Vertreibung von ca. 40 000 Massai?

22 Antworten · 4'858 Aufrufe · gestartet 18. Nov. 2014 von freshy
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Themenstarter3'883 Beiträge · seit 201118. Nov. 2014 · #1
http://www.n-tv.de/panorama/Tansania-soll-40-000-Masai-vertreiben-wollen-article13987616.html

Böses Ansinnen!!!

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
8'054 Beiträge · seit 200818. Nov. 2014 · #2
Hallo Freshy,

Solche Leute verderben die ganze Welt....... 😣

Zum Glück gibt es noch einige Organisationen die da reagieren. 😎

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
1'162 Beiträge · seit 201218. Nov. 2014 · #3
das ist nicht nur ein böses Ansinnen, sondern wahrscheinlich bald sogar Realität. Wie immer: Geld regiert die Welt, und die reichen Araber kaufen sich ganz einfach ein, und es gibt Leute, die lassen sich kaufen. Respekt vor der Natur hatten diese (arabischen) Länder bislang kaum, und einige afrikanische verlieren diesen Respekt zu Gunsten von kurzfristigem Profit . Vielleicht gibt es Gegenströmungen, hoffen wir es.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
3'700 Beiträge · seit 200919. Nov. 2014 · #4
Hallo,

leider ist nicht immer alles so einfach zu beurteilen.
Meines Erachtens kann man die Situation der Masai nicht mit der Lage der Buschmänner in der Central Kalahari vergleichen. Die Masai greifen mit ihren stetig wachsenden Viehherden tief in das Ökosystem ein.

In den Augen der Masai ist auch der Serengeti Nationalpark nur eine Spielwiese für reiche ausländische Menschen. Wenn es nach der Mehrheit dieser Menschen geht, gäbe es keine Nationalparks und keine Conservation Areas in Nordtansania. Dieses Land benötigen sie viel dringender als Weidefläche für ihre stetig wachsenden Viehherden.

Die Loliondo Game Controlled Area existiert schon viele Jahre nordwestlich angrenzend an die Serengeti und an die kenianische Grenze. Der Bevölkerungsdruck durch die Massai einhergehend mit immer größer werdenden Nutzviehherden hat bis hin zum Ngorongoro Krater für eine Versteppung der Landschaft und enorme Schäden durch Bodenerosin geführt. Im Übrigen werden aktuell, trotz Nationalparkstatus und hohen Einnahmen daraus, jährlich immer noch 150.000 (!!!) Tiere im Serengeti Nationalpark gewildert.

Hier einige vertiefende Links zu diesem Thema:

Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1'309 Beiträge · seit 200919. Nov. 2014 · #5
Zu diesem Thema habe ich vor einiger Zeit einen Artikel von einer französischen Spezialistin übersetzt:

http://nenette-f.over-blog.de/article-das-volk-der-maa-artikel-von-marie-france-planeix-117863206.html

Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
3'700 Beiträge · seit 200920. Nov. 2014 · #6
Hallo,

es geht mir keineswegs um die Art und Weise, wie die Masai möglicherweise enteignet werden. Da passiert sicherlich viel Unrecht (Hütten abbrennen und Todesopfer in Kauf nehmen – wenn man den Berichten trauen darf). Die unglaubliche Art und Weise, wie unkontrolliert mitunter Trophäenjagd betrieben wird, hat meines Erachtens in der Diskussion um eine Enteignung der Masai ebenso wenig zu suchen, wie der aktuell ad acta gelegte Bau des Serengeti Highways.

Die Masai selbst haben erst vor rund 150 Jahren - teils gewaltsam und grausam vorgehend gegen andere Stämme - Land in Tansania besiedelt und sind dabei wahrlich nicht zimperlich umgegangen.
Lebten in den 1970 Jahren geschätzte 35.000 Masai in Tansania, so wird ihre Zahl heute auf 140.000 Menschen geschätzt. Bei den Masai gelten rund 50 Stück Vieh als erstrebenswerter Besitz, damit man als „reich“ gilt. Nun kann sich jeder ausrechnen, welche Folgen die demografische Entwicklung auf den Naturraum hat. Zumal die Masai immer noch lediglich 1/% der Gesamtbevölkerung Tansanias ausmachen.

Die Masai selbst bekleckern sich im Hinblick auf Wildtierschutz nicht gerade mit Ruhm. In den nach wie vor traditionellen Stammesgebieten (östlich des Ol Doinyo Lengai bis in die Masai-Steppe hinein) wurden alle Löwen ausgerottet, damit sie dem Vieh nicht gefährlich werden können. Oder hat jemand von euch in den letzten Jahren im touristisch frequentierten Gebiet um den Lake Natron, in West Kilimanjaro oder südlich des Arusha Highways in der Masai-Steppe von Löwensichtungen gehört? Ausgewiesene Jagdgebiete gibt es dort nämlich nicht. Nach wie vor verbrennen Masai junge Wildhunde (zumeist Welpen) in ihren unterirdischen Bauten, wenn sie sie erwischen. Da verhalten sie sich genauso wie der botswanische Groß-Rinderfarmer, der vier junge Löwenbabys auf der Farmpad liegend mit seinem Fahrzeug überfährt, weil sie für ihn nutzloses Ungeziefer und eine Bedrohung für seine Nutztiere darstellen.

Die verklärende Sichtweise, dass sich dieses Naturvolk nur vom Blut und Milch ihrer Rinder ernährt, hat ebenfalls ausgedient. Der Big Mac der Masai ist Grillfleisch (allerdings nicht das ihrer eigenen Viehherden…)!

Die Angabe im Artikel, dass im Loliondo-Gebiet 40.000 Masai umgesiedelt werden sollen, halte ich auf dieses kleine Gebiet bezogen (entegen des Artikels ist tatsächlich die Loliondo GCA nur 2845 qkm groß) für wenig glaubhaft. Vielmehr hat man vermutlich eine Null hinter dem Komma zu viel gesetzt oder kurzerhand die Masaibevölkerung in und rund um die NCA und die Wildlife Management Areas der südlichen Serengeti mit einbezogen um dem Artikel ein wenig mehr Nachdruck zu verschaffen. In den dortigen Gebieten steht meines Wissens keine Enteignung zur Debatte. Ev. verfügt jemand über gegenteilige Informationen? Insgesamt sollen in Nord-Tansania nur 42.000 Masai leben.

Auch hat meines Erachtens die Vermengung mit der Trophäenjagd rein polemisierenden Charakter. In Kenia ist die Jagd in den 1970iger Jahren komplett verboten worden. Die Löwenpopulation in Kenia ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten auf 1200 Tiere zusammengeschrumpft! Tansania gilt nach wie vor als das Land weltweit, welches mit geschätzten 16.800 Löwen die größte Population beherbergt. Das bleibt aber nur so, wenn der Mensch die Lebensräume der Tiere nicht weiter eingeengt und der Wildbestand einen Wert für die Bevölkerung darstellt.

@ Nenette:
Zu diesem Thema habe ich vor einiger Zeit einen Artikel von einer französischen Spezialistin übersetzt:
Den ich für einseitig, lückenhaft und polemisch halte, sorry!

Ironie-Modus on: Aber vielleicht sollte man tatsächlich zugunsten der viehhaltenden, wachsenden Nomadenvölker darüber nachdenken, alle Nationalparks und Wildschutzgebiete in Tansania (und auch in Kenia) abzuschaffen. Damit würde man sich zum Schutz der Umwelt auch gleichzeitg der vielen knatternden, lärmenden Benzinmonster entledigen, die jedes Jahr über 1 Millionen Touristen und deren special needs durchs Land befördern.

Die wegbrechenden 1.605.000.000 US$ Einnahmen (Weltbank, Stand 2012) aus dem Tourismusgewerbe und die damit verbundenen Arbeitsplätze müssten allerdings kompensiert werden. Think global: Die neuen Arbeitslosen könnte man im Rahmen der Entwicklungshilfe nach Deutschland umsiedeln. Wir verzeichnen gerade einen Geburtenrückgang und benötigen insbesondere Pflegekräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ironie-Modus off.

Tanzania is one of mega-biodiversity rich countries globally. The country hosts six out of the
25 globally known biodiversity hotspots. The country has extensive diversity of species with
at least 14,500 known and confirmed species and is among 15 countries globally with the
highest number of endemic as well as threatened species. It accounts for more than onethird
of total plant species in Africa and ranks twelfth globally in terms of bird species. The
country has designated about 40% of its total surface area to forest, wildlife and marine
protected areas. The country is a home to about 20% of Africa's large mammals.
Quelle: Tanzanian Fifth National Report on the Implementation of the Convention on Biological Diversity, 2014

Mit kritischen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1'162 Beiträge · seit 201220. Nov. 2014 · #7
ein freundschaftliches und friedliches Hallo in die Runde,

dieses Thema scheint sehr emotionsgeladen, was durchaus verständlich ist. Es macht aber wenig Sinn, den Verdacht aufkommen zu lassen, dass man sich an altbiblischen Regeln orientiert.
Die Masai selbst haben erst vor rund 150 Jahren - teils gewaltsam und grausam vorgehend gegen andere Stämme - Land in Tansania besiedelt und sind dabei wahrlich nicht zimperlich umgegangen.
Wann war die Geschichte schon mal zimperlich? In der Schule haben wir ausschließlich die Kriege auswendig lernen müssen; oK, es gab auch mal kurze Zeit Frieden. Ich habe aber auch gelernt, dass diese vergangenen Zeiten keine Rechtfertigung bieten dürfen, anderes Unrecht dadurch zu legitimieren.

Die Masai zählen wahrlich nicht zu meinen Favoriten und Lieblingen, dennoch halte ich es für mehr als bedenklich, wie mit ihnen verfahren werden soll. Warum schmeißt man nicht auch die Farmer raus, die Löwenbabys überfahren?

Ich möchte weiß Gott keinen scharfen Ton in die Diskussion bringen, vielleicht habe ich den letzten Beitrag auch nur völlig in den falschen Hals bekommen -- dann tut es mir leid.

Ich denke, dass wir alle viel zu wenig die Materie kennen, um wirklich profunde Kenntnis von der Problematik zu haben.
Ich weiß, dass ich eigentlich naiv wirke, aber ich hoffe immer auf die Einsicht der verantwortlichen Menschen. Das ist naiv.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
zuletzt bearbeitet 20. Nov. 2014
2'338 Beiträge · seit 200721. Nov. 2014 · #8
Hallo zusammen

In dem kürzlich von avaaz verschickten Massen-Mail steht:
Jetzt hat die Regierung angekündigt, dass sie einen riesigen Teil unseres Landes in Loliondo räumen will, um Platz für einen angeblichen “Korridor für Wildtiere” zu schaffen. Doch viele vermuten, dass sich dahinter nur ein Trick verbirgt, der es einem ausländischen Jagdunternehmen und reichen Touristen erleichtern soll, anmutige Tiere abzuschießen.
Da steht schwarz auf weiss, dass „viele vermuten“, dass in der Gegend von Loliondo ein neues Jagdrevier geplant ist. Was heisst „viele vermuten“? Dann ist das erst ein Gerücht? Aber da steht auch, dass die Regierung einen Korridor für Wildtiere schaffen will. Was stimmt nun?
Unsere Gemeinschaften respektieren unsere tierischen Gefährten und beschützen und erhalten das empfindliche Ökosystem.
Das stimmt so leider schon lange nicht mehr (siehe Beitrag von Butterblume). Wenn man so durchs Land fährt und die vielen Massais mit ihren teilweise sehr ausgemergelten, riesigen Kuhherden sieht, fragt man sich schon, wofür das gut ist, da die Tiere ja gar nicht verwertet werden. Man treibt sie einfach vor sich her, bis sie eines Tages von selbst tot umfallen.
Es sind wirklich viel zu viele geworden und da das Weideland wegen der Bevölkerungsexplosion immer knapper wird, treibt man die Kühe in die Nationalparks, wie Serengeti oder Masai Mara. Gemäss Elvira /Bushtruckers sind es allein in der Masai Mara ca. 20‘000 Stück, die dort den Wildtieren das Gras wegfressen. Wenn sich dann ein Löwe an die Kühe heran macht, ist es völlig klar, dass der umgebracht wird. Wir selbst haben dieses Jahr Nacht für Nacht die Kuhglocken in der Masai Mara bimmeln gehört. Ausserhalb des Parks war die ganze Gegend total überweidet und verwüstet. Wir sind extra einen ganzen Tag aussen rumgefahren, um uns ein Bild zu machen. Da wächst praktisch nichts mehr, aber da liegen tausende von abgemagerten Rindern rum, die darauf warten, dass man sie nachts in den Park treibt. Und als wir übers Klein's Gate in die Serengeti fuhren, haben wir erst mal viele tote Massai-Kühe gesehen.

Tansania war ja schon früher ständig am Menschen umsiedeln. Unter dem heute noch sehr verehrten Julius Nyrere wurden von 1968 bis 1977 ca. elf Millionen Menschen mit teilweise brutaler, militärischer Gewalt zur Umsiedlung in so genannte Ujamaa-Dörfer gezwungen, wo sie oft ohne richtige Hilfeleistung ganz von vorne anfangen mussten. Nur hat sich damals niemand für sie eingesetzt und Unterschriften gesammelt.

Ach, ich könnte noch so vieles erzählen, aber ich weiss ja nicht mal, ob das jemanden interessiert.

Viele Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'309 Beiträge · seit 200921. Nov. 2014 · #9
Hallo Marina,
Butterblume schrieb:Hallo,

es geht mir keineswegs um die Art und Weise, wie die Masai möglicherweise enteignet werden. Da passiert sicherlich viel Unrecht (Hütten abbrennen und Todesopfer in Kauf nehmen – wenn man den Berichten trauen darf). Die unglaubliche Art und Weise, wie unkontrolliert mitunter Trophäenjagd betrieben wird, hat meines Erachtens in der Diskussion um eine Enteignung der Masai ebenso wenig zu suchen, wie der aktuell ad acta gelegte Bau des Serengeti Highways.
Worum geht es dir dann?
Geht es darum, dass eine Entscheidung von 1974 (!!!) endlich durchgesetzt wird und das unberechtigt besetzte Land geräumt wird? Diese Menschen (4000 Familien) haben schon immer dort gelebt (okay, vielleicht nur 150 Jahre) und sind dem Räumungsbefehl vor 40 Jahren nicht gefolgt. Ich halte das nicht wirklich für "Landbesetzung".
Butterblume schrieb:
Die Masai selbst bekleckern sich im Hinblick auf Wildtierschutz nicht gerade mit Ruhm....
Das mag heute durchaus richtig sein. Wenn man sich aber die Karte von Kenia und Tansania anschaut, muss man feststellen, dass die großen Nationalparks hauptsächlich auf dem Land der Masai liegen (mit der Ausnahme von Tansanias Süden). Warum ist das so? Schlichtweg weil die Länder in den anderen Regionen zersiedelt wurden und es kein großes zusammenhängendes Wildgebiet mehr gab .
Wären die Masai Mara und die Serengeti von Kikuyu oder Luo bevölkert gewesen, wäre der Ruf "Serengeti darf nicht sterben" vermutlich nie um die Welt gegangen, weil sich der Wunsch nach einem großen Nationalpark an diesem Ort von selbst erledigt hätte.
Aber inzwischen ist der Gärtner hier der (Sünden-)Bock.
Butterblume schrieb:
@ Nenette:
Zu diesem Thema habe ich vor einiger Zeit einen Artikel von einer französischen Spezialistin übersetzt:
Den ich für einseitig, lückenhaft und polemisch halte, sorry!
Marie-France hat lange für die französische CNRS Feldforschung bei den Masai betrieben. Sie lebte jahrelang mit den Masai und hat die Vertreibung in den 70-er Jahren vor Ort miterlebt. Insofern kann ein Artikel von ihr nur einseitig sein. Für mich kommt er eher emotional als polemisch rüber.

Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
1'450 Beiträge · seit 200621. Nov. 2014 · #10
Nenette schrieb:
Wären die Masai Mara und die Serengeti von Kikuyu oder Luo bevölkert gewesen, wäre der Ruf "Serengeti darf nicht sterben" vermutlich nie um die Welt gegangen, weil sich der Wunsch nach einem großen Nationalpark an diesem Ort von selbst erledigt hätte.
Um das zu verstehen, bin ich jetzt leider zu dumm 😊
Wäre schön, wenn Du mir (und evtl auch anderen) das etwas näher erklären könntest.

Beate
1'580 Beiträge · seit 201421. Nov. 2014 · #12
Guten Abend allerseits

Erika, ja, es hat "ein paar" Rinder in und um die Mara, was auch immer wieder zu sehr hitzigen Debatten fuehrt.

Ja, es hat zu viele Rinder oder zu wenig Land, wie man das auch drehen will. Und jede Duerre schlaegt haerter zu, da die Vegetation grossteils bis unter den Boden zerstoert ist, sprich die Ziegen haben die Wurzeln ausgerissen und die Kuehe sie totgetrampelt. All dies sind Tatsachen und glaubt mir, es gibt hoch gebildete Maasais, Samburu und andere aus Pastoralistenstaemmen, doch Kuehe muessen in grosser Zahl vorhanden sein. Was Ihr also seht sind nicht nur die Viehherden von Maasais, die davon abhaengen, sondern von Reichen, die sich durch die Viehzahl noch reicher fuehlt.

Kuerzlich hat ein Samburu Professor seine 300 Rinder in mein Wohngebiet per Lastwagen hingebracht. Ich lebe tief im Kikuyu Gebiet, doch er lehrt an der Universitaet in der Naehe. Dies ein Beispiel. Er versuchte auch seine Rinder, auf das Land, wo ich spazieren gehe zu bringen, doch wurde verjagt. Es ist Privatland und das Gras ist fuer deren Kuehe. Die Besitzerin will auch nicht eine Wueste hinterlassen bekommen. Arme Kuehe hatten echt Hunger bevor es anfing zu regnen. Nun lindert es sich etwas.

Doch die meisten Wildtiere leben auf Maasai und Samburu Land und 70% davon ausserhalb der Schutzgebiete. Das heisst sie fressen den Pastoralisten das Gras weg, wie sie sagen. Ich kenne auch etliche Maasais, die sehr viel fuer den Wildtierschutz tun und eingreifen, wenn Grosskatzen umgebracht werden sollen. Die Maasais/Samburu haben immer mit Wildtieren gelebt und ganz selten mal ein Wildtier gegessen. Fuer Anlaesse schlachten sie einen ihrer Bullen oder Ziege. Die Tradition einen Loewen zu toeten, um zum Mann zu werden ist am Aussterben und diejenigen, die das immer noch tun wollen, werden an den Pranger gestellt.

Da Land immer dichter besiedelt wird, das heisst dem Bevoelkerungswachstum keinen Einhalt geboten wird, wird das Land schneller verwuestet. Ich kenne Gegenden da suche man nach mehr Gras als auf meinem Kuechenboden, doch Ziegen sind present! Das heisst auch, dass keine jungen Baeume eine Chance haben, zu wachsen. Doch Maasais kochen fast ausschliesslich mit Feuerholz und brennen Kohle zum Verkauf in Kenia (trotz Verbot!)

Wasserdaemme ziehen Elefanten an und diese zerstoeren sie gelegentlich. Also ein weiterer Konflikt. Grade eben sind wir am Sammeln, um einen elefantensicheren Damm im suedlicheren Kenia zu erstellen. Die Zukunft der Wildtiere haengt auch davon ab, dass man Mittel zur Verfuegung stellt, die den Leuten wie auch den Wildtieren ein Leben ermoeglicht. Dies, Daemme und Lichter zur Verhinderung, dass Grosskatzen sich an Wildtieren guetlich tun.

Es gibt ein Maasai Sprichwort das sagt: "Wenn ein Loewe eine Deiner Kuehe frisst, sei froh, dass Du so reich bist, dass Du mit ihm teilen kannst". Leider ist dies, wie auch viele andere Weisheiten, die die Maasais auch haben, ziemlich verloren gegangen. Der Schritt von Tradition in eine technisierte Welt bringt Gedankenkonflikte.
Hier ein Artikel, um noch etwas mehr zu verunsichern, was stimmt nun und was nicht.

http://mobile.thecitizen.co.tz/news/Nyalandu--Maasai-will-stay/-/2304482/2530184/-/format/xhtml/-/77il5xz/-/index.html

Auf Facebook sind derzeit Bilder von der Royal Familie wie sie mit Pistolen Tiere erlegen, was vom Jagdgesetz her nicht erlaubt ist. Auch schossen sie Riesentrappen, welche nicht auf der Abschussliste stehen.

Es ist auch schon lange eine Diskussion, einen Teil der Maasais aus dem Ngorongoro Krater Gebiet auszusiedeln. Sie haben schon lange und bei Weitem die vertraglich festgelegte Zahl an Personen und Nutztieren ueberschritten. Ueberweidung ist gut sichtbar.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
1'309 Beiträge · seit 200921. Nov. 2014 · #13
beate schrieb:
Nenette schrieb:
Wären die Masai Mara und die Serengeti von Kikuyu oder Luo bevölkert gewesen, wäre der Ruf "Serengeti darf nicht sterben" vermutlich nie um die Welt gegangen, weil sich der Wunsch nach einem großen Nationalpark an diesem Ort von selbst erledigt hätte.
Um das zu verstehen, bin ich jetzt leider zu dumm 😊
Wäre schön, wenn Du mir (und evtl auch anderen) das etwas näher erklären könntest.

Beate
Das hätte sich vermutlich von selbst erledigt, weil dann dort genau wie im Rest von Kenia (für Tansania kann ich weniger sprechen) das Land von Ackerbau und Dörfern zersiedelt gewesen wäre. Das ist aber natürlich nur eine Vermutung von mir.
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2014
785 Beiträge · seit 200821. Nov. 2014 · #14
Hi,

sehr interessante Diskussion, ich habe viel gelernt, ist halt alles recht komplex!!

Ich denke mal, der Hauptgrund der zunehmenden Konflikte zwischen Naturschutz und der lokalen Bevölkerung ist der generell ungezügelte Bevölkerungswachstum im vielen Ländern, denn Lebensraum wird sowohl für die Wildtiere, wie auch für die dort lebenden Menschen in Zukunft immer knapper!!

Tja, aber was soll man da jetzt machen, ganz, ganz schwierig!!!

Ich befürchte, in Zukunft wird der Lebensraum für die Wildtiere den kürzeren ziehen, auch wenn dies natürlich ein Trauerspiel ist!


Viele Grüße


Markus
1'450 Beiträge · seit 200621. Nov. 2014 · #15
Nenette schrieb:
Das hätte sich vermutlich von selbst erledigt, weil dann dort genau wie im Rest von Kenia (für Tansania kann ich weniger sprechen) das Land von Ackerbau und Dörfern zersiedelt gewesen wäre. Das ist aber natürlich nur eine Vermutung von mir.
Viele Grüße,
Nenette
Das glaube ich jetzt wieder nicht. Denn die Serengeti war ja schon seit 1929 als Game Reserve ausgewiesen. Seit 1940 ist sie protected area. Die Umsiedlich erfolgte in den 1950 er.

Als Grzimek die Serengeti "entdeckte" war sie also schon Schutzgebiet, also war schon damals eine Zersiedelung nicht möglich.

Beate
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2014
3'700 Beiträge · seit 200921. Nov. 2014 · #16
Hallo Michael,
„Ich habe aber auch gelernt, dass diese vergangenen Zeiten keine Rechtfertigung bieten dürfen, anderes Unrecht dadurch zu legitimieren.“
In meinem ersten Satz schrieb ich dazu: es geht mir keineswegs um die Art und Weise, wie die Masai möglicherweise enteignet werden. Da passiert sicherlich viel Unrecht (Hütten abbrennen und Todesopfer in Kauf nehmen – wenn man den Berichten trauen darf).“
„Ich denke, dass wir alle viel zu wenig die Materie kennen, um wirklich profunde Kenntnis von der Problematik zu haben.“
Ich hätte mir gewünscht, dass deine obige Aussage bereits bei den ersten drei Posts zu diesem Thema berücksichtigt worden wäre und man sich zumindest aus verschiedenen Quellen über die Hintergründe und verschiedenen Sichtweisen informiert hätte. Aus diesem Grund habe ich noch ein paar andere Aspekte aufgezeigt.

Dass eine Anpassung der Masai an die Moderne nicht konfliktfrei ist und nach adäquaten Lösungen in verschiedenen Richtungen gesucht werden muss, ist klar.

Hallo Nenette,
„Worum geht es dir dann?“
Länderübergreifend beanspruchen 1,16% Masai 10,47% der gesamten Landesfläche von Kenia und Tansania.

Was vor vielen Jahrzehnten noch funktionierte, ist aber aufgrund der demografischen Entwicklung heute nicht mehr tragbar für die Umwelt und die anderen 99% der Bevölkerung, die sich (ebenso wie die Industriestaaten schon vor vielen Jahren) auf den Weg in die Moderne machen möchte, um eine bessere Zukunft für sich und ihre Nachkommen zu erreichen.

In Tansania leben heute ca. 45 Millionen Menschen, 1967 waren es nur 12 Millionen. Das Bevölkerungswachstum beträgt jährlich ca. 2,7 %.

Die stetig weiter wachsende Bevölkerungszahl und die ebenso wachsende Zahl der Masai samt Vieh, wird nicht ohne Folgen für die Umwelt bleiben, wenn die Masai ihren Lebensstil nicht anpassen, bzw. wenn es ihnen nicht ermöglicht wird ihn anzupassen (z. B. durch flächendeckenden Zugang zu Bildung).

Hallo Maggus,
Tja, aber was soll man da jetzt machen, ganz, ganz schwierig!!!

Ich befürchte, in Zukunft wird der Lebensraum für die Wildtiere den kürzeren ziehen, auch wenn dies natürlich ein Trauerspiel ist!
So ist es!!!

Mit friedlichen, aber dennoch kritischen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 21. Nov. 2014
1'580 Beiträge · seit 201422. Nov. 2014 · #17
Hallo Zusammen

Marina, leider ziehen Wildtiere, aber auch domestizierte immer den kuerzeren.... leider.

Der Artikel besagt, dass die Ausweitung des Jagdgebietes gestoppt werde... dass also die Dubai Royal Family nicht mehr Jagdgrund bekommt und die Maasais nicht vertrieben werden.

http://www.africlandpost.com/tanzania-stops-plan-evict-masai/

Einigen ist es vielleicht zu Ohren gekommen, dass die Lodge auf der Ndarakwai Ranch vor ein paar Tagen von einer randalierenden Gruppe Maasais abgebrannt wurde. Am Folgetag brannte der Maasai Markt in Arusha.

Hier die Hintergruende zur Ndarakwai Ranch - ich hoffe, es koennen es alle verstehen, auch wenn es in Englisch ist. Geschrieben von Aafeez Jivraj und den Besitzern der Ndarakwai Ranch
As we all know that Ndarakwai Ranch was torched down on Friday 14.11.2014

T4W is re posting this issue that has been posted on this forum
I have been asked by many members what happened there

Please read the truth behind it and share it with as many as you can
Eric Jones explains

Erik Jones
22 hrs ·

Hi Everyone,

I am sure that everyone knows by know about what happened at Ndarakwai last Friday. What hurts me the most is the negative comments i keep hearing and reading. This is one that annoys me a lot and i want to share his comments and my response with everyone. It would be great it people could read it all they way through to get the full story.

---- "You were not supposed to give these lands to foreigners and denying rights to Masai People. It has been their land for years. What Tanzania failed to do is to grant these prime lands to outsiders for investment without discussing with the locals. No one in Europe or USA give their prime investment lands to someone not native or citizens. They know damn well how much a stake that is. The Masai could have given the rights to build and operate those safaris for their benefit. I dont blame these Masai People I blame the government officials to fail to recognize the injusticeness to the Masai people. They should also stop using Masai for advitisement for free.

They came in the name of invironment, paid nothing and making a hell of money which does not benefit the Masai or Tanzanians. Our leaders have been manipulated knowingly they cant think out of the box. Tanzania and many other African Countries have become resources for money for developed countries. These contracts and land leasing must be reviewed. Colonies coming back where they left and exploiting people using Government lazzy thinkers and lazzy planners."----

Hi Bodi,
I am actually a director of the lodge that got burnt down in West Kili. There are a few things you need to know first, before being able to comment on such a sensitive topic. I will go through your post…
"It has been their land for years"
This is untrue, there are over 120 different tribes in Tanzania, (you seem to only know about one, the Maasai) and this was never maasai land, I really don't know how you can make that comment….
"What Tanzania failed to do is to grant these prime lands to outsiders for investment without discussing with the locals"
Again, i don't see how you can say this because before even thinking about getting the land in 1995 we did exactly that - go to every single village and community around us and explained to them our intentions. Also… this is not "prime land". West Kilimanjaro has a rain shadow effect from its position around Mount Kilimanjaro. Out of any other area around the mountain, it gets the least amount of rainfall. This is an area that was unfit for agriculture or cattle, which made us think that the land could be conserved to sustainably maintain wildlife populations.
"They came in the name of invironment, paid nothing and making a hell of money"
This is a biggie.. please read all…. Our intention at Ndarakwai was to create "self sustaining conservation". This, is in its most basic terms, is conservation that does not rely on donations. If you were to walk on Ndarakwai in 1995, you would not see one single animal. In 18 years of conservation we have completely restored the habitat and brought back over 65 mammal species and over 300 bird species. We built the lodge as a way for us to maintain this conservation (I believe this is crucial because the lodge can then finance the conservation, while promoting Tanzania and helping communities). With everyone working in the lodge coming from all of the direct communities around us, we were able to start helping a wider group of people. As things grew, we realised that we were able to continue our community work. In 2006 we started supporting the O-Vet Primary school. We started supplying meals every day for 150 children. By 2014, the school has over 400 children (which are all being fed from the proceeds of the lodge we built, a lot of which are Maasai children) and the school has gone from unranked in the district to #1, and to #4 in the entire Kilimanjaro region. We have also re built parts of the school, and built a complete kitchen. We have also started building a dormitory for Tinga Tinga secondary school so children didn't have to walk kilometres a day to get to and from school. (A project that is now stopped due to the lodge being burnt down). These are a number of things that we do, among a whole list. Others include creating local business like fish farming and supplying bee hives for honey harvesting. When one project is on its feet and running well, we start another.
"Which does not benefit the Maasai or Tanzanians"
We employ people from over 15 different tribes at Ndarakwai, and we have many employees who have been with us for over 15 years. Your comment is strange because we protect the Tanzanian land…. protect the Tanzanian wildlife, employ the Tanzanian people (including maasai), pay taxes to the government, work on community projects, so i don't know how you can say it doesn't benefit Maasai or Tanzanians…
Now…. finally back to the "Maasai mob who torched our camp". There are rumours going around that they burnt it down because we were adding to our conservation area. This is simply not true. Not only is the border of our land also the border of our district, but it is also the border between Kilimanjaro and Arusha Region. We have never ever tried to expand our property. The truth of the mater is this……
Maasai entered our conservation area in force so they are able to graze their cattle. Why? because we have done such a good job in land conservation that the grass has completely returned and they want it all.
On the other side of things, why are their no other areas for the Maasai to graze other then our property??? It is because all of the land around us, for over 50 kms in every direction of us has been completely overgrazed. Our property is 11,000, but the land around us is over 300,000 acres. If all of the grass is gone in the 300,000 acres around us, how long will it take to completely finish the grass we spent so long trying to conserve for wildlife populations? And after they do finish our grass… where will they go? another property? a village? where does it end? To add on, why are they completely over grazing hundreds of thousands of acres? why are they not growing trees, what are they doing to help the environment or Tanzania???
I employ over 75 people which directly benefits the community around us. We buy all our local produce from farmers around us, eggs, pork, milk as well. We support over 400 children in a school (for over 8 years), and more and more businesses have opened in Siha District because of us. You say i come in and make a lot of money…. i invite you to come to my house and see what "luxury" i live in, i really do. I am so sick of the truth not getting out, and people forgetting that there are over 120 other tribes who need help in this country, not just Maasai. I was born and raised in Tanzania, I do apologise for being born white, otherwise I might actually have been taken seriously in this country of mine.
I am sorry if this post is controversial, but i can't stand that Maasai keep turning their land into deserts and feel it is ok to ruin something that someone else has worked so hard to build. I do not know why the world holds them on such high pedestals, while criticising people who are actively working on helping this country.
Die Hintergruende, weshalb der Maasai Markt brannte, kenne ich nicht.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
3'700 Beiträge · seit 200922. Nov. 2014 · #18
Hallo Elvira,

vielen Dank für das Einstellen des informativen und aufschlussreichen Dialogs.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
408 Beiträge · seit 201423. Nov. 2014 · #19
Also nur einmal zur Einführung. Den Zusammenhang zwischen Maasaimarkt und Ranch kann ich nicht nachvollziehen. Schon deshalb nicht, weil ja kaum mehr Maasai auf dem Markt tätig waren, sondern sehr viele Chagga und andere.
Es waren auch keine "randalierenden" Maasai, es war halt ein Konflikt, den es in vielen Ländern gibt, zB in Israel (amerikanische Einwanderer und Paläistinensern).
Durch den Druck von etlichen britischen Einwanderern aus zB Simbabwe gibt es halt immer wieder Landkonflikte, die durch korrupte Elemente geschürt werden, die Land, das ihnen gar nicht gehört, gegen Wohltaten verscherbeln (teilweise an gutgläubige Wazungu, die da auch keine Ahnung haben). Es gibt da einiges in der Gegend um Meru und Kili, das nur darauf wartet, einen Besuch abgestattet zu bekommen, so wie ich es vermutet. Es passiert auch öfters, aber nur wenn es eine Lodge betrifft, ommt das dann auch in das internationale Bewusstsein.
Und weil immer der Begriff Maasai genannt wird. Wovon spricht man da? Ist das immer die gleiche Menschengruppe? So wie der soziale Rahmen und Hintergrund zwischen einem "Pekariats"deutschen und einem "Bildungs"deutschen sich schon im Namen der Kinder zeigt (Sue Allen gegenüber Manfred oder sowas), so ist das auch bei den Maasai. Dass die Regierung eine Volksgruppe gerne in den Griff bekommt, die sich nicht gerne in den Griff genommen haben will, ist verständlich, aber es ist auch bei den Pastoralisten, jedenfalls zum Froßteil, auch ein Wechsel im Denkprozess eingetreten. Geld verdienen ist auch hier interessant geworden, es gibt Maasai-Viehmärkte, sehr gebildete (zB ehemalige Premierminister). Wer einmal eine Maasai beschäftigt hat kennt die Geschäftstüchtigkeit der "Hirten".
Zur Bevölkerungsexplosion möchte ich noch anfügen, dass inzwischen auch bei den Menschen hier angekommen ist, dass ein Kind die Altersversorgung nur bezahlen kann, wenn es einen guten Job hat. Noch nicht überall ist das angkommen, aber oh Wunder bei immer mehr Menschen. Ich kenne Familien, die nicht mehr als zwei oder drei Kinder wollen, weil das Schulgeld für die höheren Schulen verdient werden will.

Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund