Okonjima - Windhoek war eine lockeres Vormittagsprogramm inklusive soukmässig gefeilschter Einkauf von schönen Holzschnitzereien in Okahandja. Dann fuhren wir direkt in unser Gästehaus um dort noch die restlichen Esswaren als picnic zu Mittag zu verzehren, die Zimmer zu beziehen und die Autos auszuräumen. Erst danach fuhren wir zu Savanna um die Fahrzeuge vor 16.00 Uhr wie vereinbart zurückzubringen. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Geld ausgeben im Craft Market und Appetit sammeln für das Abschiedsessen mit unseren Freunden.
Savanna Autovermietung / Fahrzeuge und AusrüstungFür die diese Route wollten wir die tauglichsten und komfortabelsten Fahrzeuge. Ich wollte zudem unbedingt den Land Cruiser mit dem V8er 4.2l Diesel-Motor. Die Erfahrungen anderer Fomis mit diesem LC bushcamper bestärkten mich. Wir mieteten also 2 x die bushcamper Version für die Ehepaare und 1x die LC Camp Version mit zwei Dachzelten und dem Aufbau mit Schubladensystem für die Familie.
Alle waren begeistert von der Performance. Es ist das Mehrgeld wert, es gibt nichts aussetzen. Ausser ein Detail: Der Rückspiegel auf der Fahrerseite sollte über eine Verlängerung verfügen, denn die Sicht nach hinten ist durch das auf dieser Seite angebrachte 2. Reserverad sehr eingeschränkt.
Alle Reifen kamen heil und ohne jegliche Reifenpanne retour. Die Stabilität auf Asfalt und Schotter ist sehr gut. Der LC camp ist auch für eine 5-köpfige Familie ausreichend gross.
Die Campingausrüstung im bushcamper ist etwas umfangreicher, generell aber ähnlich in beiden Ausführungen. Warmwasser-Aussendusche und Solarpanel hat nur der bushcamper.
Ausser ein paar Tupperwares, einer non-stick Bratpfanne für nicht anklebende Rühreier und Badetücher (sind nicht inkl. im Bettwäsche-Set) kauften wir nichts dazu. Die Bettwäsche: Laken für die Matraze, Schlafsack, Kopfkissen und eine warme Decke gabs extra zu mieten für N$15 pro Tag/Person/Set.
Der grosse Kühlschrank im Bushcamper muss explizit zum voraus bestellt werden, sonst bekommt man nur den normalen 40l. Im LC Camp hat es eh nur Platz für den 40l. Bei Dreierbelegung im Dachzelt ist es wichtig das breite 1.60m zu buchen, normal nur 1.30m. Das vergass ich und kurzfristig war kein breites Zelt verfügbar. So schlief der Jüngste auf einer Schaumstoff-Matratze, welche geistesgegenwärtig kurz vor Abfahrt noch verlangt wurde, im "Premium Einzelzimmer" auf der Rückbank, denn drei Kinder im normalen Dachzelt geht nicht.
Die Solarzellen laden die 2. Batterie und damit wird der grosse Freezer/Fridge sowie ein 12V-220V converter gespeist. Man kann also alle elektronischen Geräte und Batterien direkt mit 220V aufladen.
Der LC Camp begann die Reise mit 15'000km und die beiden bushcamper mit 38'000 bzw. 49'000km. Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch lag bei 14.8l/100km.
Die absolut notwenigen Funkgeräte für solch eine Tour mit mehreren Fahrzeugen mieteten wir nicht von Savanna, sondern durften die Geräte unseres Freundes benutzen. Wichtig ist einen Octopus 12-V Adapter mitzuführen denn Navi und Funkanlage schliesst man am Zigarettenanzünder an. Und davon gibts nur ein Anschluss im Wageninnern.
Savanna - Erreichbarkeit und Abwicklung/Kulanz bei Problemen 1. Problem - KühlschrankAm Dienstag nach dem Grosseinkauf in Windhoek kühlte unser volles Gefrierfach schlecht, darum hängten wir in Tamboti den Kühlschrank vorsichtshalber über Nacht ans 220V Netz per Stromkabel. Am Mittwochmorgen zeigte das Display -13 Grad C. Wunderbar. Nach der Fahrt am Ende dieses Tages stellte ich jedoch auf Camp Gecko fest dass unser Gefrierfach erneut nicht kühlt, die andere Seite des Kühlschranks schien ebenfalls wärmer. René, der Besitzer von Camp Gecko kennt sich in elektrischen Sachen aus und zusammen mit Max suchten sie die mögliche Ursache indem sie alle Anschlüsse Kabel, Voltien, Displays, Schaltungen, Sicherungen, etc. kontrollierten. Das Problem musste am Kühlschrank liegen, denn alles andere schien perfekt zu funktionieren.
Noch am selben Mittwoch rief ich von Camp Gecko aus die Savanna Mechanics hotline an und Heinz Geschke verstand die Sachlage und versprach eine Lösung zu finden bis am nächsten Morgen.
Am Donnerstagmorgen verzögerten wir die Abfahrt von Camp Gecko weil wir unbedingt die Antwort von Savanna wollten bevors losging. Der wifi corner kam gerade richtig um die Wartezeit zu überbrücken und doch jederzeit startklar zu sein.

Savanna schlug vor uns mit Courier einen Ersatzkühlschrank nach Swakopmund zu senden und wir sollen diesen am Freitagmorgen beim Courier abholen, dort den defekten ausbauen und auf demselben Weg retoursenden. Das konnten wir alles planmässig am Freitag erledigen, denn wer Swakopmund kennt weiss dass dort am Wochenende die Gehsteige hochgeklappt werden. Wir wollten keinen Reisetag verlieren. Nach einem kleinen Umweg in einem Elektronikgeschäft weil die Kabel der beiden Kühlschränke verschieden waren, konnten wieder die Esswaren umgeladen werden und Grünzeug bei Fruit and Veg gekauft werden. Schade war jedoch dass Max und ich nicht an der Eco Dune Tour mit Batis Birding teilnehmen konnten und der Nachteil wir bekamen einen kleinen 40l Kühlschrank ohne Gefrierfach. Somit blieb unsere gefrorene Ware im anderen Auto für den Rest der Reise.
2. Problem BremsleitungAuf der C39 begann mir kurz vor einer Anhöhe auf dem Weg nach Palmwag plötzlich die Warnanzeige der Bremse on and off am Display zu erscheinen. Handbremse war voll gelöst, Max meinte es sei wohl irgendwo etwas Staub an einen Sensor gekommen. Als wir Palmwag erreichten fuhren wir zuerst zur Tankstelle und da legte sich Max unters Auto und stellte fest dass Bremsflüssigkeit ausfloss. Zwischen der Tankstelle und der Lodge versagten die Bremsen komplett.
Die Palmwag Lodge ist besitzt eine recht grosse Garage mit workshop, die Mechaniker machten sich sofort an die Arbeit, bauten die Leitung aus, schweissten sie und bauten sie wieder ein. Max verpasste den sundowner noch so gerne, wir hatten wieder Bremsen!
3. Problem nochmals BremsleitungAuf dem letzten Viertel der Strecke von Olifantsrus nach Okaukuejo versagten die Bremsen erneut, das Pedal ging durch bis zum Boden. Zum Glück war es topfeben. Wir fuhren langsam und vorsichtig weiter wegen den Tieren. Einmal musste Max ganz drastisch runterschalten und die Handbremse ziehen weil ein Springbok aus dem nichts genau vor uns kreuzte. In Okaukuejo fuhren wir an die Tankstelle und dort hiess es dass in Okaukuejo nicht mal platte Reifen repariert würden. "No" war keine Option und Max insistierte so lange bis telefoniert wurde und ein Mann in einem BMW heranfuhr. Mr. X am Steuer sagte nur "follow me". Durch ein do-not-enter Tor gings in dieses Areal.

Nach dem Befund wurde mit dem handy von Mr. X die Savanna Mechanics Emergency Nummer angerufen und die Sachlage erklärt, nein dies sei kein workshop und keine Toyota Garage. Dann fragte Mr. X plötzlich in die Leitung ob er schweissen oder eine neue Bremsleitung einbauen soll. Ersetzen war die Antwort, Max war auch dafür. Aber woher das Ersatzteil nehmen? Nach wenigen Minuten materialisierte sich eine offensichtlich nicht neue aber intakte Bremsleitung und Mr. X baute diese ein. Wieviel Max bereit sei zu bezahlen, das letzte Mal habe es Bremsflüssigkeit inklusive N$210 gekostet. Mr. X schlug 400 vor, und beide waren einverstanden. Die defekte Bremsleitung konnten wir nach Windhoek mitnehmen.
Savanna erstattete uns alle Auslagen und erst noch 50% des verpassten Ausfluges in Swakopmund mit einer Gutschrift auf unsere Kreditkarte. Gemäss AGB's wären sie dazu aber nicht verpflichtet, wir finden diesen Goodwill sehr entgegenkommend.
Fazit: Es kann immer etwas schiefgehen, wichtig ist dass der Vermieter erreichbar ist und konkrete und rasche Hilfe anbietet und dass man selber Initiative zeigt. Wer etwas von Mechanik versteht ist klar im Vorteil, denn nicht jeder wüsste auf Anhieb beim inspizieren woher die Flüssigkeit ausfliesst wenn er in unserer Lage gewesen wäre. Max's Kenntnisse haben uns schon oft aus mechanischen Misslagen gerettet, gerade weil er promt eine Diagnose zu stellen vermag, dazu seine latino-Verhandlungskunst und genügend Gelassenheit und Ruhe in einer kniffligen Situation passen perfekt in Afrika.
Gerne beantworte ich Fragen! Danke fürs miteisen und mitlesen!
Wünsche allen auch weiterhin gute pad auf euren Reisen durch Afrika.