zumindest hatten wir das Gefühl. Nach intensivstem Auslosten der Wassertiefe und Durchfahrbarkeit, stand fest, dass das sehr kompliziert werden würde. Aber wir waren schon so weit gekommen und sich jetzt von einer Pfütze aufhalten lassen? Einfach umdrehen und wieder zurückfahren? Es doch riskieren und dann aussichtslos steckenbleiben? Tja hätten wir doch früher auf unser GPS geschaut, denn unsere Navigatorin Jana stellte fest, dass wir ein wenig abseits der eingezeichneten Piste waren. Es gab eventuell doch noch einen anderen Weg weiter? Aber wir hatten alle eindeutig keine Abzweigung oder einen weiteren Weg gesehen, als den auf dem wir fuhren. Versuchen wollten wir es auf alle Fälle und so ging es zu der Stelle zurück, an der wir laut dem GPS wieder richtig waren. Dort angekommen, sahen wir aber trotzdem keinen weiteren Weg. Links von uns Geröll, über das wir unmöglich fahren konnten, rechts von uns die Piste, die zum Wasser führt und vor uns nur hohes Gras. Na toll! Trotzdem war aufgeben keine Alternative und so machten sich zwei wagemutige Autos vor und tasteten sich durch das hohe Gras. Und tatsächlich tauchte nach ungefähr 6 Metern wieder eine Piste auf. Tadaaaaa!! Hier scheint wohl auch schon länger keiner mehr durchgefahren zu sein. Egal wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Auch in diesem Streckenabschnitt waren viele Elefantenhaufen zu sehen, aber weit und breit keiner. War einfach viel zu trocken zu der Zeit.
Nach über drei Stunden kamen wir zur Abzweigung zum Divorce-Pass. Doch schon beim Anblick der „Ausfahrt“ aus dem Ugab kam bei einigen Neulingen nur ein aufgeregter Schrei von den Lippen: „DA sollen wir hochfahren?!“ Ja ok die Auffahrt ist teilweise etwas steil und steinig, aber mit einem guten 4x4 und ein bisschen Erfahrung eigentlich schon zu schaffen. Achso Erfahrung, da hapert es ja bei einigen. Also beschlossen wir, dass zwei Erfahrene mit einem Auto die Auffahrt hochfahren und einmal testen. Ging alles ganz gut, wenn man auf die spitzen Steine aufpasste. Aber unsere Neulinge weigerten sich partout zu fahren. Kurz kam noch die Idee auf, dass wir jedes Auto von einem Erfahrenen hochfahren lassen. Aber das kam uns dann doch zu umständlich vor und wir wussten ja nicht wie die Piste oben weiter verläuft, wir kannten diese ja noch nicht. So wurde kurzerhand die Planung umgeschmissen und wir fuhren die kurze Sandpiste weiter zum Ugab Rhino Camp. Von dort aus sollte es am nächsten Morgen dann weiter die Piste Richtung Twyfelfontein gehen.
Im Camp erst einmal angekommen, richteten wir uns erst einmal wieder gemütlich ein und bauten unsere Tafel unter einem schönen Baum auf. Das Ugab Rhino Camp ist wirklich schön gelegen mitten im Ugab und hat trotz seiner Einfachheit seinen Charme. Zum Essen gab es endlich mal keine Kartoffeln, sondern Nudeln mit heller Soße und Thunfisch. Wieder kein Fleisch *grmml* Aber unser Koch machte trotzdem einen super Job. Alles schmeckte deliziös und jeder wurde satt. Das ist das Wichtigste! Den Abend verbrachten wir unter einem atemberaubenden Sternenhimmel und lecker kalten Getränken. Seeeehr kalten Getränken um genau zu sein. Denn zwei Kühlungen liefen wohl zu gut und ließen den Inhalt gefrieren. Aber so ein nächtliches Cola-Eis hatte auch was. Glücklich und groggy gingen die meisten dann nach und nach in ihre Zelte.
vielen Dank, dass du wieder weiterschreibst. Ich hoffe dies ist ein Zeichen dafür, dass es dir wieder besser geht!!!
Ich finde es total interessant über eine Reise mit so vielen Personen zu lesen. Bin mir nicht sicher, ob es was für mich wäre, aber super spannend ist es auf jeden Fall. 🙂
Viele Grüße Caro
jazzicaThemenstarter83 Beiträge · seit 201607. Juni 2018 · #30
08.02.2018 Ugab Rhino Camp – Mowani Mountain Camp „Hat der Doktor schon wieder sein Auto geschrottet?! „
Der Morgen im Ugab Rhino Camp verlief ruhig. Frühstück machen, aufräumen, abspülen, Zelte abbauen, Autos checken, alles lief wie am Schnürchen und so waren wir bald fertig für die nächste Tagesetappe. Was war ich froh mit dieser tollen Truppe unterwegs zu sein. Man hatte ja vor jeder Tour so seine Bedenken, wie denn die unbekannten Leute so seien, und ob sie in die Truppe passten. Da kam man nicht vorbei an „Hummeldumm“ zu denken. Nur dass es dort nur neun Personen waren und wir halt 22. Aber alle Bedenken waren zum Glück unbegründet. Die Truppe passte super zusammen und wuchs jeden Tag mehr und mehr zusammen.
So ganz hatten wir das Ziel Doros Krater noch nicht aufgegeben und so wurden die Karten studiert nach einer geeigneten Route. Und tatsächlich fanden wir im GPS eine Pad, die direkt zum Krater führte und auf den Tracks4Africa Karten nicht eingezeichnet war. Die Abzweigung dorthin befand sich ca. auf halber Strecke nach Twyfelfontein. Das wollten wir auf alle Fälle ausprobieren! Die Route stand, das Camp war aufgeräumt, die Kolonne konnte losrollen!
Da ich am vorherigen Tag nicht gefahren bin, freute ich mich umso mehr auf eine etwas anspruchsvollere Piste. Sie war zwar nicht allzu lang, aber Spaß hatte es trotzdem gemacht. Vom Camp aus ging es am Schild „Twyfelfontein“ auf sehr steiniger Piste durch die Berge. Ja unsere Norddeutsche bezeichneten dies tatsächlich als Berge, für mich als Bayerin waren dies doch mehr nur kleine Erhebungen. Trotz der vielen spitzen Steine und engen Passagen waren auch dort kein einziger Reifenplatzer oder Reifenpanne zu verzeichnen … dachten wir zumindest bis zu dem Zeitpunkt noch. Das Ugab-Tal ließen wir hinter uns und genossen wieder die endlose Weite Namibias. Perfekte Kulisse für ein Gruppenfoto.
Der Abzweig Richtung Doros Krater war auch kein Problem und die Pad dorthin war auch ohne Probleme zu befahren. Alles lief super bis von Team 7 der Funkspruch kam, dass sie Probleme mit einem Reifen hätten und starker Gummigestank in der Luft läge. Nicht schon wieder Team 7. Das ist das Auto mit unserem geliebten Doktor. Der Doktor (ja er ist wirklich Frauenarzt), der die letzten 3 Jahre schon mehrfach sein Auto demoliert oder geschrottet hatte. Nur war diesmal der große Unterschied, dass wir mitten im Nichts waren, weit entfernt von einer Werkstatt. Also eine geeignete Stelle gesucht und unser Tech-Team hatte seinen ersten Einsatz. Der Rest nutzte die Gelegenheit für eine schöne Mittagspause in der prallen Sonne und unser Kochteam servierte uns kleine Snacks auf dem Spaten.
An der Technik-Front war die Diagnose ziemlich schnell klar. Der Doktor muss wohl irgendwo mit dem Reifen gegen einen Stein gedonnert sein, sodass sich der Sturz verstellt hatte und sich deshalb ein Teil langsam in den Reifen fräste. Wäre wohl nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis der Reifen komplett geplatzt wäre. Unser Tech-Team gab sein Bestes, doch so einfach lies sich das nicht reparieren. Da musste eine Werkstatt her. Doch was tun? Das Auto stehen lassen? Versuchen mit dem Auto irgendwie bis Twyfelfontein zu kommen und eventuell in Kauf nehmen, dass einige Reifen verschlissen werden, weil diese nach und nach aufgeschlitzt werden und platzen? Nach Rücksprache mit unserer Autovermietung, zu der wir zum Glück einen sehr guten Draht haben, sollten wir versuchen schnellstmöglich nach Twyfelfontein zur Country Lodge zu gelangen, um dort einen Mechaniker zu treffen, der sich das Ganze anschauen würde.
Das hieß leider natürlich auch, dass der Doros Krater für uns gestorben war und wir auch unsere Übernachtung anders planen mussten und so wurde kurzerhand noch die Mowani Mountain Campsite gebucht. Das konnten ja lustige Kilometer werden mit einer tickenden Zeitbombe in der Kolonne. Doch meckern nutzte nichts, der betroffene Reifen wurde noch gewechselt und ab ging es in Richtung Twyfelfontein. Gefühlt waren dies die längsten Kilometer unserer ganzen Reise. Alle hofften, dass der Reifen irgendwie durchhielt und der Schaden nicht noch größer werden würde. Die Strecke an sich ist ja zum Glück alles in allem recht unproblematisch und ohne kritische Stellen.
Einen wichtigen Stopp mussten wir trotzdem vorher noch einlegen. Naja ok es waren vier kleinere Stopps. Unsere Geo-Cacher spielten verrückt, bei der Fülle an Caches in der Umgebung. Die bekanntesten sind wohl der Cache bei den Organ Pipes und dem Burnt Mountain. Aber auch nach dem zweiten Besuch nach 2015 fand ich die Organ Pipes immer noch nicht spannend. Ja sie waren ganz nett anzusehen und sind von der Geologie her bestimmt auch sehr spannend, aber mehr als einmal muss man da echt nicht hin.
Viel wichtiger war trotzdem, und da waren wir alle sichtlich erstaunt, dass unser Problemauto bzw. unser Problemreifen immer noch durchhielt und auch heile in Twyfelfontein ankam. Wie mit unserer Autovermietung vereinbart, wartete bereits der Mechaniker an der Country Lodge auf uns. Doch anstatt sich das Auto anzugucken, wurden nur schnell Nummern ausgetauscht und auf den nächsten Tag vertröstet. Wir sollten doch am nächsten Morgen gleich um 8 Uhr zur Lodge kommen. Von dort aus würde er mit uns die 1-2 Kilometer zur Werkstatt fahren. Na gut, wir hatten eh keine große Hoffnung, dass der Schaden schnell repariert werden könnten und so fuhren wir zur Mowani Mountain Campsite um den Abend wenigstens noch in vollen Zügen genießen zu können. Wir bekamen gleich Campsite Nr. 1 mit dem großen Unterstellplatz und so konnten wir dort perfekt unsere große Tafel aufbauen. Zum Abendessen entschieden wir uns für einen leckeren Butternut-Eintopf. Wir hatten unseren Koch noch gewarnt, dass Butternut kochen für 22 Personen sehr lange dauert auf den Gaskochern und er doch was „Schnelles“ machen sollte, weil alle schon Kohldampf schoben. Aber er wollte Butternut machen und bei allen setzte nach und nach das Magengrummeln immer lauter ein. Das endete dahingehend, dass wir unseren heißgeliebten Kabanossi und Biltong Vorrat plündern mussten, um wenigstens für kurze Zeit was im Magen zu haben. Die Damen des Hauses erfanden derweil eine Sportart: Butternut-Tennis mit Pfannen. Wir sind sicher, das wird irgendwann einmal olympisch! Die Sonne war schon längst untergegangen als das Essen endlich serviert werden konnte …