Massengemetzel unter Elefanten im Chobe

52 Antworten · 7'220 Aufrufe · gestartet 01. Sept. 2016 von Swakop1952
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Gast06. Sept. 2016 ·
Manche haben also kein Problem damit, einen unschädlich gemachten Straftäter gleich am Tatort zu liquidieren. Der Herr Präsident hat’s ja erlaubt. Soll sich jeder sein Teil dazu selber denken.
Aber was ist mit Kollateralschäden? Wenn zuerst geschossen und erst dann geschaut wird, sind diese unausweichlich. Der Bauer der die davongelaufene Kuh sucht, die Fischer, die Schilfschneiderinnen, etc…. Pech gehabt? So wie die beiden Zimbabwier mit italienischen Wurzeln in Mana Pools vor ein paar Monaten? Mausetot durch friendly fire. Einfach blöd gelaufen? Und wie wird das für Touristen sein, die nicht da sind, wo sie nicht sein sollten, weil sie sich verfahren haben oder wegen einer Panne Im Busch kampieren? Da wird seitenweise über die Sicherheit am Parkplatz von Spar diskutiert, aber das soll egal sein?
Grüße
2'338 Beiträge · seit 200706. Sept. 2016 ·
Lieber Leser, du schriebst:
Aber was ist mit Kollateralschäden? Wenn zuerst geschossen und erst dann geschaut wird, sind diese unausweichlich. Der Bauer der die davongelaufene Kuh sucht, die Fischer, die Schilfschneiderinnen, etc…. Pech gehabt? So wie die beiden Zimbabwier mit italienischen Wurzeln in Mana Pools vor ein paar Monaten? Mausetot durch friendly fire. Einfach blöd gelaufen? Und wie wird das für Touristen sein, die nicht da sind, wo sie nicht sein sollten, weil sie sich verfahren haben oder wegen einer Panne Im Busch kampieren?
😁 😁 😁
Nein, nein, so schnell wird in Botswana nicht geschossen, sonst wären wir nämlich bereits tot.

Vor einigen Jahren sind wir mal die Hunters Road gefahren, die ja bekanntlich in Grenznähe zu Zimbabwe verläuft. Da mein Mann im Augenwinkel plötzlich im letzten Moment Leute entdeckte, die sich im Gebüsch versteckt hatten, trat er auf die Bremse. Es kamen dann ein paar Soldaten auf uns zu, die uns freundlich grüssten. Sie erklärten uns, dass sie wegen Wilderern aus Zimbabwe auf der Lauer liegen, aber wir seien ja offensichtlich harmlose Touristen und es sei vollkommen in Ordnung, dass wir hier durchfahren.

Die schauen also schon, bevor sie schiessen. Mit Wilderern hingegen machen sie kurzen Prozess, das haben sie uns bestätigt.

Viele Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Gast06. Sept. 2016 ·
Danke Erika, Touristen haben es immer besser 😗 .....
in BW-Medien ist aber hin- und wieder zu lesen, dass die Landbevölkerung es nicht so toll findet, von der BDF beschossen zu werden. Seit 2014 hat sich die Situation ja auch etwas verändert. Es gilt jetzt absolutes Jagdverbot auf Staatsland, Ansuchen für Subsistenzjagd werden generell abgelehnt. Seitdem ist die Anzahl von frei gegebenen Zielen exponentiell gestiegen, siehe z.B. der Beschuss von Buschleuten in der Kalahari, scheint aber niemanden zu stören
Grüße
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2016
Gast06. Sept. 2016 ·
Nachtrag zu Vorletzt:
Falls jemand an sachlichen (über den beschränkten Horizont des Swakopmunder Biertisches hinausgehende) Argumenten pro und contra „shoot on sight“ usw. interessiert ist, findet hier eine gute Auseinandersetzung mit dem Thema:
https://www.quora.com/Should-poachers-be-shot-on-sight

Grüße
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2016
857 Beiträge · seit 201406. Sept. 2016 ·
Hallo,
klar, abschiessen, sind ja nur Schwarze.. Tiere sind ja viel wichtiger.. *wer Sarkasmus findet...*
Worauf Leser immer wieder hinweist: Gerade Botswana, eigentlich ein stabiler, guter Staat für das südliche Afrika, geht mit den San / KhoiKhoi / wie auch immer sehr schlecht um. Die verlieren ohne Jagd ihre komplette Kultur, alles in ihrem Bewusstsein gründet darauf. Die werden auch erschossen / beschossen.
Und sorry, wir in Deutschland haben Erfahrungen mit Tötungen ohne rechtsstaatliches Verfahren.. bald erschiessen wir wieder jeden, der nicht passt .. (Fleischesser)? *Sarkasmus und überspitzt*
Natürlich sollen sich die Ranger nicht selbst abknallen lassen, aber shoot-to-kill ist nicht rechtsstaatlich. Und die Gefahr, erschossen zu werden, nicht hinreichend, um die Wilderer zu stoppen. Die armen Säue haben nichts! Du findest überall 20 Leute, die für ein paar Dollar alles machen. Geh in die nächste Shebeen, ob Namibia, Botswana, Zambia, Zimbabwe.
Gruß
Alex
PS: Leser, danke für den Link!
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2016
3 Beiträge · seit 201607. Sept. 2016 ·
Daran verdient auch die regierung. Leider. Sie rotten sich selbst aus.
Themenstarter2'664 Beiträge · seit 201208. Sept. 2016 ·
Nach den Tieren vergiftet man in Zimbabwe nun auch die Menschen in den Parks wie in Mana Pools wo 5 Wildhüter an mit Zyankali vergiftete Wasser gestorben sind. Jetzt sollte man wirklich anfangen, Wilderer zu wildern: shoot to kill ohne Gnade.
Gast08. Sept. 2016 ·
Was geschah in Mana Pools?
RANGER "POISONING" IN MANA POOLS - UNTRUE. PLEASE NOTE THE FOLLOWING STATEMENT ISSUED TODAY BY THE ZAMBEZI SOCIETY:-
"The Zambezi Society has now had confirmation that the original "Ranger cyanide Poisoning" report is false and possibly a confusion of two separate incidents. Four National Parks rangers were on patrol in Mana Pools and went out of communication range for a while, resulting in a flurry of rumours. However, today they have confirmed that they are safe and unharmed and are currently being uplifted by vehicle at the end of their duty. A separate incident elsewhere in the Zambezi Valley involved members of the nearby community being chased by an anti-poaching patrol, with one of them being injured when fleeing. Please do not spread the incorrect media report. The Zambezi Society is now waiting for an official statement from Zimparks on this confusing and alarming story."

laut: https://www.facebook.com/groups/7834935459/
1'335 Beiträge · seit 200609. Sept. 2016 ·
Dass es Wilderei auch im südlichen Afrika gibt, ist bekannt und damit auch bewiesen.

In einem ähnlichen Thread habe ich auch schon darauf hingewiesen.
http://www.namibia-forum.ch/forum/12-tiere-und-pflanzen/290288-namibia-will-elfenbeinhandel-legalisieren.html

Dass dann Fomis Wilderei und dessen Einfluss auf Bestandszahlen kleinreden und die Bedeutung in den Osten Afrikas lokalisieren, hilft nicht.
Auch in Namibia, Süd-Afrika, Botswana, Zambia und Zimbabwe etc. muss die Reflexion einsetzen, dass es auch bei "uns" Wilderei gibt und Einfluss auf Bestandszahlen hat!
Dass eine mögliche Legalisierung des Elfenbeinhandels, die Wilderei fördern wird, ist logisch!

Ich zitiere aus dem anderen Thread einen in Namibia lebenden Menschen:
"Elefantenbestände durch Wilderei dezimiert werden das ist vor allem in Ostafrika der Fall. Im südlichen Afrika bzw. insbesondere in den genannten Staaten hat die - durchaus vorhandene - Elfenantewilderei kaum einen Einfluss auf den immensen Bestandszuwachs."
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857 Beiträge · seit 201409. Sept. 2016 ·
Hallo Riedfrosch,

Du kannnst "Fakten" (die keine sind) so oft wiederholen, wie Du willst, wahrer werden sie nicht! Ja, es gibt Wilderei, und nein, sie gefährdet nicht die Elefantenbestände in BOT, NAM!

Das Thema "Mensch" und "Tier/Natur" ist so komplex, dass Du mit einfachen Parolen und der Konzentration auf eine Tierart nicht weiterkommst. Und wo im südlichen Afrika sind Elefanten bitte gefährdet als Art? In Botswana und Südafrika sind die Populationen in den Schutzgebieten teilweise schon zu groß (das hat Auswirkungen auf andere Tierarten, die gefährtdet sind und nicht ständig von "Naturschützern" wie dem WWF plakatiert werden). Die Bestände in Namibia haben sich, auch bei Wüstenelefanten, erholt.

Dass möglichst die Nachfrage im Nahen und Fernen Osten gesenkt werden muß, durch Aufklärung, Information, ist klar. Eine geregelte Jagd und evtl. Elfenbeinhandel ist aber nicht per se schlecht. Bei Drogen hat eine absolute Verbotspolitik und Kriminalisierung übrigens auch wenig gebracht, eher geschadet.
Aber die Bestände (Arten-, nicht Tierschutz!) der Elefanten sind nunmal in Botswana, Namibia, und Südafrika nicht gefährdet.
Im Gegensatz zu Löwen, Wildhunden, Nashörnern, zig anderen Tieren. Oder den Waldelefanten weiter nördlich. Oder Steppenelefanten im Osten/Norden.
Gruß
Alex
246 Beiträge · seit 201509. Sept. 2016 ·
Alex_Muc schrieb: evtl. Elfenbeinhandel ist aber nicht per se schlecht. Bei Drogen hat eine absolute Verbotspolitik und Kriminalisierung übrigens auch wenig gebracht, eher geschadet.
Hallo Alex,
bekanntlich ist nicht alles, was hinkt, auch ein Verlgeich. Ich will nicht tiefer in die Frage der Kriminalisierung von Drogen einsteigen, aber selbst wenn man deine Auffassung dazu teilen wollte, muss man auf die jeweilige Ware abstellen. Drogen sind eine prinzipiell unbegrenzt verfügbare Ware, Elfenbein ist das nicht. Es gibt überhaupt nicht so viel Elfenbein, dass damit die (wachsende!) asiatische Nachfrage bedient werden könnte. Unter diesen Rahmenbedingungen schafft eine begrenzte Handelserlaubnis allenfalls Schlupflöcher (trotz DNA-Tests) für illegale Aktivitäten und erhöht außerdem weiter die Nachfrage (weil auch angeblich oder tatsächlich legale Ware verfügbar wäre); siehe Walfischfleisch, welches oft falsch etikettiert in den Handel kommt.
Gruß Flotho
857 Beiträge · seit 201409. Sept. 2016 ·
Hallo Flotho,
deshalb das "evtl.". Ich maße mir nicht an, die perfekte Lösung zu besitzen.. aber die Lösung ist auch nicht so einfach, wie oft dargestellt - incl. Schreckensmeldungen, wo (relativ) wenig Schrecken ist. Das zieht nur Aufmerksamkeit aus anderen, vielleicht dringenderen Themen ab..
Gruß
Alex